Mein Reiseobjektiv: Nikkor 24–85mm

Nikkor24 85
AF NIKKOR 24–85mm 1:2,8–4D

FourThirds ist nicht genug | Meine letzte Reise unternahm ich mit meiner Panasonic Lumix G3 mit 20mm ƒ1.7 Festbrennweite als einzige Kamera und einziges Objektiv. Nach meiner knapp einjährigen Erfahrung mit der Micro FourThirds-Kamera bin ich ein bisschen enttäuscht von dem Möglichkeiten der recht kleinen Bildsensoren dieses Kamerasystems. In Kombination mit den zumeist relativ lichtschwachen Objektiven, die für das System verfügbar sind, ist das Spiel mit Schärfentiefe doch nur eingeschränkt möglich. Deshalb entschloss ich mich auf meinen diesjährigen Urlaubsflug zur Kanaren-Insel La Palma wieder meine D700 einzupacken.

Doch etwas mehr als Festbrennweite | Letztes Jahr war ich schwer bepackt mit mehreren Linsen nach La Palma geflogen, hatte dann aber in erster Linie eine Sigma 24mm ƒ1.8 Festbrennweite in Verwendung. Dieses Jahr sollte mir ein Zoomobjektiv wieder mehr Gestaltungsfreiraum in Sachen Perspektive geben. Nur: Meine Zooms sind überwiegend große, schwere Profi-Objektive. Am ehesten wäre das 24–70mm ƒ2.8 in Frage gekommen. Ein tolles Objektiv und das Standard-Zoom vieler Profis. Aber das Teil ist ohne ohne Streulichtblende 133mm lang und wiegt 900g. Zusammen mit der Kamera sind das dann fast 2kg im Gepäck. Ich begab mich also auf die Suche nach einem etwas leichteren und kompakteren Objektiv und landete bei drei möglichen Optionen (siehe diesen Artikel).

Der neue Reisebegleiter | Entschieden habe ich mich am Ende für das 24–85mm ƒ2.8–4mm – trotz der widersprüchlichen und teilweise schlechten Berichte darüber. An und für sich ist die Linse nicht mehr ganz ‘State of the Art’. Es verfügt weder über die SWM Innenfokussierung mit der Möglichkeit zur manuellen Nachstellung ohne auf Manuell stellen zu müssen, noch über eine Nikon VR Bildstabilisierung. Dafür ist es aber mit knapp 83mm ein gutes Drittel kürzer und wiegt mit 545g mehr als ein Drittel weniger als das 24–70.

Neben Gewicht und Volumen fand ich den Brennweitenbereich von 24mm bis 85mm interessant. Das sind im Grunde genau die 15mm, die mir beim 24–70mm oft fehlen; zum Beispiel wenn ich Gesichtsporträts machen möchte. Dann ist ƒ2.8 bis ƒ4 doch deutlich lichtstärker, als ƒ3.5 bis ƒ5.6, beim 24–120mm und beim 28–300mm Nikkor – bei letzterem würde ich auch die +4mm Weitwinkel vermissen. ‘Last but not least’ hat auch die Makro-Funktion des 24–85mm seinen Reiz. Es wurde zwar kritisiert, dass das Umstellen auf Makro etwas umständlich sei – immerhin ist der Makro-Modus nicht im ganzen Brennweitenbereich, sondern nur von 35–85mm verfügbar. Man muss also erst das Zoom auf mehr als 35mm stellen und kann erst dann einen Schalter nach Makro bewegen und beim Zurückstellen auf den normalen Modus muss erst wieder aus dem Nahbereich raus fokussiert werden. Doch das klingt viel komplizierter als es ist. Hat man das gecheckt und zwei, drei Mal gemacht, geht es ohne nachdenken ganz automatisch.

Schöne Resultate mit bedenklicher Geometrie | Was mir am Ende zählt sind die Resultate und die finde ich überraschend gut. Dazu ist zu sagen, dass ich kein Pixelzähler bin. Mir zählen die subjektiven Eindrücke, die meine Fotos vermitteln. Ich überprüfe nicht die Schärfeverteilung von der Mitte nach außen über alle Blenden- und Brennweitenbereiche hinweg. Subjektiv löste die Bildwirkung bereits bei der Rückschau am Kamera-Display Begeisterung bei mir aus. Das 24–85mm liefert Resultate mit einer schönen Farbigkeit und einem angenehm weichen Kontrast. Kritisch kann ich lediglich eine seltsam wellenförmige Verzerrung im Weitwinkelbereich anmerken, die sich nur schwer digital korrigieren lässt (wobei ich die Korrektur weder in Nikons Capture NX2 noch mit Hilfe eines Spezialisten, wie DX Optics überprüft habe). Wer also gerne und viel Geometrie und Architektur fotografiert wird mit diesem Objektiv eher wenig Freude haben. Allen anderen kann ich es mit gutem Gewissen empfehlen.

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Was man im Urlaub halt so fotografiert.
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Ein kleines Bisschen ‘Street’.
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Durchaus brauchbarer Makro-Modus. Diese Aufnahmen wären mit einem anderen Standardzoom so wohl nicht möglich gewesen.
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Auch mit Bokeh lässt sich gut spielen und die Resultate gehen in meinen Augen durchaus in Ordnung.
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Weniger berauschend: Die geometrische Verzerrung im Weitwinkelbereich. Die Architektur auf La Palma entspricht zwar nicht immer streng geometrischen Kriterien, aber die Wellenlinie oben am Bild dürfte doch eher durch die Verzerrung des Objektivs so ausgefallen sein.

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