Direkt zum Inhalt

Bildentwicklung, Abbildungsqualität und Bildgestaltung und ein Ausflug mit Nikon Z5 und Olympus E-M1

Posted in Erfahrungsberichte

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ich berichte in meinen Artikeln und Videos über die Erfahrungen, die ich mit den verschiedenen Kameras mache, immer auch davon, was mir bei der praktischen Anwendung der verschiedenen Modelle auffällt, positiv wie negativ. Ich teste nicht gezielt, aber wenn ich eine bestimmte Eigenschaft besonders hilfreich oder störend finde, dann werden das Andere vielleicht auch so empfinden, und deshalb finde ich es Wert es zu teilen. Ich wenn mir ein Modell einmal gar nicht gefällt, kann es für euch die perfekte Kamera sein. Dinge die mich stören, kann für euch genau das sein, was ihr braucht. Ich kann nur wiederholen: Andere Fotografen fotografieren andernorts, andere Motive auf andere Art, wie ich. Alles subjektiv!

Unterschiedliche Bildqualität?

Der Grund für die Vergleichsserien ist allerdings mein Interesse an Vergleichen in der Abbildungsqualität. In der Foto-Community gibt es kein wichtigeres Thema – Auflösung, Bildrauschen, Dynamikumfang, Farbtiefe, Sensor-Design, Physik. Ach ja. Und: Bokeh! Andere Themen, wie Motivauswahl, Bildkomposition, Bildgestaltung, Kreativität spielen daneben anscheinend kaum eine Rollen. Schlecht gestaltete sieht man en masse. Aber Vergleichsbilder, in denen die heiß debattierten Unterschiede in der Abbildungsqualität anhand praktischer Motive demonstrieren, sind nirgends zu sehen. Jeder schwört darauf, dass eine Bilder mit dieser Kamera (größerer Sensor) besser sind, als mit jener (kleinerer Sensor), aber niemand kann das mit Vergleichsaufnahmen belegen. Bislang.

Ich wollte die theoretische Diskussion endlich in der Praxis überprüfen. Vieles von dem, was diskutiert wird, ist absolut richtig – nicht nur theoretisch. Nur ist die Frage: Wie gut sichtbar sind die Unterschiede in der Praxis?

Nach einem guten Dutzend Vergleichen, die ich bislang mit Kameras von Nikon, Fuji, Sony und Olympus angestellt habe, muss ich feststellen, dass die Unterschiede bedeutend bescheidener sind, als ich es erwartet hätte. Für das Gros der realen Aufnahmesituationen sind sie weitgehend irrelevant. Natürlich gibt es Aufnahmesituationen, in denen man von immensen Auflösungen profitiert, und andere in der exzellentes Rauschverhalten eine Rolle spielt. Doch wer glaubt, mit einem Vollformatsensor ein Mehrfaches an Auflösung und gleichzeitig besseres Rauschverhalten als beispielsweise MFT Nutzen zu können, macht die Rechnung ohne den Wirt. Es hat einen Grund, weshalb die in Sachen ISO exzellente Sony A7S nur 12MP hat und mein Vergleich der Sony A7R IV mit meiner E-M1 III hat kein nennenswert besseres Rauschverhalten an den Tag gelegt. Das ist auch logisch, denn die A7R IV hat mit 61MP eine sehr ähnliche Pixeldichte, wie es bei MFT derzeit Standard ist (20MP).

Vergleicht man Aufnahmen von MFT-Kameras mit 20MP mit Aufnahmen von Vollformat mit 20MP in 100% (tatsächliche Pixel) am Bildschirm, wird man selbstverständlich beim gleichen Motiv, gleichen Aufnahmebedingungen und gleicher ISO-Empfindlichkeit den Vorteil des größeren Sensors sehen können – dazu muss man die Empfindlichkeit gar nicht wesentlich anheben. Doch üblicherweise mache ich Fotos nicht um Ausschnittweise in der Vergrößerung betrachtet zu werden, sondern um das Ganze zu zeigen. Wenn im Ganzen Rauschen nicht störend hervortritt, dann ist es mir völlig egal, wie das in der Vergrößerung aussieht. Und nur sehr kräftiges Rauschen ist bei der Wiedergabe von Fotos am Monitor oder beim Erstellen von Prints noch sichtbar, und selbst das stört mich nicht immer (manchmal, aber meist nicht).

Im Übrigen ist die Sichtbarkeit von Bildrauschen in der 100-%-Ansicht vom Monitor abhängig. Rauschen, das auf meinem 27″ Monitor ins Auge sticht, ist auf dem Bildschirm meines MacBooks oft kaum zu erkennen. Weshalb? Der Eizo-Monitor hat eine Auflösung von 109ppi, das MacBook 226ppi. Die Pixel die das Rauschen bilden sind somit am MacBook nur halb so groß, als Fläche sogar nur ein Viertel so groß.

Mangelnde fotografische Qualität liegt nicht immer an der Kamera

Vor einiger Zeit hatte ich einen Austausch mit einem Fotografen, in dem es vermeintlich zunächst um das Thema Dynamikumfang und Bittiefe ging. Ich stellte jedoch beim Sichten der gesendeten Bilder fest, dass das angesprochene Problem mit beidem nichts zu tun. Vielmehr ging es darum, dass in Aufnahmen einer MFT-Kamera mehr Rauschen sichtbar ist, als in Bildern einer APS-C-Kamera vom gleichen Motiv zur selben Zeit bei gleicher Empfindlichkeit, was bei vergleichbarer Pixeldichte an und für sich logisch ist. Ich finde es dennoch logisch, das Problem hier einmal zu demonstrieren.

Anstatt die gesendeten Bilder zu zeigen, ziehe ich zwei von mir heran. Die beiden nachfolgenden Aufnahmen entstanden mit der Olympus OM-D E-M1 III und der Nikon Z5. Die Szene ist nicht sonderlich attraktiv – zu viel los und kein Zentrum. Doch viellicht ist sie gerade deshalb ein gutes Beispiel, da uns langweilige Motive gerne dazu verleiten, sie in der digitalen Dunkelkammer interessant machen zu wollen.

Beide Aufnahmen entstanden nahezu auf Basis-ISO, bei beiden habe in Capture One die Schatten angehoben, die Lichter gesenkt, und die Farben etwas gepusht; außerdem habe ich den Mittenkontrast verstärkt (in Capture One nennt sich das »Klarheit« und »Struktur«). Auch in der Vergrößerung ist bei beiden Aufnahmen kein nennenswertes Bildrauschen zu sehen – ihr könnt dazu das Bild mit einem Klick in die Lightbox schicken und mit einem zweiten Klick für die Vergrößerung sorgen.

Olympus OM-D E-M1MarkIII | | 13mm (26mm KB) | f/5.6 | 1/125sec | ISO-200
NIKON Z 5 | | 27mm | f/11 | 1/25sec | ISO-125

Nun ging es in dem Austausch darum, dass bei starkem Anheben der Mittenkontraste – namentlich »ClearView« in DxO Photolab – Rauschen hervortritt und zwar bei der MFT-Aufnahme deutlicher als bei jener der APS-C-Kamera. Ich habe das in Capture One in etwa simuliert. Da Capture One auch bei Reglern auf Anschlug keine sehr drastischen Resultate erzeugt, habe ich den Effekt durch eine zusätzliche Anpassungsebene verdoppelt.

DxO PhotoLab ist weniger zurückhaltend als Capture One. Wer hier kräftig an den Reglern zieht, ist schnell bei einem Resultat, das nicht unbedingt den Idealvorstellung einer guten Fotografie entspricht. Disziplin und Zurückhaltung in der Anwendung der Einstellung ist hier vom Anwender gefordert. Spätestens, wenn man den ClearView-Regler über die Mitte hinaus zieht, entstehen Resultate, in denen der angehobene Mittenkontrast zur Vergrauung führt, was in der Regel in wolkigen Himmeln am deutlichsten zu Tage tritt. In Kombination mit SW funktioniert das oft noch recht gut, doch auf Farbbilder angewendet … Nun, da soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Kräftiges Anheben des Mittenkontrast sorgen außerdem für hektische und unruhige Strukturen, so dass Teilbereiche des Motivs vielleicht gewinnen mögen (die Struktur in Wolken häufig), das Bild als Ganzes jedoch verliert (natürliche Strukturen, wie Gräser, Blätterwerk, Äste etc. sind meist kritisch).

Ein anderes Problem wird in der digitalen Dunkelkammer oft durch Ausgleich von Lichter und Schatten ausgelöst. Der Kontrast realer Motive übersteigt häufig die Möglichkeiten des JPEG-Formats (Tiff nicht anders). Schatten und Lichter, die unsere Wahrnehmung problemlos erfassen kann, werden zu Unter- bzw. Überbelichtung. Im RAW kann man das durch füllen der Lichter und anheben der Tiefen ausgleichen und erreicht annähernd dieselbe Zeichnung in Tiefen und Lichtern, wie sie unsere Wahrnehmung verarbeitet.

Ein Problem dabei: Die im RAW enthaltenen 12LW oder 15LW der realen Szene müssen in den Kontrastumfang des JPEGs/Tiffs hinein komprimiert werden – man kann das durchaus auch als hinein quetschen bezeichnen, denn tatsächlich werden dabei die Kontraste komprimiert. Das Resultat entspricht damit ebensowenig dem, wie wir das Motiv wahrgenommen haben, wie ein Foto mit zeichnungsloser Über- und Unterbelichtung (es gibt in unserer Wahrnehmung keine Über- und Unterbelichtung). Allerdings kennen wir Fotos nicht (oder kaum) anders, als dass bestimmte Motive Unter- und Überbelichtung enthalten, weshalb wir es als natürliche Wiedergabe empfinden. Aufnahmen, bei denen der Kontrastumfang stark komprimiert wurde, empfinde wir hingegen als nicht natürlich, viele Leute empfinden es als wie gemalt, in der Fotografie sprechen wir oft vom HDR-Look. Der Realität entspricht weder die Aufnahme mit Unter- und Überbelichtung (existiert so in der Natur nicht), noch die im JPEG/Tiff auf einen Kontrast von 256:1 komprimierte Version von Szenen, deren Motivkontrast möglicherweise 10.000:1 oder mehr betraten hat. In diesem Video zeige ich, was ich damit meine.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Grundsätzlich stehe ich also einem HDR-Look positiv gegenüber und behaupte, dass er dem, wie wir ein Motiv wahrnehmen näher kommt, als Aufnahmen in denen Tiefen und Lichter nicht restauriert werden, weil ohne zeigt das Foto in Bereichen in denen wir problemlos helle bzw. dunkle Strukturen erkennen konnten, zeichnungslose Unter- bzw. Überbelichtung.

Kritisch wird es jedoch, wenn man es mit Anhebung von Tiefen und Senken von Lichtern übertreibt. Dann entstehen nämlich an Kontrastkanten auf der hellen Seite Lichthöfe bzw. ein Glühen, auf der dunklen Abschattungen. Das ist je nach Motiv ein mehr oder weniger großes Problem – in manchen gar nicht, in anderen ein großes. Vor allem in Himmeln zeigt sich das Leuchten oft besonders künstlich. Das mag schön finden wer will. Jeder ist frei seine eigene Meinung und seinen eigenen Geschmack zu haben.

Wird kräftige Bearbeitung von Lichtern und Schatten auch noch mit extremem Anheben des Mittenkontrasts kombiniert – oft wird dann auch noch die Sättigung ins Penetrante überdreht – landen wir bei Resultaten, die HDR den schlechten Ruf eingebracht haben.

Links zu Artikeln, die sich mit HDR befassen:

Zurück zum Problem des Rauschens bei den Vergleichsaufnahmen. Während bei den moderat entwickelten Aufnahmen Unterschiede im Bildrauschen zwischen MFT- und Vollformat-Aufnahme in der Vergrößerung gerade noch zu erkennen sind, haben wir nach Anwendung des kräftigen Mittenkontrasts deutlich mehr Rauschen im MFT-Bild als in der Aufnahme des Vollformats.

MFT-Aufnahme mit drastisch erhöhtem Mittenkontrast
Vollformat-Aufnahme mit drastisch erhöhtem Mittenkontrast

Jede Form von Kontrasterhöhung, egal ob das Kontrast, Mittenkontrast, Klarheit, Struktur, Dunst entfernen oder ClearView heißt – auch die verschiedenen Scharfzeichnungs-Methoden sind nichts anderes als eine Anhebung des Kantenkontrasts – ist ein Rauschverstärker. Dadurch werden selbstverständlich auch Unterschiede im Bildrauschen verstärkt, die bei normaler Bildentwicklung keine Rolle spielen.

Wer das Bild dann auch noch vergrößert, wird die Unterschiede des sichtbaren Rauschens dramatisch finden. Natürlich will ich niemandem die Freude daran nehmen, Fotografie so zu betrachten. Für mich zählt allerdings das Bild als Ganzes, nicht ein Ausschnitt in der Vergrößerung. Und wie Aufnahmen mit so drastischer Einstellung auf einen wirken, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich werde niemandem sagen, was er sich an Bildern zuhause an die Wand hängen darf und was nicht.

Eine andere Falle in die erfahrene Fotografen auch oft tappen ist Überschärfung. Sie tritt besonders deutlich an Kontrastkanten zu Tage, wie beispielsweise an den Rändern einer schwarzen Silhouette vor blauem Himmel. Man sieht dann etwas, was wie eine weiße Kontur aussieht. Lieber gar nicht schärfen, als überschärfen. Aber auch das muss jeder – und jede – vür sich selbst entscheiden.

Überschärfte Aufnahme

Die Kameras

In diesem Artikel berichte ich von meinen Erfahrungen bei einem Ausflug mit der Olympus

Die Nikon Z5 wiegt mit dem hier verwendeten 24–55mm ƒ4–6.3 873g. Damit ist sie ein Stück leichter, als die Olympus OM-D E-M1 III die mit 12–40mm ƒ2.8 1017g auf die Waage bringt. Relevant ist der Unterschied auf so einem Ausflug jedoch nicht. Im Normalfall hätte ich statt dem 12–40 das 12–100mm ƒ4 aufgesetzt und damit ergibt sich ein Gewicht von über 1200g.

Nun halte ich immer wieder fest, dass der Vorteil von MFT geringeres Volumen und Gewicht ist. In vielen Aufnahmesituationen ist dieser Unterschied nicht großartig relevant – oder auch gar nicht. Erst wenn es um sehr lange Brennweiten geht, dass fällt der Unterschied wirklich ins Gewicht. Möchte ich dann neben dem Supertele auch noch eine zweite Kamera mit Standardzoom oder Weitwinkel dabei haben wird der Unterschied zwischen MFT und Vollformat noch größer. Natürlich ist mir klar, dass man auch eine Kamera mitnehmen und Objektive wechseln kann, und ich habe nicht das geringste Interesse jemandem, der das so machen will, auszureden. Mir würde das aber ein zu häufiger Objektivwechsel bedeuten. Und unter widrigen Wetterbedingungen, unter denen ich auch gerne fotografiere, sollte man davon doch eher Abstand nehmen. Also, weshalb soll ich nicht beide Objektive mit Kameras ausstatten, wenn ich das zum gleichen Gewicht, oder vielleicht sogar leichter, haben kann?

Ein zweiter Punkt, in dem das geringere Gewicht und Volumen einen Unterschied macht, betrifft meine Immer-dabei-Kamera. Das ist eine OM-D E-M5 II. Mit einer kompakten MFT-Linse bestückt, wiegt diese kaum mehr als 500g, geht in eine Jackentasche und ebenso in meine sehr kompakte Fototasche (seitliche Breite und Höhe entspricht etwa einem normal dimensionierten Smartphone). Mit so einer Konfiguration habe ich schon ganze Urlaube bestritten, was Freizeitfotografie im wahrsten Sinne des Wortes unbeschwert macht.

Um es noch einmal zu wiederholen: Beides ist mit Sicherheit für viele Fotografen kein Thema. Aber für mich ist es das und ich bin ebenso sicher, dass es einige da draußen gibt, für die es das auch ist.

Sucherbild

In einem Bericht über einen Vergleich der Fuji X-T3 mit der Olympus E-M5 III habe ich geschrieben, dass mir das Sucherbild der E-M5 im Vergleich zur X-T3 manchmal wie eine Matschepfütze vorkommt. Später habe ich im direkten nebeneinander Fotografieren gemerkt, dass der geringe Kontrast der Olympus in bestimmten Situationen Vorteil hat, der kräftige Kontrast der Fuji in anderen. Das ist mir bei diesem Ausflug noch deutlicher aufgefallen, diesmal im Vergleich zur Nikon Z5.

Bei der E-M1 handelt es sich diesmal um eine meiner Kameras. Bei diesen habe ich den Kontrast und die Lebendigkeit des Suchers bereits vor Zeiten über die Einstellungen gedämpft. Beim heutigen Ausflug und abwechselndem Fotografieren mit meiner E-M1 und der geliehenen Z5 gab es Situationen, in denen ich mir sicher war, das Sucherbild in der Olympus ist doch das beste ist, um vor der nächsten Szene dann wiederum im Sucher der Z5 eine bessere Ansicht zu sehen.

Es zeigt sich wieder einmal, dass alle Medaillen zwei Seiten haben. Unter manchen Bedingungen macht die Arbeit mit einem lebendigen Sucherbild, wie dem der X-T3 schlicht mehr Spaß, während in anderen Situationen der Kontrast des X-T3-Suchers dazu führt, dass Schatten nur mehr Schwarz zu erkennen, wo ich in einer Olympus, auch ohne Reduzierung des Kontrasts in den Tiefen die volle Struktur erkennen kann. Ich muss aber auch erwähnen, dass ich Brillenträger bin. Wer keine Brille trägt, wird wahrscheinlich das Seitenlicht meist besser abschirmen können, als ich, und dann eventuell auch weniger Probleme mit einer sehr kontrastreichen Wiedergabe in einem Sucher haben.

Ich habe schon einmal erlebt, dass sich ein hochgelobter, top-aktueller, kontrastreicher und satter Sucher für mich in der Praxis weniger gut bewährt hat, als der als veraltete Technik kritisierte Sucher der E-M1 III, und zwar bei der Lumix G9. In der Praxis habe ich in der E-M1 beim Fotografieren von Vögeln im Flug – für manche irrelevant, für mich ein permanentes Thema – ein absolut flüssiges Sucherbild, das sich in meinen Augen nur wenig von einem optischen Sucher unterscheidet. Der Sucher der G9 hingegen zeigte im Serienbild-Modus eine stroposkopartige Wiedergabe, die an einen Film mit niedriger Bildfrequenz aus den Tagen als die Bilder laufen lernten erinnert.

Die Resultate

Die Arbeit machte mir mit beiden Kameras Spaß. Shaping und Bedienung sind sehr ähnlich und kommt mir entgegen. Die E-M1 ist ohnehin mein liebstes Kameramodell und an der Nikon Z5 finde ich wenig auszusetzen. Auf den dritten Ring am Z-Objektiv habe ich die ISO-Empfindlichkeit gelegt, was ich sehr praktisch finde, habe ich doch so direkten Zugriff auf ISO, Blende und Belichtungskorrektur (ich habe in Blendenvorwahl fotografiert), ohne für etwas eine Zusatztaste drücken zu müssen.

Die Bildcharakteristik beider Kameras ist ähnlich. Die Nikon erzeugt eine etwas kontrastreichere Charakteristik, was mir an der Olympus besser gefällt, und die Grüntöne wirken in meinen Augen natürlicher als bei der OM-D.

NIKON Z 5 |  | 24mm | f/11 | 1/30sec | ISO-100
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | f/11 | 1/30sec | ISO-100
E-M1MarkIII |  | 12mm | f/5.6 | 1/100sec | ISO-200
E-M1MarkIII | 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | f/5.6 | 1/100sec | ISO-200

Das lichtstärkere Objektiv an der Olympus führt zusammen mit der kleinbildäquivalent längeren Brennweite führt bei dieser Nahaufnahme zu einer geringeren Schärfentiefe und macht den Hintergrund unschärfer. Schlechter finde ich die Aufnahme der Z5 deshalb nicht. Das 24–50mm ist mit ƒ6.3 am langen Ende der Brennweite zwar nicht besonders lichtstark, aber das Bokeh fällt dennoch weich aus. Wie in einem älteren Artikel einmal beschrieben: Bokeh und Schärfentiefe sind nicht dasselbe!

NIKON Z 5 |  | 50mm | f/6.3 | 1/160sec | ISO-200
E-M1 III |12–40mm ƒ2.8 | 40mm (80mm KB) | f/2.8 | 1/320sec | ISO-200
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 50mm | f/6.3 | 1/160sec | ISO-200
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 50mm | f/6.3 | 1/160sec | ISO-200

Die Paselseen, um die herum diese Aufnahmen entstanden sind, sind ein wunderschöner Platz zum Spazieren und Verweilen. Gute Fotos zu machen ist dort hingegen Schwierig, da die Bäume rund um für ausgesprochene Unruhe sorgen. Die besten Aufnahmen von da habe ich vor längerer Zeit mit einer Drohne gemacht.

Die weiteren Bilder lasse ich einfach für sich selbst sprechen. Mir sagen sie: Es ist nicht so wichtig, womit du fotografierst, sondern vielmehr wie du es fotografierst. Und, dass dir die Fotografie Spaß macht. Vor allem, wenn es dein Hobby ist.

NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 30.5mm | f/11 | 1/30sec | ISO-100
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 30.5mm | f/11 | 1/30sec | ISO-100
E-M1MarkIII | 12–40mm ƒ2.8 | 18mm (36mm KB) | f/2.8 | 1/400sec | ISO-200
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 18mm (36mm KB) | f/2.8 | 1/400sec | ISO-200
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | f/11 | 1/40sec | ISO-200
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | f/11 | 1/40sec | ISO-200
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | f/16 | 1/30sec | ISO-200
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | f/16 | 1/30sec | ISO-200
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 34mm | f/11 | 1/80sec | ISO-100
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 34mm | f/11 | 1/80sec | ISO-100
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 18mm (36mm KB) | f/8 | 1/160sec | ISO-200
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 18mm (36mm KB) | f/8 | 1/160sec | ISO-200
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | f/13 | 1/100sec | ISO-200
E-M1 III | 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | f/13 | 1/100sec | ISO-200
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24.5mm | f/11 | 1/125sec | ISO-125
NIKON Z 5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24.5mm | f/11 | 1/125sec | ISO-125

Links

  1. Meine Tests von Kameras und Ausrüstung sind wie eingangs erwähnt Erfahrungsberichte. Ich suche nicht danach, was an den Produkten gut und was schlecht ist, sondern arbeite damit und berichte, was mir positiv auffällt, und was für mich eher kontraproduktiv ist. Mich interessiert nicht, was theoretisch technisch gerade State of the Art wäre, sondern lediglich ob sich etwas in der Praxis praktisch bewährt. Wenn beispielsweise ein Sucher für mich in der Praxis gut funktioniert, ist mir egal, wie groß oder hoch aufgelöst er ist. Generell lege ich den Fokus eher darauf, was mir an dem Produkt gefällt, als das Haar in der Suppe zu suchen.
  2. Die perfekte Kamera für alles und alle gibt es nicht! Es gibt nur the right tool for the job – die richtige Kamera für die Aufgabe. Schlechte Apparate leistet sich kein Hersteller.
  3. Ein gutes Foto ist primär ein interessantes Motiv, gekonnt gestaltet fotografiert. Perfekte Detailschärfe und Absenz von Rauschen spielt dabei eine vernachlässigbare Nebenrolle. Ich kann mit Rauschen besser leben, als mit langweiligen schlecht gestalteten Bildern.
  4. Alles, was ich schreibe ist subjektiv, und jeder soll seine eigene subjektive Meinung haben.
  5. Foto-Hebenstreit unterstützt mich seit Jahren mit Ausrüstung für meine Tests und Versuche – ohne ihn wären einige hier gepostete Artikel nicht möglich gewesen. Deshalb verlinke ich die besprochenen Produkte auch gerne und provisionsfrei mit dem Hebenstreit-Online-Shop (sofern dort verfügbar). Wer lieber über Amazon bestellt bekommt auch den Link dahin geliefert und ich, falls ihr etwas bestellt, ein paar Cents oder – wenn es etwas Größeres ist – ein paar Euro.

2 Comments

  1. Helmut

    Beste deutschsprachige Photo und Phototechnik Website !!! Danke. ( Sie verwenden sicher einen guten A3 Drucker, ein erfahrungsbericht oder gewisse Empfehlungen wären mal interessant ). LG Helmut.

    22. November 2020
    |Reply
    • Dankeschön!
      Ich habe mich mit Druckern nie wirklich intensiv befasst. Ich nutze einen Epson PhotoStylus und bin sehr zufrieden. Dass es in knapp 20 Jahren erst der zweite ist, spricht auch für sich (oder Epson).

      22. November 2020
      |Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Solve : *
22 + 9 =


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.