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Schlagwort: InDesign

InDesign CC: Einstellungen zurücksetzen und Voreinstellungen

Posted in Adobe InDesign

Es gibt bereits eine ganze Serie an Tutorials zu InDesign von mir. Diese sind zwar überwiegend nach wie vor aktuell, dennoch starte ich hiermit eine neue Serie über das Layout-Programm, bei der ich einige Tutorials aus meinen Workshop-Buch über InDesign – »Adobe InDesign CC – Schritt für Schritt zum perfekten Layout (Links: Verlag | Amazon-Affiliate) – heranziehe und vorführe.

Kurse

Posted in Kurse

Seit 2005 unterrichte ich für die epos|akademie in Götzis in Vorarlberg. Epos ist der führende Apple-Händler in Österreichs westlichstem Bundesland und bietet seit den späten 1990ern auch Seminare zu Apple-Produkten und Gestaltungsprogrammen an. Die Seminare stehen selbstverständlich auch Windows-Anwendern offen – über die Hälfte der Teilnehmerinnen meiner Kurse arbeitet primär oder ausschließlich mit Microsofts Betriebssystem.

Die epos|akademie ist ein kleines Seminarunternehmen. Es bestehen zwei Seminarräume. Einmal ein mit 10 Macs ausgestatteter Raum für die Kurse an den Computern und ein zweiter Raum für Kurse für die keine Rechner notwendig sind. Die Kurse finden vier bis zehn Teilnehmerinnen statt. Die kleinen Gruppen ermöglichen es mir als Seminarleiter optimal auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Anforderungen der einzelnen Anwender einzugehen. Als kleiner Anbieter fällt es uns leicht persönlichen Service ganz groß zu schreiben. Folgende Kurse und Lehrgänge werden von mir unterrichtet.

Adobe InDesign – die komplette Basis

Das Seminar basiert auf meinem Buch »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout«. Es richtet sich an Anwenderinnen die gerade erst mit dem Programm beginnen, sowie an jene, die bereits damit arbeiten und ihre Effizienz mit dem Programm verbessern möchten.

Das Seminar beginnt mit dem Einrichten der Benutzeroberfläche, dem Anlegen von Dokumenten und dem Seitenmanagement, vermittelt wie sich mit Layoutrahmen einfache Grafiken erstellen lassen, beschreibt den Umgang mit Farben, führt in die Arbeit mit Bildern ein und erklärt ausführlich die Formatierung von Texten sowie den Umgang mit umfangreichen Mengentexten. Die Formatierung von Listen wird generell, der Umgang mit Tabellen bei Bedarf erklärt. Abgeschlossen wird mit der Überprüfung der Dokumente für die Erstellung druckreifer PDFs sowie dem PDF-Export.

Alle wichtigen Inhalte werden von den Teilnehmerinnen in kurzen Übungen wiederholt, um zu überprüfen ob sich das Gesehene und Gelernte auch im Alleingang umsetzen lässt.

Das Seminar dauert 28 Stunden und findet an vier Tagen oder acht Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Adobe InDesign für Experten

»Adobe InDesign für Experten« beginnt da, wo »die komplette Basis« endet. Auch dieses Seminar basiert auf »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout«, nimmt allerdings die Fortgeschrittenen-Techniken auf, die darin beschrieben sind.

Das Seminar erklärt beschreibt die Möglichkeiten der Arbeit mit Volltonfarben und erklärt Farbmanagement in InDesign, zeigt die Möglichkeiten zur effizienten Textformatierung großer Textmengen mit Hilfe von Absatz- und Zeichenformaten sowie Suchen/Ersetzen und GREP auf, beschreibt das Management von Büchern, das Erstellen komplexer Listen und Tabellen, den Aufbau von hierarchisch gegliederten Überschriften, die Erstellung von Inhaltsverzeichnissen und Indizes, das Anlegen von Querverweisen, sowie die Arbeit mit Fußnoten.

Das Seminar dauert 14 Stunden und findet an zwei Tagen oder vier Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Adobe Photoshop – die komplette Basis

Das Seminar basiert auf meinem Buch »Adobe Photoshop – Schritt für Schritt zum perfekten Bild«. Es richtet sich an Anwenderinnen die gerade erst mit dem Programm beginnen, und ebenso an jene, die bereits damit arbeiten und ihre Effizienz mit dem Programm verbessern möchten. Wer mit der Arbeit mit Ebenenmasken noch nicht vertraut ist, wird wahrscheinlich in diesem Seminar seinen optimalen Lernweg finden, den anderen empfehle ich den Fortgeschrittenenkurs.

Ich beginne auch dieses Seminar mit dem Einrichten der Oberfläche. Daran schließen sich die praktisch wichtigen theoretischen Grundlagen an und es wird erörtert was es mit Pixeln und Auflösung auf sich hat, und was beim Umgang mit Farbe zu beachten ist. Danach folgen Schritt für Schritt das Erstellen von Auswahlbereichen, das Freistellen und Maskieren, das Verbessern von Helligkeit und Kontrast, die Korrektur von Farbstichen und die Manipulation von Farben, die Grundlagen der Arbeit mit RAW-Dateien, das Erstellen von Montagen, die Grundlagen der Bildretusche, die Arbeit mit Text, und die Möglichkeiten von Filtern und Effekten.

Alle wichtigen Inhalte werden von den Teilnehmerinnen in kurzen Übungen wiederholt, um zu überprüfen ob sich das Gesehene und Gelernte auch im Alleingang umsetzen lässt.

Das Seminar dauert 28 Stunden und findet an vier Tagen oder acht Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Adobe Photoshop für Experten

Das Seminar basiert auf meinem Buch »Adobe Photoshop – Schritt für Schritt zum perfekten Bild«, nimmt allerdings die komplexeren und anspruchsvolleren Beispiele auf. Die Inhalte des Seminars »die komplette Basis«, vor allem die Arbeit mit Einstellungsebenen und Ebenenmasken, sollten Vertraut sein.

Es wird das Erstellen komplexer Auswahlen mit Hilfe von Farbauswahl und Kanälen sowie das Erstellen von Luminanzmasken erklärt, das Freistellen haariger Subjekte, professionelle Möglichkeiten der Helligkeits- und Farbkorrektur mit Hilfe von Histogrammen, Gradationskurven und Farbkanälen, die Gesichtsretusche sowie das Glätten von Haut mit Hilfe frequenzmodellierter Hautretusche sowie das Erstellen von Montage u.a. mit Hilfe von Füllmethoden.

Das Seminar dauert 14 Stunden und findet an zwei Tagen oder vier Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Adobe Illustrator

Dieses Seminar beschreibt die Arbeit mit dem führenden Grafik- und Vektorprogramm, Adobe Illustrator. Es richtet sich sowohl an Neueinsteiger, als auch an bereits etwas erfahrende Anwender, die ihre Know-how vertiefen und Ihre Arbeitseffizienz verbessern möchten. Es beginnt bei der Erstellung einfacher Grafiken, erklärt den Umgang mit Farbe und Farbfeldern, zeigt, wie sich mit Hilfe der Transformieren-Funktionen komplexere Grafiken konstruieren lassen, zeigt dem Anwender und wie sich mit Hilfe des Zeichenstiftes komplexe Grafiken zeichnen lassen. Der Umgang mit Text wird ebenso vermittelt wie das Beschneiden von Bildern. Am Ende kennen die Kursteilnehmerinnen alle in der Praxis relevanten Funktionen des Programms.

Alle wichtigen Inhalte werden von den Teilnehmerinnen in kurzen Übungen wiederholt, um zu überprüfen ob sich das Gesehene und Gelernte auch im Alleingang umsetzen lässt.

Das Seminar dauert 28 Stunden und findet an vier Tagen oder acht Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Die komplette Druckvorstufe mit Adobe CC

Dieser siebenwöchige Lehrgang bündelt die Inhalte der Kurse »Adobe InDesign – die komplette Basis«, »Adobe Photoshop – die komplette Basis« und »Adobe Illustrator«. Er richtet sich an alle, die mit den führenden Druckvorstufenprogrammen von Adobe professionell und effiziente Layouts erstellen möchte. Der etwas umfangreichere Zeitumfang im Vergleich zu den Einzelkursen sowie die Möglichkeit der Abstimmung der Inhalte macht den Kurzlehrgang sinnvoll für jeden, der alle drei Programme lernen möchte.

Der Lehrgang umfasst 98 Stunden an 14 Tagen. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Affinity Photo

Das britische Software-unternehmen Serif hat mit Affinity Photo einen viel beachteten und ernstzunehmenden Mitbewerber für Adobe Photoshop auf den Markt gebracht. In diesem Seminar erkläre ich alle wichtigen Grundlagen der Bildbearbeitung damit. Die Inhalte basieren auf meinem Buch »Affinity Photo – Schritt für Schritt zum perfekten Bild«.

Das Seminar dauert 14 Stunden und findet an vier Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Die epos Fotoschule

Nachdem ich 2011 mein Buch »Kreativ Fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt« veröffentlicht hatte bot es sich an, daraus einen Kurs zu machen. Das aktuelle Seminar basiert auf der neuesten Auflage des Nachfolgers dieses Buches, »Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«.

Der Kurs richtet sich an alle, die lernen wollen die Funktionen ihrer Kamera zu verstehen und kreativ einzusetzen. Optimal ist dafür natürlich eine eigene Systemkamera, es haben aber auch schon Teilnehmer mit kompakten Apparaten Teil genommen. Der Kurs vermittelt die kreative Fotografie auf Basis umfangreicher Präsentationen, es wird aber ebenso ausprobiert, und – sofern das Wetter es zulässt – im Freien fotografiert.

Das Seminar dauert 18 Stunden und findet an drei Tagen oder sechs Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

Grafik und Gestaltung

So wie »die epos Fotoschule« basiert auch dieser Crash-Kurs in Sachen Gestaltung auf einem meiner Bücher. »Grafik und Gestaltung« ist seit seinem Erscheinen 2010 wohl soetwas wie das Standardwerk zu Grafikdesign in deutscher Sprache.

Die Inhalte des Seminars sind die Grundlagen von Grafikdesign und Wahrnehmung, Formenlehre, Farbenlehre, Arbeit und visuelle Kommunikation mit Bildern, Schrift, Lesetypografie, Gestaltungsraster sowie Corporate Design. Die Themen werden begleitet von zahlreichen Anschauungsbeispielen in einer umfangreichen Präsentation und in der Runde besprochen und diskutiert. Computer werden dabei keine eingesetzt.

Das Seminar dauert 28 Stunden und findet an vier Tagen oder acht Abenden statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website der epos|akademie.

epos Werbelehrgang

Der Werbelehrgang ist ein etwa acht Monate dauernder berufsbegleitender Intensiv-Lehrgang, an dessen Ende eine Präsentation einer Projektarbeit vor einer Jury aus drei Experten steht. Die Teilnehmer lernen nicht nur mit den in der Medienbranche dominanten Programmen umzugehen, sondern auch visuelle Kommunikation und Werbung im Rahmen des Marketings zielgruppengerecht und effizient zu gestalten.

Neben der Arbeit mit den Programmen Adobe Illustrator, InDesign, Photoshop und XD, lernen die Teilnehmerinnen Formenlehre, Farbenlehre, Typografie, Webdesign, SEO und SEM (Suchmaschinenoptimierung) Kommunikationsdesign, Marktkommunikation, die Grundlagen des Marketing, Werbekonzepte entwicklen, die Grundlagen der Textgestaltung, und vieles mehr, was erforderlich ist Werbung gekonnt zu platzieren.

Unterrichtet werden diese Inhalte aus einem Team aus sieben Spezialisten, in dem ich den Bereich Druckvorstufe, visuelle Kommunikation und Gestaltungsprogramme inne habe, sowie die Leitung des Lehrgangs.

Ich habe in den letzten Jahren mehrere Artikel über den Lehrgang gepostet, unter anderem hier, hier und hier. Besonders gefreut hat mich zuletzt dieses Feedback einer Absolventin, die an den Lehrgang ein Studium in München angehängt hatte:

Der Werbelehrgang war wirklich super und ich habe viel mehr gelernt als an der Uni. Das hab ich dann nur noch durchgezogen damit ich den Wisch habe …

Catrin Mungenast, Grafikdesignerin

Der Lehrgang ist berufsbegleitend und findet jeweils Freitags Nachmittags und Samstags statt. Er umfasst 330 StundenWeitere Informationen, Termine und Anmeldemöglichkeit an 55 Tagen. Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit sind auf der Website der epos|akademie zu finden.

Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout

Posted in Bücher

2010 erschien mein großes Werk, »Grafik und Gestaltung«. Darin geht es um die allgemeinen Grundlagen der grafischen Gestaltung. In der Praxis entstehen die meisten Layouts die in den Druck gehen in Adobe InDesign. Deshalb nahm ich in dem Buch mehrmals Bezug auf das Programm. Allerdings ließ sich das Thema in einem Grundlagenwerk nur streifen.

Mit »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« wollte ich »Grafik und Gestaltung« ein Praxisbuch für die Anwendung der Gestaltungsgrundlagen in Adobe InDesign zur Seite stellen. Ich wollte nicht einfach nur ein Buch über eine Software schreiben, und darin ihre Funktionen und Werkzeuge beschreiben, sondern vielmehr schwebte mir vor das vor dem Hintergrund einer grafisch kompetenten Umsetzung zu tun.

Kapitel 1: Oberfläche und Grundlagen

Im 1. Kapitel beschreibe ich die Programmoberfläche, zeige welche Voreinstellungen ich zu ändern empfehle, wie sich InDesign über die Voreinstellungen hinaus individualisieren lässt, wie man die Oberfläche für eine effiziente Arbeit einrichten und als Arbeitsbereich speichern kann, erkläre alles Wissenswerte zum Thema Ansicht und führe vor, wie sich Tastaturbefehle anpassen lassen.

Kapitel 2: Dokumente erstellen und verwalten

Zu Adobe InDesigns Stärken gehören das Erstellen und Gestalten umfangreicher Dokumente. In Kapitel 2 erkläre ich alles Wissenswerte zur Verwaltung von Dokumentseiten.

Kapitel 3: Grafische Aufgaben

InDesign ist kein Grafikprogramm im herkömmlichen Sinn. Dennoch starte ich den Einstieg in die kreative Arbeit mit dem Layoutprogramm mit der Erstellung grafischer Arbeiten, denn anhand dieser lässt sich das Grundkonzept der Software – die Arbeit mit sogenannten Layoutrahmen – am besten Erlernen. Dabei beschreibe ich nicht nur die technischen Aspekte, sondern zeige, wie man Werkzeuge und Funktionen so einsetzt, dass eine Gestaltung entsteht, die den Prinzipien des Designs entsprechend auf Achsen und Proportionen aufbaut.

Kapitel 4: Grundlagen der Textbearbeitung

Es folgt ein Kapitel über die wesentlichsten Grundlagen zur Arbeit mit Text.

Kapitel 5: Farbe

Technisch betrachtet geht es bei der Gestaltung druckreifer Daten um die Einstellung von Farben, das Erstellen von Farbfeldern, die Arbeit mit Volltonfarben, das Farbmanagement sowie die Kontrolle korrekter Farbeinstellungen mit Hilfe des Separationen-Bedienfelds. Doch Farbe ist auch ein wesentlicher Aspekt der Gestaltung. Deshalb gehe ich auch auf Farbharmonien, Farbkontraste sowie darauf ein, wo bei der Anwendung von Farbe Gestaltungsfallen lauern.

Kapitel 6: Bilder und Grafiken

Wer in InDesign anderes setzen will, als Romane, wird es auch mit Bildern zu tun hat. In diesem Kapitel erkläre ich alles Wissenswerte über das Platzieren von Bildern, das Anpassen und Bearbeiten, worauf man bei Pixelbildern achten muss, welche Möglichkeiten Graufstufenbilder bieten und wie man platzierte Bilder an ein anderes Programm zur Bearbeitung übergibt, wie man mit verschiedenen Arten freigestellter Bilder arbeitet, zeige Beispiele mit Bitmap- und Duplex-Bildern, demonstriere wie man ein Bild in mehrere Rahmen oder auch in Buchstaben platzieren kann. Außerdem zeige ich auch, wie man einen Freisteller in InDesign erstellt.

Kapitel 7: Lesetypografie

Die wichtigste Aufgabe in InDesign ist bei vielen Gestaltungsaufgaben die Formatierung von Text. Lesetypografie entsteht aber nicht, indem man eine schicke Schrift aussucht, und das Gros der Einstellungen den Werksvorgaben des Programms überlässt. Im Gegenteil! Für die meisten Aufgaben ist die voreingestellte Schriftgröße zu groß und der Zeilenabstand zu gering. In diesem Kapitel erkläre ich wie sich InDesigns Möglichkeiten zur Textformatierung so einsetzen lassen, dass exzellente Typografie entsteht. Dabei kommt aber auch nicht zu kurz, wie man nicht nur sauber, sondern auch Effizient gestaltet, indem man Absatz- und Zeichenformate nutzt, sowie die Möglichkeiten der Automatisierung.

Kapitel 8: Detailtypografie

Während sich das 7. Kapitel der Gestaltung großer Textmengen widmet, geht das 8. in die Details. Auch hier versuche ich so gut als möglich die praktischen Werkzeuge mit einer gestalterisch gekonnten Anwendung zu verbinden.

Kapitel 9: Musterseiten und Gestaltungsraster

Vater der Idee dieses Buches über InDesign, war, ein Buch über Gestaltungsraster zu schreiben. Ich habe mich bereits in »Grafik und Gestaltung« ausgiebig mit diesem Thema befasst. Mir wäre bislang kein wirklich gutes Praxisbuch zur Planung und Anlage von Gestaltungsrastern bekannt. Als Standardwerke werden noch immer Publikationen aus einer Zeit, lange bevor Computer zur Gestaltung zum Einsatz kamen, genannt. Dabei bieten Programme wie InDesign heute Möglichkeiten, die die Konzepte von damals wirklich alt aussehen lassen.

Als ich über ein Konzept über ein modernes Praxisbuch über Rastertypografie nachdachte, wurde mir bewusst, dass man das kaum machen kann, ohne dabei stark auf InDesign Bezug zu nehmen. Weshalb also nicht gleich ein ganzes Praxisbuch über InDesign schreiben. Und so ist dieses Buch entstanden. Im 9. Kapitel beschreibe ich, wie man die Möglichkeiten von InDesign nutzt, mit Effizienz zu aufgeräumten und designt wirkenden Layouts zu gelangen.

Kapitel 10: Effekte

»Weniger ist mehr« ist ein wichtiger Leitspruch im Design. Speziell für Effekte sollte das gelten. Doch wie sagte einst ein schöner Werbespruch über Beton: »Es kommt drauf an, wes man draus macht.« In diesem Sinn zeige ich in diesem Kapitel, welche Möglichkeiten zu Effekten InDesign bietet.

Bild in Text

Kapitel 11: Listen und Tabellen

Zu den Eselsarbeiten in InDesign gehört das Formatieren von Tabellen. In diesem Kapitel zeige ich, wie man mit InDesigns – zugegebenermaßen sehr komplexen – Tabellenfunktionen selbst umfangreiche Tabellen effizient formatieren kann.

Außerdem demonstriere ich, wie sich Listen effizient formatieren lassen. In meinen InDesign-Kursen überrascht mich oft, wie wenig teils recht erfahrene Anwender darüber wissen, und wie umständlich sie manchmal vorgehen, Listen zu formatieren, die sich mit den richtigen Einstellungen sehr viel effizienter gestalten ließen.

Kapitel 12: Buch-Funktionen

Kapitel 12 dreht sich um einen wesentlichen Kern meiner Arbeit als Buchgestalter: Um die Funktionen rund um Bücher. Dazu gehört, wie sich mittels einer speziellen Palette mehrere InDesign-Dokumente zusammen als Buch verwalten lassen, wie man diese Dokumente abgleichen kann, wie man Inhaltsverzeichnisse und Indizes erstellt, sowie das Setzen von Querverweisen.

Kapitel 13: Datenaufbereitung und Ausgabe

Wer mit InDesign Dokumente gestalten, will Sie in der Regel auch ausgeben, in der Regel für den Druck. In diesem Dokument zeige ich, wie man Dokumente überprüft, allfällige Reparaturen ausführt, Adobe-Stock-Fotos übernimmt, Daten für den Druck verpackt und PDFs erstellt.

Kapitel 14: Interaktive Dokumente

Oberflächlich betrachtet scheint InDesign perfekt für die Erstellung interaktiver Dokument gerüstet zu sein und wahrscheinlich wollte Adobe das Programm auch in diese Richtung entwickeln. Ich hatte immer Zweifel, dass sich Print und Interaktiv effizient in einem Programm verbinden lässt – die beiden Dinge sind zu verschieden. Es ist wie mit diesen Amphibienfahrzeugen, mit denen man sowohl im Wasser, als auch auf Land vorwärts kommt: Sie können beides nicht einmal mittelprächtig.

InDesign ist ein hervorragendes Programm für die Druckvorstufen, aber kaum für die Aufbereitung interaktiver Daten geeignet. Adobe hat das längst selbst erkannt und setzt auf andere Produkte – die Profis der interaktiven Produktion tun das ebenfalls. Vieles von dem, was InDesign an interaktiven Fähigkeiten bietet, lässt sich nur im Flash-Format ausgeben, und dabei handelt es sich um ein totes Dateiformat. Dennoch sind nicht alle Interaktiv-Funktionen von InDesign für die Katz. Mit etwas Know-how, lassen sich beispielsweise PDF-Formulare mit ausfüllbaren Feldern erstellen, die darüber hinaus auch noch barrierefrei sind. Im letzten Kapitel zeige ich, wie das geht.


Markus Wäger: Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout

Leser-Rezensionen

Mein persönliches Lieblingskapitel ist natürlich »Bilder und Grafiken«, »Musterseiten und Gestaltungsraster« (letzteres hilft mir bei meinen Fotobüchern richtig gut) und »Lesetypographie«. Bei diesen Kapiteln fällt mir besonders auf, dass der Autor nicht nur InDesign erklärt sondern das Ganze mit seinem Wissen über Layout und Design kombiniert.

Tandoor (Amazon)

Ich arbeite nun schon länger mit InDesign, konnte aber auch durch dieses Buch wieder neue Funktionen kennen lernen.

Christian K. (Amazon)

Mehr als 150 Workshop-Einheiten bietet das Buch und alle Dateien stehen als Download zur Verfügung. Das nenne ich zeitgemäß und praktisch!

Wombatine (Amazon)

Freefonts für Design

Posted in Adobe InDesign

Bis zu meinem Buch über InDesign (Rheinwerk Verlag | Amazon Affiliate-Link) habe ich in InDesign-Kursen stets in erster Linie mit den Adobe-CC-Standardschriftarten Myriad, Minion und Garamond gearbeitet, was auf die Dauer etwas phantasielos und langweilig ist. Für »Adobe InDesign CC – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« wollte ich etwas mehr Vielfalt einbringen, nicht zuletzt um die Leser auch zu animieren auch zu Typen abseits einiger System- und CC-Schriften zu greifen.

Gerade in den Besprechungen von Teilnehmerarbeiten beim epos Werbelehrgang merke ich immer wieder, wie auch Laien – das sind die Teilnehmer zu Beginn des Lehrgangs in der Regel – auf gut gewählte Schriftarten abseits des Mainstreams reagieren. Schrift gehört neben Bildern zu den wichtigsten Rohmaterialien des Grafikdesigns, wirken aber im Gegensatz zu Bildern eher unterschwellig, weshalb viel zu oft viel zu wenig Augenmerk auf die Auswahl gelegt wird.

Zu Beginn der Arbeit am InDesign-Buch plante ich natürlich mit Schriften aus dem Adobe-Typekit zu arbeiten. Leider (oder zum Glück) musste ich früh entdecken, dass nicht jeder Lizenznehmer der Adobe Creative Cloud dieselben Schriftarten ohne Zusatzkosten installieren kann. Deshalb entschied ich mich auf Freefonts zurückzugreifen, die ich samt und sonders von der exzellenten Freefont-Seite Fontsquirrel herunter lud. Dies sind die verwendeten Schriftarten.

Neues Buch: Adobe InDesign CC

Posted in etc.

Es heißt, wenn man etwas wirklich verstehen wolle, solle man ein Buch darüber schreiben. Ich habe Bücher über Bildbearbeitung, Grafikdesign, Fotografie und Farbenlehre geschrieben und kann dem nur zustimmen. Nach meinem umfassendsten Werk »Grafik und Gestaltung« drängte es sich auf, einzelne Kapitel daraus in eigenen Büchern zu vertiefen. Zu Schrift, Typografie und Corporate Design gibt es allerdings ein breites Angebot guter Lektüre und ich sehe nicht, was ich dem an Fehlendem, Neuem oder Innovativem hinzufügen könnte. Anders bei den Themen Farbe und Gestaltungsraster.

Bücher über Farbe gibt es zwar auch einige, aber keines, das sich speziell an Grafiker richtet. Und die Werke zu Rastersystemen stammen aus einer Zeit, als Typografie noch Blei- oder Fotosatz bedeutete, oder basieren auf Konzepten dieser Zeiten. Dabei eröffnen digitale Werkzeuge ganz andere Möglichkeiten!

Mein »ABC der Farbe« ist 2017 erschienen und auf knapp 400 Seiten gekommen. Ein Buch ausschließlich über Gestaltungsraster wäre deutlich kompakter ausgefallen. Allerdings hatte ich bereits bei der Arbeit an »Grafik und Gestaltung« festgestellt, dass es nicht sinnvoll ist, Rastersysteme erklären zu wollen, ohne Bezug auf das Werkzeug zu nehmen mit dem nahezu alle Grafiker arbeiten: InDesign. Ich schlug meinem Verlag deshalb vor, die Materie in ein umfassenderes Werk über dieses Programm einzubetten.

Bei den mittlerweile 20 Büchern, die ich geschrieben, gesetzt und gestaltet habe, bin ich nicht selten an die Grenzen dessen gegangen, was mit InDesign möglich ist. Die Erfahrungen daraus flossen ebenso in das nun vorliegende Buch ein wie mein Verständnis von Grafik, Design und Farbe. Es soll eine Brücke von den theoretischen Grundlagen zur praktischen Umsetzung schlagen, gleichzeitig aber auch ohne Vorkenntnisse der Gestaltungstheorien funktionieren. Ich habe deshalb versucht, die Inhalte so anzulegen, dass sie auf den Anforderungen anspruchsvollen Grafikdesigns aufbauen, Studenten des Mediendesigns Anknüpfungspunkte zur theoretischen Vertiefung finden und Anwender ohne grafischen Background zumindest die wichtigsten Grundlagen grafischer Gestaltung mit auf den Weg bekommen.

Mehr über den Inhalt, eine Leseprobe bzw. einen Blick ins Buch sowie die Möglichkeit zur Bestellung gibt es bei Rheinwerk Verlag und Amazon.

 

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Creative-Cloud-Update 10-2018

Posted in Adobe InDesign, and Adobe Photoshop

Mehr als drei Monate sind seit meinem letzten Blog-Update vergangen. Ich lag weder im Koma noch im Sommerschlaf, obwohl ich mich an besonders heißen Tagen schon gerne einmal verkrieche. Vielmehr ist der Wechsel von Zeiten in denen ich den Blog intensiv pflegen kann, und Zeiten in denen ich ihn weitgehend sich selbst überlassen muss, fast so natürlich geworden wie Ebbe und Flut des Meeres. Das Engagement für den Blog ist schlicht davon abhängig wie sich meine Zeit gerade einteilen lässt. Da ich seit dem Sommer an einem neuen Buch über Adobe InDesign arbeite, und momentan mit der Überarbeitung meines Photoshop-Workshop-Buches beschäftigt bin, blieb wenig Zeit fürs Bloggen, auch wenn die Themen gegeben wären.

Mit InDesign und Photoshop sind wir auch beim Thema, denn Adobe hat mich – und wohl nicht nur mich – am Mittwoch mit einem per sofort verfügbaren Update der Creative Cloud überrascht. Das freut mich besonders, da es bedeutet, dass ich mit der Überarbeitung des Photoshop-Buches noch einmal zurück an den Start darf. Es hätte mich allerdings auch schlimmer treffen können, beispielsweise wenn das Update unmittelbar vor oder nach Ende der Überarbeitung veröffentlicht worden wäre. Darüber hinaus ändert sich dasselbe wie seit Jahren: Nicht viel.

Neu in Photoshop 19

  • Für mich erfreulich, dass sich an der Benutzeroberfläche nichts geändert hat, was heißt, dass nicht jeder Screenshot den ich für mein Buch bislang angefertigt habe ausgetauscht werden muss.
  • Quicktipps für Werkzeuge enthalten jetzt animierte Beschreibungen, die man aber glücklicherweise abschalten kann.
  • Pinsel sind um eine zusätzliche Glättenfunktion ergänzt worden, die helfen soll Pinselstriche zu stabilisieren und weniger verwackelt ausfallen zu lassen, wenn sie mit der Maus gezogen werden.
  • Variable Fonts sind nun nutzbar. Ein Konzept, das mir allerdings für die praktische grafische Gestaltung viel zu kompliziert in der Handhabung scheint. Nach meiner Erfahrung fehlt schon bisher dem Gros der grafisch gestaltenden Menschen die Erfahrung die bestehenden typografischen Möglichkeiten korrekt anzuwenden – Variable Fonts wird die Überforderung nur vergrößern. Allerdings kann ich den Nutzen für das Screendesign nachvollziehen.
  • Ein neuer Zeichenstift soll das Zeichnen von Pfaden erleichtern und ich kann mir durchaus vorstellen, dass Anfänger mit ihm besser zurecht kommen, als mit dem bisherigen Zeichenstift. Präzisere Pfade dürften sich dennoch mit dem klassischen Werkzeug besser und mit etwas Übung auch schneller gestalten lassen. Der Nachteil könnte sein, dass sich viele Anwender die Plage den Zeichenstift zu erlernen nicht mehr antun, und am Ende auf dem zweitbesten Werkzeug hängen bleiben.
  • Die in meinen Augen bedeutendste Verbesserung ist, dass sich nun einstellen lässt, wie Pfade angezeigt werden sollen. Pfade sind seit Jahren von Version zu Version schlechter zu erkennen, finde ich, und deshalb begrüße ich das vor allem, weil ich mir erhoffe, dass die Leser meiner Bücher die Pfade die ich zeichne im neuen Buch auch endlich wieder ausreichend erkennen können. Falls jetzt jemand denkt, das ist jetzt aber wirklich nichts Großartiges, hat er erfasst, was ich über die anderen Neuigkeiten denke.
  • Es gibt jetzt einen Workflow für 360°-Panoramen.
  • Verbesserungen soll es auch beim Auswählen und Maskieren geben, wobei ich die letzte Änderung in Photoshop 18 diesbezüglich als Verschlimmbesserung bezeichnen würde. Ein Urteil muss ich mir erst noch bilden.
  • Adobe zählt auf einer Seite die die Neuerungen seit Photoshop 14 listet noch ein paar weitere Punkte auf, von denen für mich persönlich allerdings keiner nennenswert ist.

Neu in InDesign 13

  • Neben Fußnoten gibt es nun endlich auch Endnoten. Seit ich 2007 mein erstes Buch mit InDesign setzte, frage ich mich, weshalb InDesign das nicht kann. Eigentlich längst überfällig.
  • Mit InDesign 12 wurden Absatzschattierungen eingeführt, mit deren Hilfe sich Absätze farblich hinterlegen lassen. Mir scheint das Konzept bislang noch recht unausgereift, in den meisten Fällen werden Tabellen wohl nach wie vor die bessere Lösung sein, und es blieb die Frage offen, weshalb die Möglichkeit Konturen zu definieren fehlte – mir schien diese Lösung bestenfalls eine Halbe zu sein. Mit InDesign 13 reicht Adobe nun die Konturen nach. Ob damit aus der halben eine ganze Lösung wird muss ich erst noch erforschen.
  • Auch für InDesign hat Adobe eine Seite mit den neuen Features, wo ich allerdings keine weitere Funktion mehr finde, die mir nennenswert erscheint. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Variable-Fonts-Technologie Einzug in Photoshop gefunden hat, nicht jedoch in InDesign.

Creative Cloud generell

Adobe hat die Creative Cloud 2011 ohne Versionsnummer eingeführt. Später scheint sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass ohne gebündelte Updates mit neuen Nummern zur Signalwirkung, die Presse für Adobes Produkte fehlt. Bis CS6 löste jede neue Version eines Adobe-Programms bzw. -Pakets einen riesigen Medienwirbel aus, was mit CC sein Ende fand (wäre ich ein Klugscheisser, würde ich jetzt darauf verweisen, dass ich das ja gesagt habe). Also führte man recht bald Jahreszahlen für große CC-Updates ein, mit der Konsequenz, dass jedes Adobe-Produkt zwei Versionsbezeichnungen hatte. So ist beispielsweise Photoshop CC 2017 gleichzeitig Photoshop 18 und InDesign CC 2017 gleichzeitig InDesign 12.

Irgendwie scheint sich die Sache mit der CC-Nummerierung nicht ganz so bewährt zu haben, weshalb man sie nun wohl wieder streicht und auf CC 2017 CC ohne Jahreszahl folgt (allerdings werden die Programme dennoch in »Application CC 2018«-Ordnern abgelegt – so ganz scheint sich also selbst bei Adobe niemand auszukennen).

Jene übrigens, die das skurril und unterhaltsam finden, mögen auch diese Fußnote interessant finden: CC 2015.5 erschien 2016, CC 2017 ebenso.

Ältere Menschen wie ich werden sich vielleicht auch noch daran erinnern, dass Adobe den Umstieg auf CC unter anderem damit begründete, dass es ermögliche dem Kunden Neuerungen kontinuierlich liefern zu können, und nicht alle paar Jahre (oder zuletzt Monate) im Paket. Man fragt sich durch welche Schublade dieser Plan geflüchtet ist.

Nun habe ich ja auch schon böse Mails bis hin zu Beschimpfungen erhalten, weil ich mich immer wieder (in einer möglicherweise etwas  sarkastischen Art) kritisch Adobe gegenüber äußere, deshalb möchte ich einmal mehr betonen, dass InDesign und Photoshop für mich noch immer Maß der Dinge in ihren Kategorien sind. Affinity Photo mag Photoshop nahe kommen,  in manchen Dingen sogar überlegen sein, und in Sachen Preis/Leistung eine völlig andere (bessere) Liga sogar, dennoch bleibt Photoshop unterm Strich das professionellere Werkzeug, was sich natürlich ändern kann, wenn Serif und Adobe weiterhin so pflegen wie derzeit. Für InDesign sehe ich bislang sogar (leider) überhaupt keine Alternative (was ist aus Serifs Affinity Publisher geworden?).

Lightroom CC

Man sagt Gottes Wege seien unergründlich, und so betrachtet hat auch Adobe etwas Göttliches. So mutet der Weg den Adobe nun mit Lightroom einschlägt ziemlich seltsam an. Dass das Programm irgendwann ihre Kaufoption verlieren würde, haben ja viele vermutet seit die anderen Programme vom Abomodell verschluckt wurden, und überrascht somit wohl nur wenige. Skurril finde ich allerdings, dass es nun zwei Versionen geben wird (mit dem Verdacht, dass sich das als vorübergehend erweisen könnte).

Da ist nun zum Einen ein überarbeitetes Lightroom CC. Bisherige Anwender der Software mögen schockiert ob der Veränderung der Benutzeroberfläche sein, bis hin zum verschwinden der Bereiche »Import«, »Entwicklung«, »Drucken«, etc.. Für mich persönlich war aber gerade die Benutzeroberfläche mit Aufteilung in die verschiedenen Räume etwas das Lightroom für mich zum No-go machte. Dem gegenüber spricht mich das neue Design auf den ersten Blick und ganz oberflächlich betrachtet durchaus an. Allerdings erinnert mich das was ich in Adobes Ankündigungsvideo sehe, eher an Apples Fotos als an einen professionellen RAW-Konverter. Adobe wäre nicht das erste Tech-Unternehmen das seine professionellen Kunden aus den Augen verliert (ja, ich spiele auf Apple an).

Die zweite Schiene soll ab sofort Lightroom Classic CC bilden. Dieses scheint die lineare Weiterentwicklung des bisherigen Lightooms zu bilden. Nun kann ich mir unmöglich vorstellen, dass Adobe einen Plan hat dieses Lightroom wie es sowohl Profis als auch Amateure seit Jahren nutzen aufs Abstellgleis zu schicken, aber die Bezeichnung »Classic« klingt für mich nicht unbedingt zukunftsweisend.

Noch seltsamer ist, dass die Seite dieser neuen Lightroom-Version kaum Informationen über das Programm bereit hält, sondern vielmehr nach kurzem Scroll nach unten auf Lightroom CC verweist. Das erinnert mich an die letzten Tage von Adobe GoLive. Nach der Übernahme von Macromedia brachte man noch schnell das (wohl bereits fertig entwickelte) GoLive 9 zum Verkauf auf den Markt, auf der Produktseite jedoch fand sich bereits ein Hinweis, wenn man an professioneller Web-Entwicklung interessiert sei, solle man doch auch einen Blick auf Dreamweaver werfen. Ich weiß nicht, ob jemand so blöd war, das Produkt ab dem Zeitpunkt noch zu kaufen. Weiter entwickelt wurde GoLive jedenfalls nicht, und  die Kunden ließ Adobe im Regen stehen, ohne auch nur den Ansatz einer praktikable Lösung GoLive- in Dreamweaver-Projekte zu konvertieren.

Ich behaupte nicht, dass das Lightroom wie wir es kennen ein Ablaufdatum bekommen hat. Ich weiß es nicht, ich kann nicht in die Zukunft schauen, ich kann es mir noch nicht einmal vorstellen und will es schon gar nicht diskutieren. Ich mache mir nur meine Gedanken.

Alternativen?

Alternativen zu haben ist immer gut, und seit CC wird viel darüber diskutiert. Wie bereits geschrieben sehe ich als Buchgestalter für InDesign nicht das geringste Zeichen einer ernstzunehmenden Alternative.

Wer meinen Blog kennt, weiß natürlich, dass ich eine Alternative zu Photoshop empfehle: Affinity Photo! Es gibt Schwächen, vor allem bei der Arbeit mit Kurven, die für einige Experten ein Hinderungsgrund sein können das Programm zu nutzen. Es gibt aber auch Vieles, wo ich seine Nase in Führung sehe. Seine Retusche-Werkzeuge sind besser, seine HDR-Funktion, sowie die Integration von Fokusstacking. Über den Preisvorteil muss man erst gar nicht diskutieren. Unterm Strich ist Affinity Photo eine absolute Empfehlung für alle die ein Bildbearbeitungsprogramm suchen, und nicht ohnehin wegen InDesign oder einer anderen Software auf CC angewiesen sind. Ich gehe sogar soweit, dass auch CC-Nutzer einen Blick auf das Programm werfen sollten, da ich seine Retusche-Werkzeuge für so gut halte, dass 55 Euro keine unüberwindliche Investition in das Programm als Zusatzprodukt neben Photoshop darstellen.

Absolut nicht empfehlen kann ich Affinity Photo hingegen zur Entwicklung von RAW-Dateien. Ich möchte das Serif nicht vorwerfen, denn ich frage mich, wie ein kleines Softwareunternehmen das Reverse Engineering für unzählige Kameras und Objektive stemmen soll, neben der Entwicklung des Bildbearbeitungsprogamms, dessen Schwester fürs iPad und einer Vector-Application.

RAW-Konverter

Was also macht der Fotograf der in RAW fotografieren und Affinity Photo zur Bildbearbeitung nutzen möchte?

Preisbewussten Anwendern die mit einem Kamerasystem arbeiten empfiehlt sich die Software des Herstellers. Das hat zwar die Einschränkung, dass man nur RAWs der eigenen Marke verarbeiten kann, doch zumindest für Olympus kann ich sagen, dass ich deren Lösung (oberflächlich betrachtet) nicht schleicht finde, und Nikons Capture NX soll sogar richtig gut sein. Der Vorteil: Die RAW-Konverter übernehmen sämtliche Kameraeinstellungen, die von Konvertern von Drittherstellern nicht interpretiert werden.

Sony-Kunden geht es teilweise besonders gut, denn Sony packt zu manchen Kameras eine Capture-One-Version, mit der Einschränkung, dass sie nur Sony-RAWs erkennt.

Wer preislich nicht so sensibel ist, dem sei Capture One auch nahegelegt. Dieses ist mit etwa 330 Euro zwar kein Schnäppchen, dafür bekommt man aber auch die nach meiner Ansicht professionellste Lösung. Adobe mag mit Lightroom Marktführer sein, doch je professioneller die Liga der Fotografen, desto häufiger trifft man C1 in den Studios an – ich denke, das hat seinen Grund. (Bitte nicht den Umkehrschluss ziehen, dass Lightroom kein professionelles Niveau erreiche, oder unprofessionell sei wer Adobes Programm nutzt!)

Hinter Capture One steht der dänische Hersteller von Mittelformatkameras Phase One. Von fotografischer Kompetenz darf also ausgegangen werden.

Würde es Capture One nicht geben, wäre DxO Optics meine Wahl. Auch wenn ich C1 subjektiv bevorzuge, denke ich, dass DxO, C1 und Lightroom nach objektiven Kriterien gleichermaßen führende Programme der Kategorie RAW-Konverter sind. Der Preis für DxO Optics Pro liegt je nach Version bei 108 bzw. 166 Euro, im Moment ist es sogar auch in einer Promo-Akton für Lau zu haben, was mir allerdings auch ein Bisschen Sorgen bereitet, wäre es doch nicht das erste Programm das anschließend dahinscheidet.

DxO ist das wohl weltweit führende Testlabor für Digitalkameras und Objektiven und entwickelt so weit meine Informationen reichen Algorithmen zur Bildoptimierung die unter anderem in Handys Einsatz finden. Auch hier ist von höchster fachlicher Kompetenz auszugehen. Nicht umsonst ist DxO Optics vor allem für seine Methode Bildrauschen zu entfernen berühmt.

Ein selten genannter Kandidat für die RAW-Entwicklung ist Alien Skin Exposure, gerade in der Version X3 erschienen und bei 149 $ liegend. Das Programm war ursprünglich ein Photoshop-Plugin das analoge Film-Looks simulierte, und diese Simulationen stehen noch immer im Zentrum. Aber es wird von Version zu Version mehr zum vollwertigen RAW-Konverter inklusive aller Verwaltungstools, und ich sehe kein Hindernis es nicht als solches zu nutzen.

Eine weitere Alternative ist ON1 Photo RAW um knapp 120 Euro. So wie Alien Skin Exposure liegen auch hier die Wurzeln in Photoshop-Plugins die zum eigenständigen RAW-Konverter und -Verwaltungsprogramm ausgebaut wurden. Anders als bei den zuvor genannten habe ich in diesem Programm keine eigenen Erfahrungen, aber es wäre das nächste in der Reihe, das ich anzuschauen empfehle wenn man auf der Suche nach einen RAW-Konverter ist.

Nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat sich Corel bei der Übernahme des RAW-Konverters Bible das er unter dem Namen After Shot weiter führt. Mich hat das Programm bei einem kurzen Test wenig begeistert, doch wer nach einer Lösung für wenig Geld such muss hier (im Moment) nur knapp 60 Euro ausgeben und möchte deshalb vielleicht einen eigenen Blick riskieren.

Ein etwas unübersichtliches Bündel an RAW-Konvertern und Bildverwaltungsprogrammen hat ACD Systems in Programm, im Wesentlichen unter den Produktbezeichnung ACDSee.

Wer sich mit OpenSource-Software anfreunden kann findet in RawTherapee und Darktable zwei mögliche Kandidaten. Der Name des Letzteren ist nicht zufällig eine quasi Umkehr von Lightroom – die Gestaltung ist stark an Adobes RAW-Konverter angelehnt.

Nachtrag 22.10.2017: Auch die vom Mac-Markt kommende, vielfach ausgezeichnete Software-Schmiede Macphun hat angekündigt ihr Programm Luminar zum vollwertigen Bildverwaltungsprogramm auszubauen – RAW-Bilder werden ohnehin bislang schon aufgenommen und entwickelt. Macphuns Programm Aurora HDR steht bereits für Windows zur Verfügung, Luminar für Windows befindet sich in der Testphase.

Dass Macphun in diesen Markt einsteigen würde habe ich schon lange erwartet und man darf abwarten wie lange Serif mit einem vergleichbaren Affinity-Programm auf sich waren lässt. Gerüchte darum gibt es seit langem – die Qualität der RAW-Entwicklung müsste bis dahin allerdings noch Sprünge machen.