2.13. Bokeh

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Abschließend zum Kapitel ›Schärfe‹ möchte ich noch ein paar Worte zum Thema Unschärfe verlieren und über das Bokeh sprechen. Der Begriff ›Bokeh‹ stammt aus dem Japanischen und bezeichnet die Qualität der Unschärfe in einem Foto. Foto­grafischen Neueinsteigern mag etwas wie ›Qualität der Unschärfe‹ etwas philosophisch und esoterisch vorkommen. Doch mit der Zeit entwickelt man Auge und Gefühl dafür. Man beginnt Fotos nicht nur an der Qualität der Schärfe zu beurteilen, sondern genauso am Aussehen der unscharfen Bereiche.

Die Spreu vom Weizen teilt sich bei Objektiven nicht nur bei der Detailschärfe, sondern auch darin, wie weich – oder aber verworren und hart – unscharfe Elemente abgebildet werden. In der Regel wird ein flauschig weicher Hintergrund als angenehmer empfunden, als wenn die Unschärfe unruhige Strukturen zeigt. Mir gefällt der englische Begriff ›smooth‹ zur Beschreibung eines schönen Bokehs ganz gut.

Bokeh ist nichts, was der Fotograf durch Einstellungen an Kamera und Objektiv bewusst beeinflussen kann, auch wenn eine Veränderung der Brennweite und Blende die aus der Einstellung resultierenden Bokehs beeinflusst. Primär hängt die Art des Bokehs allerdings vom Objektiv ab.

Bokeh1 4
Das 50 mm 1.4 Nikkor hat ein ­wunderschönes weiches Bokeh, das bei vergleichbarer Brennweite kaum irgendwo um diesen Preis zu haben ist.
Daten:
Objektiv: AF-S Nikkor 50 mm 1:1,4 G
Brennweite: 50 mm (75 mm KB)
Blende: ƒ2.2
Zeit: 1/320 Sekunde
ISO: 100
Belichtungskorrektur: –1/3LW
Bokeh1 8
Das 50 mm 1.8 Nikkor kostet zwar nur etwa ein Drittel des ƒ1.4 – und ist für diesen Preis ebenso kaum zu schlagen – zeigt aber ein relativ unruhiges Bokeh.
Daten:
Objektiv: AF-S Nikkor 50 mm 1:1,8 D
Brennweite: 50 mm (75 mm KB)
Blende: ƒ1.8
Zeit: 1/400 Sekunde
ISO: 100
Belichtungskorrektur: –1/3LW
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»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
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7 Gedanken zu „2.13. Bokeh“

  1. Ich hab den Blog jetzt von vorne bis hier her gelesen und finde ihn fantastisch! Vielen Dank schon mal bis hierher! Für mich als absoluten DSLR-Neueinsteiger echt Gold wert!

  2. Klasse Grundlagen-Vermittlung insgesamt! Gut geschrieben und sehr verständliche Infografiken.

    Bei den Bokeh-Beispielen muss ich allerdings ein wenig kritteln … Ich finde die Beispiele nicht sehr glücklich gewählt. Ich kenne zwar den Ruf des 1.4er Nikkors nicht, aber das Bokeh auf den Foto würde ich alles andere als smooth oder cremig bezeichnen. Eher so unteres Mittelfeld. Als zweites Beispiel hätte ich besser gefunden, wenn ein wirklich schlechtes (sprich unruhiges) Beispiel-Bokeh genommen worden wäre, denn so wird es m.E. dem Einsteiger nicht wirklich klar, 1) was Bokeh nun wirklich ausmacht und wo 2) die Unterschiede zwischen gut und schlecht liegen. (Ok, das ist gerade bei Bokeh gerne auch ein Stückweit Geschmacksache, z.B. Swirly Bokeh etc.). – Aber ansonsten Top!!!

    1. Stimmt. Die beiden Beispielaufnahmen sind ein bisschen suboptimal. Es waren damals halt die einzigen die dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Objektiven zeigen und somit zum Vergleich taugen, die ich in meinem Bildarchiv fand. Müsste sie bei Gelegenheit einmal durch aktuellere aus meinen Büchern austauschen.

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