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Schlagwort: Olympus

Ist Olympus tot? Fakten, Meinungen, Gerüchte.

Posted in Fotografie & Gedanken

Seit Olympus am 25.6.2020 bekannt gegeben hat, dass man die Imaging-Sparte an Investoren verkaufen wolle, und Presse und Community verkündeten, dass die Marke tot ist, habe ich ausgiebig zum Thema recherchiert und mehrere Blog-Artikel verfasst. Da aber mein Blog im Vergleich zu YouTube keine besonders reichweitenstarke Plattform ist, habe ich beschlossen deren Inhalte als Video aufzunehmen. Das Ergebnis ist knapp über eine Stunde lang und besteht aus drei Teilen:

  1. Teil: Wer ich bin (ab Minute 02:02, ca. 8 Min.)
  2. Teil: Warum ich Olympus liebe (ab Minute 10:40, ca. 25 Min.)
  3. Teil: Fakten, Meinungen und Gerüchte über die Zukunft von Olympus (ab Minute 35:08, ca. 27 Min.)

Aufgrund der nahezu abendfüllenden Länge des Videos habe ich überlegt es in drei einzelnen Teilen anzulegen, aber eigentlich gehören sie zusammen. Wer sich für einen Teil nicht interessiert kann ihn überspringen. Vom ersten Artikel bis zum Hochladen des Videos steckt wohl eine Arbeitswoche hinter dem Ergebnis – ich denke ich habe so gründlich als möglich gearbeitet, für eine Aufgabe die ich aus ehrenamtlichem Engagement betreibe. Weiterlesen

Langzeitbelichtung mit Live-ND

Posted in Erfahrungsberichte

Ich schätze an Olympus nicht nur, dass sie mir eine kompakte leichte Ausrüstung für meine ausgedehnten Ausflüge geben, sondern auch die flexible Funktionalität die ich mit den OM-D-Kameras an die Hand bekomme. Keine Frage: Beim High-ISO-Rauschverhalten und in Sachen Auflösung kann ich nicht mit Vollformat mithalten. Doch dafür liefert mir das System Optionen, die sonst bei kaum oder gar keinem Anbieter zu finden sind. Live-ND, Live-Composite, Pro Capture, in-der-Kamera-Perspektivenkorrektur. die Funktionen für das Focus-Stacking und das neu angekündigte Starry Sky sind nur ein paar Beispiele. Weiterlesen

Eine Lanze für den Fachhandel

Posted in Erfahrungsberichte

Olympus E-M1MarkII | M.ZUIKO12–100mm ƒ4 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1,3s | ISO64 | Variabler ND-Filter | Capture One Pro

Ich habe kein Problem ein Stativ mitzuschleppen, wenn ich weiß, dass ich es brauche. Doch wenn ich auf eine Fototour aufbreche, weiß ich nie, ob mir ein Motiv begegnet, für das sein Einsatz erforderlich ist. Schon öfter habe ich es mitgeschleppt, ohne es ein einziges Mal eingesetzt zu haben. Die Bildstabilisierung meiner MFT-Ausrüstung ist da ein Segen, ermöglicht sie mir doch im Weitwinkelbereich Verschlusszeiten von ein paar Sekunden aus freier Hand zu halten. Für die Aufnahme oben setzte ich einen variablen NF-Filter ein. Ich habe auch längere Belichtungen gemacht – über 3s – die tadellos scharf geworden sind, aber diese hier gefiel mir am besten. Weiterlesen

Das kurze Leben der Dinge

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Einige Jahre gab es im Ort in dem ich wohne eine kleine Schneiderei. Beschädigte Kleidung die wir selbst nicht hätte flicken können und hätten entsorgen müssen, konnte der Schneider tadellos richten und gekostet hat das nie viel. Schade, dass er in Ruhestand gegangen ist.

Ein paar Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt gibt es einen Kaffeemaschinen-Service, der Kaffeemaschinen repariert. Diesem verdankt unsere aktuelle Kaffeemaschine nun schon ein jahrelanges Leben. Ein Problem hier in Schwarzach ist das harte Wasser, das jede Maschine schnell verkalken lässt. Meine Erfahrung mit dem Service des Diskounters: Ware wird eingeschickt, der Hersteller meint, dass das Produkt nicht mehr reparierbar ist, oder macht einen Kostenvoranschlag, für den sich auch ein neues Gerät ausgeht, und diese Nachricht kostet dann auch noch etwas zwischen 40 und 80 Euro. Weiterlesen

M.Zuiko 12–100mm ƒ4 – das Universalzoom

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Das Olympus M.Zuiko 12–40 ƒ2.8 ist Olympus’ exzellentes Standardzoom für anspruchsvolle MFT-Fotografen. Allerdings weiß jeder auch nur etwas erfahrene Fotograf, dass man mit 40mm MFT (80mm KB) rasch an die Grenzen des Erreichbaren kommt. Tiere die auch nur die geringste Scheu haben Menschen an sich heran zu lassen, sind kaum einzufangen. Auch beim Sport wird es abseits von Poolbillard und Schach schwer die Distanz zum Sportler zu überbrücken.

Universalzooms sind diesbezüglich deutlich flexibler einsetzbar, reichen sie doch weit in den Tele-Bereich, ohne das beispielsweise für Landschaft oft unverzichtbare Weitwinkel zu vernachlässigen.

Für MFT-Fotografen stellt derzeit das Olympus M.Zuiko 12–100 ƒ4 (Olympus | Amazon) die beste Wahl für ein Universal- bzw. Telezoom dar. Anders als bei anderen Zooms und Festbrennweiten gibt es im Moment noch keine wirkliche Alternative dazu von Panasonic. Auch außerhalb von MFT findet sich Vergleichbares. Weder Canon noch Nikon noch einer der Drittanhersteller bietet ein Zoom mit einem äquivalenten Brennweitenbereich bei vergleichbarer Lichtstärke und mit Abdichtung gegen Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser an. Einzig und allein Sony hat mit dem  FE 24–240mm ƒ3.5–6.3 einen heißen Mitbewerber im Sack – etwas preiswerter, etwas schwerer, ebenso abgedichtet, etwas mehr Zoom, deutlich weniger Lichtstärke.

Wer gerne durch die Natur pirscht, Landschaften ebenso wie Tiere ablichten möchte, nicht aber wie ich zwei Kameras umgehängt haben will, der ist mit dem 12–100 optimal bedient. Zwar bietet das 12–40mm ƒ2.8 etwas mehr Lichtstärke, doch in Sachen universeller Einsetzbarkeit hat das 12–100 in vielen Situationen die Nase vorne. Der Abbildungsmaßstab – 0,3× MFT = 0,6× KB-üquivalent –  ist bei beiden identisch und führt somit auch dieses nahe an den Bereich der Makrofotografie heran. Echtes Makro ist das zwar genau genommen nicht, das hindert Sigma aber nicht daran Objektive mit einem geringeren Abbildungsmaßstab mit dem Label Macro zu versehen.

Abbildungsqualität, Detailschärfe, Bokeh und Haptik des Objektivs sind auf gewohnt tadellos hohem Olympus-Pro-Niveau. Anders als das 12–40mm enthält es eine zusätzliche Bildstabilisierung und unterstützt Sync-IS, will heißen, dass sowohl Objektiv als auch Sensor gemeinsam stabilisiert werden, wodurch laut Olympus 6,5 Blendenstufen kompensiert werden können, und ich hege keinen Zweifel daran, dass das stimmt, habe ich selbst doch bereirs aus freier Hand zwei und drei Sekunden lange Belichtungen mit nur moderater Unschärfe gehalten.

Leider komme ich selbst viel zu selten in den Genuss damit zu Fotografieren. Seit meine Frau einmal damit auf der Pirsch war, kann ich es nur mehr heimlich oder gegen den Protest in ihren Augen an mich nehmen.

Auch für dieses Objektiv nutze ich für Langzeitbelichtungen einen ND1000 Filter von Haida (Amazon) und einen Polfilter von Hoya (Amazon). Die Frontlinse schütze ich mit einem UV-Filter von Hoya (Amazon).

Anmerkung: Sämtliche Produkte die ich vorstelle habe ich selbst erworben und in Verwendung. Es gibt keine von den Herstellern zur Verfügung gestellte oder gesponserte Produkte oder Berichte. Links zu Amazon sind in der Regel Affiliate-Links. Bei Einkäufen die auf die Verlinkung folgen fallen ein paar Prozent für mich ab. Das hilft den Blog und seine Inhalte zu finanzieren. Andere Links sind frei von Provisionen oder Umsatzbeteiligungen, ausgenommen natürlich bei der eingeblendeten Google-Werbung.

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MFT-Super-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 7–14mm ƒ2.8 Pro

Posted in Erfahrungsberichte

Wie bei allen Olympus M.Zuiko-Pro-Objektiven (Olympus | Amazon) gibt es auch am 7–14mm ƒ2.8 wenig zu tadeln, mit einer Ausnahme vielleicht: In Sachen Volumen und Gewicht führt es den Gedanken von MFT, ein im Vergleich zu APS-C oder gar Kleinbild ideales System für Unterwegs zu sein, ein bisschen ad Absurdum. Im Vergleich zu Nikons 14–24mm ƒ2.8 und seinen 1000g und 13cm Länge scheinen die 534g und 10,5cm zwar moderat, doch man darf nicht außer Acht lassen, dass dafür der Sensor gerade einmal etwa ein Viertel der Fläche des Vollformats hat.

Mit der Leichtigkeit von MFT-Objektiven wie dem M.Zuiko 9–18mm oder gar der winzigen aber exzellenten 12mm ƒ2.8 Festbrennweite kann das 7–14mm Pro in Sachen Trage- und Transportkomfort jedenfalls nicht mithalten. Eine Alltagstauglichkeit an einer Immer-dabei-Kamera – zum Beispiel der Pen-F, E-M10 oder E-M5 – in einer kompakten Kameratasche ist von diesem Pro-Boliden nicht zu erwarten.

Deshalb begleitet mich bei Ausflügen in meiner Heimat in der Regel auch das preiswertere und kompaktere Weitwinkelzoom, denn wie schon im oben verlinkten Artikel über das 9–18mm angemerkt: Das 7–14 mag beim Ablichten von Testcharts sichtbar bessere Ergebnisse erzielen, doch weder einem digitalen noch einem analogen Abzug wird irgendjemand ohne Studium der Metadaten ansehen, ob das eine oder andere Objektiv zum Einsatz kam.

Hinzu kommt, dass der extremere Weitwinkel von 7mm MFT hierzulande kaum einzusetzen ist, ohne dass irgendwo am Rand eine Hochspannungsleitung oder irgendein anderer nicht besonders attraktiver Zeuge menschlicher Zivilisation ins Bild hinein lugt.

Müsste ich – aus welchem Grund auch immer – einen Teil meiner Objektive abbauen, das 7–14 würde zu jenen gehören von denen ich mich am leichtesten trennen könnte. Das ist keine Aussage über die Qualität der Linse, sondern lediglich über die praktische Bedeutung die sie für mich hat und die Häufigkeit mit der ich sie einsetze.

Glücklicherweise zeichnet sich eine solche Bürde aktuell nicht ab, und so kann ich mich auch weiterhin freuen das 7–14mm mit auf Reisen in Regionen zu nehmen, in denen die menschliche Kultur weniger Störelemente in der Landschaft platziert als hier im dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal. In Island beispielsweise hätte ich die zusätzlichen 2mm immer wieder gebrauchen können, da ich mit dem 9–18mm oft an die Grenzen des Blickwinkels stieß (das 7–14mm hatte ich damals noch nicht).

Andererseits darf im Vergleich auch nicht unerwähnt bleiben, dass die zusätzlichen 4mm am langen Ende der Brennweite des kompakteren Objektivs durchaus auch seine Vorzüge haben. Während die 14mm des einen (28mm bei Kleinbild) noch tief im Weitwinkel verwurzelt sind, gehen die 18mm des anderen (36mm Kleinbild) schon in Richtung einer Normalbrennweite und sind auf Augenhöhe mit dem klassischen Standard der Reportagefotografie: 35mm.

Vorzug des 7-14mm Pro Objektivs ist dem gegenüber natürlich die Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Allerdings mag die Frage berechtigt sein, wie häufig speziell ein solches Weitwinkel im strömenden Regen zum Einsatz kommen wird, denn die kaum hinter die fix verbaute Streulichtblende zurücktretende Frontlinse wird rasch von Wassertropfen bedeckt sein, was kaum mehr brauchbare Aufnahmen erlaubt.

Wer seine Ausrüstung in den Tropen einsetzt, weiß, dass Abdichtung nicht nur bei Regen, sondern auch bei hoher Luftfeuchtigkeit schützt, und ist somit mit dem Pro sicher besser ausgestattet. Doch für mich ist das Thema nur in Zusammenhang mit Regen relevant und so hält sich der Vorzug der Abdichtung für mich auch in Grenzen.

Fällt mein Fazit über das 7–14mm somit negativ aus? Keineswegs! Die einzige MFT-Linse die ich bislang besaß und der ich ein negatives Zeugnis ausstellen würde, ist das 17mm ƒ1.8 von Olympus. Davon sollen zahlreichen Montagsproduktionen unterwegs sein, und die Schärfe meines Exemplars war grottenschlecht. Das 7–14mm ƒ2.8 ist zweifelsfrei eine exzellente Linse. Doch für meinen fotografischen Einsatzbereich spielt sie eine eher untergeordnete Rolle. Und genau von diesem persönlichen und subjektiven Eindruck berichte ich hier. Just my 2 Cent.

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MFT-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 9–18mm ƒ4–5.6

Posted in Erfahrungsberichte

Das Olympus M.Zuiko 9–18mm ƒ4.0–5.6 (Olympus | Amazon) habe ich im Frühjahr 2014 gekauft, um den Weitwinkelbereich des 12mm ƒ2.0 (unter Anderem in diesem Artikel beschrieben), das ich bis dahin im Einsatz hatte, zu erweitern. Es zeichnet sich durch geringes Gewicht und kompaktes Volumen aus und bietet mit 9mm MFT (18mm KB) einen für die meisten Situationen ausreichend breiten Sichtwinkel. Ich besitze ebenso das 7–14mm ƒ2.8 Pro, habe es aber bedeutend weniger oft im Einsatz, da ich meist zu Fuß zum Fotografieren ausrücke.

Auf Fotosafari begleitet mich in der Regel eine E-M1 II mit 300mm ƒ4 am Schultergurt und eine E-M5 II mit Festbrennweite oder Standard- bzw. Weitwinkelzoom an einem Peak Design CapturePro Clip am Trageriemen des Rucksacks (über Kamerataschen und -rucksäcke schrieb ich hier).

Das 9–18mm lässt sich am Peak Design Clip komfortabel tragen, wohingegen das 7–14mm schon einen ordentlichen Klotz vor der Brust darstellt. Dabei begegnen mir die Situationen in denen die 9mm Weitwinkel des kompakteren Objektivs nicht ausreichen hierzulande eher selten. Lediglich auf einer Island-Rundreise im Sommer 2014 hatte ich einige Situationen in denen ich mir mehr Weitwinkel gewünscht hätte.

Zum CapturePro von Peak Design sei angemerkt, dass ich sowohl die Version 2 (Amazon) als auch die Version 3 (Amazon) besitze, für die Montage am Schultergurt des Rucksacks jedoch die ältere (2er) Variante bevorzuge, da sie etwas breiter aufliegt und sich für mich angenehmer zu tragen anfühlt. Was die 3 allerdings besser kann: Die Halteplatte wandert mit der neuen Beschichtung deutlich flüssiger aus und in den Clip.

Natürlich zeigt das 7–14 Pro beim Ablichten von Testcharts bessere Ergebnisse (über Tests beider Objektive berichte ich hier, das 9–18mm kommt in diesem Bericht noch einmal vor). In der Praxis ist jedoch nicht zu erwarten, dass irgendjemand anhand einer regulären Aufnahme unterscheiden kann, ob sie mit dem preiswerteren oder dem Pro-Weitwinkelzoom gemacht wurde.

Grundsätzlich vergebe ich für das 9–18mm eine klare Empfehlung für alle, denen die 12mm oder 14mm ihres Standardzooms oft nicht weit genug sind und für nicht allzu viel Geld ein Weitwinkelzoom für ausgedehnte Fotosafaris suchen. Zwei Nachteile wollen jedoch genannt werden: Eine E-M5 oder E-M1 ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, das 9–18mm nicht – unter feuchten Bedingungen heißt es also einpacken! Außerdem ist der Mechanismus den es zu überwinden gilt bevor das Objektiv ausgefahren und wieder komplett eingefahren werden kann – es muss ein Schalter verschoben und in dieser Schalterstellung gehalten werden während das Objektiv zu drehen ist – eine Bremse vor dem Einsatz.

Zubehör

Als Zubehör nutze ich gelegentlich einen Hoya Pro1 Pol-Filter (Amazon). Allerdings nimmt die Bildung von dunklen Schlieren speziell in gleichmäßig blauen Himmelsflächen unterhalb von 12mm MFT deutlich zu (siehe Abbildung unten). Zwar lässt sich der Effekt beseitigen, indem man den Filter in eine andere Stellung dreht, dabei verflüchtigt sich aber leider auch der Effekt den der Filter auf Blau- und Grüntöne haben soll. In der Praxis ist er also am kurzen Ende der Brennweite mit Vorsicht zu genießen.

Nicht verzichten möchte ich auf einen 1000× Graufilter für Langzeitbelichtungen – ich habe mich für ein Produkt von Haida (Amazon) entschieden. Schwächer als ND3.0/1000× hat sich für mich als nicht sinnvoll erwiesen (ich besitze auch diverse 64× und 8× Graufilter, die ich heute jedoch kaum mehr im Einsatz habe).

Da das Objektiv ohne Streulichtblende geliefert wird (diesbezüglich ist Olympus leider geizig) habe ich eines aus dem Zubehörangebot geordert. Allerdings nicht die von Olympus zum Preis von 34 Euro, sondern eine von JJC für 13 Euro (Amazon).

Schlecht finde ich die Objektivdeckel der preiswerteren Olympus-Serien, da sich diese nur seitlich entriegeln lassen, was bei angesetzter Streulichtblende schwierig bis unmöglich ist. Deshalb habe ich alle betroffenen Deckel durch Abdeckungen von Panasonic (Amazon) ausgetauscht. Zwar gibt es noch deutlich preiswertere Alternativen, und bei manchen Filtern werden Abdeckungen mitgeliefert (praktischere als die Originale von Olympus), doch deren Optik wirkt so billig, dass ich sie an meinen Linsen nicht ertrage.

Nach einem Kratzer in der Frontlinse meines geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4 schütze ich meine Objektive nun konsequent mit einem UV-Filter (mehr dazu in diesem Artikel), für dieses habe ich den Hoya Pro1 Digital UV (Amazon) im Einsatz.

Beispiele

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Supertele M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro

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Ich war ja früher nicht gerade der bekennende Tele-Fan. Im Grunde, so sagte ich, brauche ich nicht mehr als 120mm (KB). Viel lieber setzte ich auf Weitwinkel. 24mm war meine liebste Brennweite, gefolgt von 85mm – Letzteres als ideale Porträtbrennweite. Vom Porträt habe ich mich mittlerweile weitgehend abgesetzt. Dafür ist Naturfotografie stärker in meinen Fokus geraten.

Während meiner APS-C- und Vollformatzeit stellte ein Sigma 120–400mm ƒ4.5–5.6 meine längste Brennweite zur Verfügung: An der Nikon D80 mit Formatfaktor 1,5 600mm. Dieses Objektiv war allerdings eine Schlaftablette beim Fokussieren, washalb ich in der Regel meist das deutlich kürzere aber wesentlich schnellere (und leichtere) Nikon 70–300mm ƒ4.5–5.6 einsetzte.

Nach meinem Umstieg auf MFT habe ich mir zunächst das Lumix 100–300mm (Bericht | panasonic.de | Amazon). Dieses eröffnete mir mit 600mm KB, im Vergleich zum Sigma deutlich kleinerer Abmessungen und geringeren Gewichts und dank der exzellenten Bildstabilisierung derer man sich bei MFT erfreuen darf ganz neue fotografische Möglichkeiten. Trotz geringen Gewichts und der Flexibilität die man hat wenn man ohne Stativ fotografieren kann rückten scheue Tiere auf einen Schlag deutlich näher.

Die erwachte Liebe zur fotografischen Vogeljagd ließ mich dann auch zugreifen, als Panasonic das Leica 100–400mm (Bericht | panasonic.de | Amazon) vorstellte. Kombiniert mit der ebenfalls neuen E-M1 II (olympus.de | Amazon) war ich auch zum ersten Mal seit meinem Umstieg auf MFT wieder in der Lage Vögel im Flug einzufangen.

Aber wie heißt es so schön: Der größte Feind des Guten ist das Bessere. Oder so ähnlich. Tatsächlich gibt es Stimmen die das Panaleica 100–400mm kritisch sehen und auch meine eigenen Testaufnahmen von Test-Charts haben gezeigt, dass die Qualität keine Welt über den deutlich günstigeren Lumix 100–300mm oder M.Zuiko 75–300mm Objektiven anzusiedeln ist.

Einen nach allem was ich bislang mitbekommen habe exzellenten Ruf hingegen genießt Olympus’ 300mm ƒ4 Pro Festbrennweite (olympus.de | Amazon). Inklusive eines 1,4-fach Telekonverters (olympus.de | Amazon) sind damit 840mm KB zu erreichen. Ich konnte nicht widerstehen das Objektiv zu testen und habe mich anschließend für eine Kauf entschieden. Zusammen mit der Kamera kommt man damit zwar auch auf 2,2kg, aber das ist kein Vergleich mit einer vergleichbaren Vollformatausrüstung und bereitet auch nach Stunden des aktiven Einsatzes noch keine allzu große Mühe.

Aber ist es nicht eine deutliche Einschränkung mit einer Festbrennweite statt mit einem Telezoom zu arbeiten? Das dachte ich zunächst auch, weshalb ich mich zuerst auch für das Panaleica statt für das M.Zuiko entschieden habe. Im Einsatz habe ich allerdings bemerkt, dass ich das Zoom nahezu ausnahmslos am langen Ende der Brennweite, also bei 400mm nutzte. Da ich ohnehin immer mit zwei Kameras auf Safari gehe und es sehr selten vorkommt, dass mir ein Motiv entgeht weil das 300er eben kein Auszoomer erlaubt, kann ich gut mit der Einschränkung leben. Vögel und anderen Wildtieren kommt man ohnehin kaum einmal nahe genug.

Und lohnt der Qualitätsunterschied die Einschränkung und den deutlich höheren Preis? Für die die mit ihren Budgets haushalten müssen: Nein. Bei Testaufnahmen lässt sich die deutlich bessere Abbildungsleistung der Festbrennweite zwar nicht leugnen, doch in der Praxis erkenne ich kaum eine Relevanz. Häufig ziehe ich zusammen mit meiner Frau zum Fotografieren aus, wobei ich die Olympus Festbrennweite nutze und Andrea (@andreamaria7) das Panasonic Zoomobjektiv, beide mit E-M1 II. Wir fotografieren also häufig dieselben Motive. Die Unterschiede sind wirklich zu vernachlässigen und ich bin mir nicht sicher ob die manchmal vermeintlich sichtbar bessere Detailschärfe des M.Zuiko nicht einfach dem Placebo-Effekt entspringt. Selbst bei Fotodrucken in A3+ wird kein Mensch sagen können welche Aufnahme mit dem einen oder anderen Objektiv gemacht wurde.

Erwartet hätte ich, dass die (inklusive Teleconverter) etwas bessere Lichtstärke der Festbrennweite ein schnelleres und sicheres Fokussieren ermöglicht, doch ich könnte nicht behaupten, dass in der Praxis etwas darauf hindeutet. Selbst bei der Bildstabilisierung zeigt sich kein nennenswerter Unterschied, obwohl das M.Zuiko an der OM-D Dualstabilisierung nutzen kann, während das Panasonic auf die Objektivstabilisierung alleine angewiesen ist.

Etwas Zweifel habe ich an der Notwendigkeit des Teleconverters, denn ohne ihn erreicht man doch einen Lichtwert mehr Lichtstärke, kann also kürzer belichten und auch der AF sollte davon profitieren. Etwas Detailverlust scheint mir durch den Konverter sichtbar und ich frage mich ob man durch digitale Interpolation nicht beinahe dieselbe Auflösung mit identischer Detailschärfe erzielen kann. Wer das allerdings genau wissen möchte müsste es prüfen – ich habe mir die Arbeit bisher (noch) nicht gemacht.

Das Beste noch zum Schluss: Beide Objektive weisen eine für Superteles extrem kurze Naheinstellgrenze auf, dass man sie praktisch als Makro einsetzen kann. Ich besitze auch Olympus’ 60mm Makro, doch dessen Vorsprung beim Abbildungsmaßstab lässt sich in der Natur ohne Stativ oder Blitz kaum in brauchbare Aufnahmen ummünzen. Schmetterlinge und selbst Käfer mit 800mm Brennweite formatfüllend ablichten zu können ist bedeutend erfolgsversprechender als sich mit 120mm an sie anschleichen zu müssen.

Hausspatz zu Besuch auf unserer Terrasse.
Tauben in Nachbars Garten.
Schweizer Alpsteingebirge mit Säntis.
Kohlmeise auf Futterhäuschen.
Reiher über dem Bodensee.
Stare
Möwen
Rotmilan im Schneegestöber
Bauer sucht Frau?
Möwen am Bodensee mit Lindau im Hintergrund.
Kohlmeise macht einen Abflug.
Der kleine Kleiber.
Feldhase gibt Fersengeld.
Es war einmal ein Baum.
Rehbock, Storch und Krähe.
Tüpfelsumpfhuhn
Blüten
Rotkehlchen
Turmfalke
Dohle
Tagpfauenauge
Lachmöwe beim Fischen.
Kormorane
Flussseeschwalbe
Eichelhäher
Löffelente
Graureiher
Der Regisseur macht Pause
Meine frechere Hälfte
Kiebitz
Rehe
Hummel
Blüte
Schau mir in die Augen, Rotmilan!
Rauchschwalbe
Blume
Käfer
Blume
Schmetterlinge
Käfer
Falter
Schmetterling
Krähe am Aussichtspunkt
Hahn
Luftkampf
Star zu Besuch
Hausrotschwanz
Schwalbenschwanz im Flug
Bläuling
Käfer
Blume
Fisch
Libelle im Flug
Schwimmende Ringelnatter
Aurorafalter
Tanz der Schmetterlinge
Käfer

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Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

Posted in Theorie & Technik

Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.

Alles wird schneller: Olympus OM-D E-M1 Mark II

Posted in Fotografie

Olympus hat 2013 mit der OM-D E-M1 die perfekte Kamera für mich vorgestellt. Zwei Jahre später wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob ich sie durch eine Mark II ersetzen würde – lange bevor eine solche offiziell angekündigt wurde. Bis die Mark II tatsächlich vorgestellt wurde war das kein relevantes Thema für mich.

Die E-M1 verschafft mir beim Fotografieren die Leichtigkeit die MFT generell zu Grunde liegt. Sie ist aber groß und griffig genug um sie auch bei ausgedehnten Foto-Sessions effizient einsetzen zu können. Mit der E-M5 – der ersten Olympus die mir MFT und spiegelloses Fotografieren schmackhaft machte – wäre das kein Thema gewesen. Die E-M5 punktet unterwegs mit Kompaktheit, wäre für mich aber keine Alternative zu meiner damaligen D600 gewesen. Erst die E-M1 von 2013 veranlasste mich auf den Gedanken, von Nikon auf Micro FourThirds umzusteigen, was ich nach einigen Wochen mit ihr auch in die Tag umsetzte.

Für einen Fotografen wie mich, der etwa 95% auf Achse fotografiert, kann es in meinen Augen kein besseres System als MFT geben. Mehr als alles andere bestätigte mir das eine 15-tägige Rundfahrt um Island: In meiner Vanguard The Heralder begleiteten mich damals, ein Weitwinkel-, ein Standard- und ein Telezoom (M.Zuiko 9–18mm und M.Zuiko 12–40mm, Lumix 100–300mm) und drei Kameras (E-M5, E-M1 und Lumix GM1). Trotz dreier Apparate samt Linsen, hatte ich wohl weniger Ballast zu tragen, als eine Vielzahl anderer Touristen mit Vollformat und zwei oder drei Wechselobjektiven. Ein bis zwei Stunden Fußmarsch mit der Fototasche um die Schultern waren kein Problem.

Jeden Brennweitenbereich an einer eigenen Kamera zu haben, hat doppelten Vorteil: Man muss nicht ständig Objektive wechseln, läuft also nicht Gefahr, dass Staub und Schmutz in die Kamera gelangen, und man ist in Sekunden schussbereit.

Klar bringt MFT gegenüber APS-C und Kleinbild auch Nachteile mit sich, die man nicht ernsthaft von der Hand weisen kann:

  • Da wäre einmal die enger gesetzten Grenzen in der Auflösung. Allerdings fand ich mit den 16 Megapixel von E-M5 und E-M1 immer mein Auslangen. Damit erreiche ich bei 300ppi knapp A3, bei 250ppi sogar deutlich darüber (genau genommen gibt es kaum Situationen in denen 300ppi gegenüber 250ppi eine sichtbare Qualitätssteigerung bringt). Mit den 20MP der Pen F und der E-M1 Mark II ist sogar dieses Limit gesprengt und wer unbewegte Motive fotografiert kommt mit Stativ sogar auf 50MP bzw. 80MP.
  • Während mehr als 16 Megapixel kaum ein Thema ist, das mich berührt, stellt für mich die bessere ISO-Performance schon eher einen bemerkenswerten Nachteil von MFT gegenüber Vollformat dar. Allerdings hat die ISO-Performance heute generell ein so gutes Niveau erreicht, dass ich deswegen nicht das doppelte oder dreifache Gewicht durch die Gegend schleppen möchte.
  • Noch ein Thema bei dem ich mir mehr wünschen würde, wäre Dynamikumfang. Von den etwa 15 Lichtwerten die Nikons Spitzenmodelle erreichen, kann ich mit MFT nur träumen. Olympus’ und Panasonics Modelle schaffen heute knapp 13LW. Allerdings ist das noch immer ein Wert der manche Canon-Profikameras in den Schatten stellt – Kameras mit denen Fotografen die viel besser sind als ich Aufnahmen machen, die mich wegblasen. Also, was soll’s!
  • Noch ein Nachteil: Die geringe Schärfentiefe exzellenter Festbrennweite bleibt mit MFT unerreichbar. Selbst mit manuellen ƒ0.95 Objektiven wird man von einem preiswerten (und automatischen) Vollformatlinsen mit Lichtstärke 1.8 ausgestochen. MFT zeichnet bei adäquater Brennweite einfach um 2 Lichtwerte mehr Schärfentiefe auf als Vollformat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass MFT-Objektive bereits bei Offenblende schärfer zeichnen als andere Linsen mit denen ich schon arbeitete, und das Bokeh scheint mir tendenziell etwas weicher zu sein, was den Nachteil der geringeren Schärfentiefe zwar nicht aufwiegen kann, aber zumindest auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.
  • Spiegellose Systeme litten bislang generell an im Vergleich zu DSLRs langsameren AF-Systemen. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern schlicht damit, dass DSLRs für das Scharfstellen einen eigenen Sensor nutzen, der den sogenannten Phasenvergleich erlaubt und eben der Kontrasterkennung spiegelloser Kameras überlegen ist.
  • Weiterlesen

    Der Kern von MFT ist Kompaktheit

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    Micro FourThirds hat auch zur diesjährigen photokina ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Sowohl Panasonic als auch Olympus haben neue MFT-Kameramodelle und -Objektive angekündigt. Und wieder fragen Kommentatoren, weshalb Olympus nicht endlich ein Voll- oder Mittelformatsystem lanciert?

    Wer solche Fragen stellt, hat den Kern von MFT nicht verstanden. Beim System von Olympus und Panasonic dreht sich alles um Kompaktheit! Kein anderes kann vergleichbare Transportabilität bei gleichzeitiger Erfüllung professioneller Ansprüche bieten. Zwar sind die Gehäuse von Sonys APS-C-Kameras auch kaum größer, doch spätestens wenn es darum geht auch Objektive einzubeziehen ist MFT klar im Vorteil.

    Natürlich bieten größere Sensoren mehr Reserven in Sachen Schärfentiefe (Bokeh), High-ISO und Auflösung. Aber wie viel ISO und Auflösung brauchen wir denn überhaupt?

    Folgt man der Kritik mancher Experten müsste man glauben, dass Fotos auf professionellem Niveau vor wenigen Jahren noch unmöglich waren. Vor einer Dekade waren mehr als 12 Megapixel selbst in der Profiklasse eher Ausnahme als Regel, und bereits geringes Anheben der Empfindlichkeit führte zu Rauschen wie die Sau. Die Profimodelle von damals steckt heute jede Einsteigerkamera in die Tasche.

    Gespiegelt sehe ich die enorme technologische Entwicklung der letzten Jahre in der Qualität dessen was uns täglich auf Postern, Plakaten, in Anzeigen, Inseraten und im Internet begegnet nicht. Die Ästhetik mag sich geändert haben, doch qualitativ lässt sich kein relevanter Unterschied ausmachen. Professionelle Aufnahmen waren vor zehn Jahren so bestechend wie heute. Man muss Aufnahmen schon am Monitor in der 100-%-Ansicht unter die Lupe nehmen, um markante Unterschiede zu identifizieren.

    Es ist keine Frage: Voll- und Mittelformat schlagen MFT qualitativ um Längen. Allerdings erst in den Bereichen wo MFT an seine Grenzen stößt. Doch um jenseits dieser Grenzen aus einer Kamera herauszuholen was in ihr steckt, genügt es nicht sie draufzuhalten und abzudrücken! Um den Mehrwert leistungsfähigerer Sensoren zu nutzen muss man neben der fotografischen Kompetenz auch den Willen aufbringen aufwändiger zu arbeiten.

    Die Kernkompetenz von MFT findet sich nicht in der hochpräzisen Arbeit, sondern in spontaner Leichtigkeit. Das System kann einen unbeschwert auf allen Wegen begleiten, ist stets zur Hand und ist auch nach Stunden nicht ermüdend – weder beim Transport noch bei der Fotosession. In gewisser Weise ist MFT das System zum draufhalten und abdrücken.

    Weshalb sollten Panasonic und Olympus auf Voll- oder Mittelformatsysteme umstellen? Letzteres kann sich ohnehin kaum jemand leisten. Und Vollformat? Gibt es  nicht genug davon!? Nikon hat es, Canon hat es, Pentax ebenso, und Sony und Leica bieten es spiegellos.

    Noch größer ist die Auswahl bei APS-C. Neben Canon, Nikon, Sony und Pentax findet man hier auch von Fuji erfolgreiche und eigenständige Modelle.

    Selbst im Mittelformat ist die Auswahl groß: Zu Phase One, Hasselblad, Pentax und Leica gesellt sich nun auch Fuji. Finden sich in diesem Nischenmarkt nicht schon genug Systeme?

    Panasonic und Olympus teilen sich gemeinsam ein einzigartiges System, das sich von Voll- und Mittelformat völlig unterscheidet und auch noch zu APS-C einen sinnvollen Kontrast bildet. Dabei sind die beiden Marken unterschiedlich genug echte Alternativen zueinander zu bilden und den unterschiedlichen Typen von Fotografen für die das kompakte System in Frage kommt gerecht zu werden.

    Ein Umstieg der beiden auf Systeme mit größeren Sensoren wäre ein Verlust für den Fotomarkt, denn eine besonders kompaktes System ginge dadurch verloren. Ein zweites System parallel zu MFT zu entwickeln und zu pflegen würde wohl die Ressourcen spalten und weder einem neuen System noch MFT nutzen.

    MFT ist gut wie es ist und wie es sich entwickelt und wir alle sollten froh sein es zu haben.

    Ich schätze die Innovationen von Sony und Fuji sowie die Kameras von Nikon aus eigener Erfahrung. Ich respektiere und bewundere Leute die mit Mittelformat fotografische Kunstwerke gestalten. Dasselbe gilt für die Künstler die mit Leica die Straßen heimsuchen und uns berührende Impressionen aus dem Leben der Menschen einfangen. Trotzdem bin ich ein anderer Fotograf und arbeite am liebsten mit MFT, weil mir das System Leichtigkeit, Spontanität und Freude vermittelt.

    Natürlich beginnt MFT an seine technischen Grenzen zu stoßen. Zwar gibt es noch Potenzial bei Rauschverhalten und Dynamikumfang. Doch in Sachen Auflösung sehe ich nicht mehr viel Raum nach oben. Jenseits der 20 Megapixel wird die Beugungsunschärfe sehr wahrscheinlich ein unüberwindliches Hindernis darstellen, sofern die Programmierer keine Wunderwaffe dagegen erfinden. Olympus regelt nicht umsonst bei seinen Kamera im hochauflösenden Modus bei Blende ƒ8 ab. Bei 40 Megapixel nimmt der kleine Sensor über ƒ8 nur mehr Matsch auf.

    Ein Drama ist die Grenze der Auflösungsfähigkeit allerdings nicht.

    Mit 20 Megapixel erreicht der Fotograf ganz locker A3 bei 300ppi Auflösung. Höhere Druckauflösungen als 300ppi sind zwar möglich, bringen aber nicht mehr viel, da auch unsere Augen Grenzen im Auflösungsvermögen haben. Schärfere Details in der Wiedergabe würden also quasi in der Unschärfe unserer Augen untergehen.

    Natürlich muss man mit 20MP Abstriche bei der Auflösung bei Wiedergaben über A3 machen. Doch noch bei A1 (immerhin 594×841mm) ergibt sich damit eine Auflösung von 150ppi. Wer jetzt glaubt, dass die Hälfte der empfohlenen Auflösung eine absolute Katastrophe sein muss, sollte sich einmal einen Druck eines 150-ppi-Bildes genau ansehen. Sehr genau! Denn man muss schon sehr nahe hingehen und sehr genau hinsehen, den Qualitätsmangel der geringen Auflösung zu erkennen. Aus der Distanz aus der ein A1-Poster normalerweise betrachtet wird ist die Frage ob 300ppi oder 150ppi völlig irrelevant.

    Um noch einmal früher zu zitieren: Kann sich jemand erinnern vor zehn Jahren unscharfe Großflächenplakate gesehen zu haben? Damals hatten selbst professionelle Digitalkameras wie gesagt oft nur 12MP. Für ein 16-Bogen-Plakat musste diese Auflösung auf 336×238cm aufgeblasen werden. Bei 12MP ergibt sich dann eine Auflösung von 30ppi. Ist jemals jemandem aufgefallen, dass diese Plakate damals nur mit 30ppi gedruckt wurden?

    Genau genommen werden sie auch heute noch mit 30ppi gedruckt, denn die Druckraster dieser Plakate sind so grob, dass mehr als 30ppi gar nichts bringen würde. Trotzdem sehen wir keinen Qualitätsmangel, da wir die Plakate aus so großer Distanz betrachten, dass unsere Augen die grobe Auflösung nicht erfassen.

    Natürlich ist eine MFT-Kamera kein Arbeitsgerät für einen Werbefotografen der Motive für Plakatwände von drei und mehr Metern Breite aufnimmt. Natürlich gibt es Motive die von der präziseren Detailschärfe von Voll- und Mittelformatkameras auch bei Postern unter Plakatwandformat profitieren. Doch diese Präzision erreicht man nicht mehr indem an aus freier Hand fotografiert.

    Hochauflösende Aufnahmen wirken beim Fotografieren aus freier Hand wie eine Lupe für das Zittern unserer Hände. Wer glaubt Bildstabilisierung könne das kompensieren irrt! Bildstabilisierung ermöglicht aus freier Hand bei deutlich längeren Verschlusszeiten relativ scharfe Aufnahmen. Sie ist aber gleichzeitig keine gute Zutat für absolut scharfe Aufnahmen.

    Wer maximale Detailschärfe aus einem Bildsensor heraus kitzeln möchte, stellt seine Kamera am besten auf ein massives Stativ und die Bildstabilisierung ab. Nutzt man dann auch noch Spiegelvor- und Fernauslösung steht bestechend scharfen Aufnahmen nichts mehr im Wege.

    Doch genau das ist nicht die Arbeitsweise für eine Kamera die auf Kompaktheit und Leichtigkeit getrimmt ist. Wer ein schweres Stativ mit zur Location schleppt hat nur mehr wenig Grund bei der Kamera und den Objektiven Gramm zu zählen.

    Die Lupenwirkung der Auflösung für Verwackelung der Kamera ist übrigens auch der Grund weshalb die Sache mit dem Crop aus dem Bild schneiden wenn die Brennweite wieder einmal nicht reicht nicht so recht funktioniert, denn einen scharfen Crop gibt es nur bei einer scharfen Aufnahme. Leider werden umso mehr Aufnahmen nicht so 100% scharf ausfallen je höher die Auflösung ist.

    Es gibt Mittelformatkamerasysteme mit denen sich bei fachgerechter Anwendung und dem notwendigen Aufwand Kunstwerke gestalten lassen die mit anderen Kameras unerreichbar sind. Vollformatkameras bieten Spitzenleistungen ohne, dass für sie der Preis eines Mittelklassewagens zu bezahlen ist – sie sind gut und dennoch nicht übergroß. Und es gibt kompakte Systeme wie MFT, die dadurch glänzen, dass sie auch ohne krummen Rücken professionelle Qualität bieten, auch wenn ihre Grenzen etwas enger gesteckt sind.

    Freuen wir uns über die Auswahl, und dass jeder Fotograf findet, was am besten zu ihm passt, und hören wir auf Dinge zu kritisieren die außerhalb unseres individuellen Horizonts liegen. Dinge sind nicht deshalb schlecht, nur weil sie nicht das Richtige für uns sind!