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Schlagwort: Fotografie

Mein HDR-Workflow

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Olympus E-M5 II | M.Zuiko 12–100mm ƒ4.0 | 20mm (40mm KB) | ƒ5.6 | 1/20s | ISO1000 | Belichtungsreihe mit 5 Aufnahmen | HDR mit Aurora HDR | Optische Korrektur mit DxO ViewPoint

Heute erreichte mich eine Mail eines Lesers, der sich für meinen HDR-Workflow interessiert. Da der Aufwand zur Erklärung überschaubar ist, möchte ich ihn kurz in einem Beitrag beschreiben.

Der Leser meinte nebenbei auch, dass er HDR bislang skeptisch sah – verstehe ich – aber, dass ihm meine Bilder gefielen – danke! – und er sich deshalb damit auseinandersetzen wollte. Nebenbei erwähnte er noch, dass HDR auch Geschmacksache sein.

Nun, ja und nein! Jeder Person steht es zu ihren persönlichen persönlichen Geschmack zu pflegen. Darüber steht keiner anderen ein Urteil zu.

Neben dem persönlichen Geschmack gibt es allerdings auch ein kollektives Ästhetikempfinden und objektive Kriterien der Bildgestaltung, technischen Umsetzung und Bildausarbeitung, die sich bewerten lassen. Das Problem von HDR ist, dass in der Zeit, als es am populärsten war, viel zu viel überbearbeitete Bilder zu sehen waren. Zu viel Kontrast, zu viel Sättigung, zu viel Schärfung. Das meiste hätte nicht anders ausgesehen, wenn man anstatt einer Belichtungsreihe bei einer Einzelbelichtung alle Regler zum Anschlag geschoben hätte. Gut gemachte HDR-Bilder waren eher die Ausnahme.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich selbst noch ein bisschen damit zu kämpfen habe, es mit Einstellungen zu übertreiben. Die ersten HDR-Aufnahmen die ich vor einigen Monaten mit Aurora HDR erstellt habe, sind mir mittlerweile schon etwas peinlich. Weniger ist mehr! Doch es wird so langsam.

In meinen Augen ist es falsch gedacht, HDR als Technik zur Verfälschung der natürlichen Wirkung zu sehen. Vielmehr ist es eine alternative Ausdrucksform zur gewöhnlichen Farbfotografie. Wie ich bereits in anderen Artikeln ausgeführt habe, zeigt ein Foto ein Motiv weder so wie wir es wahrnehmen, noch so, wie es tatsächlich ist. Das Bild das sich unsere Wahrnehmung von der Realität macht, basiert auf den beschränkten Wahrnehmungsmöglichkeiten der Augen und ist ein Konstrukt des Gehirns. Die Resultate der Digitalfotografie werden durch die Grenzen der Technik bestimmt, beispielsweise was Dynamikumfang und Farbtiefe angeht.

Natürlich kann eine Aufnahme einer Szene mit einem Motivkontrast von 1:1 Million auf einem Bildschirm mit einem Kontrast von 1:1000 nicht adäquat wiedergegeben werden – ganz egal ob ich ein unbearbeitetes JPEG oder ein HDR aus einer Belichtungsreihe davon habe. Beides sind nur Interpretationen der Wirklichkeit, so wie ein Schwarzweiß eine andere Interpretation wäre.

Kameraeinstellungen

Beginnen wir bei den Einstellungen an der Kamera. Ich nutze für meine HDR-Aufnahmen die Olympus E-M5 II, die E-M1 II und die E-M1X. Für die Belichtungsreihe wähle ich BKT mit 5 Belichtungen und einem Belichtungsunterschied von ±1EV. Ursprünglich habe ich mit 7 Belichtungen gearbeitet, dann aber herausgefunden, dass das zu keinen besseren Ergebnissen als 5 Belichtungen führt.

Damit ich alle Aufnahmen durch einmaliges Drücken des Auslösers machen kann, aktiviere ich den Serienbildmodus. Belichtungsmodus ist Blendenvorwahl (A), in der Regel nutze ich außerdem die ISO-Automatik.

Computer-Workflow

Aurora HDR HDR-Einstellungen

Am Computer öffne ich die fünf Bilder der Belichtungsreihe mit Aurora HDR, üblicherweise indem ich sie in Capture One gemeinsam aktiviere und Mittels Rechtsklicks Öffnen mit • Aurora HDR wähle. Die besten Resultate erzielt man nach meiner Erfahrung, wenn man alle Optionen zur Einstellung der HDR-Erstellung aktiviert.

Neue Ebene mit Luminanzmaske

Die von Skylum mitgelieferten Presets ignoriert man am besten. Die meisten davon erzeugen ein Ergebnis das genau dem entspricht, was HDR den schlechten Ruf eingebracht hat. Ich beginne mittlerweile damit, dass ich gleich einmal eine neue Ebene über das Bild lege und ihr eine Luminanzmaske hinzufügen.

Duplizierte Ebene und Tiefeneinstellungen

Nach dem Erstellen der Luminanzmaske dupliziere ich die Ebene, aktiviere aber gleich wieder die zuerst erstellte und kehre die Maske um (das geht am Mac mit CMD+I). Durch das Umkehren der Maske werden von den Einstellungen die ich auf dieser Ebene dann vornehme, nur die Tiefen betroffen. Meist hebe ich als erste Einstellung die Stärke von HDR Smart Strucure an. Der Rest hängt vom Bild ab, und davon, was mir für ein Aussehen vorschwebt. Meist wird man für die Tiefen Schatten und Schwarztöne anheben. Zeichnung in den Tiefen wird manchmal auch besser sichtbar, wenn man Intel. Tonw. nach rechts verschiebt.

Lichter-Ebene bearbeiten

Nach der Einstellung der Tiefen wende ich mich den Lichtern zu, indem ich die zuvor erstelle Kopie ganz oben aktiviere. Auch hier erhöhe ich Smart Structure, meist etwas zurückhaltender als in den Tiefen. Hier erzielt nach durch verschieben von Intel. Tonw. nach links eine Füllung der Lichter – Überbelichtung lässt sich damit teilweise eliminieren. Allerdings komme ich immer mehr davon weg zu versuchen Überbelichtung gänzlich zu beseitigen. Zu viele er Bilder bei denen ich das gemacht habe, scheinen mir nachträglich etwas zu matschig.

Alles weitere hängt vom Bild und der Intention wo man es hin entwickeln möchte ab. Oft lege ich noch eine Eben ohne Maske darüber, um globale Einstellungen sowohl für Lichter als auch Tiefen einzustellen.

Optische Korrekturen mit DxO ViewPoint

Interessanterweise fehlen den Aufnahmen in Aurora HDR oft die optischen Korrekturen. Vor allem Weitwinkelaufnahmen sind oft drastisch verzeichnet und zeigen deutliche Vignettierung in den Ecken. Das korrigiere ich anschließend mit DxO ViewPoint.

Eichelhäherherbst

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Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 | 300mm (600mm KB) | ƒ4.5 | 1/1600s | ISO500 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 | 300mm (600mm KB) | ƒ4.5 | 1/1600s | ISO400 | Capture One

Auf Wikipedia ist zu lesen, »der Eichelhäher ist ein Sinngvogel aus der Familie der Rabenvögel«. Ich persönlich habe noch nie einen singen gehört. Was man von ihm meist hört ist sein heiserer Schrei. Meist vernimmt man ihn schon aus der Ferne und was man von ihm in der Regel zu sehen bekommt, ist sein Abflug. Weil sein Ruf auch andere Tiere darauf aufmerksam macht, dass etwas möglicherweise Bedrohliches im Anmarsch ist, nennt man Eichelhäher auch die »Polizei des Waldes«.

Während man seiner Stimme seine Zugehörigkeit zu den Krähenvögeln durchaus anhört, lässt sein wunderschön gezeichnetes Gefieder kaum darauf schließen.

Im Herbst vor zwei Jahren wimmelte es hier in Vorarlberg von Eichelhähern. Auf sämtlichen Ried- und Forstwegen sah man sie Eicheln und Nüsse aufpicken – der Name Eichelhäher kommt nicht von ungefähr –, auf Schritt und Tritt schossen sie mit Eicheln im Schnabel vorbei. Letzten Herbst hingegeben ist uns – ebenso wie vor drei Jahren – kaum einer begegnet. Dieses Jahr scheint eher wieder ein »Eichelhäherjahr« zu sein.

In den vergangenen Jahren hat sich mein Interesse in der Fotografie von People immer mehr zu Natur, Tier und Landschaft verlagert. Ich liebe es mit der Kamera durch die Natur zu streifen und die Impressionen um mich herum einzufangen. Dabei ist für mich vor allem der Weg das Ziel – im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinn.

Seit meiner Kindheit verbringe ich gerne Zeit in den Bergen und in der Natur, bevorzugt abseits ausgetretener Touristenpfade – die schönsten Touren sind für mich immer die, auf denen mir wenige Menschen begegnen. Glücklicherweise kann ich diese Leidenschaft mit meiner Frau teilen. Sie wiederum hat bei mir das Interesse an Vögeln und Schmetterlingen geweckt – ihre Fotos veröffentlicht sie unter anderem bei 500px.

Wer schon öfter hier gelesen hat, weiß wahrscheinlich, dass es meine Anforderung Fotografie mit Mobilität zu verbinden war, die mich zu MFT geführt hat. In der Regel sind Andrea und ich mit jeweils zwei Kameras unterwegs. Einmal mit Supertele um Vögel, Insekten und Wildtiere ablichten zu können. Die andere Kamera trägt üblicherweise ein Weitwinkelzoom, meist ein M.Zuiko 12–40 oder ein M.Zuiko 12–100, um Landschaftsimpressionen abzulichten.

Nun kommt man leider zu Fuß allein nicht besonders weit und auf jedem Ausflug dieselbe Landschaft abzubilden ist auf die Dauer dann doch etwas eintönig. Nicht zuletzt erschöpft sich dabei auch der Artenreichtum an Tieren, denen man dabei begegnet. Öffentliche Verkehrsmittel sind nur bedingt eine Alternative, sind die Ziele die sich damit erreichen lassen ja auch beschränkt und den Ausgangspunkt einer Wanderung schon früh zu erreichen ist meist schwierig. Außerdem macht es auch keinen Spaß die trotz MFT nicht gerade federleichte Ausrüstung auch noch lange durch Züge und Busse zu schleppen, zumal wenn diese überfüllt sind.

Der PKW wiederum ist in Zeiten der nahenden Klimakatastrophe allerdings auch ein zunehmend fragwürdigeres Beförderungsmittel. Ich kann mir zwar weder beruflich noch privat vorstellen in absehbarer Zeit darauf verzichten, dennoch ist es mir wichtig seinen Einsatz so weit als möglich zu reduzieren (und wenn, dann verbrauchsoptimiert zu fahren). Eine gute Alternative haben wir uns in diesem Frühjahr mit zwei E-Bikes angeschafft. Damit erzielen wir einen Aktionsradius von 20–30km. Ursprünglich war angedacht, dass wir damit die zuvor per Auto erforderlichen Fahrten in die Riedlandschaften, zu den Baggersehen der Umgebung und an den Bodensee ersetzen, sie abstellen und zu Fuß weiter ausschweifen. Schnell hat sich aber herausgestellt, dass sich mit dem Rad komplette Fototouren machen lassen.

Die Kamera mit Weitwinkel habe ich dabei in der Regel mittels eines Peak-Design-Capture-Clips am Rucksack oder Gürtel befestigt, die E-M1X mit Supertele befindet sich in einem Case auf dem Gepäckträger des Fahrrads. Daraus lässt sich die Kamera ausreichend schnell befreien, um rasch einen Vogel, einen Schmetterling oder ein Reh in der Umgebung zu erwischen.

KTM-Case auf meinem E-Bike
KTM-Case offen mit Olympus E-M1X mit M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro

Fotografie, Wahrnehmung, HDR

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Alphütte auf der Seraalpe
Seraalpe | Olympus E-M1 MarkII | M.Zuiko 12-100mm ƒ4.0 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | HDR-Bild aus 7 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint

Auf meine letzten Blogartikel habe ich einen Kommentar bekommen, dass meine HDRs nicht aussehen, wie ein reguläres Foto. Während des Schreibens einer Antwort kam mir der Gedanke, dass diese eigentlich für einen ganzen Artikel taugt, finde ich doch, dass sie wohl für viele einschlägig interessierte Leser interessant sein könnte – schließlich wird ja nicht jeder die Kommentare zu den Artikeln lesen.

Natürlich fallen Aufnahmen im prallen Sonnenlicht nicht so aus, wie die Aufnahmen die ich im genannten Artikel gepostet habe. An sonnigen Tagen kann der Motivkontrast bis zu 20LW betragen, das ist ein Kontrastverhältnis von 1:1 Million. Unsere Wahrnehmung schafft davon mit Hilfe der Tricksereien unseres Gehirns etwa 14LW (1:10.000) – die Augen selbst erreichen nur ein Kontrastverhältnis von 1:100. Ein JPEG oder ein Monitor erreicht gerade einmal 8LW (1:1000) – Angaben die bei Fernsehern das Kontrastverhältnis im mehrfachen Millionenbereich angeben, haben mehr mit Tricksereien – bei Bildschirmen technischer Natur – zu tun und mit Marketing, als mit einem Kontrastumfang der tatsächliche in den sechsstelligen Bereich geht.

In der Fotografie führt ein Motivkontrast der den Dynamikumfang eines 8-Bit-JPEGs überschreitet zu Unter- und/oder Überbelichtung. Beides – sowohl Unter- als auch Überbelichtung – kommt in unserer Wahrnehmung nicht vor. Als Äquivalent zu fotografischer Überbelichtung (strukturloses Weiß), lässt sich in der Wahrnehmung höchstens die Blendung betrachten, beispielsweise wenn man auf ein sonnenbeschienenes Schneefeld blickt. Sie brauchen aber nur einmal den Blick auf eine blendend weiße Fläche mit dem Blick auf einen überbelichteten Bereich in einer Fotografie zu vergleichen um herauszufinden, dass das zwei nicht miteinander vergleichbare Dinge sind.

Auch wenn wir in RAW fotografieren, müssen wir die 10LW bis 14LW des Sensors komprimieren, um die dunkelsten und hellsten Bereiche im 1:1000-Kontrastumfang eines Monitors sichtbar zu machen – in Lightroom heißt das Schatten und Schwarz aufhellen, Lichter und Weiß abdunkeln. Bei kräftiger Komprimierung des Dynamikumfangs der Aufnahme sieht das Resultat dann einem HDR aus mehreren Belichtungen nicht unähnlich. Anders geht es aber nicht, möchten wir in einem Foto Zeichnung in Lichtern und Schatten sichtbar machen, die unsere Augen vor Ort mühelos erkennen konnten.

Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 9mm (18mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Einzelbelichtung der HDR-Aufnahme oben. Im Himmel enthalten einige Bereiche kaum oder gar keine Bildinformation mehr und sind überbelichtet, in den Bäumen sind viel Bereiche unterbelichtet und Schwarz.

Die Gegenlichtaufnahme mit dem Kreuz beispielsweise zeigt bei 8 Bit einen ausgefressenen, in vielen Bereichen zeichnungsfreien weißen Himmel. Andere Bereich wiederum, z.B. in den Schatten der Bäume, fallen unterbelichtet schwarz aus. Tatsächlich jedoch war der Himmel für die menschliche Wahrnehmung blau wahrzunehmen, so wie es im HDR-Bild zu sehen ist. Natürlich sah der Himmel in meinen Augen nicht exakt so aus, wie in der abgebildeten HDR-Aufnahme. Allerdings noch viel weniger so, wie in der Einzelbelichtung.

Selbstverständlich ist das HDR auch nur eine Interpretation der Realität im Rahmen der technischen und physikalischen Möglichkeiten der digitalen Fotograftechnik, nicht anders als eine normale 8-Bit-Aufnahme der Szene eine Interpretation ist. Das trifft allerdings auf unsere Wahrnehmung nicht minder zu.

Ich würde auf jeden Fall behaupten, dass das HDR bei so einer Szene meiner Wahrnehmung näher kommt, als es eine reguläre 8-Bit-Einzelbelichtung tun kann. Schließlich konnte ich vor Ort das Blau des Himmels und die Struktur der Wolken ebenso erkennen, wie die Details im Schatten der Bäume, was eben bei einer regulären Aufnahme nicht der Fall ist.

Mir geht es in der Fotografie heute darum Aufnahmen zu erstellen die Szenen so gut als möglich so zeigen, wie ich sie erlebt habe, und nicht so, wie es den technisch-physikalischen Beschränkungen einer 8-Bit-Einzelbelichtung entspricht.

Bin ich mit den Resultaten vollauf zufrieden? Nein. Auch mit dieser Technik bekomme ich oft noch ausgefressene Überbelichtung und rein schwarze Unterbelichtung. Aber es entwickelt sich und ich kann in den Aufnahmen Details und Strukturen sichtbar machen, die vor Ort problemlos zu sehen waren, und nicht von Unter- und Überbelichtung verschluckt sind.

Schloss Schönbühel in HDR

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Schloss Schönbühel
Schloss Schönbühel | Olympus OM-D E-M5 MarkII | M.Zuiko 25mm ƒ1.2 | 25 mm (50mm KB) | ƒ5.6 | 1/800s | ISO200 | Aurora HDR und DxO ViewPoint

Schloss Schönbühel liegt in der Gemeinde Schönbühel-Aggsbach in Niederösterreich in der Wachau an der Donau. Seine Ursprünge liegen im 12. Jahrhundert und in einer leicht zu verteidigenden Festung. Das Schloss befindet sich heute in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Mehr darüber findet sich auf Wikipedia.

Die Aufnahme oben ist ein HDR aus einer Belichtungsreihe aus fünf Belichtungen. Die Angaben zur Belichtungszeit beziehen sich auf die mittlere Belichtung.

Wie ich zu HDR kam

Im vergangenen Jahr machte ich einen Ausflug in die Drohnenfotografie. Leider erfuhr ich erst als ich mich nach dem Kauf, wo man in Österreich Drohnen fliegen lassen darf, dass es einer Bewilligung der Austro Control bedarf, möchte man Drohnen zum Fotografieren fliegen lassen. Laut meinen Recherchen sollte die Gebühr für die Bewilligung jährlich über 200 Euro betragen, was bei nicht gewerblicher Nutzung wohl für die Wenigsten ein Thema sein dürfte.

Rückblickend finde ich diese strenge Regelung gar nicht so verkehrt, schließlich gibt es immer genug Idioten die nicht ausreichend Verantwortungsbewusstsein besitzen ihre Drohen von Naturschutzgebieten, wilden Tieren und aus dem Luftraum des bemannten Luftverkehrs fern zu halten – immer wieder liest man von gefährlichen Situationen die für Hubschrauber und Flugzeuge durch Drohnen entstehen. Etwas sauer bin ich allerdings, dass auch bewilligungspflichtige Drohnen ohne den geringsten Hinweis in Fotogeschäften und Elektronikmärkten vertrieben werden.

Das Abenteuer Drohne führte auch dazu, dass ich begann mich intensiver mit HDR zu befassen, um ein Optimum aus den JPEGs der Drohnenkamera herauszuholen.

MFT und Aurora HDR – ein Dream-Team!

Im Merz dieses Jahres begann ich mit HDR aus meinen Systemkameras zu experimentieren. Bislang hat sich mein Interesse an HDR vor allem deshalb in Grenzen gehalten, weil ich nicht der Typ Fotograf bin der gerne mit Stativen auf den Weg geht. Lieber fotografiere ich spontan aus freier Hand. Das ist nicht nur Bequemlichkeit, sondern liegt auch daran, dass die meisten meiner Fotos auf Achse entstehen. Oft bin ich Stunden lang unterwegs, meist zu Fuß, seit diesem Jahr auch mit dem E-Bike. In beiden Fällen ist ein Stativ kein besonders bequemer Begleiter.

MFT-Kameras verfügen bekanntlich über eine exzellente Bildstabilisierung und so testete ich, ob es möglich ist brauchbare HDR-Bilder aus Belichtungsreihen aus freier Hand zu erzeugen. Das hängt allerdings nicht nur von der Qualität der Bildstabilisierung ab, sondern auch von der Präzision der automatischen Ausrichtung der HDR-Software.

Photoshop als HDR-Software kam von Beginn an nicht in Frage, da dessen HDR-Funktion lausig ist. Affinity Photo weist zwar eine bessere HDR-Funktion auf und meine Drohnen-HDRs entstanden damit, so richtig glücklich war ich mit dessen Resultaten allerdings auch nicht. In weiterer Folge testete ich so ziemlich alles, was für den Mac an HDR-Software verfügbar ist. Tatsächlich überzeugt hat mich nur Aurora HDR von Skylum.

Es liegen Welten zwischen Aurora HDR und allen anderen Programmen mit denen ich es versuchte. Nicht nur die Qualität wird von keiner anderen Software erreicht. Auch die Funktionen und Einstellmöglichkeiten sind viel umfangreicher als bei allen Mitbewerbern. Das Interface ist ansprechend gestaltet, auch wenn es dem Trend entsprechend zu dunkel ist und auch noch einen dezenten Farbstich aufweist. Besonders beeindruckend ist aber vor allem die automatische Ausrichtung und das Deghosting. Die Aufnahme oben ist von einem Fahrenden Ausflugsschiff entstanden. Dennoch ist das Resultat, wie auch alle anderen Aufnahmen die ich während der Flussfahrt machte, tadellos. An sich erstellte ich diese Belichtungsreihen in der Annahme, dass die Erstellung von HDR-Aufnahmen wegen der Bewegung scheitern würde. Doch selbst ein rasch vorbei fahrendes Motorboot wurde tadellos vereint. Personen die sich während der Aufnahme bewegen, stellen für Aurora HDR ebenfalls kein Problem dar – man erhält eine Person die tadellos ins HDR-Bild passt. Es ist fast wie Magie!

Im Moment kämpfe ich noch mit mir selbst und damit, es mit den Einstellungen nicht zu übertreibe. Ein HDR ist kein normales Foto. Sein Eindruck ist anders. Wenn dem nicht so wäre, bräuchte man keine HDRs zu erstellen.

Betrachter empfinden oft HDR vermittle einen gemalten Eindruck. Ich finde diese Assoziation heute sehr passend. Eine Kamera sieht nicht wie wir, sondern wie eine Kamera. Was sie aufnimmt und ein Foto wiedergibt, ist nicht die Realität, sondern eine Interpretation der Kamera von der Realität. Technische und physikalische Einschränkungen lassen es gar nicht zu, dass die Kamera die Realität ohne Abweichungen abbildet. Bei unserer Wahrnehmung ist es dasselbe, nur dass die Einschränkungen nicht technischer, sondern biologischer Natur sind. Es würde zu weit führen hier in die Tiefe zu gehen – detaillierter gehe ich darauf in meiner Fotoschule, in »das ABC der Farbe« und in meinem kommenden Buch »das ABC des Designs« ein.

Während eine Kamera eine Szene ganz anders aufnimmt, als wir sie wahrnehmen, malt ein Maler sie so wie er sie wahrnimmt, und somit (wahrscheinlich) auch so, wie wir sie wahrnehmen. Deshalb bin ich heute davon überzeugt, dass ein Bild das aussieht wie ein Gemälde eher der menschlichen Wahrnehmung nahekommt, als ein Foto das die Szene mit den Einschränkungen der fotografischen Aufnahme- und Wiedergabetechniken zeigt.

Perlmuttfalter

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Perlmuttfalter
Perlmuttfalter | Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 300mm (600mm KB) | ƒ5.6 | 1/250s | ISO400 | Capture One Pro
Perluttfalter
Perlmuttfalter | Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 300mm (600mm KB) | ƒ5.6 | 1/250s | ISO250 | Capture One Pro

Perlmuttfalter gibt es viele Arten. Mir fehlt die Fachkunde diesen hier genauer bestimmen zu können. Sie alle gehören zur Gruppe der Edelfalter (Wikipedia). Wunderschöne Schmetterlinge, denen man hier in Vorarlberg glücklicherweise noch oft begegnen kann.

Olympus OM-D E-M1X

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Die E-M1X (Olympus) ist ein Monster von einer MFT-Kamera. Für MFT entscheidet man sich primär, weil man mit einem kompakten und handlichen System fotografieren will. Deshalb habe ich mich für MFT entschieden. Die E-M1X liegt zwar ausgesprochen gut in Händen und ist somit handlich, aber sie ist weder kompakt noch leicht. Sie wirkt nur unwesentlich weniger als eine Nikon D850, wobei sie bei diesem Gewicht den Hochformatgriff integriert hat, die D850 hat das nicht.

Was also spricht dafür, so eine riesige und schwere Kamera mit vergleichsweise winzigem Sensor zu kaufen?

Zunächst einmal sind voluminöse Bodys von Vorteil, wenn man mit langen und schweren Teleobjektiven arbeitet. So führt die E-M1X in Kombination mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro zu einer durchaus noch ausgewogeneren Ergonomie, als die an E-M1 II. Noch deutlicher wird das beim für nächstes Jahr angekündigten 150–400mm ƒ4.5 Superzoom. Mit dem darin integrierten 1,25-Telekonverter wird damit auf Kleinbild hochgerechnet ein 375–1000mm Zoom. Kombiniert man dazu noch den 2-fach-Telekonverter, landen wir bei 750–2000mm. Damit macht nicht nur das voluminöse Gehäuse Sinn, sondern auch die darin enthaltene Rechenpower zweier Prozessoren. Diese wird die Kamera dann sicher brachen können, soll bei 2000mm und ƒ11 noch annehmbar scharf gestellt werden können. Wie das funktionieren soll – darauf bin ich bereits gespannt.

Wenn es gut funktioniert, erhält man natürlich ein einzigartiges System: 2000mm Brennweite in noch immer handlicher Form mit der marktführenden Bildstabilisierung von Olympus! Ich gestehe, das bringt mich zum Sabbern.

Was auch reizend ist, an der E-M1X: Der Joystick zur Messfeldauswahl – gleich zwei Mal; einmal in Querformat-, einmal in Hochformatposition. Der Joystick war einer der Gründer, der mich zur Lumix G9 verleitet hat – ich bin froh ihn jetzt auch bei Olympus zu sehen.

Auch schön: Die Möglichkeit die Akkus in der Kamera via USB zu laden. Zum Laden nutze ich Solar Powerbanks (Diese beiden: Amazon-Affiliate-Link | Amazon-Affiliate-Link), die ich mit einem zusätzlichen Solarpanel (Amazon-Affiliate-Link) lade – also zumindest vom Frühjahr bis Herbst mit Sonnenenergie.

Es sind allerdings andere Dinge, die die E-M1X zu einer besonderen Kamera machen. Eines davon ist der Handheld-High-Res-Modus.

50MP-High-Res-Aufnahme: ƒ8 | 1/400s | ISO100 | 12mm MFT

Die Abbildung oben zeigt eine Aufnahme, die aus freier Hand im High-Res-Modus entstand, unten ein 1:1-Ausschnitt. Nicht gestochen scharf, wobei die Frage offen bleibt, ob eine Kamera mit einem Sensor mit 50MP echter Auflösung aus freier Hand ein deutlich besseres Resultat erzielt hätte.

1:1-Ausschnitt aus der Aufnahme oben

Zu den Vorzügen von MFT-Kameras gehört die exzellente Bildstabilisierung. Auch schon mit einer E-M1 II (und ich vermute mit allen aktuellen Olympus-Modellen) lässt sich der Mond des Nachts mit einer entsprechend langen Brennweite gut und scharf abbilden. Doch als der erste Vollmond nach dem ich die E-M1X erhalten hatte aufging, interessierte mich, ob das auch im High-Res-Modus aus freier Hand klappt.

Unbeschnittenes Bild des Mondes im High-Res-Modus aufgenommen

Die Abbildung oben zeigt das unbeschnittene Resultat mit 50MP, aufgenommen mit M.Zuiko 300mm und 1,4-fach-Telekonverter, 840mm KB, ƒ5.6, 1/1600s, ISO200. Die Abbildung unten zeigt den Zuschnitt auf den Mond. Die Aufnahme hat noch immer 8MP, was etwa einen praktisch hochauflösenden Ausdruck auf A4 erlaubt.

Zuschnitt der Aufnahme oben: ≈ 8MP
1:1-Ausschnitt

Nun ist im 1:1-Ausschnitt nicht zu übersehen, dass das Resultat nicht absolut scharf ist. Tatsächlich ist sie nicht besser, als bei einer Aufnahme, die im normalen Modus erstellt und dann auf die Auflösung des High-Res-Bildes hoch interpoliert wird. Das ist allerdings generell ein Problem hochauflösender Kameras: Je höher die Auflösung, desto eher macht sich die unvermeidliche Verwackelung des Freihandfotografierens im Resultat bemerkbar. Dennoch zeigt das Beispiel sehr schön, was bei Olympus mittlerweile technisch möglich ist – es spricht Bände über die Qualität von Olympus’ Sensorstabilisierung.

Um herauszufinden wie groß das praktische Potenzial des High-Res-Modus der kleinen MFT-Sensoren tatsächlich ist, werde ich noch einige Tests machen und Erfahrungen sammeln müssen, wobei es am Ende eher die Neugier ist, zu erfahren, was mein System theoretisch leisten könnte, ohne dass ich es praktisch tatsächlich bräuchte – in der Regel finde ich mit den 20MP der Kameras mein Auslangen.

Eine andere Eigenschaft, die die E-M1X neben dem Handheld-High-Res-Modus einzigartig macht, ist der Live-ND-Modus. Damit wird elektronisch die Wirkung eines ND-Filters simuliert, was auch unter Tags Langzeitbelichtungen möglich macht. Ich konnte bislang erst einmal kurz mit der Funktion experimentieren und habe dabei versehentlich nur ND3 statt des Maximalwerts ND5 eingestellt. Als Resultat bin ich bei ƒ11 und 1/8 Sekunde gelandet – ND5 hätte dementsprechend 1/2s ermöglicht und durch Abblenden auf ƒ22 wären 2s möglich geworden. Und wie immer gilt: Alles aus freier Hand!

Verwischtes Wasser durch verzögerte Belichtung mit Live-ND-Filter

Natürlich lässt sich mit einer wirklich hochauflösenden Kamera mit Stativ und präziser Arbeit mehr aus den Motiven herausholen. Allerdings wird der Unterschied erst wirklich relevant, wenn man bei der Ausgabe an die Grenzen geht. Demgegenüber erlaubt das System ein unkompliziertes Handling, eine Flexibilität und eine Leichtigkeit in der Fotografie, die man anderswo nicht findet. Nicht umsonst hört man dauernd Fotografen die von anderen Systemen auf MFT wechselten, sagen, dass sie eine Freude an der Fotografie wiederentdeckt haben, die sie davor so nicht mehr hatten.

Einmal mehr leistet Olympus auch Pionierarbeit durch die Integration künstlicher Intelligenz in eine Kamera, wobei die darauf basierende AI-Motivverfolgung von Flugzeugen, Zügen und Autos derzeit für mich nicht relevant sind, da diese Objekte nicht zu den für mich relevanten Motiven gehören. Ich hoffe aber, dass mit der Zeit auch Tiere zu den erkannten Objekten kommen.

Gut ist die Fokussierung schon jetzt. Die Abbildung unten zeigt eine Aufnahme eines hektischen Starenschwarms vor unruhigem Hintergrund. Keine leichte Aufgabe für ein AF-System. In wie fern allerdings die E-M1X der E-M1 II überlegen ist, vermag ich derzeit nicht zu sagen.

Fazit? Kurz und bündig: Die E-M1X mag eine spezielle Kamera sein, aber gerade das macht sie so attraktiv für mich, sie macht Spaß und ist für mich jeden Euro wert.

M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/1600s | ISO320
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/1600s | ISO250
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/400s | ISO3200
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ6.3 | 1/1600s | ISO200

Fotogalerie

Posted in Fotografie

Seit sich bei mir Fotografie mit Internet getroffen haben, habe ich zunächst Flickr getestet, dann 500px und nebenher auch Instagram. Flickr macht neben 500px keinen Sinn und letzteres gefiel mir einfach besser. Instagram habe ich mit Facebook und allem anderen vom Zuckerberg hinter mir gelassen.

Die sozialen Fotonetzwerke sind irgendwie nicht so mein Ding. Das läuft meist so nach dem Prinzip »gefällt dir mein Bild, gefällt mir auch deines« und werd nur liked aber nicht kommentiert, erzielt auch keinen nennenswerten Impact. Grundsätzlich ist mir das zwar egal, so dass ich auch ohne großartige Zustimmung weiterhin gelegentlich Fotos auf 500px geladen habe, doch am Ende hinterließ das immer das Gefühl als würde ich meine Bilder ein einen bodenlosen Abgrund werfen.

Am sinnvollsten erschien es mir meine Bildergalerie mit meinem Blog zu verknüpfen, was 500px leider nicht anbietet. Möglich machte mir das SmugMug, wo ich seit einigen Wochen Fotos von Natur, Landschaft und Getier veröffentliche. Wer sich dafür interessiert, darf sich eingeladen fühlen gelegentlich hineinzuschauen. Kommentare sind natürlich so erlaubt wie willkommen.

markuswaeger.smugmug.com