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DNG – nicht ohne Grund!

Posted in Fotografie

2013 schrieb ich unter dem Titel »DNG zerstört  RAW« einen kritischen Artikel über den weit verbreiteten Adobe-Standard. Diesem möchte ich eine Ergänzung und Aktualisierung nachreichen:

Adobe hat mittlerweile die Option »In nicht lineares DNG konvertieren« aus seinen Produkten entfernt – zumindest in Adobe Camera Raw findet sie sich nicht mehr. Ich hoffe, dass das beschriebene Problem damit der Vergangenheit angehört und es nicht im Untergrund weiterhin sein Unwesen treibt.

Interssanterweise reagieren viele Leute sehr gereizt und angriffig wenn DNG kritisiert wird. Bei einer Antwort auf die Frage weshalb überhaupt DNG nutzen bleiben die meisten Vage. Das Argument, die NEFs, CR2s, ARWs, ORFs und wie sie alle heißen könnten eines Tages von vielen Programmen nicht mehr unterstützt werden, bleibt Fadenscheinig, wenn weshalb sollte eine Software ein Format das es heute kennt in Zukunft ignorieren? Und bliebe nicht dann auch noch Zeit zur Konvertierung? Ließe sich die DNG-Konvertierung, sollte der unwahrscheinliche Fall tatsächlich einmal eintreten, nicht relativ leicht mittels Batch-Automatisierung nachholen?

Manche beschreiben den Vorteil DNG-Dateien seien kleiner als NEFs. Stellt sich die Frage wie Adobe erreicht, dass die DNG-RAWs kleiner sind als die nativen Originale – schließlich arbeiten ja auch die Kamerahersteller daran, dass ihre RAWs möglichst wenig Speicherplatz verbrauchen. Wird da nicht doch etwas abgezwackt? Man weiß es einfach nicht!

Manche raten dann, dass man die RAW-Originale auf jeden Fall archivieren müsse. Aber wie passt das damit zusammen, dass man DNG doch nützt weil sie weniger Speicher belegen?

Klar ist: Es gibt Situationen in denen DNG nützlich ist. Klar ist auch: Es gibt Hersteller die von vornherein mit DNG arbeiten und dann spricht natürlich nichts gegen den Einsatz des Formats. Für Leica ist DNG eben das was für Nikon NEF ist. Aber einfach alle herstellerspezifischen RAW-Formate nach DNG konvertieren? Das würde ich mir gut überlegen und ohne klaren Grund keinesfalls mehr machen. Dass Adobe sagt man solle ist für mich dabei kein ausreichender Grund.

Einen Kommentar

  1. Einige Bemerkungen zum Thema Speicherplatz:
    Ich hab mir das über den Winter mal genauer angeschaut und einen 3-Teiler zum Thema in meinem Blog geschrieben (Warnung am Rande: keine leichte Kost).
    Der behauptete Vorteil von DNG geht überwiegend auf das Konto des eingebetteten JPG, das in DNG vielfach einfach viel kleiner eingebettet wird. Aber wenn ich hunderte von Bildern vorab beurteilen will in irgendeinem Viewer (weil’s in Lightroom oder dgln. zu lange dauert), was will ich dann mit einer 1024 x 683-Vorschau? Etwa die Schärfe beurteilen?

    Das ist auch genau der Grund, warum die Kamerahersteller die großen JPG einbetten: Bildkontrolle sofort am Aufnahmeort.

    Das nackte RAW – also die übrigen eigentlichen RAW-Daten vom Sensor – ist dann nicht mehr signifikant anders in der Größe als bei DNG.
    Bei NEF spielt sich das in der Liga von einstelligen Prozenten ab.
    Bei ORF war das DNG sogar leicht größer als das Original …

    Also: Hype mal wieder …

    P.S.: Link zum ersten Teil (Nikon-NEF):
    https://www.bilddateien.de/blog/2020-02-02-dateigroessen-nikon-nef-vs-adobe-dng.html

    28. Februar 2020
    |Reply

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