Eine einfache Frage

Sat, 19. May. 12

Da ist jemand der Zeit und Geld investiert um etwas zu schaffen. Am Ende möchte er sein Werk verkaufen um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er kalkuliert einen Preis unter Berücksichtigung eines Nutzens und Werts, den er diesem Produkt beimisst, und dem, was er für Konkurrenzfähig hält.

Nun meine neugierige Frage:

Was machst du, wenn dich ein Produkt interessiert, du aber seinen Preis nicht bezahlen willst?

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Photoshop CS6 Pause

Wed, 16. May. 12

Photoshopcs6

Seit letzter Woche arbeite ich an der vierten Ausgabe meines Photoshop Workshop Buches »Adobe Photoshop CS6 – Schritt für Schritt zum perfekten Bild« für Galileo Design (Amazon nimmt schon Vorbestellungen entgegen). Projekte, wie dieses, nehmen mich als Autor immer voll in Beschlag und Zeit zum Bloggen bleibt dabei kaum. Leider.

Der Termin für die Veröffentlichung ist für Ende August geplant. Für mich bedeutet das, dass ich das Buch bis Ende Juni geschrieben haben muss. Parallel dazu gibt es noch etliche Kurse und ein paar Grafikaufträge. Deshalb sollte es bis Anfang Juli hier im Blog sehr ruhig werden.

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Ich merke, daß meine Bilder sich immer mehr von reinen Schnappschüssen zu einem besseren Foto hin weiterentwickeln.

Amazon-Rezension

Ich werde häufig von Bekannten und Freunden gefragt, welches Buch ich für den Einstieg empfehlen könnte. Bisher konnte ich keines der Bücher am Markt so wirklich empfehlen, doch jetzt bin ich fündig geworden: Das Buch “Kreativ fotografieren: Digitalfotografie verständlich erklärt” von Markus Wäger gehört zu den besten Büchern in dieser Sparte und ich kann es Einsteigern und Fortgeschrittenen, die auf dem Weg zu besseren Bildern sind, uneingeschränkt empfehlen.

Sven Maier, www.iso125.de

Ich habe in meinem Leben schon viele – auch sehr gute – Bücher über Fotografie gelesen. Dieses Buch ist eindeutig das Beste darunter.

Michael Tiedt, via Amazon-Rezension

Das Buch … unterscheidet sich meiner Meinung nach sehr von den vermeidlich ›ähnlichen‹ Büchern, die ich schon mein Eigen nennen darf. Zum einen findet Markus Wäger eine sehr verständliche Sprache, welche es jedem sehr einfach ermöglicht seinen Gedanken zu folgen. Zum anderen führt er den Leser auf einem sehr interessanten Weg durch das komplette (!) Themengebiet der Digitalen Fotografie. Es hat mich inspiriert diesen ›Weg‹ in der Umsetzung meiner Fotos weiter zu verfolgen.

Ich muss zugeben ich war beim Kauf nicht ganz davon überzeugt ob das Buch die richtige Ergänzung für mich darstellt, da ich mich selber nicht mehr zu den blutigen Anfängern zähle. Umso mehr war ich darüber überrascht, dass es ganz und gar nicht nur für ›Anfänger‹ geschrieben wurde. Zwar werden alle Themen von der Pike auf erklärt, dennoch werden Zusammenhänge und Abhängigkeiten einzelner Parameter sehr verständlich erklärt und mit sehr vielen Bildern hinterlegt, was auch bei mir zu sehr vielen Aha-Effekten geführt hat.

Das Buch stellt für mich keine Ergänzung zu meiner Sammlung dar, sondern ersetzt sehr viele davon. Schade, dass es dieses Buch nicht schon länger gibt. Ich hätte mir sehr viel Geld gespart.

Thomas P., via Amazon-Rezension

Dem Buch merkt man die Tätigkeit des Autors als Foto-Trainer an, denn es ist didaktisch sehr klug aufgebaut.

Michael Omori Kirchner, www.fotografr.de

Schaut man in die Regale sowohl der echten als auch der virtuellen Buchläden, so stellt man fest, dass es angesichts des boomenden Digitalfotografiemarktes eine Unmenge an Literatur zu diesem Thema gibt. Prüft man das Angebot genauer, so fällt in’s Auge, dass viele der angebotenen Werke sich voneinander kaum unterscheiden, da die gleichen Themen in vergleichbarer Art und Weise dargestellt werden. Bei dem vorliegenden Werk »Kreativ fotografieren« von Markus Wäger stelle ich erfreulicherweise eine interessante Herangehensweise an die Aufbereitung des Themas fest, welche ich so noch nicht in einem anderen Buch, das ich zum Thema gelesen habe, angetroffen habe.

Stefan Neuweger, photowalkingmunich.de

Sehr lehrreich und anschaulich erklärt. Mit Freude hab ich es gelesen und konnte sehr viel daraus lernen.

Klaus Gröber, Wangen

Ob das Histogramm, die Schärfentiefe, der Weißabgleich, die ISO-Empfindlichkeit oder das Blitzen mit System – kein Thema wird ausgelassen. Für mich persönlich stellt sich das Buch daher als das ideale Nachschlagewerk dar, das ich nicht mehr vermissen möchte.

Oliver Schaef, fotolism.us

Egal ob Einsteiger oder fortgeschrittener Fotograf – Markus Wägers Buch ist eine wohltuende Ausnahme unter den Fotobüchern und ein Fachbuch im besten Sinne. Bravo!

Markus Dollinger, nachbelichtet.com

Ein durchaus empfehlenswertes Buch für alle Ein- und Aufsteiger, oder alle, die endlich mal verstehen wollen, was da eigentlich in der kleinen schwarzen Kiste passiert, und wie man vom Knipsen zum Fotografieren kommt. Ein Buch, das wir auf jeden Fall ab Sofort unseren Workshopteilnehmern nahelegen werden.

Mark Kujath, www.canikon.de/literatur

Ein sehr gutes Buch für Anfänger – und wie man in meinem Fall sieht, durchaus auch für Fortgeschrittene Fotografen geeignet. Denn wie heißt es so schön: man lernt nie aus! Das Buch bekommt eine dicke Empfehlung von mir.

Jana Mänz, www.janasworld.de

LESENSWERT! • Für Anfänger und Semis sehr gut geeignet • Mit 44,90€ nicht ganz ›Billisch‹ aber es ist es Wert! • KAUFEMPFEHLUNG

Jörg Langer, langeronline.de

Ein gutes Nachschlagewerk auch für fortgeschrittene Fotografen.

Martin Neuhof, farbwolke.de

Ich kann das Buch nur empfehlen. Vielleicht kaufe ich auch noch die Kindle Edition, damit ich es leicht mitnehmen kann, wenn ich mit der Kamera losziehe. Es sind viele praxisnahe Tipps zu finden, und man merkt gleich, wie viel Erfahrung in diesem Buch steckt. Endlich verstehe ich, welchen Einfluss die Blende auf die Schärfentiefe hat, und auf was ich bei den Objektiven achten muss. Ich wusste vorher auch nicht so recht, was ich mit dem Histogramm anfangen soll – unglaublich was man da so alles rauslesen kann.

Maxemilian Hilbrand, isiCore GmbH, Wipperfürth

Titel

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
Link zu Amazon
Link zu Books on Demand
Ladenpreis: 44,90 (D);
Ladenpreis E-Book: 35,99 (D)
Mehr Info und ein kostenloses Demokapitel.

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Urheberrecht im Unrecht?

Wed, 16. May. 12

Ich lebe vom Unterrichten. Ich lebe aber auch von meinen Ideen. Von meinen Ideen als Grafikdesigner und von meinen Ideen als Autor. »Grafik und Gestaltung« hat als Werk etwa 1000 Arbeitsstunden verschlungen. Konzeptentwicklung, Recherchen, Textgestaltung und so weiter. Die tausenden Stunden auf dem Weg zu den Grundlagen, mir so ein Werk überhaupt zuzutrauen, lasse ich mal außen vor. Das Buch besteht aus zwei Kilo Papier und etwas Druckfarbe und kostet knapp 40 Euro. Würde das jemand als Raub kopieren, wäre die Kopie wohl teurer als das im Buchhandel gekaufte Buch.

In meine Photoshop-Workshop-Büchern stecken etwa 300 Stunden.

In »Kreativ fotografieren« stecken 300 bis 600 Stunden – je nach dem wie ich es betrachte. Während es »Grafik & Gestaltung« und »Photoshop – Schritt für Schritt zum perfekten Bild« bislang nicht als eBook gibt, ist »Kreativ Fotografieren« elektronisch verfügbar. Obwohl das Buch ohne die Marketing-Maschinerie eines klassischen Verlags ein Mauerblümchen-Dasein im Buchhandel fristet und mit bislang knapp 500 verkauften Exemplaren ein sehr kleiner Fisch im Leseteich ist, bin ich doch schon über die Nachfrage nach einer Möglichkeit das Buch ›kostenlos‹ irgendwo herunterladen zu können, und ein entsprechendes Angebot bei einem sogenannten File-Sharing-Dienst, gestoplert. Letzteres scheint zu bedeuten, dass man dort kostenlos kriegt, was dessen Erzeuger nicht verschenken will. Amüsantes Detail: Wer will, kann bislang etwa 60% von kreativ Fotografieren als Artikelserie in meinem Blog lesen und der Rest soll folgen, sobald ich wieder einmal Zeit dafür habe.

Das Thema Urheberrechte und Respekt vor geistigem Eigentum beschäftigt mich also und ich finde, dass einer, der seine Zeit damit verbringt etwas kreatives zu schaffen, auch davon leben können sollte. Vor allem, denn dieses kreative Schaffen Nutzen stiftet.

Respekt vor dem, was sich andere Erarbeitet haben, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Wäre es für die Masse der Bürger eine Selbstverständlichkeit, bräuchten wir keine Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums, sondern die Sache würde sich von selbst regeln.

Urheberrecht beschäftigt mich also. Deshalb habe ich schon öfter Artikel mit meiner Meinung darüber veröffentlicht und schon mit vielen darüber diskutiert. Zuletzt schrieb ich den Artikel »Fotografie und Urheberrecht«. Vor einigen Tagen habe ich die Petition »Wir sind die Urheber!« unterzeichnet, dessen Inhalt ich mir hier wiederzugeben erlaube:

»Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als Autoren und Künstler die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht. Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit, und es garantiert die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen.

Der in diesem Zusammenhang behauptete Interessengegensatz zwischen Urhebern und ›Verwertern‹ entwirft ein abwegiges Bild unserer Arbeitsrealität.

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft geben Künstler die Vermarktung ihrer Werke in die Hände von Verlagen, Galerien, Produzenten oder Verwertungsgesellschaften, wenn diese ihre Interessen bestmöglich vertreten und verteidigen. Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern.
Im Gegenteil: Es gilt, den Schutz des Urheberrechts zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen.

Das Urheberrecht ermöglicht, dass wir Künstler und Autoren von unserer Arbeit leben können und schützt uns alle, auch vor global agierenden Internetkonzernen, deren Geschäftsmodell die Entrechtung von Künstlern und Autoren in Kauf nimmt. Die alltägliche Präsenz und der Nutzen des Internets in unserem Leben kann keinen Diebstahl rechtfertigen und ist keine Entschuldigung für Gier oder Geiz.«

Vor diesem Hintergrund hat ein Artikel zu dieser Petition, mit dem Titel »Ich bin die Böse«, meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Mir ist bewusst, dass viele Leute ein bisschen geistiges Eigentum ›illegal‹ verbreiten, aber das meiste legal erwerben. Ich habe selbst einen (kleinen) Anteil von Musik in meiner Bibliothek, die ich von Freunden aufgespielt bekommen habe. Ich habe Schriften auf meiner Festplatte, für die ich keine Lizenz habe, auch wenn ich für meine Projekte nur legal erworbene nutze. Ich habe schon Software gecrackt, für die es kein Demo gab, um herauszufinden, ob es sich lohnt sie zu kaufen.

Ich glaube nicht, dass man päpstlicher als der Papst sein muss, und dass man ein Todsünder ist, wenn einmal Daten den Weg auf persönliche Festplatten finden, der nicht ganz den Vorstellungen des Urhebers entspricht. Ich bin aber dagegen, dass das ›sich einfach Bedienen‹ bei den Leistungen anderer, zu einem Quasi-Grundrecht erklärt wird. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Respekt davor, dass jeder selbst bestimmen darf, unter welchen Bedingungen er die Früchte seiner Arbeit teilt. Bin ich mit diesen Bedingungen nicht einverstanden, gibt mir das nicht das Recht, mir die Früchte einfach zu nehmen.

Oft habe ich den Eindruck, der überwiegende Teil der privaten Anwender organisiert sich eine Software wie Photoshop irgendwie, obwohl die meisten schon der Ansicht sind, dass Urheber es verdienen für ihr Schaffen entlohnt zu werden. Es wird halt argumentiert, Adobe habe eh genug Geld und ihre Software sei ohnehin überteuert.

Allerdings entspricht das nicht meinen Moralvorstellungen (nennt nun ruhig mich böse und schimpft mich einen ›Gutmenschen‹ – ich kann das einstecken –, aber ich brauche meine Moral damit ich mir im Spiegel in die Augen sehen kann). Ich finde, jeder der etwas produziert, egal ob geistig, geistlos oder materiell, hat das recht selbst zu bestimmen, wie und zu welchem Preis er die Verbreitung erlaubt. Und wenn ich Photoshop zu teuer finde, dann ergibt sich für mich daraus nicht das Recht es mir einfach zu nehmen, sondern ich verzichte darauf und suche nach einer anderen Alternative. Ich höre jetzt schon wieder die »ja, aber«s. Aber Haltung hat für mich nichts mit »ja, aber« zu tun.

Wir brauchen mit Sicherheit ein neues Urheberrecht und eine zeitgemäße Regelung für die Verbreitung geistigen Eigentums, die das Internet nicht zum Stillstand bringt und von der nicht nur ›Große‹ profitieren.

Für mich ist der Schutz vor Kopie meiner Werke eine Frage des Einkommens und des Lebensunterhalts. Ich habe hunderte Stunden in ein Konzept investiert, das Fotografie verständlicher beschreiben soll, als ich es den mir bekannten Fotoschulen unterstelle. Dazu habe ich mir viele Illustrationen und Metaphern ausgedacht, um die Themen greifbar und leicht verständlich zu machen. Ich halte »Kreativ fotografieren« für eine von mir erdachte und erarbeitete Innovation. Ob ich damit jemals einen Umsatz erlange, der zu einem Stundenlohn führt, den die meisten Arbeitnehmer als akzeptabel erachten würden, ist ungewiss.

Auf File-Sharing-Servern ist das eBook wie gesagt verfügbar und es gibt offensichtlich auch eine Nachfrage von Leuten, die offensichtlich der Meinung sind, mein Werk sei seine 45 Euro nicht wert. Ich frage mich nur, weshalb sie dann Stunden investieren wollen, es zu lesen, wenn es keine 45 Mücken wert ist?

Mir kommt vor es fließe ein breiter Mainstream in der Meinung ›kopiert sei doch nicht geklaut‹. Jedenfalls wird oft argumentiert, der Besitzer eines Werks, das lediglich kopiert wurde, verfüge ja trotzdem weiterhin über sein Original. Nur, wenn mir durch Kopie, statt Verkauf, mein Einkommen weg bricht, dann hinterlässt das bei mir sehr wohl ein Loch in der Brieftasche. Wo ist dann der Unterschied, ob mir jemand mein Einkommen auf diese Art vorenthält, oder ob er in meine Brieftasche greift und mir Bares entwendet? Das Ergebnis ist für mich, als Urheber, dasselbe: Mir fehlt der Lohn meiner Leistung.

Gerade gestern habe ich in einem Zeitungsforum so argumentiert und die Antwort erhalten, dass ich ja das Original noch immer habe und es anderweitig verkaufen könne.

Ein Anderer argumentiert bezogen auf Musik, es habe eh jede mögliche Tonfolge bereits einmal gegeben und jemand der heute komponiert schaffe eh nur das, was vor ihm bereits da war. Dieser Logik folgend kann ich aber sein Haus marschieren und mit seinem Golf davonfahren, denn das Blech dazu war ja auch schon da, bevor VW ein Auto daraus gepresst hat. Mir unterstellt es, »Kreativ fotografieren« wäre kein originelles Werk, schließlich gab es die Wörter, die ich genutzt habe, schon vorher, und auch Fotografie war schon vorher dar.

Ich behaupte: Niemand schafft etwas aus dem Nichts. Aber ein Tischler, der aus gewachsenem Holz einen neuen Tisch formt hat es verdient fair dafür entlohnt zu werden.

Ehrlich gesagt bin ich es leid mit Leuten zu diskutieren, die solcher Kleinkinderlogik in ihrer Argumentation folgen folgen. Ernst nehmen kann ich das nicht. Und ernst genommen fühle ich mich in meinem Standpunkt damit auch nicht.

Noch schlimmer sind die Vorwürfe ich würde die Totalüberwachung des Internets und chinesische Zustände fordern, wenn ich das Kopieren von Werken entgegen den Bedingungen des Urhebers als Diebstahl bezeichne.

Bin bin auch gegen Gewalt, Raub, Mord, Totschlag und Vergewaltigung in den Straßen. Ich bin deshalb aber nicht für eine Überwachung öffentlicher Plätze, schon gar nicht gegen eine Totalüberwachung mit Videokameras. Ganz im Gegenteil: Ich bin strikt gegen eine solche Kontrolle.

Und nein: ich setze das Kopieren eines eBooks nicht mit Mord und Vergewaltigung gleich!

Ich bringe lediglich klar zum Ausdruck: Wenn ich mich an dem, was ein andere geschaffen hat, bediene, ohne mich an seine Bedingungen zu halten, dann ist das Diebstahl. Ich habe auch schon einen Apfel stibitzt und verurteile niemanden, der einmal eine Musik-DVD oder mein »Kreativ fotografieren« auf seine Festplatte kopiert, weil ein Freudn gerade mit diesem Datenmaterial vorbei marschiert. Doch dass ich beim pflücken eines Apfels aus Nachbars Garten einmal eine Auge zudrücken kann, bedeutet nicht, dass ich stehlen generell akzeptiere.

Es hat was mit Respekt zu tun. Und Haltung.

PS: Eine weitere Petition in diese Richtung findet ihr unter wir-sind-die-buerger.de. Diese gefällt mir vor allem deshalb, weil sie wichtige Punkte konkret anspricht und auf Konsens setzt. Etwas, was ich in der allgemeinen Diskussion immer mehr vermisse.

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Adobe hat DNG 2004 als Standard und Alternative zu den RAW-Formaten der Kamerahersteller vorgestellt. CR2, von Canon, NEF, von Nikon, ORF, von Olympus, ARW, von Sony, etc., lassen sich damit in einen gemeinsamen Standard, eben das DNG-Format, umwandeln. Man hat immer betont, dass dabei keine Qualität verloren ginge. Ich war dem gegenüber immer skeptisch und habe DNG nur kurz für ein paar Wochen getestet.

Dinge, die mir an DNG zu denken geben

Alles nur Interpretation | Dritthersteller, wie Adobe, Apple, Phase One oder Corel, müssen die RAW-Formate der Kamerahersteller im sogenannte Reverse Engineering erst analysieren und interpretieren, bevor sie sie mit ihren RAW-Convertern entwickeln können, denn die Kamerahersteller verraten die Rezepte für ihre RAW-Formate normalerweise nicht.

Diese Interpretationen mögen eventuell von Fall zu Fall besser sein, als die Entwicklungsrezepte jener, die das Original-RAW-Format, und die Kamera, zu der es gehört, entwickelt haben. Mir scheint aber die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Koch der Ursprungssuppe – eben bei Canon, Nikon, Olympus, Sony & Co – doch mehr herausholt, als jene, die die Suppe bei Adobe, Apple und Corel nachzukochen versuchen.

Entwicklungsprogramme | Obwohl ich die Bilder keiner meiner Kameras mit der Software ihres Herstellers entwickle, schenke ich den Leuten durchaus Glauben, die behaupten mit der Original-Software mehr aus den Bildern herauszuholen, als mit Lightroom, Aperture & Co. Allerdings konnte ich mich mit dem Interface und der Arbeitsgeschwindigkeit von Nikons Capture NX2, das für mich als Nikon-Fotograf primär in Frage käme, bislang nicht anfreunden. Vor allem müsste ich mit der Nikon Software darauf verzichten auch Bilder von meiner Panasonic und meiner Oympus zu entwickeln. Außerdem habe ich schon mit Canon fotografiert und könnte mir eine Fuji vorstellen. Am Ende hätte ich fünf, sechs Entwicklungsprogramme. Nicht meine Vorstellung von Luxus.

Programmwechsel | Zwar habe ich auch meine RAW-Entwicklungs-Software schon gewechselt – von Aperture zu Lightroom, zurück zu Aperture und jetzt zu Capture One. Wechsel, die ich mit gutem Grund vollzogen habe. Der Wechsel von Lightroom zu Aperture erfolgte, weil ich mit Apertures Ergebnissen einfach zufriedener war. Ich hatte immer den Eindruck, dass ich in Aperture schneller zu besseren Ergebnissen komme, auch wenn das Programm langsamer und instabiler sein mag als Lightroom. Den selben Grund hatte es, dass ich Ende 2011 zu Capture One gewechselt habe: Die Ergebnisse sind noch einmal deutlich besser als in Aperture.

Abstriche bei der Qualität musste ich bei meinen Wechseln nie befürchten, da ich immer mit den eigentlichen Rohdaten aus der Kamera gearbeitet habe, und nie mit einer konvertierten Pseudo-Rohdatei, wie DNG.

Das Problem bei Wechseln der Entwicklungs-Software ist, dass man alle RAW-Bilder neu entwickeln muss, was einen unheimlichen Aufwand erfordert, wenn man auch alte Aufnahme mit der Qualität der neuen Software sehen will. Auch DNG bringt hier nicht den vielleicht zu erwartenden Benefit, dass Einstellungen, die man zuvor in Lightroom gemacht hat, von Aperture oder Capture One erkannt und übernommen werden. Dafür hat man mit den Original-Formaten der Kamerahersteller hingegen die absolute Gewissheit, dass man mit der neuen Software alles aus den ursprünglichen Rohdaten herausholen kann, was sie herauszuholen in der Lage ist.

Aber wie sieht es bei einem Umstieg von einem Programm zum anderen aus, wenn man DNG nutzt? Adobe behauptet immer bei der Umwandlung der proprietären RAW-Formate der Kamerahersteller nach DNG ginge keine Information verloren. Das können wir glauben oder auch nicht. Mag also sein, dass ein RAW-Bild durch die Umwandlung nicht schlechter wird. Besser kann die Rohdatei durch die Umwandlung allerdings mit Sicherheit nicht werden!

RAW von Hersteller A + DNG von Hersteller B + Entwicklung von Hersteller C ? Nun stelle ich mir vor, das bei der Konvertierung vom proprietären Format nach DNG eine Interpretation des Datenmaterials passieren muss. Und wenn man dieses DNG dann mit einer Software entwickelt, wird neuerlich interpretiert. Mag sein, dass beim Entwickeln von Adobe DNG mit Adobe Lightroom keine Qualitätseinbußen zu befürchten sind. Aber wie sieht es aus, wenn DNG mit Aperture, Capture One oder einem anderen RAW-Converter entwickelt wird?

Wird DNG besser ? Ich habe heute ein Video-Tutorial gesehen, bei dem der Trainer ein RAW-Bild in Adobe Camera Raw 6 zeigt und anschließend demonstriert um wie viel mehr Camera Raw 7 aus dem selben Bild herausholen kann. Da drängt sich bei mir die Frage auf, ob die aktuelle Version 1.3 von DNG mehr aus einem RAW herausholt als die ursprüngliche Version 1.0?

Kleinster gemeinsamer Nenner ? Als nächstes gibt mir zu denken, dass DNG ja viele verschiedene Dateiformate auf einen Nenner bringen muss. Der DNG Converter von Adobe verwandelt NEFs, CR2s, ORFs, ARWs und so weiter in DNG-Files. Klingt für mich nach kleinstem gemeinsamen Nenner und das wiederum klingt für mich nicht vertrauenserweckend.

No Future ? Adobe argumentiert für DNG, dass es noch lesbar sei, wenn Nikon, Canon und Sony ihre alten NEF-Formate längst aufgegeben haben. Doch wie wahrscheinlich ist das? Weshalb sollten sie das tun? Was sollte mich das kümmern, wenn ich Lightroom nutze? Weshalb sollte Lightroom in zehn Jahren ein RAW-Format nicht mehr unterstützen, das es heute unterstützt? Um den Nutzern, die nicht nach DNG konvertiert haben, eins auszuwischen? Weshalb sollte ich mir sicher sein, dass Adobe nicht irgendwann DNG einstellt? So, wie man GoLive und LiveMotion eingestellt und deren Nutzer im Regen stehen hat lassen?

Ich kann sogar von diesem seltsamen Vorkommen berichten: Vor einigen Monaten machte ich wieder einmal einen Lightroom-Test. Dabei habe ich alte DNG-Files importiert, die ich auch in Aperture entwickelt habe. Lightroom stellte diese Bilder nicht dar und vermerkte lediglich, dass es sie nicht interpretieren könne. DNGs, die Aperture anstandslos entwickelt werden, werden von Lightroom nicht erkannt!?

Wenn das Wörtchen ›wenn‹ nicht wär’ | Keine Frage: Ein Standardformat für RAW-Bilder wäre eine feine Sache. Wenn alle Kamerahersteller für alle Modelle ein einziges kompatibles Format nutzen würden, dieses Format von jeder RAW-Entwicklungs-Software gelesen und interpretiert werden könnte, und Einstellungen, die ich in Software A mache, von Software B erkannt und interpretiert würden. In einer perfekten Welt könnte man dann die Vorteile von Software A, mit den Stärken von Software B und Features von Software C nutzen um aus einem digitalen Negativ das perfekte digitale Positiv zu entwickeln. Allerdings wird es das niemals geben und das liegt nicht allein an marketing-strategischen Entscheidungen von Kamera- und Software-Herstellern.

Fazit | Ich kann mit keinem Beispiel belegen, dass eine meiner Aufnahmen durch DNG schlechter geworden wäre, als wenn ich es beim Original belassen hätte. Aber es gibt zu viele Zweifel, die ich mit dem Format verbinde, als dass ich ihm vertrauen würde. Und ich sehe den Grund nicht, weshalb ich Bilder nach DNG konvertieren soll.

Nachtrag, 13. Mai 2012

Peter Werner hat eine sehr lesenswerte Ergänzung zu diesem Artikel als Kommentar hinterlassen. Verweisen möchte ich außerdem auf die Beschreibung von DNG im deutschsprachigen Wikipedia.

Exotische Sensortypen | Peters Kommentar hat bei mir weiteres Nachdenken über DNG angeregt, wobei ich auf weitere Fragezeichen gestoßen bin. Laut Wikipedia unterstützt DNG derzeit die Art, wie Sigmas Kameras Pixel aufzeichnen, anordnen und speichern, nicht. Das dürfte auch für die, von Peter genannten, Sensoren in Fujis X-Pro 1 Kamera und der neuen Leica M9 M gelten. Sollte DNG diese Formate in Zukunft aufnehmen können, so muss dann aber auch die Anwendung, die die DNGs entwickelt, die exotische, ich nenne es jetzt einmal: »Pixel-Verteilung«, ebenfalls unterstützen und interpretieren können. DNG hin oder her. Drängt sich die Frage auf, ob es für diese Software dann einen Unterschied macht, ob sie das proprietäre Format von Sigma, Fuji oder Leica bekommt, oder das konvertierte DNG? Und in nächster Folge, ob es möglich wäre, dass die Software zwar die proprietäre Datei lesen kann, aber nicht darauf eingestellt ist, auch DNGs zu lesen, die diese »Pixel-Verteilung« nutzen.

Ich bleibe dabei: DNG liefert in meinen Augen mehr Fragen als Antworten.

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