24mm

»Wie viel Zoom braucht der Mensch?« habe ich in einem Artikel, unter dem Titel »40mm«, vor sechs Wochen gefragt und behauptet »gar keines!«

Nicht, dass ich Zooms schlecht finde. Ganz im Gegenteil: Wer mit einer Festbrennweite auf Weg geht, hat keine Möglichkeit die perspektivische Wirkung seiner Bilder zu gestalten. Zwar kann man den Blickwinkel verändern, aber unterschiedliche Brennweiten haben ganz verschiedene Auswirkungen auf Perspektive, Fluchten und Tiefenwirkung. Dennoch hat das Fotografieren mit einer festen Brennweite absolut seinen Reiz. So ist viel Lichtstärke bei Festbrennweiten bedeutend günstiger zu bekommen, als bei Zooms. Und viel Lichtstärke bedeutet nicht nur einen Vorteil bei ungünstigen Lichtverhältnissen, sondern auch mehr Gestaltungsspielraum mit Schärfentiefe und Bokeh.

Bei meiner Urlaubsreise nach La Palma im Frühjahr 2011 fehlte mir noch der Mut ausschließlich mit einer einzigen Festbrennweite zu fliegen. Doch die meiste Zeit blieben meine 24–70mm und 70–300mm Nikkore in der Finka und lediglich eine 24mm ƒ1.8 Festbrennweite von Sigma, mit Makro-Fähigkeit, begleitete mich.

Muss jedes Motiv jederzeit erreichbar sein? | Natürlich gibt es Motive, die sich damit nicht einfangen lassen. Vor allem all jene, die sich in der Ferne befinden und weg laufen oder fliegen, wenn man näher ran will. Manchmal gibt es auch Barrieren zwischen Fotograf und Motiv, die sich nicht so einfach überwinden lassen. Einen Fluss zum Beispiel, oder eine schlichte Absperrung. Aber ist es wirklich wichtig sie alle zu erreichen, so lange man nicht als Berufsfotograf darauf angewiesen ist genau dieses Motiv einzufangen?

Ich meine, was versäume ich schon, wenn ich auf einige Motive verzichte, weil ich nicht auf die passende Brennweite zoomen kann? Natürlich ist es toll ein eigenes tolles Foto eines Löwen, Bären oder von George Clooney zu schießen. Tatsächlich aber versäumen wir in jeder Minute unseres Lebens Millionen und Milliarden toller Motive, weil sie irgendwo auf der Welt statt finden und wir sie mit unseren Zooms nicht erreichen können. Doch mir persönlich geht es beim Fotografieren ums Fotografieren. Wenn ich Kimba, Meister Petz oder George begegne und keine passende Brennweite an der Kamera habe, sie gut abzulichten, ist das schade (jedenfalls bei Kimba und Meister Petz), aber keine Katastrophe. Schließlich sind großartige Bilder von Ihnen dank Internet immer nur einen Klick entfernt.

Oft der bessere Kompromiss | Ich ziehe es vor beim Fotografieren ein Maximum an Komfort bei bestmöglicher Abbildungsqualität zu haben. Und da sind auf Reisen und auf Tour Festbrennweiten einfach der bessere Kompromiss, als schwere Zooms mit guter Abbildungsqualität oder leichte und kompakte Zooms, die aber bei der Abbildungsleistung schwächeln. Und in Sachen Lichtstärke kommen auch die teuersten Zooms mit Festbrennweite nicht mit.

Die nachfolgenden Bilder sind alle mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden. Ich glaube sie zeigen sehr schön, dass man auch mit einer einzigen Brennweite Facettenreich fotografieren kann.

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Gut: Das ist noch nicht mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden, sondern zeigt mich beim Fotografieren mit selbigem.

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La Palma 11 03 25 73
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Eine Insel, eine Brennweite, viele Gesichter.

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