Direkt zum Inhalt

Olympus M.Zuiko 100–400mm vs. Panasonic Leica 100–400mm

Posted in Erfahrungsberichte

Olympus füllt mit dem neuen 100–400mm Superzoom eine Lücke im Programm, die bislang Panaleica mit ihrem 100–400mm alleine bediente. Das hat den Vorzug, dass die Anfangsblende am kurzen Ende des Zooms bei ƒ4 liegt, wohingegen Olympus’ Neues erst bei 5.0 startet. Über die praktische Relevanz dieses Unterschieds kann man streiten, andererseits ist besser besser. Außerdem punktet es auch damit 985g fast 200g leichter zu sein, als das Oly. Allerdings wirkt das Olympus auch ein bisschen hochwertiger (ich geben zu, auch darüber kann man streiten), man könnte annehmen es entstammt Olympus’ Pro- und nicht der Basis-Linie. So ist es auch etwas überraschend, dass der Listenpreis für das Olympus 357,17 tiefer liegt (wie kommt man bei Panasonic auf einen Listenpreis von 1656,17?)

Die Konstruktion des Olympus ist in meinen Augen deutlich überzeugender. Eine Seltsamkeit beim Panaleica ist beispielsweise, dass es zwar einen Ring gibt mit dem das Objektiv gesperrt werden können soll. Allerdings lässt sich das Zoom auch bei Sperre relativ problemlos ein- und auszoomen. Der Unterschied zwischen Gesperrt und Entsperrt ist bei den beiden Exemplaren die ich bislang in Händen hatte so gering, dass ich gar nich sagen kann, in welcher Stellung es gesperrt sein soll. Die Beschriftung ist zusätzlich etwas unklar – oder ich zu blöd sie zu verstehen. Beim Olympus hingegen ist weder die Beschriftung unklar, noch die Sperre halbherzig. Zu ist zu!

Anzumerken ist vielleicht, dass die Haptik von Olympus’ 100–400 wohl die hochwertigste im Basis-Segment ist, aber beim Zoomrad merkt man den Unterschied zur Pro-Linie: Deren Räder laufen deutlich smoother.

Olympus will ich einmal vertrauen, dass die Abdichtung gegen Staub und Staub und Wasser auch wirklich etwas davon hält, was der Hersteller verpflichtet – man hat schließlich einen guten Ruf. Beim 100–400er von Panasonic hatte ich ja einmal Probleme mit Sand in den Ringen und anschließend Staub im Gehäuse. Eingeschickt wurde mir mitgeteilt, dass eine Reparatur fast auf Höhe des Neupreises der Linse liegt (mehr als das neue Olympus laut Liste kostet!), und dass das Objektiv (anders als in der Werbung versprochen) nicht gegen Staub abgedichtet sei. Nach mehreren Berichten und Dank eines Kontakts zu Panasonic Deutschland wurde mein Objektiv dann auf Kulanz ausgetauscht, womit ich keinen Grund mehr habe verärgert zu sein. Verschweigen kann ich die Geschichte aber trotzdem nicht – bei aller Sympathie für den MFT-Kamerahersteller.

Verschweigen will ich aber auch nicht, dass auf derselben Reise Feuchtigkeit in eine meiner Olympus-Kameras eingedrungen ist und zu Elektronikfehlern führte. Auch Olympus Deutschland erklärte mir damals, dass unter extremen Bedingungen tatsächlich Feuchtigkeit in ihre Kameras eindringen könne, und dass das dann – trotz Werbeversprechen – nicht durch Garantie gedeckt sei. Auch mein Fachhändler bestätigte, dass das bei nahezu jedem Modell egal welchen Herstellers der Fall sei – nur eine Canon 1D oder eine von Pentax’ würde er sich trauen sie unter fließend Wasser zu reinigen. Er – der Fachhändler – hat sich dann mit Olympus so arrangiert, dass mich die Reparatur nichts gekostet hat. Am Ende hat der Händler die Kosten weitgehend getragen.

Dazu möchte ich auch erzählen, dass mir der Händler (Foto-Hebensteit) mir anbot eine Kamera an einen Händler in meiner Nähe zu schicken, damit ich auf der Reise nicht ohne Kamera da stehe, was ich ablehnte, da ich mehr als eine Kamera dabei hatte und das gestörte Modell eingeschränkt funktionstüchtig war. Andernfalls wäre das eventuelle die Rettung eines Fotourlaubs gewesen! Ein Hoch auf den Fachhandel!

Kommen wir nun wieder zu Resultaten der beiden Linsen in der praktischen Anwendung. Dazu bin ich diesmal mit meiner Frau Andrea (Instagram-Account | FaceBook-Gruppe »’s Vorarlberger Fotoalbum«) den Ardetzenberg zum Wildpark hoch gestiegen um einmal mehr unter suboptimalen aber in der Praxis eben häufig auftretenden Lichtbedingungen Tiere zu fotografieren.

Luchs | Olympus OM-D E-M1 III | Panasonic 100–400mm ƒ4.0–6.3 | 400mm (800mm KB) | ƒ6.3 | 1/160s | ISO3200 | Capture One Pro
Luchs | Olympus OM-D E-M1 III |Olympus 100–400mm ƒ5.0–6.3 | 400mm (800mm KB) | ƒ6.3 | 1/250s | ISO6400 | Capture One Pro

Die beiden Aufnahmen entstanden beide am langen Ende der Brennweite und zeigen eine vergleichbare Abbildungsqualität. Entsprechend er hohen ISO-Empflindlichkeit ist die Detailschärfe in beiden nicht optimal. Schöne Aufnahmen sind es trotzdem.

Wildkatze | Olympus OM-D E-M1 III |Panasonic 100–400mm ƒ4.0–6.3 | 400mm (800mm KB) | ƒ6.3 | 1/160s | ISO3200 | Capture One Pro
Wildkatze | Olympus OM-D E-M1 III |Olympus 100–400mm ƒ5.0–6.3 | 400mm (800mm KB) | ƒ7.1 | 1/320s | ISO4000 | Capture One Pro

Auch diese beiden Bilder sind qualitativ auf Augenhöhe. Die trüben Schleier im unteren Bild stammen vom Zaun.

Wolf | Olympus OM-D E-M1 III |Panasonic 100–400mm ƒ4.0–6.3 | 250mm (500mm KB) | ƒ5.6 | 1/500s | ISO320 | Capture One Pro
Wolf | Olympus OM-D E-M1 III |Olympus 100–400mm ƒ5.0–6.3 | 236mm (472mm KB) | ƒ8 | 1/320s | ISO125 | Capture One Pro

Bei diesen Aufnahmen liegt die ISO-Empfindlichkeit niedriger. Ich habe den Eindruck, dass die Aufnahme mit Olympus-Superzoom einen Hauch schärfer ist. Das muss aber nicht unbedingt an der Optik liegen, sondern kann auch an der bei der Panaleica-Aufnahme doch höheren Empfindlichkeit liegen oder an meiner höheren Sympathie für Olympus.

Murmeltier | Olympus OM-D E-M1 III |Panasonic 100–400mm ƒ4.0–6.3 | 400mm (800mm KB) | ƒ6.3 | 1/400s | ISO3200 | Capture One Pro
Murmeltier | Olympus OM-D E-M1 III |Olympus 100–400mm ƒ5.0–6.3 | 300mm (600mm KB) | ƒ6.3 | 1/100s | ISO800 | Capture One Pro

Auch bei den letzten beiden Bildern ist die Aufnahme mit dem 100–400mm von Olympus etwas besser als am Objektiv von Panasonic. Das muss aber nicht unbedingt an den Optiken liegen. Bei diesen Aufnahmen ist die Brennweite kürzer und vom Panasonic ist bekannt, dass es am langen Ende der Brennweite keine Sternstunden erreicht. Auch ist die Empfindlichkeit bei der Panasonic-Aufnahme höher, wofür das Objektiv nichts kann.

Der Vergleich der Aufnahmen (ich habe natürlich ein paar mehr, als die hier gezeigten) bestätigt, was ich erwartet hatte, nämlich, dass sich die beiden Objektive qualitativ wenig schenken. Um das noch etwas genauer zu untersuchen, werde ich in diesem Fall doch Fotos von Testcharts machen, beurteilen und mit euch teilen. Bei der Fotosession für den Vergleich sind doch zu wenig tatsächlich vergleichbare Aufnahmen entstanden. Außerdem geht es hier um zwei identische Objektive zweier Hersteller, was einen etwas genaueren Hinblick rechtfertigt.

Ein Fazit kann ich aber jetzt schon geben: Das Olympus ist deutlich preiswerter, weshalb ich persönlich dazu greifen würde. Dass die Verriegelung beim Olympus funktioniert, die beim Panasonic nicht, und meine schlechten Erfahrungen mit der Abdichtung sprechen auch nicht für das Panaleica. Hat man das Panasonic aber schon, halte ich es für sinnvoller, sich über die 200g weniger zu freuen, als seine Linse zu verscherbeln um die von Olympus zu kaufen – schließlich ist Leichtigkeit ja ein Kernargument für MFT.

Links:

Anmerkung:

  1. Die perfekte Kamera für alles und alle gibt es nicht! Es gibt nur the right tool for the job – die richtige Kamera für die Aufgabe. Welche Kamera das genau ist, ist vom Fotografen, seiner Arbeitsweise und seinen Vorlieben abhängig. Schlechte Apparate leistet sich kein Hersteller.
  2. Für mich zählt in der Fotografie, was praktisch relevant ist. Theoretische Aspekte und/oder Vorzüge die praktisch irrelevant sind, sind für mich irrelevant. Deshalb zählt für mich, wie sich fotografische Ausrüstung in der Praxis bewährt, und die Wirkung von Aufnahmen realer Motive, und nicht technische Spezifikationen auf Datenblättern oder unter Laborbedingungen erstellte Testaufnahmen von Textcharts.
  3. Ein gutes Foto ist primär ein interessantes Motiv, gekonnt gestaltet fotografiert. Perfekte Detailschärfe und Absenz von Rauschen spielt dabei eine vernachlässigbare Nebenrolle. Ich kann mit Rauschen besser leben, als mit langweiligen schlecht gestalteten Bildern.
  4. Alles was ich schreibe ist subjektiv und jeder darf das anders sehen (ich empfehle zumindest alles auch von einer anderen Seite zu betrachten).
  5. Alles, was ich
  6. Foto-Hebenstreit unterstützt mich seit Jahren mit Ausrüstung für meine Tests und Versuche – ohne ihn wären einige hier gepostete Artikel nicht möglich gewesen. Deshalb verlinke ich die besprochenen Produkte auch gerne und provisionsfrei mit dem Hebenstreit-Online-Shop (sofern dort verfügbar). Wer lieber über Amazon bestellt bekommt auch den Link dahin geliefert und ich, falls ihr etwas bestellt, ein paar Cents oder – wenn es etwas Größeres ist – ein paar Euro.

16 Comments

  1. Wer er

    Ich denke, Herr Weller liegt etwas näher an der Wahrheit – wenn es denn hier überhaupt eine gibt.

    Sie, und damit meine ich Herrn Waeger, können und werden Olympus MFT weiterhin verteidigen. Wenn man aber Ihr noch übriggebliebenes Argument Gewicht und Größe an den nun neuen und deutlich leichteren und kleineren Kameras von Nikon, Panasonic und Sony misst, dann stellt sich schon die Frage: Stimmt’s wirklich ? Zieht Ihr Argument denn wirklich noch ? Und vielleicht sollte man beim Preisvergleich schon auch die aktuellen Modelle nehmen, also die M10IV und nicht das Vorgängermodell. Dann sind die aktuellen Modelle der anderen zwar immer noch teuerer – aber auch nicht so viel teuerer, als dass man nicht zumindest nachdenklich wird, sein Geld noch in eine vermutlich doch auslaufende Sensorgröße zu investieren. Auch wenn Sie es schmerzt, das zu lesen.

    24. September 2020
    |Reply
    • Es gibt im Vergleich der beiden Systeme Canon Eos 250D mit dem Sigma 17-50mm f=2.8 (1014g) zur Olympus OM-D E 10 Mark IV mit dem einen Olympus 12-40mm f=2.8 Pro (765g) einen Gewichtsunterschied von 249 Gramm zugunsten der Olympus.

      Der Preisunterschied beider Systeme liegt bei 749.- Euro für die Canon DSLR zu 1450.- Euro für die Olympus Mft-Kamera.

      Das sind die Fakten.

      Schade, daß die neue E-10-Serie nicht den Multiaspectsensor der Lumix LX 100 Mark 2 bekommen hat. Dann wären mehrere Seitenformate möglich geworden.

      Eine Investition in beide Kamerasysteme birgt das Risiko des Scheiterns.
      Die DSLR wird sicherlich langfristig für den Amateur vom Markt verschwinden. Bei einem so großen Altbestand an Kameras und Objektiven wird das meiner Meinung nach noch recht lange dauern. In neue Objektive und Kameras wird jedoch nicht mehr viel investiert werden.
      Aber auch die Sache mit Olympus ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Es bleibt abzuwarten, was Japan Industrial Partners aus der Kamerasparte Olympus machen wird.

      28. September 2020
      |Reply
  2. Rainer Langer

    Hallo Markus,
    Du hattest schon mehrfach in Deinem Blog von Feuchtigkeitsproblemen. Ich selbst bin in der Leuchtenbranche bei einem Produzenten für Innen-, Außen- und Sicherheitsbeleuchtung tätig. In unserem Produktportfolio haben wir auch Leuchten hoher Schutzart, wie z. B. IP 65. Diese sind gegen Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt. Dennoch treten immer wieder Fälle von Feuchtigkeitseintritt in den Leuchten auf. Dieses Problem ist unserer Branche auch bei anderen Produzenten bekannt. Der Grund ist das aus das Physik bekannte Boyle-Mariotte-Gesetz. Bei geschlossenen Produkten kann bei Temepraturänderungen in dem Produkt ein Unterdruck entstehen. Durch diesen Unterdruck wird Luftfeuchtigkeit in das Produkt gesogen und kondensiert als Wasser in dem Produkt. Dieser Effekt ist im Sinne eines Kunden leider kein Produktmangel. Der Schutz bezieht sich immer auf Eindringen von Wasser und nicht von Leuchtfeuchtigkeit. Vielleicht war das auch bei Deinen Problemen der Fall.
    Liebe Grüße aus dem Unterallgäu
    Rainer
    P.S. Aktuell findet in Obberstdorf der Fotogipfel statt. Dort ist auch Olympus mit einigen Aktionen und Seminaren aktiv.
    https://www.fotogipfel-oberstdorf.de/

    23. September 2020
    |Reply
    • Hallo Herr Langer,

      danke für die exakte Beschreibung des Boyle’schen Gesetzes. Dazu hätte ich noch eine Rückfrage, wenn Sie mir das gestatten: Das mit dem Unterdruck ist mir schon geläufig aus meiner beruflichen Tätigkeit. Jedoch taucht dazu bei mir die Frage auf, warum die Feuchtigkeit nicht wieder zurückdiffundiert, wenn ein Druckausgleich stattfindet
      Es muß doch im Fall des Objektivs von Herrn Waeger eine undichte Stelle im Korpus des Objektives vorhanden sein. Die Feuchtigkeit wird ja nicht durch das Glas der Frontlinse eindringen können, sondern eher durch eine Dichtung. Und die kann doch nicht undicht bei Unterdruck werden, und im Falle eines Druckausgleichs dicht sein.
      Der Druckausgleich könnte aber recht lange dauern, bei Überdruck ginge dies vermutlich schneller.

      29. September 2020
      |Reply
  3. Armin Loacker

    Danke für diesen ausführlichen Praxistest der beiden MFT-Zoomriesen! Ich finde es lobenswert dass du – als bekennender Olympususer – sehr objektiv die beiden Konkurrenten verglichen hast und trotz deiner schlechten Erfahrung mit dem Kundenservice von Panasonic neutral geblieben bist. Auch Olympus hat ja auch in punkto Wasserdichtheit sich etwas zu weit hinausgelehnt. Hinsichtlich der Abbildungsleistung des Lumix 100-400 bin ich auch am langen Ende sehr zufrieden. Pixelpeeper mögen das ev. anders sehen. Beim Bild der Wildkatze von deiner Frau Andrea, fotografiert mit Offenblende gibt es jedenfalls auch in Punkte Schärfe nichts zu meckern.

    21. September 2020
    |Reply
    • Nachdem ich einst darauf hingewiesen worden bin habe ich es anhand von Testcharts getestet und herausgefunden, dass das 100–400mm am langen Ende nicht schärfer abbildet, als das deutlich billigere 100–300mm von Panasonic. Bei realen Motiven ist aber wie gesagt selbst zum 300mm ƒ4 Pro der Unterschied selten relevant, wie die Beispiele ja auch zeigen.

      21. September 2020
      |Reply
  4. Die OM-D E-M10 III hat zum einen noch den kleineren Sensor von 16 Megapixel, ist also technisch nicht mehr ganz auf der Höhe. Ist aber dadurch nicht als schlecht zu bewerten. Jedoch bleiben im Bildformat 3:2 davon „nur“14 Megapixel übrig.
    Das Objektiv dagegen ist nicht mit dem Sigma zu vergleichen, da es eine andere Offenblende hat.
    Da sollten wir fairerweise nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Der Preis dieses Systems mit dem 12-40mm Objektiv läge bei 1180.- Euro.

    21. September 2020
    |Reply
    • Ja, und wenn ich Bild einer Canon EOS auf 4:3 zuschneide verliere ich auch Auflösung. Das sind konstruierte Argumente. Ich kann dem gegenüber mit dem 45mm ƒ1.8 argumentieren, wo es bei anderen Systemen nicht einmal annähernd etwas vergleichbares um den Preis gibt.

      21. September 2020
      |Reply
      • Es macht keinen Sinn, weiter aneinander vorbei zu reden. Ich bin Mitglied in einem Fotografenklub, deren Mitglieder sich für Ausstellungen auf das Seitenverhältnis 3:2
        geeinigt hatten, noch bevor ich dazu gestoßen bin. Da muß ich mich anpassen, nicht die langjährigen Mitglieder. Insofern handelt es keineswegs um konstruierte Argumente.
        Und da ich keine Porträtfotografie betreibe, interessiert mich eine Festbrennweite von 90mm KB herzlich wenig.
        Jedenfalls weiß ich aber jetzt, woran ich bin. Vielen Dank.

        21. September 2020
      • Ja, aber Vorgaben in einem Fotoclub haben nichts damit zu tun, dass Olympus zu teuer ist. Auch nicht, dass ein bestimmter Hersteller eine Kombi aus Kamera und Objektiv schnürt, das ein anderer Hersteller nicht hat, weshalb die einzeln gekauften Komponenten teuerer sind. Dass das Paket eine DSLR enthält, ist auch kein gutes Argument. DSLR ist ein »Walking Dead«. Das System ist tot. Ihre Hersteller scheinen zwar aus unerfindlichen Gründen weiter zu produzieren, obwohl die Lager überquellen. Deshalb schießen sie die Produkte auch zu Schleuderpreisen raus. Wer sich da einkauft, investiert fix in in System mit Ablaufdatum. Hinzu kommt, dass zumindest bei Nikon die Reihen unter der 9000er Serie funktional arg kastriert waren. Auf der Funktionsseite werden die von einer E-M10 in der Pfeife geraucht. Ich nehme an, bei Canon ist das nicht viel anders. Und auch für APS-C habe ich bei den Marken abseits von Fuji große Zweifel, dass da noch lange Zeit Leben in der Entwicklung ist. Mit zunehmendem Verfall der Sensorpreise werden die Leute bei ähnlichen Preisen lieber das Vollformat desselben Herstellers greifen. Dann werden die kleineren Systeme fallen.

        21. September 2020
  5. Waldemar Eibel

    ich habe mein Pana_Leica vekauft,,aus zwei Gründen,,,zu schwergängiger,ruckartiger Zoom und etwas flaue Bilder im Tele Endbereich,,,Mit dem Olympus 100/400 macht es wieder Spaß zu arbeiten.Bessere Schärfe und gut bedienbarer Zoom,,,

    21. September 2020
    |Reply
  6. Klasse Fotos aus der Tierwelt, gestochen scharf. Aber die Technik zu diesen Fotos, Objektive mit dem Äquivalenzwert von 600 bzw. 800mm Brennweite im Kleinbildformat haben schon einen Preis, den ich mir als Hobbyfotograf niemals werde leisten können.

    Ich bitte um Nachsicht, aber ich war über die kreative Fotoschule in zweiter Auflage auf diesen Blog aufmerksam geworden. Auch ich hatte Interesse am Mft-Format, weil es meinem Wunsch nach einer leicht transportablen Kamera mit leichten Wechselobjektiven näher gekommen wäre. Und aus meiner fotografischen Vergangenheit war mir die Marke Olympus immer in guter Erinnerung geblieben.

    Nun ist die Fotosparte des Herstellers Olympus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Ich finde es richtig, daß Sie die Marke gegen das Schlechtgerede anderer Fotografen verteidigen. Ich vermisse jedoch ihrerseits den Bezug zur Realität des Kameramarktes. Der ist schwieriger geworden, zweifelsohne. Jedoch glaube ich nicht, daß Olympus als Marke fortbestehen kann, wenn sie die Fotografen nicht da abholen, wo sie sind. Auch finanziell.

    Ich finde die Preise für die Optiken des Herstellers einfach überzogen. So generiert man keine neue Kundschaft. Als Neueinsteiger in Mft muß es Olympus einfach möglich machen, einen zur DSLR vergleichbaren Einstiegspreis zu schaffen. Und davon ist Olympus weit entfernt.
    Was dann den Umstieg auf ein höherwertiges Modell anbelangt, da mag Olympus dann den hohen Preis generieren. Da bin ich dann aber auch schon überzeugter Olympus-Mft-Kunde.

    Es geht mir nicht darum, die Qualität von Olympus in Frage zu stellen. Und wenn ein Produkt von guter Qualität ist, dann rechtfertigt das auch einen entsprechenden Preis. Nur wird der gute Kaufmann den Kunden auch immer erst von seinem Produkt probieren lassen, bevor er ihn als Stammkunden gewinnen kann. Das wollte ich doch einmal gesagt haben.

    20. September 2020
    |Reply
    • Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, weshalb man Unternehmen die Miese schreiben dauernd vorwirft ihre Produkte seien zu teuer. Wenn man nicht kostendeckend arbeiten kann, ist man zu billig. Die Märkte schrumpfen massiv und die Kunden fordern jedes Jahr noch bessere innovativere Produkte zu noch kleineren Preisen. Das ist genau das, was den Fotomarkt IMHO zerstört. Sony mag sich Preisschlachten leisten können, für Olympus ist das wohl schwierig. Das 100–400mm eröffnet Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren undenkbar waren. 1300 Euro ist dafür wirklich kein hoher Preis. Ich habe zwar im Moment gerade auch das 100–400mm von Sigma im Test (Berichte folgen) das deutlich weniger kostet, aber damit ist einige nicht möglich, was mit den MFT-Objektiven geht. Außerdem darf nicht außer acht gelassen werden, dass Sigma den Markt aller großen und kleineren Hersteller bedient. Olympus wird nicht in der Lage sein einen vergleichbaren Preis zu kalkulieren. Da sollte sich der MFT-Fotograf darauf einstellen in seiner Nische ein paar Euro mehr auszugeben.

      21. September 2020
      |Reply
      • Da interpretieren Sie jetzt aber etwas in meine Antwort hinein, was ich so nicht geschrieben habe. Ich werfe Olympus nicht generell vor, die Produkte seien zu teuer.
        Wenn Sie sich das bitte nochmals aufmerksam durchlesen könnten.
        Vielmehr hatte ich angemerkt, daß der Einstieg in das System Mft zu teuer ist.
        Ich hatte damit geliebäugelt, in Mft einzusteigen.
        Dann vergleichen Sie doch mal ein Einstiegspreis für die Canon Eos 250D mit einem Objektiv Sigma 17-50mm f=2.8. Das bekomme ich am Markt zum Preis von 750.- Euro. Das System kann ich so erwerben und testen. Gefällt es mir, werde ich es weiter ausbauen. Gefällt es mir nicht, kann ich es immer noch zum angemessenen Preis wieder veräußern.
        Das Pendant von Olympus wäre hier die OM-D E 10 Mark IV. Das entsprechende Objektiv zum Sigma wäre dann das 12-40mm f=2.8. Beide zusammen gibt es nicht als Kit zu kaufen, weshalb ich dann 1450.- Euro auf die Ladentheke legen müßte.
        Mit Verlaub, das halte ich für unangemessen. Zumal beim Verkauf bei Nichtgefallen das gleiche Problem wieder auftritt, um die Kamera wieder zu verkaufen.
        Und hier geht es eben nicht darum, mal ein paar Euro mehr auszugeben. Das ist fast das Doppelte! So gewinnt man keine Neukunden.

        21. September 2020
      • Die E-M10 III mit 12–42mm um knapp 600 Euro ein Kit mit 2 Objektiven kostet knapp 800 Euro. 2020 noch in DSLR einzusteigen würde ich eher nicht raten.

        21. September 2020

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: