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Photoshop CC WS18: Helligkeit und Farbe mit Pipette

Schwarz- und Weißpunkt sowie Mitteltöne-Pipette sind Werkzeuge die sich sowohl in der Tonwertkorrektur- als auch in der Gradationskurven-Palette finden (ebenso in den entsprechenden Dialogen). Hier zeige ich eine einfache Methode wie man damit den Kontrast einstellen und einen Farbstich korrigieren kann.

Affinity Photo: Helligkeit und Kontrast in der Develop Persona

Anhand dieses Fotos habe ich in meinem Photoshop-Workshop-Buch gezeigt wie man Helligkeit, Kontrast und Sättigung mit HDR-Tonung einstellen kann. Da es in Affinity Photo nichts vergleichbares gibt habe ich mich hier für das annähernd Ähnlichste entschieden, die Develop Persona.

Affinity Photo: Tonwertkorrektur mit Gradationskurven

Gradationskurven sind das wichtigste Werkzeug, wenn es um Helligkeit, Kontrast und Farbkorrekturen geht. Auch wenn Affinity Photo in diesem Bereich noch einiges an Entwicklugnspotenzial hat um mit Arbeitstechniken die Photoshop möglich macht mithalten zu können, lassen sich alle notwendigen Techniken und Arbeitsweisen ausführen. Was noch fehlt ist einiges an Effizienz und Arbeitskomfort.

Affinity Photo: Kontrollierte Tonwertkorrektur

Hier zeige ich wie man eine Tonwertkorrektur vornehmen und dabei kontrollieren kann, dass keine dunklen Bereich zu Unterbelichtung zusumpfen und keine zu Überbelichtung ausbrechen.

Affinity Photo: Einfache Tonwertkorrektur

Tonwertkorrekturen gehören zu den wichtigsten Techniken der Bildbearbeitung. Man kann sie mittels Gradationskurven oder eben einer Einstellung die sich »Tonwertkorrektur« nennt ausführen. Hier zeige ich eine ganz einfache Arbeitsweise mit der man den Kontrast erhöhen und die Helligkeit verändern kann.

Affinity Photo: Helligkeit/Kontrast

Dieses Video zeigt wie man ein unterbelichtetes Bild mit Helligkeit/Kontrast verbessern kann.

Affinity Photo: Belichtung

Die Anpassung Belichtung ist eine schnelle und einfache Möglichkeit Bilder in Affinity Photo aufzuhellen (oder abzudunkeln).

3.3. Ziel der Belichtungsautomatik: Zone 5

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Der Durchschnittswert der Helligkeit eines durchschnittlichen ­Bildes liegt bei einem mittleren Tonwert von etwa 50% (bezogen auf das ausgedruckte Bild sind: 0% Tonwert = Weiß; 100% Tonwert = Schwarz). Für die Abbildungen unten habe ich vier Bilder ausgesucht und mit ­Hilfe des Filters ›Durchschnitt berechnen‹ in Adobe Photoshop bearbeitet. Farblich unterscheiden sich die Resultate, doch die Helligkeit liegt bei allen im Bereich zwischen knapp 50% und 60%.

Tonwert 49 Prozent
Der Mittelwert dieses Bildes ergibt ein Beige-Grau mit einem Tonwert von 49%.
Tonwert 58 Prozent 1
Durchschnittlicher Tonwert: 58%.
Tonwert 58 Prozent 2
Durchschnittlicher Tonwert: 58%.
Tonwert 60 Prozent
Tonwert: 60%.

Auch die Belichtungsautomatik Ihrer Kamera weiß, dass das Gros der Motive optimal belichtet ausfällt, wenn sie die Einstellungen für Blende, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit so wählt, dass das Ergebnis einer ungefähren Durchschnittshelligkeit von 50%  entspricht. Da die meisten Motive mehr oder weniger dieser Regel ­entsprechen, werden so die meisten Aufnahmen mehr oder weniger optimal belichtet ausfallen.

Optimale Belichtung ist aber nicht immer richtig | Fotografiert man ein Motiv, das deutlich von der Durchschnittshelligkeits-Regel abweicht, sind die Ergebnisse der automatischen Belichtung meist nicht zu­frieden stellend.

Das Bild der weißgrauen Möwe vor weißgrauem Himmel weicht sehr deutlich von der Durchschnittshelligkeits-Regel ab. Mit Belichtungsautomatik fotografiert fällt das Resultat aber viel zu ­dunkel (unterbelichtet) aus. Die Kamera erzeugt ein Bild mit einem durchschnittlichen Tonwert von 53 % betragen (mittlere Helligkeit).

High key Motiv mit mittlerer Belichtung
Helle Motive werden von der Belichtungsautomatik zu dunkel belichtet.

In diesem Fall konnte ich das Bild mittels Nachbearbeitung am Computer so entwickeln, wie es etwa der Stimmung vor Ort entspricht. Wenn ich davon den Durchschnittswert ermittle, komme ich auf 7%.

Hight key hell belichtet
Der Fotograf muss manuell eingreifen und das Bild bewusst deutlich heller belichten, als es die Belichtungsautomatik vorwählt.

Nicht jedes Motiv erlaubt eine Fehlbelichtung am Computer ­komplett zu korrigieren. Außerdem halte ich es ohnehin für besser, Bilder bereits bei der Aufnahme optimal einzufangen, um nicht mehr Zeit mit Nachbearbeitung als mit Fotografieren verbringen zu ­müssen. Für die Stimmung in der folgenden Abbildung musste ich deutlich dunkler belichten, als die Automatik der Kamera es getan hätte. Wenn ich dafür den Mittelwert berechne, komme ich auf 92%.

Low key Aufnahme korrekt belichtet
Um diese Stimmung einfangen zu können, musste ich die Belichtungsautomatik korrigieren und unterbelichten.

Würde die Belichtungsautomatik versuchen auch für diese ­Szene eine mittlere Helligkeit zu erreichen, würde das Resultat wohl etwa aus­sehen wie die Abbildung.

Low key motiv mittels Belichtungsautomatik
Das ›Schweißer im Dunkeln‹-Motiv auf mittlere Helligkeit belichtet, wie es die Belichtungsautomatik etwa machen würde.

Kameraautomatiken arbeiten unglaublich schnell und präzise. Aber sie sind auch dumm. Intelligenz, Wissen, Erfahrung und Kreativität des Fotografen sind gefordert, um auch bei ­Szenen, die nicht dem Durchschnitt entsprechen, zu überdurchschnittlichen Resultaten zu gelangen.

Motivprogramme | Man kann allerdings auch die komplexen elektronischen Programme moderner Digitalkameras mit der ­tatsächlich intelligenten Motiverkennung des Fotografen verbinden, und zwar, ­indem man Motivprogramme nützt.

So gut wie alle ­Kompaktkameras und DSLR- oder Systemkameras für Einsteiger und Consumer bieten solche Programme – bei Profi-DSLRs wird man sie hingegen eher ­selten finden. Mit einem Programm für Strand und Schnee sage ich der Kamera »Liebe ­Kamera, vor deiner Linse befindet sich ein Motiv, das heller ist als ›Durchschnittsmotive‹«. Die Kamera ist somit seelisch vorbereitet und wird das Motiv heller belichten, als auf mittlere Helligkeit – ­sagen wir einmal Zone 7, oder Zone 6, statt Zone 5. Das heißt, diese Einstellung funktioniert natürlich nicht nur für Schnee und Strand, sondern sie sollte in jeder ­besonders hellen Situation besser belichtete Ergebnisse liefern, als wenn Sie mit der Normaleinstellung fotografieren.

Motivprogramme
Icons verschiedener Motivprogramme

Umgekehrt gehen Motivprogramme, wie Sonnenuntergang, Nachtaufnahme und Kerzenlicht von einem dunklen Motiv aus und berechnen die Belichtung so, dass das Ergebnis angemessener ausfällt als bei der regulären Belichtungsautomatik.

Motivprogramme beeinflussen nicht nur die Belichtung alleine. Wenn Sie ein Programm wie Kinder oder Tiere wählen, wird die Kamera versuchen möglichst kurze Belichtungszeiten einzustellen, damit auch herum tollende Geschöpfe eingefroren werden. Motivprogramme für Porträts können so programmiert sein, dass sie für eine geringe Schärfentiefe sorgen, um das Modell freizustellen, und eventuell auch die Farbeinstellung so angleichen, dass Hauttöne möglichst natürlich abgebildet werden. Und dann gibt es noch ­Programme, die das Auslösen des Blitzes mit beeinflussen, wie ›Nacht-Porträt‹.

Man kann Motivprogramme als ersten Schritt von der Vollautomatik zur kreativen Fotografie betrachten.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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3.2. Das Zonensystem

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Das Zonensystem unterteilt den Verlauf der Tonwerte von Schwarz bis Weiß in elf Zonen. Der Schritt von einer Zone zur benachbarten entspricht einer Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Helligkeit. In der Fotografie bezeichnet man einen Wert, der die Helligkeit verdoppelt oder ­halbiert, als Lichtwert (LW).

Zonensystem
Zonensystem
  1. Zone 0 | Absolutes Schwarz; Unterbelichtung ohne geringste Zeichnung. ­Solche Flächen sind praktisch frei von Information, und es lässt sich auch durch Nachbearbeitung keine Struktur wiederherstellen.
  2. Zone 1 | Optisch schwarzer Tonwert, geringe Spuren von Zeichnung, allerdings für das menschliche Auge nicht zu erkennen. Durch Entwicklung lässt sich diese Zeichnung jedoch sichtbar machen.
  3. Zone 2 | Beinahe schwarzer Tonwert, mit für das menschliche Auge erkennbarer Zeichnung . Beispiel : Gefieder eines Raben.
  4. Zone 3 | Dunkler Tonwert mit deutlich sichtbarer Zeichnung. Beispiel : im Schatten liegende Wälder, frisch asphaltierte Straße.
  5. Zone 4 | Tendenziell dunkler Tonwert mit klaren, erkennbaren Details. Beispiel : beschattete Haut, dunkler Stein.
  6. Zone 5 | Mittlerer Tonwert. Beispiel : südländischer Hautton, verwittertes Holz, mittelgrauer Stein, Schotter und Kies.
  7. Zone 6 | Tendenziell heller Tonwert. Beispiel : trockener Fels, heller Stein und trockener Sand, Schnee im Schatten, Handinnenfläche bei praktisch allen Menschen.
  8. Zone 7 | Heller Tonwert mit deutlicher Zeichnung. Beispiel : weißgraues Haar, Gefieder einer Hausgans, verwitterter Kalkanstrich.
  9. Zone 8 | Sehr heller Tonwert. Beispiel : Sonnen beschienener Schnee, in dem noch die Schneekristalle zu erkennen sind.
  10. Zone 9 | Beinahe Weiß ohne erkennbare Zeichnung. In der Bildbearbeitung am Computer lässt sich aus diesen Flächen wieder Farbe und Zeichnung sichtbar machen.
  11. Zone 10 | Reines Weiß; Überbelichtung. Aus Flächen der Zone 10 lässt sich auch mittels Nachbearbeitung keine Farbe oder Zeichnung restaurieren.

Natürlich sind Angaben wie ›dunkler Stein‹ und ›Felsen‹ sehr ­relativ. Die Beispiele können jedoch helfen sich eine ungefähre Vorstellung der genannten Tonwerte zu machen. Tonwert bezieht sich dabei nicht nur auf Grautöne, sondern auf den Helligkeitswert jedes beliebigen Farbtons. Das kann man auch in Abbildung unten sehen, wo ich neun der elf Zonen in einem Bild gekennzeichnet habe.

Zonen im Bild
Mehrere Zonen in einem Bild

Kontrastumfang

Der Kontrastumfang unserer natürlichen Umwelt umfasst etwa zwanzig Schritte der Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Helligkeit (= 20 Lichtwerte beziehungsweise 21 Zonen) vom tiefsten Schwarz ➀ einer Höhle tief unter der Erde bis zum blendenden Weiß ➁ der Sonne. Das menschliche Auge hingegen kann lediglich zehn Lichtwerte (11 Zonen) auf einmal wahrnehmen ➂.

Zonen Licht und Wahrnehmung ➀–➁ Kontrast der natürlichen Umwelt vom absoluten Schwarz bis zu reinem Weiß;
➂ Kontrastumfang der menschlichen Wahrnehmung;
➅ Menschliche Wahrnehmung an helle Umgebung angepasst;
➆ Menschliche Wahrnehmung an dunkle Umgebung angepasst;
➇ Kontrastumfang einer Digitalkamera und einer Raw-Datei;
➈ Kontrastumfang einer JPEG-Datei;
➉ Kontrastumfang des Vierfarbendrucks;

Das heißt, bei mittlerer Helligkeit sehen wir Schwarz, was messtechnisch nur ein dunklerer Tonwert ist ➃, und Weiß, was tatsächlich nur einem hellen Tonwert entspricht ➄. Ist unser ­Sehsystem gefordert dunklere Tonwerte zu erkennen, muss sich die ­Pupille erweitern, um den Lichteinfall zu drosseln, wodurch sich ­unser Kontrast­umfang in den dunklen Bereich verschiebt ➅. Um­gekehrt muss sich die ­Pupille verengen, um hellere Bereiche wahrnehmen zu können, und den Kontrastumfang in den hellen Bereich verschieben ➆.

Analoger Schwarzweiß-Negativfilm entspricht etwa dem Kontrast­umfang der menschlichen Wahrnehmung ➂. Digitalkameras sollen zehn bis zwölf Lichtwerte erreichen können ➇. Im JPEG-­Format stehen Ihnen etwa acht Lichtwerte zur Verfügung ➈. Fotografieren Sie hingegen im RAW-Format, dann können Sie, je nach Entwicklungssoftware, einen guten Teil des größeren Kontrastumfangs der Kamera ➇ nutzen, und Informationen, die in den Schatten unsichtbar sind, lassen sich in der Nachbearbeitung am Computer wieder sichtbar machen, die durch JPEG nicht aufgezeichnet würden. Noch kleiner ist der ­Kontrastumfang im Vierfarbendruck, wo er auf etwa fünf Lichtwerte sinkt ➉.

Nehmen wir an, Sie fotografieren eine Landschaftsaufnahme mit der Sonne direkt im Bildausschnitt und einem Tunnel, dem Sie geradewegs tief in den Schlund blicken können. Ihr Motiv beinhaltet also sowohl das dunkle Ende des natürlichen Kontrastumfangs ➀, als auch das helle ➁. Die Kamera kann aber bestenfalls zwölf der zwanzig Lichtwerte mit einer einzigen Aufnahme aufzeichnen. Wenn Sie eine mittlere Einstellung wählen, dann wird alles, was dunkler als der Kontrastumfang des Bildsensors ist, unterbelichtet und schwarz, und alles, was heller als der Kontrastumfang ist, überbelichtet und weiß.

Aber was hilft dieses Zonensystem nun konkret in der Praxis? Gibt es an Ihrer ­Kamera einen ein Schalter, um die richtige Zone einzustellen? Ja und nein. Zwar findet sich so Schalter an keiner mir bekannten ­Kamera, doch die Automatik Ihrer ­Kamera zielt bei den Belichtungseinstellungen in der Regel auf mittlere Helligkeit ab, also Zone 5. Und damit werden wir uns im nächsten Artikel befassen.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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