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Markus Wäger Posts

Umbau

Posted in etc.

Wieder einmal befindet sich mein Blog in einer Umbauphase. Obwohl es mir immer Freude bereitet hat Fachartikel für den Blog zu verfassen und Videotutorials aufzunehmen, ist die Pflege meines Blogs und meines Youtube-Kanals in den letzten Monaten wieder einmal ordentlich unter die Räder gekommen. Da sind zum Einen die Projekten die zu meinem Lebensunterhalt beitragen – Bücher schreiben, unterrichten, Artikel für Magazine schreiben – und die ihre Zeit fordern. Dann hatten wir in den letzten Monaten viel schönes und trockenes Wetter, bei dem ich die Zeit lieber mit der Kamera in der Natur verbringe, als hinter dem Computer. Und natürlich will man dann, wenn man mit voller Speicherkarte nachhause kommt, das Bildmaterial auch sichten und ausarbeiten.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch andere Dinge im Leben die nicht zu kurz kommen dürfen, wozu für mich nicht nur Ausflüge und Unterhaltung gehören, sondern auch mein Interesse an dem was politisch, gesellschaftlich und ökologisch in der Welt vor sich geht, und womit ich mich auch nahezu täglich ausgiebig befasse. Irgendwo muss man am Ende die Abstriche machen, und bei mir leiden halt Blog und Videokanal darunter. Das freut mich nicht, geht aber nicht anders.

Selbst ein kurzes Video fordern meist mindestens eine Stunde bis sie online sind, ein Artikel mit Hand und Fuß dauert selbst dann mehrere Stunden, wenn er am Ende nur ein paar Absätze hat. Da mir das vermitteln von Wissen, das Bloggen und das Aufnehmen von Tutorials ja an sich Spaß macht, möchte ich den Blog bis auf Weiteres nicht stilllegen. Damit er nicht ganz verstaubt, möchte ich schauen ob es mir gelingt in nächster Zeit zumindest etwas mit Bildern zu füttern. Dafür ist allerdings das Magazin-Layout das ich zuletzt nutzte nicht gut geeignet, weshalb ich wieder zu einem klassischen Blog-Theme zurück kehre.

Kaisermantel

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Kaisermantel
Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm F2.8 + MC-20 @ 300mm (600mm in 35mm) | ƒ5.6 | 1/250s | ISO640 | Capture One Pro

Der Kaisermantel (Wikipedia) gehört zu den Perlmutfaltern und kann 55mm bis 65mm groß werden. Er ist weit über Europa bis Nordafrika und Japan verbreitet. Hier in Vorarlberg begegne ich ihm regelmäßig.

Neu in Affinity Photo 1.7

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Es ist schon ein paar Wochen her, dass Serif die Version 1.7 von Affinity Photo herausgebracht hat. Anders als bei 1.6 und noch viel mehr 1.5 sind die Neuerungen diesmal ziemlich überschaubar und dürften vor allem die Performance unter der Haube betreffen. Serif hat auf einer Seite ihrer Website eine Aufstellung der 10 wichtigsten Neuerungen veröffentlicht. Die für das Gros der Anwender wohl – neben Performance-Boosts – wohl relevanten Neuerungen sind:

1. Neu gestaltete HSL-Anpassungsebene

Die HSL-Anpassungsebene wurde sehr clever neu gestaltet. Der Farbton wird nun nicht mehr wie zuvor (und wie in Photoshop) als Linie sondern als Farbrad dargestellt. Die Farbbereiche werden nicht mehr über ein Auswahlmenü, sondern mittels Schaltern in der jeweiligen Grundfarbe aktiviert. Der gewählte Farbbereich ist daraufhin übersichtlich im Kreis markiert.

Serif listet auch Überarbeitungen bei Selektiver Farbkorrektur, Weißabgleich und Lebendigkeit, allerdings muss man wohl mit der Lupe suchen, was sich da geändert hat – die Weißabgleich-Pipette ist nach wie vor unbrauchbar, da sie die Magenta-Grün-Achse nicht erfasst.

2. Protokoll mit »Zurück in die Zukunft«

Interessantes tut sich im Protokoll-Bedienfeld. Macht man Schritte rückgängig und führt neue Arbeitsschritte ein, erscheint rechts am Schritt auf den man zurücksetzte ein Abzweigen-Symbol. Klickt man darauf, werden alle nachfolgenden Schritte wieder hergestellt. Damit vergrößert Affinity Photo den Vorsprung in diesem Bereich gegenüber Photoshop (Affinity Photo kann das Protokoll speichern, Photoshop nicht) noch einmal immens.

3. Und außerdem

  • Die RAW-Engine soll verbessert worden sein. Befriedigend finde ich APs RAW-Entwicklung allerdings noch immer nicht. Der Schatten-Regler ist nach wie vor weitgehend wirkungslos.
  • Neuerungen bei Pinseln, die für Illustratoren interessant sein mögen.
  • Neue Filter.
  • Verbesserungen bei Makro.
  • Das Zuschneiden-Werkzeug erlaubt jetzt endlich Breite, Höhe und Auflösung vorzugeben.
  • Ein neues Assets-Bedienfeld, in das sich aber keine herkömmlichen Format wie JPEG, TIFF, AI und auch nicht das Affinity-Photo-Eigenformat importieren lässt.
  • Neue Möglichkeiten Ebenen im Ebenen-Bedienfeld zu organisieren.

Wie gesagt: Die Neuerungen sind im Vergleich zu früheren Updates überschaubar. Allerdings ist das nicht weiter ungewöhnlich – größere Neuerungen bieten auch anderer Hersteller bei kostenlosen Updates selten. Diese kommen meist erst mit kostenpflichtigen Upgrades. Ich vermute, die Weiterentwicklung von Affinity Photo hat in den letzten Monaten auch etwas unter der Entwicklung von Affinity Publisher gelitten. Ich wünschte ich hätte die Zeit mich auch damit zu befassen, doch im Moment hat mein kommendes Buch »Das ABC der Gestaltung« Vorrang.

Superzoom M.Zuiko 12–200mm ƒ3.5–6.3

Posted in Erfahrungsberichte

Es hat schon etwas reihendes: 12–200mm MFT. 24–400mm Kleinbild. Vom Landschaftsweitwinkel zum Tiere-Supertele. Und das ganze auch noch in einem Regenfesten Gehäuse! Was kann man sich mehr wünschen, wenn man gerne draußen unterwegs ist. Vor allem, wenn es einen auch oft ins Gebirge zieht. Das Olympus M.Zuiko 12–200mm ƒ3.5–6.3 ist die eierlegende Wollmilchsau. Kein Zweifel!

Natürlich sind Abstriche in der Qualität zu erwarten, wenn ein so extremer Brennweitenbereich auch noch einem recht kompakten leichten Gehäuse untergebracht wird. Das war mir schon klar. Was das tatsächlich bedeutet war aber dann noch etwas ernüchternd.

Zwar ist die Qualität am kurzen Ende der Brennweite durchaus beachtlich. Schwieriger wird es aber, wenn man an das Tele-Ende geht. Zwar werden bei 400mm KB auch relativ scheue Tiere erreichbar. Die Details in Pelzen, Gefiedern oder Schmetterlingsflügeln geraten ziemlich verwaschen. Wer die Ergebnisse eines Panaleica 100–400mm und des M.Zuiko 300mm ƒ4 gewohnt ist, wird damit wohl wenig Freude haben. Deshalb ist mein 12–400mm nach einem Ausflug wieder zum Händler zurück gegangen.

Heißt das, dass ich generell vom Kauf abrate? Ich würde es anders formulieren: Wer ein echtes Universalzoom sucht, das für nahezu alle Motive die passende Brennweite mitbringt, um damit Wandern zu gehen oder eine Reise zu machen, kann durchaus einen Blick auf das Objektiv machen. Wie gesagt: Am kurzen Ende der Brennweite ist die Detailschärfe im Zentrum durchaus in Ordnung. Landschaftsaufnahmen sind somit schon einmal kein Problem. Und am langen Ende macht es Motive zugänglich, die ansonsten einfach unerreichbar sind, allerdings eben bei überschaubarer Abbildungsqualität.

Nutzt man das Objektiv (Olympus | Amazon-Affiliate-Link) an einer OM-D E-M5 (Olympus | Amazon-Affiliate-Link), hält man eine Kombination in Händen, die sowohl unerreichbar flexibel als auch unerreichbar leicht ist, und das auch noch in einer Ausführung, der ein Regenschauer wohl wenig anhaben kann. Zwar gibt es Bridgekameras, die Vergleichbares mit noch mehr Brennweite bieten, allerdings mit kleineren Bildsensoren.

Die Sache hat neben der Abbildungsqualität allerdings leider noch einen Haken: Der Preis. 900 Euro scheint mir in Anbetracht des qualitativen Kompromisses dann doch etwas ambitioniert. Immerhin kostet das M.Zuiko 12–100 ƒ4 (Olympus | Amazon-Affiliate-Link) aktuell gerade einmal 250 Euro mehr, spielt aber in jeder Beziehung in einer ganz anderen Liga. Ich persönlich würde da lieber gelegentlich auf ein Motiv verzichten, dafür aber das, was ich ablichte, in tadelloser Qualität mit nachhause nehmen.

Möchten Sie dieses Buch bewerten?

Posted in Bücher

Ihr kennt das sicher: Wenn ihr eine App am Computer oder auf einem mobilen Gerät nutzt, werdet ihr gelegentlich gefragt, ob ihr eine Bewertung abgeben möchtet. Bei Apps die mir nützlich sind mache ich das in der Regel. Ach bei Services wie booking.com wird man dazu gebeten. Hilft ja beim Aussuchen. Ich würde mir wünschen, in meine Bücher auch einen Link einbauen zu können, mit der Bitte, »Hat es Ihnen gefallen? Dann freue ich mich über eine positive Bewertung.«

Früher lief das mit den Rezensionen bei Amazon von selbst. Die meisten meiner Bücher haben 30, 40 oder 60 überwiegend positive Rezensionen. Leider scheinen die Leser Rezensionsmüde geworden sein. Soweit ich gelesen habe, ein Trend der sich schon länger abzeichnet. Und für mich ein Problem.

Im letzten Jahr habe ich meine »kreative Fotoschule« von Grund auf neu überarbeitet und etwa so viel Arbeit hinein gesteckt, wie in die erste Auflage. Leider wird es deshalb auch als neues Buch auf Amazon gelistet, und dadurch habe ich die 61 Bewertungen (Durchschnitt 4,8) verloren. Während die Erstauflage meist unter den 10.000 bestverkauften Büchern zu finden war (für den Bereich in dem ich schreibe recht gut), dümpelt die neue Auflage in der Regel hinter 100.000.

Das ist ein Dilemma. Für mich, aber natürlich für jeden Fachbuch-Autor. Wer ein Buch gut bewertet und erfolgreich auf Amazon platziert hat, muss sich gut überlegen, ob es wirtschaftlich tragend ist, das Werk so weitreichend zu beantworten, dass es neu gelistet wird.

Gelegentlich poste ich auf Twitter einen Aufruf an Leser meiner Bücher sie zu bewerten, was mir auch schon als Bettelei vorgehalten wurde. Nun, in anderen Bereichen wird auch um Bewertungen gebeten, weshalb sollte ich da nicht tun?

Wenn jemand von euch, liebe Leser, also ein Buch von mir gelesen hat und ihr eine Rezension schreiben möchtet und könnt, bitte unterstützt meine Arbeit damit. Vor allem Amazon ist diesbezüglich die ideale Plattform. Das kostet auch nicht viel Zeit. Meine Rezensionen bestehen in der Regel aus ein wenigen Sätzen. Und auch wenn ich mich selbst mit Rezensionen für ein Produkt befasse, ziehe ich die kurzen vor und lese kaum einmal lange Exkurse. Im Grunde interessiert mich eh vor allem, ob das Produkt positiv bewertet wird.

Falls jetzt jemand ein Buch von mir auf Amazon bewerten möchte, hier sind die Links:

Ich bedanke mich bei allen die mich unterstützen und helfen, damit es sich auch in Zukunft noch lohnt meine Bücher immer wieder so gründlich, wie ich es für möglich halte, zu überarbeiten.

Farbe in c’t Fotografie

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Im Frühjahr durfte ich wieder einmal einen Artikel für ein Magazin schreiben, diesmal für die c’t Fotografie. Es geht um das Thema Farbe in der Fotografie: Womit verbinden wir Farben, welche Bedeutungen tragen sie, was sagen sie uns, was können wir mit ihnen kommunizieren.

In einem zweiten Artikel im selben Heft geht es um die technischen und theoretischen Grundlagen von Farbe für den Fotografen. c’t Fotografie sollte in jedem besser sortierten Zeitungskiosk zu bekommen sein.

Welche Kamera soll ich kaufen?

Posted in Theorie & Technik

Die richtige Antwort auf diese Frage ist dieselbe, wie auf die meisten Fragen: Es kommt drauf an!

Freude an maximaler Abbildungsqualität

Ist es dir wichtig unter allen Bedingungen nicht nur praktisch sondern auch theoretisch die ultimative Abbildungsqualität zu erzielen, bist du mit einer Vollformatkamera auf dem richtigen Weg. Besser wäre natürlich gleich eine Mittelformatkamera, allerdings liegen deren Preise samt Objektiven dann in der Liga von Mittelklasse PKWs.

Mit einer guten Vollformatkamera lassen sich auch unter ungünstigen Lichtbedingungen vergleichsweise rauscharme Aufnahmen erzielen. Für Landschafts- und Architekturaufnahmen bietet Vollformat meist deutlich mehr Auflösung, als Systeme mit kleineren Sensoren. Das ist ein Plus das sich durchaus bemerkbar macht, wenn man regelmäßig Prints in A2 und größer anfertigen lässt. Man muss dazu allerdings mit entsprechend exzellenten Objektiven, geschlossner Blende, optimaler Fokussierung (Hyperfokale Distanz) und Stativ arbeiten. Im Studio lässt sich alternativ die kurze Belichtungsphase die durch Blitze entsteht nutzen, um das Potenzial von Auflösungen jenseits der 30 MP auszuschöpfen.

Mit Vollformatkameras entsteht darüber hinaus bei vergleichbarer Distanz, Brennweite und Blendeneinstellung eine geringere Schärfentiefe. Vollformat ermöglicht Bokehs, die mit kleineren Sensoren schwer bis gar nicht zu erzielen sind. Schon gar nicht, wenn man keine 10.000 Euro in eine Linse investiere möchte, was bei State-of-the-Art-Vollformatlinsen von Leica schon einmal der Fall sein kann. Für MFT existieren Linsen in dieser Preisklasse erst gar nicht.

Freude am Fotografieren

Wenn es mehr um die Freude am Fotografieren geht, ist für mich MFT das perfekte System. Die Kameras von Panasonic und Olympus sind im Vergleich deutlich leichter und handlicher, als APS-C- oder Vollformatsysteme. Zwar sind bieten auch Canon, Nikon und Sony mittlerweile spiegellose Vollformatkameras an die kaum größer sind als reguläre MFT-Modelle. Doch die größeren Sensoren verlangen zwangsläufig nach größeren Optiken. Werden die handlichen Bodys dann mit notwendigerweise voluminösen und schweren Vollformat-Teleobjektiven kombiniert, ergibt sich eine äußerst unausgewogene Balance und ein eher kontraproduktives Handling. Nicht umsonst hat Olympus gerade für alle die mit langen Brennweiten arbeiten das MFT-Monster E-M1X auf den Markt gebracht, die nur geringfügig leichter ist als eine Nikon D850.

Die Kompaktheit von MFT ergibt sich nicht durch die Größe der Kameras. Kompakt ist das im Volumen des Systems der Optiken wegen. Erst wenn man diese zur Fotoausrüstung hinzurechnet – und wie könnte man das nicht tun! –, reduziert sich das Gewicht des Equipments schnell auf ein Drittel von Vollformat oder weniger.

Die Stärke des MFT-Systems liegt beim Fotografieren auf Achse. Im Studio macht das kleine System in meinen Augen wenig Sinn. Weshalb auf die zusätzliche Auflösung und das weitere Bokeh verzichten, wenn Gewicht keine Rolle spielt? Und überhaupt: Mit den gerade auf den Markt gekommenen Spiegellosen von Canon, Nikon und Sony kombiniert mit einer Festbrennweite oder einem Standardzoom ist auch Vollformat nicht nennenswert schwerer als MFT. Ich würde niemandem MFT empfehlen, der auf Studiofotografie aus ist. Das wäre fast ein bisschen absurd. Nicht völlig, aber ein bisschen!

Nein, MFT ist das System für unterwegs. Je länger die Brennweite wird, desto mehr fallen die Vorzüge im wahrsten Sinne des Wortes ins Gewicht. Meine 300mm Festbrennweite von Olympus – immerhin 600mm kleinbildäquivalent – ist leichter und nur geringfügig länger als Nikons 70–200mm ƒ2.8 Telezoom. Ein dem Olympus-Supertele vergleichbares Nikon-Objekitv ist doppelt so lang und drei Mal so schwer.

Keine Frage: Das Nikon-Tele ermöglicht Aufnahmen, die mit meinem Olympus unerreichbar sind, was man anhand des 5-fachen Preises allerdings auch erwarten darf. Aus freier Hand wird man die Qualität des Super-Nikkors allerdings kaum nutzen können, denn bei bei 5kg inklusive Kamera braucht man wahrscheinlich einen enormen Bizeps das Teil verwackelungsfrei zu stemmen. Auch das reduziert das Gewicht eines MFT-Systems: Man kann viel öfter auf das Stativ verzichten, was selbst bei einem lichten Stativ 1kg weniger Transportgewicht bedeutet.

Nicht nur das geringere Gewicht und die geringere Auflösung erlaubt es eher, auf ein Stativ zu verzichten. Auch die Bildstabilisierung ist bei MFT im Vergleich zu Vollformat aus einer anderen Welt. Mit Vollformat bislang unerreichbare Belichtungszeiten von 1s und mehr, gehen mit aktuellen Kameras von Panasonic und Olympus problemlos. Kleinere Sensoren lassen sich schlicht leichter stabilisieren. Sogar Belichtungsreihen mache ich in Mittlerweile ohne Stativ und baue die 7 Belichtungen dann am Computer zu HDR-Bildern zusammen.

HDR-Aufnahme aus 7 Belichtungen aus freier Hand

Zwar ist der Nutzen des Handheld-Sensor-Shiftings, mit dem die E-M1X nun 50MP aus freier Hand erlaubt, überschaubar. Nach meinen bisherigen Versuchen wird damit auch keine feinere Detailzeichnung erzielt als mit den regulären 50MP – dass sich extrem hohe Auflösungen nur mit Stativ nutzen lassen gilt eben auch für MFT. Doch, dass Langzeitbelichtungen aus freier Hand möglich sind – was die E-M1X jetzt mit einem virtuellen ND-Filter unterstützt –, ist auch so eine Möglichkeit der exzellenten Bildstabilisierung, die das Fotografieren einfach leichter macht.

2,5s Verschlusszeit mit E-M5 II aus freier Hand
1/8s mit Life-ND-Filter der E-M1X aus freier Hand

Die Krone der Abbildungsqualität gehört Vollformat, wenn nicht Mittelformat – keine Frage! Bei MFT steht die Leichtigkeit und Freude des Fotografierens im Mittelpunkt. Nicht umsonst höre ich immer wieder Fotografen, die den Systemwechsel von Vollformat auf MFT gemacht haben, sagen, dass ihnen das System die Freude am Fotografieren wieder gebracht hat. Ich kann das nur bestätigen. Genau das habe ich empfunden, als ich begann mit der OM-D E-M5 zu fotografieren. Nein, es ist nicht so, dass ich mit meinen Nikons keine Freude hatte. Absolut nicht. Nur die sprichwörtliche Leichtigkeit des MFT-Systems ermöglicht eine Leichtigkeit des Fotografierens, die einfach (noch) mehr Spaß macht.

Und, seien wir doch ehrlich: In Zeiten, in denen darüber diskutiert wird, wie lange es noch dauert, bis Smartphones der Fotografie mit Systemkameras endgültig den Gar ausmachen, ist die Sache mit der Qualität ohnehin sehr relativ. In vielen Situationen erreichen die Handys mit ihren winzigen Sensoren eine Abbildungsqualität, die unter den üblichen Ausgabebedingungen nicht von echten Kameras zu unterscheiden ist – egal ob man ihnen MFT oder Vollformat gegenüber stellt.

In meiner Foto-Bibliothek, die aktuell etwa 50.000 Bilder umfasst, kann ich jedenfalls bei kaum einem Bild anhand der Abbildungsqualität treffsicher bestimmen, ob die Aufnahme mit einer Nikon Vollformat- oder einer meiner MFT-Kameras entstand – jedenfalls nicht, seit der E-M5 (ein paar Jahre davor hatte ich eine Panasonic G3 – deren Abbildungsqualität war noch sichtbar minder, als das meiner damaligen Nikon D700).

Noch einmal: Die qualitativen Unterschiede zwischen Vollformat und MFT sind Fakt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Ebenso Fakt ist allerdings, dass sie erst unter besonderen Bedingungen und/oder bei Prints über A2 wirklich relevant werden. Ansonsten muss man die Unterschiede mit der Lupe am Monitor suchen.

Es gibt allerdings einen Punkt, der bezüglich MFT noch einer Warnung bedarf: Abgesehen von den Spitzenmodellen von Panasonic und Olympus, erreicht die Mittel- und Einstiegsklasse der beiden Hersteller in Sachen Fokussierung noch nicht die Geschwindigkeit, die bei DSLR selbstverständlich ist. Wer preiswert mit einer Systemkamera Vögel im Flug oder sehr schnelle Sportarten fotografieren will, der ist bislang mit einer Einsteiger-DSLR definitiv besser bedient.

Der Weg der Mitte

Keine Frage: Ich bin MFT-Fan. Doch ebenso, wie ich Vollformat seine Vorzüge zugestehen kann, sehe ich, dass es zwischen den beiden Extremen noch einen Weg der Mitte gibt: APS-C.

Nun bin ich allerdings etwas skeptisch über die Zukunft von APS-C bei Canon, Sony und Nikon. Früher machten diese Systeme mit kleineren Sensoren bei Einsteigerkameras durchaus Sinn, da der Sensor einer der wesentlichen Preistreiber der Kamera war. Vollformat zum Einsteigerpreis war schlicht nicht möglich. Doch die Zeiten ändern sich. Vollformatkameras werden immer billiger. Canon und Nikon mussten für ihre spiegellosen Kameras ein neues Bajonett einfügen. Ich bin gespannt, ob Nikon für diesen Anschluss in Zukunft auch DX-Kameras und (neue) DX-Objektive vorstellen wird. Ich habe meine Zweifel. Und bei Canon mag es ähnlich sein.

Anders sieht es mit Fujifilm aus. Fuji hat kein Vollformatsystem, sondern setzt auf APS-C und Mittelformat. Mit der Konsequenz nicht mit einem Bajonett zwei Sensorformate bedienen zu wollen, können Sie einen goldenen Mittelweg zwischen Vollformat und MFT gehen. Man verbindet den Vorteil der gegenüber MFT größeren Sensoren, mit jenem, der gegenüber Vollformat kompakter konstruierbaren Objektive. Da man damit auch sehr erfolgreich unterwegs ist, würde ich davon ausgehen, dass APS-C bei Fuji eine langfristige Zukunft hat, was ich bei APS-C bei Nikon und Canon bezweifle.

Olympus OM-D E-M1X

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Die E-M1X (Olympus) ist ein Monster von einer MFT-Kamera. Für MFT entscheidet man sich primär, weil man mit einem kompakten und handlichen System fotografieren will. Deshalb habe ich mich für MFT entschieden. Die E-M1X liegt zwar ausgesprochen gut in Händen und ist somit handlich, aber sie ist weder kompakt noch leicht. Sie wirkt nur unwesentlich weniger als eine Nikon D850, wobei sie bei diesem Gewicht den Hochformatgriff integriert hat, die D850 hat das nicht.

Was also spricht dafür, so eine riesige und schwere Kamera mit vergleichsweise winzigem Sensor zu kaufen?

Zunächst einmal sind voluminöse Bodys von Vorteil, wenn man mit langen und schweren Teleobjektiven arbeitet. So führt die E-M1X in Kombination mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro zu einer durchaus noch ausgewogeneren Ergonomie, als die an E-M1 II. Noch deutlicher wird das beim für nächstes Jahr angekündigten 150–400mm ƒ4.5 Superzoom. Mit dem darin integrierten 1,25-Telekonverter wird damit auf Kleinbild hochgerechnet ein 375–1000mm Zoom. Kombiniert man dazu noch den 2-fach-Telekonverter, landen wir bei 750–2000mm. Damit macht nicht nur das voluminöse Gehäuse Sinn, sondern auch die darin enthaltene Rechenpower zweier Prozessoren. Diese wird die Kamera dann sicher brachen können, soll bei 2000mm und ƒ11 noch annehmbar scharf gestellt werden können. Wie das funktionieren soll – darauf bin ich bereits gespannt.

Wenn es gut funktioniert, erhält man natürlich ein einzigartiges System: 2000mm Brennweite in noch immer handlicher Form mit der marktführenden Bildstabilisierung von Olympus! Ich gestehe, das bringt mich zum Sabbern.

Was auch reizend ist, an der E-M1X: Der Joystick zur Messfeldauswahl – gleich zwei Mal; einmal in Querformat-, einmal in Hochformatposition. Der Joystick war einer der Gründer, der mich zur Lumix G9 verleitet hat – ich bin froh ihn jetzt auch bei Olympus zu sehen.

Auch schön: Die Möglichkeit die Akkus in der Kamera via USB zu laden. Zum Laden nutze ich Solar Powerbanks (Diese beiden: Amazon-Affiliate-Link | Amazon-Affiliate-Link), die ich mit einem zusätzlichen Solarpanel (Amazon-Affiliate-Link) lade – also zumindest vom Frühjahr bis Herbst mit Sonnenenergie.

Es sind allerdings andere Dinge, die die E-M1X zu einer besonderen Kamera machen. Eines davon ist der Handheld-High-Res-Modus.

50MP-High-Res-Aufnahme: ƒ8 | 1/400s | ISO100 | 12mm MFT

Die Abbildung oben zeigt eine Aufnahme, die aus freier Hand im High-Res-Modus entstand, unten ein 1:1-Ausschnitt. Nicht gestochen scharf, wobei die Frage offen bleibt, ob eine Kamera mit einem Sensor mit 50MP echter Auflösung aus freier Hand ein deutlich besseres Resultat erzielt hätte.

1:1-Ausschnitt aus der Aufnahme oben

Zu den Vorzügen von MFT-Kameras gehört die exzellente Bildstabilisierung. Auch schon mit einer E-M1 II (und ich vermute mit allen aktuellen Olympus-Modellen) lässt sich der Mond des Nachts mit einer entsprechend langen Brennweite gut und scharf abbilden. Doch als der erste Vollmond nach dem ich die E-M1X erhalten hatte aufging, interessierte mich, ob das auch im High-Res-Modus aus freier Hand klappt.

Unbeschnittenes Bild des Mondes im High-Res-Modus aufgenommen

Die Abbildung oben zeigt das unbeschnittene Resultat mit 50MP, aufgenommen mit M.Zuiko 300mm und 1,4-fach-Telekonverter, 840mm KB, ƒ5.6, 1/1600s, ISO200. Die Abbildung unten zeigt den Zuschnitt auf den Mond. Die Aufnahme hat noch immer 8MP, was etwa einen praktisch hochauflösenden Ausdruck auf A4 erlaubt.

Zuschnitt der Aufnahme oben: ≈ 8MP
1:1-Ausschnitt

Nun ist im 1:1-Ausschnitt nicht zu übersehen, dass das Resultat nicht absolut scharf ist. Tatsächlich ist sie nicht besser, als bei einer Aufnahme, die im normalen Modus erstellt und dann auf die Auflösung des High-Res-Bildes hoch interpoliert wird. Das ist allerdings generell ein Problem hochauflösender Kameras: Je höher die Auflösung, desto eher macht sich die unvermeidliche Verwackelung des Freihandfotografierens im Resultat bemerkbar. Dennoch zeigt das Beispiel sehr schön, was bei Olympus mittlerweile technisch möglich ist – es spricht Bände über die Qualität von Olympus’ Sensorstabilisierung.

Um herauszufinden wie groß das praktische Potenzial des High-Res-Modus der kleinen MFT-Sensoren tatsächlich ist, werde ich noch einige Tests machen und Erfahrungen sammeln müssen, wobei es am Ende eher die Neugier ist, zu erfahren, was mein System theoretisch leisten könnte, ohne dass ich es praktisch tatsächlich bräuchte – in der Regel finde ich mit den 20MP der Kameras mein Auslangen.

Eine andere Eigenschaft, die die E-M1X neben dem Handheld-High-Res-Modus einzigartig macht, ist der Live-ND-Modus. Damit wird elektronisch die Wirkung eines ND-Filters simuliert, was auch unter Tags Langzeitbelichtungen möglich macht. Ich konnte bislang erst einmal kurz mit der Funktion experimentieren und habe dabei versehentlich nur ND3 statt des Maximalwerts ND5 eingestellt. Als Resultat bin ich bei ƒ11 und 1/8 Sekunde gelandet – ND5 hätte dementsprechend 1/2s ermöglicht und durch Abblenden auf ƒ22 wären 2s möglich geworden. Und wie immer gilt: Alles aus freier Hand!

Verwischtes Wasser durch verzögerte Belichtung mit Live-ND-Filter

Natürlich lässt sich mit einer wirklich hochauflösenden Kamera mit Stativ und präziser Arbeit mehr aus den Motiven herausholen. Allerdings wird der Unterschied erst wirklich relevant, wenn man bei der Ausgabe an die Grenzen geht. Demgegenüber erlaubt das System ein unkompliziertes Handling, eine Flexibilität und eine Leichtigkeit in der Fotografie, die man anderswo nicht findet. Nicht umsonst hört man dauernd Fotografen die von anderen Systemen auf MFT wechselten, sagen, dass sie eine Freude an der Fotografie wiederentdeckt haben, die sie davor so nicht mehr hatten.

Einmal mehr leistet Olympus auch Pionierarbeit durch die Integration künstlicher Intelligenz in eine Kamera, wobei die darauf basierende AI-Motivverfolgung von Flugzeugen, Zügen und Autos derzeit für mich nicht relevant sind, da diese Objekte nicht zu den für mich relevanten Motiven gehören. Ich hoffe aber, dass mit der Zeit auch Tiere zu den erkannten Objekten kommen.

Gut ist die Fokussierung schon jetzt. Die Abbildung unten zeigt eine Aufnahme eines hektischen Starenschwarms vor unruhigem Hintergrund. Keine leichte Aufgabe für ein AF-System. In wie fern allerdings die E-M1X der E-M1 II überlegen ist, vermag ich derzeit nicht zu sagen.

Fazit? Kurz und bündig: Die E-M1X mag eine spezielle Kamera sein, aber gerade das macht sie so attraktiv für mich, sie macht Spaß und ist für mich jeden Euro wert.

M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/1600s | ISO320
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/1600s | ISO250
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/400s | ISO3200
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ6.3 | 1/1600s | ISO200

InDesign CC: Einstellungen zurücksetzen und Voreinstellungen

Posted in Adobe InDesign

Es gibt bereits eine ganze Serie an Tutorials zu InDesign von mir. Diese sind zwar überwiegend nach wie vor aktuell, dennoch starte ich hiermit eine neue Serie über das Layout-Programm, bei der ich einige Tutorials aus meinen Workshop-Buch über InDesign – »Adobe InDesign CC – Schritt für Schritt zum perfekten Layout (Links: Verlag | Amazon-Affiliate) – heranziehe und vorführe.