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Schlagwort: Erfahrungsbereicht

Olympus 8×42 Pro – gut zum Fernsehen

Posted in Erfahrungsberichte

Dies ist streng genommen kein Erfahrungsbericht. Es ist eigentlich eher ein Unerfahrener Bericht. Aber ich bin begeistert und möchte deshalb meine Erfahrung teilen.

Um Vögel und andere Wildtiere besser beobachten zu können, habe ich meine Ausrüstung für die Fotosafari durch ein Fernglas aufgerüstet. Ich bin kein Kenner von Ferngläsern, deshalb basiert mein Urteil auf recht wenig Vergleichsmöglichkeiten. Genau genommen kann ich nur mit einem einzigen Fernglas einen Vergleich anstellen, das wir vor Jahren für denselben Zweck gekauft haben. Damals habe ich mich auf den Rat meines Optikers verlassen. Es handelt sich dabei um ein Fernglas von Zeiss und es kostete, soweit ich mich erinner schon vor Jahren mehr, als das neue Stück von Olympus. Allerdings erfüllte es nie seinen Zweck. Zu dunkel, zu viel Vergrößerung. Das ist keine Kritik am Produkt – es scheint nur einfach nicht das richtige für unser Einsatzgebiet gewesen zu sein.

Diesmal habe ich vor der Bestellung selbst ein paar Stunden in Recherche investiert. Klar, wer ein Top-Fernglas fürs Leben sucht, kauft Gläser von Zeiss, Leica oder Swarovski. Aber 2000 Euro und mehr liegt einfach weit oberhalb meines Budgets für einen Begleiter für die Fotosafari. Meine Preisvorstellung lag eher im Bereich zwischen 200 und 500 Euro. Am Ende meiner Recherche blieben je ein Glas von Eschenbach, von Steiner, von Nikon und von Olympus übrig. Entschieden habe ich mich für das 8×42 Pro von Olympus (Amazon-Affiliate-Link). Natürlich nicht nur, weil ich mich der Marke verbunden fühle, aber ein bisschen hat es natürlich mitgespielt.

Bereut habe ich die Entscheidung nicht. Ich bin wirklich begeistert wie hell, klar und scharf dieses Fernglas abbildet. Es lässt sich butterweich, spielend und exakt fokussieren. Der fokussierte Bereich trennt sich mit einer bemerkenswert geringen Schärfentiefe von Hintergrund. Tiere beobachten ist einfach eine Freude damit. Es übertrifft meine Erwartungen bei weitem.

Kleine Kritikpunkte gibt es aber dennoch. Die mitgelieferte Tasche ist ein Witz. Bereits als ich das erste Mal versuchte einen Gürtel in die Schlaufe an der Rückseite einzufädeln, riss die naht ein. Ebenso lächerlich ist der mitgelieferte Gurt. Er fühlt sich nicht nur extrem billig an, sondern vermittelt auch den Eindruck, dass die Schnallen die Schlaufen nicht wirklich zuverlässig halten können. Auf diesem Müll in der Produktverpackung hätte ich verzichten können. Solche Beigaben schmälern eher den Glanz des an sich und in meinen Augen exzellenten Fernglases.

Exzellentes Glas – das Olympus 8×45 Pro

Mein Eindruck der Fujifilm X-T1 – Teil 1

Posted in Fotografie

Obwohl mir meine Olympus OM-Ds ans Herz gewachsen sind verfolge ich mit Interesse was sich am Kameramarkt auch abseits von MFT tut. Meine besondere Aufmerksamkeit und Sympathie zieht dabei  Fujifilm auf sich, seit die X100 vorgestellt wurde.

Nachdem Fuji mit einigen Kameras im leicaesken Messsucherstil viel Begeisterung bei Fotografen die wie ich viel auf Achse sind ausgelöst hat, folgte mit der X-T1 ein Modell das eher den Stil klassischer Spiegelreflexkameras aufnimmt.

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Die Fujifilm X-T1 nimmt das Design klassischer Spiegelreflexkameras auf – vulgo »Retro-Design« –, hat also mehr Ecken und Kanten als das von Luigi Colani geprägte ergonomische Design das Spiegelreflexkameraformen seit den 1980er Jahren prägte.

Um den Apparat nicht nur aus der Ferne zu beurteilen bat ich meinen freundlichen Fachhändler mir ein Modell zur Verfügung zu stellen. Der Deal lautet: Ich bekomme Kameras zum Testen und rühre dafür ein bisschen die Werbetrommel, was ich hiermit auch gerne mache.

Freundlicher Fachhändler

Wenn ihr in Vorarlberg und Umgebung zuhause und auf der Suche nach einer Kamera seid schaut bei Foto Hebenstreit in Feldkirch rein. Vor allem wer noch nicht weiß welches Modell welcher Marke es werden soll findet in der Region wohl keine bessere Adresse in der Region – Canon, Nikon, Sony, Pentax, Olympus, Panasonic und Leica sind hier friedlich vereint.

Die Beratung ist stets freundlich und rasch auch freundschaftlich, man kann an der Ausrüstung herumspielen und ausprobieren, ohne, dass ein Verkäufer als Wachhund jeden Handgriff argwöhnisch beobachtet. Und wenn du dich beim ersten Besuch noch nicht für ein Modell entschieden hast kannst du den Laden verlassen ohne das Gefühl mit zu bekommen, dass du gerade verflucht wirst weil du vielleicht etwas Zeit mitgenommen aber keine Kohle dagelassen hast.

Alles subjektiv

Wer auf der Suche nach einem objektiven Bericht über die X-T1 ist wird in diesem Artikel kaum fündig werden. Ausführliche Angaben über Ausstattung und Funktionen von Kameras sowie objektive Messwerte aus Labortests finden sich bei digitalkamera.de, dpreview.com und dxomark.com (wobei sich dxomark offensichtlich nicht sehr engagiert wenn es um das Testen von Fujifilm-Ausrüstung geht). Ich möchte lediglich meinen subjektiven Eindruck beschreiben wie sich eine Kamera für mich und in meinen Händen anfühlt.

Eine Kamera ist mehr als die Summe ihrer Teile. Vergleicht man die Messergebnisse von Labortests verschiedener Kameramodelle derselben Preisklassen mögen die Unterschiede am Datenblatt oft eklatant aussehen, in wiefern sie aber praktisch relevant sind steht auf einem anderen Blatt.

Viel wichtiger als objektive Zahlen ist wie sich eine Kamera subjektiv anfühlt – ob sie zu mir, meiner Arbeitsweise und meinen Motiven kompatibel ist, ob ich sie intuitiv bedienen kann und ob der Look and Feel meinem Geschmack entgegen kommt.

Design-Betrachtungen

Look and Feel der X-T1 kommen meinem Geschmack durchaus entgegen, auch wenn ich finde, dass die OM-Ds noch ein Stück besser gelungen sind. Das Seitenverhältnis Breite zu Höhe wirkt bei der X-T1 etwas plumper und sie wirkt pummeliger als die E-M5 – um es im Fotografen-Jargon auszudrücken: die Proportionen der OM-D sind näher am Goldenen Schnitt beziehungsweise der Drittelregel.

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Die X-T1 wirkt im Vergleich mit der OM-D E-M5 etwas plumper.

Allerdings hat die größere Höhe der X-T1 ergonomische Vorteile: Während mein kleiner Finger bei der OM-D E-M1 ins leere greift und ich einen Hochformatgriff brauche damit sie mir sicheren Halt vermittelt, ist das bei der X-T1 nicht der Fall.

Den vom SLR-Pentaprisma abgeleiteten Aufbau empfinde ich bei der X-T1 etwas zu wuchtig – bei der OM-D wirken die Proportionen auch diesbezüglich stimmiger und die ausgeprägtere Neigung der Seiten lässt ihn bei ihr stromlinienförmiger erscheinen.

Der Wulst zum Halten der Kamera ist keine Augenweide, macht ergonomisch aber Sinn. Dieser ist bei der OM-D E-M5 Mark II besonders zurückhaltend und elegant gestaltet, so dass er sich dort perfekt ins Design einfügt, nur bietet er deutlich weniger Halt als der Griff der X-T1. Den Preis eines etwas aufgesetzt wirkenden und nicht unbedingt attraktiven Handgriffs bezahlt man allerdings auch bei der OM-D E-M1 für die bessere Ergonomie.

Überraschend war für mich, dass die X-T1 neben die E-M5 gelegt nicht wirklich nennenswert größer wirkt. Inklusive des oben abgebildeten 12–40mm ist die E-M5 sogar etwas voluminöser und schwerer als die X-T1 mit dem 18–55mm Standardzoom.

Klassisches SLR-Design

Ebenso wie die OM-Ds nimmt sich das Design der X-T1 klassische Spiegelreflexkameras zum Vorbild – man bezeichnet das heute als Retro. Retro und Vintage haben sich in den letzten Jahren als fester Trend etabliert und wie bei allen Trends gibt es jene die unbedingt dabei sein müssen und jene die jede Mode verteufeln.

Wer Neuinterpretationen von Klassikern verurteilt hat wahrscheinlich von Designgeschichte wenig Ahnung. Bereits die Renaissance orientierte sich an der Kunst der Antike und der Klassizismus hat seinen Namen daher, dass die Architektur des alten Roms als Vorbild herangezogen wurde. Die »Arts and Crafts«-Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts orientierte sich an der Renaissance und die Popart der 1960er Jahre vermischte sich in den frühen 70ern aus der Hippie-Bewegung heraus mit einer Wiederbelebung des Jugendstils.

Retro und Vintage sind also nicht wirklich eine Erfindung des Marketings des 21. Jahrhunderts. Gut gemacht können moderne Interpretationen klassischer Vorbilder durchaus zu einer eigenständigen Design-Ikone werden – der Mini macht’s vor.

Anachronistisches Räderwerk

Wie gesagt: Das Design der X-T1 spricht mich durchaus an und zu ihrem Erscheinungsbild gehört auch das üppige Werk der Einstellungsrädchen. Funktional betrachtet schient mir das Bedienkonzept allerdings ein Bisschen anachronistisch und die Beschriftungen sind für mich reines Zierwerk.

Einstellräder mit Skalen und Werten zu versehen stammt aus einer Zeit als Kameras noch rein mechanische Wunderwerke waren. Damals gab es keine elektronischen Anzeigen und Displays die Einstellungen anzeigten – wären die Werte nicht aufgedruckt gewesen hätte sich eine Kamera kaum bedienen lassen.

Heute kann ich auf analoge Beschriftungen durchaus verzichten, denn was ich über irgendwelche Rädchen einstelle sehe ich im elektronischen Sucher oder am Display angezeigt. Oft interessieren mich aber Histogramme und Überbelichtungswarnungen bedeutend mehr als ob die Verschlusszeit nun auf 1/250 s oder 1/1000 s steht.

Rädchen die keine Skalen aufgedruckt haben haben gegenüber bedruckten einen Vorteil: Man kann sie individuell mit Funktionen versehen. Bei Olympus ist beispielsweise üblich, dass nach Werkseinstellung am vorderen Einstellrad die Verschlusszeit liegt und am hinteren die Blende. Ich bevorzuge es genau umgekehrt.

Natürlich spricht wohl nichts dagegen trotz Beschriftung die Belegung zu verändern – seltsam empfände ich das aber schon.

Mein Arbeitsweise sieht in der Regel so aus, dass ich mit einem Einstellrad die Blende steuere, mit dem anderen die Verschlusszeit (in M) oder Belichtungskorrektur (in A) und bei Bedarf eine Zusatztaste drücke um die Empfindlichkeit zu beeinflussen – diesbezüglich gibt es keinen Unterschied zwischen meinen früheren Nikon- und den aktuellen Olympus-Modellen. Die X-T1 verlangt eine andere Arbeitsweise.

Interessant wird es wenn ich beginne Rädchen zu zählen. Bei Nikon und Olympus komme ich mit drei Einstellrädern zurecht: Ein Einstellrad für den Belichtungsmodus (also ob P, A, S oder M) und zwei Einstellräder um die wichtigsten Belichtungsparameter einzustellen.

Bei der X-T1 zähle ich sechs: Ein Rad für die Blende am Objektiv, ein Rad für die Empfindlichkeit, ein Rad für die Belichtungskorrektur, ein Rad für die Verschlusszeit, ein vorderes Einstellrad (das für die Drittelschritte bei der Verschlusszeit benötigt wird, die sich auf dem Verschlusszeit-Einstellrad offensichtlich nicht ausgegangen sind) und ein hinteres Einstellrad (dessen Sinn sich mir im Moment nur bedingt erschließt – es ist offensichtlich dazu gedacht im Quick-Menü Einstellungen vorzunehmen).

Die Bedienung dieses komplexen Rädchenwerks scheint mir nicht besonders effizient zu sein, vor allem, dass ich um Drittelzeitwerte zu ändern zwei Räder bedienen muss befremdet mich ein Bisschen.

Generell sind die Einstellräder eher von der schwergängigen Sorte. Da schon das absichtliche Einstellen (zum Beispiel der Belichtungskorrektur) durchaus Kraftaufwand erfordert, würde ich ein versehentliches eher ausschließen. Trotzdem sind Zeit und Empfindlichkeit zusätzlich mit einer Taste geschützt, was eine flüssige Bedienung auch nicht unbedingt erleichtert. Und warum ist überhaupt nur Zeit und Empfindlichkeit durch eine Taste geschützt, Belichtungskorrektur aber nicht?

Leichtgängig ist übrigens der Ring für die Blende am Objektiv – gegen ein versehentliches Verstellen ist der aber wiederum nicht geschützt.

Während ich bei Olympus und Nikon die Steuerung der Einstellungen im Wesentlichen mit einer Hand erledigen kann muss ich bei der X-T1 die linke Hand zum Einstellen dazu nehmen. Zwar ist es auch bei den Nikons üblich, dass für ISO eine Taste zur linken Hand gedrückt werden muss, die liegt aber in der Nähe des Daumens links und nicht oberhalb. Erschwert wird die Änderung des Werts eben zusätzlich dadurch, dass man nicht nur drehen sondern auch einen Knopf zur Entriegelung drücken muss.

Anders und doch lustig

Das klingt jetzt alles nicht unbedingt nach Begeisterung für die X-T1, doch es spiegelt meine generelle Skepsis an einem Bedienkonzept, das sich an mechanischen Analogkameras orientiert. Eine Digitalkamera ist keine Analogkamera, bietet andere Möglichkeiten – immerhin bedeutet analog das Ändern der Empfindlichkeit einen Filmwechsel – und lässt sich anders bedienen. Ich teile nicht die Ansicht, dass früher alles besser war.

Andererseits gibt es doch genügend Fotografen die diesbezüglich anders ticken als ich, von denen nicht wenige sehr viel erfahrenere Fotografen sind als ich. Ob man Kameras mit diesem ans Analoge angelehnten Bedienkoknzept bevorzugt oder wie ich jenes das in den letzten Jahren an Systemkameras dominierte ist somit am Ende auch Geschmacksache. Auch hier gilt, dass das eine nicht generell besser sein muss als das andere – es ist nur anders. Und ich finde halt Vielfalt immer besser als Einfalt. So kann jeder finden was er sucht.

Trotz meiner Vorbehalte in Sachen Bedieneffizienz ist die X-T1 eine Kamera die Spaß macht – vielleicht auch deshalb weil sie den Fotofluss etwas hemmt und somit möglicherweise ein bewussteres Fotografieren fördert. Über die Erfahrungen mit der Kamera im praktischen Einsatz werde ich in den nächsten Tagen noch berichten: Link.