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Schlagwort: Panasonic

Eine Lanze für den Fachhandel

Posted in Erfahrungsberichte

Olympus E-M1MarkII | M.ZUIKO12–100mm ƒ4 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1,3s | ISO64 | Variabler ND-Filter | Capture One Pro

Ich habe kein Problem ein Stativ mitzuschleppen, wenn ich weiß, dass ich es brauche. Doch wenn ich auf eine Fototour aufbreche, weiß ich nie, ob mir ein Motiv begegnet, für das sein Einsatz erforderlich ist. Schon öfter habe ich es mitgeschleppt, ohne es ein einziges Mal eingesetzt zu haben. Die Bildstabilisierung meiner MFT-Ausrüstung ist da ein Segen, ermöglicht sie mir doch im Weitwinkelbereich Verschlusszeiten von ein paar Sekunden aus freier Hand zu halten. Für die Aufnahme oben setzte ich einen variablen NF-Filter ein. Ich habe auch längere Belichtungen gemacht – über 3s – die tadellos scharf geworden sind, aber diese hier gefiel mir am besten. Weiterlesen

Das kurze Leben der Dinge

Posted in Erfahrungsberichte

Einige Jahre gab es im Ort in dem ich wohne eine kleine Schneiderei. Beschädigte Kleidung die wir selbst nicht hätte flicken können und hätten entsorgen müssen, konnte der Schneider tadellos richten und gekostet hat das nie viel. Schade, dass er in Ruhestand gegangen ist.

Ein paar Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt gibt es einen Kaffeemaschinen-Service, der Kaffeemaschinen repariert. Diesem verdankt unsere aktuelle Kaffeemaschine nun schon ein jahrelanges Leben. Ein Problem hier in Schwarzach ist das harte Wasser, das jede Maschine schnell verkalken lässt. Meine Erfahrung mit dem Service des Diskounters: Ware wird eingeschickt, der Hersteller meint, dass das Produkt nicht mehr reparierbar ist, oder macht einen Kostenvoranschlag, für den sich auch ein neues Gerät ausgeht, und diese Nachricht kostet dann auch noch etwas zwischen 40 und 80 Euro. Weiterlesen

Panasonics gegen Staub abgedichtete Objektive sind nicht gegen Staub abgedichtet

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Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, dass ich darüber berichtete, wie ich nach einem Aufenthalt an der Nordsee mit Sand im Tubus meines Panasonic Leica 100–400mm Objektivs nachhause kam. Bemerkbar machte sich das durch ein unschönes Kratzen beim Drehen an Zoom- und Fokusring. Natürlich ist mir klar, dass ein Aufenthalt an einem windigen Sandstrand eine Herausforderung für ein Objektiv darstellt, ebenso wie das Fotografieren im Regen. Aber genau aus diesem Grund investiere ich auch einmal das Doppelte in Equipment das verspricht solchen Bedingungen zu widerstehen. Zumindest meine Olympus-Objektive, die derselben Situation ausgesetzt waren, haben das auch anstandslos getan. Weiterlesen

Lumix 20mm ƒ1.7 – starkes Pancake

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Meinen ersten realen Kontakt mit einer MFT-Linse hatte ich mit dem Panasonic Lumix G 20mm ƒ1.7 (Panasonic | Amazon). Ich fotografierte damals noch mit Vollformat. Freunde hatten mich gebeten einen Foto-Workshop mit ihnen zu machen und eine Fotografin hatte eine Pen mit diesem Objektiv dabei. Ich wusste natürlich, dass der kleine Sensor der MFT-Kamera für vergleichsweise große Schärfentiefe sorgt, und war von der Qualität des Bokehs ihrer Aufnahmen umso mehr überrascht, selbst bei einer Ablichtung einiger Kinder von Kopf bis Fuß.

2011 habe ich dann mit der Lumix G3 eine erste MFT-Kamera gekauft, als kompakten dritten Apparat neben einer Nikon D700 und Nikon D80, und mit ihm die erste Generation des Lumix 20mm G 20mm ƒ1.7.

Seither habe ich meine MFT-Ausrüstung auf über ein Dutzend Objektive aufgerüstet und das 20mm ƒ1.7 kommt nicht mehr so häufig zum Einsatz. Hergeben würde ich es trotzdem auf keinen Fall, denn die Detailschärfe des Objektivs ist exzellente (siehe auch dxomark.com-Lens-Database – die DXO-Bewertung fällt für das 20er an einer E-M1 ii nur geringfügig niedriger aus als für Nikons DX-35mm-1.8 an einer D500).

Das Bokeh ist schön weich und die Lichtstärke gut. Darüber hinaus stammt es aus einer Zeit als sich Olympus und Panasonic noch mühten das kompakte MFT-System mit flachen Pancake-Objektiven besonders kompakt auszustatten. Der Preis von etwa 300 Euro scheint mir deshalb durchaus angemessen.

Zugegeben ist 40mm eine für Fotografen etwas seltsame Brennweite. Traditionell erwarten wir von Festbrennweiten, dass sie 24mm, 28mm, 35mm und 50mm KB haben. Olympus kommt dem mit 12mm (≈24mm KB), 17mm (≈35mm KB) und 25mm (≈50mm KB) entgegen. Panasonic geht da mit einem 15mm und dem 20mm etwas eigene Wege.

Auch bei der Lichtstärke wirken 1.7 heute etwas eigenartig, sind wir doch gewohnt, dass die Schritte 1.4, 1.8, 2.0 verlaufen.

Die 40mm KB sind der klassischen Reportage-Brennweite von 35mm noch relativ nahe – man befindet sich irgendwo zwischen diesem moderaten Weitwinkel und der flexiblen Normalbrennweite von 50mm KB. Wer damit nicht fotografieren kann, kann nicht fotografieren. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es kaum eine andere Möglichkeit als mit Festbrennweite zu arbeiten und 35mm gehörte zu den Standards.

2011 fuhr ich zwei Wochen mit dem Roadster durch Österreich und hatte nichts anderes als die Lumix G3 und das 20mm ƒ1.7 dabei (ich berichtete hier).

Aufgerüstet habe ich das Objektiv mit einer aufschraubbaren Aluminium-Streulichtblende von JCC (Amazon), die ihm bei einem Sturz wahrscheinlich einmal das Leben gerettet hat. Heute schütze ich die Frontlinse zusätzlich durch einen Hoya Pro1 UV-Filter (Amazon). Als Polfilter nutze ich einen Hoya Pro1 PL-C (Amazon), für  Lanzeitbelichtungen einen Haida Pro II Variabler Graufilter (Amazon – zur Zeit als ich den Artikel schreibe leider nirgends verfügbar).

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Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

Posted in Theorie & Technik

Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.

Alles wird schneller: Olympus OM-D E-M1 Mark II

Posted in Fotografie

Olympus hat 2013 mit der OM-D E-M1 die perfekte Kamera für mich vorgestellt. Zwei Jahre später wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob ich sie durch eine Mark II ersetzen würde – lange bevor eine solche offiziell angekündigt wurde. Bis die Mark II tatsächlich vorgestellt wurde war das kein relevantes Thema für mich.

Die E-M1 verschafft mir beim Fotografieren die Leichtigkeit die MFT generell zu Grunde liegt. Sie ist aber groß und griffig genug um sie auch bei ausgedehnten Foto-Sessions effizient einsetzen zu können. Mit der E-M5 – der ersten Olympus die mir MFT und spiegelloses Fotografieren schmackhaft machte – wäre das kein Thema gewesen. Die E-M5 punktet unterwegs mit Kompaktheit, wäre für mich aber keine Alternative zu meiner damaligen D600 gewesen. Erst die E-M1 von 2013 veranlasste mich auf den Gedanken, von Nikon auf Micro FourThirds umzusteigen, was ich nach einigen Wochen mit ihr auch in die Tag umsetzte.

Für einen Fotografen wie mich, der etwa 95% auf Achse fotografiert, kann es in meinen Augen kein besseres System als MFT geben. Mehr als alles andere bestätigte mir das eine 15-tägige Rundfahrt um Island: In meiner Vanguard The Heralder begleiteten mich damals, ein Weitwinkel-, ein Standard- und ein Telezoom (M.Zuiko 9–18mm und M.Zuiko 12–40mm, Lumix 100–300mm) und drei Kameras (E-M5, E-M1 und Lumix GM1). Trotz dreier Apparate samt Linsen, hatte ich wohl weniger Ballast zu tragen, als eine Vielzahl anderer Touristen mit Vollformat und zwei oder drei Wechselobjektiven. Ein bis zwei Stunden Fußmarsch mit der Fototasche um die Schultern waren kein Problem.

Jeden Brennweitenbereich an einer eigenen Kamera zu haben, hat doppelten Vorteil: Man muss nicht ständig Objektive wechseln, läuft also nicht Gefahr, dass Staub und Schmutz in die Kamera gelangen, und man ist in Sekunden schussbereit.

Klar bringt MFT gegenüber APS-C und Kleinbild auch Nachteile mit sich, die man nicht ernsthaft von der Hand weisen kann:

  • Da wäre einmal die enger gesetzten Grenzen in der Auflösung. Allerdings fand ich mit den 16 Megapixel von E-M5 und E-M1 immer mein Auslangen. Damit erreiche ich bei 300ppi knapp A3, bei 250ppi sogar deutlich darüber (genau genommen gibt es kaum Situationen in denen 300ppi gegenüber 250ppi eine sichtbare Qualitätssteigerung bringt). Mit den 20MP der Pen F und der E-M1 Mark II ist sogar dieses Limit gesprengt und wer unbewegte Motive fotografiert kommt mit Stativ sogar auf 50MP bzw. 80MP.
  • Während mehr als 16 Megapixel kaum ein Thema ist, das mich berührt, stellt für mich die bessere ISO-Performance schon eher einen bemerkenswerten Nachteil von MFT gegenüber Vollformat dar. Allerdings hat die ISO-Performance heute generell ein so gutes Niveau erreicht, dass ich deswegen nicht das doppelte oder dreifache Gewicht durch die Gegend schleppen möchte.
  • Noch ein Thema bei dem ich mir mehr wünschen würde, wäre Dynamikumfang. Von den etwa 15 Lichtwerten die Nikons Spitzenmodelle erreichen, kann ich mit MFT nur träumen. Olympus’ und Panasonics Modelle schaffen heute knapp 13LW. Allerdings ist das noch immer ein Wert der manche Canon-Profikameras in den Schatten stellt – Kameras mit denen Fotografen die viel besser sind als ich Aufnahmen machen, die mich wegblasen. Also, was soll’s!
  • Noch ein Nachteil: Die geringe Schärfentiefe exzellenter Festbrennweite bleibt mit MFT unerreichbar. Selbst mit manuellen ƒ0.95 Objektiven wird man von einem preiswerten (und automatischen) Vollformatlinsen mit Lichtstärke 1.8 ausgestochen. MFT zeichnet bei adäquater Brennweite einfach um 2 Lichtwerte mehr Schärfentiefe auf als Vollformat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass MFT-Objektive bereits bei Offenblende schärfer zeichnen als andere Linsen mit denen ich schon arbeitete, und das Bokeh scheint mir tendenziell etwas weicher zu sein, was den Nachteil der geringeren Schärfentiefe zwar nicht aufwiegen kann, aber zumindest auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.
  • Spiegellose Systeme litten bislang generell an im Vergleich zu DSLRs langsameren AF-Systemen. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern schlicht damit, dass DSLRs für das Scharfstellen einen eigenen Sensor nutzen, der den sogenannten Phasenvergleich erlaubt und eben der Kontrasterkennung spiegelloser Kameras überlegen ist.
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    Der Kern von MFT ist Kompaktheit

    Posted in Fotografie

    Micro FourThirds hat auch zur diesjährigen photokina ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Sowohl Panasonic als auch Olympus haben neue MFT-Kameramodelle und -Objektive angekündigt. Und wieder fragen Kommentatoren, weshalb Olympus nicht endlich ein Voll- oder Mittelformatsystem lanciert?

    Wer solche Fragen stellt, hat den Kern von MFT nicht verstanden. Beim System von Olympus und Panasonic dreht sich alles um Kompaktheit! Kein anderes kann vergleichbare Transportabilität bei gleichzeitiger Erfüllung professioneller Ansprüche bieten. Zwar sind die Gehäuse von Sonys APS-C-Kameras auch kaum größer, doch spätestens wenn es darum geht auch Objektive einzubeziehen ist MFT klar im Vorteil.

    Natürlich bieten größere Sensoren mehr Reserven in Sachen Schärfentiefe (Bokeh), High-ISO und Auflösung. Aber wie viel ISO und Auflösung brauchen wir denn überhaupt?

    Folgt man der Kritik mancher Experten müsste man glauben, dass Fotos auf professionellem Niveau vor wenigen Jahren noch unmöglich waren. Vor einer Dekade waren mehr als 12 Megapixel selbst in der Profiklasse eher Ausnahme als Regel, und bereits geringes Anheben der Empfindlichkeit führte zu Rauschen wie die Sau. Die Profimodelle von damals steckt heute jede Einsteigerkamera in die Tasche.

    Gespiegelt sehe ich die enorme technologische Entwicklung der letzten Jahre in der Qualität dessen was uns täglich auf Postern, Plakaten, in Anzeigen, Inseraten und im Internet begegnet nicht. Die Ästhetik mag sich geändert haben, doch qualitativ lässt sich kein relevanter Unterschied ausmachen. Professionelle Aufnahmen waren vor zehn Jahren so bestechend wie heute. Man muss Aufnahmen schon am Monitor in der 100-%-Ansicht unter die Lupe nehmen, um markante Unterschiede zu identifizieren.

    Es ist keine Frage: Voll- und Mittelformat schlagen MFT qualitativ um Längen. Allerdings erst in den Bereichen wo MFT an seine Grenzen stößt. Doch um jenseits dieser Grenzen aus einer Kamera herauszuholen was in ihr steckt, genügt es nicht sie draufzuhalten und abzudrücken! Um den Mehrwert leistungsfähigerer Sensoren zu nutzen muss man neben der fotografischen Kompetenz auch den Willen aufbringen aufwändiger zu arbeiten.

    Die Kernkompetenz von MFT findet sich nicht in der hochpräzisen Arbeit, sondern in spontaner Leichtigkeit. Das System kann einen unbeschwert auf allen Wegen begleiten, ist stets zur Hand und ist auch nach Stunden nicht ermüdend – weder beim Transport noch bei der Fotosession. In gewisser Weise ist MFT das System zum draufhalten und abdrücken.

    Weshalb sollten Panasonic und Olympus auf Voll- oder Mittelformatsysteme umstellen? Letzteres kann sich ohnehin kaum jemand leisten. Und Vollformat? Gibt es  nicht genug davon!? Nikon hat es, Canon hat es, Pentax ebenso, und Sony und Leica bieten es spiegellos.

    Noch größer ist die Auswahl bei APS-C. Neben Canon, Nikon, Sony und Pentax findet man hier auch von Fuji erfolgreiche und eigenständige Modelle.

    Selbst im Mittelformat ist die Auswahl groß: Zu Phase One, Hasselblad, Pentax und Leica gesellt sich nun auch Fuji. Finden sich in diesem Nischenmarkt nicht schon genug Systeme?

    Panasonic und Olympus teilen sich gemeinsam ein einzigartiges System, das sich von Voll- und Mittelformat völlig unterscheidet und auch noch zu APS-C einen sinnvollen Kontrast bildet. Dabei sind die beiden Marken unterschiedlich genug echte Alternativen zueinander zu bilden und den unterschiedlichen Typen von Fotografen für die das kompakte System in Frage kommt gerecht zu werden.

    Ein Umstieg der beiden auf Systeme mit größeren Sensoren wäre ein Verlust für den Fotomarkt, denn eine besonders kompaktes System ginge dadurch verloren. Ein zweites System parallel zu MFT zu entwickeln und zu pflegen würde wohl die Ressourcen spalten und weder einem neuen System noch MFT nutzen.

    MFT ist gut wie es ist und wie es sich entwickelt und wir alle sollten froh sein es zu haben.

    Ich schätze die Innovationen von Sony und Fuji sowie die Kameras von Nikon aus eigener Erfahrung. Ich respektiere und bewundere Leute die mit Mittelformat fotografische Kunstwerke gestalten. Dasselbe gilt für die Künstler die mit Leica die Straßen heimsuchen und uns berührende Impressionen aus dem Leben der Menschen einfangen. Trotzdem bin ich ein anderer Fotograf und arbeite am liebsten mit MFT, weil mir das System Leichtigkeit, Spontanität und Freude vermittelt.

    Natürlich beginnt MFT an seine technischen Grenzen zu stoßen. Zwar gibt es noch Potenzial bei Rauschverhalten und Dynamikumfang. Doch in Sachen Auflösung sehe ich nicht mehr viel Raum nach oben. Jenseits der 20 Megapixel wird die Beugungsunschärfe sehr wahrscheinlich ein unüberwindliches Hindernis darstellen, sofern die Programmierer keine Wunderwaffe dagegen erfinden. Olympus regelt nicht umsonst bei seinen Kamera im hochauflösenden Modus bei Blende ƒ8 ab. Bei 40 Megapixel nimmt der kleine Sensor über ƒ8 nur mehr Matsch auf.

    Ein Drama ist die Grenze der Auflösungsfähigkeit allerdings nicht.

    Mit 20 Megapixel erreicht der Fotograf ganz locker A3 bei 300ppi Auflösung. Höhere Druckauflösungen als 300ppi sind zwar möglich, bringen aber nicht mehr viel, da auch unsere Augen Grenzen im Auflösungsvermögen haben. Schärfere Details in der Wiedergabe würden also quasi in der Unschärfe unserer Augen untergehen.

    Natürlich muss man mit 20MP Abstriche bei der Auflösung bei Wiedergaben über A3 machen. Doch noch bei A1 (immerhin 594×841mm) ergibt sich damit eine Auflösung von 150ppi. Wer jetzt glaubt, dass die Hälfte der empfohlenen Auflösung eine absolute Katastrophe sein muss, sollte sich einmal einen Druck eines 150-ppi-Bildes genau ansehen. Sehr genau! Denn man muss schon sehr nahe hingehen und sehr genau hinsehen, den Qualitätsmangel der geringen Auflösung zu erkennen. Aus der Distanz aus der ein A1-Poster normalerweise betrachtet wird ist die Frage ob 300ppi oder 150ppi völlig irrelevant.

    Um noch einmal früher zu zitieren: Kann sich jemand erinnern vor zehn Jahren unscharfe Großflächenplakate gesehen zu haben? Damals hatten selbst professionelle Digitalkameras wie gesagt oft nur 12MP. Für ein 16-Bogen-Plakat musste diese Auflösung auf 336×238cm aufgeblasen werden. Bei 12MP ergibt sich dann eine Auflösung von 30ppi. Ist jemals jemandem aufgefallen, dass diese Plakate damals nur mit 30ppi gedruckt wurden?

    Genau genommen werden sie auch heute noch mit 30ppi gedruckt, denn die Druckraster dieser Plakate sind so grob, dass mehr als 30ppi gar nichts bringen würde. Trotzdem sehen wir keinen Qualitätsmangel, da wir die Plakate aus so großer Distanz betrachten, dass unsere Augen die grobe Auflösung nicht erfassen.

    Natürlich ist eine MFT-Kamera kein Arbeitsgerät für einen Werbefotografen der Motive für Plakatwände von drei und mehr Metern Breite aufnimmt. Natürlich gibt es Motive die von der präziseren Detailschärfe von Voll- und Mittelformatkameras auch bei Postern unter Plakatwandformat profitieren. Doch diese Präzision erreicht man nicht mehr indem an aus freier Hand fotografiert.

    Hochauflösende Aufnahmen wirken beim Fotografieren aus freier Hand wie eine Lupe für das Zittern unserer Hände. Wer glaubt Bildstabilisierung könne das kompensieren irrt! Bildstabilisierung ermöglicht aus freier Hand bei deutlich längeren Verschlusszeiten relativ scharfe Aufnahmen. Sie ist aber gleichzeitig keine gute Zutat für absolut scharfe Aufnahmen.

    Wer maximale Detailschärfe aus einem Bildsensor heraus kitzeln möchte, stellt seine Kamera am besten auf ein massives Stativ und die Bildstabilisierung ab. Nutzt man dann auch noch Spiegelvor- und Fernauslösung steht bestechend scharfen Aufnahmen nichts mehr im Wege.

    Doch genau das ist nicht die Arbeitsweise für eine Kamera die auf Kompaktheit und Leichtigkeit getrimmt ist. Wer ein schweres Stativ mit zur Location schleppt hat nur mehr wenig Grund bei der Kamera und den Objektiven Gramm zu zählen.

    Die Lupenwirkung der Auflösung für Verwackelung der Kamera ist übrigens auch der Grund weshalb die Sache mit dem Crop aus dem Bild schneiden wenn die Brennweite wieder einmal nicht reicht nicht so recht funktioniert, denn einen scharfen Crop gibt es nur bei einer scharfen Aufnahme. Leider werden umso mehr Aufnahmen nicht so 100% scharf ausfallen je höher die Auflösung ist.

    Es gibt Mittelformatkamerasysteme mit denen sich bei fachgerechter Anwendung und dem notwendigen Aufwand Kunstwerke gestalten lassen die mit anderen Kameras unerreichbar sind. Vollformatkameras bieten Spitzenleistungen ohne, dass für sie der Preis eines Mittelklassewagens zu bezahlen ist – sie sind gut und dennoch nicht übergroß. Und es gibt kompakte Systeme wie MFT, die dadurch glänzen, dass sie auch ohne krummen Rücken professionelle Qualität bieten, auch wenn ihre Grenzen etwas enger gesteckt sind.

    Freuen wir uns über die Auswahl, und dass jeder Fotograf findet, was am besten zu ihm passt, und hören wir auf Dinge zu kritisieren die außerhalb unseres individuellen Horizonts liegen. Dinge sind nicht deshalb schlecht, nur weil sie nicht das Richtige für uns sind!

    MFT ist quicklebendig!

    Posted in Fotografie

    So lange es MFT gibt wird die Plattform in regelmäßigen Abständen totgesagt. Dass das System tatsächlich quicklebendig ist hat der gestrige Tag im Vorprogramm der photokina einmal mehr bewiesen.

    Panasonic hat mit der GH5 die Nachfolgerin seines Top-Modells und mit der G81 eine spritzwasserfeste Semipro-Kamera angekündigt. Olympus ergänzt die Pen-Serie um die kompakte E-PL8 (Amazon-Affiliate-Link) und stellt das neue Flaggschiff OM-D E-M1 Mk2 vor.

    Das Duo Panasonic und Olympus ergänzt sich perfekt. Während Panasonic in der Regel etwas voluminösere aber leichtere MFT-Kameras mit stark funktionaler Ausrichtung baut und in Sachen Video die meisten anderen Kamerahersteller in den Sack steckt, platziert sich Olympus mit meist kompakteren Modellen die verhältnismässig schwerer sind und dadurch massiver wirken als Fotografen-zentrierte Marke mit stylisheren Modellen. Weiterlesen

    Sony a7RII vs. Olympus Pen-F

    Posted in Fotografie

    So sehr ich mein MFT-System liebe, bin ich natürlich trotzdem neugierig wie sich meine Ausrüstung im Vergleich zu den Mitbewerbern schlägt. Deshalb habe ich beispielsweise letztes Jahr meine OM-D E-M1 gegen eine Nikon D810 antreten lassen und ein paar absurde Tests ausgeführt. Für meinen heutigen Test habe ich mir eine Sony a7RII besorgt und gegen meine Pen-F in Stellung gebracht.

    Anders als die E-M1 löst die Pen-F mit 20MP auf und erlaubt durch Sensor-Shifting Auflösungen von 50MP bzw. 80MP. Zwar ist Sensor-Shifting bislang nur mit Stativ und bewegungslosen Motiven einsetzbar aber die Qualität von Linsen kann man damit dennoch recht gut prüfen, weshalb ich vor Kurzem alle meine Linsen einer Test unterzog.

    An der a7RII kam das FE 50mm ƒ1.8 zum Einsatz, bei der Pen-F das 12–40mm ƒ2.8. Damit habe ich mit Stativ und Selbstauslöser meinen üblichen Text-Chart mit verschiedenen Blendeneinstellungen abfotografiert.

    chart

    Die obere der drei Aufnahmen zeigt jeweils das Ergebnis der Sony (JPEG-Aufnahme), in der Mitte Pen-F bei 50MP (JPEG-Aufnahme) und unten Pen-F bei 80MP (RAW-Aufnahme).

    Sony-a7rII_1-8
    Blende ƒ1.8: Da es bei Olympus’ 12–40mm erst bei ƒ2.8 losgeht keine Vergleichsbilder der Pen-F. Der Vollständigkeit halber möchte ich das Resultat der Sony trotzdem zeigen. Überrascht hat mich, dass das doch ziemlich preiswerte Sony 50er bereits bei Offenblende kaum etwas zu wünschen übrig lässt.
    Sony-a7rII_2-8
    Olympus-PenF_50MP_2-8
    Olympus-PenF_80MP_2-8
    Blende ƒ2.8: Die Pen-F holt mit dem 12–40mm ƒ2.8 sichtbar mehr aus der Aufnahme heraus. Ob der Unterschied in der Praxis relevant wäre scheint mir aber fraglich. Sehr wahrscheinlich hätte eines von Sonys Top-Objektiven mehr als das preiswerte 50mm ƒ1.8 aus der Aufnahme herausgeholt, aber ich musste hier mit dem arbeiten was ich zur Verfügung gestellt bekommen habe.
    Sony-a7rII_4-0
    Olympus-PenF_50MP_4-0
    Olympus-PenF_80MP_4-0
    Blende ƒ4.0: Kaum ein Unterschied zu den Aufnahmen mit ƒ2.8. Beide Objektive scheinen bereits bei offener Blende eine sehr gute Schärfe zu erreichen. Der Unterschied der Helligkeit und des Weißabgleichs rührt daher, dass ich mit Tageslicht aufgenommen habe und ziehende Wolken für wechselnde Lichtverhältnisse sorgten.
    Sony-a7rII_5-6
    Olympus-PenF_50MP_5-6
    Olympus-PenF_80MP_5-6
    Blende ƒ5.6: Das Sony scheint noch immer genauso scharf wie bei ƒ4, was auch kaum anders zu erwarten ist. Bei den Olympus-Aufnahmen hingegen scheint sich bei ƒ5.6 bei diesen großen Auflösungen bereits die Beugungsunschärfe etwas bemerkbar zu machen. Es zeigt, dass die Möglichkeiten MFT-Sesnoren mit Auflösung aufzupumpen begrenzt sind.
    Sony-a7rII_8-0
    Olympus-PenF_50MP_8-0
    Olympus-PenF_80MP_8-0
    Blende ƒ8.0: Bei Sony ist die Detailschärfe noch ziemlich auf Augenhöhe mit den Aufnahmen bei größerer Blenderöffnung. Bei der Pen hingegen zeigt sich, dass die Linien jenseits der 8er Markierung kaum mehr, jenseits der 9er gar nicht mehr zu unterscheiden sind. Der Grund dafür dürfte die Beugungsunschärfe sein. Das erklärt auch weshalb Olympus die Blendeneinstellung bei hochauflösenden Aufnahmen bei ƒ8 abriegelt.
    Sony-a7rII_11
    Sony-a7rII_16
    Sony-a7rII_22
    Der Vollständigkeit halber noch die Ergebnisse der Sony bei ƒ11, ƒ16 und ƒ22. Bei ƒ11 (oben) kündigt sich an, was bei der Pen bereits bei ƒ5.6 zu sehen ist: Beugungsunschärfe trübt das Schärferesultat bereits ein bisschen. Bei einer so hohen Auflösung wie 42MP erreicht man halt auch mit Kleinbild die Grenzen früher als man das mit 16MP oder 24MP erwarten darf. Mittelformatkameras dürften hier noch keine Schwächen zeigen – aber das heißt jetzt Fahrräder mit Rennmaschinen zu vergleichen. Bei ƒ16 taucht das Resultat unter die Pen bei ƒ8, was mich überrascht, was allerdings auch daran liegen könnte, dass ich mein bestes Olympus-Zoom gegen einer preiswerte Sony Festbrennweite antreten ließ. Die untere Abbildung verdeutlicht, dass die Ergebnisse mit ƒ22 bei Vollformat auch nicht besser sind als bei einem vergleichbaren Wert von ƒ11 bei MFT.

    Super Tele: Panasonic/Leica Vario-Elmar 100–400mm

    Posted in Fotografie

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    Panasonic Lumix G Leica DG Vario-Elmar 100–400 mm / F4-6.3 ASPH. / Power O.I.S. (Abbildung: Panasonic)

    Ich habe mich bislang nicht unbedingt als großer Freund besonders langer Brennweiten geoutet, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich eher selten da nach Motiven jage wo Brennweite Trumpf sind. Trotzdem gibt es auch für einen Weitwinkel-Fan gelegentlich Situationen in denen ein normales Tele nicht ausreicht. Außerdem hat man als ambitionierter Fotograf irgendwie das Gefühl nicht ganz komplett zu sein wenn sich im Objektivpark nicht auch ein Supertele befindet.

    Für MFT-Fotografen sind Brennweitengiganten glücklicherweise etwas preiswerter zu haben wie bei Systemen mit größeren Bildsensoren, schließlich führt der kleine Sensor auch zu etwas, das oft als »Brennweitenverlängerung« bezeichnet wird. Olympus’ 75–300mm ist bereits für knapp unter, Panasonics 100–300mm für knapp über 500 Euro zu haben – am langen Ende des Zooms weisen beide beachtliche 600mm kleinbildäquivalente Brennweite auf.

    Ich hatte mich für Panasonics Superzoom entschieden und war von der Abbildungsqualität von Beginn an beeindruckt. Aus Neugier habe ich letzten Herbst auch Olympus’ Supertelezoom getestet, es mit Panasonics 100–300mm verglichen und einen Bericht dazu verfasst. Fazit: Die beiden schenken sich wenig.

    Trotzdem, dass ich Panasonics 100–300mm schätze, hatte ich es eher selten im Einsatz, denn gefährliche oder scheue Tiere stehen nicht an vorderster Stelle meines Abschussplans, und für Motive die nicht beissen oder fliehen sind so lange Rohre keine Notwendigkeit.

    Im vergangenen Winter wuchs allerdings der Wunsch und die Lust im Frühjahr mit der Kamera auf Vogeljagd zu gehen, was das Panasonic-Superzoom nun vermehrt zum Einsatz brachte Leider machte der vermehrte Einsatz ein Problem augenscheinlich: Der Fokusring läuft zwar weich, er sperrt sich aber ein bisschen dagegen in Bewegung versetzt zu werden – um die Schärfe einzustellen muss immer etwas Reibungswiderstand überwunden werden. Bei Brennweiten ab 200mm KB erschwert das allerdings das Finetuning der Fokussierung. Der Spaß am Fotografieren kann einem durchaus vergehen, wenn dauernd das Motiv von dannen hüpft, während man noch die Fokussierung zu optimieren versucht oder wenn das Gros der Aufnahmen den Schärfepunkt nicht an der richtigen Stelle hat.

    Bis Ende 2015 sah es bei MFT mit hochwertigen Superteles noch übel aus, was sich mit 2016 aber ändert. Olympus hat eine 300mm-ƒ4-Pro-Festbrennweite auf den Markt gebracht und Panasonic ein höherwertiges, spritzwassergeschütztes Superzoom mit Leica-Label und einem Brennweitenbereich von 100–400mm.

    Nun ist die Begeisterung der Fachpresse für Olympus’ lichtstarkes 300mm Objektiv groß, doch es ist mit einem Preisschilf von 2500 Euro nicht eben ein Schnäppchen. Demgegenüber ist Panasonics 100–400mm-Zoom um 1500 Euro (Amazon-Affiliate-Link) dann doch preiswert.

    Seit einigen Tagen habe ich die Möglichkeit Panasonics neues Superzoom zu testen. Ich war gespannt wie sehr sich die 100mm mehr (200mm KB mehr) in der Praxis auswirken. Und, ja: Es wirkt sich absolut aus – mehr als ich erwartet hatte. Es sind die entscheidenden Millimeter die mir bislang fehlten Robin & Co einigermaßen formatfüllend abzulichten.

    Neben der längeren Brennweite und der flexibleren Einsetzbarkeit aufgrund des Zooms bietet das Panasonic gegenüber Olympus’ Supertele auch den Vorteil etwas kompakter und leichter zu sein. Spritzwasserfest und staubdicht ist das Pana dennoch und leicht ist die Linse – zumindest nach MFT-Maßstäben – trotzdem nicht. Vielmehr vermittelt es den Eindruck aus solidem Metall gefertigt und für Profis konstruiert worden zu sein. Lediglich die vorschiebbare, fix verbaute Ministrulichtblende auf die sich eine zweite Streulichtblende aufschrauben lässt ohne dabei arretierbar zu sein lässt mich etwas ratlos zurück – allerdings ist das am Ende nur ein Detail.

    Nachdem ich das Objektiv nun auf zwei Ausflügen eingesetzt habe bin ich schwer begeistert. Ich würde sagen ich werde gerade vom Supertele-Skeptiker zum Supertele-Fan bekehrt. Endlich gelingt es mir ausreichend nahe an kleine Piepmatze heranzukommen vernünftige Aufnahmen von ihnen zu schießen. Dabei ist die Kompaktheit es MFT-Systems einmal mehr ein riesiger Vorteil: Vergleichbare Brennweite für APS-C oder Kleinbild sind in der Regel mehr als die Hälfte länger und bringen das zwei- bis dreifache Gewicht auf die Waage. Tatsächlich ist das 100–400mm nur unwesentlich länger als beispielsweise Nikons Standardzoom 24–70mm ƒ2.8 und sogar etwas leichter. Entsprechend komfortabel lässt es sich einsetzen.

    Beeindruckt hat mich die Bildstabilisierung. Obwohl die In-Body-Stabilisierung von Olympus bekanntermaßen exzellent ist, bevorzuge ich bereits beim 100–300mm Panasonics Stabilisierung im Objektiv. Das ist beim 100–400mm nicht anders. Was sie tatsächlich leistet muss man im Grunde selber sehen um eine Vorstellung davon zu haben. Bei 800mm Kleinbild entsteht eine enorme Hebelwirkung für die geringste Unruhe beim Halten der Kamera – ohne Stativ scheint ruhiges Halten unmöglich. Umso verblüffender wie stabil das Bild im Sucher urplötzlich wird wenn durch halbes Drücken des Auslösers die Bildstabilisierung aktiv wird.

    Das 100–400mm ist wirklich ein Objektiv das man mit Freude einsetzt. Und die Freude hört beim Fotografieren nicht auf. Auch die Abbildungsqualität enttäuscht nicht. Das Bokeh ist ebenso wunderbar cremig und die fokussierten Bereiche knackscharf – jedenfalls so lange die ISO-Empfindichkeit nicht zu hoch klettern oder die Verschlusszeit für die Brennweite doch zu lang wird, doch dafür kann das Objektiv nichts. Durch Einsatz eines Einbein- oder gleich eines normalen Stativs ist natürlich noch mehr raus zu holen als aus freier Hand – trotz überzeugender Bildstabilisierung.

    Neben der Möglichkeit Fernes ganz nah heran zu holen glänzt das Objektiv auch durch exzellente Freistellungsqualitäten: Fokussiert auf die Naheinstellgrenze von 1,3m ergibt sich bei 400mm und ƒ6.3 ist eine Schärfentiefe von gerade einmal 1,4mm zu erzielen – selbst auf 500m fällt die Schärfentiefe noch nicht unendlich aus (sie beträgt dann 323m).

    Aufgrund der für ein Supertele recht geringen Naheinstellgrenze erzielt das 100–400mm einen Abbildungsmaßstab von 1:2 und kann dementsprechend durchaus noch als Makroobjektiv durchgehen – es gibt Objektive die sich Makro auf die Hülle schreiben und das nicht erreichen.

    Clevere Details am Rande: Am Objektiv befindet sich ein Schalter mittels dem man von Full–Infinity (1,3m bis unendlich) auf 5m–Infinity (5m bis unendlich) umschalten kann, was die Fokussierung beschleunigen soll. Der Ring für die Stativschelle ist fix montiert, nur der Fuß mit dem das Objektiv montiert wird, wird angeschraubt. Im Ring sind die Schalter für Bildstabilisierung und Full/5m–Infitity integriert – der Ring lässt sich trotzdem leicht drehen, so dass man bequem vom Quer- ins Hochformat wechseln kann.

    Nachtrag: Mittlerweile habe ich meine Objektive einer einfachen Testreihe unterzogen. Für das 100–400mm Tele hat sich herausgestellt, dass es, so wie ein Leser angemerkt hat, am langen Ende der Brennweite bei 400mm tatsächlich nicht sonderlich scharf zeichnet. Weiters habe ich den Eindruck erhalten, dass es im Brennweitenbereich des 100–300mm auch keine besseren Ergebnisse erzielt.

    Dies bestätigt für mich, dass das 100–300mm für seinen Preis sehr scharf abbilden kann. Ich persönlich ziehe dennoch das 100–400mm vor. Die Gründe sind:

  • Die zusätzlichen 100mm scheinen mir von Vorteil auch wenn die Schärfe bei 400mm zu wünschen übrig lässt (allerdings wäre hier noch ein Test interessant, ob bei einer hochinterpollierten 300mm-Aufnahme nicht gleichwertige Resultate zu erzielen wären, den ich bislang nicht gemacht habe).
  • Die Fokussierung scheint mir vor allem auf große Distanzen deutlich treffsicherer. Mit dem 100–300mm erzielte ich auf große Entfernungen oft Resultate die mir deutlich unschärfer erschienen als sei hätten sein dürfen; als auf kurze Distanz fokussiert. Generell scheint das 100–400mm mit AF deutlich präziser und schneller zu fokussieren als das 100–300mm.
  • Das 100–300mm stellte für mich ein Problem bei manueller Fokussierung dar, da der Fokusring meist einen Reibungswiderstand bietet der überwunden werden muss um manuell scharfstellen zu können, was das Scharfstellen zum Geduldspiel macht und meist länger dauert als ein Vogel auf einem Platz zu sitzen bereit ist. Fokus- und Zoomring scheinen nach dem was ich im Internet las manchen Besitzern schwergängig, doch sie laufen sauber, weich und ohne Reibungswiderstand.
  • Die Bildstabilisierung scheint mir (noch) besser (was allerdings ein wirklich subjektiver Eindruck sein kann).
  • Die Abdichtung des Objektivs macht es möglich auch bei schlechten Witterungsverhältnissen auf den Weg zu gehen.
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    Panasonic 100–300 oder Olympus 75–300

    Posted in Fotografie

    Eigentlich bin ich kein deklarierter Fan langer Telebrennweiten. In der Tat könnte ich gut auf alles über 120mm verzichten. Aber warum sollte man?

    Preiswert, wenn auch nicht unbedingt professionell

    Als MFT-User ist es besonders leicht an extrem lange Brennweiten zu kommen oder zumindest budgetär nicht besonders schmerzhaft, wobei nicht unter den Tisch fallen soll, dass es für Fotografen mit professionellen Ansprüchen bislang kein MFT-Supertele gibt (allerdings ist von Olympus ein 300mm ƒ4 angekündigt). Aufgrund des Formatfaktors von 2 ergibt ein 300mm Tele an einer Kamera von Olympus oder Panasonic den Bildausschnitt eines 600mm Superteles an einer Vollformatkamera. Weiterlesen