Standard a la Adobe

Phase One hat Capture One 8 veröffentlicht und die Chance beim Schopf gepackt um Apple Aperture User ein unwiderstehliches Angebot zu machen: Capture One 8 importiert komplette Aperture-Bibliotheken inklusive der Bildeinstellungen. Dabei werden gerade Ausrichten, Beschneiden, Belichtung, Farbsättigung, Weißabgleich, Licht und Schatten bis hin zu Schwarzweiß-Einstellungen übernommen. Die Bilder sehen in Capture One natürlich nicht genau gleich aus wie in Aperture, doch da Capture One der wohl beste RAW-Konverter am Markt ist kommen manche Bilder sogar besser heraus als in Aperture. Nicht alle allerdings – bei manchen muss nachgebessert werden.

Der Import einer Bibliothek mit 28.000 Bildern ging bei mir dabei mit drei Stunden überraschend flott vonstatten. Viel kann ich dazu noch nicht sagen, da mir bislang die Zeit fehlte mich mit den Resultaten zu befassen. Doch der erste Eindruck ist sehr vielversprechend.

Leider unterstützt Capture One meine Alltagskamera, die Panasonic GM1, noch immer nicht. So sah ich keinen anderen Weg als es mit dem von mir wenig geliebten DNG-Format zu versuchen. Schon das Konvertieren der Bilder macht stutzig denn die DNGs haben ein deutlich geringeres Dateivolumen als die Lumix-RW2s und man fragt sich unweigerlich was da wohl gerade über Bord gegangen ist.

Leider interpretiert Capture One DNG 7.1 nicht. 6.6. auch nicht. 5.4 auch nicht. Erst mit DNG 4.6 habe ich vermeintlich Glück – Capture One zeigt endlich ein Bild an. Allerdings ist diese DNG-Datei nun nicht kleiner sondern drei Mal größer als das Panasonic-RAW. Möchte ich mir das wirklich antun? Oder warte ich noch ein paar Wochen ab ob Phase One uns doch noch verrät ob das mit der GM1 noch einmal etwas wird oder nicht?

DNG und C1 werde ich im Moment einmal lassen. Aber der vergebliche Versuch hat mich neugierig gemacht? Wie ist das denn mit dem Format das von Adobe als Standard präsentiert wurde, falls Nikon, Canon & Co einmal dicht machen und ihre RAW-Formate nirgends mehr interpretiert werden. Also zog ich meine RAW-Konverter heraus und testete wer denn wohl etwas mit DNG anfangen kann. Das Resultat ist eigentlich vernichtend für DNG.

  • Capture One interpretiert DNG neuer als 4.6 NICHT.
  • DxO interpretiert DNG NICHT.
  • ACDSee interpretiert DNG neuer als 4.6 NICHT.
  • Mac OS interpretiert DNG NICHT wenn es linear konvertiert wurde (das konnte man beim Konvertieren einst als Option einstellen, allerdings ohne, dass sich die Adobe-Programme verpflichtet fühlten dem Wunsch nachzukommen).

Fazit: Wer fleißig nach DNG konvertiert und die Original-RAWs entsorgt hat kaum eine Chance irgendwann zu einem Programm zu wechseln das nicht von Adobe stammt. Aha – das versteht man jetzt also unter Standard!

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2 Gedanken zu „Standard a la Adobe“

  1. Das ist ja genau das Irre an diesem (Pseudo)-Standard… Wenn man DNG’s via Lightroom erstellt muss man bei „RAW-Originaldatei einbetten“ ein Häkchen machen. Super, dadurch wird die DNG-Datei einfach fast doppelt so gross wie das ursprüngliche RAW. Möchte man irgendwann das Original-RAW wieder aus der DNG-Datei extrahieren, geht das nur via kostenlosem Adobe DNG Converter – Hurra, das ist wahrlich Technik die begeistert … :-/

  2. Dein Eindruck von Capture One Pro 8 deckt sich mit dem Meinigen. Zum Thema kaufpreis hier ein Tipp: Phase One macht unregelmäßig Sonderpreisaktionen, so daß man da leicht ein wenig Geld sparen kann (obwohl das Programm sein Geld echt wert ist. 🙂 Seit Version 8 stimmt auch die Performance …

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