Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.

22 Gedanken zu „Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist“

  1. Für mich ist es genau umgekehrt – ich habe ja auch die E-M1 MkII ausgiebig getestet, aber die G9 liegt einfach besser in MEINER Hand, dank des ergonomischeren Handgriffs, was bei langen Shootings einfach ein wichtiger Faktor ist. Und ich finde grundsätzlich die Bedienungstechnik der Lumix-Gehäuse logischer und praktischer. Dass der Autofokus der Olympus treffsicherer ist als jener der G9 kann ich nicht bestätigen, eher hat auch diesbezüglich die Lumix die Nase vorn, wenn auch nur leicht.

      1. Ich sehe gerade bei dem von Dir im Zusammenhang mit dem AF verlinkten dpreview-Bericht, dass dort tatsächlich auch der von mir in meinem anderen Kommentar angeführte „Fahrradfahrer“-Test für das Leistungsvermögen des C-AF herhalten musste.

        Sorry, aber das ist für MICH nun wahrlich kein Maßstab, wenn es darum geht, bspw. die C-AF-Performance für das Fotografieren fliegender Vögel zu evaluieren.

        Und überhaupt sind m. E. ganze drei Absätze zum AF mit Allgemeinplätzen nun wahrlich kein substantiiert begründetes Testergebnis! Muss es ja auch nicht, aber das muss einem unbedarften Leser dann auch klar sein.

        Zu Deiner eigentlichen Frage:

        Ich fotografiere mit beiden Kameras und habe meine Erfahrungen und Ergebnisse bislang nicht in einem ausführlichen Bericht veröffentlicht. Denn hierfür bedarf es auch ZEIT, die ich für mich lieber – so wie Du offenbar auch – nutze, um meine Erfahrungen direkt in die nächsten (hoffentlich noch besseren) Fotos schwierig zu fotografierender Vögel einfließen zu lassen.

  2. Also die Grösse meiner Hände liegt leicht unter dem Durchschnitt – sind also mittelgross bis klein.
    Und wirklich: Das „In-die-Hand-nehmen-Gefühl“ ist für mich ausschlaggebend, wenn es darum geht zwischen zwei ansonsten praktisch gleichwertigen Kameras zu entscheiden! Bei der E-M1 MkII habe ich immer das Gefühl, dass etwas zu Kantiges mir fast etwas weh tut in der Hand, während sich die G9 wunderbar harmonisch in diese einschmeichelt, so dass ich stundenlang mit ihr arbeiten kann oder könnte, ohne mich zu verkrampfen.

    Hier noch ein Autofokus-Test der G9 – viel besser geht doch kaum, auch wenn es kein direkter Vergleichstest mit der Olympus war:

    https://www.dpreview.com/reviews/panasonic-lumix-dc-g9/6

  3. Ich möchte den Aussagen dieses Artikels grundsätzlich zustimmen. Ich habe seit einem Jahr die E-M1 II im Einsatz, vor allem mit dem 4/300 von Olympus und dem erstaunlich guten 100-300 II von Panasonic. Beide Objektive funktionieren an der Oly tadellos und nun auch ohne Einschränkungen. Dass das letztere bei der Spezialfunktion Pro-Capture bisher außen vor war, hat Olympus mit dem Firmware-Update 2.0 zumindest für den – sowieso viel interessanteren – H-Modus geändert (bravo !). Seit vorgestern habe ich nun auch die Lumix G9 und muss sagen, für einen Tier- und action-Fotografen bleibt die Oly deutlich die bessere Wahl. Nicht nur dass die G9 zu groß ist, dass sie aussieht wie eine Kreuzung aus dolomiti und documenta-Plastik (einfach: gar nicht harmonisch und schön) und dass die Haptik so wie von Markus beschrieben und von mir genauso empfunden deutlich schlechter ist. Nein – auch speziell für mich interessante features weisen doch deutliche Nachteile auf: So bricht die Hochfrequenzaufnahme mit 20 (AF-C) oder 60 (AF-S) Aufnahmen pro Sekunde bei Verwendung des elektronischen Verschlusses grundsätzlich nach 50 Aufnahmen komplett ab und die Kamera lässt sich während der Abspeicherung überhaupt nicht mehr auslösen. Will man das nicht, bleibt es bei den schon von der GH4 bekannten 9 bzw. 12 Bildern pro Sekunde. Und die G9 fokussiert mit dem 4/300 und wahrscheinlich allen nicht-Lumix-Objektiven etwas langsamer und auch ein wenig unzuverlässiger als mit dem Panasonic 100-300 II, also wahrscheinlich allen (?) „Originalobjektiven“ mit Panasonics DFD. Das Precapture der G9, an dem mich die 25 Bilder vor Auslösezeitpunkt anstelle der bisherigen 14 der E-M1 II gereizt haben, hat Olympus jetzt gerade (ebenfalls mit dem firmware-update 2.0) gekontert und mit 35 deutlich überboten. Um aber fair zu bleiben, in zwei Punkten ist die G9 wirklich besser: der Durchblicksucher ist in Größe und Auflösung fantastisch (auch wenn mich stört, dass beim 100-300 nicht die eingestellte Brennweite angezeigt wird) und die Auswahl beliebig vieler Autofokusfelder noch dazu in beliebiger Anordnung und das auch noch mit dem „Joystick“ – das könnte sich Olympus für die E-M1 III abgucken.

    1. Hallo,

      ad
      „So bricht die Hochfrequenzaufnahme mit 20 (AF-C) oder 60 (AF-S) Aufnahmen pro Sekunde bei Verwendung des elektronischen Verschlusses grundsätzlich nach 50 Aufnahmen komplett ab und die Kamera lässt sich während der Abspeicherung überhaupt nicht mehr auslösen.“

      Das kann ich nicht bestätigen!
      Korrekt ist, dass nach 50 Aufnahmen „Schluss“ ist, aber die G9 lässt schon nach Sekundenbruchteilen in Abhängigkeit von der bereits getätigten Abarbeitung des Puffers bereits WÄHREND DES Schreibvorganges neue Aufnahmen zu, deren Anzahl auch unten rechts im Sucher eingeblendet wird.

      Das das Ganze auch abhängig von der Schreibgeschwindigkeit des SD Card ist, versteht sich von selbst. Meine o. a. Tests mit der G9 basieren auf der Lexar SDXC Card 64GB UHS-II (300 MBit).

    1. Das Schöne ist ja dass man mit keiner dieser beiden mFT-Flaggschiffe etwas falsch machen kann – beide sind exzellente Kameras, von denen ich noch vor zehn Jahren nicht zu träumen gewagt hätte.

      Allerdings kann ich dem Fazit von Hans nicht folgen, in den zitierten Reviews würde die G9 „hinter der E-M1 II eingeordnet“.

      Wenn man z.B. den Vergleich von mirrorlesscomparison genau liest kommt man eher zum Schluss, dass die G9 der E-M1 II nicht in allen Belangen überlegen ist – die beiden haben ein unterschiedliches Stärken-Schwächen- Profil.

      Was den Autofokus betrifft liest sich das Testergebnis so:
      „The AF of the G9 excels in almost every way and in our in-depth comparison with the E-M1 II, we found it to be better in most situations except for birds in flight, or more precisely, birds flying against a busy background. However, if BIF is not your main interest, the G9 could be exactly what you’re looking for;
      The G9 is faster in continuous AF: it can deal with moving subjects far better than the E-M1 II. Face detection is also more reactive, even when using an Olympus lens“.

      Weil ich kaum Vögel im Flug gegen unruhigen Hintergrund fotografiere ist auch bezüglich der Autofokusleistung die G9 für mich die bessere Wahl.

      Das gilt auch für die Dynamik und für die Wiedergabe von Hauttönen:

      „The E-M1 II is weaker in the highlights, where recovery is much worse in comparison to the G9.
      The DR is similar, although the G9 has more to offer in terms of shadow recovery if you tweak settings such as Highlights/Shadows or i.Dynamic.
      The G9 has warmer colours overall and produces more pleasant results for skin tones.“

      Wer oft die ISO hochjagt ist mit der G9 ebenfalls besser bedient:

      At high ISOs, the G9 wins once again: it displays less noise from 1600 upwards, has an extra sensitivity step (12800 while the OM-D stops at 6400)“

      Wie ich vorher hier schon sagte wählte ich die G9 nicht zuletzt deshalb, weil sie besser in meiner Hand liegt, und weil mir auch das Bedienkonzept der Lumixen besser entspricht als jenes der OM-D’s.

      Die E-M1 MkII ist und bleibt aber eine hervorragende und in vielen Aspekten ebenbürtige Kamera, ihre Sensorstabilisierung ist noch leistungsfähiger, sie ist kleiner, und sie bietet ein paar Funktionen, welche zwar der G9 fehlen, die ich aber nicht vermisse, wie z.B. live composite.

  4. Hallo,

    noch ein paar allg. Worte zur E-M1 II und der G9:

    Hardwareseitige ergonomische Aspekte sind wie so oft Geschmacksache. Ich finde, dass beide Modelle sehr gut in der Hand liegen, wenn jeweils ein Batteriegriff angeschlossen ist.

    Die vom Threadersteller angeführten „Test-Quellen“ sind teilweise sehr oberflächlich und zeugen m. E. auch nicht gerade von besonderen Praxiserfahrungen im Bereich der Vogelfotografie. Für Entlein, Schwäne und Möwen u. ä. sind beide Kameras geeignet. Schnellere und kleinere Motive sind sowohl für die E-M1 II als auch die G9 prinzipiell eine Herausforderung. Die G9 liefert nach meinem Dafürhalten keine schlechteren C-AF-Ergebnisse als die E-M1 II, was u. U. auch daran liegt, dass die G9 225 AF-Felder nutzt bzw. nutzen kann.

    Es sind vielmehr die Details, die in den meisten Besprechungen der beiden Modelle überhaupt nicht auftauchen, gleichwohl aber den Unterschied in Bezug auf eine Entscheidung für oder gegen eine der beiden Kameras ausmachen können.

    So hinkt bspw. die Olympus App leistungsmäßig meilenweit der Panasonic App hinterher, was bspw. für DIEJENIGEN wichtig sein kann, die keine „0815-Vögelchen“, sondern seltene und extrem scheue Arten mit Hilfe der Apps fotografieren. Als Beispiel sei hier angeführt, dass sich auf dem Smartpone oder Pad mit der O.I. App NICHT alle AF-Felder selektieren lassen (oben, unten, links, rechts: Extreme inaktive Freiräume zum Displayrand!), was sich außerordentlich nachteilig auf die Bildkomposition auswirken kann.

    Da bei jenen nicht selten stundenlanges Warten im Tarnzelt o. ä. angesagt ist, ist es auch nicht unerheblich, ob und auf welche Weise ich die Kamera mit einer Powerbank betreiben kann, was in der G9 bereits von Werk aus implementiert ist. Ersatzakkus sind hierbei keine Alternative, wenn etwa bei der Ablichtung hochsensibler Arten das Tarnzelt stundenlang NICHT verlassen werden darf, um jegliche Störungen der Tiere auszuschließen.

    Fazit: Man muss sein Anforderungsprofil schon sehr genau definieren, um eine systematische Evaluierung zwecks Entscheidung für eine der beiden Kameras angehen zu können. Beide sind würdige Vertreter der mFT-Zunft!

    1. Ich finde übrigens auch die anderen Links (neben dpreview) nicht unbedingt oberflächlich. Hierzu würde mich interessieren ob es von dir einen Bericht zu lesen gibt?

  5. Die von mir verlinkten Quellen verweisen auf dpreview und »oberflächlich« würde ich deren Kamerabetrachtungen nicht bezeichnen. Generell geht aber die Diskussion welche Kamera nun die bessere sei an den Themen meiner Artikel vorbei. Ich bin kein Testlabor und schreibe nicht auf meine Fahnen ich würde Kameras objektiv testen. Ganz im Gegenteil streiche ich (längst) in jedem Artikel heraus, dass ich von meinen subjektiven Eindrücken berichte. Dass ich die Artikel veröffentliche obwohl sie absolut subjektiv sind, liegt an der Idee, dass meine Erfahrungen in der Anwendung vielleicht für manche Leser interessante Inputs oder neue Sichtweisen bietet. Beispielsweise habe ich bis dieser Tage den Vorteil nicht gesehen, wenn Einstellungen wie AF-Modus und Serienbild nicht über dedizierte Tasten ausgeführt werden, sondern per Software gesteuert: Ich kann sie als Costumer-Setting abspeichern. Das ist für mich ein Vorteil, muss aber nicht für jeden relevant sein, weshalb diese Fotografen dann vielleicht den Tasten den Vorzug geben. Ebenfalls entdeckt habe ich eben, dass ich das Einstellrad um den Auslöser einem On/Off-Schalter darum herum vorziehe und dass ich die Platzierung des vorderen Einstellrades hinter dem Auslöser suboptimal finde. Auch das mag jeder anders empfinden, aber ich denke Leute die die Anschaffung einer der beiden Kameras in Erwägung ziehen sollten sich dessen bewusst sein und abwägen was sich für sie besser anfühlt – vor dem Kauf. Diesbezüglich finde ich auch den Hinweis auf die Panasonic-App die jener von Olympus überlegen sein soll einen wertvollen Input, der allerdings nur Bedeutung hat wenn ich die Kamera entsprechend einsetze, was bei mir nicht der Fall ist – ich kombiniere Outdoor-Aktivität mit Fotografieren und hätte nicht die Geduld für Stunden auf ein seltenes Tier zu warten. Abschließend noch eine Anmerkung: Die meisten Kommentatoren die ich bislang über Kameras von Olympus und Panasonic verfolgt habe, bezeichnen Panasonics Menüführung als Vorbildlich und Olympus’ für Gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich geht es umgekehrt: Ich bin von Anfang an gut mit Olympus klar gekommen und tu mir immer schwer bei Panasonic. Da ich aber weiß, dass mein Empfinden diesbezüglich deutlich von der Erfahrung der meisten anderen Anwender abweicht habe ich es erst gar nicht eingeführt.

    1. Ich möchte gerne nochmals einen Aspekt aus Deinen vorstehenden Anmerkungen aufgreifen.

      Du schreibst:

      „Diesbezüglich finde ich auch den Hinweis auf die Panasonic-App die jener von Olympus überlegen sein soll einen wertvollen Input, der allerdings nur Bedeutung hat wenn ich die Kamera entsprechend einsetze, was bei mir nicht der Fall ist – ich kombiniere Outdoor-Aktivität mit Fotografieren und hätte nicht die Geduld für Stunden auf ein seltenes Tier zu warten.“

      Genau darum geht es: Dass eben eine angemessene Bewertung von Features und Leistung, die eine Kamera bietet, eben gerade nicht mal eben en passant von dpreview und anderen Zeitgenossen für die Allgemeinheit durchgeführt und quasi verbindlich sein kann, da es eben – wie Du schreibst – in erster Linie darauf ankommt, welche Ziele ICH/MAN mit meiner Kameraausrüstung verwirklichen will. Und genau hierbei kann es eben schnell passieren, das AF-Feldsteuerungsmöglichkeiten mittels Daumen am Joystick bei gleichzeitig am Sucher aufliegenden Auge DAS K.O.-Kriterium sein kann, weil das extrem störempfindliche Tier vor mir auf diese Weise weniger Bewegungen mitbekommt als wenn ich den AF-Rahmen durch mehr Herumgefummel verschieben muss usw.

  6. Hallo Markus,

    einfach nochmals zur „Klarstellung“: Meine Ausführungen waren in keinster Weise als Kritik an Deinem Beitrag gemeint.

    Du erklärst, warum Du zu welchem Ergebnis für DICH kommst und das ist natürlich völlig okay!

    Aber ich bleibe dabei, dass die meisten externen Tests recht oberflächlich sind. Da bildet auch dpreview in meinen Augen keine Ausnahme. Sämtliche potentielle K.O.-Kriterium eines Anwenders kann weder dpreview noch sonst jemand seriös abarbeiten, da dies ein erheblicher und somit i. d. R. zu finanzierender Aufwand wäre.

    Es ist eben ein Unterschied, ob bspw. die C-AF-Performance einer Kamera mit Fahrradfahrern, Hunden, kontrastreichen Möwen oder bspw. kleineren Vögeln mit extrem feinen, kontrastarmen Gefiederstrukturen durchgeführt werden. Eine typische Herausforderung für den C-AF bei mFT-Systemen ist bspw. der Kuckuck.

    Auch sind bspw. die 4K/6K-Fotomodi der Panasonic G9 durchaus für Vogelfotografen interessant, da hier nicht nur einfach ein JPEG aus einem Video-Strom extrahiert wird, das der Anwender aus der Aufnahmesequenz auswählen kann, sondern zur Optimierung dieses einen Fotos eben auch die Bildsequenzen davor und danach herangezogen werden, um optiert zu entrauschen („3D noise reduction across multiple frames“] und Rolling Shutter Effekte zu kompensieren.

  7. So ist es – von den meisten mFT-Kennern wird die Menü- bzw. Benutzerführung von Lumix-Kameras als logischer und ergonomischer wahrgenommen, als jene der OM-D’s.

    Aber wichtig ist ja dass jeder mit seiner Wahl zufrieden ist und effizient arbeiten kann. Erfreulich, dass wir überhaupt innerhalb des mFT-Systems die Wahl zwischen zwei verschiedenen Benutzerphilosophien haben.

    1. Dem möchte ich von ganzem Herzen zustimmen ! Wenn man eine Kamera „schöner“ und griffiger findet und die dann auch noch Features hat die einem persönlich wichtig sind – na prima. Und wenn ein Anderer genau dasselbe bzw. das Gegenteil davon bei einer anderen Kamera so empfindet – wo ist da ein Problem ? Und dass man sogar Beide gleichzeitig innerhalb eines Systems nutzen kann – was will man mehr ?

  8. Hallo,

    viele Punkte in deinem Artikel kann ich gut nachvollziehen,Markus. Nach 2 Jahren Panasonic bin ich auf die wunderschöne, gut in der Hand liegende, tolle Bilder machende, mit für meine Zwecke allen Funktionen ausgerüstete em5 markII umgestiegen.
    Hier noch ein schöner Artikel:
    https://mariusmasalar.me/olympus-e-m1-mark-ii

    p.s.: Seit ich dein Buch „Die kreative Fotoschule“ geleyen habe, sind meine Bilder besser 🙂
    Top Buch!

  9. „Gerade die Schalter zum Umschalten von […] AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen.“
    Bei der E-M1 Mk I kann man genau diese Funktion auf den Schalter neben dem Sucher legen.
    Geht das bei der Mk II nicht mehr?

    Viele Grüße
    Christian

    1. Doch das geht auch bei der Mk II. Ich habe es am Ende aber bei Werkseinstellung belassen, weil es bei der E-M5 nicht möglich ist und ich es nicht für optimal halte die beiden Kameras unterschiedlich aktivieren zu müssen. Die Möglichkeit ist aber natürlich gut.

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