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Freefonts für Design

Bis zu meinem Buch über InDesign (Rheinwerk Verlag | Amazon Affiliate-Link) habe ich in InDesign-Kursen stets in erster Linie mit den Adobe-CC-Standardschriftarten Myriad, Minion und Garamond gearbeitet, was auf die Dauer etwas phantasielos und langweilig ist. Für »Adobe InDesign CC – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« wollte ich etwas mehr Vielfalt einbringen, nicht zuletzt um die Leser auch zu animieren auch zu Typen abseits einiger System- und CC-Schriften zu greifen.

Gerade in den Besprechungen von Teilnehmerarbeiten beim epos Werbelehrgang merke ich immer wieder, wie auch Laien – das sind die Teilnehmer zu Beginn des Lehrgangs in der Regel – auf gut gewählte Schriftarten abseits des Mainstreams reagieren. Schrift gehört neben Bildern zu den wichtigsten Rohmaterialien des Grafikdesigns, wirken aber im Gegensatz zu Bildern eher unterschwellig, weshalb viel zu oft viel zu wenig Augenmerk auf die Auswahl gelegt wird.

Zu Beginn der Arbeit am InDesign-Buch plante ich natürlich mit Schriften aus dem Adobe-Typekit zu arbeiten. Leider (oder zum Glück) musste ich früh entdecken, dass nicht jeder Lizenznehmer der Adobe Creative Cloud dieselben Schriftarten ohne Zusatzkosten installieren kann. Deshalb entschied ich mich auf Freefonts zurückzugreifen, die ich samt und sonders von der exzellenten Freefont-Seite Fontsquirrel herunter lud. Dies sind die verwendeten Schriftarten.

Neues Buch: Adobe InDesign CC

Es heißt, wenn man etwas wirklich verstehen wolle, solle man ein Buch darüber schreiben. Ich habe Bücher über Bildbearbeitung, Grafikdesign, Fotografie und Farbenlehre geschrieben und kann dem nur zustimmen. Nach meinem umfassendsten Werk »Grafik und Gestaltung« drängte es sich auf, einzelne Kapitel daraus in eigenen Büchern zu vertiefen. Zu Schrift, Typografie und Corporate Design gibt es allerdings ein breites Angebot guter Lektüre und ich sehe nicht, was ich dem an Fehlendem, Neuem oder Innovativem hinzufügen könnte. Anders bei den Themen Farbe und Gestaltungsraster.

Bücher über Farbe gibt es zwar auch einige, aber keines, das sich speziell an Grafiker richtet. Und die Werke zu Rastersystemen stammen aus einer Zeit, als Typografie noch Blei- oder Fotosatz bedeutete, oder basieren auf Konzepten dieser Zeiten. Dabei eröffnen digitale Werkzeuge ganz andere Möglichkeiten!

Mein »ABC der Farbe« ist 2017 erschienen und auf knapp 400 Seiten gekommen. Ein Buch ausschließlich über Gestaltungsraster wäre deutlich kompakter ausgefallen. Allerdings hatte ich bereits bei der Arbeit an »Grafik und Gestaltung« festgestellt, dass es nicht sinnvoll ist, Rastersysteme erklären zu wollen, ohne Bezug auf das Werkzeug zu nehmen mit dem nahezu alle Grafiker arbeiten: InDesign. Ich schlug meinem Verlag deshalb vor, die Materie in ein umfassenderes Werk über dieses Programm einzubetten.

Bei den mittlerweile 20 Büchern, die ich geschrieben, gesetzt und gestaltet habe, bin ich nicht selten an die Grenzen dessen gegangen, was mit InDesign möglich ist. Die Erfahrungen daraus flossen ebenso in das nun vorliegende Buch ein wie mein Verständnis von Grafik, Design und Farbe. Es soll eine Brücke von den theoretischen Grundlagen zur praktischen Umsetzung schlagen, gleichzeitig aber auch ohne Vorkenntnisse der Gestaltungstheorien funktionieren. Ich habe deshalb versucht, die Inhalte so anzulegen, dass sie auf den Anforderungen anspruchsvollen Grafikdesigns aufbauen, Studenten des Mediendesigns Anknüpfungspunkte zur theoretischen Vertiefung finden und Anwender ohne grafischen Background zumindest die wichtigsten Grundlagen grafischer Gestaltung mit auf den Weg bekommen.

Mehr über den Inhalt, eine Leseprobe bzw. einen Blick ins Buch sowie die Möglichkeit zur Bestellung gibt es bei Rheinwerk Verlag und Amazon.

 

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FreeFont Folk – fröhlich und quietschfidel

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Folk ist ein quietschlebendiger, fröhlicher Versalfont in vier Schnitten den es beim Fonteichhörnchen kostenlos zum Download gibt.

Oblik – drei Schnitte, einer gratis

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Oblik Serif ist eine eigenwillige serifenbetonte Schrift aus dem Hause fontspring. Der Light- und der Regular-Schnitt sind für 25$ zu haben, Oblik Serif Bold wird zum kostenlosen Download angeboten.

Mister Jun Free Download

mister. jun font teaser from clement romier on Vimeo.

Hier wird ein FreeFont animiert präsentiert. Ist einmal etwas anderes. Durchaus nett. Mehr darüber und den Link zum kostenlosen Download findet ihr hier.

Praxisbuch Grafik und Gestaltung

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Noch ist die letzte Korrektur nicht ausgeführt und das erste Wort nicht gedruckt, doch das abschließende Wort ist geschrieben — es lautet: Schauen.

Zwei Jahre ist es her seit ich begonnen habe daran zu schreiben, doch der Löwenanteil der Arbeit fand in den letzten vier Monaten statt. Jetzt bin ich glücklich und erleichtert, dass ich das Werk abschließen kann.

Ein kurzes, einleitendes Kapitel behandelt ein paar Grundlagen der Wahrnehmung, worauf das umfangreichere Kapitel über Formenlehre folgt, in dem vor allem auch Proportionen und die harmonische Verteilung von Objekten eine Rolle spielen.

Das dritte Kapitel widmet sich der Farbenlehre. Dabei zitiere ich nicht nur die klassischen Farbenlehren von Johannes Itten und Harald Küppers, sondern stelle diese auch in einen Kontext zu RGB und CMYK, was für den Gestalter am Computer wichtig ist. Außerdem wird erklärt was Farbharmonien sind, welche Kontraste es gibt und zu guterletzt noch ein kurzer Überblick, womit in unseren Breiten bestimmte Farben gemeinhin assoziiert werden.

Im vierten Kapitel nehme ich mich der Gestaltung mit Bildern an, einem Thema, das in den meisten Büchern über Gestaltung zu kurz kommt, obschon fast alle Grafikdesigner doch täglich mit Bildern zu tun haben. Es geht um die emotionale Wirkung von Bildern, um Hinweise zur Beschneidung etc.

Kapitel fünf widmet sich dem Thema Schrift, liefert einen Überblick über die historische Entwicklung vom Beginn des Buchdrucks bis zu Schriften am Bildschirm und stellt Schriftgruppen nach DIN 16518 vor. Außerdem präsentiere ich mit der Schriftgruppen-Matrix ein System das dem Einsteiger helfen soll passende Schriften für die Schriftmischung zu bestimmen. Ein kleines Glossar zu Begriffen aus der Typografie rundet das Kapitel ab.

Lesetypografie ist auch für Grafikdesigner in der Werbung ein wichtiges Thema. Im vierten Kapitel beschäftige ich mich mit wesentlichen Fragen zur Gestaltung gut lesbarer Texte — wie groß sind Schriftgrößen für Lesetexte zu wählen, was ist der ideale Zeilenabstand und so weiter. Im Abschluss geht es dann auch noch um ein Thema, das vor allem für Werbegrafiker wichtig ist, nämlich wie Headlines markant und prägnant formatiert sein sollen.

Neben dem Umgang mit Bildern kommen auch Gestaltungsraster in Büchern über Grafikdesign meist zu kurz. Im siebten Kapitel beschreibe ich wie man Gestaltungsraster entwickelt und was ihr Nutzen ist.

Noch ein Thema, das oft vernachlässigt wird: Im achten Kapitel geht es um Corporate Design. Die visuelle Kommunikation für Unternehmen sollte nicht heute so aussehen und morgen anders. Ein Logo alleine reicht nicht aus, damit ein Erscheinungsbild funktioniert. Dieses Kapitel zeigt die Basisbausteine und erklärt wie ein einfaches Corporate-Design-Manual aussehen sollte.

Abgeschlossen wird das Buch mit einem Kapitel über DTP und Druckvorstufe, das einen groben Überblick über Produktonsmethoden und Druckverfahren liefert, zeigt, wie Bildauflösung und Druckauflösung zusammenhängen, beschreibt, weshalb Farbmanagement wichtig ist und was bei der Erstellung druckfähiger Daten zu berücksichtigen ist.

Bezogen werden kann das Buch bei Amazon, direkt beim Verlag Galileo-Press oder im freundlichen Buchhandel.

Geschlechtsneutral?

Geschlechtsneutral. Hässliches Wort. So wie: Nicht Fisch und nicht Fleisch. Irgendwie: Lau. Unisex? Androgyn gefällt mir besser. Da sind schon beide Geschlechtsteile mit drin, wie H C | Strache sagen würde. Aber Geschlechtsneutral klingt irgendwie nach gar kein Sex.

Ö1 berichtete gestern darüber. Als TypografIn schlägt man dann gerne die Hände über dem Kopf zusammen. Weil in der passenden Schrift schon einmal aus der TypografIn ein/eine (das?) Typografln wird (wenn der Satz jetzt keinen Sinn für euch ergibt, würde das heißen, dass er in eurem Browser nicht mit der von mir definierten Antiqua angezeigt wird, sondern mit einer Serifenlosen wie der Arial oder der Verdana. In diesen modernen (?) Schriften lässt sich das große Binnen-I nämlich kaum vom kleinen l unterscheiden. Lesbarkeitsfördernd ist das aber nicht.

Mir widerstreben diese beide Geschlechtsteile umfassenden (wie gesagt: © H C | Strache) Schreibweisen aber nicht nur als Typograf. Auch als Leser finde ich sie grässlich. Was lest ihr denn, wenn in einem Satz von TypografInnen vorkommen? Typografinnen. Eben. Ist es den Aufwand wirklich wert, wenn aus einer sprachlichen Vermännlichung eine sprachliche Verweiblichung wird? Schon klar, dass diese Entwicklung der deutschen Sprache patriarchalische Wurzeln haben. Aber was gewinnen wir, wenn wir die Vorzeichen umkehren?

Das Problem bei dieser Innen-Schreibweise ist, dass ich als Leser immer darüber stolpere. Man kann das nicht flüssig lesen. Die Schreibweise bremst den Lesefluss immer aus, weil wir uns entscheiden müssen, ob wir jetzt Typografinnen, Typografen oder Typografinnen und Typografen lesen. Beim stummen Lesen stolpert man dann einfach nur. Aber beim Vorlesen? Da müsst ihr euch für eine der Varianten entscheiden und da werden dann meist Typografinnen draus. Kann das das Ziel der Gleichberechtigung sein.

OK. Ich bin ein Mann. Eh klar, dass ich alter Macho so argumentiere. Wobei: Ich hatte bislang kein Problem meine politische Stimme einer Frau zu geben, mir sind Parteien mit einem hohen Frauenanteil sympathischer als Männerseilschaften (obschon ich für Qualifikation vor Quote bin) und ich kann der Schreibweise »Studierende« vor »Studenten und Studentinnen« und vor allem »StudentInnen« viel abgewinnen. Oder »Lehrkräfte« vor »Lehrer und Lehrerinnen« bzw. »Lehrerinnen«. Doch in langen Texten, Zeitungsberichten, Büchern, etc. wenn da immer von Politikern und Politikerinnen, von Lehrern und Lehrerinnen, von Typografen und Typografinnen, von Studenten und Studentinnen zu lesen ist, dann ist das äußerst mühsam. Kaum weniger Mühsam als von PolitikerInnen, LehrerInnen, TypografInnen und StudentInnen zu lesen. Ich ziehe da Politiker, Lehrer, Typografen und Studenten einfach vor.

Nebenbei hat Bastian Sick einmal geschrieben, er habe noch nie gelesen, dass jemand das Fehlen von Mörderinnen, Betrügerinnen und Gaunerinnen kritisiert hätte. Stimmt! Gibt es die etwa gar nicht? Zumindest wenn ich das schreibe, habe ich das Gefühl, dass die Worte nicht stimmen.

In Stelleninseraten kann ich der Sache etwas mehr abgewinnen, wenn man nach Typografinnen sucht. Ich behelfe mir dabei gerne mit dem hochstellen der in und innen. Obschon die Suche nach einer/einem Tyopgrafin neben dem eigentlichen Hauptwort auch noch den Artikel zum Problem macht. In einem Inserat mag es ein sprachlich wie typografisch notwendiges übel sein (wie gesagt: kein Problem mit den neutralen »Lehrkräften«, aber »Typokräfte« würde wohl niemand verstehen), um klar auszudrücken: Frauen sind ebenso willkommen, wie Männer. Ja das weglassen dieser beide Geschlechtsteile umfassenden Formulierung, könnte gar als »Frauen, nein danke« gedeutet werden. Aber ansonsten: Ich bin gegen diese Form der Geschlechtsumwandlung.