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MFT-Super-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 7–14mm ƒ2.8 Pro

Wie bei allen Olympus M.Zuiko-Pro-Objektiven (Olympus | Amazon) gibt es auch am 7–14mm ƒ2.8 wenig zu tadeln, mit einer Ausnahme vielleicht: In Sachen Volumen und Gewicht führt es den Gedanken von MFT, ein im Vergleich zu APS-C oder gar Kleinbild ideales System für Unterwegs zu sein, ein bisschen ad Absurdum. Im Vergleich zu Nikons 14–24mm ƒ2.8 und seinen 1000g und 13cm Länge scheinen die 534g und 10,5cm zwar moderat, doch man darf nicht außer Acht lassen, dass dafür der Sensor gerade einmal etwa ein Viertel der Fläche des Vollformats hat.

Mit der Leichtigkeit von MFT-Objektiven wie dem M.Zuiko 9–18mm oder gar der winzigen aber exzellenten 12mm ƒ2.8 Festbrennweite kann das 7–14mm Pro in Sachen Trage- und Transportkomfort jedenfalls nicht mithalten. Eine Alltagstauglichkeit an einer Immer-dabei-Kamera – zum Beispiel der Pen-F, E-M10 oder E-M5 – in einer kompakten Kameratasche ist von diesem Pro-Boliden nicht zu erwarten.

Deshalb begleitet mich bei Ausflügen in meiner Heimat in der Regel auch das preiswertere und kompaktere Weitwinkelzoom, denn wie schon im oben verlinkten Artikel über das 9–18mm angemerkt: Das 7–14 mag beim Ablichten von Testcharts sichtbar bessere Ergebnisse erzielen, doch weder einem digitalen noch einem analogen Abzug wird irgendjemand ohne Studium der Metadaten ansehen, ob das eine oder andere Objektiv zum Einsatz kam.

Hinzu kommt, dass der extremere Weitwinkel von 7mm MFT hierzulande kaum einzusetzen ist, ohne dass irgendwo am Rand eine Hochspannungsleitung oder irgendein anderer nicht besonders attraktiver Zeuge menschlicher Zivilisation ins Bild hinein lugt.

Müsste ich – aus welchem Grund auch immer – einen Teil meiner Objektive abbauen, das 7–14 würde zu jenen gehören von denen ich mich am leichtesten trennen könnte. Das ist keine Aussage über die Qualität der Linse, sondern lediglich über die praktische Bedeutung die sie für mich hat und die Häufigkeit mit der ich sie einsetze.

Glücklicherweise zeichnet sich eine solche Bürde aktuell nicht ab, und so kann ich mich auch weiterhin freuen das 7–14mm mit auf Reisen in Regionen zu nehmen, in denen die menschliche Kultur weniger Störelemente in der Landschaft platziert als hier im dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal. In Island beispielsweise hätte ich die zusätzlichen 2mm immer wieder gebrauchen können, da ich mit dem 9–18mm oft an die Grenzen des Blickwinkels stieß (das 7–14mm hatte ich damals noch nicht).

Andererseits darf im Vergleich auch nicht unerwähnt bleiben, dass die zusätzlichen 4mm am langen Ende der Brennweite des kompakteren Objektivs durchaus auch seine Vorzüge haben. Während die 14mm des einen (28mm bei Kleinbild) noch tief im Weitwinkel verwurzelt sind, gehen die 18mm des anderen (36mm Kleinbild) schon in Richtung einer Normalbrennweite und sind auf Augenhöhe mit dem klassischen Standard der Reportagefotografie: 35mm.

Vorzug des 7-14mm Pro Objektivs ist dem gegenüber natürlich die Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Allerdings mag die Frage berechtigt sein, wie häufig speziell ein solches Weitwinkel im strömenden Regen zum Einsatz kommen wird, denn die kaum hinter die fix verbaute Streulichtblende zurücktretende Frontlinse wird rasch von Wassertropfen bedeckt sein, was kaum mehr brauchbare Aufnahmen erlaubt.

Wer seine Ausrüstung in den Tropen einsetzt, weiß, dass Abdichtung nicht nur bei Regen, sondern auch bei hoher Luftfeuchtigkeit schützt, und ist somit mit dem Pro sicher besser ausgestattet. Doch für mich ist das Thema nur in Zusammenhang mit Regen relevant und so hält sich der Vorzug der Abdichtung für mich auch in Grenzen.

Fällt mein Fazit über das 7–14mm somit negativ aus? Keineswegs! Die einzige MFT-Linse die ich bislang besaß und der ich ein negatives Zeugnis ausstellen würde, ist das 17mm ƒ1.8 von Olympus. Davon sollen zahlreichen Montagsproduktionen unterwegs sein, und die Schärfe meines Exemplars war grottenschlecht. Das 7–14mm ƒ2.8 ist zweifelsfrei eine exzellente Linse. Doch für meinen fotografischen Einsatzbereich spielt sie eine eher untergeordnete Rolle. Und genau von diesem persönlichen und subjektiven Eindruck berichte ich hier. Just my 2 Cent.

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Illustrator CC WS01: Hand und Zoom

Mit diesem Workshop starte ich eine neue Serie an Tutorials zu Adobe Illustrator CC. Die Episoden bilden die Inhalte meiner Kurse die ich bei der epos Akademie in Götzis (Österreich) halte. Die Inhalte bilden die essenziellsten Grundlagen bis hin zu komplexen Zeichen- und Konstruktionsabläufen ab. In dieser ersten Episode geht es zunächst um das Ändern der Anzeigegröße und das Verschieben der Ansicht.

Mein Reiseobjektiv: Nikkor 24–85mm

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AF NIKKOR 24–85mm 1:2,8–4D

FourThirds ist nicht genug | Meine letzte Reise unternahm ich mit meiner Panasonic Lumix G3 mit 20mm ƒ1.7 Festbrennweite als einzige Kamera und einziges Objektiv. Nach meiner knapp einjährigen Erfahrung mit der Micro FourThirds-Kamera bin ich ein bisschen enttäuscht von dem Möglichkeiten der recht kleinen Bildsensoren dieses Kamerasystems. In Kombination mit den zumeist relativ lichtschwachen Objektiven, die für das System verfügbar sind, ist das Spiel mit Schärfentiefe doch nur eingeschränkt möglich. Deshalb entschloss ich mich auf meinen diesjährigen Urlaubsflug zur Kanaren-Insel La Palma wieder meine D700 einzupacken.

Doch etwas mehr als Festbrennweite | Letztes Jahr war ich schwer bepackt mit mehreren Linsen nach La Palma geflogen, hatte dann aber in erster Linie eine Sigma 24mm ƒ1.8 Festbrennweite in Verwendung. Dieses Jahr sollte mir ein Zoomobjektiv wieder mehr Gestaltungsfreiraum in Sachen Perspektive geben. Nur: Meine Zooms sind überwiegend große, schwere Profi-Objektive. Am ehesten wäre das 24–70mm ƒ2.8 in Frage gekommen. Ein tolles Objektiv und das Standard-Zoom vieler Profis. Aber das Teil ist ohne ohne Streulichtblende 133mm lang und wiegt 900g. Zusammen mit der Kamera sind das dann fast 2kg im Gepäck. Ich begab mich also auf die Suche nach einem etwas leichteren und kompakteren Objektiv und landete bei drei möglichen Optionen (siehe diesen Artikel).

Der neue Reisebegleiter | Entschieden habe ich mich am Ende für das 24–85mm ƒ2.8–4mm – trotz der widersprüchlichen und teilweise schlechten Berichte darüber. An und für sich ist die Linse nicht mehr ganz ‘State of the Art’. Es verfügt weder über die SWM Innenfokussierung mit der Möglichkeit zur manuellen Nachstellung ohne auf Manuell stellen zu müssen, noch über eine Nikon VR Bildstabilisierung. Dafür ist es aber mit knapp 83mm ein gutes Drittel kürzer und wiegt mit 545g mehr als ein Drittel weniger als das 24–70.

Neben Gewicht und Volumen fand ich den Brennweitenbereich von 24mm bis 85mm interessant. Das sind im Grunde genau die 15mm, die mir beim 24–70mm oft fehlen; zum Beispiel wenn ich Gesichtsporträts machen möchte. Dann ist ƒ2.8 bis ƒ4 doch deutlich lichtstärker, als ƒ3.5 bis ƒ5.6, beim 24–120mm und beim 28–300mm Nikkor – bei letzterem würde ich auch die +4mm Weitwinkel vermissen. ‘Last but not least’ hat auch die Makro-Funktion des 24–85mm seinen Reiz. Es wurde zwar kritisiert, dass das Umstellen auf Makro etwas umständlich sei – immerhin ist der Makro-Modus nicht im ganzen Brennweitenbereich, sondern nur von 35–85mm verfügbar. Man muss also erst das Zoom auf mehr als 35mm stellen und kann erst dann einen Schalter nach Makro bewegen und beim Zurückstellen auf den normalen Modus muss erst wieder aus dem Nahbereich raus fokussiert werden. Doch das klingt viel komplizierter als es ist. Hat man das gecheckt und zwei, drei Mal gemacht, geht es ohne nachdenken ganz automatisch.

Schöne Resultate mit bedenklicher Geometrie | Was mir am Ende zählt sind die Resultate und die finde ich überraschend gut. Dazu ist zu sagen, dass ich kein Pixelzähler bin. Mir zählen die subjektiven Eindrücke, die meine Fotos vermitteln. Ich überprüfe nicht die Schärfeverteilung von der Mitte nach außen über alle Blenden- und Brennweitenbereiche hinweg. Subjektiv löste die Bildwirkung bereits bei der Rückschau am Kamera-Display Begeisterung bei mir aus. Das 24–85mm liefert Resultate mit einer schönen Farbigkeit und einem angenehm weichen Kontrast. Kritisch kann ich lediglich eine seltsam wellenförmige Verzerrung im Weitwinkelbereich anmerken, die sich nur schwer digital korrigieren lässt (wobei ich die Korrektur weder in Nikons Capture NX2 noch mit Hilfe eines Spezialisten, wie DX Optics überprüft habe). Wer also gerne und viel Geometrie und Architektur fotografiert wird mit diesem Objektiv eher wenig Freude haben. Allen anderen kann ich es mit gutem Gewissen empfehlen.

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Was man im Urlaub halt so fotografiert.
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Ein kleines Bisschen ‘Street’.
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Durchaus brauchbarer Makro-Modus. Diese Aufnahmen wären mit einem anderen Standardzoom so wohl nicht möglich gewesen.
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Auch mit Bokeh lässt sich gut spielen und die Resultate gehen in meinen Augen durchaus in Ordnung.
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Weniger berauschend: Die geometrische Verzerrung im Weitwinkelbereich. Die Architektur auf La Palma entspricht zwar nicht immer streng geometrischen Kriterien, aber die Wellenlinie oben am Bild dürfte doch eher durch die Verzerrung des Objektivs so ausgefallen sein.

Welches Objektiv kommt mit auf die Reise?

Seit einigen Wochen denke ich darüber nach, welche Fotoausrüstung mich auf die nächste Reise nach La Palma begleiten wird. Nicht weil die Auswahl an Kameras und Objektiven so groß wäre. In Frage kommt als Kamera entweder die Nikon D700 oder die Panasonic Lumix G3. Schwieriger ist die Frage nach dem Objektiv der Wahl.

Meine Auswahl an Objektiven für die Nikon D700 ist groß, aber das meiste ist entweder groß und schwer, oder Festbrennweite. Auch wenn ich im letzten Urlaub auf den Kanaren ausschließlich eine 24mm Festbrennweite eingesetzt habe und viel Spaß damit hatte, wünsche ich mir diesmal doch wieder etwas mehr Gestaltungsspielraum mit Brennweiten.

Als Begleiter für Unterwegs war eigentlich die Lumix G3 gedacht. Aber je länger ich im Angebot an Objektiven für Micro Four Thirds herumblättere, desto mehr bin ich davon enttäuscht. Das Gros der Gläser ist relativ Lichtschwach. Dabei bräuchte ich für kreatives Gestalten mit Schärfentiefe beim kleinen Bildsensor von Four Thirds ja dringend mehr Lichtstärke um durch Unschärfe freistellen zu können.

Sicher: Mit dem 20mm ƒ1.7 von Panasonic auf meiner Lumix lässt sich schon eine geringe Schärfentiefe und ein ansprechendes Bokeh erzeugen. Aber 20mm MFT (Micro Four Thirds) sind 40mm Kleinbild und das ist schon ein recht enger Bildausschnitt. Zu eng für eine Reise auf eine Kanareninsel. Außerdem habe ich damit ja dann erst recht wieder kein Zoom um die Brennweite zu variieren.

Da für Micro Four Thirds offensichtlich kein Objektiv nach meinen Vorstellungen verfügbar ist, komme ich nun auf die D700 zurück, auch wenn mir die leichte G3 lieber gewesen wäre als Reisebegleiter. Nun stellt sich aber die Frage welches Reisezoom es werden soll. Nach einigen Recherchen habe ich die potenziellen Kandidaten auf diese zwei Objektive reduziert: AF 24-85mm 1:2,8-4 und AF-S 28-300mm 1:3,5-5,6.

Ich muss gestehen, dass das, was man über das relativ preiswerte 28–300mm Nikkor liest, durchaus verlockend ist. Andererseits steht dieses Objektiv in Sachen Gewicht und Volumen meinem 24–70mm ƒ2.8 Nikkor gar nicht soweit nach. Und den Brocken möchte ich eben nicht wieder mit auf Reise nehmen.

Außerdem bin ich kein begeisterter Tele-Fotografierer und nutze sehr lange Brennweiten eher selten. Auf der anderen Seite hingegen würden mir 24mm statt 28mm Brennweite schon abgehen.

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Es sieht derzeit also nach dem 24–85mm ƒ2.8–4 aus. Das Objektiv ist deutlich kleiner und leichter als das 28–300. Die Stimmen, die man zu diesem Objektiv vernimmt, sind zwar geteilt. Wie so oft loben es die Einen in den höchsten Tönen, während es für andere eine unbrauchbare Scherbe zu sein scheint. Einmal abwarten. Vielleicht gibt es ja noch den einen oder anderen Tipp meiner Leser.

Super Zoom! Aber wozu?

In letzter Zeit sind wieder ordentlich zoomstarke Kompaktkameras, Bridgekameras und Superzooms auf den Markt gekommen. Die Hersteller überbieten sich mit Brennweitenbereichen. Da bringt Nikon eine P90 auf den Markt, die von 28–624mm reicht (umgerechnet auf Kleinbildformat). Olympus bietet sogar mit SP590-UZ ein Modell von 26–676mm an!

Früher fand ich den Gedanken an solche Boliden auch Geil. Mit beinahe 700mm Brennweite, da müsste man doch in der Lage sein die Schuhbändel vom Mann im Mond zu fotografieren. Wer aber wirklich einmal versucht hat mit langer Brennweite eine Vogel in ein paar Dutzend Meter Entfernung auf den Sensor zu bannen, wird wissen, wie schnell ein paar Meter Abstand ein paar Millimeter Brennweite überfordern können – auch wenn es 700mm sind. Gerade wer darauf aus ist, mit langen Rohren kleine Objekte zu jagen, wird seine Brennweitenträume schnell von der banalen Wirklichkeit eingeholt sehen. Aber eigentlich ist die Relativität von Brennweite noch das kleinere Problem an solchen Zoomgiganten. Das Problem ist vielmehr, dass sich mit Kompaktkameras mit langen Brennweiten nur selten gute Aufnahmen erzielen lassen. Das hat mit Atmosphäre und Licht zu tun.

Da ist einmal das Problem, dass man, je länger die Brennweite, desto mehr Licht benötigt. Leider lässt ein Objektiv desto weniger Licht zum Sensor, je länger die Brennweite ist. Das Resultat: Bei den extremen Verlängerungen mit Zoomriesen lassen sich nur unter äußerst hellen Lichtbedingungen einigermaßen unverwackelte Aufnahmen erzielen. Am besten bei strahlenden Sonnenschein. Leider ist strahlender Sonnenschein aufgrund harter Licht-Schatten-Kontraste nicht unbedingt der Freund gelungener Aufnahmen.
Der zweite Feind guter Aufnahmen auf weite Distanzen ist die Atmosphäre. Je größer die Distanz, desto mehr sorgt die Atmosphäre dafür, dass Aufnahmen milchig, flau und kontrastarm werden.

Es gibt sicher Aufnahmesituationen, in denen eine Kompaktkamera mit langer Brennweite gute Ergebnisse erzielen kann. Ich vermute aber, dass hinter dem Trend zu Kameras mit superlanger Brennweite in erster Linie die volkstümliche Weisheit »Viel hilft viel« steckt. Und darüber hinaus Unwissenheit.

Ich vermute, dass viele Käufer von Superzoomkameras von den Resultaten der Geräte enttäuscht sein werden und die Lust am Fotografieren verlieren.

Entgegen dem Trend zum langen Telezoom scheint es aber auch einen Trend zum Weitwinkel bei Kompaktkameras zu geben – eine Entwicklung, der ich viel mehr abgewinnen kann. Weitwinkel werfen viele Probleme von Superzooms gar nicht auf. Man ist oft in der Lage auch mit günstigen Modellen beeindruckende Landschafts- und Städteaufnahmen zu machen, und man bekommt vor allem dort mehr Action aufs Bild, wo Kompaktkameras vor allem daheim sind: Auf Partys und überall wo Leute zusammen kommen.

Sigma 120–400 vs. Nikkor 70–300

Meine Verfolger bei Twitter und Besucher unseres Weblogs mit dem wachsamen Blick in die linke Seitenleiste konnten am Sonntag, den 28. September live mit verfolgen, wie ich am Pfänder in Vorarlberg die Leistungsfähigkeit zweier Objektive getestet habe – zumindest konntet ihr mitlesen (gut, ihr hattet hoffentlich besseres zu tun 😉 ).

Beim Foto-Shooting kamen zum Einsatz: Nikon D700, Nikon D80, Nikkor 70–300mm, und das noch sehr frische Sigma 120–400mm, das uns freundlicherweise von Sigma-Deutschland zur Verfügung gestellt wurde. Grundsätzlich hätte ich Sigmas Freundlichkeit hier auch mit einem positiven Feedback belohnt, aber wir wollen ja objektiv bleiben. Während sich das Nikkor beim Fotografieren pfeilschneller Greifvögel wacker geschlagen hat, habe ich mit dem Sigma-Objektiv lediglich ein paar Versuche gestartet. Leider kam der recht träge Autofokus mit dem Scharfstellen auf die fliegenden Vögel nicht mit. Zwar musste bei auf mich zuschießenden Falken – wie nicht anders zu erwarten – auch der AF des Nikon-Objektivs passen, aber in Situationen, in denen das Subjekt nicht mit Hochgeschwindigkeit direkt auf mich zuraste, schaffte dieses Objektiv eine beachtliche Trefferquote.

Bei Ausstattung und Feeling lässt das, mit knapp 900 Euro Listenpreis sehr preiswerte Sigma nichts zu wünschen übrig. Das Objektiv kommt wie bei Sigma gewohnt, in einer widerstandsfähigen Tasche daher, die Streulichtblende muss nicht extra gekauft werden, und mit Bildstabilisierung in zwei Stufen, sowie einer Verriegelung gegen ungwolltes Ausfahren des Zooms (was ich mir bei Nikon auch öfters wünschen würde) lässt sich von dieser Seite an Preis/Leisung nicht mosern.

Grundsätzlich hat sich mir nach diesem Shooting auch die Frage gestellt, in wie fern eine so große Brennweite – an meiner D80 immerhin 600mm umgerechnet auf KB – für die gestellte Aufnahme überhaupt richtig gewählt ist. Es muss schon ein außerordenltich klarer Tag sein, um bei Distanzen, die damit möglich werden, keine athmosphärisch getrübten Bilder heraus schauen. Die 300mm des Nikon-Objektivs waren für diesen Einsatz eigentlich absolut ausreichend – ohne Brennweitenverlängerung.

Dass das Sigma-Objektiv bei diesem Test versagt hat, sagt für mich aber noch nichts über die Qualität des Objektivs aus. Es mag für die Aufgabe pfeilschnelle Vögel zu fotografieren zwar nicht geeinet sein, aber wir werden es wohl in Bälde in einer gemächlicheren Situation testen, und uns ansehen, was es am KB-Sensor der D700 und dem DX-Sensor der D80 zu leisten in der Lage ist.

Allen, die die Leistungsfähigkeit ihrer AF-Systeme testen wollen, kann ich übrigens den Besuch der Adlerwarte am Pfänder nur empfehlen. Die flinken Räuber stellen höchste Anfoderungen an AF und Fotograf, und ganz nebenbei fallen bei passender Witterung auch noch sehr schöne Bilder ab. Für dieses Jahr ist es aber leider zu spät, denn von heute an ist Winterpause.