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Monat: März 2012

Warum sind meine Bilder verwackelt?

Posted in Fotografie

Heute erreichte mich eine Mail mit folgender Frage:

Frage

»Wenn ich ein Foto mache (es ist eine Canon) dann ist das sehr oft verwackelt. Mit Blitz ist es nicht verwackelt, aber die Farben sind nicht mehr so schön. Liegt das an irgendwelchen Einstellungen? Ich habe eine Nikon und wenn ich Fotos mit ihr schieße, sind diese nicht verwackelt.«

Antwort

Wenn es sich tatsächlich um sichtbare Verwackelung, und nicht einfach nur Unschärfe handelt, würde ich das Problem ziemlich klar auf eine zu kurze Belichtungszeit eingrenzen. Dafür spricht auch, dass die Bilder laut Beschreibung beim Blitzen scharf werden.

Der Blitz friert ein | Beim Blitzen erfolgt die Belichtung zum größten Teil durch den Blitz, der sein Licht in der Regel lediglich für einen Zeitraum von 1/1000 Sekunde oder deutlich kürzer auf das Motiv wirft. Dieser Zeitraum ist so kurz, dass praktisch jegliche Bewegung gestochen scharf eingefroren wird – egal ob sich das Motiv bewegt oder der Fotograf die Kamera nicht ganz ruhig hält.

Ohne Blitz werden Belichtungszeiten länger | Fotografiert man ohne Blitz, führt bereits die geringste Unruhe beim Halten der Kamera zu einer sichtbaren Verwackelung. Ohne Blitz braucht die Kamera, je nach Intensität des Umgebungslichts, oft 1/50, 1/10 oder gar 1/2 Sekunde Belichtungszeit. Das ist in den meisten Situationen zu lang um Bilder ohne sichtbare Verwackelung einfangen zu können. Lediglich in hellen Tageslichtsituationen sind Belichtungszeiten von 1/500 Sekunde oder kürzer die Regel. Für eine Belichtungszeit, die der Dauer einer Blitzsalve entspricht, muss es schon sehr hell sein und die Sonne so richtig aufs Motiv knallen.

Leben ist Unruhe | Grundsätzlich sind wir Menschen nicht in der Lage eine Kamera völlig ruhig zu halten – jedenfalls nicht, solange wir noch Leben in uns haben und die Leichenstarre noch nicht eingesetzt hat. Hat man einen Kaffee zu viel intus, wird die Unruhe vielleicht noch stärker. Eine Verrenkung, um eine Makroaufnahme aus einer ungewöhnlichen Perspektive einzufangen, führt auch nicht unbedingt zur Stabilisierung unserer Hände. Selbst wenn wir die Kamera mit der Ruhe einer Leiche halten könnten, wäre da noch immer der Spiegel, der in der Spiegelrefelxkamera vor dem Auslösen des Bildes hochklappt und das deutlich vernehmbare »Klack« erzeugt, der die Kamera etwas erschüttert und eine leichte Verwackelung als Spur im Bild hinterlässt.

Ausreichend kurze Belichtungszeit | Um sichtbare Verwackelung zu vermeiden gilt es eine einfache Regel zu beachten. Die Faustregel besagt, dass man etwa eine Belichtungszeit, die dem Kehrwert der Brennweite entspricht, aus freier Hand halten kann (siehe dazu auch meinen Artikel aus der Serie »Kreativ fotografieren«). Das heißt, bei Brennweite 50mm etwa 1/50, bei Brennweite 100mm etwa 1/100 Sekunde und so weiter.

Brennweitenverlängerung und Bildstabilisierung | Streng genommen muss man sich nun noch die Frage stellen, worauf diese Brennweite bezogen ist, denn eine Brennweite an einer Olympus Spiegelreflex ist nicht gleich dieselbe Brennweite an einer Canon oder Nikon Spiegelreflex mit Vollformat-Sensor. In der Faustregel vom ›Kehrwert der Brennweite‹ bezieht man sich auf das sogenannte Kleinbildformat.

Das Kleinbildformat nutzen aktuell lediglich professionelle Top-Modelle von Canon, Nikon und Sony. Wer eine Consumer-Spiegelreflex von Canon nutzt hat einen Umrechnungsfaktor von 1,6 zu berücksichtigen. Das heißt 100mm an seiner Kamera entspricht 160mm Kleinbild (KB). Bei Nikon, Sony und Pentax Consumer-Modellen ist der Umrechnungsfaktor 1,5 und bei Olympus und Panasonic beträgt der Umrechnungsfaktor 2; das heißt bei den beiden Letztgenannten entspricht 100mm 200mm auf Kleinbild umgerechnet.

Das heißt, wer keine Vollformatkamera hat muss die Brennweite, die das Objektiv an seiner Kamera anzeigt, erst einmal auf Vollformat (Kleinbild) umrechnen. Bezogen auf Nikon/Sony/Pentax heißt das, dass 50mm kaum eine längere Belichtungszeit als 1/75 aus freier Hand zulässt und dass man bei 100mm 1/150 Sekunde nicht unterschreiten sollte. Bei Olympus ist bei 100mm Brennweite gar 1/200 Sekunde und kürzer gefordert.

Wer ein Objektiv oder eine Kamera mit Bildstabilisierung hat, kann allerdings auch wieder längere Belichtungszeiten aus freier Hand halten.

Aufnahme-Einstellungen überprüfen | Digitale Fotografie macht es einfach zu überprüfen, ob tatsächlich eine zu lange Belichtungszeit Ursache für eine Verwackelung gewesen sein könnte. Die meisten Programme, mit denen man Fotos betrachten und bearbeiten können, bieten eine Möglichkeit sich die sogenannten Meta-Daten anzeigen zu lassen. So findet man zum Beispiel im Menü ›Datei‹ in Photoshop die ›Dateiinformationen‹.

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Klickt man hier auf ‘Camera Data’ (›Kameradaten‹) dann wird unter anderem die Brennweite (hier 24mm) und Belichtungszeit (hier 1/100 Sekunde) angezeigt. In diesem Fall sollte das Bild ohne sichtbare Verwackelung eingefangen worden sein. Hätte ein Bild eine Verwackelung und es stünde hier – zum Beispiel – 100mm Brennweite und 1/25 Sekunde Belichtung, dann wäre es klar, was die Ursache wäre.

ISO-Automatik | Zurück zur Ausgangsfrage: Der Grund weshalb die Zweitkamera von Nikon unverwackelte Bilder bringt und die Spiegelreflex von Canon bei vergleichbaren Lichtsituationen nicht, könnte an der ISO-Automatik liegen. Diese Automatik ist bei Kompaktkameras oft voreingestellt und hilft Verwackelungen bei ungünstigen Lichtverhältnissen zu vermeiden. Gleichzeitig führt eine Erhöhung des ISO-Wertes allerdings zum sogenannten Bildrauschen, was erstens auch nicht schön ist und zweitens die Schärfe von Bildern untergräbt. Bei der Spiegelreflex wird diese Automatik wohl von Haus aus deaktiviert sein.

40mm

Posted in Fotografie

Wie viel Zoom braucht der Mensch? Gar keines. Behaupte ich. Die Betonung liegt aber auf ›braucht‹. Dass ich keines brauche, heißt nicht, dass ich Zooms nicht schätze. Doch es geht auch sehr gut. Das wussten schon unsere Väter. Denn als die fotografierten gab es noch kaum Zooms. Zumindest als mein Vater fotografierte. Eure Väter, liebe Leser, mögen ja Teils in meinem Alter.

Auf jeden Fall liebe ich meine Festbrennweiten. 24mm von Sigma, 28mm von Nikon, 35mm von Nikon, 40mm (KB) von Panasonic, 50mm von Nikon und 105mm. Von Nikon. Nur das neue 85mm ƒ1.8 harrt noch auf der Wunschliste. Übrigens auch von Nikon.

Weniger Ballast, mehr Herausforderung | Vor Jahren bin ich mit 14–24mm, 24–70mm, 70–200mm und 70–300mm auf Reisen gegangen. Würde ich heute nicht wieder machen. Für die letzten beiden Urlaubsreisen – nach La Palma und quer durch Österreich – habe ich jeweils nur eine (!) einzige Festbrennweite eingepackt. Habe ich es bereut? Keineswegs! Rücken und Schultern waren froh. Hat es weniger Spaß gemacht? Im Gegenteil! Verschiedenste Motive mit einer einzigen Brennweite ansprechend einzufangen ist eine größere Herausforderung, als wenn man die Perspektive mit flexibler Brennweite aktiv kreativ gestalten kann. Diese Flexibilität ist natürlich durchaus ein Vorteil von Zooms. Es heißt aber nicht, dass man mit Festbrennweiten keine bemerkenswerten Ergebnisse erzielen kann. Es kostet nur oft etwas mehr Anstrengung. Und gerade dieser erhöhte Herausforderung mag es sein, dass man trotz der eingeschränkteren Möglichkeiten doch oft bessere Treffer erzielt, als in der Komfortzone des Zooms. Einmal ganz abgesehen davon, dass das Preis-Qualitäts-Verhältnis bei Festbrennweiten oft besser ist.

Mit der Festbrennweite quer durch Österreich

Neben meiner Leidenschaft für Fotografie und Design habe ich auch eine für offenes Fahren. Regelmäßig fahren ich und meine Frau in meinem kleinen japanischen Reiskocher Straßen und Pässe in der näheren und weiteren Region ab. Auf meine letzte Reise kreuz und quer durch Österreich habe ich lediglich meine Zweitkamera mitgenommen, die Panasonic Lumix G3, mit einem 20mm ƒ1.7 Festbrennweiten-Objektiv mitgenommen. Umgerechnet auf Kleinbild entspricht dieses 20mm-Objektiv 40mm und ist somit irgendwo zwischen leichtem 35mm Weitwinkel und 50mm Normalobjektiv zu sehen. Ein bisschen eng, für einen Weitwinkelfreund wie mich, aber doch gut zu gebrauchen. Die folgenden Bilder stammen allesamt von dieser Reise und sind somit mit demselben Objektiv und derselben Brennweite entstanden.

40mm 14 Meine Kamera für Unterwegs. Die G3 mag mir zwar nicht so recht ans Herz wachsen – sie vermittelt mir nicht das Gefühl eine Seele zu haben – aber sie ist dennoch eine praktische Kamera mit guten Eigenschaften in einem recht kompakten Gehäuse. Besonders mit dem 20mm ƒ1.7 kann man die G3 gut einsetzen.
40mm 02
Es kommt auf die Perspektive an. Enten sind zwar keine aufregenden Motive und auch das Licht ist hier eigentlich recht langweilig, aber der Blick aus Entenaugenhöe auf die Vögel, das Schilf und die tiroler Berge dahinter macht das Motiv dennoch durchaus interessant.
40mm 03
Auch Schmetterlinge sind jetzt nicht so die spannenden Motive, zumal es sich um Exemplare handelt, die in unseren Landen über alle Wiesen, Auen und Wälder flattern. Dennoch mache ich das kleine ‘catch me if you can’-Spiel, zu dem einen die Mistviecher immer einladen. Setzen sich erst vor deiner Nase auf eine Blume und kaum hast du die Kamera eingeschaltet, machen sie schon wieder den Flattermann.
Schmetterlinge sind groß genug um sie trotz eines Minestabstands von 20cm, beim Panasonic 20mm ƒ1.7, einigermaßen formatfüllend einfangen zu können und nach dem Urlaub sagen zu können »Schau mal, ich hab da auch ein Makro.«
40mm 04
Besonders weite Panoramen muss man mit 40mm Kleinbild natürlich nicht einfangen wollen – dafür ist der Ausschnitt viel zu eng. Aber ein bisschen Landschaft geht immer. Die Bäume und Äste im Vordergrund geben dem Bild etwas tiefe und verhindern, dass das Bild von Bergen und Felsen zu flach wirkt. Vor allem der halb angeschnittene Baum rechts tut der Gesamtkomposition recht gut. Der leicht durchzogene Himmel ist interessanter, als wenn er mit flächigem Blau angemalt wäre.
40mm 05
Wege gehören, neben Türen und Fenstern (‘yes, I like windows’), zu meinem liebsten Motiven. Dieses Bild zeigt, dass sich auch mit 40mm schön mit perspektivischer Tiefe arbeiten lässt. Und auch hier garnieren die Wölkchen schön den Himmel.
40mm 06
Passend zu meinem Sarkasmus und meinem Faible für schwarzen Humor fasziniert mich das Schwindende und Verfallende. Die Bildentwicklung in schwachen Farbtönen kommt dem Motiv entgegen.
40mm 25
Und noch eine Leidenschaft: Street Photography. Allerdings hier von der Street durch das offene Fenster in die Küche eines Restaurants fotografiert. Frag mich aber jetzt niemand wie weit ich dabei die Grenze des Legalen schon überschritten habe.
40mm 07
Grünes Licht. Nichts weiter.
40mm 01 Urlaub und Abendrot. Gehört irgendwie zusammen. Auch wenn dieses Abendrot ein Morgenrot ist.
40mm 08
Das empfundene Blau in der Realität vor Art habe ich trotz aller Nachbearbeitung nicht zustanden gebracht. Leider sind Bildschirme nicht in der Lage alle in der Natur vorkommenden Farben in ihrer tatsächlichen Leuchtkraft wieder zu geben. Schön finde ich es allemal.
40mm 09
Schrieb ich nicht eben weiter oben, dass ich Fenster liebe? Besonders wenn sie von so einem dezenten Lichtstrahl gestreift sind wie hier.
40mm 10 Eine Tür. Licht. Diagonale Linien. Dynamik. Eines meiner liebsten Bilder der Österreichrundfahrt 2011.
40mm 15 Noch ein stiller Favorit der Reise, aufgenommen in einer Kirche in der Wachau.
40mm 11
Dieses Bild hat den Titel »Das schnelle Paket« erhalten. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich es sehe. Kann mich voll identifizieren, mit dem kleinen Penner. Übrigens einmal mehr ein klassisches Beispiel für das ›Vier Schritte zum Bild‹-Konzept: Perspektive (Augenhöhe), Schärfe (geringe Schärfentiefe zum Freistellen), Belichtung (etwas dunkler eingestellt) und Komposition (asymmetrisch, was der Bildinhalt zulässt). Und gut is.
40mm 12 Die tatsächlichen Wahrzeichen aller Touristenorte sind eigentlich die Andenken-Läden. Hier einmal einer der einen wirklich zum Eintreten einladen könnte.
40mm 13 Kein gutes Foto, aber ein witziges Bild, wie ich finde, der grinsende Schädel.
40mm 16 Kirchenbesuche gehören bei Städte- und Orte Touren irgendwie dazu. Wobei es hier wieder einmal das Licht war, das mich zur Aufnahme bewegt hat.
40mm 17 Warum ich auch mit solchen Aufnahmen immer wieder heimkehre, weiß ich eigentlich auch nicht. Wahrscheinlich weil man das halt so macht und weil es nichts kostet.
40mm 20
Schön bunt und schön tief. Letzteres trotz 40mm Brennweite.
40mm 21
Anderes Wetter, andere Region, andere Stimmung. Und immer dieselbe Brennweite. Die Entwicklung der Bilder soll die Stimmung vor Ort unterstreichen. In Farbe wären die Aufnahmen dieser Höhentour völlig langweilig und nur trostlos geworden.
40mm 22
Trotz dem nicht allzu großen Sensor der Panasonic G3 und der mit 40mm auch relativ kurzen Brennweite, lässt sich bie Offenblende ƒ1.7 doch ein bisschen mit Schärfentiefe spielen.
40mm 23
Noch ein Motiv aus Licht und Farbe.

Der Weg ist mein Ziel | Wie gesagt: Alle Bilder sind mit demselben Objektiv bei derselben Brennweite entstanden. Ich kann mich an keine Situation erinnern, an der mir ein Zoom tatsächlich abgegangen wäre. Hätte ich ein anderes Objektiv – vielleicht auch ein Zoom – dabei gehabt, hätte ich sicher anders fotografiert. Doch bei meinen Foto-Touren geht es mir nicht darum bestimmte Dinge auf bestimmte Art einzufangen. Ich weiß ja noch gar nicht was auf mich zukommt. Es geht mir vielmehr darum raus zu gehen und zu schauen welche Motive mir passieren. Und dabei fange ich die ein, die ich mit meinem aktuellen Objektiv gerade erreichen kann. Man kann also sagen ich konzentriere mich auf die Motive, die zum Objekti passen.

Etwas anderes ist es, wenn ich ein Shooting mit einer Person vereinbare, ein bestimmtes Gebäude oder eine Landschaft von einem bestimmten Standpunkt aus ablichten möchte. Dann muss ich die Ausrüstung einpacken, die zum Motiv passen.

Ob so oder so: Was mir zählt ist die Freude an der Fotografie und die Aktive Auseinandersetzung mit Motiven. Das hat so ein Hauch von Flow; von Einswerden mit Motiv und Kamera. Die fertigen Aufnahmen sind mehr so etwas wie ein angenehmer Nebeneffekt. Natürlich freue ich mich, wenn die Resultate gut werden; wenn ich sie wieder sehe und sie Erinnerungen an die Zeit der Entstehung auslösen. Deshalb laufen meine Fotoalben auch als Bildschirmschoner auf meinem Wohnzimmmer-Mac.

Zurück zur Reise und zur 40mm-Brennweite: Ein paar Situationen hat es gegeben, in denen mir der Blickwinkel deutlich zu eng war. In diesen Situationen habe ich einfach mehrere Aufnahmen der Szene gemacht und die Einzelbilder von Photomerge in Photoshop zu einer Gesamtansicht zusammen bauen lassen. Das Programm ist mittlerweile so gut, dass man auch aus freier Hand und ohne Stativ fotografieren kann und trotzdem herzeigenswerte Urlaubsaufnahmen erhält.

40mm 24 Dieses Bild besteht aus beinahe einem Dutzend Einzelaufnahmen neben- und übereinander, die Photoshops Photomerge zu einem Ganzen zusammengebaut hat. Ich hätte während der Aufnahme nicht gedacht, dass es tatsächlich gelingt.
40mm 18
Auch hier war es mir nicht möglich weit genug vom Schloss weg zu kommen, um es mit dem Blickwinkel der 40mm Brennweite einzufangen. Photoshop hat diese Ansicht aus drei Einzelbildern zusammen gesetzt, die ich im Hochformat aufgenommen habe.
40mm 19
Und noch ein Photomerge-Panorama.

Das Blog wird 6

Posted in etc.

Mein Blog hat heute den 6. Geburtstag. Der älteste noch verfügbare Blog-Eintrag datiert vom 23. März 2006. Damals habe ich von einer reinen HTML-Website, die ich mit GoLive gestaltet hatte und die im Jahr 1997 startete – dem Jahr, in dem ich mich selbständig gemacht habe –, auf das simple Blogging-Tool RapidWeaver von RealMac umgestellt und begonnen das Web mit einem RSS-Feed zu füttern. Am 11. November 2007 bin ich dann von RapidWeaver auf WordPress umgestiegen.

Auch wenn Blogs und Feeds seit langem tot gesagt sind bin ich nach wie vor ein Fan davon und habe zahlreiche abonniert und besuche sie regelmäßig, sobald mir meine Feedreader Reeder oder Flipboard anzeigen, dass es Neuigkeiten gibt. Mir fiele keine bessere Möglichkeit ein mit Neuigkeiten versorgt zu werden, auch Twitter neben RSS-Feeds zu einem wichtigen Versorgungstool geworden ist.

Wenn ich mir meine Blog-Statistiken heute ansehe, dann fällt auf, dass die Besucherzahlen, seit ich mit der Analyse begonnen habe, weitgehend gleichgeblieben sind. Feedburner zeigt relativ kontinuierlich etwa 500 Abonnenten an, und die Zahl täglicher Besucher wird mit 200–300 ausgewiesen.

Kontinuierliche Besucherzahlen | Etwas bedauerlich, dass es keinen nennenswerten Zuwachs gibt. Allerdings bin ich mir auch bewusst, dass es im Wesentlichen meine eigene Verantwortung ist, dass das Blog kein kontinuierliches Wachstum verzeichnen konnte. Zum Einen hat sich der Inhalt über die Jahre verändert. Ging es die ersten Jahre noch vor allem um Typografie und Grafikdesign, ist in den letzen Fotografie immer wichtiger geworden. Zum Anderen gab es auch immer wieder längere Phasen, in denen ich einfach nicht die Zeit hatte das Blog zu pflegen und zu publizieren. So haben sich Inhalt und Aktualität immer wieder geändert. Positiv allerdings sollte zu bewerten sein, dass der Besucher heute doppelt so lange bleibt, als es zu Beginn der Aufzeichnungen 2008 der Fall war.

Visuelle Inspiration | 2010 habe ich interessante Fundstücke und Kurzmeldungen in ein separates Parallel-Blog mit dem Namen »Visuelle Inspiration« ausgelagert. Außerdem gibt es eine Facebook-Page auf der meine Aktivitäten hier, bei Visuelle Inspiration und bei Twitter zusammenfließen.

Wenig Diskussion | Was ich bedauere ist, dass es mir nicht gelungen ist Besucher zu Kommentaren und Diskussionen zu bewegen; nur vereinzelt wird einmal ein Post kommentiert. Etwas neidisch blicke ich da auf die bloggenden Kollegen, bei denen jeder Artikel mit einem halben dutzend und mehr Kommentaren ergänzt und erweitert wird. Ich grüble darüber nach an was es liegen konnte. Schreibe ich als Autor und Referent so Oberlehrerhaft, dass kaum jemand einen Kommentar wagt? Sind die Artikel so klar, dass es nichts zu bemängeln und zu ergänzen gibt (außer von den zwei oder drei Besuchern, die in jeder Suppe ein Haar zu finden müssen glauben)? Oder sind die Artikel so schlecht, dass kaum jemand sie eines Kommentars würdig findet. OK. An letzteres glaube ich jetzt nicht wirklich, sonst hätte ich längst zu Schreiben aufgehört. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich selbst kaum bei anderen Blogs kommentiere und mich eher darauf beschränke interessante Artikel via Facebook, Twitter und »Visuelle Inspiration« zu teilen.

Die nächsten sechs Jahre | Auch wenn ich manchmal darüber nachdenke das Bloggen einzustellen, weil es viel Zeit frisst und die Resonanz oft so gering erscheint, kann ich mir gut vorstellen, dass ich auch die nächsten sechs Jahre dran bleiben werde, denn am Ende macht mir das Schreiben Spaß. Ich ich hoffe, dass es auch ein paar Besucher gibt, denen das Lesen Spaß macht und die mit meinen Artikel etwas anfangen können.

Auf in den Frühling

Posted in Theorie & Technik

Einige Zeit habe ich überlegt welches Objektiv mit auf meine nächste Fernreise soll. Klar war: Ein neues müsste her. Entschieden habe ich mich für ein Nikon 24–85mm Objektiv. Heute konnte ich es bei einem Frühjahrsspatziergang in meinem Ort etwas ausgiebiger einsetzen. Ich will mir im Moment noch kein Urteil darüber bilden und darüber schreiben – dafür wäre es noch viel zu früh – doch die erste Eindrücke sind positiv und ich habe das Gefühl, dass es eine sehr gute Entscheidung für ein Reiseobjektiv gewesen sein könnte. Zumindest ist es verhältnismäßig kompakt – zumindest, was man im Reich der Vollformatkameras als Kompakt verstehen darf.

Es sind profane Bilder, die ich heute gemacht habe. Einmal mehr. Aber ich liebe es trotzdem. Fotos können einen dermaßen anderen Blick auf alltägliche Dinge liefern. Können. Oft sind Bilder profaner Dinge einfach nur profan. Aber manchmal zeigen Fotos etwas, was sich dem menschlichen Auge nicht erschließt.

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Kaum erblüht und schon etwas abgefuckt, die kleinen Blüten. Aber wunderschöne Farben. Der Blickwinkel auf Augenhöhe und das nette Bokeh, das durch die offene Blende (ƒ4) entstanden ist, verleihen dem Bild einen bescheidenen Reiz; ›bescheiden‹ im durchaus positven Sinn.

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Fleißig müssen sie gewesen sein, die Spinnen, um diesen Ast – und ein paar andere im direkten Umfeld – dermaßen einzuspinnen. Und die Sonne hat das kleine Kunstwerk plastisch ausgeleuchtet. Die offene Blende, ƒ4, hat auch hier geholfen die Plastik vom Hintergrund freizustellen.

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Wo wir grad bei fleißig sind: Auch die Bienen waren es heute schon. Bienen im Flug scharf zu erwischen ist eine besondere Herausforderung. Wer mit einer Spiegelreflex fotografiert, und wie ich, im Vollformat, tut gut daran die Blende zu schließen. Ich habe Blende ƒ11 eingestellt. Genug Schärfentiefe um die Biene einigermaßen von vorne bis hinten scharf abbilden zu können. Und es vergrößert die Chance das Tier einigermaßen scharf zu erwischen. Blende ƒ22 oder kleiner wäre natürlich noch besser. Aber dann werden die Belichtungszeiten zu lang.

Helfen kann auch Serienbildaufnahme. Klack-klack-klack-klack-klack – Fotografieren wie mit dem Maschinengewehr erhöht die Chance auf einen Treffer immens. Allerdings nicht immer. Heute hat’s leider nicht gereicht.

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Beinahe böse sieht der kleine Honigsammler hier aus. Freistellen geht im Makro-Bereich mit Spiegelreflex und Vollformat von selbst. Man sollte die Blende schließen, um winzige Tiere von vorne bis hinten scharf abzubilden.

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Jetzt ist sie weg, die Biene. Aber hat das Buschwindröschen nicht dennoch seinen Reiz?

Welches Objektiv kommt mit auf die Reise?

Posted in Theorie & Technik

Seit einigen Wochen denke ich darüber nach, welche Fotoausrüstung mich auf die nächste Reise nach La Palma begleiten wird. Nicht weil die Auswahl an Kameras und Objektiven so groß wäre. In Frage kommt als Kamera entweder die Nikon D700 oder die Panasonic Lumix G3. Schwieriger ist die Frage nach dem Objektiv der Wahl.

Meine Auswahl an Objektiven für die Nikon D700 ist groß, aber das meiste ist entweder groß und schwer, oder Festbrennweite. Auch wenn ich im letzten Urlaub auf den Kanaren ausschließlich eine 24mm Festbrennweite eingesetzt habe und viel Spaß damit hatte, wünsche ich mir diesmal doch wieder etwas mehr Gestaltungsspielraum mit Brennweiten.

Als Begleiter für Unterwegs war eigentlich die Lumix G3 gedacht. Aber je länger ich im Angebot an Objektiven für Micro Four Thirds herumblättere, desto mehr bin ich davon enttäuscht. Das Gros der Gläser ist relativ Lichtschwach. Dabei bräuchte ich für kreatives Gestalten mit Schärfentiefe beim kleinen Bildsensor von Four Thirds ja dringend mehr Lichtstärke um durch Unschärfe freistellen zu können.

Sicher: Mit dem 20mm ƒ1.7 von Panasonic auf meiner Lumix lässt sich schon eine geringe Schärfentiefe und ein ansprechendes Bokeh erzeugen. Aber 20mm MFT (Micro Four Thirds) sind 40mm Kleinbild und das ist schon ein recht enger Bildausschnitt. Zu eng für eine Reise auf eine Kanareninsel. Außerdem habe ich damit ja dann erst recht wieder kein Zoom um die Brennweite zu variieren.

Da für Micro Four Thirds offensichtlich kein Objektiv nach meinen Vorstellungen verfügbar ist, komme ich nun auf die D700 zurück, auch wenn mir die leichte G3 lieber gewesen wäre als Reisebegleiter. Nun stellt sich aber die Frage welches Reisezoom es werden soll. Nach einigen Recherchen habe ich die potenziellen Kandidaten auf diese zwei Objektive reduziert: AF 24-85mm 1:2,8-4 und AF-S 28-300mm 1:3,5-5,6.

Ich muss gestehen, dass das, was man über das relativ preiswerte 28–300mm Nikkor liest, durchaus verlockend ist. Andererseits steht dieses Objektiv in Sachen Gewicht und Volumen meinem 24–70mm ƒ2.8 Nikkor gar nicht soweit nach. Und den Brocken möchte ich eben nicht wieder mit auf Reise nehmen.

Außerdem bin ich kein begeisterter Tele-Fotografierer und nutze sehr lange Brennweiten eher selten. Auf der anderen Seite hingegen würden mir 24mm statt 28mm Brennweite schon abgehen.

Nikkor24 85

Es sieht derzeit also nach dem 24–85mm ƒ2.8–4 aus. Das Objektiv ist deutlich kleiner und leichter als das 28–300. Die Stimmen, die man zu diesem Objektiv vernimmt, sind zwar geteilt. Wie so oft loben es die Einen in den höchsten Tönen, während es für andere eine unbrauchbare Scherbe zu sein scheint. Einmal abwarten. Vielleicht gibt es ja noch den einen oder anderen Tipp meiner Leser.