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Monat: Oktober 2019

Eichelhäherherbst

Posted in Bilder

Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 | 300mm (600mm KB) | ƒ4.5 | 1/1600s | ISO500 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 | 300mm (600mm KB) | ƒ4.5 | 1/1600s | ISO400 | Capture One

Auf Wikipedia ist zu lesen, »der Eichelhäher ist ein Sinngvogel aus der Familie der Rabenvögel«. Ich persönlich habe noch nie einen singen gehört. Was man von ihm meist hört ist sein heiserer Schrei. Meist vernimmt man ihn schon aus der Ferne und was man von ihm in der Regel zu sehen bekommt, ist sein Abflug. Weil sein Ruf auch andere Tiere darauf aufmerksam macht, dass etwas möglicherweise Bedrohliches im Anmarsch ist, nennt man Eichelhäher auch die »Polizei des Waldes«.

Während man seiner Stimme seine Zugehörigkeit zu den Krähenvögeln durchaus anhört, lässt sein wunderschön gezeichnetes Gefieder kaum darauf schließen.

Im Herbst vor zwei Jahren wimmelte es hier in Vorarlberg von Eichelhähern. Auf sämtlichen Ried- und Forstwegen sah man sie Eicheln und Nüsse aufpicken – der Name Eichelhäher kommt nicht von ungefähr –, auf Schritt und Tritt schossen sie mit Eicheln im Schnabel vorbei. Letzten Herbst hingegeben ist uns – ebenso wie vor drei Jahren – kaum einer begegnet. Dieses Jahr scheint eher wieder ein »Eichelhäherjahr« zu sein.

In den vergangenen Jahren hat sich mein Interesse in der Fotografie von People immer mehr zu Natur, Tier und Landschaft verlagert. Ich liebe es mit der Kamera durch die Natur zu streifen und die Impressionen um mich herum einzufangen. Dabei ist für mich vor allem der Weg das Ziel – im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinn.

Seit meiner Kindheit verbringe ich gerne Zeit in den Bergen und in der Natur, bevorzugt abseits ausgetretener Touristenpfade – die schönsten Touren sind für mich immer die, auf denen mir wenige Menschen begegnen. Glücklicherweise kann ich diese Leidenschaft mit meiner Frau teilen. Sie wiederum hat bei mir das Interesse an Vögeln und Schmetterlingen geweckt – ihre Fotos veröffentlicht sie unter anderem bei 500px.

Wer schon öfter hier gelesen hat, weiß wahrscheinlich, dass es meine Anforderung Fotografie mit Mobilität zu verbinden war, die mich zu MFT geführt hat. In der Regel sind Andrea und ich mit jeweils zwei Kameras unterwegs. Einmal mit Supertele um Vögel, Insekten und Wildtiere ablichten zu können. Die andere Kamera trägt üblicherweise ein Weitwinkelzoom, meist ein M.Zuiko 12–40 oder ein M.Zuiko 12–100, um Landschaftsimpressionen abzulichten.

Nun kommt man leider zu Fuß allein nicht besonders weit und auf jedem Ausflug dieselbe Landschaft abzubilden ist auf die Dauer dann doch etwas eintönig. Nicht zuletzt erschöpft sich dabei auch der Artenreichtum an Tieren, denen man dabei begegnet. Öffentliche Verkehrsmittel sind nur bedingt eine Alternative, sind die Ziele die sich damit erreichen lassen ja auch beschränkt und den Ausgangspunkt einer Wanderung schon früh zu erreichen ist meist schwierig. Außerdem macht es auch keinen Spaß die trotz MFT nicht gerade federleichte Ausrüstung auch noch lange durch Züge und Busse zu schleppen, zumal wenn diese überfüllt sind.

Der PKW wiederum ist in Zeiten der nahenden Klimakatastrophe allerdings auch ein zunehmend fragwürdigeres Beförderungsmittel. Ich kann mir zwar weder beruflich noch privat vorstellen in absehbarer Zeit darauf verzichten, dennoch ist es mir wichtig seinen Einsatz so weit als möglich zu reduzieren (und wenn, dann verbrauchsoptimiert zu fahren). Eine gute Alternative haben wir uns in diesem Frühjahr mit zwei E-Bikes angeschafft. Damit erzielen wir einen Aktionsradius von 20–30km. Ursprünglich war angedacht, dass wir damit die zuvor per Auto erforderlichen Fahrten in die Riedlandschaften, zu den Baggersehen der Umgebung und an den Bodensee ersetzen, sie abstellen und zu Fuß weiter ausschweifen. Schnell hat sich aber herausgestellt, dass sich mit dem Rad komplette Fototouren machen lassen.

Die Kamera mit Weitwinkel habe ich dabei in der Regel mittels eines Peak-Design-Capture-Clips am Rucksack oder Gürtel befestigt, die E-M1X mit Supertele befindet sich in einem Case auf dem Gepäckträger des Fahrrads. Daraus lässt sich die Kamera ausreichend schnell befreien, um rasch einen Vogel, einen Schmetterling oder ein Reh in der Umgebung zu erwischen.

KTM-Case auf meinem E-Bike
KTM-Case offen mit Olympus E-M1X mit M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro

Panasonics gegen Staub abgedichtete Objektive sind nicht gegen Staub abgedichtet

Posted in Theorie & Technik

Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, dass ich darüber berichtete, wie ich nach einem Aufenthalt an der Nordsee mit Sand im Tubus meines Panasonic Leica 100–400mm Objektivs nachhause kam. Bemerkbar machte sich das durch ein unschönes Kratzen beim Drehen an Zoom- und Fokusring. Natürlich ist mir klar, dass ein Aufenthalt an einem windigen Sandstrand eine Herausforderung für ein Objektiv darstellt, ebenso wie das Fotografieren im Regen. Aber genau aus diesem Grund investiere ich auch einmal das Doppelte in Equipment das verspricht solchen Bedingungen zu widerstehen. Zumindest meine Olympus-Objektive, die derselben Situation ausgesetzt waren, haben das auch anstandslos getan.

In der Annahme, es könne für einen Hersteller kein Problem sein ein Objektiv zu zerlegen und zu reinigen, übergab ich es an meinen Fachhändler und der an Panasonic. Ein paar Wochen später erfuhr ich, dass eine Reinigung dem Preis eines neuen Objektivs entsprochen hätte. Wie es sein kann, dass in ein Objektiv Sand eindringt, das laut Panasonic gegen Staub abgedichtet ist, hat der Hersteller nicht verraten.

Vor einigen Wochen entdeckte ich nun, dass mittlerweile ein mit freiem Auge sichtbares Staubteilchen im inneren des Objektivs an der Frontlinse haftet. Wieder übergab ich es an den Händler und der wieder an Panasonic.

Jetzt sollte die Reparatur gleich mehr kosten als ein neues Objektiv, und Panasonic begründete, dass das Objektiv zwar gegen Spritzwasser abgedichtet sei, nicht aber gegen Staub. Das ist interessant, denn auf Panasonics Website ist unmissverständlich zu lesen, dass das Zoom gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet sein soll.

Man kann sich aussuchen, ob man von leerer Versprechung oder doch besser gleich von Lüge sprechen soll.

Wenn ein Objektiv nach einem Nachmittagsaufenthalt an einem Badestrand bereits irreparablen Schaden davon trägt, ist wohl klar, dass so ein Equipment völlig unbrauchbar ist, wenn Leute – von Berufs wegen oder aus Leidenschaft – strapaziöse Expeditionen auf sich nehmen oder beispielsweise als Reporter in Krisengebiete reisen.

Ich bin kein reiner Schönwetterfotograf. Unwirtliche Witterungsbedingungen können bezaubernde Szenen schaffen – Szenen die einem entgehen, wenn man nur bei Sonnenschein vor die Tür geht. Dadurch sind solche Motive rarer als Fotos von Schönwetterlandschaften und Sonnenuntergängen, was sie wiederum besonders reizend macht. Und auch, wenn man bei Sonnenschein loszieht, kommt es immer wieder vor, dass man von Regen oder Sturm überrascht wird.

Der Mehrwert einer zuverlässigen Abdichtung gegenüber widrigen Witterungsbedingungen ist mir einen Mehrpreis absolut wert – auch einen deutlichen. Allerdings erwarte ich, dass das Objektiv auch hält, was der Hersteller verspricht. Und sollte der Schadensfall doch einmal eintreten wäre zumindest Kulanz angezeigt. Wozu sonst sollte man Geld für abgedichtete Gehäuse ausgeben, wenn man diese in der Praxis genauso penibel gegen Umwelteinflüsse schützen muss, wie deutlich billigere Linsen. Gerade Panasonics 100–400 ist nicht gerade dafür berühmt seinen Preis durch optische Exzellenz zu rechtfertigen – am langen Ende der Brennweite ist es kaum besser als halb so teure MFT-Zooms die bis 300mm reichen. Umso mehr wäre es angebracht, dass zumindest die Abdichtung die Investition rechtfertigt.

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Posted in Rezension

Die erste Auflage meiner kreativen Fotoschule erhielt bei Amazon 61 Rezensionen mit einem Bewertungsschnitt von 4,8, womit es im Amazon-Fotobuch-Ranking immer recht weit vorne stand. Die zweite Auflage hat aktuell zwar sogar einen Bewertungsschnitt von 5 von 5, allerdings seit dem Erscheinen im Frühjahr gerade einmal sieben Rezensionen erhalten. Damit rangiert es weit hinten im Amazon-Ranking, was natürlich auch im Verkauf des Buches zu spüren ist. Dabei habe ich das Buch noch einmal vollkommen überarbeitet und bin sicher, dass es noch wesentlich besser geworden ist.

Dass Rezensionen seit Jahren rückläufig sind, merken natürlich alle Verlage und Autoren. Bücher die lediglich nachgedruckt werden haben dabei den Vorteil, dass sie die vor Jahren erworbenen Bewertungen weiterhin mitziehen. Überarbeitet ein Autor sein Werk hingegen so gründlich wie ich das hier gemacht habe, gehen die alten Rezensionen verloren und man beginnt von vorne.

Deshalb bitte ich Leser meiner Bücher gelegentlich das Buch zu bewerten und/oder eine kurze Rezension zu schreiben, wenn sie mit dem Buch zufrieden sind – eben beispielsweise via Amazon –, so wie es bei Software und Apps auch seit langem gemacht wird. Ich bin einfach überzeugt, dass meine Fotoschule einen Ansatz verfolgt Fotografie zu vermitteln, wie er so sonst nirgends zu finden ist. Vor allem deshalb fände ich es besonders schade, wenn Rheinwerk es wegen zu geringer Verkaufszahlen aus dem Programm nehmen würde – mehr, als es mich bei dem einen oder anderen meiner Bücher schmerzen würde.

Danke!