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Alles wird schneller: Olympus OM-D E-M1 Mark II

Olympus hat 2013 mit der OM-D E-M1 die perfekte Kamera für mich vorgestellt. Zwei Jahre später wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob ich sie durch eine Mark II ersetzen würde – lange bevor eine solche offiziell angekündigt wurde. Bis die Mark II tatsächlich vorgestellt wurde war das kein relevantes Thema für mich.

Die E-M1 verschafft mir beim Fotografieren die Leichtigkeit die MFT generell zu Grunde liegt. Sie ist aber groß und griffig genug um sie auch bei ausgedehnten Foto-Sessions effizient einsetzen zu können. Mit der E-M5 – der ersten Olympus die mir MFT und spiegelloses Fotografieren schmackhaft machte – wäre das kein Thema gewesen. Die E-M5 punktet unterwegs mit Kompaktheit, wäre für mich aber keine Alternative zu meiner damaligen D600 gewesen. Erst die E-M1 von 2013 veranlasste mich auf den Gedanken, von Nikon auf Micro FourThirds umzusteigen, was ich nach einigen Wochen mit ihr auch in die Tag umsetzte.

Für einen Fotografen wie mich, der etwa 95% auf Achse fotografiert, kann es in meinen Augen kein besseres System als MFT geben. Mehr als alles andere bestätigte mir das eine 15-tägige Rundfahrt um Island: In meiner Vanguard The Heralder begleiteten mich damals, ein Weitwinkel-, ein Standard- und ein Telezoom (M.Zuiko 9–18mm und M.Zuiko 12–40mm, Lumix 100–300mm) und drei Kameras (E-M5, E-M1 und Lumix GM1). Trotz dreier Apparate samt Linsen, hatte ich wohl weniger Ballast zu tragen, als eine Vielzahl anderer Touristen mit Vollformat und zwei oder drei Wechselobjektiven. Ein bis zwei Stunden Fußmarsch mit der Fototasche um die Schultern waren kein Problem.

Jeden Brennweitenbereich an einer eigenen Kamera zu haben, hat doppelten Vorteil: Man muss nicht ständig Objektive wechseln, läuft also nicht Gefahr, dass Staub und Schmutz in die Kamera gelangen, und man ist in Sekunden schussbereit.

Klar bringt MFT gegenüber APS-C und Kleinbild auch Nachteile mit sich, die man nicht ernsthaft von der Hand weisen kann:

  1. Da wäre einmal die enger gesetzten Grenzen in der Auflösung. Allerdings fand ich mit den 16 Megapixel von E-M5 und E-M1 immer mein Auslangen. Damit erreiche ich bei 300ppi knapp A3, bei 250ppi sogar deutlich darüber (genau genommen gibt es kaum Situationen in denen 300ppi gegenüber 250ppi eine sichtbare Qualitätssteigerung bringt). Mit den 20MP der Pen F und der E-M1 Mark II ist sogar dieses Limit gesprengt und wer unbewegte Motive fotografiert kommt mit Stativ sogar auf 50MP bzw. 80MP.
  2. Während mehr als 16 Megapixel kaum ein Thema ist, das mich berührt, stellt für mich die bessere ISO-Performance schon eher einen bemerkenswerten Nachteil von MFT gegenüber Vollformat dar. Allerdings hat die ISO-Performance heute generell ein so gutes Niveau erreicht, dass ich deswegen nicht das doppelte oder dreifache Gewicht durch die Gegend schleppen möchte.
  3. Noch ein Thema bei dem ich mir mehr wünschen würde, wäre Dynamikumfang. Von den etwa 15 Lichtwerten die Nikons Spitzenmodelle erreichen, kann ich mit MFT nur träumen. Olympus’ und Panasonics Modelle schaffen heute knapp 13LW. Allerdings ist das noch immer ein Wert der manche Canon-Profikameras in den Schatten stellt – Kameras mit denen Fotografen die viel besser sind als ich Aufnahmen machen, die mich wegblasen. Also, was soll’s!
  4. Noch ein Nachteil: Die geringe Schärfentiefe exzellenter Festbrennweite bleibt mit MFT unerreichbar. Selbst mit manuellen ƒ0.95 Objektiven wird man von einem preiswerten (und automatischen) Vollformatlinsen mit Lichtstärke 1.8 ausgestochen. MFT zeichnet bei adäquater Brennweite einfach um 2 Lichtwerte mehr Schärfentiefe auf als Vollformat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass MFT-Objektive bereits bei Offenblende schärfer zeichnen als andere Linsen mit denen ich schon arbeitete, und das Bokeh scheint mir tendenziell etwas weicher zu sein, was den Nachteil der geringeren Schärfentiefe zwar nicht aufwiegen kann, aber zumindest auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.
  5. Spiegellose Systeme litten bislang generell an im Vergleich zu DSLRs langsameren AF-Systemen. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern schlicht damit, dass DSLRs für das Scharfstellen einen eigenen Sensor nutzen, der den sogenannten Phasenvergleich erlaubt und eben der Kontrasterkennung spiegelloser Kameras überlegen ist.

Diese Nachteile gilt es zu berücksichtigen und gegen den unbestreitbaren Vorteil von MFT in die Waage zu legen: Das System ist bei weitem das kompakteste und leichteste auf dem Markt. In Verhältnis von Abbildungsqualität zu Gewicht ist es unschlagbar. Zwar baut auch Sony mittlerweile extrem kompakte Kleinbildkameras, doch bei den Objektiven wird Vollformat nicht einmal in die Nähe der Kompaktheit und Leichtigkeit von MFT kommen können.

Der Nachteil der mich bei MFT bislang am meisten schmerzte, war definitiv das behäbigere AF-System: Rasch bewegende Objekte lassen sich kaum einfangen. Vögel im Flug sind selbst für die als schnell geltende E-M1 unerreichbar. Das wurde mir regelmäßig beim Einsatz der Panasonic Telezooms 100–300mm und100–400mm bewusst, mit denen ich meine Liebe für die Vogeljagd entdeckte. Damit lassen sich Vögel praktisch nur ablichten, wenn sie einigermaßen still sitzen.

Zur Fragen ob ich es in Betracht ziehen würde meine E-M1 durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen: Nur, wenn das AF-System so gut war, dass es mit meinen früheren Nikons gleichziehen und Vogelflug wieder in Reichweite bringen kann.

Die E-M1 Mark II wurde zwar als Power-House mit sehr schnellem AF angekündigt, doch, dass eine Spiegellose beim Fokussieren mit DSLR gleichgezogen habe, hatte ich in den letzten Jahren zu oft gehört und doch anders erfahren, weshalb ich das nicht ganz ernst nahm. Schnelle Serienbildaufnahmen, zweite Speicherkarte und +4MP alleine jedoch, wären für mich kein Argument gewesen, die mit 2000 Euro nicht ganz billige Mark II in Betracht zu ziehen.

Panasonic G80/G81/G85

Während 2000 Euro für die E-M1II vielen Kommentatoren als zu gilt, kündigte Panasonic im Herbst ein interessantes Modell zum Schnäppchenpreis an, die je nach Markt G80, G81 oder G85 heißt. Sie hat ein griffiges Gehäuse, ist gegen Umwelteinflüsse abgedichtet und in vielen Berichten hatte ich gehört und gelesen, dass ihr AF unglaublich schnell sein soll.  Eine wetterfeste Systemkamera inklusive abgedichtetem Objektiv unter 1000 Euro wäre mir sonst von keinem Hersteller bekannt.

Reizend an der G81: Sie hat je einen dezidierten Hardware-Schalter, um von Einzel- zu Serienbildaufnahme umzuschalten, und einen, um von AF-S zu AF-C oder MF zu wechseln – etwas, das ich bei Olympus vermisse. Was mich nun aber vor allem interessierte: War der Panasonic AF wirklich so gut wie viele behaupteten, und wie gut würde er verglichen mit dem neuen System der E-M1II abschneiden? Wäre die Olympus den doppelten Preis wert?

Der Vergleich dauerte keine fünf Minuten. Beim ultimativen Hardcore-Test, weiße Möwen fliegend am grauen Himmel, konnte ich bei der G81 keinen nennenswerten Gewinn gegenüber meinen bisherigen MFTs feststellen. Der AF der E-M1II hingegen schnappt dermaßen schnell und präzise zu, wie ich es nur von den Nikons die ich früher im Einsatz hatte, kenne. Um faire Bedingungen zu schaffen, habe ich  an beiden Kameras sowohl das 40–150mm von Olympus, als auch das 100–400mm von Panasonic getestet.

Zuletzt auf Facebook einen Rüffel bekommen, weil ich die preislich so unterschiedlichen Kameras verglichen habe. Doch die Frage durchaus gerechtfertigt: Ist der doppelte Preis der E-M1II gegenüber der G81 gerechtfertigt? Für alle die rasante Motive einfangen wollen: Definitiv!

Dass die E-M1 für mich in Frage kommt, die G81 jedoch nicht, soll nicht heißen, dass ich generell von ihr abraten würde. Im Gegenteil: Wer eine handliche aber doch kompakte und leichte Kamera sucht, die ihn bei Wind und Wetter sicher begleitet, sollte einen Blick darauf werfen. Das schöne an MFT ist ja gerade, dass ein System so unterschiedliche Kameras anbietet, wie sie von Olympus und Panasonic stammen.

Der Mehrwert der E-M1II

Mit dem Panasonic Leica Vario-Elmar 100–400mm wird die E-M1II zum Dream-Team für alle die gerne unterwegs sind und scheues Getier ablichten wollen. Ebenso beeindruckend wie die Geschwindigkeit und Präzision mit der der AF zuschnappt, ist die Hartnäckigkeit mit der er sich beim Tracking an Objekte haftet. Ich hatte nicht erwartet, dass die Mark II mit meinen früheren DSLRs von Nikon (D700, D7100 und D600/D610) gleichziehen könnte, doch ich würde mindestens von Gleichwertigkeit ausgehen, wenn sie die genannten Modelle nicht sogar überflügelt.

Im Grunde ist die E-M1II eine waschechte OM-D und verlangt nach einer E-M1 keinerlei Umgewöhnung. Das Gehäuse ist eine Spur höher, was mir den kleinen Finger nicht mehr ins Leere laufen lässt, und wahrscheinlich heißt, dass ich bei ihr wieder auf den Hochformatgriff verzichten kann, was ich bei der E-M1 aus Ergonomiegründen nur selten machte.

Viele wird freuen, dass das Display nun seitlich ausklappbar ist und sich somit auch im Hochformat besser nutzen lässt. Ich war ja bislang immer eher Freund des reinen Hochklappmechanismus, habe mich aber mit der Pen F an das seitlich ausklappende Display gewöhnt, und kann dem mittlerweile durchaus auch einiges abgewinnen, auch wenn es sich nach wie vor fragiler anfühlt.

Ein Detail, das mich zunächst irritiert hat, ist, dass die Öse zum Anbringen eines Gurts oder einer Handschlaufe wegen des zweiten Speicherkartenfachs von der Seite nach oben gewandert ist. Ich erwartete, dass sich das Nachteilig auf das Handling auswirkt, musste das Gegenteil feststellen: Meine Handschlaufe legt sich jetzt wie selbstverständlich von oben her um das Armgelenk und, dass sich der Verschluss störend zwischen Hand und Kamera drängelt scheint jetzt deutlich weniger oft der Fall.

Preiswert?

Stellt sich die Frage ob die Mark II ihren Preis wert ist. Definitiv: Ja!

Die Diskussionen über die Preisgestaltung von MFT-Modellen scheint mir ja immer ein bisschen sonderbar. Kritiker reduzieren eine Kamera auf die Größe des Sensors und stellen fest, dass ein Modell mit halb so großem Bildwandler doch unmöglich gleich viel kosten könne, wie eine Vollformatkamera. Das ist als würde ich den Preis von Wurst anhand der gewogenen Menge beurteilen oder jenen eines Autos anhand der Sitzplätze. Ich habe einen Roadster. Der hat zwei Sitze. Das heißt er bietet 2/5 weniger Plätze als ein PKW. Muss er deshalb günstiger sein als ein Golf?

Mit meinem Roadster hat die E-M1II gemein, dass sie einfach Spaß macht. Mit einer MFT-Kamera und 800mm KB-äquivalenter Brennweite auf die Pirsch nach scheuen Motiven zu gehen, ist eine bedeutend unbeschwertere Angelegenheit als mit vergleichbarem im Vollformat. Der E-M1II Body wiegt 574g, das Panaleica 100–400mm 985g. Das sind zusammen 1559g. Ein Gewicht, das man bei Vollformat schon mit einem Standardzoom kaum halten kann. Ein Nikon D750 Body beispielsweise wiegt 840g. Mit dem Nikkor 24–70mm ƒ2.8 und seinen 1070g kommt man da auf1910g. Von Telezoom ist dabei noch keine Spur. Wer echte 800mm am Vollformat auf den Weg nehmen will, der muss zur Kamera zusätzlich 4000g und mehr schultern.

Man kann eine Kamera nicht auf die Größe des Sensors reduzieren!

Natürlich bietet die Nikon D500, mit der die E-M1II derzeit so häufig verglichen wird, um einen geringfügig höheren Listenpreis einen APS-C-Sensor und erreicht damit bessere Leistungen im High-ISO-Bereich, beim Dynamikumfang und ist etwas höher aufgelöst. Aber sie hat auch eine Serienbildrate von 10 Bildern pro Sekunde (E-M1II bis zu 60 Bilder) und garantiert eine Betriebsbereitschaft bis 0° (E-M1II bis –10°). Eine Kamera ist nicht automatisch mehr Wert, nur weil der Sensor größer ist.

Für MFT entscheidet man sich nicht, wenn man die bestmögliche Bildqualität erreichen will, sondern weil man den idealen Kompromiss zwischen Abbildungsqualität und Transportabilität sucht. Diesbezüglich ist das System bis auf Weiteres definitiv unschlagbar. Nicht selten erfordert Miniaturisierung einen erhöhten Aufwand und führt zu teureren Produkten. Ich weiß nicht, ob das auf Kameras zu übertragen ist, ich halte nur den Schluss, eine kleinere Kamera muss automatisch billiger sein, für Unfug.

Es gibt an der ganzen Debatte noch etwas anderes was ich schräg finde: In einem Artikel über die E-M1II las ich die generelle Kritik daran, dass die Kamerahersteller den sinkenden Absätzen mit teureren Modellen begegnen. Ja, was sollen sie denn tun? Soweit ich mitbekommen habe, schreiben die meisten Marken in der Kamerasparte rote Zahlen. Ist der Versuch Modelle so zu kalkulieren, dass ein Gewinn für sie hängen bleibt den verwerflich?

Ich weiß schon: Viele finden, dass alle zu teuer sind und nur sie selber zu wenig verdienen. Ich persönlich gönne einem Unternehmen allerdings einen Profit, wenn er mir ein gutes Produkt verkauft. Und für ein gutes Produkt bin ich auch bereit einen guten Preis zu bezahlen.

Die E-M1II ist definitiv ein gutes Produkt und ihren Preis absolut wert. Besser als sich von anderen erzählen zu lassen, wie gut sie ist, ist allerdings es selber auszuprobieren – ein Gefühl dafür bekommt man nur, wenn man es selber erfährt.

Der Blick in meine Kameratasche zeigt, was ich an MFT liebe. Eine Pen F mit 7–14mm ƒ2.8, eine E-M1 mit 12–40mm ƒ2.8 und eine E-M1II mit 40–150mm ƒ2.8. Trotz des immensen Brennweitenbereichs bei durchgehender Lichtstärke von ƒ2.8 leicht zu schultern.

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Der Kern von MFT ist Kompaktheit

Micro FourThirds hat auch zur diesjährigen photokina ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Sowohl Panasonic als auch Olympus haben neue MFT-Kameramodelle und -Objektive angekündigt. Und wieder fragen Kommentatoren, weshalb Olympus nicht endlich ein Voll- oder Mittelformatsystem lanciert?

Wer solche Fragen stellt, hat den Kern von MFT nicht verstanden. Beim System von Olympus und Panasonic dreht sich alles um Kompaktheit! Kein anderes kann vergleichbare Transportabilität bei gleichzeitiger Erfüllung professioneller Ansprüche bieten. Zwar sind die Gehäuse von Sonys APS-C-Kameras auch kaum größer, doch spätestens wenn es darum geht auch Objektive einzubeziehen ist MFT klar im Vorteil.

Natürlich bieten größere Sensoren mehr Reserven in Sachen Schärfentiefe (Bokeh), High-ISO und Auflösung. Aber wie viel ISO und Auflösung brauchen wir denn überhaupt?

Folgt man der Kritik mancher Experten müsste man glauben, dass Fotos auf professionellem Niveau vor wenigen Jahren noch unmöglich waren. Vor einer Dekade waren mehr als 12 Megapixel selbst in der Profiklasse eher Ausnahme als Regel, und bereits geringes Anheben der Empfindlichkeit führte zu Rauschen wie die Sau. Die Profimodelle von damals steckt heute jede Einsteigerkamera in die Tasche.

Gespiegelt sehe ich die enorme technologische Entwicklung der letzten Jahre in der Qualität dessen was uns täglich auf Postern, Plakaten, in Anzeigen, Inseraten und im Internet begegnet nicht. Die Ästhetik mag sich geändert haben, doch qualitativ lässt sich kein relevanter Unterschied ausmachen. Professionelle Aufnahmen waren vor zehn Jahren so bestechend wie heute. Man muss Aufnahmen schon am Monitor in der 100-%-Ansicht unter die Lupe nehmen, um markante Unterschiede zu identifizieren.

Es ist keine Frage: Voll- und Mittelformat schlagen MFT qualitativ um Längen. Allerdings erst in den Bereichen wo MFT an seine Grenzen stößt. Doch um jenseits dieser Grenzen aus einer Kamera herauszuholen was in ihr steckt, genügt es nicht sie draufzuhalten und abzudrücken! Um den Mehrwert leistungsfähigerer Sensoren zu nutzen muss man neben der fotografischen Kompetenz auch den Willen aufbringen aufwändiger zu arbeiten.

Die Kernkompetenz von MFT findet sich nicht in der hochpräzisen Arbeit, sondern in spontaner Leichtigkeit. Das System kann einen unbeschwert auf allen Wegen begleiten, ist stets zur Hand und ist auch nach Stunden nicht ermüdend – weder beim Transport noch bei der Fotosession. In gewisser Weise ist MFT das System zum draufhalten und abdrücken.

Weshalb sollten Panasonic und Olympus auf Voll- oder Mittelformatsysteme umstellen? Letzteres kann sich ohnehin kaum jemand leisten. Und Vollformat? Gibt es  nicht genug davon!? Nikon hat es, Canon hat es, Pentax ebenso, und Sony und Leica bieten es spiegellos.

Noch größer ist die Auswahl bei APS-C. Neben Canon, Nikon, Sony und Pentax findet man hier auch von Fuji erfolgreiche und eigenständige Modelle.

Selbst im Mittelformat ist die Auswahl groß: Zu Phase One, Hasselblad, Pentax und Leica gesellt sich nun auch Fuji. Finden sich in diesem Nischenmarkt nicht schon genug Systeme?

Panasonic und Olympus teilen sich gemeinsam ein einzigartiges System, das sich von Voll- und Mittelformat völlig unterscheidet und auch noch zu APS-C einen sinnvollen Kontrast bildet. Dabei sind die beiden Marken unterschiedlich genug echte Alternativen zueinander zu bilden und den unterschiedlichen Typen von Fotografen für die das kompakte System in Frage kommt gerecht zu werden.

Ein Umstieg der beiden auf Systeme mit größeren Sensoren wäre ein Verlust für den Fotomarkt, denn eine besonders kompaktes System ginge dadurch verloren. Ein zweites System parallel zu MFT zu entwickeln und zu pflegen würde wohl die Ressourcen spalten und weder einem neuen System noch MFT nutzen.

MFT ist gut wie es ist und wie es sich entwickelt und wir alle sollten froh sein es zu haben.

Ich schätze die Innovationen von Sony und Fuji sowie die Kameras von Nikon aus eigener Erfahrung. Ich respektiere und bewundere Leute die mit Mittelformat fotografische Kunstwerke gestalten. Dasselbe gilt für die Künstler die mit Leica die Straßen heimsuchen und uns berührende Impressionen aus dem Leben der Menschen einfangen. Trotzdem bin ich ein anderer Fotograf und arbeite am liebsten mit MFT, weil mir das System Leichtigkeit, Spontanität und Freude vermittelt.

Natürlich beginnt MFT an seine technischen Grenzen zu stoßen. Zwar gibt es noch Potenzial bei Rauschverhalten und Dynamikumfang. Doch in Sachen Auflösung sehe ich nicht mehr viel Raum nach oben. Jenseits der 20 Megapixel wird die Beugungsunschärfe sehr wahrscheinlich ein unüberwindliches Hindernis darstellen, sofern die Programmierer keine Wunderwaffe dagegen erfinden. Olympus regelt nicht umsonst bei seinen Kamera im hochauflösenden Modus bei Blende ƒ8 ab. Bei 40 Megapixel nimmt der kleine Sensor über ƒ8 nur mehr Matsch auf.

Ein Drama ist die Grenze der Auflösungsfähigkeit allerdings nicht.

Mit 20 Megapixel erreicht der Fotograf ganz locker A3 bei 300ppi Auflösung. Höhere Druckauflösungen als 300ppi sind zwar möglich, bringen aber nicht mehr viel, da auch unsere Augen Grenzen im Auflösungsvermögen haben. Schärfere Details in der Wiedergabe würden also quasi in der Unschärfe unserer Augen untergehen.

Natürlich muss man mit 20MP Abstriche bei der Auflösung bei Wiedergaben über A3 machen. Doch noch bei A1 (immerhin 594×841mm) ergibt sich damit eine Auflösung von 150ppi. Wer jetzt glaubt, dass die Hälfte der empfohlenen Auflösung eine absolute Katastrophe sein muss, sollte sich einmal einen Druck eines 150-ppi-Bildes genau ansehen. Sehr genau! Denn man muss schon sehr nahe hingehen und sehr genau hinsehen, den Qualitätsmangel der geringen Auflösung zu erkennen. Aus der Distanz aus der ein A1-Poster normalerweise betrachtet wird ist die Frage ob 300ppi oder 150ppi völlig irrelevant.

Um noch einmal früher zu zitieren: Kann sich jemand erinnern vor zehn Jahren unscharfe Großflächenplakate gesehen zu haben? Damals hatten selbst professionelle Digitalkameras wie gesagt oft nur 12MP. Für ein 16-Bogen-Plakat musste diese Auflösung auf 336×238cm aufgeblasen werden. Bei 12MP ergibt sich dann eine Auflösung von 30ppi. Ist jemals jemandem aufgefallen, dass diese Plakate damals nur mit 30ppi gedruckt wurden?

Genau genommen werden sie auch heute noch mit 30ppi gedruckt, denn die Druckraster dieser Plakate sind so grob, dass mehr als 30ppi gar nichts bringen würde. Trotzdem sehen wir keinen Qualitätsmangel, da wir die Plakate aus so großer Distanz betrachten, dass unsere Augen die grobe Auflösung nicht erfassen.

Natürlich ist eine MFT-Kamera kein Arbeitsgerät für einen Werbefotografen der Motive für Plakatwände von drei und mehr Metern Breite aufnimmt. Natürlich gibt es Motive die von der präziseren Detailschärfe von Voll- und Mittelformatkameras auch bei Postern unter Plakatwandformat profitieren. Doch diese Präzision erreicht man nicht mehr indem an aus freier Hand fotografiert.

Hochauflösende Aufnahmen wirken beim Fotografieren aus freier Hand wie eine Lupe für das Zittern unserer Hände. Wer glaubt Bildstabilisierung könne das kompensieren irrt! Bildstabilisierung ermöglicht aus freier Hand bei deutlich längeren Verschlusszeiten relativ scharfe Aufnahmen. Sie ist aber gleichzeitig keine gute Zutat für absolut scharfe Aufnahmen.

Wer maximale Detailschärfe aus einem Bildsensor heraus kitzeln möchte, stellt seine Kamera am besten auf ein massives Stativ und die Bildstabilisierung ab. Nutzt man dann auch noch Spiegelvor- und Fernauslösung steht bestechend scharfen Aufnahmen nichts mehr im Wege.

Doch genau das ist nicht die Arbeitsweise für eine Kamera die auf Kompaktheit und Leichtigkeit getrimmt ist. Wer ein schweres Stativ mit zur Location schleppt hat nur mehr wenig Grund bei der Kamera und den Objektiven Gramm zu zählen.

Die Lupenwirkung der Auflösung für Verwackelung der Kamera ist übrigens auch der Grund weshalb die Sache mit dem Crop aus dem Bild schneiden wenn die Brennweite wieder einmal nicht reicht nicht so recht funktioniert, denn einen scharfen Crop gibt es nur bei einer scharfen Aufnahme. Leider werden umso mehr Aufnahmen nicht so 100% scharf ausfallen je höher die Auflösung ist.

Es gibt Mittelformatkamerasysteme mit denen sich bei fachgerechter Anwendung und dem notwendigen Aufwand Kunstwerke gestalten lassen die mit anderen Kameras unerreichbar sind. Vollformatkameras bieten Spitzenleistungen ohne, dass für sie der Preis eines Mittelklassewagens zu bezahlen ist – sie sind gut und dennoch nicht übergroß. Und es gibt kompakte Systeme wie MFT, die dadurch glänzen, dass sie auch ohne krummen Rücken professionelle Qualität bieten, auch wenn ihre Grenzen etwas enger gesteckt sind.

Freuen wir uns über die Auswahl, und dass jeder Fotograf findet, was am besten zu ihm passt, und hören wir auf Dinge zu kritisieren die außerhalb unseres individuellen Horizonts liegen. Dinge sind nicht deshalb schlecht, nur weil sie nicht das Richtige für uns sind!

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MFT ist quicklebendig!

So lange es MFT gibt wird die Plattform in regelmäßigen Abständen totgesagt. Dass das System tatsächlich quicklebendig ist hat der gestrige Tag im Vorprogramm der photokina einmal mehr bewiesen.

Panasonic hat mit der GH5 die Nachfolgerin seines Top-Modells und mit der G81 eine spritzwasserfeste Semipro-Kamera angekündigt. Olympus ergänzt die Pen-Serie um die kompakte E-PL8 (Amazon-Affiliate-Link) und stellt das neue Flaggschiff OM-D E-M1 Mk2 vor.

Das Duo Panasonic und Olympus ergänzt sich perfekt. Während Panasonic in der Regel etwas voluminösere aber leichtere MFT-Kameras mit stark funktionaler Ausrichtung baut und in Sachen Video die meisten anderen Kamerahersteller in den Sack steckt, platziert sich Olympus mit meist kompakteren Modellen die verhältnismässig schwerer sind und dadurch massiver wirken als Fotografen-zentrierte Marke mit stylisheren Modellen.

Doch ein System lebt nicht nur von Kameras. Wer seine Wahl ohne Blick auf die angebotenen Linsen macht, macht seine Rechnung ohne den Wirt. MFT ist dabei kaum eine schlechtere Wahl als die Systeme der seit Jahrzehnten etablierten Systeme.

Olympus hat gerade gestern angekündigt sein 19 Objektive umfassendes Angebot um ein preiswertes Makro (Amazon-Affiliate-Link) und zwei Pro-Objektive (25mm ƒ1.2 (Amazon-Affiliate-Link) und 12–100mm ƒ4 (Amazon-Affiliate-Link)) zu erweitern. Panasonics Objektivangebot umfasst sogar schon 27 Linsen zu denen sich bald schon drei weitere gesellen sollen: ein 12-60mm Standardzoom, ein Super-Weitwinkel mit 8-18mm und ein Telezoom mit 50-200mm – alle mit Lichtstärke 2.8–4.0. Solchen Fleiß würden die Hersteller kaum an den Tag legen wenn sie nicht an eine langfristige Zukunft ihrer Systeme glaubten.

 

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Sony a7RII vs. Olympus Pen-F

So sehr ich mein MFT-System liebe, bin ich natürlich trotzdem neugierig wie sich meine Ausrüstung im Vergleich zu den Mitbewerbern schlägt. Deshalb habe ich beispielsweise letztes Jahr meine OM-D E-M1 gegen eine Nikon D810 antreten lassen und ein paar absurde Tests ausgeführt. Für meinen heutigen Test habe ich mir eine Sony a7RII besorgt und gegen meine Pen-F in Stellung gebracht.

Anders als die E-M1 löst die Pen-F mit 20MP auf und erlaubt durch Sensor-Shifting Auflösungen von 50MP bzw. 80MP. Zwar ist Sensor-Shifting bislang nur mit Stativ und bewegungslosen Motiven einsetzbar aber die Qualität von Linsen kann man damit dennoch recht gut prüfen, weshalb ich vor Kurzem alle meine Linsen einer Test unterzog.

An der a7RII kam das FE 50mm ƒ1.8 zum Einsatz, bei der Pen-F das 12–40mm ƒ2.8. Damit habe ich mit Stativ und Selbstauslöser meinen üblichen Text-Chart mit verschiedenen Blendeneinstellungen abfotografiert.

chart

Die obere der drei Aufnahmen zeigt jeweils das Ergebnis der Sony (JPEG-Aufnahme), in der Mitte Pen-F bei 50MP (JPEG-Aufnahme) und unten Pen-F bei 80MP (RAW-Aufnahme).

Sony-a7rII_1-8
Blende ƒ1.8: Da es bei Olympus’ 12–40mm erst bei ƒ2.8 losgeht keine Vergleichsbilder der Pen-F. Der Vollständigkeit halber möchte ich das Resultat der Sony trotzdem zeigen. Überrascht hat mich, dass das doch ziemlich preiswerte Sony 50er bereits bei Offenblende kaum etwas zu wünschen übrig lässt.
Sony-a7rII_2-8
Olympus-PenF_50MP_2-8
Olympus-PenF_80MP_2-8
Blende ƒ2.8: Die Pen-F holt mit dem 12–40mm ƒ2.8 sichtbar mehr aus der Aufnahme heraus. Ob der Unterschied in der Praxis relevant wäre scheint mir aber fraglich. Sehr wahrscheinlich hätte eines von Sonys Top-Objektiven mehr als das preiswerte 50mm ƒ1.8 aus der Aufnahme herausgeholt, aber ich musste hier mit dem arbeiten was ich zur Verfügung gestellt bekommen habe.
Sony-a7rII_4-0
Olympus-PenF_50MP_4-0
Olympus-PenF_80MP_4-0
Blende ƒ4.0: Kaum ein Unterschied zu den Aufnahmen mit ƒ2.8. Beide Objektive scheinen bereits bei offener Blende eine sehr gute Schärfe zu erreichen. Der Unterschied der Helligkeit und des Weißabgleichs rührt daher, dass ich mit Tageslicht aufgenommen habe und ziehende Wolken für wechselnde Lichtverhältnisse sorgten.
Sony-a7rII_5-6
Olympus-PenF_50MP_5-6
Olympus-PenF_80MP_5-6
Blende ƒ5.6: Das Sony scheint noch immer genauso scharf wie bei ƒ4, was auch kaum anders zu erwarten ist. Bei den Olympus-Aufnahmen hingegen scheint sich bei ƒ5.6 bei diesen großen Auflösungen bereits die Beugungsunschärfe etwas bemerkbar zu machen. Es zeigt, dass die Möglichkeiten MFT-Sesnoren mit Auflösung aufzupumpen begrenzt sind.
Sony-a7rII_8-0
Olympus-PenF_50MP_8-0
Olympus-PenF_80MP_8-0
Blende ƒ8.0: Bei Sony ist die Detailschärfe noch ziemlich auf Augenhöhe mit den Aufnahmen bei größerer Blenderöffnung. Bei der Pen hingegen zeigt sich, dass die Linien jenseits der 8er Markierung kaum mehr, jenseits der 9er gar nicht mehr zu unterscheiden sind. Der Grund dafür dürfte die Beugungsunschärfe sein. Das erklärt auch weshalb Olympus die Blendeneinstellung bei hochauflösenden Aufnahmen bei ƒ8 abriegelt.
Sony-a7rII_11
Sony-a7rII_16
Sony-a7rII_22
Der Vollständigkeit halber noch die Ergebnisse der Sony bei ƒ11, ƒ16 und ƒ22. Bei ƒ11 (oben) kündigt sich an, was bei der Pen bereits bei ƒ5.6 zu sehen ist: Beugungsunschärfe trübt das Schärferesultat bereits ein bisschen. Bei einer so hohen Auflösung wie 42MP erreicht man halt auch mit Kleinbild die Grenzen früher als man das mit 16MP oder 24MP erwarten darf. Mittelformatkameras dürften hier noch keine Schwächen zeigen – aber das heißt jetzt Fahrräder mit Rennmaschinen zu vergleichen. Bei ƒ16 taucht das Resultat unter die Pen bei ƒ8, was mich überrascht, was allerdings auch daran liegen könnte, dass ich mein bestes Olympus-Zoom gegen einer preiswerte Sony Festbrennweite antreten ließ. Die untere Abbildung verdeutlicht, dass die Ergebnisse mit ƒ22 bei Vollformat auch nicht besser sind als bei einem vergleichbaren Wert von ƒ11 bei MFT.

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Pen-F: Mein Fazit

Vor knapp zwei Monaten habe ich meine ersten Eindrücke zur Pen-F in einem Artikel zusammengefasst. Daran  hat sich an und für sich nicht viel geändert, allerdings kann ich einige Ergänzungen hinzufügen.

Meine besten Kameras

Es wäre absurd zu behaupten Olympus baue DIE besten Kameras. Geht es um Spitzenwerte im High-ISO-Bereich oder immense Auflösungen sind Kleinbildkameras natürlich besser und wenn es darum geht bei sich rasend schnell bewegenden Motiven blitzschnell zuzuschnappen werden spiegellose Systemkameras nach wie vor von DSLRs ausgestochen.

Dennoch will ich behaupten, dass Olympus die besten Kameras FÜR MICH baut. Olympus’ Kamera-Bodys gehören zweifellos zu den schicksten am Markt. Für viele Fotografen mag das nicht von Bedeutung sein und ich respektiere diese Position, doch für mich ist es ein wichtiger Aspekt und manchmal wundere ich mich, dass Fotografen die ja auch Gestalter sind so Emotionslos über die Gestaltung ihrer Werkzeuge denken können.

Dabei besticht Olympus nicht nur bei der Form, sondern auch bei der Haptik. Man mag darüber streiten können ob man Fujis Retro-Interpretationen gegenüber denen von Olympus vorzieht oder ob man sich eher zu Sonys etwas innovativeren Design-Ansätzen hingezogen fühlt. Außer Frage steht für mich aber, dass kein anderer Kamerahersteller Olympus bei der Haptik das Wasser reichen kann, abgesehen natürlich von Modellen die preislich in einer komplett anderen Liga spielen.

Am Ende verhält es sich mit einem Kamerasystem wie mit Schuhen: Es geht nicht darum DAS BESTE Produkt zu finden sondern das PASSENDSTE Paar. Was nutzen schon die besten Kritiken, Spitzenleistungen im Labor, Auszeichnungen und makellose Qualität wenn sie beim Laufen ständig drücken und Blasen verursachen. So wie jeder Fuß anders ist, ist auch jeder Fotograf anders.

Wie ich bereits im ersten Artikel über die Pen-F geschrieben habe wäre sie nicht meine erste Wahl wenn ich mich für eine einzige Kamera entscheiden müsste. Müsste ich mich auf ein Modell beschränken, wäre die E-M5 II mein Favorit, wenn ich sparsam kalkulieren müsste die E-M10.

Die Kamera mit der ich generell am liebsten arbeite ist die E-M1. Ihre Haptik und Ergonomie sind für eine relativ kompakte Kamera perfekt und sie liegt auch mit den heftigsten MFT-Linsen wie Olympus’ 40–150mm oder Panasonics 100–400mm noch hervorragend in Händen. Dennoch würde ich bei einer Beschränkung auf eine Kamera einer E-M5 den Vorzug geben, weil sie eher einen Kompromiss aus Griffigkeit und Kompaktheit darstellt.

Glücklicherweise sind das für mich reine Gedankenspiele, denn ich habe das Glück mich mit mehreren Bodys ausstatten zu können und je nach Aufgabe den passenden zu wählen.

Ideale Begleiterin

Die Pen-F ist eine Straßen-, Reportage-, Reise- bzw. Immer-dabei-Kamera. Sie ist schick, kompakt, relativ unauffällig und somit eine exzellente Begleiterin, ich finde aber nicht, dass sie wirklich gut in Händen liegt – die OM-D-Modelle haben diesbezüglich einfach die Nase vorn. Allerdings ist das auch gar nicht der Anspruch der F. Vielmehr soll sie eben gut aussehen und gut einzustecken sein. Verschiedene Modelle im Angebot zu haben hat ja für einen Hersteller nur einen Sinn wenn sie Unterschiedliches leisten.

Wer gerne mit Zooms vielleicht sogar langen Teleozooms arbeitet sollte sich den Griff zur F zweimal überlegen. Schon mit dem 12–40mm-Pro-Zoom von Olympus fühlt sich die Gewichtung nicht mehr stimmig an. Natürlich verliert sie mit Zooms auch ihre Kernkompetenzen: Sie ist nicht mehr so kompakt und nicht mehr so schick.

Wer zur F greift sollte gerne mit Festbrennweiten fotografieren. Vor allem Olympus’ 12mm ƒ2.0, 17mm ƒ1.8, 25mm ƒ1.8 und 45mm ƒ1.8 sind perfekte Partner, und natürlich das exzellente 75mm ƒ1.8, das aber so etwa die maximale Größe hat die noch gut mit der F harmoniert.

Ich nutze in letzter Zeit als Objektiv für den Alltag primär Panasonics 30mm ƒ2.8 Macro, da es mir die Möglichkeit gibt auch Winzigkeiten einzufangen – die meisten Bilder unten sind damit entstanden. In Sachen Größe harmoniert dieses Objektiv gut mit der F, nicht jedoch bei der Form – Panasonic folgt einer anderen Formensprache als Olympus. Am Ende ist mir natürlich die Funktion von Kamera und Objektiv wichtiger als das schicke Design, weshalb ich darüber hinweg sehen. Es ist nur eben so, wenn ich bei gleicher Funktionalität zwischen einem schicken und einem langweiligen oder hässlichen Design wählen muss, ist es keine Frage wofür ich mich entscheide.

Creative Dial – nichts für mich

Ich war gespannt wie sich die Einstellungsmöglichkeiten in der Kamera und speziell das Creative Dial für mich in der Praxis bewähren. Es macht wirklich Spaß damit zu arbeiten, denn man muss sich während der Aufnahme noch mehr mit dem Bild auseinandersetzen. Zu Entscheidungen über Schärfentiefe, Belichtung und Belichtungskorrektur gesellen sich speziellere Fragen der Bildkorrektur. Das ist eine feine Sache, wenn man auf Bildentwicklung in der digitalen Dunkelkammer verzichtet. Doch es ist keine Frage, dass man mit RAW und individueller Entwicklung in einem guten RAW-Converter weit aus mehr und bessere Möglichkeiten hat. Schon deshalb weil ein 27-Zoll-Monitor in einem gut beleuchteten Raum um Welten besser funktioniert als ein elektronischer Schaukasten hinter einem augengroßen Loch unter der prallen Sonne.

So habe ich nach einigen Versuchen das Thema Creative Dial für mich ad Acta gelegt. Schade, denn das prägnante Einstellrad an der Front wird so mit zum reinen Zierelement.

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Super Tele: Panasonic/Leica Vario-Elmar 100–400mm

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Panasonic Lumix G Leica DG Vario-Elmar 100–400 mm / F4-6.3 ASPH. / Power O.I.S. (Abbildung: Panasonic)

Ich habe mich bislang nicht unbedingt als großer Freund besonders langer Brennweiten geoutet, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich eher selten da nach Motiven jage wo Brennweite Trumpf sind. Trotzdem gibt es auch für einen Weitwinkel-Fan gelegentlich Situationen in denen ein normales Tele nicht ausreicht. Außerdem hat man als ambitionierter Fotograf irgendwie das Gefühl nicht ganz komplett zu sein wenn sich im Objektivpark nicht auch ein Supertele befindet.

Für MFT-Fotografen sind Brennweitengiganten glücklicherweise etwas preiswerter zu haben wie bei Systemen mit größeren Bildsensoren, schließlich führt der kleine Sensor auch zu etwas, das oft als »Brennweitenverlängerung« bezeichnet wird. Olympus’ 75–300mm ist bereits für knapp unter, Panasonics 100–300mm für knapp über 500 Euro zu haben – am langen Ende des Zooms weisen beide beachtliche 600mm kleinbildäquivalente Brennweite auf.

Ich hatte mich für Panasonics Superzoom entschieden und war von der Abbildungsqualität von Beginn an beeindruckt. Aus Neugier habe ich letzten Herbst auch Olympus’ Supertelezoom getestet, es mit Panasonics 100–300mm verglichen und einen Bericht dazu verfasst. Fazit: Die beiden schenken sich wenig.

Trotzdem, dass ich Panasonics 100–300mm schätze, hatte ich es eher selten im Einsatz, denn gefährliche oder scheue Tiere stehen nicht an vorderster Stelle meines Abschussplans, und für Motive die nicht beissen oder fliehen sind so lange Rohre keine Notwendigkeit.

Im vergangenen Winter wuchs allerdings der Wunsch und die Lust im Frühjahr mit der Kamera auf Vogeljagd zu gehen, was das Panasonic-Superzoom nun vermehrt zum Einsatz brachte Leider machte der vermehrte Einsatz ein Problem augenscheinlich: Der Fokusring läuft zwar weich, er sperrt sich aber ein bisschen dagegen in Bewegung versetzt zu werden – um die Schärfe einzustellen muss immer etwas Reibungswiderstand überwunden werden. Bei Brennweiten ab 200mm KB erschwert das allerdings das Finetuning der Fokussierung. Der Spaß am Fotografieren kann einem durchaus vergehen, wenn dauernd das Motiv von dannen hüpft, während man noch die Fokussierung zu optimieren versucht oder wenn das Gros der Aufnahmen den Schärfepunkt nicht an der richtigen Stelle hat.

Bis Ende 2015 sah es bei MFT mit hochwertigen Superteles noch übel aus, was sich mit 2016 aber ändert. Olympus hat eine 300mm-ƒ4-Pro-Festbrennweite auf den Markt gebracht und Panasonic ein höherwertiges, spritzwassergeschütztes Superzoom mit Leica-Label und einem Brennweitenbereich von 100–400mm.

Nun ist die Begeisterung der Fachpresse für Olympus’ lichtstarkes 300mm Objektiv groß, doch es ist mit einem Preisschilf von 2500 Euro nicht eben ein Schnäppchen. Demgegenüber ist Panasonics 100–400mm-Zoom um 1500 Euro (Amazon-Affiliate-Link) dann doch preiswert.

Seit einigen Tagen habe ich die Möglichkeit Panasonics neues Superzoom zu testen. Ich war gespannt wie sehr sich die 100mm mehr (200mm KB mehr) in der Praxis auswirken. Und, ja: Es wirkt sich absolut aus – mehr als ich erwartet hatte. Es sind die entscheidenden Millimeter die mir bislang fehlten Robin & Co einigermaßen formatfüllend abzulichten.

Neben der längeren Brennweite und der flexibleren Einsetzbarkeit aufgrund des Zooms bietet das Panasonic gegenüber Olympus’ Supertele auch den Vorteil etwas kompakter und leichter zu sein. Spritzwasserfest und staubdicht ist das Pana dennoch und leicht ist die Linse – zumindest nach MFT-Maßstäben – trotzdem nicht. Vielmehr vermittelt es den Eindruck aus solidem Metall gefertigt und für Profis konstruiert worden zu sein. Lediglich die vorschiebbare, fix verbaute Ministrulichtblende auf die sich eine zweite Streulichtblende aufschrauben lässt ohne dabei arretierbar zu sein lässt mich etwas ratlos zurück – allerdings ist das am Ende nur ein Detail.

Nachdem ich das Objektiv nun auf zwei Ausflügen eingesetzt habe bin ich schwer begeistert. Ich würde sagen ich werde gerade vom Supertele-Skeptiker zum Supertele-Fan bekehrt. Endlich gelingt es mir ausreichend nahe an kleine Piepmatze heranzukommen vernünftige Aufnahmen von ihnen zu schießen. Dabei ist die Kompaktheit es MFT-Systems einmal mehr ein riesiger Vorteil: Vergleichbare Brennweite für APS-C oder Kleinbild sind in der Regel mehr als die Hälfte länger und bringen das zwei- bis dreifache Gewicht auf die Waage. Tatsächlich ist das 100–400mm nur unwesentlich länger als beispielsweise Nikons Standardzoom 24–70mm ƒ2.8 und sogar etwas leichter. Entsprechend komfortabel lässt es sich einsetzen.

Beeindruckt hat mich die Bildstabilisierung. Obwohl die In-Body-Stabilisierung von Olympus bekanntermaßen exzellent ist, bevorzuge ich bereits beim 100–300mm Panasonics Stabilisierung im Objektiv. Das ist beim 100–400mm nicht anders. Was sie tatsächlich leistet muss man im Grunde selber sehen um eine Vorstellung davon zu haben. Bei 800mm Kleinbild entsteht eine enorme Hebelwirkung für die geringste Unruhe beim Halten der Kamera – ohne Stativ scheint ruhiges Halten unmöglich. Umso verblüffender wie stabil das Bild im Sucher urplötzlich wird wenn durch halbes Drücken des Auslösers die Bildstabilisierung aktiv wird.

Das 100–400mm ist wirklich ein Objektiv das man mit Freude einsetzt. Und die Freude hört beim Fotografieren nicht auf. Auch die Abbildungsqualität enttäuscht nicht. Das Bokeh ist ebenso wunderbar cremig und die fokussierten Bereiche knackscharf – jedenfalls so lange die ISO-Empfindichkeit nicht zu hoch klettern oder die Verschlusszeit für die Brennweite doch zu lang wird, doch dafür kann das Objektiv nichts. Durch Einsatz eines Einbein- oder gleich eines normalen Stativs ist natürlich noch mehr raus zu holen als aus freier Hand – trotz überzeugender Bildstabilisierung.

Neben der Möglichkeit Fernes ganz nah heran zu holen glänzt das Objektiv auch durch exzellente Freistellungsqualitäten: Fokussiert auf die Naheinstellgrenze von 1,3m ergibt sich bei 400mm und ƒ6.3 ist eine Schärfentiefe von gerade einmal 1,4mm zu erzielen – selbst auf 500m fällt die Schärfentiefe noch nicht unendlich aus (sie beträgt dann 323m).

Aufgrund der für ein Supertele recht geringen Naheinstellgrenze erzielt das 100–400mm einen Abbildungsmaßstab von 1:2 und kann dementsprechend durchaus noch als Makroobjektiv durchgehen – es gibt Objektive die sich Makro auf die Hülle schreiben und das nicht erreichen.

Clevere Details am Rande: Am Objektiv befindet sich ein Schalter mittels dem man von Full–Infinity (1,3m bis unendlich) auf 5m–Infinity (5m bis unendlich) umschalten kann, was die Fokussierung beschleunigen soll. Der Ring für die Stativschelle ist fix montiert, nur der Fuß mit dem das Objektiv montiert wird, wird angeschraubt. Im Ring sind die Schalter für Bildstabilisierung und Full/5m–Infitity integriert – der Ring lässt sich trotzdem leicht drehen, so dass man bequem vom Quer- ins Hochformat wechseln kann.

Nachtrag: Mittlerweile habe ich meine Objektive einer einfachen Testreihe unterzogen. Für das 100–400mm Tele hat sich herausgestellt, dass es, so wie ein Leser angemerkt hat, am langen Ende der Brennweite bei 400mm tatsächlich nicht sonderlich scharf zeichnet. Weiters habe ich den Eindruck erhalten, dass es im Brennweitenbereich des 100–300mm auch keine besseren Ergebnisse erzielt.

Dies bestätigt für mich, dass das 100–300mm für seinen Preis sehr scharf abbilden kann. Ich persönlich ziehe dennoch das 100–400mm vor. Die Gründe sind:

  1. Die zusätzlichen 100mm scheinen mir von Vorteil auch wenn die Schärfe bei 400mm zu wünschen übrig lässt (allerdings wäre hier noch ein Test interessant, ob bei einer hochinterpollierten 300mm-Aufnahme nicht gleichwertige Resultate zu erzielen wären, den ich bislang nicht gemacht habe).
  2. Die Fokussierung scheint mir vor allem auf große Distanzen deutlich treffsicherer. Mit dem 100–300mm erzielte ich auf große Entfernungen oft Resultate die mir deutlich unschärfer erschienen als sei hätten sein dürfen; als auf kurze Distanz fokussiert. Generell scheint das 100–400mm mit AF deutlich präziser und schneller zu fokussieren als das 100–300mm.
  3. Das 100–300mm stellte für mich ein Problem bei manueller Fokussierung dar, da der Fokusring meist einen Reibungswiderstand bietet der überwunden werden muss um manuell scharfstellen zu können, was das Scharfstellen zum Geduldspiel macht und meist länger dauert als ein Vogel auf einem Platz zu sitzen bereit ist. Fokus- und Zoomring scheinen nach dem was ich im Internet las manchen Besitzern schwergängig, doch sie laufen sauber, weich und ohne Reibungswiderstand.
  4. Die Bildstabilisierung scheint mir (noch) besser (was allerdings ein wirklich subjektiver Eindruck sein kann).
  5. Die Abdichtung des Objektivs macht es möglich auch bei schlechten Witterungsverhältnissen auf den Weg zu gehen.

Nun wird darüber spekuliert, ob Olympus’ 300mm ƒ4 nicht die bessere Wahl ist. Zu seinem deutlich höheren Preis würde ich das annehmen und Olympus behauptet es sei das schärfste Objektiv das sie je gebaut haben. Allerdings ist es voluminöser und schwerer und eben eine Festbrennweite. Es ist ein Objektiv mit dem man ganz anders arbeitet – es ist ein ganz anderes Objektiv. Das 100–400mm Panasonic ist trotz seines immensen Brennweitenumfangs ein Objektiv das man gut auf ausdauernden Fotosafari mitnehmen und mit dem man gut aus freier Hand fotografieren kann. Das Zoom macht es flexibel genug auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Olympus’ 300mm ƒ4 ist eher ein Objektiv für geduldige Fotografen die sich an einem Platz niederlassen und auf ihr Motiv in einer bestimmten Entfernung warten.

Geht es rein um ein Verhältnis von Schärfe zu Preis ist das 100–300mm die deutlich bessere Wahl. Ob die Vorteile des 100–400mm den empfindlichen Mehrpreis rechtfertigen muss jeder für sich entscheiden.

Ein Leser schrieb er überlege mit Panasonics 100–300mm oder 100–400mm ein Olympus 75–300mm ersetzen. Nach meiner Erfahrung die ich in einem Bericht geteilt habe halte ich das nicht für sinnvoll, da sich jedenfalls 100–300mm und 75–300mm in der Praxis nicht viel schenken und auch dxomark.com wertet die beiden Linsen etwa gleich.

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Tethered Shooting mit der Olympus OM-D E-M1

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Von »Tethered Shooting« spricht man, wenn die Kamera direkt an einen Computer angeschlossen wird, so dass die Aufnahmen direkt darauf übertragen und gleich gesichtet oder bearbeitet werden können, also ohne Umweg über eine Speicherkarte.

Ich habe vor einigen Jahren mit Capture One und meinen damaligen Nikons damit experimentiert, fand es allerdings nicht besonders angenehm mit der Kamera an einem Kabel zu hängen. Eine Notwendigkeit Bilder umgehend auf dem Computer zu sehen gibt es bei mir nicht, so dass ich das Thema nicht weiter verfolgt habe. An und für sich bin ich auch davon ausgegangen, dass Tethered Shooting mit Olympus’ Systemkameras nicht ohne Weiteres möglich ist – Capture One unterstützt es jedenfalls nicht.

Zufällig stolperte ich vor Kurzem darüber, dass Olympus mit Olympus Capture ein eigenes Programm zur Verbindung der Kamera mit dem Computer anbietet und da ich im Moment gerade eine Serie an Selbstporträts mache, bot es sich an das Programm zu testen. Also die kostenlose Software heruntergeladen, installiert und die Kamera angeschlossen.

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Unterstützt wird Tethered Shooting von der OM-D E-M5 Mk2 und der E-M1 ab Firmware 2.1 – ob auch andere Apparate wie die E-M10 unterstützt werden ist mir nicht bekannt. Die Arbeit damit ist simpel und weitgehend selbsterklärend. Kamera per USB-Kabel an den Computer anschließen, die dann angezeigte Option für das Tethered Shooting wählen und am Computer Olympus Capture starten.

Ich habe mich bei der Speicheroption für »SD+PC« entschieden (dazu muss dann der Speicherort gewählt werden) und »automatisch in Olympus Viewer 3 öffnen« aktiviert. Die Kamera lässt sich anschließend in vollem Umfang vom Computer aus steuern, sogar die Blitze für Olympus’ RC-System zum kabellosen Blitzen lässt sich ohne Einschränkung über das Interface einstellen. Das AF-Messfeld wird mit der Maus an die Stelle, auf die fokussiert werden soll, gezogen.

Olympus Capture selbst kann zwar das eben aufgenommene Bild in einem eigenen Fenster anzeigen, allerdings ohne ein Histogramm der Aufnahme. Ein Histogrammfenster gibt es zwar, aber es zeigt das Histogramm der LiveView-Vorschau. Beim Blitzen im Studio ist allerdings das Histogramm der Vorschau uninteressant, denn für die Belichtung sorgt der Blitz. Deshalb lasse ich Bilder eben automatisch in Olympus Viewer anzeigen, denn dort sehe ich das Histogramm der Aufnahme. Im Screenshot unten sieht man rechts das Steuerfenster für die Kamera, die obere Hälfte links daneben bildet das Vorschaufenster von Olympus Capture, unten links das Olympus-Viewer-Fenster mit Histogramm.

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Alternativ wäre es auch möglich Capture One mit einer Session laufen zu lassen und die Bilder dann damit im Ordner in dem Olympus Capture sie ablegt zu sichten – es fehlt dann allerdings die Option Bilder automatisch anzuzeigen.

Auch wenn wie gesagt Tethered Shooting für mich keine besondere Bedeutung hat, werde ich es in Zukunft für gelegentliche Tabletop-Aufnahmen sicher froh darüber sein. Auf jeden Fall eine sehr komfortable und intuitiv bedienbare Möglichkeit direkt in den Computer zu fotografieren und ein Grund mehr meine Olys zu lieben.

PS: Falls euch mein Blog gefällt, euch Artikel und Tutorials helfen und ihr mein Engagement unterstützen wollt, könnt ihr das ohne einen Cent auszugeben. Einfach beim nächsten Amazon-Einkauf über einen Affiliate-Link hier im Blog einsteigen und ich erhalte eine kleine Provision die euch natürlich nichts kostet. Oder ihr habt eines meiner Bücher gelesen und findet es gut und empfehlenswert: Viele Leute informieren sich via Amazon (auch Leute die nicht dort einkaufen) und jede gute Rezension ist eine riesige Hilfe für den Autor (als Kunde kann man auch Produkte rezensieren die man nicht dort gekauft hat). Danke.

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Olympus OM-D E-M1 Update-Probleme

Seit einiger Zeit steht für die Olympus OM-D E-M1 ein umfangreiches Firmware-Update zur Verfügung. Es handelt sich dabei nicht um eine schlichte Systempflege die Fehler beseitigt, sondern die E-M1 wird um einige Funktionen erweitert:

  • Fokus-Belichtungsreihen
  • Focus Stacking
  • Lautlose Aufnahmen
  • Simulierter optischer Sucher
  • 4K wurde für Zeitrafferaufnahmen zu Intervallvideo hinzugefügt
  • Wesentliche Optimierungen für erhöhte Benutzerfreundlichkeit
  • Die Farbe und die Stärke der Focus Peaking-Einstell. können angepasst werden.
  • Einstellung »Menü erneut aufrufen«
  • und einige Details mehr

Gestern fand ich endlich die Zeit das Update aufzuspielen, was bei Olympus über die Computer-Software Olympus Digital Kamera Updater geschieht. Leider endeten meine Versuche mit der Fehlermeldung »Fehler bei der Kommunikation mit der Kamera. (0xFFFFFFFC)«. Meine Recherchen dazu führten mich unter anderem zu einer Beschreibung aller Dinge die rund um ein Firmware-Udate bei Olympus’ Kameras wichtig sein könnten, von Autoren-Kollege Reinhard Wagner im oly-forum.

Was bei mir am Ende zur Lösung des Problems führte war ein erneutes Herunterladen und Installieren des Olympus Digital Kamera Updaters. Downloads für Mac und Windows stehen hier zur Verfügung.

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Olympus OM-D E-M10 – die ideale Einsteigerkamera

Mein erstes spontan und planlos aufgenommenes Video-Kamera-Review ist etwas holprig geworden und ich musste es arg zusammenschneiden. Ich bin mir noch nicht sicher ob solche Video-Reviews eine Zukunft für mich haben. Zwar hat es Vorteile in Form eines Videos vorführen zu können wie ein Produkt aussieht und funktioniert, bleibt aber die Frage was euch, liebe Besucher, Leser und Zuschauer lieber ist. Sachdienliche Rückmeldungen ob Video gut oder geschriebener Bericht besser ist sind deshalb sehr willkommen.

Zur Kamera in aller Kürze: Die E-M10 MkII ist eine selbst für einen Oly-Fan wie mich überraschend coole Kamera. Auch wenn es schon einige Monate her ist, dass ich die MkI in Händen hatte, glaube ich doch mich rückblickend zu erinnern, dass deren Haptik zwar auch OK aber nicht so überzeugend wie bei der MkII war. Tatsächlich empfinde ich die E-M10 MkII in Händen in Sachen Solidität und Materialeindruck absolut auf Augenhöhe mit einer E-M5 oder E-M1, auch wenn es einen funktionalen und praktischen Unterschied gibt: Die E-M10 ist nicht gegen Feuchtigkeit und Staub abgedichtet (im Video spreche ich zweimal von »abgedeckt«, was natürlich nicht ganz richtig benannt ist).

Die Kamera ist kaum größer als eine Pen E-PL7 und somit absolut alltagsbegleitungstauglich. Würde ich mir heute noch einmal eine Begleiterin für immer-dabei kaufen käme ich schwer ins Grübeln ob es die E-M10 oder E-PL7 sein soll.

Die Einstellräder wirken wie kleine Türmchen auf der Kamera was ein bisschen witzig aussieht, funktional aber absolut seine Berechtigung hat, denn so sind sie gut zu ertasten und da der Aufbau für den Sucher noch etwas höher ist, tragen die Türmchen an sich nicht zusätzlich auf. Die Räder haben eine gute Haptik – kein Vergleich zu dem was Panasonic oft an billigen Plastik dafür verbaut – und laufen extrem smooth. Einerseits rasten sie absolut deutlich ein andererseits vermitteln sie den Eindruck nicht den geringsten Widerstand zu bieten – auch das im Gegensatz zum Rad einer Lumix GM5. Dabei hat sich meine erste Befürchtung, die Räder ließen sich zu leicht versehentlich verstellen in der Praxis überhaupt nicht bestätigt. Von daher muss ich wohl auch in meiner Einschätzung der OM-D E-M5 MkII zurückrudern, denn auch dort hegte ich den Verdacht die Räder seien zu leichtgängig.

Ansonsten gilt in meinen Augen für die E-M10 MkII dasselbe wie für die MkI: Sie ist die ideale Einsteigerkamera für alle die mehr als ein Telefon oder eine Kompakte zum Fotografieren wünschen.

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Sony oder Olympus?

Gestern erreichte mich eine interessante Frage eines Lesers:

»Ich bin kurz davor in eine neue (Semi)-Profi Kameraausrüstung zu investieren. … Nachdem ich mir diverse Systeme angeschaut habe, stehen nun für mich die Systemkameras von Olympus und Sony im grossen Finale. … Gerne würde ich noch weitere Erfahrung von Ihnen zu Olympus hören.«

Sonys Spiegellose bekommen viel begeisterten Beifall und mit Zeiss als Partner steht die Qualität der Optiken wohl außer Frage. Es ist auch kein Geheimnis, dass Sony die besten Sensoren baut – auch Nikon und Olympus vertrauen darauf.

Betrachtet man die reine Bildqualität haben Sonys Kleinbild- gegenüber Olympus’ MFT-Kameras zweifellos die Nase vorne – ein größerer Sensor ist ein größerer Sensor. Der größere Bildwandler bringt auch den Vorteil geringerer Schärfentiefe, was allerdings nicht generell ein Vorteil ist.

Obwohl sich der qualitative Unterschied zwischen kleineren und größeren Sensoren nicht von der Hand weisen lässt, sollte man sie nicht überbewerten. Wir sprechen hier vom Unterschied zwischen Phantastisch und noch ein bisschen besser als Phantastisch. Meist ist der Vorteil größerer Sensoren eher mess- als sichtbar. Vor allem so lange man keine hohen Auflösungen für Prints in Formaten von deutlich über A3 benötigt, und es sich nicht um Motive handelt in denen Details und feine Strukturen eine zentrale Rolle spielen können.

Fotografieren wir Landschaften oder Architektur darf durchaus davon ausgegangen werden, dass interessierte Betrachter gelegentlich einzelne Details in Augenschein nehmen, und dazu ganz nah an den Print herantreten. Bei kräftiger Vergrößerung würden dann Unschärfe oder pixelige Strukturen den Bildeindruck stören.

Bei vielen anderen Motiven jedoch ist eine solche Detailuntersuchung kaum zu erwarten – wer sollte schon Interesse haben die Hautstrukturen eines Porträts unter die Lupe zu nehmen (außer vielleicht ein Hautarzt). Beträgt der Betrachtungsabstand eine Armlänge und mehr spielt die Auflösung kaum mehr eine Rolle – ein Unterschied zwischen einem Print mit 150ppi und einem mit 300ppi ist praktisch nicht mehr zu erkennen. Dies habe ich beispielsweise in meinem Buch »Grafik und Gestaltung« mit mehreren Abbildungen demonstriert (für alle die das Buch zufällig besitzen). Bei der Distanz aus der man Poster üblicherweise betrachtet ist auch zwischen 72ppi und 300ppi kein Unterschied mehr zu erkennen.

Bis A3 dürfte der Qualitätsunterschied von Kleinbild- und MFT-Kameras auch bei 300ppi kaum relevant sein. Die Brillanz der Linsen und die Präzision der Aufnahme spielt dabei in der Regel die größere Rolle. Die praktische Frage bei der Entscheidung für eine Kamera ist für mich deshalb nicht »wie viel Auflösung kann ich kriegen?« sondern »wie viel Auflösung brauche ich?«

Mehr Auflösung als man braucht ist kontraproduktiv, denn zu viel Auflösung ist überflüssiger Ballast bei der Bildbearbeitung. Festplatten gehen ebenso rascher über, wie Prozessoren unter der Datenlast stöhnen und die Workflows der RAW-Konverter zähflüssiger werden lassen.

Die große Stärke von MFT und der Grund weshalb ich mich dafür entschieden habe und glücklich damit bin, ist die Kompaktheit des Systems. Sony mag noch so kompakte Kleinbildkameras bauen, die Optiken werden immer größer und schwerer sein als bei Olympus und Panasonic, und zwar deutlich. Ist man häufig unterwegs und beabsichtigt mehr als nur eine Kamera mit einem Objektiv dabei zu haben, darf man MFT keinesfalls außer Acht lassen. Deshalb frage ich immer zuerst nach der Bedeutung von Transportabilität, wenn ich um einen Tipp bezüglich Kamerakauf gebeten werde.

Hat Mobilität keine Bedeutung, fotografiert man in erster Linie daheim oder im Studio, beabsichtigt auch Locations unterwegs bequem mit dem Auto anzufahren und spielt Mobilität somit generell keine Rolle, fehlen die Argumente pro MFT und es gibt gute Gründe anderen Systemen den Vorzug zu geben. Doch wenn es um den optimalen Kompromiss aus Abbildungsqualität, Möglichkeiten und Transportabilität eines Systems geht, ist MFT unschlagbar.

»… Sony bietet einen genialen Vollformatsensor mit 42 Megapixel … Wenn ich jetzt investiere, will ich eine gewisse Nachhaltigkeit erreichen und mir möglichst viele Einsatzmöglichkeiten offen halten.

Bezüglich Print werde ich mich je nachdem zwischen A4 und F12 bewegen aber auch die Auflösung bei Bildschirmen wird immer höher und die Anforderung an hochaufgelöste Bilder/Videos in 4K ist keine Zukunftsmusik mehr.

… Jedoch ist da der kleinere MTF Sensor und auch die Technik im Gehäuse ist nicht ganz so fortschrittlich wie Sony.«

Wenn ich das korrekt deute, liegt die Präferenz bei Sony. Ich kann nur raten dem persönlichen Bauchgefühl zu folgen. Kein Hersteller baut schlechte Kameras, alle haben Stärken und Schwächen, jeder Fotograf jagt andere Motive, fotografiert anders und hat individuelle Vorlieben. Entscheidungen gegen den Bauch gehen meist schief, mögen sie rational noch so gut begründet scheinen. Auch wenn sich das viele Kamerakäufer wünschen würden: Die generell beste Kamera gibt es nicht. Vielmehr muss man nach der Kamera suchen, die für einen selbst am besten passt.

F12 ist ein recht großes Format (268,5 cm × 128 cm, ein Plakatformat in der Schweiz – musste erst einmal googeln) für das die hohe Auflösung einer Sony A7R II durchaus sinnvoll ist. Zwar bietet Olympus mit der Pixel-Shift-Funkion eine vergleichbare Auflösung, allerdings bislang nur für unbewegte Motive und mit Stativ (man munkelt die E-M1 II solle Pixel-Shift auch aus freier Hand möglich machen).

Dass 4K- und 5K-Monitore im Anflug sind ist Tatsache. Ich weiß die feine Auflösung des Retina-Displays meines MacBooks zu schätzen, allerdings eher in Bezug auf die Darstellung von Text, Schrift und Vektorgrafiken. Bei der Betrachtung von Fotos hingegen ist der Unterschied zu geringer aufgelösten Displays zu vernachlässigen. Gerade aus der Distanz aus der Betrachter Fotos bei einer Diashow folgen ist eine geringere als für das Medium optimale Auflösung in der Regel kein Problem, ein Unterschied nicht wahrnehmbar.

Die Ansicht, dass Sony gegenüber Olympus überlegene Technik verbaut teile ich nicht. Zwar genießt Sony den Ruf der innovativste Kamerahersteller zu sein, doch ich sehe es wie Steve Huffs der Olympus für den eigentlichen Innovator der Branche hält. Olympus hatte als erstes Live-View, als erstes Sensorreinigung (und lange Zeit, vielleicht noch heute, die effizienteste), Olympus hat zusammen mit Panasonic das Segment der Spiegellose Systemkameras erfunden, hat mit Pixel-Shift in den Massenmarkt eingeführt, hat den Retro-Trend begründet, hat lange vor Sony 5-Achsen-Bildstabilisierung geboten und gilt damit als Branchenprimus. Sony ist innovativ, keine Frage, aber Olympus kaum weniger.

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