Schlagwort-Archive: Freistellen

Photoshop CC WS21: What’s new in CC 2015.5?

Adobe hat Mitte 2016 Photoshop auf 2015.5 aktualisiert. Das jährliche große Update! Und was gibt es Neues? In diesem Workshop beschreibe ich die drei in meinen Augen »wesentlichen« Neuerungen.

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Affinity-Photo-Buch: Korrektur

In meinem Buch über Affinity Photo auf Seite 220 ist mir ein Fehler unterlaufen: In Schritt 2 habe ich vergessen zu erwähnen, dass nach dem Erstellen die Maske die Auswahl aufzuheben ist, bevor mit dem Umkehren der Maske fortgefahren werden kann. In diesem Workshop führe ich den gesamten Arbeitsablauf des Beispiels vor.

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Photoshop CC WS16: Freistellen und Maskenkante

Gute Freisteller werden mittels Ebenenmasken erstellt. In diesen Workshop stelle ich eine Blüte frei, ersetze den Hintergrund durch die Komplementärfarbe einer aus dem Bild ausgewählten Farbe und verbessere den Freisteller über Maskenkante.

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Photoshop CC WS14 Lasso und Ebenenmaske

In diesem Workshop ersetze ich den Hintergrund einer Skulptur durch einen Himmel. Dazu erstelle ich mit dem Lasso eine Auswahl und wandle sie dann in eine Ebenenmaske um.

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Photoshop CC WS10: Montage mit Radierer

In diesem Workshop zeige ich wie sich mit Radierer und magischem Radiergummi Bildbereich löschen lassen um zwei Bilder zu einer Montage zu vereinen bzw. einen Hintergrund auszutauschen.

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Photoshop CC WS07: Bilder auf Größe zuschneiden

Hier zeige ich wie man ein Bild auf ein vordefiniertes Format mit einer bestimmten Auflösung zuschneidet.

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Photoshop CC 2015, Kapitel 9: Montage und Collage

Bildbearbeitung macht heute alles möglich. Zwar nicht so einfach und mühe­los, nicht so perfekt und nicht völlig ohne jegliche Einschränkungen, wie es uns manchmal Fernsehen und Kino glauben lassen wollen, doch die Grenzen stecken weniger die technischen Möglichkeiten als der verfügbare Zeitrahmen, das Budget und das Know-how des Anwenders. In diesem ­Kapitel meines sechsten Photoshop-Workshop-Buches möchte ich das Know-how des Lesers über Bildmontage ausweiten, nachdem er im 8. einiges über das Freistellen erfahren hat.

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Ebenen ineinander überlaufen zu lassen, ist ein Effekt der zwar uralt ist aber noch immer cool aussehen kann. Im ersten Workshop des 9. Kapitels zeige ich wie simpel sich zwei Bilder mit Hilfe von Ebenenmasken zu einem Composing vereinen lassen.
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Zu Präsentations- und Werbezwecken werden häufig Screenshots und Fotos auf Bildschirme der Aufnahmen von Fernsehern, Computermonitoren und Tablet-PCs montiert. Im zweiten Workshop zeige ich wie so eine Montage vor sich geht.
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Beispiel_9-3a-fertig
Der dritte Workshop greift die Aufgabenstellung des vorangegangenen auf, nur dass ich statt eines Bildes einen Text montiere und statt frei transformieren den Fluchtpunkt-Filter nutze.
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Beispiel_9-4-fertig
Produkte und Objekte, die sich auf der Grundfläche spiegeln, kennen wir seit Jahren. Auch wenn der Effekt somit längst nicht mehr taufrisch und neu ist, bleibt er dennoch irgendwie interessant. Seine Stärke liegt darin, dass er, wie ein Schatten auch, eine Beziehung zwischen freigestelltem Objekt und Grundfläche, auf der es steht, herstellt.
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Beispiel_9-3-fertig
Für die Auswahl dieser drei DVDs sind sechs Kreise notwendig – das ist eine durchaus knifflige Aufgabe die nicht nur Know-how sondern auch Übung in der Umsetzung erfordert. Außerdem zeigt der Workshop wie sich ein natürlicher Schatten übernehmen lässt, was meist besser aussieht, als einen künstlichen zu generieren.
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Beispiel_9-3_2-fertig
Viele Aufgaben die ich im Buch als Beispiele heranziehe lassen sich auf verschiedene Arten lösen. Manchmal ist eine bestimmte die schnellere oder bessere. Manchmal sind es einfach nur zwei gleich gute Wege zum Ziel. Und manchmal ist es schlicht und einfach Geschmacksache welchen Weg man gehen möchte. Hier löse ich die vorangegangene Aufgabe auf andere Art.
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Beispiel_9-7
Elemente die den eigentlichen Rahmen einer Abbildung sprengen wirken immer sehr dynamisch und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Mit solchen Gestaltungselementen verleiht man Layouts leben.
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Beispiel_9-8a-fertig
Den Workshop mit dem »Orapfel« gab es schon in mehreren früheren Auflagen, wie ein paar andere auch. Beispiele die sich im Unterricht besonders bewährt haben habe ich beibehalten, allerdings nicht ohne sie weiter zu entwickeln und zu verbessern.
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Es kommt immer wieder vor, dass eine Beschriftung oder ein Logo auf eine Form zu legen ist. Im 3. Workshop habe ich gezeigt wie man einen Text auf eine perspektivische Fläche montieren kann. Ist die Montagefläche nicht plan wird es etwas schwieriger. Hier zeige ich einen Lösungsansatz.
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Auch ein Workshop den es so ähnlich bereits in früheren Auflagen gab, allerdings mit anderen Bildern und Teilweise anderen Methoden.
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Beispiel_9-11b
Beispiel_9-11a-fertig
Für dieses Beispiel erstellte ich eine Langzeitbelichtung für den verwischten Effekt im Wasser und eine Aufnahme mit kurzer Belichtungszeit bei der sich das Modell in der Szene befindet.

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des VerlagsAffiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

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Kauft euch eine Festbrennweite!

Im Rahmen meiner Fotokurse weise ich auch auf die Vorteile lichtstarker Festbrennweiten hin. Den Einsteiger befremdet natürlich die Vorstellung auf den Luxus des Zoomens verzichten zu müssen. Heranzoomen geht damit nicht! Man muss herangehen.

Im Grunde ist das schon der erste Vorteil einer Festbrennweite: Näher dran sieht einfach oft auch besser aus. Es vermittelt dem Betrachter den Eindruck ganz nah dran, mitten im Geschehen, Hautnah dabei zu sein. Brennweiten von 50mm und weniger vermitteln Authentizität.

Doch das ist nicht das Einzige! Der Komfort von Zoomobjektiven befördert die Faulheit. Erblicken, Kamera zücken, hinzoomen – klick! Reinster Zufall, wenn dadurch eine bemerkenswerte Fotografie zustande kommt.

Wer mit Festbrennweite fotografiert kommt gar nicht darum herum sich bewusster mit der Bildgestaltung auseinander zu setzen. Statt Hinzoomen bewegen einen die Beine näher hin oder weiter weg. Festbrennweiten schaffen Bewusstsein und sind schon deshalb ein Segen, weil sie einen zwingen den fotografischen Prozess zu entschleunigen.

Wer jedoch eine Festbrennweite kauft, kauft sie aus einem anderen Grund: Lichtstärke! Die Blende lässt sich weiter öffnen, wodurch ich weniger Licht zum Fotografieren benötige und die Schärfentiefe geringer gestalten kann. Lichtstarke Festbrennweiten bedeuten Fotografieren in einer anderen Dimension.

After Sunset

Eine andere Welt eröffnen lichtstarke Festbrennweiten weil man damit tiefer in den Abend vordringen kann ohne ein Stativ benützen zu müssen. Mit einer Consumer-Kamera und einem üblichen Standardzoom mit einer Brennweite von 18–55mm und Lichtstärke ƒ3.5–5.6 ist bei 55mm ohne Stativ und ohne Anheben der Empfindlich nach Faustregel spätestens kurz vor Sonnenuntergang Schluss mit unverwackelten Aufnahmen. Eine vergleichbare Festbrennweite und Lichtstärke ƒ2.0 hingegen ermöglicht es bis kurz vor Einbruch der Nacht ohne höhere ISO-Werte und ohne Stativ zu fotografieren. Kein Wunder: Bei ƒ2.0 genügt zur Belichtung 1/8 des Lichts (Umgebungslicht) das bei  ƒ5.6 notwendig ist.

Freistellen

Vom Freistellen spricht man, wenn ein Motiv im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund abgebildet ist. Das lässt sich mit einer langen Brennweite erreichen, geht aber noch viel besser mit einer Blende die sich weit öffnen lässt. Das oben genannte Standardzoom erreicht bei 55mm und ƒ5.6 auf eine Distanz von 3m eine Schärfentiefe von 66cm – von flauschiger Weichzeichnung der Elemente dahinter ist da nicht mehr zu träumen.

Eine Festbrennweite mit 55mm und Lichtstärke ƒ1.8 erzielt auf 3m eine Schärfentiefe von knapp 22cm – das ist gerade einmal ein Drittel! Objekte im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund freizustellen lässt sich damit natürlich bedeutend leichter erreichen.

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Vom »Freistellen« spricht man wenn ein Hauptmotiv im Vordergrund durch geringe Schärfentiefe vor unscharfem Hintergrund abgebildet wird. Olympus OM-D E-M1; Objektiv: Olympus M.Zuiko 45mm ƒ1.8 | 45mm (90mm KB); ƒ1.8; 1/3200s; ISO200; entfesselt geblitzt

Begeisterung garantiert!

Schon viele Teilnehmer meiner Seminare haben sich bereits während die Kurse liefen meinem Rat folgend eine Festbrennweite gekauft und ich kann mich an keinen einzigen erinnern der nicht vom Fleck weg begeistert gewesen wäre.

Profiqualität zum Schnäppchenpreis

Lichtstarke Festbrennweiten sind oft nicht billig. Doch die meisten Hersteller haben die eine oder andere Linse im Programm die professionelle Abbildungsqualität zum Sparpreis liefert.

Nikon beispielsweise hat gleich zwei unschlagbare Preis/Leistungs-Knüller im Programm. Das wäre zum einen das 50mm ƒ1.8, bei Amazon (Affiliate-Link) zum Hammerpreis von unter 200 Euro zu haben – ein Objektiv, das sowohl an Einsteigermodellen im DX-Format als auch an Vollformatkameras verwendet werden kann. An DX-Kameras ist das 50er ein durchaus ernstzunehmendes und profitaugliches Porträtobjekitv, am Vollformat übernimmt es die Rolle der vielseitig einsetzbaren Normalbrennweite.

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AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G (© Nikon)

Kaum weniger Interessant: Das 35mm ƒ1.8, aktuell bei Amazon (Affiliate-Link) um 180 Euro zu haben. Das ist zwar nur an DX-Kameras sinnvoll zu nutzen und entspricht dort mit umgerechnet 52,5mm etwa einer Normalbrennweite, es ist aber dadurch vielseitiger einsetzbar.

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AF-S DX NIKKOR 35 mm 1:1,8G (© Nikon)

Während ich die beiden oben genannten Nikkore aus eigener Erfahrung empfehlen kann, habe ich mit Canons Linsen keine Erfahrungen. Ich weiß aber, dass sich Canons 50mm ƒ1.8 kaum geringerer Beliebtheit erfreut wie Nikons 50mm-1.8er Linsen –  bei Amazon (Affiliate-Link) bereits um knappe 120 Euro zu haben.

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Canon EF 50mm f/1.8 STM (© Canon)

Eine besonders exzellente Linse zum Schnäppchenpreis ist das 45mm ƒ1.8 von Olympus. Auf Kleinbild umgerechnet ist es länger als die oben genannten Linsen von Nikon und Canon, denn es entspricht 90mm. Das macht es zwar weniger universell einsetzbar, aber dafür zur umso besseren Porträtbrennweite. Sein Preis bei Amazon (Affiliate-Link) liegt derzeit bei knapp über 250 Euro.

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Olympus M.ZUIKO DIGITAL 45mm 1:1.8

Auch für die anderen Kameramarken werden lichtstarke Festbrennweiten angeboten, sei es von den Herstellern selbst, sei es von Drittherstellern wie Sigma. Da mir beim Angebot für diese Marken aber der Überblick fehlt kann ich keine wirklichen Tipps dazu abgeben. Sachdienliche Hinweise und Tipps als Kommentar von euch, liebe Leser, wären diesbezüglich sicher hilfreich.

Anmerkung: Ich persönlich kaufe meine Ausrüstung weitest gehend beim Fachhändler, auch wenn ich dort manchmal etwas mehr bezahle als bei Bestellungen im Internet. Nur wenn ich mir bei einem Produkt nicht sicher bin und es bei meinem Händler nicht lagernd ist, bevorzuge ich den Weg über Amazon, weil ich die Produkte dort problemlos eintauschen kann. Eintauschen geht zwar bei meinem Fachhändler auch, aber ich möchte nicht, dass der auf irgendwelchen exotischen Bestellungen von mir sitzen bleibt, wenn ich mich gegen den Kauf entscheide.

Wo ihr einkauft werdet ihr selbst entscheiden. Wenn ihr den Weg über Amazon wählt würdet ihr mir einen Gefallen tun, die Bestellung über meine Affiliate-Links hier zu starten. Euch kostet das keinen Cent mehr, doch bei mir bleiben ein paar Euros hängen, je nach Preis des Produkts.

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2.1. Schärfentiefe

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Hatten wir das Thema Brennweite nicht gerade im Abschnitt über Perspektive? Und hieß es da nicht, Brennweite und Distanz gehören zu den wichtigsten Werkzeugen um die Wirkung einer Aufnahme zu gestalten?

Genau! Die perspektivische Wirkung, die durch Variieren des Blickwinkels, bewusster Wahl der Brennweite und angemessener Distanz beeinflusst wird, ist durch andere Gestaltungsparameter kaum mehr zu topen.

Doch Brennweite und Distanz sind nicht nur ausschlaggebend für die Perspektive, sondern beeinflussen auch die Schärfe maßgeblich – in Form der Schärfentiefe. Wenn es etwas gibt, das die Bedeutung der Perspektive für die Bildwirkung noch topen kann, dann ist das die Schärfentiefe.

Es gibt zahlreiche Kriterien, die für gute Fotos zusammen­wirken müssen. Unsere Betrachtungen konzentrieren sich hier auf jene Kriterien, die sich direkt mit der Kamera beeinflussen lassen – und den Objektiven. Wir haben vier Hauptkriterien identifiziert: Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition. Während die Belichtung praktisch den geringsten kreativen Spielraum bietet – eine optimale Belichtung ist eine optimale Belichtung – bieten Perspektive und Schärfe großen Gestaltungsspielraum.

Während man zum Ändern der perspektivischen Wirkung das Objektiv wechseln muss, sofern man kein Zoomobjektiv hat, lässt sich die Schärfentiefe mit Hilfe der Blende praktisch bei jedem Objektiv beeinflussen. Grund genug also, sich mit der Schärfentiefe ausreichend zu befassen.

Schärfentiefe

Neben der Perspektive ist die Schärfentiefe ein ganz essenzielles, bildgestalterisches Mittel. Man kann die Frage nach der Schärfentiefe mit einem einfachen ›entweder/oder‹ auf den Punkt bringen: Will ich den Hintergrund scharf oder unscharf?

Tatsächlich scharf können mit einer Kamera immer nur Bildbereiche in einem ganz bestimmten Abstand zum Sensor abgebildet werden. Das ist exakt der Bereich, auf den fokussiert – also scharf gestellt – wird. Bereits der Bereich unmittelbar davor und direkt dahinter wird schon nicht mehr ganz scharf abgebildet.

Doch auch wenn theoretisch gesprochen immer nur ein ganz dünnes Scheibchen in der Tiefe vor der Kamera gestochen scharf abgebildet wird, so wird in der Regel ein bedeutend größerer Bereich direkt vor und hinter dem fokussierten (schärfsten) Punkt noch immer als scharf empfunden. Mit abnehmender Distanz zur Kamera auf der einen Seite und zunehmender Entfernung auf der anderen Seite jedoch fällt die Unschärfe immer deutlicher aus.

Nahpunkt und Fernpunkt |Auf dem Weg in die Richtung des Fotografen gibt es einen Punkt, ab dem dann die Abbildung von einem Betrachter nicht mehr als scharf empfunden wird, sondern als unscharf. Diesen Punkt bezeichnet man als Nahpunkt. Vom fokussierten Punkt weiter weg in der Ferne gibt es ebenso einen Punkt, ab der die Schärfe so gering wird, dass ein Betrachter sie als unscharf empfindet. Diesen Punkt bezeichnet man als Fernpunkt. Der Bereich zwischen Nahpunkt und Fernpunkt ist die sogenannte Schärfentiefe.

Zwar ist der Übergang vom scharfen zum unscharfen Bereich fließend, dennoch lässt sich ein relativer Knackpunkt zwischen dem was als scharf und dem was als unscharf wahrgenommen wird berechnen und festlegen.

Freistellen | Über Distanz und Brennweite beeinflussen Sie die perspektivische Wirkung eines Bildes. Mit der Schärfentiefe haben Sie einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Aufmerksamkeit des Betrachters. Durch steuern der Schärfentiefe können Sie Objekte vor einem Hintergrund herausheben, oder mit dem Hintergrund verschmelzen lassen. So arbeitet der Fotograf gerne mit einer kurzen Schärfentiefe um den Hintergrund einer Person unscharf zu bekommen, damit sich alle Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Modell lenkt – man spricht vom Freistellen.

Geringeschwaerfentiefe
Diese Illustration stellt dar, wie man sich kurze Schärfentiefe ­vorstellen muss, könnte man sie von der Seite sichtbar machen.
Freigestellt
Mit kurzer Schärfentiefe lässt sich der Hintergrund hinter dem Hauptdarsteller eines Motivs unscharf abbilden. Das hat den großen Vorteil, dass ein beispielsweise unruhiger Hintergrund sich nicht mehr wichtig macht und nicht vom Hauptmotiv ablenken kann.
Freisteller
Kurze Schärfentiefen durch offene Blenden sind vor allem bei Porträts ein gutes Mittel um das Modell vom Hintergrund freizustellen.

Die kleine Serie unten zeigt wie gut es funktioniert mit Hilfe selektiver Schärfe die Aufmerksamkeit zu lenken. Obschon sich der rote Kegel auf Grund seiner aktiven Farbe in den Vordergrund drängt, so fällt die Hauptaufmerksamkeit doch immer auf jenen Kegel, der gerade am Schärfsten abgebildet ist.

Kegel1 spacer.gif Kegel2
Kegel3 spacer.gif Kegel4
Schärfentiefe eignet sich vorzüglich dazu die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ein bestimmtes Objekt oder einen bestimmten Punkt zu lenken.

Nutzen Sie die Möglichkeit der selektiven Schärfe auf bestimmten Bereichen und der Unschärfe für unwichtige Bildelemente um in Ihren Bildern auch inhaltlich eine klaren Fokus zu setzen. Es ist Teil Ihrer kreativen Freiheit in der Fotografie. Setzen Sie sie bewusst ein.

Anders sieht es hingegen meist in der Landschaftsfotografie aus. Vor allem dann, wenn man nach dem Konzept Vordergrund–Mittelgrund–Hintergrund gestaltet entscheidet man sich für eine große Schärfentiefe, damit sowohl Nähe als auch Mitte als Ferne möglichst scharf auf das Bild kommen.

Hoheschaerfentiefe
Diese Illustration visualisiert eine hohe Schärfentiefe. Der Fotograf fokussiert auf das Modell, der ­Bereich davor und dahinter verliert an Schärfe, aber nur gering.
Hintergrundscharf
Bei hoher Schärfentiefe sind die Bereich hinter de fokussierten ­Objekt scharf abgebildet – das ist wichtig, wenn man zum Beispiel eine Landschaft mit ins Bild ­bringen will. Oft stört es aber auch, wie bei der Abbildung von Personen, weil sich der Hintergrund wichtig macht und vom ­Modell ablenkt.
Landschaft
Bei dieser Aufnahme sollte das Schilf vorne links (Vordergrund), der gefrorene Teich (Mittelgrund) und die Bäume hinten (Hintergrund) möglichst scharf auf das Bild. Dazu habe ich Blende ƒ13 eingestellt.

Darum geht es in diesem Kapitel im Wesentlichen: Welche Mittel kann ich einsetzen um die Schärfentiefe in einer Aufnahme kreativ zu beeinflussen? Habe ich ein Motiv, das ich vom Hintergrund freistellen möchte? Möchte ich die Aufmerksamkeit mit selektiver Schärfe lenken? Oder sollte ein möglichst weiter Bereich von ganz nah bis weit entfernt so scharf als möglich abgebildet werden.

Vielschaerfentiefe spacer.gif Wenigschaerfentiefe
Zweimal derselbe Wasserspeier mit unterschiedlicher Schärfentiefe.
Titel Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
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Ladenpreis: 44,90 (D);
Ladenpreis E-Book: 35,99 (D)
Mehr Info und ein kostenloses Demokapitel.

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Neu in CS5: Freistellen mit Raster

Ein kleine, aber sinnvolle Weiterentwicklung findet sich beim Freistellungswerkzeug. Diesem Werkzeug hat Adobe zwei verschiedene Raster spendiert.

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Das Drittel-Regel-Raster wird alle freuen, die fotografische, bilgestalterische Regeln bei der Komposition ihrer Bildbeschnitte anwenden.

Das Raster-Raster ist ganz angenehm, wenn man mit Hilfe des Freistellungswerkzeugs perspektivisch verzerrte Bilder gerade richten möchte. Dazu aktiviert man in der Optionen-Palette die Option Perspektivisch, woraufhin man die Anfasser an den Ecken des Freistellungsrahmens beliebig verschieben kann.

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Die Abbildung oben zeigt wie ich den Freistellungsrahmen mit Hilfe des Rasters an die Perspektive der Kirche angepasst habe. Leider sind die filigranen, grauen Linien teilweise etwas schwer zu erkennen. Außerdem wünschen wir uns für CS6, dass wir die Weite des Rasters verändern, oder, noch besser, die Rasterlinien mit der Maus verschieben können. Nach dem Bestätigen sieht das Ergebnis aus wie unten.

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Da ich die Freistellungsauswahl über das Bild hinaus erweitert habe, ist im linken oberen Eck eine weiße Fläche entstanden. Mit dem Lasso habe ich sie schnell eingefangen (Yihaa!) und durch drücken der Delete/Backspace-Taste wurde der Fläche-füllen-Dialog aufgerufen; über Inhaltsensitiv (Content-Aware) habe ich die Auswahl mit Struktur und Farbe der Umgebung gefüllt (bzw. Photoshop hat das für mich gemacht).

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Noch ein Wunsch für CS6? Gebt uns einen Befehl, über den wir inhaltsensitives Füllen direkt anwenden können, ohne den Füllen-Dialog zu Gesicht zu bekommen, so wie ⌥/alt+Delete/Backspace für Füllen mit Vordergrundfarbe und ⌘/strg+Delete/Backspace für Füllen mit Hintergrundfarbe.

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