Es kommt nicht auf die Größe an!

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Panasonic Lumix GX7; © Panasonic Deutschland

Der geschätzte Blogger-Kollete Stefan Groenveld publizierte gestern seine Gedanken zum Thema »Micro FourThirds ist tot«. Der Artikel dreht sich um Panasonics neue Lumix GX7, eine Kamera, die auch schon meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Am Ende steht das Fazit, dass Micro FourThirds alles andere als tot ist – ein Fazit, dem ich mich nur anschließen kann, und einmal mehr ein Grund meine Begeisterung für Olympus’ OM-D zum Ausdruck zu bringen. Ich habe das zunächst mit einem Kommentar in Stefans Blog gemacht, denn ich hier etwas ergänzt wiedergeben möchte.

Kommt es wirklich auf die Größe an? Irgendwie schon, aber vor allem: Es kommt drauf an. Große Bildsensoren haben Vorteile. Kleine aber auch! Man denke nur an die Makrofotografie, wo man mit Kompakten munter drauflos knipsen kann, während bei DSLR ohne Spezialobjektiv, weit geöffnete Blende und Makroblitz in der Regel kaum was geht. Nikon hatte recht mit der Nikon 1 als System mit Sensor im CX-Format, neben DX und FX, und der Markt hat unrecht wenn er sie nicht annimmt – »viel hilft viel« ist oft die falsche Philosophie. Groß ist oft besser. Klein ist aber auch oft besser. Unterm Strich ist nicht das eine besser als das andere, sondern vor allem anders.

OM D still
Olympus OM-D E-M5; © Olympus

Ich habe mich vor einiger Zeit für eine Olympus OM-D entschieden, gerade weil der Sensor kleiner ist (siehe auch »Olympus OM-D – mein kleiner Liebling« und »OM-D – die Wahl des Sensors«) als der meiner Nikon D600. Für was zwei Kameras mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften? Mit der OM-D habe ich auch bei schwachen Lichtverhältnissen mit offener Blende deutlich mehr Schärfentiefe, als mit Vollformat. Freistellen ist trotzdem kein Problem, dank Objektiven mit Blende ƒ1.8. Nikon hat bei 1 ein ƒ1.2 vorgestellt und für MFT gibt es ein ƒ0,95.

Als ich nach einer Zweitkamera (Drittkamera, Viertkamera?) Ausschau hielt kamen am Ende Sony NEX und Olympus OM-D in Frage. Mein Anspruch: Eine möglichst kleine Kamera mit möglichst guter Qualität. Sonys NEX-Sensoren sind Klasse, doch Olympus verbaut in der OM-D auch einen hervorragenden Sony-Sensor. Die 16MP sind ein hervorragender Wert für eine Zweitkamera. Was Sony für meinen Bedarf am Ende ausscheiden ließ: Die NEX-Bodys mögen klein sein, die Objektive dazu aber nicht! Im Gegensatz zu den MFT-Linsen. Für die OM-D nutze ich jetzt eine Kameratasche, die ich vor Jahren für meine Frau für die Nikon D5100 samt Standardobjektiv kaufte. Die Vollformat D600 geht mit einer nicht allzu großen Festbrennweite gerade mal hinein. Darin transportiere ich jetzt die OM-D, den dazugehörenden Aufsteckblitz und drei Festbrennweiten – für ein weiteres Objektiv, möglicherweise zwei, ist noch Platz. Die OM-D ist somit die ideale Reisekamera und in dieser Disziplin, um Welten besser, als jede Vollformatkamera. Natürlich kommt es auch in dieser Beziehung auf die Größe an, nur dass diesmal kleiner besser ist!

Für ausgedehnte Foto-Sessions würde ich eine Vollformat keinesfalls gegen eine OM-D tauschen – zu klein, zu wenig Griff, Schalter und Räder zu dicht aufeinander. Aber auf Reise, Street und Reportage bist du mit einer Vollformat der Paparazzi, und der kleinere Sensor spielt aufgrund größerer Schärfentiefe einen Vorteil aus, den man oberflächlich betrachtet zunächst einmal als Nachteil empfinden mag. Für Abenteurer hat die OM-D zusätzlich den Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten von Fuji, Panasonic und Sony, dass sie gut gegen Feuchtigkeit und Spritzwasser abgedichtet ist, auch wenn die Anzahl der MFT-Objektive, auf die das auch zutrifft, mehr als überschaubar ist.

Ein weiterer Pluspunkt der OM-D: Die Materialanmutung! Ihre massive Haptik lässt Sonys und Fujis Geräte ein bisschen wie Spielzeug wirken. Ich bitte das nicht so verstanden wissen, dass ich von Fujis X-Pro- und Sonys NEX-Kameras nichts halte. Dieser Artikel spiegelt nur, wo in meinen Augen der Hammer hängt.

Und die Bildqualität? Verdammt nahe an der Vollformat-D600.

Weiterer Vorteil bei Olympus: Die eingebaute Bildstabilisierung scheint derzeit alles andere alt aussehen zu lassen – es ist unglaublich, was sich damit aus freier Hand halten lässt. Dabei fand ich schon Nikons VRII gut. Die Gerüchte, dass Sony für die Vollformat-NEX Olympus’ Bildstabilisierung verbauen will, scheinen mir deshalb durchaus glaubwürdig.

Om d 4sOm d ausschnitt
Bei einer Belichtungszeit von 4 (vier!) Sekunden aus freier Hand aufgenommen. Verrauscht aufgrund von ISO1600 und starker Dunkelheit, doch die Verwackelung ist fast schon zu vernachlässigen.

Da der Markt oft doof ist, könnte ich mir schon vorstellen, dass MFT sterben könnte (was ich allerdings nicht glaube, denn Panasonic und Olympus haben durchaus ihre Freunde). Aber es wäre schade, denn es verschwände nicht etwas vom Selben, das man woanders auch bekommt, sondern eine interessante Alternative mit anderen Möglichkeiten, als im Angebot der Platzhirsche. Es kommt nicht auf die Größe an, sondern darauf, was man mit der Kamera machen möchte. Und da hat vieles seine Berechtigung: APS-C, Vollformat und eben auch FourThirds.

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3 Gedanken zu „Es kommt nicht auf die Größe an!“

  1. Hallo Markus,

    gilt die Aussage das „Micro FourThirds alles andere als tot ist“ immer noch?
    Ich möchte mit der Fotografie anfangen und sehe mich im Moment nach einer geeigneten Kamera um. Ich habe schon viel dazu gelesen und bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass es keine DSLR, ich hatte erst die Nikon D5300/D5500 im Auge, werden soll. Da ich die Kamera sehr oft dabei haben will und ich denke das würde ich bei einer DSLR eben nicht.
    Da der Kauf einer Kamera auch immer das hinterliegende System nach sich zieht, ist die Auswahl der Kamera schon eine wichtige Entscheidung für die Zukunft und die damit verbundenen Ausgaben.
    Ich sympathisiere im Moment sehr mit der Olympus OM-D E-M10 und der Sony Alpha 6000.
    Olympus -> Micro FourThirds, Sony -> E-Mount.
    Wie ist deine Einschätzung dazu? Ist Micro FourThirds immer noch (uneingeschränkt) empfehlenswert?
    Danke für deine Hilfe.

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