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Monat: Juli 2015

Was ist negativ an DNG?

Posted in Fotografie

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe und Scott Kelby, dass es das beste Format ist zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung wohl nie in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass RAW-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass er häufig der erste Hersteller ist der neue Kameras integriert. In solchen Fällen verwende auch ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich damals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls gelegentlich. Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die behauptet, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren heute die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale aber ja auch archivieren soll führt das Argument der geringeren Dateigröße dann auch umgehend wieder ad Absurdum.

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Was ich nicht machen würde wäre allerdings DNG generell bedenkenlos zu nutzen. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten einfach fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt wäre in meinen Augen töricht. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu müssen ob er recht damit hat.

Rezensionen zu meiner kreativen Fotoschule

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Vor Kurzem erreichte mich eine Zusammenfassung von Rezensionen zu meinem Buch »Die kreative Fotoschule« von meinem Verlag Galileo … äh … Rheinwerk. So viel erfreuliches Feedback muss ich natürlich unbedingt teilen.

webdigital.de, 03.04.2015:

»Angefangen vom Standpunkt des Fotografen über Perspektive und Brennweite bis hin zu Belichtung, Filtern und Blitztechnik lernt der kommende Fotoenthusiast hier alles, was er für sein Hobby benötigt. Auf über 300 Farbseiten geht es hier vor allem um Kreativität, nicht um die Technik als Selbstzweck.«

Leserfeedback Sabine D.-B., 16.04.2015:

»Markus Wäger hat in diesem Buch Bildgestaltung und Fototechnik hervorragend verbunden. Tolle Grafiken und Bildbeispiele machen das Lesen und das Verstehen leicht. Ein rundum gelungenes Buch, das sehr verständlich geschrieben ist.«

FOTOTEST, 03/2015:

»Wer sich vom einfachen Knipser hin zum kreativ gestaltenden Fotografen entwickeln möchte, hat eine Menge zu lernen. Besonders einfach geht das mit Hilfe dieses Buches.«

Testmania, 28.04.2015:

»Die Sprache des Autors ist für den Anfänger gut zu lesen, nicht zu kompliziert und klar in den Aussagen. Dazu kommen anschauliche Beispiele, die das Gelesene vertiefen. Das Lehrwerk ist modern gestaltet und mit sehr schönen Fotografien bestückt, die Beispiele und Anreize zugleich sind und die ohnehin ansprechende Optik noch veredeln.«

NaturFoto, 05/2015:

»Markus Wäger erklärt die fotografischen und fototechnischen Zusammenhänge ausgesprochen gut nachvollziehbar, besonders gründlich, zudem flüssig geschrieben und mit vielen passenden Bildbeispielen und sonstigen Abbildungen auch anschaulich und ansprechend illustriert. Nach dem Durcharbeiten des Buches wird jeder Leser seine Bildideen überzeugend umsetzen können.«

fotowissen.eu, 11.05.2015:

»Perfekt für den Einstieg und nicht nur für den Anfänger sehr gut als Nachschlagewerk geeignet! Das Buch beleuchtet den Markt und alle wichtigen Themen neutral und auch ein wenig darüber hinaus. Eine gute Ergänzung in jeder Fotobuch-Bibliothek!«

treppenfotografie.de, 15.05.2015:

»Dieses Buch habe ich tatsächlich ›verschlungen‹ ohne mich ein einziges Mal zu langweilen. Selbst die technischen Details sind anschaulich und für Jedermann verständlich erklärt. Wer neu in der Welt der Fotografie ist, kommt nur schwer an diesem Buch vorbei.«

Freies Radio Kassel, 28.04.2015:

»Buchtipp!«

Photoshop Weblog, 01.06.2015:

»Ein perfekter Ratgeber zum Einstieg.«

fotoforum, Juni 2015:

»›Die kreative Fotoschule‹ ist genau das: Eine Fotoschule mit interessanten und kreativen Ansätzen. Obendrein ist das Buch auch für den gestandenen Fotografen spannend – man lernt ja nie aus.«

Lebensart im Norden, 07/2015:

»Autor Markus Wäger erklärt in seinem verständlich geschriebenen Buch alle wesentlichen Aspekte rund ums Fotografieren. Nach dem Lesen hat man einfach viel mehr Freude an seiner Kamera – und beim Fotografieren.«

SCREENGUIDE, 07/2015:

»Das Buch ist locker geschrieben und nicht nur für Anfänger geeignet, sondern durchaus auch für fortgeschrittene Fotografen empfehlenswert.«

prophoto.de, Juli 2015:

»Markus Wäger ist mit ›Die kreative Fotoschule‹ ein umfassendes Werk gelungen, das sich sowohl an fotografische Einsteiger als auch an ambitionierte Fotografen wendet. Der Buchautor versteht es brillant, die grundlegende Fototechnik in Verbindung zum guten Foto zu setzen und die Zusammenhänge deutlich zu machen. Wir können dieses Werk nur empfehlen, denn es inspiriert auch dahingehend, gewohnte Pfade zu verlassen und sich neue fotografische Themengebiete zu erschließen.«

einaugeistgenug.de, 22.07.2015:

»Für alle, die sich ganz neu mit der Kamera beschäftigen und besser fotografieren lernen wollen, ein empfehlenswertes Buch. Durch die vielen Bilder und Beispiele ist alles anschaulich erklärt.«

Meine Beschreibung des Buches ist hier zu finden. Weitere Infos und ein Demokapitel zum Download gibt es bei rheinwerk-verlag.de.

Manuelle Belichtung: Probier’s doch mit Gemütlichkeit

Posted in Fotografie

Die Menüs von Kameras für den ambitionierten Aufsteiger werden von vielen Einsteigern, Amateur- und Hobbyfotografen wie ein tiefer, schwarzer See empfunden – und flößen ihnen oft sogar Ehrfurcht, Respekt oder gar Berührungsangst ein. Dabei braucht man vor dem was sich da in der Tiefe versteckt nicht die geringste Furcht zu haben, plantscht man in der Regel ja doch eher an der Oberfläche – egal ob aus Spaß oder von Berufswegen.

Ihr, liebe Einsteiger und Amateure, würdet es nicht glauben, wie viele Berufsfotografen nur sehr wenig Ahnung von den technischen Untiefen ihrer Werkzeuge haben. Trotzdem können sie exzellente Arbeiten liefern, denn sie beherrschen das was wirklich wichtig ist, und verschwenden keine Zeit an Beigemüse das für ihre tägliche Arbeit nicht relevant ist.

Ich beginne deshalb meine Fotokurse immer mit einer Einleitung, in der ich erkläre was an einer Kamera wirklich wichtig ist: Zoomring, Fokusring, Blendeneinstellung, Zeiteinstellung und Auslöser. Das sind die zentralen Bedienelemente. Hinzu kommt die Einstellung der ISO-Empfindlichkeit und das Wissen darum, wie mit diesen Mitteln Perspektive und Schärfe kreativ gestaltet werden können, worauf bei der Belichtung zu achten ist und Überlegungen zur Bildkomposition. That’s it!

Der Rest dessen was Digitalkameras bieten sind Grundeinstellungen (einmal einstellen und dann vergessen oder gleich so lassen wie ab Werk geliefert), Sonderfunktionen (z.B. für Taucher und Astrofotografen), Dinge die man nutzen kann aber absolut nicht muss (z.B. Belichtungsmesswertspeicherung) Firlefanz (z.B. »kreative« Effekte) und Dinge die mich als Fotograf nicht interessieren (Movie).

Also Konzentration auf das Wesentliche: Brennweite, Fokus, Blende, Zeit.

Digitalkameras sind Schnellfeuerwaffen. Im Serienbildmodus kommst du dir vor wie Rambo. Entsprechend schnell wird geschossen. Die unglaubliche Geschwindigkeit der Elektronik treibt uns an und lässt uns keinen Moment ans Verschnaufen denken. Entsprechend schnell feuern wir durch die Gegend. Unüberlegt. Unbewusst.

Fotografieren mit manuellen Belichtungseinstellungen bremst dich ein. Welche Blendeneinstellung soll ich wählen? Viel oder wenig Schärfentiefe? An welchem Einstellrad muss ich dazu drehen? Und in welche Richtung. Ach ja, schöne Landschaft. Ich glaube Blende 11 ist perfekt.

Würde ich mit Blendenvorwahl arbeiten würde die Elektronik jetzt die Verschlusszeit für mich einstellen. Und schon wird wieder gefeuert, aus vollen Rohren. Aber nein. Ich fotografiere manuell. Nach der Blendeneinstellung ist die Verschlusszeit zu wählen. Dafür kommt das andere Einstellrad zum Einsatz (oder wenn du nur ein Einstellrad hast drückst du die +/–-Taste und drehst an dem einen).

So lange drehen bis die Belichtungsskala ausgeglichen ist. Eine ausgeglichene Belichtungsskala bedeutet Belichtung auf mittlere Helligkeit. Das ist genau das was die Elektronik in den Programmen P, S und A auch macht (oder in P, Tv und Av – je nach Marke). Eigentlich ganz einfach. So simpel ist manuelles Fotografieren! Sagen die Teilnehmer meiner Kurse dann auch immer.

belichtungsskala
Über eine Belichtungsskala verfügt praktisch jede Kamera. Ist sie ausgeglichen – zeigt sie also keinen Ausschlag nach links oder rechts – bedeutet das Belichtung auf mittlere Helligkeit. Das ist dieselbe Einstellung die die Elektronik auch in den automatischen Programmen wählen würde. It’s easy!

Oder sollte ich 1/3 oder 2/3 Lichtwerte unterbelichten? Bei Landschaft meist empfehlenswert. Also noch einmal 2 Klicks in Richtung Minus drehen – die Skala zeigt jetzt einen Ausschlag um zwei kleine Punkte.

Was für eine Verschlusszeit hat sich dadurch ergeben? Ist sie noch kurz genug um sich aus freier Hand halten zu lassen? Geht sich der Kehrwert der Brennweite? Also z.B. bei 100mm 1/100 Sekunde oder bei 35mm 1/35 Sekunde. Diese Regel darf auch beim Fotografieren in A, S oder P nicht vergessen werden; wird sie aber oft, angetrieben vom atemlosen Shooten im Rhythmus der Elektronik.

Fotografieren im manuellen Modus lässt dich deinen eigenen fotografischen Atem spüren. Bringt dich zurück zu deinem Rhythmus. Bringt dich von der elektronischen zurück auf die menschliche Schwingung.

Also ISO-Empfindlichkeit anheben, falls die Zeit fürs Belichten aus freier Hand zu lange geworden ist.

Verschlusszeit als Ausgleich für die Empfindlichkeit reduzieren.

Auslöser halb durchdrücken.

Tief einatmen.

Ausatmen.

Am Endpunkt der Ausatmung den Auslöser durchdrücken.

Passt. Die Aufnahme ist im Kasten.

Also: Nehmt euch ein Beispiel an Balu, dem Bären, und nehmt’s mit Gemütlichkeit.

Creative Cloud – ein Zwischenfazit

Posted in Grafik

Zunächst sei einmal gesagt, dass ich Photoshop liebe und (noch immer) gerne damit arbeite. Gerade schreibe ich an einer Neuauflage meines Buches über Photoshop CC und nehme mir viel Zeit alles neu zu strukturieren, noch besser zu beschreiben und noch wertvoller für den Einsteiger und Anwender zu gestalten. Ich liebe die Bildbearbeitung, ich liebe das Schreiben, ich liebe das Unterrichten – und Photoshop gehört da für mich einfach dazu. Ebenso wie die Cloud-Programme Illustrator und InDesign. InDesign ist das Satz- und Gestaltungsprogramm für meine Bücher.

Natürlich sollte ich als Autor von Büchern über Photoshop schwärmen wie toll jede neue Version doch ist, und dass man sie unbedingt haben muss und mein Buch natürlich oben drauf. Doch wenn mich etwas nervt, dann fällt es mir schwer die Klappe zu halten. Ich kann nicht so tun als ob. Es ist nicht alles in Ordnung in der Welt von Adobe und der Cloud. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil.

Ein kurzer Tweet von Manuela Hoffmann hat mich wieder einmal daran erinnert wie überhaupt nicht in Ordnung die Dinge sind, in der Cloud.

cloud

Ging mir genauso. Oder besser gesagt: Geht mir noch immer ähnlich.

Nachdem ich bis vor Kurzem auf einen Umstieg von CS6 auf CC verzichtet habe – zu wenig neue Features um den Preis zu rechtfertigen – kam ich nun, da die Arbeit am Photoshop-Workshop-Buch zu CC 2015 anstand, nicht um einen Einstieg in die Cloud herum.

Gibt es irgendwelche Features in CC 2015 die den Umstieg von CS6 rechtfertigen – sofern ich von InDesign, Photoshop und Illustrator in Kombination mit meinen Anforderungen ausgehe würde ich sagen: Nein. Zwar gefällt mir als Typograf und Schriften-Narr TypeKit und auch die Anpassung an Retina-Displays ist nicht zu verachten – aber dann gehen mir die Argumente schnell aus. Jedenfalls wenn ich auf der anderen Seite 60 Euro im Monat in die Waagschale lege.

Aber das ist nicht das eigentlich Thema. Das Problem ist die lausige Qualität die Adobe CC mittlerweile offensichtlich erreicht hat. Manuela Hoffmann ist nicht die einzige Anwenderin die Probleme beklagt. Schon als ich mein letztes Buch »Die kreative Fotoschule« an den Verlag für die Korrekturen an den Verlag übergab beklagte der Setzer endlos zähes Arbeiten und permanente Abstürze. Seit Jahren scheint InDesign ein Problem mit Dingen wir Textmarken, Querverweisen, Indexmarken, etc. zu haben. Über Versionen hinweg!

Vor Kurzem wurde ich in eine befreundete Agentur gerufen, weil ein InDesign-Dokumente mit mehreren Querverweisen permanent abschmierte. Die Lösung: Die Palette Querverweise/Hyperlinks geschlossen halten. Kann’s aber auch nicht sein, oder?

Und CC bei mir: Nach der Installation verweigerte Illustrator auf meinen beiden Macs den Start. Nach einer aufwändigen Entfernung aller Altlasten vergangener CS- und CC-Versionen und einer Neuinstallation der Cloud, sowie Recherchen im Internet stellte sich heraus, dass Illustrator mit einer älteren Version des Wacom-Treibers nicht konnte.

Im Moment laufen Photoshop und InDesign stabil auf meinen Rechnern. Jedenfalls so lange ich damit arbeite. Beim Beenden der Programme frieren regelmäßig beide ein. InDesign scheint dabei das Kunststück eines Aufhängers zu Stande zu bringen, der sich mit keinem Mittel mehr beenden lässt – auch nicht via Abschießen über die Aktivitätsanzeige. Nicht einmal das Ausschalten des Macs ist möglich! Nur mehr das Abwürgen des Systems ist der letzte Ausweg. Gesund dürfte das auf Dauer aber nicht sein für das OS.

Nun kann man als Windows-Anwender natürlich einwenden: »Mac halt!« Doch ich kenne kaum Programme die vergleichbare Probleme bereiten. Office ist im Vergleich ein Fels in der Brandung.

Nebenbei bemerkt: Der Cloud Updater erinnert mich täglich daran, dass es Updates für drei meiner Programme gibt und meint damit für meine CS6-Versionen. Geschafft hat er das Update aber noch nie. Auch nicht nachdem ich alle Cloud-Programme neu installiert habe.

Die Entwicklung ist ein Jammer, denn Adobe hat seinen Kunden mit Photoshop und InDesign grandiose Werkzeuge in die Hand gegeben und ich war immer mehr auf Illustrators Seite denn auf Freehands. Dass die Qualität und die Pflege der Programme nun so den Bach hinunter geht ist bedauerlich, umso mehr, als dass durch InDesign für die Anwender eine Abhängigkeit entstanden ist, die sich kaum mehr lösen lässt. Aber genau da liegt das Problem!

Adobe hat ein Monopol und der Anwender ist dem Konzern ausgeliefert. Das kann man mir jetzt wieder als Schwarzmalerei ankreiden. Doch wie es scheint bewahrheitet sich das, was Heise bereits bei der Vorstellung der Cloud anmerkte: Adobe muss jetzt nur mehr so viel tun, die Anwender nicht komplett zu verärgern.

Kurs: Kreative Fotoschule

Posted in Fotografie

Auf Basis meines Buches »Die kreative Fotoschule« unterrichte ich seit ein paar Jahren an der epos Akademie auch Fotografie. Die epos Fotoschule ist auf 21 Stunden angesetzt und findet entweder an drei aufeinander folgenden Samstagen oder an sechs Abenden statt.

Am vergangenen Samstag fand wieder einmal ein dritter Tag meines Fotokurses statt. Im sommerlich bedingt sehr kleinen Kreis von fünf Teilnehmerinnen erklärte ich wie man über die vier Schritte Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition zu kreativ gestalteten Bildern gelangt. Wichtige Theorie gespickt mit andauerndem Ausprobieren des Gehörten an der eigenen Kamera und ein paar Ausflügen ins Freie, diesmal bei mehr als sommerlichen Temperaturen – da kam man gerne zurück in die wohl klimatisierten Räume.

Klein sind die Gruppen immer bei epos, den wir limitieren unsere Kurse auf zehn Teilnehmer. Dadurch kann ich sehr individuell auf Fragen und Anforderungen der Einzelnen eingehen. Und neben aller trockenen Theorie darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Die nachfolgenden Bilder liefern einen Einblick in die Kurstage hier in Götzis bei epos. Ich bedanke mich bei den Teilnehmerinnen für die Fotos Erlaubnis sie hier zeigen zu dürfen.

Eine ausführlichere Beschreibung des Kurses findet sich hier, Kurstermine finden sich auf der Seite der epos|akademie.

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Photoshop-Konkurrenz für den Mac

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Das britische Software-Unternehmen Serif gab vor wenigen Tagen die erste offizielle Version Ihrer Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo frei. Affinity Photo ist das erste Produkt das den Eindruck vermittelt Adobe Photoshop ernsthaft Konkurrenz machen zu können. So sehr ich Photoshop liebe, so wenig gefällt mir die Richtung die Adobe in den letzten Jahren mit Ihrer Produktentwicklung eingeschlagen haben. Man mag der Cloud positiv oder negativ gegenüberstehen – abstreiten lässt sich nicht, dass ein Monopol noch nie zum Vorteil der Kunden war. Deshalb begrüße ich die Vorstellung des neuen Mitbewerbers sehr.

Affinity Photo kostet mit etwa 50 Euro (aktueller Einführungspreis gerade einmal 40 Euro) nicht einmal den Preis einer Adobe-CC-Monatsmiete. Ein Angebot für alle die sich Photoshop nicht leisten können oder wollen! Jedenfalls für alle die am Mac arbeiten, denn für Windows gibt es die Produkte unter dem Lable Affinity bisher leider nicht.

Anders als das ebenfalls rein für den Mac erhältliche Programm Pixelmator vermittelt Affinity Photo tatsächlich den Eindruck auch bei professionellem Anspruch eine ernsthaft Alternative zu Photoshop sein zu können.  Auf Youtube veröffentlichte Serif auf dem Affinity-Kanal bereits mehrere Videos die die Arbeit mit Photo demonstrieren. Das schöne daran: Das Meiste kommt einem sehr bekannt vor wenn man Photoshop kennt. Für Leute die beruflich Bildbearbeitung betreiben und für die Zeit Geld ist wichtig, entfällt doch somit die Hürde sich in ein neues Programm einlernen zu müssen.

Kauft euch eine Festbrennweite!

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Im Rahmen meiner Fotokurse weise ich auch auf die Vorteile lichtstarker Festbrennweiten hin. Den Einsteiger befremdet natürlich die Vorstellung auf den Luxus des Zoomens verzichten zu müssen. Heranzoomen geht damit nicht! Man muss herangehen.

Im Grunde ist das schon der erste Vorteil einer Festbrennweite: Näher dran sieht einfach oft auch besser aus. Es vermittelt dem Betrachter den Eindruck ganz nah dran, mitten im Geschehen, Hautnah dabei zu sein. Brennweiten von 50mm und weniger vermitteln Authentizität.

Doch das ist nicht das Einzige! Der Komfort von Zoomobjektiven befördert die Faulheit. Erblicken, Kamera zücken, hinzoomen – klick! Reinster Zufall, wenn dadurch eine bemerkenswerte Fotografie zustande kommt.

Wer mit Festbrennweite fotografiert kommt gar nicht darum herum sich bewusster mit der Bildgestaltung auseinander zu setzen. Statt Hinzoomen bewegen einen die Beine näher hin oder weiter weg. Festbrennweiten schaffen Bewusstsein und sind schon deshalb ein Segen, weil sie einen zwingen den fotografischen Prozess zu entschleunigen.

Wer jedoch eine Festbrennweite kauft, kauft sie aus einem anderen Grund: Lichtstärke! Die Blende lässt sich weiter öffnen, wodurch ich weniger Licht zum Fotografieren benötige und die Schärfentiefe geringer gestalten kann. Lichtstarke Festbrennweiten bedeuten Fotografieren in einer anderen Dimension.

After Sunset

Eine andere Welt eröffnen lichtstarke Festbrennweiten weil man damit tiefer in den Abend vordringen kann ohne ein Stativ benützen zu müssen. Mit einer Consumer-Kamera und einem üblichen Standardzoom mit einer Brennweite von 18–55mm und Lichtstärke ƒ3.5–5.6 ist bei 55mm ohne Stativ und ohne Anheben der Empfindlich nach Faustregel spätestens kurz vor Sonnenuntergang Schluss mit unverwackelten Aufnahmen. Eine vergleichbare Festbrennweite und Lichtstärke ƒ2.0 hingegen ermöglicht es bis kurz vor Einbruch der Nacht ohne höhere ISO-Werte und ohne Stativ zu fotografieren. Kein Wunder: Bei ƒ2.0 genügt zur Belichtung 1/8 des Lichts (Umgebungslicht) das bei  ƒ5.6 notwendig ist.

Freistellen

Vom Freistellen spricht man, wenn ein Motiv im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund abgebildet ist. Das lässt sich mit einer langen Brennweite erreichen, geht aber noch viel besser mit einer Blende die sich weit öffnen lässt. Das oben genannte Standardzoom erreicht bei 55mm und ƒ5.6 auf eine Distanz von 3m eine Schärfentiefe von 66cm – von flauschiger Weichzeichnung der Elemente dahinter ist da nicht mehr zu träumen.

Eine Festbrennweite mit 55mm und Lichtstärke ƒ1.8 erzielt auf 3m eine Schärfentiefe von knapp 22cm – das ist gerade einmal ein Drittel! Objekte im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund freizustellen lässt sich damit natürlich bedeutend leichter erreichen.

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Vom »Freistellen« spricht man wenn ein Hauptmotiv im Vordergrund durch geringe Schärfentiefe vor unscharfem Hintergrund abgebildet wird. Olympus OM-D E-M1; Objektiv: Olympus M.Zuiko 45mm ƒ1.8 | 45mm (90mm KB); ƒ1.8; 1/3200s; ISO200; entfesselt geblitzt

Begeisterung garantiert!

Schon viele Teilnehmer meiner Seminare haben sich bereits während die Kurse liefen meinem Rat folgend eine Festbrennweite gekauft und ich kann mich an keinen einzigen erinnern der nicht vom Fleck weg begeistert gewesen wäre.

Profiqualität zum Schnäppchenpreis

Lichtstarke Festbrennweiten sind oft nicht billig. Doch die meisten Hersteller haben die eine oder andere Linse im Programm die professionelle Abbildungsqualität zum Sparpreis liefert.

Nikon beispielsweise hat gleich zwei unschlagbare Preis/Leistungs-Knüller im Programm. Das wäre zum einen das 50mm ƒ1.8, bei Amazon (Affiliate-Link) zum Hammerpreis von unter 200 Euro zu haben – ein Objektiv, das sowohl an Einsteigermodellen im DX-Format als auch an Vollformatkameras verwendet werden kann. An DX-Kameras ist das 50er ein durchaus ernstzunehmendes und profitaugliches Porträtobjekitv, am Vollformat übernimmt es die Rolle der vielseitig einsetzbaren Normalbrennweite.

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AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G (© Nikon)

Kaum weniger Interessant: Das 35mm ƒ1.8, aktuell bei Amazon (Affiliate-Link) um 180 Euro zu haben. Das ist zwar nur an DX-Kameras sinnvoll zu nutzen und entspricht dort mit umgerechnet 52,5mm etwa einer Normalbrennweite, es ist aber dadurch vielseitiger einsetzbar.

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AF-S DX NIKKOR 35 mm 1:1,8G (© Nikon)

Während ich die beiden oben genannten Nikkore aus eigener Erfahrung empfehlen kann, habe ich mit Canons Linsen keine Erfahrungen. Ich weiß aber, dass sich Canons 50mm ƒ1.8 kaum geringerer Beliebtheit erfreut wie Nikons 50mm-1.8er Linsen –  bei Amazon (Affiliate-Link) bereits um knappe 120 Euro zu haben.

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Canon EF 50mm f/1.8 STM (© Canon)

Eine besonders exzellente Linse zum Schnäppchenpreis ist das 45mm ƒ1.8 von Olympus. Auf Kleinbild umgerechnet ist es länger als die oben genannten Linsen von Nikon und Canon, denn es entspricht 90mm. Das macht es zwar weniger universell einsetzbar, aber dafür zur umso besseren Porträtbrennweite. Sein Preis bei Amazon (Affiliate-Link) liegt derzeit bei knapp über 250 Euro.

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Olympus M.ZUIKO DIGITAL 45mm 1:1.8

Auch für die anderen Kameramarken werden lichtstarke Festbrennweiten angeboten, sei es von den Herstellern selbst, sei es von Drittherstellern wie Sigma. Da mir beim Angebot für diese Marken aber der Überblick fehlt kann ich keine wirklichen Tipps dazu abgeben. Sachdienliche Hinweise und Tipps als Kommentar von euch, liebe Leser, wären diesbezüglich sicher hilfreich.

Anmerkung: Ich persönlich kaufe meine Ausrüstung weitest gehend beim Fachhändler, auch wenn ich dort manchmal etwas mehr bezahle als bei Bestellungen im Internet. Nur wenn ich mir bei einem Produkt nicht sicher bin und es bei meinem Händler nicht lagernd ist, bevorzuge ich den Weg über Amazon, weil ich die Produkte dort problemlos eintauschen kann. Eintauschen geht zwar bei meinem Fachhändler auch, aber ich möchte nicht, dass der auf irgendwelchen exotischen Bestellungen von mir sitzen bleibt, wenn ich mich gegen den Kauf entscheide.

Wo ihr einkauft werdet ihr selbst entscheiden. Wenn ihr den Weg über Amazon wählt würdet ihr mir einen Gefallen tun, die Bestellung über meine Affiliate-Links hier zu starten. Euch kostet das keinen Cent mehr, doch bei mir bleiben ein paar Euros hängen, je nach Preis des Produkts.

Welche Kamera soll ich kaufen?

Posted in Fotografie

»Welche Kamera soll ich kaufen?« Wenn du Fotografie unterrichtest und Bücher über Fotografie schreibst wird dir diese Frage oft gestellt. Und ich habe sie auch schon mehrmals beantwortet. Auch hier im Blog. Die Antwort lautet: Es kommt drauf an!

Für Viele kommt es als erstes einmal auf das Budget an. Allerdings ist das Budget als wichtigstes Kriterium für den Kauf einer Kamera keine kluge Basis. Wer keine 500 Euro ausgeben will sollte sich den Kauf eines Smartphones statt einer Kamera überlegen. Kameras hochwertiger Smartphones sind heutzutage Exzellent und stecken Kompaktkameras der unteren Preisklassen in vielerlei Hinsicht in die Tasche. Dabei lassen sich ihre Preise häufig vom Mobilfunkanbieter subventionieren, Apps für ein paar Cents machen sie zum Bildbearbeitungscomputer und beides – Fotografieren und Bildbearbeitung – ist nur ein kleiner Teil dessen was die smarten Alleskönner leisten.

Fotografieren mit dem Schweizer Taschenmesser

Das Smartphone ist das Schweizer Taschenmesser unter den elektronischen Geräten. Wer nicht viel mitschleppen will und nichts anderes als Schnappschießen im Sinn hat ist mit einem Smartphone bestens bedient – fürs Draufhalten und Abdrücken braucht man kaum mehr. Dass sich trotz aller Einschränkungen die diese Art der Kamera zweifellos hat exzellente Fotos machen lassen beweisen jährlich die iPhone Photography Awards.

Richtige Kameras

Über eine richtige Kamera nachzudenken hat vor allem einen Sinn wenn man richtig fotografieren will– wenn man mehr zu tun bereit ist als ein technisches Gerät im Automatik-Modus zu bedienen (wobei sogar das mit Smartphones möglich ist). Das verlangt aber, dass man weiß wie der Apparat zu bedienen ist und welche Einstellungen was bewirken. Oder besser anders herum ausgedrückt: Wenn man weiß was man einstellen muss um etwas Bestimmtes zu bewirken.

Ja, es gibt Situationen in denen eine Spiegelreflexkamera automatisch bessere Fotos macht als eine Kompakte oder ein Handy. Es gibt aber kaum weniger Situationen in denen es für alle die nur Draufhalten und Abdrücken wollen kaum einen Unterschied macht ob der Apparat ein Handy oder eine Spiegelreflex ist.

Alles andere als unbeschwert

Die meisten die sich nicht ernsthaft mit Fotografie befassen wollen und trotzdem eine Spiegelreflex kaufen lassen nach meiner Erfahrung die Apparate bald wieder daheim im Schränkchen. Eben weil eine Spiegelreflexkamera immer ein bisschen Schlepperei bedeutet und man regelmäßig erfährt, dass das Handy oft genau so gute Fotos macht wie die Spiegelreflex, wenn man letztere ohne Gewusst-wie einsetzt.

Die richtige richtige Kamera

Hat man nun aber beschlossen sich aktiv mit Fotografie auseinander zu setzen und Interesse an und Liebe zur Materie gefunden, stellt sich die Frage welche Kamera die richtige unter den richtigen Kameras ist. Damit wären wir wieder bei der Frage: Welche Kamera soll ich kaufen?

Noch immer gibt es keine einfache, eindeutige, allgemeingültige Antwort. Es ist wie die Frage welches Auto soll ich kaufen? Ein Kleinbus, ein Sport- und ein Geländewagen sind auch bei identischer Preis/Leistung drei völlig unterschiedliche Wagentypen. Jeder hat Vorteile die der andere nicht hat und Nachteile bezüglich dessen was er selbst absolut nicht leisten kann. Welcher für mich der richtige Wagen ist hängt von meinen Anforderungen ab. Möchte ich mehr als fünf Leute befördern können, soll der Weg durchs Gelände zur Berghütte bewältigt werden oder will ich sportlich um Kurven brettern?

Für den angehenden Fotografen stellen sich die Fragen wie, wo man was man fotografieren möchte. Welches Modell welcher Marke es am Ende genau ist ist hingegen von geringer Bedeutung. Wer behauptet es müsse unbedingt ein Modell einer bestimmten Marke sein, tut das in der Regel um sich selbst zu bestätigen, dass er mit der Entscheidung für seine Marke die richtige getroffen hat.

Klar: Wenn mich jemand frage, welche Kamera würdest du kaufen, muss ich sagen, eine Olympus. Ich habe drei davon und keine andere Marke. Die drei Kameras die ich habe passen perfekt zu mir. Doch was für mich perfekt ist kann für andere voll daneben sein.

Also geht zum Händler, nehmt verschiedene Modelle verschiedener Hersteller und die Hand und schaut welcher Apparat das größte Will-haben-Gefühl auslöst! Dass sich eine Kamera perfekt anfühlt ist das Um und Auf. Ob das am Ende tatsächlich die perfekte Kamera für einen ist merkt man ohnehin immer erst nach einiger Zeit der Anwendung. Doch die Antwort steht noch viel weniger auf irgendeinem Datenblatt oder in irgendeinem Testbericht, als sie einem durch das Gefühl beim In-die-Hand-nehmen beim Händler vermittelt wird. Ich habe auch schon Kameras nach dem was ich las und was auf Datenblättern stand blind bestellt und es hat sich immer als Fehler herausgestellt.

Was Qualität und Preis/Leistung angeht kann man in der Regel kaum etwas falsch machen, egal zu welcher Kamera man greift. Alle Hersteller kochen mit demselben Wasser, alle haben Stärken und Schwächen, keiner bringt kompletten Mist in die Läden. Zum gleichen Preis darf man unterm Strich vergleichbare Qualität erwarten.

Auf das Wie, Was und Wo im Detail einzugehen würde sehr tief führen – recht ausführlich widme ich mich dem Thema in meinem Buch »Die kreative Fotoschule«. Doch ein paar grundlegende Gedanken als Ausgangspunkt möchte ich nennen.

Transportabilität: Fotografiere ich häufig unterwegs? Möchte ich eine Kamera die ich möglichst unbeschwert transportieren kann, die dabei aber alle Möglichkeiten einer Spiegelreflexkamera und vergleichbare Qualität liefert? Schaut euch die Systemkameras von Sony, Fujifilm, Olympus und Panasonic an.

Die beste Wahl wenn es um einen perfekten Kompromiss von Gewicht/Volumen zu Qualität geht stellt Micro FourThirds dar, also die Systeme von Panasonic und Olympus. Die ideale und beste Einsteigerkamera ist in meinen Augen derzeit die Olympus OM-D E-M1. Sie ist klein, leicht, für ihren Funktionsumfang absolut preiswert, bietet eine Abbildungsqualität auf Höhe von Olympus’ Topapparaten und den Funktionsumfang eines Profigeräts. Und: Ja, das ist keine objektive sondern eine absolut subjektive Meinung – jeder darf eine andere haben und sie kund tun.

Porträt: Wer gerne Personen porträtiert und in Richtung Foto-Shootings mit Menschen denkt und nur geringes Interesse hat eine Kamera laufend durch die Gegend zu schleppen kann und sollte zu einer größeren Kamera als Micro FourThirds greifen. System- und Spiegelreflexkameras von Fujifilm, Sony, Canon, Nikon und Pentax haben größere Bildsensoren die einer kürzere Schärfentiefe forcieren (wobei das MFT nicht wirklich viel schlechter kann) und lassen sich aufgrund ihres größeren Volumens bei ausgedehnten Shootings besser bedienen. Außerdem ist das Angebot an Studio-Zubehör für Canon und Nikon größer als bei allen anderen Herstellern.

Aus eigener Erfahrung empfehle ich einen Blick auf die Nikon D7200 zu werfen (deren Vorgängerinnen ebenfalls exzellent sind und heute wohl bedeutend billiger zu haben sein dürften).

Speedy Models: Wer Motive ins Korn nehmen möchte die sich rasend schnell bewegen, ist mit einer Spiegelreflexkamera am besten bedient. Beim fotografieren von Möwen und anderen flotten Flugkünstlern können meine Olympus-Kameras den Nikons die ich davor hatte nicht das Wasser reichen.

Makro: Wer unkompliziert und ohne Makroblitze, Makroobjektive und Makroschlitten auf Stativen in die Welt des Kleinsten vordringen will, dem empfehle ich eine Kompakt– oder Bridgekamera. Winzig kleine Motive formatfüllend ablichten ist mit ihnen ein Kinderspiel. Um eine vergleichbare Qualität zu erreichen ist mit einer System- oder Spiegelreflexkamera schon einiges an Aufwand und Investition erforderlich.

Das sind, wie gesagt, nur ein paar ganz grobe Gedanken für die Auswahl einer passenden Kamera. Jedes Kameramodell ist anders gestrickt und jeder Fotograf ist anders. Das große Angebot unterschiedlicher Geräte hat den Vorteil, dass jeder das Passende für sich finden kann. Was die richtige Kamera ist lässt sich keinesfalls pauschal beantworten sondern ist immer vom Individuum abhängig. Falls ihr weitere Fragen dazu habt, stellt sie gerne als Kommentar hier in den Blog – Dialoge sind meist bedeutend hilfreicher als einseitige Monologe.