Meine Bilder und ich

Wie handhabt ihr das eigentlich? Es soll ja Fotografen geben die sich für ihre Bilder nicht mehr interessieren nachdem sie sie gemacht haben. Die sie aufnehmen, entwickeln und im Archiv ablegen um sich der nächsten Aufnahme zuzuwenden.

Ich gehöre nicht zu den Leuten die gerne stundenlang ein einzelnes Bild ausarbeiten und perfektionieren. Aber ich sehe viele Fotos denen man ansieht, dass sie von der Vorbereitung bis zum fertigen digitalen Finetuning wahrscheinlich Tage in Anspruch nahmen. Ich bewundere das, doch es wäre nicht mein Ding. Es wäre aber eben auch nicht mein Ding Dinge zu fotografieren und die Aufnahmen anschließend nie wieder eines Blickes zu würdigen.

Statt eines Fernsehers steht in unserer Wohnung ein 27″ iMac. Das ist unsere Multimedia-Maschine. Gelegentlich sehen wir darauf fern. Meist läuft Musik darüber und dann erscheinen Bilder meiner Bibliothek als Bildschirmschoner. Ich finde es wunderbar beim gelegentlichen, zufälligen Blick auf den Schirm Momentaufnahmen der letzten Jahre und Jahrzehnte zu sehen.

Ich stöbere auch beinahe täglich in meiner Fotobibliothek, bewerte Bilder von damals neu und entwickle sie neuerlich. Die Arbeit an ihr ist für mich ebenso Teil meiner Fotografie, wie das Aufnehmen selbst. Ein Vorgang der niemals abgeschlossen sein wird – jedenfalls nicht, so lange meine Augen noch sehen und meine Finger noch ein Trackpad bedienen können.

Mir begegnen dann Bilder, die ich einst großartig fand und mir heute gar nichts mehr sagen. Ebenso wie Bilder die ich damals fast gelöscht hätte und die mir heute plötzlich phantastisch gelungen scheinen. Allerdings kann ich persönlich nichts damit anfangen meine Bibliotheken zu verschlagworten. Ich habe es versucht und einige Zeit investiert aber je mehr Zeit dabei drauf ging, desto weniger war mir klar, wozu es gut sein soll – wozu es gut sein soll für mich, meine ich dabei! Doch alte Bilder neu zu entdecken indem ich sie neu entwickle ist ein sehr unterhaltsamer Zeitvertreib für mich. Ich für meinen Teil fände es traurig meine Aufnahmen nach einiger Zeit im Archiv verschwinden zu lassen. Traurig für mich natürlich, kein Verlust für die Welt.

Wie haltet es ihr damit? Ist für euch ein entwickeltes Bild eine abgeschlossene Sache die mit der Zeit neuen Aufnahmen platz machen muss und auf Archivfestplatten weichen muss, entwickelt ihr Bilder fertig, schaut sie euch aber immer wieder an? Oder ist für euch eure Fotobibliothek auch so eine ewige Baustelle wie für mich?

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3 Gedanken zu „Meine Bilder und ich“

  1. Ich gehöre auch ganz eindeutig zu den Typen, die die ewige Baustelle pflegen… 😉 Ich entwickele (mit Lightroom) immer wieder auch mal am Bestand herum, weil sich meine Sichtweise entwickelt hat und/oder weil ich von anderen Bildern inspiriert wurde… „Fertig“ werde ich damit wohl auch eher nicht, aber gerade das macht mir in dem Falle Spaß und ich hätte gerne noch viel mehr Zeit dafür!
    Beste Grüße vom Niederrhein
    Regina

  2. Genau. Oft wollte ich ein Bild löschen und tat es nicht. Zum Glück. Gerade in der Streetfotografie die ich betreibe ändert man oft nach einiger Zeit „seine Gefühle“. Man entwickelt neu und entdeckt neue „Perlen“ – jenes Bild das man löschen wollte.

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