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Schlagwort: Kamera

Wahrnehmung und Fotografie, Teil 1

Posted in Fotografie

Dieses Video ist der erste Teil eines Vortrags den ich für einen Fotoclub zum Thema »Wahrnehmung und Fotografie« aufbereitet habe. Die Inhalte stammen Teils aus meinem Buch »die kreative Fotoschule«, Teils aus »Das ABC der Farbe«. Ich bin der Überzeugung, dass man Fotografie besser versteht, wenn man Wahrnehmung versteht. Vor allem versteht man dann, warum sich Szenen oft nicht so aufnehmen lassen, wie wir sie wahrgenommen haben. In diesem ersten Teil geht es darum, wie unsere Augen Motive erfassen, wie das Gehirn daraus Bilder konstruiert, was Kontrast und Kontrastumfang ist, ich erkläre den Unterschied des Kontrastumfangs realer Szenen, von High-End-Kameras, der menschlichen Wahrnehmung, JPEGs und des Vierfarbendrucks, beschreibe was bei der Herstellung von Lichtern und Schatten im RAW-Konverter passiert, warum Bilder mit intensiver Licht- und Schattenkorrektur wie Gemälde wirken und weshalb das doch eher unserer Wahrnehmung entspricht, als ein herkömmliches JPEG das Zeichnung in Unter- und Überbelichtung verschluckt. Der zweite Teil, in dem es um Farben und Farbtiefe geht, folgt in einigen Tagen. Weiterlesen

Welche Kamera soll ich kaufen?

Posted in Theorie & Technik

Die richtige Antwort auf diese Frage ist dieselbe, wie auf die meisten Fragen: Es kommt drauf an!

Freude an maximaler Abbildungsqualität

Ist es dir wichtig unter allen Bedingungen nicht nur praktisch sondern auch theoretisch die ultimative Abbildungsqualität zu erzielen, bist du mit einer Vollformatkamera auf dem richtigen Weg. Besser wäre natürlich gleich eine Mittelformatkamera, allerdings liegen deren Preise samt Objektiven dann in der Liga von Mittelklasse PKWs.

Mit einer guten Vollformatkamera lassen sich auch unter ungünstigen Lichtbedingungen vergleichsweise rauscharme Aufnahmen erzielen. Für Landschafts- und Architekturaufnahmen bietet Vollformat meist deutlich mehr Auflösung, als Systeme mit kleineren Sensoren. Das ist ein Plus das sich durchaus bemerkbar macht, wenn man regelmäßig Prints in A2 und größer anfertigen lässt. Man muss dazu allerdings mit entsprechend exzellenten Objektiven, geschlossner Blende, optimaler Fokussierung (Hyperfokale Distanz) und Stativ arbeiten. Im Studio lässt sich alternativ die kurze Belichtungsphase die durch Blitze entsteht nutzen, um das Potenzial von Auflösungen jenseits der 30 MP auszuschöpfen. Weiterlesen

APS-C oder MFT?

Posted in etc.

Als ich dieser Tage den Gedanken von Tony Northrop und anderen Bloggern und Vloggern folgte, die über eine Ende von MFT schwadronieren, stand ich plötzlich vor der Frage nach der Zukunft von APS-C.

Sofern die einseitige Betrachtung einiger Vollformat-Fans nicht soweit zu einem Mainstream anschwillt, dass Einsteiger das Format meiden und ihm dadurch eine wichtige Basis wegbricht, glaube ich, dass es auch langfristig einen Markt für ein kleines, kompaktes, leistungsfähiges und innovatives Alternativsystem geben wird. Weiterlesen

Vollformat vs. Micro FourThirds in Sachen Bildqualität

Posted in Theorie & Technik

Die Vorstellung der Olympus OM-D E-M1X hat die Diskussionen über die Bildqualität von Micro FourThirds, und ob sie professionellen Ansprüchen gerecht wird, wieder einmal kräftig hochkochen lassen. Als leidenschaftlicher Tierfotograf der auch bei Regen hinaus möchte, finde ich das neue Modell durchaus attraktiv. Das Preisschild von 3000 Euro schreckt mich wenig, hatten doch meine Vollformatkameras stets deutlich über 2000 Euro gekostet, ohne dabei die Möglichkeiten von Olympus’ neuem Flaggschiff zu bieten. Weiterlesen

Micro FourThirds ist tot!

Posted in Theorie & Technik

In einem heute Vormittag veröffentlichten Artikel, schrieb ich, dass mir manche Debatten zu MFT Sorgen bereiten. Das oben eingebettete Video, in dem Tony Northrup den baldigen Tod von Micro FourThirds ankündigt, gehört in diese Kategorie an Beiträgen. Das Problem ist, dass, wenn solche Prophezeiungen greifen – gerade, wenn sie von populären Bloggern oder YouTubern wie Northrup kommen –, die Gefahr besteht, dass sie zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden.

Als Neueinsteiger in eine Fotografie, die über das Knipsen mit Smartphones hinaus geht, oder als Aufsteiger von von der Basiskamera zum komplexen System, plagt einen wohl vor allem die Frage nach der Wahl des richtigen Systems. Niemand möchte in eines investieren, das in zwei oder drei Jahren sein End of Life erreicht. Singen aber viele Stimmen das Lied vom Tod, werden sich wahrscheinlich einige potenzielle Käufer von MFT abschrecken lassen. Weiterlesen

No Future, MFT?

Posted in Theorie & Technik

Mit Olympus’ Vorstellung der OM-D E-M1X wird wieder einmal eifrig der Sinn von MFT diskutiert und wer speziell mit diesem Modell erreicht werden soll, ist es doch für Olympus-Verhältnisse ein Monster das das Ansinnen von MFT ein kompaktes System zu sein konterkariert.

Olympus OM-D E-M1X; © Olympus 2019

Einerseits bereiten mir die Debatten über die Abbildungsqualitäten von MFT immer Bauchschmerzen, da es die Weiterentwicklung und den Fortbestand des Systems gefährden würde, würde die Ansicht, dass damit keine brauchbaren Aufnahmen zu erzielen sind, breiter Konsens. Andererseits finde ich die Debatte auch etwas lächerlich, diskutiert doch dieselbe Community parallel, ob Handys nicht in ein paar Jahren Systemkameras den Rang komplett streitig machen könnten. Weiterlesen

Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

Posted in Theorie & Technik

Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.

OP Tech USA Kamera-Gurtsystem

Posted in Erfahrungsberichte

So gut wie jede Kamera kommt mit einem Schulterriemen oder einer Handschlaufe daher. Die letzte Kamera bei der ich diese Beigabe nutzte war meine erste DSLR, die Nikon D80. Als ich 2008 begann mit der Nikon D700 und somit Vollformat und entsprechend schweren Linsen zu fotografieren suchte ich nach einer komfortableren Alternative die ich im Gurtsystem von OP Tech USA auch bald fand.

OP Tech USA hat sich auf die Herstellung von Gurtsystemen und Accessoires aus Neopren für Fotografen und Jäger spezialisiert. Die Neoprengurte sind nicht besonders schick und deshalb wahrscheinlich nicht erste Wahl für den gemeinen Hipster unter den Motivjägern. Dafür sind sie sehr angenehm zu tragen, widerstandsfähig, pflegeleicht und flexibel. Auch mein erster Gurt von 2008 sieht kaum gebrauchter aus als meine letzten Neuzugänge.

Bei den Schultergurten wirkt das Neopren stark federnd, was ein sehr angenehmes Tragegefühl vermittelt, ohne, dass die Kamera schaukelt oder auf und ab hüpft.

Die Handschlaufen vermitteln ein bisschen den Eindruck als wären sie aus Schaumgummi gefertigt. Mit der edlen Anmutung von Lederhandschlaufen hat das wenig gemein. Dafür ist das Tragegefühl umso besser, denn die Schlaufe ist eigentlich kaum zu spüren. Die Schaumgummi-Anmutung vermittelt nicht unbedingt reissfest zu sein, doch OP Tech gibt selbst für die kleine Kompaktkamera-Handschlaufe Cam Strap QD eine empfohlene Tragelast von 1,1kg an, für den SLR Wrist Strap 4,5kg.

Das Klippsystem erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen Gurt und Handschlaufe was mir wichtig ist. Die Klips selbst scheinen bombenfest, eine versehentliche Lösung habe ich in all den Jahren nie erlebt. Angenehm auch: Die Schulterriebem lassen sich recht klein zusammenrollen oder legen und beanspruchen nicht viel Platz in den Fototaschen.

classicstrapuniloop

Für meine Olympus OM-D E-M1 habe ich den Super Classic Strap Uni-Loop (Abbildung oben; OP-Tech-Produktseite; Amazon-Affiliate-Link) von meiner Vollformatkamera übernommen, bei Bedarf wechsle ich zum SLR Wrist Strap (Abbildung unten; OP-Tech-Produktseite; Amazon-Affiliate-Link).

slrwriststrap

camstrapqd

OP Tech nutzt zwei verschiedene Klippsysteme (Connectors): Das Uni-Loop-System für schwerer Kamerasysteme und das Mini-QD-System für Kompakt- und kleinere spiegellose Systemkameras. An meiner OM-D E-M5 und der Pen E-PL7 verwende ich statt der größeren Verschlüsse die kompaktere Variante. Oben zu sehen die E-PL7 mit dem Cam Strap QD (OP-Tech-Produktseite; Amazon-Affiliate-Link), unten ein Foto der Pen mit dem Mirrorless Strap (OP-Tech-Produktseite; Amazon-Affiliate-Link).

mirrorlessstrap

Der Unterschied zwischen Super Classic Strap zum Mirrorless Strap betrifft nicht nur die Verbindungsklipps, sondern auch das Schulterteil ist etwas anders. Der Super Classic Strap ist auf der Trageseite gummiert was ihn rutschfester macht und ich als etwas angenehmer empfinde. Der Unterschied ist allerdings nicht besonders groß.

PS: Falls euch mein Blog gefällt, euch Artikel und Tutorials helfen und ihr mein Engagement unterstützen wollt, könnt ihr das ohne einen Cent auszugeben. Einfach beim nächsten Amazon-Einkauf über einen Affiliate-Link hier im Blog einsteigen und ich erhalte eine kleine Provision die euch natürlich nichts kostet. Oder ihr habt eines meiner Bücher gelesen und findet es gut und empfehlenswert: Viele Leute informieren sich via Amazon (auch Leute die nicht dort einkaufen) und jede gute Rezension ist eine riesige Hilfe für den Autor (als Kunde kann man auch Produkte rezensieren die man nicht dort gekauft hat). Danke. Weiterlesen

Welche Kamera ist die richtige?

Posted in Fotografie

Besucher die regelmäßig vorbei schauen, wissen, dass die Frage dieser Überschrift ein Thema spiegelt das mich häufig beschäftigt. Die Antwort lautet: Es kommt drauf an!

Die richtige Kamera für jeden gibt es nicht! Und was es wohl auch nicht mehr gibt sind schlechte Kameras. Jedenfalls nicht bei den verbreiteten Systemkameras und nicht bei den gängigen Marken (was sich unter diversen Namen bei manchen Discountern an Kompaktkameras mit fix verbauten Linsen tummelt mag ein anderes Thema sein).

Doch wenn es eh keine schlechten Kameras gibt und alle Modelle iO sind, weshalb schreibe ich immer wieder darüber und rücke z.B. die Vorzüge von MFT in den Mittelpunkt?

Wer hier öfters mitliest kennt auch diese Antwort: Weil ich einen viel zu breiten Mainstream sehe, der nach wie vor der Meinung anhängt, alles andere als Vollformat und Spiegelreflex wäre bestenfalls zweite Wahl.

Richtig ist, dass noch immer die meisten Berufsfotografen mit Vollformat und Spiegelreflex arbeiten. Daran ist nichts verkehrt.

Richtig ist aber auch, dass das vor allem Tradition hat. Die meisten lernten mit DSLR und investierten irgendwann in ein DSLR-System. Als 2008 die ersten spiegellosen Systemkameras auf den Markt kamen waren sie nichts weiter als eine interessante Alternative als Zweitkamera. Die Systeme waren zwar klein und Kompaktkameras überlegen, doch sowohl bei Ausstattung als auch bei Funktion und Qualität zu weit von Spiegelreflex entfernt, um professionellen Ansprüchen gerecht zu werden.

Seither hat sich viel getan und spätestens mit Modellen der X-Serie von Fuji, der NEX7 und NEX6 von Sony, der GH4 von Panasonic und den OM-D-Modellen von Olympus finden spiegellose Modelle auch bei Berufsfotografen professionellen Einsatz. Qualitative Unterschiede durch die verschiedenen Sensorformate und bei den verschiedenen Marken gibt es, das ist keine Frage. Doch ist das Niveau insgesamt so hoch, dass endloses Herumkauen auf Differenzen die oft nur mehr im Labor messbar sind, absurd ist.

Kein Mensch sieht einer Aufnahme an ob sie mit der teuersten Vollformat- oder einer Einsteigersystemkamera gemacht wurde – jedenfalls nicht, solange man bei ISO-Einstellungen keine extremen Grenzwerte überschreitet und keine detailreichen Aufnahmen deutlich über A3 ausdruckt. Was man Aufnahmen da schon eher ansieht, ist das Können der Leute die die Kameras bedienen, also ob der Fotograf sein Handwerk versteht oder nicht. Für viele Amateure wäre eine Investition in die eigenen Skills lohnender als in teurere Systeme – am besten eine Investition von Zeit in Praxis.

Beim Entwicklungsstand aktueller Kamerasysteme wird die Frage nach der besten Abbildungsqualität zum sekundären Thema. Viel wichtiger ist, wie mir ein Apparat liegt und ob ich die Funktionen vorfinde die ich für meine Arbeit brauche. Ein paar Beispiele und Überlegungen:

  • Wenn ich beabsichtige Landschaft und Architektur mit dem erforderlichen Aufwand (Stativ, Spiegelvorauslösung, Fernauslöser) zu fotografieren und in Formaten über A3 zu drucken, dann kann eine Investition in eine Vollformatkamera mit großem Kontrastumfang und Auflösung von 36MP und mehr durchaus sinnvoll sein. Ob mit oder ohne Spiegel ist persönliche Geschmacksache. (Nebenbei bemerkt: Höchste Ansprüche erfüllt man in dieser Disziplin wohl mit Mittelformat, was allerdings eine Frage des Budgets ist.)
  • Wenn ich an Porträts denke die ich in erster Linie im Studio und an mit dem Auto gut erreichbaren Locations aufnehme, oder Assistenten als Sherpas für schweres Equipment habe, dann haben voluminöse Bodys wie sie Vollformat- und bzw. oder Spiegelreflexkameras zu Eigen sind, durchaus ihre Berechtigung. Der Sinn von Auflösungen jenseits der 20MP erschließt sich mir hier hingegen kaum (höchstens man ist von einem gewissen Schärfefetischismus jenseits jeder praktischen Überlegung getrieben, woran ja auch nichts verwerflich ist).
  • Wenn ich an Astrofotografie interessiert bin, hat Nikon mit der D810A eine Kamera im Angebot die sich speziell an diese Zielgruppe richtet.
  • Wenn ich mich von Wind, Regen und Schnee nicht abhalten lasse und bei jedem Wetter auf die fotografische Pirsch gehen möchte, sollte das System gut gegen Feuchtigkeit geschützt sein. Entsprechende Modelle dürfte es bei allen Anbietern geben. Allerdings genügt es nicht eine dichte Kamera zu haben, auch die Objektive müssen gleichermaßen abgedichtet sein.
  • Wenn ich unter Wasser fotografieren möchte, muss ich vor einem Kauf sicherstellen, dass die Kamera entsprechende Features aufweist und beispielsweise Gehäuse für den Tauchgang verfügbar sind.
  • Wer Makrofotografie im Sinn hat, wird ein Klappdisplay zu schätzen wissen.
  • Wer auf Hochzeiten fotografiert, wird eine leise Kamera ebenso schätzen, wie jeder, der an Street Photography interessiert ist – letzteren ist noch an unauffälligen Kameras gelegen.
  • Wer viel unterwegs ist, wird wohl auf Dauer weniger Freude an einem großen und schweren Spiegelreflexsystem, als an einer kompakten Systemkamera haben.
  • Wer gerne Sport fotografiert, braucht eine Kamera die rasch und präzise fokussiert, und dürfte bislang mit einer Spiegelreflex-a besser bedient sein als mit einer spiegellosen Kamera (die neue Sony A6300 soll diesen Unterschied pulverisieren, doch bevor ich das nicht selbst getestet habe, bleibe ich skeptisch). Weiters garantiert eine Kamera, bei der extremes Anheben der ISO-Empfindlichkeit sehr kurze Verschlusszeiten erlaubt ohne Details durch Rauschen zermatschen zu lassen, exzellente Resultate.
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    Fotografie aus Leidenschaft

    Posted in Fotografie

    Steinmaennchen

    Ich fotografiere nicht weil ich muß. Ich fotografiere aus Leidenschaft. Ich lebe weder für noch von der Fotografie. Ich lebe mit Fotografie. Fotografie lebt mit mir. Sie begleitet mich. Eine Kamera ist stets dabei.

    Als Fotografie-Trainer und -autor ist sie Teil meines Berufslebens, aber als solcher kann ich Fotografieren was, wie und womit ich will – eine Freiheit die sonst nur Hobbyfotografen haben. Eine wunderbare Freiheit!

    Ich fotografiere weil mich eine große Leidenschaft für den Akt des Fotografierens beseelt. Ich liebe es Ausschau nach bemerkenswerten Szenen zu halten, mich ganz den Dingen um mich herum zu öffnen und zum Entdecker von Motiven zu werden.

    Ich liebe die Optik, die Haptik und den Klang meiner Kamera. Ich liebe es mit einem Messfeld, manuell oder per Fingertipp den Fokuspunkt zu bestimmen, liebe die Überlegung welche Blende das Motiv am Besten zur Geltung bringt und die Suche nach der optimalen Belichtung. Fotografie bringt mich zum Flow. Die Aufnahme ist angenehmer Nebeneffekt.

    Das mag für zielorientierte Menschen befremdlich klingen. Ich bin nicht besonders zielorientiert. Das heißt nicht, dass ich keine Ziele habe. Aber ich bevorzuge Ziele zu denen ein mich reizender Weg führt. Oder umgekehrt: Ich mag keine Ziele die mich zu Wegen nötigen die mir zuwider sind.  Auch wenn es abgedroschen klingen mag: Der Weg ist mein Ziel. Das Ziel selbst ist lediglich das Finale des Weges. Um es sportlich auszudrücken: Dabei sein ist alles! Ein Ziel ist für mich eher Perspektive als unabänderliches Endresultat.

    Manchmal ist das Ziel sogar der Ort an dem ich mich gerade befinde. Neben meinen Leidenschaften für das Schreiben und das Fotografieren habe ich beispielsweise auch eine Leidenschaft fürs Fahren. Mein Auto hat dabei viel mit meiner Kamera gemein: Der kleine Roadster gehört nicht zu den stärksten, er ist nicht der schnellste, ich kann mit ihm weder ins Gelände noch viele Menschen oder große Dinge transportieren. Aber er vermittelt mir ebenso wie meine Kamera eine unbeschwerte Leichtigkeit.

    Ich mag sein Design, seine Haptik, seinen Sound. Ich könnte nicht mehr Spaß am Fahren haben wenn es ein Ferrari oder Aston Martin wäre. Leute für die vor allem Größe zählt, für die mehr immer mehr ist, größer besser ist und die erst zufrieden sind wenn es nichts mehr gibt was noch besser sein könnte (sprich also: nie), werden auch das nicht verstehen.

    Wenn man manchen Fotografen zuhört könnte man glauben vor der letzten Photokina wäre keine qualitativ akzeptable Fotografie möglich gewesen. Alles was in Sachen Rauschverhalten, Auflösung und Kontrastumfang nicht State of the Art ist, ist des fotografischen Einsatzes unwürdig.

    Deshalb kommt beispielsweise keine Kamera mit einem FourThirds-Sensor in die Tüte. Zu geringe Auflösung, zu schlechtes Rauschverhalten, zu wenig Kontrastumfang! Dabei rauchen alle MFT-Kameras die ich seit 2014 hatte meine erste Profikamera von 2008, die Nikon D700, in Sachen Auflösung und Rauschverhalten in der Pfeif. Außer der Lumix GM1 stecken sie sie auch beim Kontrastumfang in die Tasche.

    Warum soll heute unbrauchbar sein was vor wenigen Jahren des Profis Topqualität war? Die technische Brillanz die mit den neuesten High-Tech-Werkzeugen zu erreichen ist, ersetzt weder Inspiration noch Emotion. Die Qualität einer Fotografie lässt sich nicht in Linienpaaren per Millimeter messen, die Freude am Fotografieren schon gar nicht.

    Natürlich sei es jedem belassen so viel Freude an technischen Spielzeugen und beim Abzählen von Linien per Millimeter zu haben wie er will und es ist nichts verwerfliches daran für Fineart-Prints das letzte Quäntchen Detailreichtum aus seiner Ausrüstung kitzeln zu wollen. Ich finde es aber müßig den eigenen Anspruch an eine theoretisch erzielbare Maximalqualität zum Kreuzzug zu erklären und zu glauben jeden der andere Ansprüche hat zum rechten Weg bekehren zu müssen!

    Fotografie besteht nicht nur aus Megapixel, Dynamikumfang und High-ISO. Fotografie ist ein kreativer Prozess und eine Kunstform und ihre Qualität misst sich ebensowenig am eingesetzten Werkzeug wie sich die Qualität eines Gemäldes am verwendeten Pinsel misst.

    Als Mountain-Biker musste ich immer über jene Gelegenheits-, Mode- und Einsteiger-Biker schmunzeln die sich sanfte Steigungen hoch mühten, denen du ansahst, dass sie die erste Tour noch nicht lange hinter sich aber das gerade angesagteste High-Tech-Bike unter ihrem Hintern haben. Ich war so Mittelklasse unterwegs. Ich hatte ein vernünftiges Bike, allerdings weitab von State of the Art. Hatte ich mich damit einen Berg hinauf gequält und ich begegnete dabei einem hartgesottenen Trend-Verweigerer, auf einem Drahtesel der mehr mit einem alten Waffenrad als mit einem Mountainbike gemein hatte, rang mir das immer besonderen Respekt ab.

    Ich will mich fotografisch nicht unnötig abmühen. Ich liebe die Leichtigkeit der Fotografie die mir meine Kameras geben, was nur in Kombination mit den konkurrenzlos kompakten Objektiven möglich ist. Ihr Volumen schmiegt sich perfekt in meine Hände, die verwendeten Materialien geben ihnen im Verhältnis zur Größe ein sehr sattes Gewicht und dennoch ist es so gering, dass es sich im wahrsten Sinne des Wortes unbeschwert fotografieren lässt.

    Dass ich dieses Thema in meinem Blog immer wieder aufnehme, liegt nicht daran, dass ich mich auf einer Mission gegen Vollformat befinde. Ganz im Gegenteil! Wenn ich in einer Mission unterwegs bin, dann im Namen der Vielfalt. Die verschiedenen Systeme haben wie schon so oft gesagt Vor- und Nachteile. Die breite Auswahl an Konzepten ermöglicht jedem das zu finden was er braucht.

    Wieso manche Fotografen »fremde« Systeme schlechtreden

    Posted in Fotografie

    Ich habe wieder einmal ein Mail erhalten dessen Antwort mir für einen Artikel interessant zu sein scheint:

    »Wieso gibt es eigentlich immer soviel Unmut über die diverse Kameramodelle, obwohl Viele gerne damit fotografieren? Man ist regelrecht überfordert, wenn man die Beiträge zu den MFT-Kameras liest. Gerne würde ich die OM-D E M5 kaufen, aber man rät mir von verschiedenen Seiten davon ab. Das hohe Rauschverhalten gibt hier wohl den Ausschlag.«

    Das Schlechtreden anderer Systeme dient nach meiner Meinung bei den meisten Fotografen in erster Linie dazu sich das eigene System schönzureden – sich selbst zu bestätigen, dass man die besten Wahl getroffen hat. Meist wird dabei auf Basis von Nicht- und Halbwissen argumentiert, Argumente die das eigene System besser aussehen lassen werden in den Vordergrund gerückt, Nachteile des eigenen Systems ausgeblendet und ignoriert.

    Leute die sich wirklich mit der Technik auskennen haben meist einen differenzierteren Blick und werden wohl nur selten von einem System als Ganzes abraten, auch wenn Kritik an Details immer angebracht ist und es sehr wohl Modelle gibt die tatsächlich keine Kaufempfehlung wert sind.

    Jedes System, jede Marke hat Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Das System das in jeder Beziehung das beste ist gibt es nicht. Ich habe den Vergleich schon oft strapaziert: Ein Geländewagen und ein Sportwagen sind für zwei verschiedene Einsatzzwecke gedacht – da ist nicht das eine Konzept besser als das andere!

    Geht es um die Qualität muss jeder selbst entscheiden ob MFT für die eigenen Anforderungen ausreichend ist. Dass ein Kleinbildsensor mehr zu leisten in der Lage ist steht außer Frage, auch in Sachen Rauschverhalten. Allerdings sind die Unterschiede, abgesehen von extremen Anforderungen, eher theoretischer Natur – im Labor messbar, in der Praxis nicht sichtbar.

    Eine Einsteigerkamera wie die Olympus Pen E-PL7 um knapp 350 Euro steckt heute eine Nikon D700, die vor wenigen Jahren Maßstäbe in professioneller Abbildungsqualität setzte, sowohl bei der Auflösung als auch beim Rauschen ganz locker in die Tasche. Wieso soll plötzlich inakzeptabel sein was vor wenigen Jahren das professionelle Maß der Dinge war?

    Natürlich leistet eine Kleinbildkamera bei Auflösung und Rauschen mehr als eine MFT-Kamera. Doch wenn maximal erreichbare Abbildungsqualität und Auflösung tatsächlich das alleinige Kriterium für den Kauf einer Kamera ist, dann muss ich in letzter Konsequenz wohl zu einer Phase One Mittelformat oder einer Leica S greifen.

    Alle Systeme haben Vor- und Nachteile. Es gilt Prioritäten zu setzen und zu definieren welche Eigenschaften für einen selbst wichtig sind. Wenn es ausschließlich Auflösung und Rauschfreiheit ist – sei’s drum. Es spricht nichts dagegen Spaß am Pixelzählen zu haben. Für mich lautet die Frage aber nicht wie viel Qualität kann ich erreichen, sondern wie viel brauche ich! Und wenn ich da alle Pros und Contras untereinander schreibe und einen Strich unter die Gleichung mache, dann ergibt sich für mich MFT als das ideale System. Es wäre aber kompletter Unsinn meine Gleichung auf irgendeinen anderen Fotografen übertragen zu wollen. Also einfach Ohren zuklappen wenn Leute versuchen genau das zu tun.

    Zu den Details der Vor- und Nachteile von MFT habe ich schon einige Artikel geschrieben – eine Suchabfrage findet alles was es auf meiner Seite rund um MFT zu lesen gibt.

    Olympus OM-D E-M10 – die ideale Einsteigerkamera

    Posted in Fotografie

    Mein erstes spontan und planlos aufgenommenes Video-Kamera-Review ist etwas holprig geworden und ich musste es arg zusammenschneiden. Ich bin mir noch nicht sicher ob solche Video-Reviews eine Zukunft für mich haben. Zwar hat es Vorteile in Form eines Videos vorführen zu können wie ein Produkt aussieht und funktioniert, bleibt aber die Frage was euch, liebe Besucher, Leser und Zuschauer lieber ist. Sachdienliche Rückmeldungen ob Video gut oder geschriebener Bericht besser ist sind deshalb sehr willkommen.

    Zur Kamera in aller Kürze: Die E-M10 MkII ist eine selbst für einen Oly-Fan wie mich überraschend coole Kamera. Auch wenn es schon einige Monate her ist, dass ich die MkI in Händen hatte, glaube ich doch mich rückblickend zu erinnern, dass deren Haptik zwar auch OK aber nicht so überzeugend wie bei der MkII war. Tatsächlich empfinde ich die E-M10 MkII in Händen in Sachen Solidität und Materialeindruck absolut auf Augenhöhe mit einer E-M5 oder E-M1, auch wenn es einen funktionalen und praktischen Unterschied gibt: Die E-M10 ist nicht gegen Feuchtigkeit und Staub abgedichtet (im Video spreche ich zweimal von »abgedeckt«, was natürlich nicht ganz richtig benannt ist).

    Die Kamera ist kaum größer als eine Pen E-PL7 und somit absolut alltagsbegleitungstauglich. Würde ich mir heute noch einmal eine Begleiterin für immer-dabei kaufen käme ich schwer ins Grübeln ob es die E-M10 oder E-PL7 sein soll.

    Die Einstellräder wirken wie kleine Türmchen auf der Kamera was ein bisschen witzig aussieht, funktional aber absolut seine Berechtigung hat, denn so sind sie gut zu ertasten und da der Aufbau für den Sucher noch etwas höher ist, tragen die Türmchen an sich nicht zusätzlich auf. Die Räder haben eine gute Haptik – kein Vergleich zu dem was Panasonic oft an billigen Plastik dafür verbaut – und laufen extrem smooth. Einerseits rasten sie absolut deutlich ein andererseits vermitteln sie den Eindruck nicht den geringsten Widerstand zu bieten – auch das im Gegensatz zum Rad einer Lumix GM5. Dabei hat sich meine erste Befürchtung, die Räder ließen sich zu leicht versehentlich verstellen in der Praxis überhaupt nicht bestätigt. Von daher muss ich wohl auch in meiner Einschätzung der OM-D E-M5 MkII zurückrudern, denn auch dort hegte ich den Verdacht die Räder seien zu leichtgängig.

    Ansonsten gilt in meinen Augen für die E-M10 MkII dasselbe wie für die MkI: Sie ist die ideale Einsteigerkamera für alle die mehr als ein Telefon oder eine Kompakte zum Fotografieren wünschen.