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M.Zuiko 12–100mm ƒ4 – das Universalzoom

Das Olympus M.Zuiko 12–40 ƒ2.8 ist Olympus’ exzellentes Standardzoom für anspruchsvolle MFT-Fotografen. Allerdings weiß jeder auch nur etwas erfahrene Fotograf, dass man mit 40mm MFT (80mm KB) rasch an die Grenzen des Erreichbaren kommt. Tiere die auch nur die geringste Scheu haben Menschen an sich heran zu lassen, sind kaum einzufangen. Auch beim Sport wird es abseits von Poolbillard und Schach schwer die Distanz zum Sportler zu überbrücken.

Universalzooms sind diesbezüglich deutlich flexibler einsetzbar, reichen sie doch weit in den Tele-Bereich, ohne das beispielsweise für Landschaft oft unverzichtbare Weitwinkel zu vernachlässigen.

Für MFT-Fotografen stellt derzeit das Olympus M.Zuiko 12–100 ƒ4 (Olympus | Amazon) die beste Wahl für ein Universal- bzw. Telezoom dar. Anders als bei anderen Zooms und Festbrennweiten gibt es im Moment noch keine wirkliche Alternative dazu von Panasonic. Auch außerhalb von MFT findet sich Vergleichbares. Weder Canon noch Nikon noch einer der Drittanhersteller bietet ein Zoom mit einem äquivalenten Brennweitenbereich bei vergleichbarer Lichtstärke und mit Abdichtung gegen Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser an. Einzig und allein Sony hat mit dem  FE 24–240mm ƒ3.5–6.3 einen heißen Mitbewerber im Sack – etwas preiswerter, etwas schwerer, ebenso abgedichtet, etwas mehr Zoom, deutlich weniger Lichtstärke.

Wer gerne durch die Natur pirscht, Landschaften ebenso wie Tiere ablichten möchte, nicht aber wie ich zwei Kameras umgehängt haben will, der ist mit dem 12–100 optimal bedient. Zwar bietet das 12–40mm ƒ2.8 etwas mehr Lichtstärke, doch in Sachen universeller Einsetzbarkeit hat das 12–100 in vielen Situationen die Nase vorne. Der Abbildungsmaßstab – 0,3× MFT = 0,6× KB-üquivalent –  ist bei beiden identisch und führt somit auch dieses nahe an den Bereich der Makrofotografie heran. Echtes Makro ist das zwar genau genommen nicht, das hindert Sigma aber nicht daran Objektive mit einem geringeren Abbildungsmaßstab mit dem Label Macro zu versehen.

Abbildungsqualität, Detailschärfe, Bokeh und Haptik des Objektivs sind auf gewohnt tadellos hohem Olympus-Pro-Niveau. Anders als das 12–40mm enthält es eine zusätzliche Bildstabilisierung und unterstützt Sync-IS, will heißen, dass sowohl Objektiv als auch Sensor gemeinsam stabilisiert werden, wodurch laut Olympus 6,5 Blendenstufen kompensiert werden können, und ich hege keinen Zweifel daran, dass das stimmt, habe ich selbst doch bereirs aus freier Hand zwei und drei Sekunden lange Belichtungen mit nur moderater Unschärfe gehalten.

Leider komme ich selbst viel zu selten in den Genuss damit zu Fotografieren. Seit meine Frau einmal damit auf der Pirsch war, kann ich es nur mehr heimlich oder gegen den Protest in ihren Augen an mich nehmen.

Auch für dieses Objektiv nutze ich für Langzeitbelichtungen einen ND1000 Filter von Haida (Amazon) und einen Polfilter von Hoya (Amazon). Die Frontlinse schütze ich mit einem UV-Filter von Hoya (Amazon).

Anmerkung: Sämtliche Produkte die ich vorstelle habe ich selbst erworben und in Verwendung. Es gibt keine von den Herstellern zur Verfügung gestellte oder gesponserte Produkte oder Berichte. Links zu Amazon sind in der Regel Affiliate-Links. Bei Einkäufen die auf die Verlinkung folgen fallen ein paar Prozent für mich ab. Das hilft den Blog und seine Inhalte zu finanzieren. Andere Links sind frei von Provisionen oder Umsatzbeteiligungen, ausgenommen natürlich bei der eingeblendeten Google-Werbung.

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12–40mm ƒ2.8 – Brot und Butter

Das Brot-und-Butter-Zoom für anspruchsvolle Vollformat-Fotografen ist üblicherweise das 24–70mm ƒ2.8. Bei Nikon ist das etwa 15cm lang und wiegt ein Kilo, bei Canon etwa 11cm und 805g und bei Sony knapp 14cm bei knapp 900g. Das Olympus M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 (Olympus | Amazon) entspricht 24–80mm KB, ist 8,4cm lang und wieg 382g. Natürlich hinkt der Vergleich zwischen MFT und Vollformat immer ein bisschen. Doch das Olympus-Objektiv ist nicht nur viel kleiner und leichter als die Vollformate, es kostet auch nicht einmal die Hälfte (als ich den Artikel schreibe liegt der Preis bei Amazon deutlich höher als in Olympus’ Webshop).

Das M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 gehört zu den besten MFT-Linsen, wird bei DxO als bestes MFT-Zoom gelistet. Es hat eine großartige Haptik, Zoom und Fokussierung laufen perfekt, das Umschalten von AF auf MF funktioniert indem der Fokusring etwas nach hinten gezogen wird, was dann auch eine Fokussierungsskala zum Vorschein bringt (bei den kompakten MFT-Objektiven allerdings etwas mir Vorsicht zu genießen). Wie alle Pro-Objektive von Olympus ist es hervorragend gegen Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser abgedeckt. Allerdings muss auch erwähnt sein, dass die edle Metalloberfläche und vor allem die gerippten metallenen Fokus- und Zoomringe deutlich empfindlicher gegenüber Kratzern sind als schnöder Hartplastik.

Sein Abbildungsmaßstab von 0,3× (= 0,6× umgerechnet auf KB) rückt das Objektiv schon nahe an den Makro-Bereich heran und macht es damit besonders vielseitig einsetzbar. Nicht nur die Detailschärfe befindet sich auf exzellentem Niveau, auch das Bokeh ist bezaubernd. Neben dem Olympus 300mm ƒ4 ist es das Objektiv das ich in der Praxis am häufigsten im Einsatz habe – deutlich dahinter folgt dann das 40–150mm ƒ2.8.

Eine Schwäche stellt wie so oft bei Olympus der Objektivdeckel dar. Bei mir ist er schon nach kurzer Zeit in seine Einzelteile zerfallen. Die Reparatur habe ich kurzer Hand mit Superkleber ausgeführt, was sein Leben um knapp 4 Jahre verlängert hat. Mittlerweile hat er aber endgültig das Zeitliche gesegnet und ich habe ihn, wie bei vielen anderen durch eine Abdeckung von Panasonic (Amazon) ersetzt. Dieser funktioniert nicht nur einwandfrei, sondern kostet nicht einmal die Hälfte des Olympus-Originals.

Für Langzeitbelichtungen setze ich einen ND1000 Filter von Haida ein (Amazon), gelegentlich kommt ein Polfilter von Hoya (Amazon) zum Einsatz. Die Frontlinse schütze ich seit einiger Zeit mit einem UV-Filter von Hoya (Amazon).

Vor ein- oder zwei Jahren fiel mir das Objektiv einmal zu Boden und nahm Schaden. Danach lag die Schärfeebene schief. Glücklicherweise konnte es durch Olympus einwandfrei repariert werden, ebenso wie Olympus erst jüngst einen Kratzer im 300mm ƒ4 repariert hat. Ein Hoch auf den Olympus-Service!

Anmerkung: Sämtliche Produkte die ich vorstelle habe ich selbst erworben und in Verwendung. Es gibt keine von den Herstellern zur Verfügung gestellte oder gesponserte Produkte oder Berichte. Links zu Amazon sind in der Regel Affiliate-Links. Bei Einkäufen die auf die Verlinkung folgen fallen ein paar Prozent für mich ab. Das hilft den Blog und seine Inhalte zu finanzieren. Andere Links sind frei von Provisionen oder Umsatzbeteiligungen, ausgenommen natürlich bei der eingeblendeten Google-Werbung.

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Lumix 20mm ƒ1.7 – starkes Pancake

Meinen ersten realen Kontakt mit einer MFT-Linse hatte ich mit dem Panasonic Lumix G 20mm ƒ1.7 (Panasonic | Amazon). Ich fotografierte damals noch mit Vollformat. Freunde hatten mich gebeten einen Foto-Workshop mit ihnen zu machen und eine Fotografin hatte eine Pen mit diesem Objektiv dabei. Ich wusste natürlich, dass der kleine Sensor der MFT-Kamera für vergleichsweise große Schärfentiefe sorgt, und war von der Qualität des Bokehs ihrer Aufnahmen umso mehr überrascht, selbst bei einer Ablichtung einiger Kinder von Kopf bis Fuß.

2011 habe ich dann mit der Lumix G3 eine erste MFT-Kamera gekauft, als kompakten dritten Apparat neben einer Nikon D700 und Nikon D80, und mit ihm die erste Generation des Lumix 20mm G 20mm ƒ1.7.

Seither habe ich meine MFT-Ausrüstung auf über ein Dutzend Objektive aufgerüstet und das 20mm ƒ1.7 kommt nicht mehr so häufig zum Einsatz. Hergeben würde ich es trotzdem auf keinen Fall, denn die Detailschärfe des Objektivs ist exzellente (siehe auch dxomark.com-Lens-Database – die DXO-Bewertung fällt für das 20er an einer E-M1 ii nur geringfügig niedriger aus als für Nikons DX-35mm-1.8 an einer D500).

Das Bokeh ist schön weich und die Lichtstärke gut. Darüber hinaus stammt es aus einer Zeit als sich Olympus und Panasonic noch mühten das kompakte MFT-System mit flachen Pancake-Objektiven besonders kompakt auszustatten. Der Preis von etwa 300 Euro scheint mir deshalb durchaus angemessen.

Zugegeben ist 40mm eine für Fotografen etwas seltsame Brennweite. Traditionell erwarten wir von Festbrennweiten, dass sie 24mm, 28mm, 35mm und 50mm KB haben. Olympus kommt dem mit 12mm (≈24mm KB), 17mm (≈35mm KB) und 25mm (≈50mm KB) entgegen. Panasonic geht da mit einem 15mm und dem 20mm etwas eigene Wege.

Auch bei der Lichtstärke wirken 1.7 heute etwas eigenartig, sind wir doch gewohnt, dass die Schritte 1.4, 1.8, 2.0 verlaufen.

Die 40mm KB sind der klassischen Reportage-Brennweite von 35mm noch relativ nahe – man befindet sich irgendwo zwischen diesem moderaten Weitwinkel und der flexiblen Normalbrennweite von 50mm KB. Wer damit nicht fotografieren kann, kann nicht fotografieren. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es kaum eine andere Möglichkeit als mit Festbrennweite zu arbeiten und 35mm gehörte zu den Standards.

2011 fuhr ich zwei Wochen mit dem Roadster durch Österreich und hatte nichts anderes als die Lumix G3 und das 20mm ƒ1.7 dabei (ich berichtete hier).

Aufgerüstet habe ich das Objektiv mit einer aufschraubbaren Aluminium-Streulichtblende von JCC (Amazon), die ihm bei einem Sturz wahrscheinlich einmal das Leben gerettet hat. Heute schütze ich die Frontlinse zusätzlich durch einen Hoya Pro1 UV-Filter (Amazon). Als Polfilter nutze ich einen Hoya Pro1 PL-C (Amazon), für  Lanzeitbelichtungen einen Haida Pro II Variabler Graufilter (Amazon – zur Zeit als ich den Artikel schreibe leider nirgends verfügbar).

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UV-Filter Schärfetest

Vor knapp einem Monat habe ich im Artikel »Drei Meinungen über Fotografie die ich in letzter Zeit änderte« berichtet, dass ich vor kurzem einen Kratzer in meinem geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4.0 entdeckte und daraufhin beschloss sämtliche Objektive mit UV-Filtern auszustatten. Nebenbei sei verraten, dass Olympus mir ein Happy End bescherte, indem es das Objektiv einwandfrei reparierte, und das zu einem Preis von 250 Euro – deutlich weniger als ich erwartet bzw. befürchtet hatte.

Nach einiger Recherche entschied ich mich für Hoya UV Pro1 Digital-Filter (Amazon Affiliate Link). Nun hatte ich bereits nach der Bestellung eines ersten Filters einen Test durchgeführt und praktisch keinen nennenswerten Unterschied der Detailschärfe mit oder ohne Filter erkennen können.

Ich wollte es aber noch etwas genauer wissen und habe mich deshalb von einem von Roger Cicala durchgeführten Filtertest zu einem eigenen Aufbau inspirieren lassen. Cicala hat zum Einen 50 UV-Filter übereinander geschraubt um die Auswirkungen von so viel Glas auf die Abbildungsqualität zu demonstrieren, und zum Anderen Testaufnahmen mit einmal fünf hochwertigen Filtern übereinander und einmal fünf billigen Filtern übereinander gemacht.

Das clevere an diesem Testaufbau ist, dass sich eine Reduzierung der Detailschärfe die mit einem Filter kaum zu erkennen ist, bei fünf Filtern natürlich verfünffacht und entsprechend deutlicher ausfällt.

Als Objektiv für den Test habe ich das Panaleica 15mm ƒ1.7 (Panasonic | Amazon) gewählt. Dieses gehört laut dxomark.com zu den  besten MFT-Linsen, und mit 46 Millimeter hat es einen Filterdurchmesser für den ich die meisten UV-Filter habe. Also habe ich die vier Filter übereinander geschraubt und der Reihe nach je eine Aufnahme mit vier Filtern, drei, zwei, einem und ohne gemacht. Genutzt habe ich dabei den High-Res-Modus der Pen-F, das heißt die Bilder sind mit 50 Megapixel aufgelöst.

Was mich überrascht hat, ist, dass auch zwischen den Aufnahmen ohne und mit vier Filtern nur geringe Unterschiede zu erkennen sind, und das eben bei einer Auflösung von 50MP. Ich darf wohl daraus ableiten, dass bei den 16MP bis 20MP meiner MFT-Kameras mit einem einzigen Filter überhaupt kein Schärfeverlust zu erwarten ist. Das sagt natürlich noch nichts über eine verstärkte Neigung zu Geisterbildern oder Blendenflecken aus, doch zumindest diesbezüglich muss ich demnach nichts befürchten.

Die Abbildungen unten zeigen 1500 Pixel breite und 1000 Pixel hohe 100-%-Ausschnitte der vier Testaufnahmen. Hier sind die Originale zum Herunterladen: ZIP-Archiv mit 111MB.

Aufnahme ohne UV-Filter
Aufnahme ohne UV-Filter
Aufnahme mit einem UV-Filter
Aufnahme mit einem UV-Filter
Aufnahme mit zwei UV-Filtern
Aufnahme mit zwei UV-Filtern
Aufnahme mit drei UV-Filtern
Aufnahme mit drei UV-Filtern
Aufnahme mit vier UV-Filtern
Aufnahme mit vier UV-Filtern

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MFT-Super-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 7–14mm ƒ2.8 Pro

Wie bei allen Olympus M.Zuiko-Pro-Objektiven (Olympus | Amazon) gibt es auch am 7–14mm ƒ2.8 wenig zu tadeln, mit einer Ausnahme vielleicht: In Sachen Volumen und Gewicht führt es den Gedanken von MFT, ein im Vergleich zu APS-C oder gar Kleinbild ideales System für Unterwegs zu sein, ein bisschen ad Absurdum. Im Vergleich zu Nikons 14–24mm ƒ2.8 und seinen 1000g und 13cm Länge scheinen die 534g und 10,5cm zwar moderat, doch man darf nicht außer Acht lassen, dass dafür der Sensor gerade einmal etwa ein Viertel der Fläche des Vollformats hat.

Mit der Leichtigkeit von MFT-Objektiven wie dem M.Zuiko 9–18mm oder gar der winzigen aber exzellenten 12mm ƒ2.8 Festbrennweite kann das 7–14mm Pro in Sachen Trage- und Transportkomfort jedenfalls nicht mithalten. Eine Alltagstauglichkeit an einer Immer-dabei-Kamera – zum Beispiel der Pen-F, E-M10 oder E-M5 – in einer kompakten Kameratasche ist von diesem Pro-Boliden nicht zu erwarten.

Deshalb begleitet mich bei Ausflügen in meiner Heimat in der Regel auch das preiswertere und kompaktere Weitwinkelzoom, denn wie schon im oben verlinkten Artikel über das 9–18mm angemerkt: Das 7–14 mag beim Ablichten von Testcharts sichtbar bessere Ergebnisse erzielen, doch weder einem digitalen noch einem analogen Abzug wird irgendjemand ohne Studium der Metadaten ansehen, ob das eine oder andere Objektiv zum Einsatz kam.

Hinzu kommt, dass der extremere Weitwinkel von 7mm MFT hierzulande kaum einzusetzen ist, ohne dass irgendwo am Rand eine Hochspannungsleitung oder irgendein anderer nicht besonders attraktiver Zeuge menschlicher Zivilisation ins Bild hinein lugt.

Müsste ich – aus welchem Grund auch immer – einen Teil meiner Objektive abbauen, das 7–14 würde zu jenen gehören von denen ich mich am leichtesten trennen könnte. Das ist keine Aussage über die Qualität der Linse, sondern lediglich über die praktische Bedeutung die sie für mich hat und die Häufigkeit mit der ich sie einsetze.

Glücklicherweise zeichnet sich eine solche Bürde aktuell nicht ab, und so kann ich mich auch weiterhin freuen das 7–14mm mit auf Reisen in Regionen zu nehmen, in denen die menschliche Kultur weniger Störelemente in der Landschaft platziert als hier im dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal. In Island beispielsweise hätte ich die zusätzlichen 2mm immer wieder gebrauchen können, da ich mit dem 9–18mm oft an die Grenzen des Blickwinkels stieß (das 7–14mm hatte ich damals noch nicht).

Andererseits darf im Vergleich auch nicht unerwähnt bleiben, dass die zusätzlichen 4mm am langen Ende der Brennweite des kompakteren Objektivs durchaus auch seine Vorzüge haben. Während die 14mm des einen (28mm bei Kleinbild) noch tief im Weitwinkel verwurzelt sind, gehen die 18mm des anderen (36mm Kleinbild) schon in Richtung einer Normalbrennweite und sind auf Augenhöhe mit dem klassischen Standard der Reportagefotografie: 35mm.

Vorzug des 7-14mm Pro Objektivs ist dem gegenüber natürlich die Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Allerdings mag die Frage berechtigt sein, wie häufig speziell ein solches Weitwinkel im strömenden Regen zum Einsatz kommen wird, denn die kaum hinter die fix verbaute Streulichtblende zurücktretende Frontlinse wird rasch von Wassertropfen bedeckt sein, was kaum mehr brauchbare Aufnahmen erlaubt.

Wer seine Ausrüstung in den Tropen einsetzt, weiß, dass Abdichtung nicht nur bei Regen, sondern auch bei hoher Luftfeuchtigkeit schützt, und ist somit mit dem Pro sicher besser ausgestattet. Doch für mich ist das Thema nur in Zusammenhang mit Regen relevant und so hält sich der Vorzug der Abdichtung für mich auch in Grenzen.

Fällt mein Fazit über das 7–14mm somit negativ aus? Keineswegs! Die einzige MFT-Linse die ich bislang besaß und der ich ein negatives Zeugnis ausstellen würde, ist das 17mm ƒ1.8 von Olympus. Davon sollen zahlreichen Montagsproduktionen unterwegs sein, und die Schärfe meines Exemplars war grottenschlecht. Das 7–14mm ƒ2.8 ist zweifelsfrei eine exzellente Linse. Doch für meinen fotografischen Einsatzbereich spielt sie eine eher untergeordnete Rolle. Und genau von diesem persönlichen und subjektiven Eindruck berichte ich hier. Just my 2 Cent.

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Olympus 25mm 1.2 oder Panaleica 25mm 1.4?

Eine lichtstarke Normalbrennweite gehört an sich zur fixen Ausrüstung eines jeden Fotografen. Dem MFT-Fotograf geben die Systemhersteller Olympus und Panasonic die Auswahl zwischen vier verschiedenen Linsen mit Lichtstärken zwischen ƒ1.2 und ƒ1.5, wozu sich noch die manuell zu fokussierenden Hyperprimes von SLR Magic und Voightländer gesellen (nebst anderem Glas von Drittherstellern).

Bereits 2014 habe ich das Panaleica ƒ1.4 (genau genommen Panasonic Leica Summilux G) gekauft, habe es aber aus mir gar nicht so recht erklärbaren Gründen nicht besonders gerne eingesetzt.

Seit ein paar Wochen nun konnte ich Olympus’ 25mm ƒ1.2 Pro-Objektiv testen und möchte hiermit meinen Eindruck vermitteln. Wie immer sind meine Ausrüstungsberichte nicht als Tests zu verstehen, sondern spiegeln einfach meinen subjektiven Eindruck.

Während schon das Panaleica 1.4 keine besonders kompakte MFT-Linse ist (jedenfalls nicht für ein Normalobjektiv), ist das neue Oly ein richtiger fetter und schwerer Bomber und dürfte wohl die meisten Kleinbild-Normalbrennweiten überwiegen. Eigentlich läuft das ja der Idee von MFT als transportables Kompaktsystem zuwider.  Wer sich trotzdem darauf einlässt kriegt dafür ein sehr stabildes Objektiv zur Hand das gut in derselben liegt und mit absolut glaubwürdigem Schutz gegen Staub, Spritzwasser und Frost glänzt, also unter Bedingungen einsetzbar ist in denen man das Panaleica lieber sicher verstaut. Generell liegt das Objektiv glänzend in der Hand, nur in der Fototasche macht es sich unangenehm bemerkbar – als tägliches Immer-dabei-Objektiv hat es keine guten Karten.

Laut Messungen von dxomark.com erreicht das Panaleica eine etwas bessere Wertung, wobei man sich wie so oft bei DXO die Frage stellt wie die Gesamtwertung zusammenkommt, immerhin wird die Schärfe beim Oly etwas höher angegeben, Transmission und Vignettierung sind gleich und der Verzeichnung scheint das Oly deutlich die Nase vorne zu haben, lediglich bei der chromatischen Aberration hat das Panaleica mit dem etwas geringeren Wert die Nase vorne.

Bei meinen eigenen (höchst unprofessionellen) Aufnahmen meines Testcharts konnte ich weder bei Kontrast noch in der Schärfe einen Unterschied feststellen. Beide zeichnen praktisch ab Offenblende tadellos scharf und kontrastreich. Beide spielen laut DXO in der Top-Liga der MFT-Linsen und werden lediglich von Panasonics 42,5mm ƒ1.2 und Olympus’ 75mm ƒ1.8 übertroffen.

Klar besser gefällt mir Olympus’ Pro-Objektiv beim Bokeh, wo es deutlich ruhiger und cremiger zeichnet als die von Leica entworfene Linse. Diesen Mehrwert im Bokeh muss der Fotograf jedoch teuer bezahlen: Das 25mm ƒ1.2 von Olympus kostet etwa das Doppelte des 25mm ƒ1.4 von Panasonic.

Unterm Strich würde ich meinen, dass das Panaleica bei diesem Vergleich der Preis/Leistungs-Sieger ist. Wer MFT wegen Kompaktheit nutzt und auf die Wetterfestigkeit von Olympus’ Pro-Objektiv verzichten kann erhält mit ihm ein exzellentes Objektiv. Allerdings wird die deutliche Mehrausgabe für das 25mm ƒ1.2 mit einem sichtbar weicheren Bokeh belohnt, dessen Anblick eine wahre Freude ist (auch wenn man selbstverständlich nicht die kurze Schärfentiefe einer KB-Normalbrennweite erreicht).

Tatsächlicher Preis/Leistungs-Sieger wäre übrigens das 25mm ƒ1.7 von Panasonic. Nicht viel weniger Lichtstark, dafür kompakt, leicht und für unter 200 Euro zu haben, dabei in der Wertung den teureren hier erwähnten Modellen laut DXO nur gering nachstehend.

Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
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MFT ist quicklebendig!

So lange es MFT gibt wird die Plattform in regelmäßigen Abständen totgesagt. Dass das System tatsächlich quicklebendig ist hat der gestrige Tag im Vorprogramm der photokina einmal mehr bewiesen.

Panasonic hat mit der GH5 die Nachfolgerin seines Top-Modells und mit der G81 eine spritzwasserfeste Semipro-Kamera angekündigt. Olympus ergänzt die Pen-Serie um die kompakte E-PL8 (Amazon-Affiliate-Link) und stellt das neue Flaggschiff OM-D E-M1 Mk2 vor.

Das Duo Panasonic und Olympus ergänzt sich perfekt. Während Panasonic in der Regel etwas voluminösere aber leichtere MFT-Kameras mit stark funktionaler Ausrichtung baut und in Sachen Video die meisten anderen Kamerahersteller in den Sack steckt, platziert sich Olympus mit meist kompakteren Modellen die verhältnismässig schwerer sind und dadurch massiver wirken als Fotografen-zentrierte Marke mit stylisheren Modellen.

Doch ein System lebt nicht nur von Kameras. Wer seine Wahl ohne Blick auf die angebotenen Linsen macht, macht seine Rechnung ohne den Wirt. MFT ist dabei kaum eine schlechtere Wahl als die Systeme der seit Jahrzehnten etablierten Systeme.

Olympus hat gerade gestern angekündigt sein 19 Objektive umfassendes Angebot um ein preiswertes Makro (Amazon-Affiliate-Link) und zwei Pro-Objektive (25mm ƒ1.2 (Amazon-Affiliate-Link) und 12–100mm ƒ4 (Amazon-Affiliate-Link)) zu erweitern. Panasonics Objektivangebot umfasst sogar schon 27 Linsen zu denen sich bald schon drei weitere gesellen sollen: ein 12-60mm Standardzoom, ein Super-Weitwinkel mit 8-18mm und ein Telezoom mit 50-200mm – alle mit Lichtstärke 2.8–4.0. Solchen Fleiß würden die Hersteller kaum an den Tag legen wenn sie nicht an eine langfristige Zukunft ihrer Systeme glaubten.

 

Panasonic 100–300 oder Olympus 75–300

Eigentlich bin ich kein deklarierter Fan langer Telebrennweiten. In der Tat könnte ich gut auf alles über 120mm verzichten. Aber warum sollte man?

Preiswert, wenn auch nicht unbedingt professionell

Als MFT-User ist es besonders leicht an extrem lange Brennweiten zu kommen oder zumindest budgetär nicht besonders schmerzhaft, wobei nicht unter den Tisch fallen soll, dass es für Fotografen mit professionellen Ansprüchen bislang kein MFT-Supertele gibt (allerdings ist von Olympus ein 300mm ƒ4 angekündigt). Aufgrund des Formatfaktors von 2 ergibt ein 300mm Tele an einer Kamera von Olympus oder Panasonic den Bildausschnitt eines 600mm Superteles an einer Vollformatkamera.

Panasonics Supertelezoom

Im Juni 2014 stockte ich meinen MFT-Objektivpark durch das Lumix G 100–300mm ƒ4.0–5.6 (629,– bei Panasonic, 479,– bei Amazon) auf. Zu einer Konkurrenz für meine Lieblingslinsen ist es seither zwar nicht geworden, was auch keineswegs zu erwarten war, doch missen möchte ich es auch nicht mehr. Immerhin hat es dazu geführt, dass sich das lange Tele bei mir rehabilitieren konnte. Und zu einem Preis von grob gesagt 500 Euro ist es im Verhältnis ja wirklich eine recht überschaubare Investition.

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Nicht nur das Bokeh des 100–300mm Lumix Objektivs finde ich überzeugend (im oberen Gesamtausschnitt gut zu sehen), auch die Schärfe kann sich durchaus sehen lassen (im unteren 100-%-Ausschnitt nachzuprüfen). Natürlich wirkt der 100-%-Ausschnitt nicht »rattenscharf«. Allerdings setzte ich das Objektiv nur selten so ein, wie man es sollte – nämlich mit einem Stativ, zumindest einem Einbein. Die Wiedergabe hier auf der Website erfolgt allerdings als komprimiertes JPEG und in etwa der vierfachen Größe einer Druckwiedergabe bei 300ppi, was dem tatsächlichen Schärfeeindruck nicht wirklich angemessen entspricht.

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Natürlich kommt man meist nur im Tierpark so nahe an ein Reh ran. Trotzdem: Mit einem »moderaten« Tele läuft hier wenig. Für diese Aufnahme stand das Zoom bei 258mm, also über 500mm Kleinbild. Die Unschärfe der Detailaufnahme würde ich einem Mix aus Verwackelung durch 1/250 S Verschlusszeit und hoher ISO-Empfindlichkeit von 1600 zuschreiben. Der Gesamtausschnitt ist dennoch überzeugend. Und wie gesagt: Einen 300ppi Ausdruck muss man sich etwa viermal kleiner als den Tatsächliche-Pixel-Ausschnitt vorstellen.
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Scheu wie Vögel nun einmal sind ist es auch mit 600mm Kleinbild nicht einfach brauchbare Schnappschüsse von ihnen einzufangen – ich bewundere diesbezüglich die Geduld von Wildtierfotografen.
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Der 100-%-Ausschnitt unten vermittelt durchaus einen Eindruck davon was aus dem Objektiv an Details rauszuholen ist, wenn die Aufnahmebedingungen stimmen. Mit Stativ ist sicher och mehr drin.
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Der gemeine Sperling, oder wie man bei uns sagt »Spatz«, ist ja wirklich kein besonders exotisches Motiv. Ich mag aber die kleinen Proleten – und für eine witzige Aufnahme sind sie immer wieder gut. Ausreichend Brennweite ist dennoch nur selten verzichtbar.
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Street Photography ist an sich Domäne normaler Brennweiten. Aber wenn man ein schüchterner Zeitgenosse wie ich ist, betätigt man sich trotzdem lieber als Heckenschütze aus dem Hinterhalt.
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Gefährliche Raubtiere sollte man ebenfalls nur mit langen Teleobjektiven aus sicherer Entfernung aufnehmen (falls ihr nicht glaubt, dass dieser Hund ein Berserker ist – ihr hättet ihn sehen sollen, wenn sich eine Wespe ins Führerhaus verirrte!)
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Ein Blick vom Dach.
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Man kann mit langen Brennweiten natürlich auch gut freistellen.
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Das geringe Ansehen langer Brennweiten rührt bei mir daher, dass ihre perspektivischen Auswirkungen eher bescheiden sind. Bei 200mm oder 300mm Brennweite (KB) ist die Perspektive »einfach nur Flach«. Das Panasonic 100–300mm hat mich allerdings gelehrt, dass bei Brennweiten die in Richtung 600mm KB gehen eine dermaßen extreme Verdichtung geschieht, dass der Reiz in meinen Augen wieder drastisch zunimmt.
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Bei dieser Aufnahme treffen sich perspektivische Verdichtung des Hintergrunds mit einer durchaus brauchbaren Freistellung der Hauptprotagonisten.
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Was hier recht dicht aufeinander zu liegen scheint, liegt tatsächlich in viel größerem Abstand auseinander. Die Aufnahme wirkt auf den Besucher des Strandes ausgesprochen überraschend, nimmt man die Distanzen vor Ort doch vollständig anders wahr. Das extreme Tele schafft hier somit eine deutlich bemerkenswertere Wirkung als die von mir so geschätzten Weitwinkel.
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Die Verdichtung der Tiefe hat dieses Frachtschiff hier an der Küste von Pas-Nord-de-Calais sehr nahe an den Stand geholt.
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Zu einer regelrecht surrealen Wirkung führte hier die »Landschaftsaufnahme« aus großer Distanz. Die Hafenkräne im Hintergrund befinden sich tatsächlich in einer Entfernung von mehreren Kilometern zum Badestrand.
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Wer schon einmal probiert hat mit einer »normalen« Brennweite den Mond zu fotografieren, kennt das Problem: Selbst bei relativ langen Brennweiten wird er meist nur zum kleinen Punkt am Himmel. Durch die extreme perspektivische Verdichtung bei 600mm KB jedoch konnte ich ihn nah an meine Frau, die hier an einem Strand in Holland sitzt, heranbringen.

Ich habe also in den vergangenen Monaten Panasonics Supertele mehr und mehr zu schätzen gelernt, vor allem auch durch die zuletzt abgebildeten Aufnahmen dieses Sommers von der französischen und holländischen Nordseeküste.

Olympus’ Supertele

Nun gibt es allerdings als Gegenstück zu Panasonics 100–300mm auch ein Supertele aus dem Hause Olympus, nämlich das M.Zuiko 75-300mm 1:4.8-6.7 II (599,– bei Olympus, knapp 420 bei Amazon), und ich begann mich zu fragen, ob dieses nicht die bessere Alternative zu meinem Panasonic sein könnte. Dabei ist es nicht nur der Verdacht, »das Andere« könnte besser sein als »das Eigene«. Tatsächlich zeigt Panasonics 100–300mm auch klare Schwächen.

Schwächen des Panasonic-Telezooms

So ist die Fokussierung teilweise schon recht schwierig und selbst segelnde Vögel sind oft kaum besser scharf zu bekommen wie pfeilschnelle Flieger. Natürlich weiß ich, dass die Kontrasterkennung spiegelloser Kameras diesbezüglich noch deutlich hinter der Phasenerkennung von DSLRs zurück hängt – dass Spiegellose diesen Nachteil mittlerweile abgebaut hätten, ist nach meiner Erfahrung schlicht und einfach nicht wahr. Dennoch fragst du dich bei jedem missglückten Versuch ob es mit einem anderen Objektiv an der Kamera nicht doch ein bisschen besser ginge (was eigentlich in dieser Beziehung ein bisschen dämlich von mir ist, schließlich geht es mit dem exzellenten 40–150-mm-2.8-Profiobjektiv von Olympus auch nicht viel besser).

Ein zweiter Punkt ist der, dass ich bei meiner Reise durch Belgien, Frankreich und Holland häufig meine E-M5 mit 12–40mm und die E-M1 mit 100–300mm umhängen hatte. Das Loch zwischen 40mm und 100mm ist in der Praxis gewaltig und ich argwöhnte, dass es mit einem 75–300mm eine geringere Einschränkung geben könnte (ich weiß, das ist jetzt eine seltsame Anmerkung von Jemandem der sich brüstet schon mehrfach mit einer einzigen Festbrennweite auf Reisen gegangen zu sein).

Vergleich

Um herauszufinden und zu berichten wie sich für mich das 75–300mm im Vergleich zum 100–300mm schlagen würde bat ich meinen freundlichen Fachhändler, Foto Hebenstreit, wieder einmal um ein Testobjektiv.

objektive
Links Panasonics Lumix G Vario 100–300mm ƒ4.0–5.6 OIS, rechts Olympus M.Zuiko Digital ED 75–300mm 1:4.8–6.7 II

Pro Pana: Etwas lichtstärker

Dem Kenner fällt als erstes auf, dass Olympus’ Supertele schlechtere Zahlen bei der Lichtstärke ausweist. Allerdings kann man bei 5.6 bzw. 6.7 nicht mehr unbedingt von Lichtstärke sprechen, sondern sollte eher den Begriff »Lichtschwäche« verwenden. Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass ƒ5.6 bei 600mm KB so schlecht gar nicht ist. Trotzdem: Der Unterschied von 5.6 zu 6.7 macht den Braten auch nicht mehr fett.

Olympus: Kompakter und leichter aber ohne Streulichtblende

Wohlwollend ist mir beim Auspacken sofort aufgefallen, dass Olympus’ Supertele kompakter und leichter ist als Panasonics, und zwar mehr, als es auf der Aufnahme oben scheint. Weniger wohlwollend nahm ich zur Kenntnis, dass Olympus wie so oft mit der Streulichtblende geizt – ein wichtiges Zubehörteil, das bei Panasonic selbstverständlich dabei ist.

Vergleichbarer Materialeindruck

Bei Haptik und Verarbeitungsqualität würde ich die beiden Objektive als gleichwertig einstufen, auch wenn sie sich jeweils unterschiedlich anfühlen. Zoom- und Fokusring laufen sauber und geräuschlos, der Fokusring beim Panasonic deutlich schwerer, wobei ich nicht sagen könnte ob ich das jetzt besser oder schlechter finde.

Olympus: Traurige Objektivdeckel

Besser finde ich beim Panasonic den Objektivdeckel. Er lässt sich sowohl durch Entriegelungen an den Seiten als auch innen (vorne) öffnen. Beim Olympus lässt er sich, wie bei den meisten Olympus-Linsen unterhalb der Pro-Klasse, nur durch seitliche Riegel öffnen und die sind praktisch unerreichbar, wenn eine Streulichtblende auf dem Objektiv sitzt – wohl kein Problem wenn man keine Streulichtblende hat, wird sich Olympus denken.

Hardwareseitig geht für mich unterm Strich trotzdem das Olympus als Sieger über die Ziellinie und zwar weil es vor allem dort punktet, wo der große Vorteil von MFT liegt: Bei Volumen und Gewicht.

Fokussierung: Vergleichbar mäßig

Fokussieren ist wie gesagt bei 600mm KB nicht ganz so einfach und geht oft bei weitem nicht so fix wie man es mit Brennweiten von weniger als 200mm KB gewähnt ist. Oft kommt man um manuelles Fokussieren oder zumindest einen prüfenden Blick mit Hilfe der Fokuslupe (Vergrößerung der Vorschau) nicht herum. Bei 600mm und mehrfacher Vergrößerung des Bildausschnitts wird das Zielen auf einen bestimmten Punkt jedoch zur wackeligen Angelegenheit – die Hebelwirkung dieser langen Brennweite ist enorm! Der Bildausschnitt im Sucher schießt nur so herum und es ist ebenso schwer zu beurteilen worauf man im Moment überhaupt zielt wie ob die Schärfe einigermaßen passt (mit ein Grund, weshalb sich zumindest ein Einbeinstativ empfiehlt).

Panasonics Objektiv-Stabilisierung im Vorteil

Bildstabilisierung ist in diesen Situationen ein Segen und, was soll ich sagen, mit dem 100–300mm ziehe ich Panasonics Stabilisierung im Objektiv Olympus’ Stabilisierung des Sensors gegenüber vor. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass Olympus‘ Fünf-Achsen-Bildstabilisierung das derzeit beste System am Markt ist, wenn es um die Stabilisierung einer Aufnahme geht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Objektivstabilisierung des Panasonics für die Vorschau einen deutlich besseren Job leistet. Das gilt auch und vor allem, wenn ich das Panasonic bei 300mm und Objektivstabilisierung mit dem Olympus bei 300mm und Sensorstabilisierung vergleiche. Ein deutlicher Pluspunkt für das Panasonic.

Unter den Praxisbedingungen unter denen ich die Objektive verglich hatte ich manchmal den Eindruck, dass das Olympus schneller fokussiert, manchmal schien mir das Panasonic im Vorteil. Ich würde deshalb das Fazit ziehen, dass sich die beiden nicht viel schenken. Den erhofften Vorteil beim Olympus konnte ich nicht feststellen.

Sehr gute Qualität in Anbetracht des günstigen Preises bei beiden

In Sachen Farbe und Kontrast ist der Unterschied der Abbildungen so gering, dass es sich optisch praktisch nicht unterscheiden lässt, mit welchem der beiden Objektive ein Foto gemacht wurde. Auch was die Detailschärfe und das Bokeh angeht kann ich nur wenig Unterschied feststellen, wobei ich dem Olympus einen winzigen Schärfevorteil zuschreiben würde. Das deckt sich auch mit den Messergebenissen von dxomark.com.

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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Olympus 75–300mm bei 300mm, ƒ6.7, 1/400 S und ISO320.
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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Panasonic 100–300mm bei 300mm, ƒ5.6, 1/400 S und ISO320. Der Fokuspunkt liegt bei den Vergleichsmotiven oben und hier nicht exakt an derselben Stelle, weshalb ich für die 1:1-Ansicht jeweils einen Bereich maximaler Schärfe heraussuchte.
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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Olympus 75–300mm bei 300mm, ƒ6.7, 1/320 S und ISO500.
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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Panasonic 100–300mm bei 300mm, ƒ5.6, 1/320 S und ISO400. Bei diesem Motiv verdichtete sich für mich der Eindruck, dass das Olympus einen Hauch schärfer zeichnet.

Fazit

Als Fazit würde ich festhalten, dass hier sowohl Panasonic als auch Olympus für ihren Preis exzellente Telezooms gelungen sind, auch wenn sie sich natürlich in keiner Weise mit anspruchsvollen Superteles aus der APS-C- und Vollformatliga vergleichen lassen.

Vor dem Test hatte ich in Betracht gezogen eventuell das Panasonic gegen das Olympus auszutauschen, doch da mir die beiden als unterm Strich gleichwertig erscheinen, mit einzelnen Vorteilen auf beiden Seiten, schiene mir das nicht wirklich sinnvoll.

Aber: Hätte ich bislang noch keines von beiden würde ich vielleicht eher dem Olympus den Vorzug geben und zwar weil es kleiner und leichter ist und ich die 25mm zusätzlicher Brennweite am kurzen Ende als Vorteil erschienen. Ich vermute aber, dass ich dann immer das Gefühl haben würde das Panasonic wäre vielleicht doch die cleverere Wahl gewesen, zumindest immer dann wenn die Vorschau im Sucher wieder unruhig wackelt und herum schießt.

Sollte Olympus das 75–300mm allerdings eines Tages durch Staub- und Wetterfestigkeit aufwerten, so wie es mit dem 14–150mm geschah, müsste ich dieses Fazit noch einmal überdenken und könnte mich möglicherweise doch noch entscheiden das Pana zu verkaufen und zum Oly zu wechseln.

Kauft euch eine Festbrennweite!

Im Rahmen meiner Fotokurse weise ich auch auf die Vorteile lichtstarker Festbrennweiten hin. Den Einsteiger befremdet natürlich die Vorstellung auf den Luxus des Zoomens verzichten zu müssen. Heranzoomen geht damit nicht! Man muss herangehen.

Im Grunde ist das schon der erste Vorteil einer Festbrennweite: Näher dran sieht einfach oft auch besser aus. Es vermittelt dem Betrachter den Eindruck ganz nah dran, mitten im Geschehen, Hautnah dabei zu sein. Brennweiten von 50mm und weniger vermitteln Authentizität.

Doch das ist nicht das Einzige! Der Komfort von Zoomobjektiven befördert die Faulheit. Erblicken, Kamera zücken, hinzoomen – klick! Reinster Zufall, wenn dadurch eine bemerkenswerte Fotografie zustande kommt.

Wer mit Festbrennweite fotografiert kommt gar nicht darum herum sich bewusster mit der Bildgestaltung auseinander zu setzen. Statt Hinzoomen bewegen einen die Beine näher hin oder weiter weg. Festbrennweiten schaffen Bewusstsein und sind schon deshalb ein Segen, weil sie einen zwingen den fotografischen Prozess zu entschleunigen.

Wer jedoch eine Festbrennweite kauft, kauft sie aus einem anderen Grund: Lichtstärke! Die Blende lässt sich weiter öffnen, wodurch ich weniger Licht zum Fotografieren benötige und die Schärfentiefe geringer gestalten kann. Lichtstarke Festbrennweiten bedeuten Fotografieren in einer anderen Dimension.

After Sunset

Eine andere Welt eröffnen lichtstarke Festbrennweiten weil man damit tiefer in den Abend vordringen kann ohne ein Stativ benützen zu müssen. Mit einer Consumer-Kamera und einem üblichen Standardzoom mit einer Brennweite von 18–55mm und Lichtstärke ƒ3.5–5.6 ist bei 55mm ohne Stativ und ohne Anheben der Empfindlich nach Faustregel spätestens kurz vor Sonnenuntergang Schluss mit unverwackelten Aufnahmen. Eine vergleichbare Festbrennweite und Lichtstärke ƒ2.0 hingegen ermöglicht es bis kurz vor Einbruch der Nacht ohne höhere ISO-Werte und ohne Stativ zu fotografieren. Kein Wunder: Bei ƒ2.0 genügt zur Belichtung 1/8 des Lichts (Umgebungslicht) das bei  ƒ5.6 notwendig ist.

Freistellen

Vom Freistellen spricht man, wenn ein Motiv im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund abgebildet ist. Das lässt sich mit einer langen Brennweite erreichen, geht aber noch viel besser mit einer Blende die sich weit öffnen lässt. Das oben genannte Standardzoom erreicht bei 55mm und ƒ5.6 auf eine Distanz von 3m eine Schärfentiefe von 66cm – von flauschiger Weichzeichnung der Elemente dahinter ist da nicht mehr zu träumen.

Eine Festbrennweite mit 55mm und Lichtstärke ƒ1.8 erzielt auf 3m eine Schärfentiefe von knapp 22cm – das ist gerade einmal ein Drittel! Objekte im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund freizustellen lässt sich damit natürlich bedeutend leichter erreichen.

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Vom »Freistellen« spricht man wenn ein Hauptmotiv im Vordergrund durch geringe Schärfentiefe vor unscharfem Hintergrund abgebildet wird. Olympus OM-D E-M1; Objektiv: Olympus M.Zuiko 45mm ƒ1.8 | 45mm (90mm KB); ƒ1.8; 1/3200s; ISO200; entfesselt geblitzt

Begeisterung garantiert!

Schon viele Teilnehmer meiner Seminare haben sich bereits während die Kurse liefen meinem Rat folgend eine Festbrennweite gekauft und ich kann mich an keinen einzigen erinnern der nicht vom Fleck weg begeistert gewesen wäre.

Profiqualität zum Schnäppchenpreis

Lichtstarke Festbrennweiten sind oft nicht billig. Doch die meisten Hersteller haben die eine oder andere Linse im Programm die professionelle Abbildungsqualität zum Sparpreis liefert.

Nikon beispielsweise hat gleich zwei unschlagbare Preis/Leistungs-Knüller im Programm. Das wäre zum einen das 50mm ƒ1.8, bei Amazon (Affiliate-Link) zum Hammerpreis von unter 200 Euro zu haben – ein Objektiv, das sowohl an Einsteigermodellen im DX-Format als auch an Vollformatkameras verwendet werden kann. An DX-Kameras ist das 50er ein durchaus ernstzunehmendes und profitaugliches Porträtobjekitv, am Vollformat übernimmt es die Rolle der vielseitig einsetzbaren Normalbrennweite.

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AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G (© Nikon)

Kaum weniger Interessant: Das 35mm ƒ1.8, aktuell bei Amazon (Affiliate-Link) um 180 Euro zu haben. Das ist zwar nur an DX-Kameras sinnvoll zu nutzen und entspricht dort mit umgerechnet 52,5mm etwa einer Normalbrennweite, es ist aber dadurch vielseitiger einsetzbar.

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AF-S DX NIKKOR 35 mm 1:1,8G (© Nikon)

Während ich die beiden oben genannten Nikkore aus eigener Erfahrung empfehlen kann, habe ich mit Canons Linsen keine Erfahrungen. Ich weiß aber, dass sich Canons 50mm ƒ1.8 kaum geringerer Beliebtheit erfreut wie Nikons 50mm-1.8er Linsen –  bei Amazon (Affiliate-Link) bereits um knappe 120 Euro zu haben.

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Canon EF 50mm f/1.8 STM (© Canon)

Eine besonders exzellente Linse zum Schnäppchenpreis ist das 45mm ƒ1.8 von Olympus. Auf Kleinbild umgerechnet ist es länger als die oben genannten Linsen von Nikon und Canon, denn es entspricht 90mm. Das macht es zwar weniger universell einsetzbar, aber dafür zur umso besseren Porträtbrennweite. Sein Preis bei Amazon (Affiliate-Link) liegt derzeit bei knapp über 250 Euro.

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Olympus M.ZUIKO DIGITAL 45mm 1:1.8

Auch für die anderen Kameramarken werden lichtstarke Festbrennweiten angeboten, sei es von den Herstellern selbst, sei es von Drittherstellern wie Sigma. Da mir beim Angebot für diese Marken aber der Überblick fehlt kann ich keine wirklichen Tipps dazu abgeben. Sachdienliche Hinweise und Tipps als Kommentar von euch, liebe Leser, wären diesbezüglich sicher hilfreich.

Anmerkung: Ich persönlich kaufe meine Ausrüstung weitest gehend beim Fachhändler, auch wenn ich dort manchmal etwas mehr bezahle als bei Bestellungen im Internet. Nur wenn ich mir bei einem Produkt nicht sicher bin und es bei meinem Händler nicht lagernd ist, bevorzuge ich den Weg über Amazon, weil ich die Produkte dort problemlos eintauschen kann. Eintauschen geht zwar bei meinem Fachhändler auch, aber ich möchte nicht, dass der auf irgendwelchen exotischen Bestellungen von mir sitzen bleibt, wenn ich mich gegen den Kauf entscheide.

Wo ihr einkauft werdet ihr selbst entscheiden. Wenn ihr den Weg über Amazon wählt würdet ihr mir einen Gefallen tun, die Bestellung über meine Affiliate-Links hier zu starten. Euch kostet das keinen Cent mehr, doch bei mir bleiben ein paar Euros hängen, je nach Preis des Produkts.

Megapixel ersetzen Zoomobjektive?

Gestern stellte Sony seine neue spiegellose Systemkamera α7r MkII vor. Mit an Bord: Ein 42,3-Megapixel-Sensor. Eigentlich ein Bisschen mau nachdem Canon ja jetzt 50 Megapixel anbietet.

Es war natürlich  klar, dass das kommen würde – ich schreib bereits vor ein paar Wochen: Das Megapixel-Rennen geht in die zweite Runde, nachdem es in den letzten Jahren wegen das High-ISO-Rennens in die Pause ging.

Allerdings habe ich mir noch gestern vorgenommen das Thema Megapixel die nächste Zeit ruhen zu lassen, schließlich habe ich mich schon oft genug dazu geäußert. Heute las ich dann bei thephoblographer.com einen Artikel mit der Überschrift “How Many Megapixels Do You Need”.

16, stand da im ersten Absatz, was mir sehr gefiel. Ich selbst betrachte ja seit Jahren 18 Megapixel als Maß der Dinge. Weshalb 18? Weil man damit A3 bei 300ppi erreicht.

Ich vermute der Anteil der aufgenommenen Fotos die tatsächlich den Weg auf Formate über A3 finden liegt im niedrigen Promillebereich und zwar bei irgendeiner Zahl mit einer Null vor dem Komma.

16 Megapixel seien also genug für die meisten Fotografen, schreibt der Autor bei thephoblographer.com, und erntet meine volle Zustimmung. Allerdings nur um sie im nächsten Absatz wieder zu verlieren. Denn dort meint er, dass höhere Auflösungen für Fotografen einen Sinn hätten, wenn sie gelegentlich Crops aus den Aufnahmen herausschneiden müssen, weil sie gerade kein ausreichend langes Tele dabei haben.

Damit bedient er einen weit verbreiteten Mythos und so hätte er sich den Schmus mit den »16 Megapixel sind genug« auch sparen und gleich schreiben können: Ein Fotograf kann nie genug Auflösung haben!

Dass man bei Kameras mit hochauflösenden Sensoren zur Not große Bilder auf kleine Ausschnitte zusammenschneiden kann ist eine unter Laien weit verbreitete Ansicht – und offensichtlich nicht nur unter Laien.

Das Problem dabei: Je höher die Auflösung, desto eher macht der Sensor nur Schwächen der Optik und jede geringste Erschütterung und Unruhe der Kamera sichtbar. 20 Megapixel und mehr verlangen nach sehr guten Linsen um die Mehrauflösung auch nutzen können. Ansonsten wird nur die Unschärfe der Objektive höher aufgelöst aufgezeichnet.

Schon vor drei Jahren schrieb ich einen Artikel, in dem ich die 12-Megapixel-DSLR D700 mit der 20-Megapixel-Kompakten RX100 von Sony verglich. Das Beispiel dort belegt, dass ein auf 20 Megapixel aufgeblasenes 12-Megapixel-Bild einer guten Kamera mit (relativ) gutem Objektiv auch nicht unschärfer ist als eine Aufnahme die mit einem kompakten, (relativ) billigen Objektiv mit einer 20-Megapixel-Kamera gemacht wurde.

In einem weiteren Artikel machte ich einen direkten Vergleich und rechnete ein 20-MP-Bild aus der RX100 auf 12 Megapixel hinunter, dann wieder auf 20 Megapixel hoch und verglich es mit dem ursprünglichen Original (in meinem Buch »Die kreative Fotoschule« gibt es so ein Beispiel auch in gedruckter Form). Das Ergebnis: Kein sichtbarer Unterschied!

Das ist ein Bild das ich mit der RX100 aufgenommen habe
Originalausschnitt
Das ist ein 100-%-Ausschnitt aus dem Originalbild
Interpoliert
Das ist ein Ausschnitt aus einem Bild das ich in Photoshop auf 12MP heruntergerechnet und das Resultat dann wieder auf 20MP aufgeblasen habe

Das heißt, dass es in der Praxis kaum einen Unterschied macht, ob man einen Ausschnitt aus einem Bild das mit 36, 42 oder 50 Megapixel aufgenommen wurde herauscroppt oder das Bild mit einer 16 oder 18-Megapixel-Kamera macht und dann digital auf die entsprechende Auflösung hoch interpoliert. Jedenfalls legen das alle Tests die ich bisher in diese Richtung gemacht habe nahe.

Ich bin mir sicher, dass hochauflösende Sensoren bis zu einer gewissen Pixeldichte bei entsprechend präziser Arbeitsweise für bestimmte Motive tatsächlich einen Qualitätsgewinn darstellen – ob das auf 42 oder 50 Megapixel auch noch zutrifft wage ich zu bezweifeln. Beim Einsatz von Objektiven der Mittelklasse oder darunter und bei spontaner Fotografie aus freier Hand jedoch dürfte durch die hohen Auflösungen kaum ein qualitativer Gewinn zu erzielen sein.

Ich frage mich wie viele Fotografen die auf hohe Auflösungen schwören tatsächlich überprüft haben ob die vielen Megapixel tatsächlich etwas bringen; ob sie wirklich einmal verglichen haben ob die Resultate ihrer Megapxielboliden tatsächlich schärfere Bilder ergeben als es Interpolationen von Bildern mit 16 oder 20 Megapixel erreichen würden. Ich glaube ja längst nichts mehr was ich nicht selbst überprüft habe.

Am Ende muss jeder selbst entscheiden wie viel Geld er in Kameras, Objektive, Computer und Festplatten mit hohen Auflösungen investiert nur um einmal im Jahr von einem Bild eine Abzug machen zu lassen der größer ist als A3. Ob er dafür dann wirklich ausreichend präzise gearbeitet hat um das Mehr an Schärfe auf das Papier zu bringen, ob dieselbe Schärfe nicht auch durch Interpolation zu erreichen gewesen wäre und ob der Betrachter des Posters den Unterschied überhaupt wahr nimmt steht auf einem anderen Blatt.

Am Ende bedienen die Kamerahersteller mit ihren hochauflösenden Kameras allerdings nur einen tief verwurzelten Aberglauben der Menschen: Viel hilft viel!