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Vergleich: Dynamikumfang und Bittiefe bei Vollformat und MFT

Posted in Theorie & Technik

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In einem meiner letzten Beiträge habe ich erwähnt, dass ich mit meinen Nikons immer mit 12Bit statt 14Bit fotografiert habe. Außerdem habe ich erklärt, dass Bildbearbeitung in 16Bit zwar theoretisch besser ist, sich in der Praxis aber kaum Unterschiede am Bild selbst sichtbar zeigen. Darauf teilte mir ein freundlicher Leser mit, dass Olympus’ Kameras »Schrott«-Dateien produzieren, dass ich »idiotische Sprüche« klopfe, dass ich »Vollformat schlecht schreibe und als unnötig bezeichne«, dass ich »unnötigen Quark von mir geben« und wenn ich behaupte keinen Vorteil in 14Bit statt 12Bit zu erkennen, hätte ich quasi sowieso keine Ahnung von Tuten und Blasen.

Normalerweise schalte ich solche Kommentare zwar frei – auch Choleriker haben ein Recht auf eine Meinung –, aber reagiere nicht darauf. In diesem Fall hat mich aber interessiert, woher er seine Sicherheit in Bezug auf den Dynamikumfang nimmt, und ich habe ihn gebeten die Behauptungen durch Bildbeispiele zu belegen. Darauf sind Links zu diesen Beispiele von photographylife.com gekommen.

Ich sehe natürlich, dass sich das entwickelte 12Bit- vom 14Bit-Bild etwas unterscheidet. Bei der geringen Auflösung der Beispiele kann ich aber wenig über die fotografische Relevanz sagen. Für eine wirklich fundierte Beurteilung wären ohnehin die RAWs erforderlich. Ich vermute, dass über beide Bilder dieselben Einstellungen gelegt wurden, und man durch etwas mehr Anhebung der Tiefen im 12Bit-Bild zum selben Resultat kommen könnte. Vermutung.

Ich habe ihn auch gebeten mir einen Link seines Portfolios zu schicken, weil mich interessiert hätte, ob er auch wirklich fotografieren kann oder sich nur groß aufspielen. Gekommen ist nichts.

Dynamikumfang und Sensorformat

Nun ist es allerdings zehn Jahre her – zu Zeiten, als ich mit Nikon D700 fotografierte –, dass ich zum Eindruck gelangt bin, dass mir 12Bit nicht mehr bringt als 14Bit. In der Zwischenzeit hat sich die digitale Fototechnik vom Altertum in die Moderne entwickelt, und einen tatsächlichen Vergleichstest habe ich nie durchgeführt. Höchste Zeit das zu ändern!

Das Thema Dynamikumfang beschäftigt mich ja, seit ich verschiedene Olympus-Kameras, unter anderem die in die Jahre gekommene E-M5 II, mit verschiedenen Sony-Modellen verglich und wider Erwarten keinen Unterschied beim Herstellen von Lichtern feststellen konnte. Ich habe wieder und wieder gehört und gelesen, dass mit größeren Sensoren mit größerem Dynamikumfang Lichter deutlich weniger ausbrechen. Beim Vergleich einer X-T3 (APS-C) mit Olympus habe ich gezielt nach Szenen mit extremem Motivkontrast gesucht und konnte keinen Vorteil des neueren und größeren Sensors feststellen. Alles nur Mythos?

Um die Untersuchung zu vertiefen wählte ich diesmal eine Nikon Z5 Vollformatkamera – bewusst eine mit moderater Auflösung. Zusammen mit meiner E-M1 III begab ich mich wieder zu Vergleichsaufnahmen in den Feldkircher Dom.

14Bit oder 12Bit?

Die ersten beiden Aufnahmen zeigen dasselbe Motiv einmal mit 14Bit und einmal mit 12Bit mit der Z5 aufgenommen. In den Originalen erscheinen die dunklen Bereiche mehr oder weniger als schwarze Flächen, während die Fenster überwiegend ausgebrochen sind. Bei beiden Aufnahmen – besser gesagt: bei allen hier – sind Tiefen und Schwarz drastisch aufgehellt (zwischen +50 und +100) und die Lichter stark gesenkt. Sollte es einen Unterschied im Dynamikumfang geben, müsste er in den Lichtern der Fenster zu sehen sein. Die Fenster rechts sind sonnenseitig und teilweise zu sehr überbelichtet um Zeichnung sichtbar zu machen. Das ist nicht anders zu erwarten. Aufschlussreicher ist das Fenster hinter dem Altar. Hier ließen sich nahezu alle Lichter restaurieren und die bunten Gläser lassen überwiegend ihre Farbe erkennen.

Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ8 | 2/3s | ISO400 | 14Bit
Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ8 | 2/3s | ISO400 | 12Bit

Die Bildstabilisierung ermöglichte mir hier 2/3s aus freier Hand zu halten. Zu meiner Vollformatzeit undenkbar. Freistehend habe ich mit der Z5 24mm bis 2/3 Sekunden gehalten. Darüber hinaus sieht das dann so aus.

Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ8 | 1,6s | ISO100 | 12Bit

Ich hätte zwar die Blende auf ƒ4 öffnen können, aber das hätte keine angemessene Schärfentiefe mehr ergeben, wie im Bild unten zu sehen (in der Vergrößerung). Wenn man meine Bilder mit ƒ8 genau anschaut sieht man im Übrigen, dass der Hintergrund zu unscharf ist. Ich hätte weiter hinten fokussieren sollen.

Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ4 | 1/2s | ISO100 | 12Bit

Zwei weitere Vergleichsaufnahmen bei ISO200. Da ich mich hierfür an einer Wand anlehnen konnte (Fotografenstabilisierung) ließ sich auch eine knappe Sekunde halten. Den Vorteil von 14Bit gegenüber 12Bit kann ich nicht erkennen.

Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ8 | 3/4s | ISO200 | 14Bit
Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ8 | 1s | ISO200 | 12Bit

Low-Light und ISO

Hier wieder eine Aufnahme ohne Möglichkeit mich zu stabilisieren. Bei 3/4s endet die Fähigkeit der Stabilisierung in meinen Händen scharfe Aufnahmen zu liefern. Es wird sicher Fotografen geben bei denen da mehr drin ist.

Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ4 | 3/4s | ISO100 | 14Bit

Um nicht zu verwackeln habe ich die Empfindlichkeit auf ISO800 angehoben. Nach Sichtung der Aufnahmen am Computer bin ich sicher, dass ISO200 genügt hätten – etwa 1/3s hätte die Stabilisierung mir wahrscheinlich erlaubt. Ich habe mit der Z5 zwar auch Aufnahmen gemacht, bei denen sich trotz ISO10.000 praktisch kein Rauschen zeigt – kommt in einem späteren Bericht –, aber soweit, dass man bei angehobener Empfindlichkeit die Tiefen zum Anschlag hochdrehen kann, ohne dass Rauschen sichtbar wird, sind wir offenbar noch nicht.

Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ4 | 1/10s | ISO800 | 14Bit
Nikon Z5 | Nikon 24–50mm ƒ4–6.3 | 24mm | ƒ4 | 1/10s | ISO800 | 12Bit

MFT im Dynamik-Test

Nachdem die Frage, bringt 14Bit in der Praxis mehr als 12Bit, für mich geklärt ist, stelle ich nun Vollformat nun MFT gegenüber. Wer selbst vergleichen möchte, kann die Bilder herunterladen. Für genaue Vergleiche lege ich Bilder üblicherweise in Photoshop als Ebenen übereinander, oft gleiche ich die Ebenen über Ebenen automatisch ausrichten an. Durch Ein- und Ausblenden der Ebenen kann man sich das beste Bild von Unterschieden machen. Ich stelle auch, wie schon bei meinem letzten Vergleich, die RAW-Daten der Beispiele zum Download (470MB) zur Verfügung.

Da der hochauflösende Modus einer E-M1 Einfluss auf das Bildrauschen hat, habe ich die Serie mit normaler Auflösung und hochaufgelöst aufgenommen. Dabei interessierte mich auch die Auswirkung auf den Dynamikumfang.

In meinem Vergleich zwischen Fuji X-T3 und OM-Ds habe ich geschrieben, dass ich mittlerweile den Eindruck habe, mit dem Dynamikumfang verhält es sich, wie mit Nessie: Viele behaupten sie gesehen zu haben, aber niemand kann ein klares Bild von ihr vorlegen. Bei diesem Test habe ich den Unterschied gefunden. Wenn ihr diese Aufnahme mit derselben Szene aus der Z5 vergleicht, werdet ihr in den Fenstern hinter dem Altar in der Nikon-Aufnahme in den hell getönten Gläsern etwas mehr Tönung erkennen, als in der Aufnahme der Olympus. Ich konnte die Lichter beim Olympus-RAW nicht so weit senken, dass eine mit der Z5-Aufnahme vergleichbare Tönung sichtbar wird.

Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | ƒ4 | 2/3s | ISO200 | 20MP

Das ist also der immense Vorteil des größeren Dynamikumfangs von Vollformat gegenüber MFT. Und darüber wird in den Communitys seit Jahren gestritten? Im Ernst jetzt?

Ich kann Nessie aber auch wieder verschwinden lassen!

Die nächste Aufnahme habe ich im hochauflösenden Freihand-Modus der E-M1 aufgenommen. Wenn ihr diese mit den Bildern der Z5 vergleicht, werdet ihr kaum Unterschiede in der Tönung der hellen Gläser feststellen.

Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | ƒ4 | 1/4s | ISO200 | 50MP

Der hochauflösende Modus erweitert also tatsächlich den Dynamikumfang eines MFT-Sensors und führt darüber hinaus zu einem sehr rauscharmen Bild. Voraussetzung ist natürlich, dass sich im Bild nichts bewegt.

Die Detailschärfe darf man dabei aber nicht zu sehr unter die Lupe nehmen. Ich bleibe bei meiner Behauptung, dass hochauflösende Freihandaufnahmen keine schärferen Details abbilden, wie die normale Auflösung (mit Stativ sieht es anders aus) – es werden nur mehr Pixel produziert. Wer jedoch bei Szenen, die es ermöglichen, hochauflösend fotografiert und dann auf 20MP runter rechnet, kommt zu einem Quäntchen mehr Kontrastumfang und geringeren Rauschen. Bei meinen Aufnahme halte ich den Unterschied zwar für vernachlässigbar, da ich mit ISO200 fotografieren konnte und deshalb Rauschen auch bei der normal aufgelösten Aufnahme kein Thema ist. Aber es mag Situationen geben, in denen ein Anheben der Empfindlichkeit unumgänglich ist, und dann sollte – sofern sich im Motiv nichts bewegt – der hochauflösende Modus bessere Resultate liefern.

Ich will das hier nicht als der Weisheit letzter Schluss verkaufen. Viele von euch da draußen besitzen sowohl MFT als auch Vollformat. Oder ihr habt einen Freund (eine Freundin) mit dem jeweils anderen Sensorformat. Macht doch ähnliche Vergleiche, wie ich hier! Ich finde es immer interessanter und eindrücklicher Dinge selbst zu probieren, als nur darüber zu lesen oder es in Videos zu sehen. Vielleicht kommt ihr zu anderen Resultaten. Es wäre interessant für mich und alle Leser das zu sehen.

Ich rechne auch damit, dass Kommentare kommen: »Ja, aber …«, und dann folgen Verweise auf eigene subjektive Erfahrungen oder Vorträge in theoretischer Physik, höherer Mathematik oder Sensortechnik. Doch wie heißt es so schön: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Und da ein Bild mehr als Worte sagt, hier die nächsten Beispiele.

Wenn ihr diese Beispiele bzw. eines davon mit einem Nikon-Beispiel der Szene vergleicht, werdet ihr sehen, dass das Licht im mittleren Bogen links einen deutlich attraktiveren Stern bildet. Das liegt zwar auch an der Optik, doch nach meiner Erfahrung fällt das bei Vollformat häufiger ansprechender aus, als bei MFT.

Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | ƒ4 | 1/2s | ISO200 | 20MP
Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | ƒ4 | 1/4s | ISO200 | 50MP
Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | ƒ2.8 | 1/2s | ISO200 | 20MP
Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 12mm (24mm KB) | ƒ2.8 | 1/3s | ISO200 | 50MP

Zum Abschluss dieser Vergleichsserie noch ein Bild außer Konkurrenz. 1s freistehend bei 80mm KB. ISO200. Rauschen trotz Belichtungskorrektur um +0,8 und Tiefen +40 in Capture One. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte!

Olympus E-M1 III | M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | 40mm (80mm KB) | ƒ2.8 | 1s | ISO200 | 20MP

Und was ist mit 8Bit vs. 16Bit?

Dabei ging es mir nicht um die Bittiefe von RAW-Dateien – ich vermute 8Bit-RAWs gibt es gar nicht. Es geht darum, dass viele Experten darauf schwören, dass man bessere Ergebnisse erzielt, wenn Fotos in der Bildbearbeitung in 16Bit, statt in 8Bit bearbeitet werden. Der Grund: In 8Bit stehen 256 Stufen je Farbkanal zur Verfügung, in 16Bit sind es 65.536 (für alle Interessierten: in 12Bit 4096, in 14Bit 16.384). Theoretisch sind 65.536 Stufen natürlich besser, als 256. Das ist so logisch, dass viele Kollegen auch behaupten den Unterschied auch in der Praxis zu sehen. Um die Unterschiede zu demonstrieren sind allerdings spezielle Grafiken notwendig. Ich kann mich nicht erinnern einmal ein Foto gesehen zu haben, bei dem eine Tonwertkorrektur in 8Bit zu schlechteren Ergebnissen geführt haben, wie in 16Bit. Ich kann das bei manchen Bilder provozieren, wenn ich will, muss aber Einstellungen vornehmen, die kaum praxisrelevant sind.

Nehmen wir einmal dieses Bild von Birdy hier. Es ist flau.

In so einem Fall macht man in der Bildbearbeitung meist eine Tonwertkorrektur mittels einer Gradationskurve, um den Kontrast zu erhöhen. Das Ergebnis einer raschen Anhebung des Kontrasts mittels Kurve in 16Bit, sieht dann so aus.

Und so sieht das Ergebnis aus, wenn ich es in 8Bit mit derselben Kurve bearbeite.

Die beiden Resultate sind identisch. Unterschiedlich sind nur die Histogramme. Hier das Histogramm des Originals.

Die Lücke links zum Rand zeigt, dass es an Tiefen fehlt. Nach der Korrektur in 16Bit, sieht das Histogramm so aus. Das ist ein gutes Histogramm, da es keine Tonwertabrisse zeigt. Die muss es aufgrund der Tonwertspreizung zwar geben, aber bei 65.536 Stufen fallen sie nicht ins Gewicht und sind auf der überschaubaren Fläche der Histogrammpalette auch nicht darstellbar.

Anders hingegen sieht das Histogramm des identisch eingestellten Bildes in 8Bit. Das ist ein böses Histogramm, denn es zeigt Lücken in der Tonwertverteilung. Solche Lücken sind bei einer Tonwertspreizung zwangsläufig der Fall und bei 256 Stufen im Histogramm an der kammartigen Struktur erkennbar. Theoretisch ist das schlecht, praktisch irrelevant, da man es nicht sieht.

Es wird sicher Ausnahmen geben, in denen die Bearbeitung in 16Bit zu tatsächlich sichtbaren Unterschieden führt, aber mir sind sie in meiner Praxis noch nicht begegnet. Trotzdem wandle ich gelegentlich 8Bit-Bilder für drastische Tonwertkorrekturen in 16Bit um und danach wieder zurück, nach dem hierzulande bekannten Motto: Hilft’s nix, schad’t’s nix!

Das hat jetzt aber wie gesagt nichts mit Bittiefe von RAW-Bildern zu tun. Beim RAW ist 12Bit definitiv besser als 8Bit. Und wer will kann ja auch 14Bit nutzen.

Links

  1. Meine Tests von Kameras und Ausrüstung sind wie eingangs erwähnt Erfahrungsberichte. Ich suche nicht danach, was an den Produkten gut und was schlecht ist, sondern arbeite damit und berichte, was mir positiv auffällt, und was für mich eher kontraproduktiv ist. Mich interessiert nicht, was theoretisch technisch gerade State of the Art wäre, sondern lediglich ob sich etwas in der Praxis praktisch bewährt. Wenn beispielsweise ein Sucher für mich in der Praxis gut funktioniert, ist mir egal, wie groß oder hoch aufgelöst er ist. Generell lege ich den Fokus eher darauf, was mir an dem Produkt gefällt, als das Haar in der Suppe zu suchen.
  2. Die perfekte Kamera für alles und alle gibt es nicht! Es gibt nur the right tool for the job – die richtige Kamera für die Aufgabe. Schlechte Apparate leistet sich kein Hersteller.
  3. Ein gutes Foto ist primär ein interessantes Motiv, gekonnt gestaltet fotografiert. Perfekte Detailschärfe und Absenz von Rauschen spielt dabei eine vernachlässigbare Nebenrolle. Ich kann mit Rauschen besser leben, als mit langweiligen schlecht gestalteten Bildern.
  4. Alles, was ich schreibe ist subjektiv, und jeder soll seine eigene subjektive Meinung haben.
  5. Foto-Hebenstreit unterstützt mich seit Jahren mit Ausrüstung für meine Tests und Versuche – ohne ihn wären einige hier gepostete Artikel nicht möglich gewesen. Deshalb verlinke ich die besprochenen Produkte auch gerne und provisionsfrei mit dem Hebenstreit-Online-Shop (sofern dort verfügbar). Wer lieber über Amazon bestellt bekommt auch den Link dahin geliefert und ich, falls ihr etwas bestellt, ein paar Cents oder – wenn es etwas Größeres ist – ein paar Euro.

16 Comments

  1. Lieber Markus Waeger,

    es ist im Leben immer so, daß wenn man anfängt zu vergleichen, sich selbst damit auch sehr unglücklich machen kann. Der Vergleich der Auflösungen wurde aber von Ihnen selbst losgetreten, was ein paar unschöne Reaktionen hervorrief, die im Wortlaut hier entfernt wurden.
    Es sollte doch jedem Fotografen vorbehalten bleiben, ob er mit der Auflösung seiner Kamera zufrieden ist, oder ob er unbedingt eine höhere Auflösung benötigt.
    Der Streit darüber scheint mir doch ziemlich akademisch zu sein. Warum also dieses Thema als Vergleich?
    Niemand bezweifelt hier, daß Olympus gute Kameras bauen kann. Warum also immer dieses Herausstellen in Vergleichen, um am Ende zum Ergebnis zu gelangen, daß Olympus sich nicht hinter Anderen zu verstecken braucht?
    Sie haben das System gefunden, welches zu ihren Ansprüchen paßt, und natürlich auch zu ihrem Geldbeutel, denn die Fotografie als solche ist ein kostspieliges Hobby.
    Das Wichtigste an der Fotografie ist aber doch das Foto selbst, und nicht die Technik, die dafür genutzt wird.
    Ziel eines Dozenten in der Fotografie sollte doch immer sein, Lust auf die Fotografie zu wecken, nicht aufzuzeigen, welch großartigen Fotos er mit seinem System machen kann., und das in den Vergleich zu anderen Kamerasystemen zu stellen.

    Und wenn ich nur die Mittel dazu habe, mir eine gebrauchte DSLR mit einer Festbrennweite zu kaufen um damit zu fotografieren, so ist das doch immer noch besser als zu Hause zu bleiben, und eben gar keine Fotos zu machen.
    Da wirken dann solche Aussagen, daß es sich bei der Reflexkamera um ein Auslaufmodell (Originalton „walking dead“) handelt kontraproduktiv.

    Ich wünsche allen Lesern immer gutes Licht, für schöne Fotos!

    8. November 2020
    |Reply
    • Ich würde mich nicht im Geringsten um das Thema scheren, würde in der Community nicht permanent MFT schlecht geredet, was am Ende dem System tatsächlich den Garaus machen könnte. Es gibt ja tatsächlich bedeutend wichtigere Themen in der Fotografie.

      8. November 2020
      |Reply
      • Was dem System den Garaus macht ist das Wegbrechen von 4/5 des Kameramarktes innerhalb der letzten 10 Jahre.
        Die Platzhirsche Canon und Nikon haben das versucht durch einen Preiskrieg aufzufangen. Da keine gesonderten Zahlen bei Sony und Panasonic über die Kamerasparte vorliegen weiß ich nicht, wie prekär die Lage dort ist.

        Mft hatte von Anfang an den „Nachteil“, daß für die gleiche Lichtmenge auf dem Sensor im Vergleich zu Vollformat und APS-C ein lichtstärkeres Objektiv benötigt wird, dessen Entwicklung teuer ist, und sich das im Verkaufspreis auch deutlich niederschlägt.
        Außerdem sehe ich persönlich einen kleinen Nachteil des Bildformates mit dem Seitenverhältnis von 4:3 zu 3:2. Das originäre Kleinbild hat mit 24X36mm letzteres Format, welches sich am Markt stärker durchgesetzt hat. Beim Ausdruck im Format von 3:2 einer 4:3-Bilddatei fällt ein Teil des Bildes oben und unten einfach weg.
        Und selbst wenn Sie das bestreiten mögen, beim 16 Zoll Sensor spielt das für größere Ausdrucke eventuell schon ein Rolle. Das sind mitnichten konstruierte Argumente.
        Das hat aber jetzt nichts mit Schlechtreden eines Kamerasystems zu tun. Es sind Tatsachen, denen sich der Hersteller stellen sollte, will er am hart umkämpften Markt überleben.
        Ich vermute mal, daß Mft ursprünglich auf den Zug aufspringen wollte, um Erster im Run auf die digitale Wiedergabe von Fotodateien am PC oder TV-Gerät zu sein.
        Daher das Format 4:3. Das hat sich aber mittlerweile sowohl beim PC, wie auch Fernsehgerät geändert. Aus strategischen Gründen aber heute ein Fehlgriff. Leider.

        Gut Licht!

        9. November 2020
      • Verstehe. Niemand will MFT schlecht schreiben. MFT IST schlecht. Das ist eine Tatsache. 🙂

        9. November 2020
    • Uwe

      Das sich das Format 24x36mm durchgesetzt hat, ist der falsche Ausdruck. Es gab schlichtweg nichts anderes.
      Man muß das historisch sehen. Anfänglich waren die analog Filme so grottenschlecht, das man nur Planfilme hatte. Dann kam der 9cm Rollfilm, dann der 6cm Rollfilm deines heute noch gibt.
      Oskar Barnack hat dann den 35mm ( Gesamtbreite mit Perforation ! ) Kinofilm genommen. Statt senkrecht am Projektor vorbei, wurde er waagerecht transportiert. Da der Film immer noch miserabel war -Standardempfindlichkeit war 12 DIN = ISO 25 – hat er ihn in die Länge gezogen.
      Von der Optik her, wäre er mit dem 4:3 Format mit einem kleineren Bildkreisdurchmesser ausgekommen.
      Nach und nach digitalisiere ich meine 4,5 x 6cm Dias und finde in den meisten Fällen das 4:3 Format schöner als das 2:3. Wenn man sich die Papierformate ansieht, auf die man früher vergrößert hat, dann nähern die sich immer mehr dem Quadrat.
      24x30cm -> 30x40cm -> 40x50cm. In der klassischen Malerei hat niemand im Format 2:3 gemalt. Andere Proportionen sind einfach gefälliger.

      11. November 2020
      |Reply
      • Sie haben recht, historisch gesehen gab es damals nichts anderes. Was jedoch meiner Aussage nicht widerspricht, daß sich das 3:2 Format am Fotomarkt besser etabliert hat. Ob nun andere Formate gefälliger sind steht auf einem anderen Blatt.

        Ich kann mich noch gut an meine Fujifilm Kamera in den 90ern erinnern, die auch das 4:3 Format hatte. Inzwischen ist Fujifilm auch zum 3:2 Format gewechselt. Nikon und Canon sowieso, wie auch Sony. Nichts für ungut.

        19. November 2020
  2. Moin moin, wieder einmal ein gut aufbereitetes Thema – danke dafür Leider gibt es im Netz zu viele Honks und Trumps die unbefleckt jeden Abstandes ihren Frust raushauen. Wahrscheinlich weil sie eine andere Kameramarke besitzen. Ich fotografiere je Situation mit allen Formaten, außer Mittelformat. Von Smartphone bis Canon 5D4 ist alles dabei. Die meisten Aufnahmen mache ich mit Olympus Kameras. Und die Ergebnisse sind hervorragend. In manchen Bereichen mag VF Vorteile haben, aber MFT hat auch seine Vorteile! Zudem ist es fraglich, ob Bildschirme und ausgedruckte Bilder die Feinheiten überhaupt wiedergeben können. Alle heutigen Kameras liefern tolle Ergebnisse. Und wer keinen Blick für das Motiv hat, oder die Kamera falsch bedient, wird nie gute Bilder machen. Viele Grüße. Dirk Naroska

    4. November 2020
    |Reply
  3. Fronk

    Zunächst einmal: Deine Youtube sind einzigartig und tiefgehend. Ich möchte anmerken, dass ich auch nach 16 Jahren Digitalfotografie noch dazulerne.

    Ich habe mir die rawfiles angesehen. Durch das postprocessing kann man eigentlich nix mehr vergleichen. Weiters bleibe ich dabei: das raw kommt mit 12Bit rein, wird im Arbeitsfarbraum (bei mir 16Bit) bearbeitet, und dann wieder ins Ausgabeformat (8 oder maximal 10Bit, Web sowieso nur 8Bit) gequetscht. Klar, dass die Farben dann anders aussehen, aber „besser“? Da nützt auch „show pics“ nichts. Meine Meinung und mein Verständnis. Aber vielleicht liege ich auch komplett falsch.

    Danke für Deine Mühe, aber die ganze Diskussion dieser „Ahnunghaber“ ist IMHO sinnlos.

    Bitte weiter solche fundierten und tiefgehenden Videos. Da kommt höchstens Krolopp&Gersts Objektivreihe mit.

    Schöne Grüße

    1. November 2020
    |Reply
    • Danke!
      Die Sache mit dem RAW und dem Postprocessing verstehe ich nicht ganz. Es sind ja RAW-Dateien die du in jedem RAW-Konverter auf 0 zurückstellen und beliebig entwickeln kannst.

      1. November 2020
      |Reply
      • Fronk

        Das bezog auf die Fragestellung, ob eine „Bearbeitung“ in 16 Bit Vorteile bringt. Sorry, da war ich falsch unterwegs. Bei Kameras ist das was anderes.
        Da ist auch alles viel komplizierter: Kontrastumfang, Dynamikumfang, Farbraum. Clippen alle Kanäle oder ist noch was übrig zum Errechnen?

        Eine andere Frage war, ob eine 12-Bit-Kamera eher ausfrisst und absäuft als eine mit 14 Bit. Nach meiner Erfahrung ist das so (ich habe Olympus und Sony VF zur Verfügung), getestet habe ich das aber noch nie – und das ist ja das, was Du wolltest. Ich habe auch Deinen YT-Beitrag geschaut, daher meine Verwirrung. Interessantes Them, und ein bißchen Nerding darf auch sein (zumindest für mich, da Hobby).
        Gruß und weiter so, wissensmäßig bist Du 99% der YT-Kommentarschreiber (und auch mir) weit voraus.

        2. November 2020
    • Grundsätzlich betrifft die Bittiefe ausschließlich die Anzahl der Stufen die je Farbkanal möglich sind, bei 8Bit 256, bei 12Bit etwa 4000, bei 14Bit etwa 16000 und bei 16Bit etwa 65000. Sowohl Kontrast- als auch Farbumfang sind zwei völlig separate Themen. So hat beispielsweise ein 16Bit sRGB weder einen größeren Kontrastumfang (8LW) noch einen größeren Farbumfang, als ein 8Bit sRGB-Bild. Deshalb zeigen meine Vergleiche auch, dass es in den Lichtern keinen Unterschied gibt, ob in 12Bit oder 14Bit fotografiert wird. Trennen wird man die Themen aber dennoch nicht können, da ein RAW in 8 Bit kaum in der Lage sein wird 12LW und mehr ausreichend nuanciert einzufangen.
      Und: Danke für das Lob!

      2. November 2020
      |Reply
      • Fronk

        Genau. 16Bit sRGB? Das gibts auch? Tschüss, ich muss jetzt lesen…;-)

        2. November 2020
  4. Axel

    Danke für diese interessante Gegenüberstellung.
    Verwende bisher Nikon VF (D750), habe mir aber gerade, aufgrund der vielen Infos von Markus Wäger im Netz zu MFT, das Auslaufmodell Olympus E-M1-MK II mit 12-40mm/2.8 bestellt, um mal Erfahrungen mit MFT zu sammeln. Meine Nikon Ausrüstung wird mir einfach zu schwer und zu voluminös.
    Aud diesem Weg schon mal großen Dank an Markus für die vielen aufschlussreichen Beiträge zu MFT und auch Olympus.

    31. Oktober 2020
    |Reply
    • Markus Bolliger

      Nikon Vollformat ist nun auch in deutlich leichteren spiegellosen Gehäusen erhältlich…

      31. Oktober 2020
      |Reply
  5. Andreas

    Mal wieder ein wirklich interessanter Artikel. Ich habe glücklicherweise beide Systeme und das Thema Dynamikumfang interssiert mich auch sehr oft. Aus diesem Grunde habe ich vor kurzem mir auch 7III ausgeliehen bei deinem Online Vermieter und die gegenüber meiner 12 Jahre alten 5DII getestet. Das Ergebnis war etwas ernüchternd, aber gleichzeit lehrreich da ich vor der Leihe oft damit gespielt habe, mein ganzes System von Canon nach Sony zu transferieren. Letzendlich habe ich bei meinem System einen Unterschied gesehen, aber dieser war auf keinen Fall äuqivalent zu dem 12 Jahren.

    Bei einem Vergleich meiner 5DII mit meiner GX80 sieht man eigentlich nur den Unterschied das Canon mit den Lichtern besser zurecht kommt. Die Tiefen sind etwa auf gleichem Niveau.

    Dynamikumfang verwende ich meistens eigentlich nur für solche Themen wie schwarze Klamotten hochziehen (https://youtu.be/6DBxDdv7YWY?t=374) oder Nachtfotografie, Sonst interessiert es mich eigentlich relativ wenig.

    31. Oktober 2020
    |Reply

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