Archiv der Kategorie: Fotografie

MFT-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 9–18mm ƒ4–5.6

Das Olympus M.Zuiko 9–18mm ƒ4.0–5.6 (Olympus | Amazon) habe ich im Frühjahr 2014 gekauft, um den Weitwinkelbereich des 12mm ƒ2.0 (unter Anderem in diesem Artikel beschrieben), das ich bis dahin im Einsatz hatte, zu erweitern. Es zeichnet sich durch geringes Gewicht und kompaktes Volumen aus und bietet mit 9mm MFT (18mm KB) einen für die meisten Situationen ausreichend breiten Sichtwinkel. Ich besitze ebenso das 7–14mm ƒ2.8 Pro, habe es aber bedeutend weniger oft im Einsatz, da ich meist zu Fuß zum Fotografieren ausrücke.

Auf Fotosafari begleitet mich in der Regel eine E-M1 II mit 300mm ƒ4 am Schultergurt und eine E-M5 II mit Festbrennweite oder Standard- bzw. Weitwinkelzoom an einem Peak Design CapturePro Clip am Trageriemen des Rucksacks (über Kamerataschen und -rucksäcke schrieb ich hier).

Das 9–18mm lässt sich am Peak Design Clip komfortabel tragen, wohingegen das 7–14mm schon einen ordentlichen Klotz vor der Brust darstellt. Dabei begegnen mir die Situationen in denen die 9mm Weitwinkel des kompakteren Objektivs nicht ausreichen hierzulande eher selten. Lediglich auf einer Island-Rundreise im Sommer 2014 hatte ich einige Situationen in denen ich mir mehr Weitwinkel gewünscht hätte.

Zum CapturePro von Peak Design sei angemerkt, dass ich sowohl die Version 2 (Amazon) als auch die Version 3 (Amazon) besitze, für die Montage am Schultergurt des Rucksacks jedoch die ältere (2er) Variante bevorzuge, da sie etwas breiter aufliegt und sich für mich angenehmer zu tragen anfühlt. Was die 3 allerdings besser kann: Die Halteplatte wandert mit der neuen Beschichtung deutlich flüssiger aus und in den Clip.

Natürlich zeigt das 7–14 Pro beim Ablichten von Testcharts bessere Ergebnisse (über Tests beider Objektive berichte ich hier, das 9–18mm kommt in diesem Bericht noch einmal vor). In der Praxis ist jedoch nicht zu erwarten, dass irgendjemand anhand einer regulären Aufnahme unterscheiden kann, ob sie mit dem preiswerteren oder dem Pro-Weitwinkelzoom gemacht wurde.

Grundsätzlich vergebe ich für das 9–18mm eine klare Empfehlung für alle, denen die 12mm oder 14mm ihres Standardzooms oft nicht weit genug sind und für nicht allzu viel Geld ein Weitwinkelzoom für ausgedehnte Fotosafaris suchen. Zwei Nachteile wollen jedoch genannt werden: Eine E-M5 oder E-M1 ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, das 9–18mm nicht – unter feuchten Bedingungen heißt es also einpacken! Außerdem ist der Mechanismus den es zu überwinden gilt bevor das Objektiv ausgefahren und wieder komplett eingefahren werden kann – es muss ein Schalter verschoben und in dieser Schalterstellung gehalten werden während das Objektiv zu drehen ist – eine Bremse vor dem Einsatz.

Zubehör

Als Zubehör nutze ich gelegentlich einen Hoya Pro1 Pol-Filter (Amazon). Allerdings nimmt die Bildung von dunklen Schlieren speziell in gleichmäßig blauen Himmelsflächen unterhalb von 12mm MFT deutlich zu (siehe Abbildung unten). Zwar lässt sich der Effekt beseitigen, indem man den Filter in eine andere Stellung dreht, dabei verflüchtigt sich aber leider auch der Effekt den der Filter auf Blau- und Grüntöne haben soll. In der Praxis ist er also am kurzen Ende der Brennweite mit Vorsicht zu genießen.

Nicht verzichten möchte ich auf einen 1000× Graufilter für Langzeitbelichtungen – ich habe mich für ein Produkt von Haida (Amazon) entschieden. Schwächer als ND3.0/1000× hat sich für mich als nicht sinnvoll erwiesen (ich besitze auch diverse 64× und 8× Graufilter, die ich heute jedoch kaum mehr im Einsatz habe).

Da das Objektiv ohne Streulichtblende geliefert wird (diesbezüglich ist Olympus leider geizig) habe ich eines aus dem Zubehörangebot geordert. Allerdings nicht die von Olympus zum Preis von 34 Euro, sondern eine von JJC für 13 Euro (Amazon).

Schlecht finde ich die Objektivdeckel der preiswerteren Olympus-Serien, da sich diese nur seitlich entriegeln lassen, was bei angesetzter Streulichtblende schwierig bis unmöglich ist. Deshalb habe ich alle betroffenen Deckel durch Abdeckungen von Panasonic (Amazon) ausgetauscht. Zwar gibt es noch deutlich preiswertere Alternativen, und bei manchen Filtern werden Abdeckungen mitgeliefert (praktischere als die Originale von Olympus), doch deren Optik wirkt so billig, dass ich sie an meinen Linsen nicht ertrage.

Nach einem Kratzer in der Frontlinse meines geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4 schütze ich meine Objektive nun konsequent mit einem UV-Filter (mehr dazu in diesem Artikel), für dieses habe ich den Hoya Pro1 Digital UV (Amazon) im Einsatz.

Beispiele

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Drei Meinungen zu Fotografie die ich in letzter Zeit änderte

Wie wird der französische Schriftsteller Francis Picabia zitiert? »Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann.« Wie recht er doch hat. In letzter Zeit habe ich mehrere meiner Ansichten zum Thema fotografieren revidiert.

1. UV-Filter sind nur unter Extrembedingungen sinnvoll

Mir schien das schnell einmal logisch: Der beste Schutz für die Frontlinse ist die Streulichtblende. Da Objektivglas nicht aus Zucker ist, ist die Wahrscheinlichkeit sich Kratzer einzufangen bei sorgsamem Umgang sehr gering. Und zweifellos sorgt Zusätzliches Glas im Lichtdurchgang eher nicht für mehr Bildqualität. Also habe ich UV-Filter abgelehnt und lediglich unter sandsturmähnlichen Bedingungen auf meine Objektive geschraubt.

Und dann das: Ein – nein zwei – Kratzer ausgerechnet an meinem teuersten und aktuell geliebtesten Objektiv, dem M.Zuiko 300mm ƒ4. 🙁

Das hat mich dann doch zum Nachdenken gebracht und ich habe meine gesamten Objektive sorgsam gereinigt und untersucht. Das Ergebnis: Ein zweiter, wenn auch winziger Kratzer auf dem M.Zuiko 12–100mm ƒ4. Bitter.

Nun muss ich vielleicht dazu erklären wie ich in den letzten Jahren fotografiere: Ich bin oft und mehrere Kilometer lang mit umgehängter E-M1 II und 300mm ƒ4 unterwegs und will stets rasch Schussbereit sein. Vor dem Einsatz einen Objektivdeckel abnehmen zu müssen würde mich zu viele Aufnahmen versäumen lassen. Die Streulichtblinde ist zwar vorgeschoben, doch die kann beim 300er schon einmal versehentlich zurück rutschen. Und dann sind da noch die Verschlüsse des Rucksacks die gelegentlich an ihren Riemen herumbaumeln. Was letzten Endes zum Kratzer in der Linse geführt hat – keine Ahnung. Aber er ist da. Und er schmerzt.

Weitwinkelzooms wiederum sind lediglich von recht kurzen Streulichtblenden geschützt. Zwar ist für die Motive die ich damit fotografiere Sekunden schnelle Einsatzbereitschaft nicht notwendig. Doch alle paar Minuten den Deckel abnehmen und dann wieder aufsetzen ist dann doch etwas mühsam. Außerdem: Beim Aufsetzen kann der Deckel schon einmal quer laufen und die Frontlinse streifen. Ob das keine Kratzer erzeugen kann? Ich hatte Vergütungen immer für sehr widerstandsfähig gehalten – zumindest hört man das immer wieder – aber nun bin ich mir diesbezüglich nicht mehr so sicher.

Also habe ich zum ersten Mal recherchiert was andere zu dem Thema zu berichten haben – bislang schien mir einfach logisch was die vermeintlich meisten die etwas zu Fotografie zu sagen haben propagieren. Besonders erhellend fand ich dabei einen Versuch den Roger Cicala machte: Er hat 50 sowohl billige als auch teure UV-Filter übereinander geschraubt und Testaufnahmen gemacht. Nicht verwunderlich, dass das Ergebnis Matsch war. Interessanter ist aber sein Vergleich mit jeweils einmal fünf teuren und einmal fünf billigen Filtern. Mag der Qualitätsverlust mit einem Filter gering sein, so zeigt er sich mit fünf Filtern im Vergleich zu einer Aufnahme ohne doch recht deutlich – er lässt sich also nicht weg diskutieren. Ebensowenig lässt sich aber leugnen, dass die Investition in hochwertige Filter lohnt – wenn man schon welche nutzen möchte.

Nun habe ich nicht eben viele Tests bzw. Vergleichstests zu UV-Filter gefunden, was mit der Skepsis zusammenhängen dürfte mit der die Digitalfotografie- Community dem Thema gegenüber steht. Nach einer Hand voll brauchbarer Suchergebnisse schienen anschließend beinahe nur mehr Tests zu Pol- und ND-Filtern auf. Orientiert habe ich mich für die Bestellung eines Testfilters dann bei lenstip.com. Entschieden habe ich mich unter den dort verglichenen Filtern für einen Hoya UV Pro1 (Amazon) zum Testen. Dieser ist zwar deutlich preiswerter als der Gewinner des Lenstip-Vergleichstests, des Hoya HMC UV, doch sie schreiben dort auch, dass der Pro1 bei gleicher Abbildungsqualität besser zu reinigen sein soll, und auf Grund meiner Erfahrungen mit der Reinigung mancher Filter war das für mich dann doch ausschlaggebend den Mehrpreis zu zahlen.

Mittlerweile habe ich den Filter erhalten und anhand eines Testcharts getestet. Ein Unterschied einer Aufnahme mit und ohne Filter ist mit Panalaica 12mm ƒ1.4 und den 20MP der Pen-F nicht zu erkennen. Das sagt nun natürlich nichts über die Neigung zu Blendenflecken und Geisterbildern auf, aber unterm Strich bin ich doch zur Erkenntnis gelangt, dass ich eine dezente Zunahme dieser Phänomene eher in Kauf zu nehmen bereit bin, als unwiderrufliche Makel in meinen teuersten Optiken. Inzwischen habe ich alle meine Objektive mit Hoya-Pro1-UV-Filtern ausgestattet.

2. Belichtungsmesswertspeicherung brauche ich nicht

Obschon ich den Sinn einer Belichtungsmesswertspeicherung durchaus gesehen habe, habe ich sie bis vor kurzem kaum genutzt. Ich bin eher so vorgegangen, dass ich die Belichtung manuell oder in der Blendenvorwahl eingestellt und ausgelöst habe, die Aufnahme anhand des Histogramms geprüft und bei Bedarf eine neuerliche Aufnahme mit Belichtungskorrektur vorgenommen habe. Mit der Mittenbetonten Belichtungsmessung meiner OM-Ds, Weitwinkel und Landschaftsaufnahmen ist diese Vorgehensweise aber oft etwas mühsam, wenn ich die Kamera nach unten schwenke um auf ein Objekt im Vordergrund zu fokussieren und dann gegen den Himmel richte um ihm mehr Platz einzuräumen. Die Belichtung wird dabei nachjustiert und muss korrigiert werden.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist eine Belichtungsmesswertspeicherung mit Spotmessung. Und so brauche ich Belichtungsmesswertspeicherung jüngst nun doch.

3. Ich will das Fotografieren nicht einer Drohne überlassen

Kam bis vor einiger Zeit das Thema auf die Fotodrohne, habe ich stets argumentiert, dass ich den Spaß am Fotografieren selbst haben und nicht einem Minihubschrauber überlassen möchte. Allerdings muss ich gestehen, dass Landschaftsfotografie im Flachland oft öde ausfällt, da der flache Blickwinkel dazu führt, dass 90% des Motivs von Himmel und Vordergrund dominiert werden und jegliche Weite in einem Schmalen Streifen verdichtet wird – gerade bei Teichen und Seen sind eindrückliche Aufnahmen meist kaum möglich.

Nun wohne ich in einer Region zahlreicher Berge mit unzähligen Aussichtspunkten die ein Fotografieren in der Aufsicht erlauben. Doch da wo die landschaftlichen Erhebungen fehlen eröffnet ein Flutzug einfach bedeutend eindrücklichere Perspektiven. So bin ich am Ende denn nun doch auf  die Drohne gekommen und habe dabei gelernt, dass das Fotografieren damit sich gar nicht so sehr von der Arbeit mit dem Fotoapparat unterscheidet. Zwar ist bei Weitwinkel und kleinem Sensor die Auswirkung einer Blendeneinstellung zu vernachlässigen, doch die Belichtung ist ebenso zu korrigieren wie an der Digitalkamera und die Suche nach dem optimalen Blickwinkel ist auch praktisch dieselbe, nur dass die Bewegung nicht mit den Beinen sondern den Steuerhebeln der Fernbedienung ausgeführt werden.

Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann!

Supertele M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro

Ich war ja früher nicht gerade der bekennende Tele-Fan. Im Grunde, so sagte ich, brauche ich nicht mehr als 120mm (KB). Viel lieber setzte ich auf Weitwinkel. 24mm war meine liebste Brennweite, gefolgt von 85mm – Letzteres als ideale Porträtbrennweite. Vom Porträt habe ich mich mittlerweile weitgehend abgesetzt. Dafür ist Naturfotografie stärker in meinen Fokus geraten.

Während meiner APS-C- und Vollformatzeit stellte ein Sigma 120–400mm ƒ4.5–5.6 meine längste Brennweite zur Verfügung: An der Nikon D80 mit Formatfaktor 1,5 600mm. Dieses Objektiv war allerdings eine Schlaftablette beim Fokussieren, washalb ich in der Regel meist das deutlich kürzere aber wesentlich schnellere (und leichtere) Nikon 70–300mm ƒ4.5–5.6 einsetzte.

Nach meinem Umstieg auf MFT habe ich mir zunächst das Lumix 100–300mm (Bericht | panasonic.de | Amazon). Dieses eröffnete mir mit 600mm KB, im Vergleich zum Sigma deutlich kleinerer Abmessungen und geringeren Gewichts und dank der exzellenten Bildstabilisierung derer man sich bei MFT erfreuen darf ganz neue fotografische Möglichkeiten. Trotz geringen Gewichts und der Flexibilität die man hat wenn man ohne Stativ fotografieren kann rückten scheue Tiere auf einen Schlag deutlich näher.

Die erwachte Liebe zur fotografischen Vogeljagd ließ mich dann auch zugreifen, als Panasonic das Leica 100–400mm (Bericht | panasonic.de | Amazon) vorstellte. Kombiniert mit der ebenfalls neuen E-M1 II (olympus.de | Amazon) war ich auch zum ersten Mal seit meinem Umstieg auf MFT wieder in der Lage Vögel im Flug einzufangen.

Aber wie heißt es so schön: Der größte Feind des Guten ist das Bessere. Oder so ähnlich. Tatsächlich gibt es Stimmen die das Panaleica 100–400mm kritisch sehen und auch meine eigenen Testaufnahmen von Test-Charts haben gezeigt, dass die Qualität keine Welt über den deutlich günstigeren Lumix 100–300mm oder M.Zuiko 75–300mm Objektiven anzusiedeln ist.

Einen nach allem was ich bislang mitbekommen habe exzellenten Ruf hingegen genießt Olympus’ 300mm ƒ4 Pro Festbrennweite (olympus.de | Amazon). Inklusive eines 1,4-fach Telekonverters (olympus.de | Amazon) sind damit 840mm KB zu erreichen. Ich konnte nicht widerstehen das Objektiv zu testen und habe mich anschließend für eine Kauf entschieden. Zusammen mit der Kamera kommt man damit zwar auch auf 2,2kg, aber das ist kein Vergleich mit einer vergleichbaren Vollformatausrüstung und bereitet auch nach Stunden des aktiven Einsatzes noch keine allzu große Mühe.

Aber ist es nicht eine deutliche Einschränkung mit einer Festbrennweite statt mit einem Telezoom zu arbeiten? Das dachte ich zunächst auch, weshalb ich mich zuerst auch für das Panaleica statt für das M.Zuiko entschieden habe. Im Einsatz habe ich allerdings bemerkt, dass ich das Zoom nahezu ausnahmslos am langen Ende der Brennweite, also bei 400mm nutzte. Da ich ohnehin immer mit zwei Kameras auf Safari gehe und es sehr selten vorkommt, dass mir ein Motiv entgeht weil das 300er eben kein Auszoomer erlaubt, kann ich gut mit der Einschränkung leben. Vögel und anderen Wildtieren kommt man ohnehin kaum einmal nahe genug.

Und lohnt der Qualitätsunterschied die Einschränkung und den deutlich höheren Preis? Für die die mit ihren Budgets haushalten müssen: Nein. Bei Testaufnahmen lässt sich die deutlich bessere Abbildungsleistung der Festbrennweite zwar nicht leugnen, doch in der Praxis erkenne ich kaum eine Relevanz. Häufig ziehe ich zusammen mit meiner Frau zum Fotografieren aus, wobei ich die Olympus Festbrennweite nutze und Andrea (@andreamaria7) das Panasonic Zoomobjektiv, beide mit E-M1 II. Wir fotografieren also häufig dieselben Motive. Die Unterschiede sind wirklich zu vernachlässigen und ich bin mir nicht sicher ob die manchmal vermeintlich sichtbar bessere Detailschärfe des M.Zuiko nicht einfach dem Placebo-Effekt entspringt. Selbst bei Fotodrucken in A3+ wird kein Mensch sagen können welche Aufnahme mit dem einen oder anderen Objektiv gemacht wurde.

Erwartet hätte ich, dass die (inklusive Teleconverter) etwas bessere Lichtstärke der Festbrennweite ein schnelleres und sicheres Fokussieren ermöglicht, doch ich könnte nicht behaupten, dass in der Praxis etwas darauf hindeutet. Selbst bei der Bildstabilisierung zeigt sich kein nennenswerter Unterschied, obwohl das M.Zuiko an der OM-D Dualstabilisierung nutzen kann, während das Panasonic auf die Objektivstabilisierung alleine angewiesen ist.

Etwas Zweifel habe ich an der Notwendigkeit des Teleconverters, denn ohne ihn erreicht man doch einen Lichtwert mehr Lichtstärke, kann also kürzer belichten und auch der AF sollte davon profitieren. Etwas Detailverlust scheint mir durch den Konverter sichtbar und ich frage mich ob man durch digitale Interpolation nicht beinahe dieselbe Auflösung mit identischer Detailschärfe erzielen kann. Wer das allerdings genau wissen möchte müsste es prüfen – ich habe mir die Arbeit bisher (noch) nicht gemacht.

Das Beste noch zum Schluss: Beide Objektive weisen eine für Superteles extrem kurze Naheinstellgrenze auf, dass man sie praktisch als Makro einsetzen kann. Ich besitze auch Olympus’ 60mm Makro, doch dessen Vorsprung beim Abbildungsmaßstab lässt sich in der Natur ohne Stativ oder Blitz kaum in brauchbare Aufnahmen ummünzen. Schmetterlinge und selbst Käfer mit 800mm Brennweite formatfüllend ablichten zu können ist bedeutend erfolgsversprechender als sich mit 120mm an sie anschleichen zu müssen.

Hausspatz zu Besuch auf unserer Terrasse.
Tauben in Nachbars Garten.
Schweizer Alpsteingebirge mit Säntis.
Kohlmeise auf Futterhäuschen.
Reiher über dem Bodensee.
Stare
Möwen
Rotmilan im Schneegestöber
Bauer sucht Frau?
Möwen am Bodensee mit Lindau im Hintergrund.
Kohlmeise macht einen Abflug.
Der kleine Kleiber.
Feldhase gibt Fersengeld.
Es war einmal ein Baum.
Rehbock, Storch und Krähe.
Tüpfelsumpfhuhn
Blüten
Rotkehlchen
Turmfalke
Dohle
Tagpfauenauge
Lachmöwe beim Fischen.
Kormorane
Flussseeschwalbe
Eichelhäher
Löffelente
Graureiher
Der Regisseur macht Pause
Meine frechere Hälfte
Kiebitz
Rehe
Hummel
Blüte
Schau mir in die Augen, Rotmilan!
Rauchschwalbe
Blume
Käfer
Blume
Schmetterlinge
Käfer
Falter
Schmetterling
Krähe am Aussichtspunkt
Hahn
Luftkampf
Star zu Besuch
Hausrotschwanz
Schwalbenschwanz im Flug
Bläuling
Käfer
Blume
Fisch
Libelle im Flug
Schwimmende Ringelnatter
Aurorafalter
Tanz der Schmetterlinge
Käfer

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Die Suche nach der idealen Fototasche

Wer schon einmal nach der perfekten Fototasche Ausschau gehalten hat, weiß, dass sich diese Suche weitaus schwieriger gestaltet, als sich für das optimale Kamerasystem zu entscheiden. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist natürlich wie, wo und unter welchen Bedingungen man fotografiert. Für viele Fotografen wird demnach eine Tasche auch nicht alle Anforderungen abdecken.

Bei mir haben sich über die Jahre hinweg viele Taschen und mit ihnen noch mehr Erfahrungen angesammelt, die ich gerne einmal teilen möchte. Dabei geht es mir nicht darum bestimmte Produkte im Detail zu beschreiben – die Spezifikationen lassen sich in der Regel über die verlinkten Seiten in Erfahrung zu bringen –, sondern vielmehr von den Features zu berichten, die mir an den Taschen wichtig geworden sind, womit ich negative Erfahrungen gemacht habe und welche Eindrücke bei mir die verschiedenen Hersteller hinterlassen haben.

Die große Fototasche

Nachdem ich 2006 in die Fotografie mit digitaler Spiegelreflexkamera eingestiegen bin,  war eine meiner ersten Fototasche – ich glaube sogar die erste – eine Lowepro Slingshot. Sling-Bags sind ein Zwischending aus Schultertasche und Rucksack. Auch wenn das wie die eierlegende Wollmilchsau oder die Quadratur des Kreises klingen mag und man bei diesem Versprechen immer skeptisch sein darf, funktioniert das Prinzip ziemlich gut. Zwar erreicht er mit nur einem quer angelegten Gurt nicht ganz den Tragekomfort eines richtigen Rucksacks, und die Kamera ist nicht ganz so schnell griffbereit wie bei einer Schultertasche, doch wenn man weitläufig unterwegs ist und währenddessen die Kamera oft einsetzt, ist der Kompromiss durchaus optimal.

In den ersten Generationen war der Slingshot allerdings so hässlich (Amazon), dass ich mich damit fast nur im dunkeln aus dem Haus traute. Mit ein Grund weshalb er mit der Zeit im Büro liegen blieb und durch andere Taschen ersetzt wurde.

Lowepro Fotorucksack

Vor allem wurde meine Ausrüstung größer und verlangten nach mehr Taschenvolumen. Zwischen 2008 und 2017 habe ich gelegentlich Foto-Sessions mit Modellen, oft in der freien Natur und an abgelegenen Orten gemacht, wie in einer Felsklamm und einer Flussschlucht. Dafür brauchte ich einen Rucksack mit viel Platz und guten Tragekomfort, denn neben Kamera und Objektiven mussten auch Blitze und Stative mit an die Location.

Lowepro Flipside 400 AW

Ich entschied mich für den Lowepro Flipside 400 AW (oben | lowepro.com | Amazon). Dieser wird nicht von oben oder vorne bepackt, sondern von seiner Rückseite aus, der Seite also die beim Tragen am Rücken anliegt. Ein Argument für dieses Konzept ist die Diebstahlsicherheit, was allerdings in den Regionen in denen ich unterwegs bin kein Thema ist. Das andere Argument ist, dass man ihn zur Entnahme der Ausrüstung nicht mir der Seite auf der man ihn trägt auf den Boden legen muss und somit kein Schmutz den Weg auf die Kleidung findet.

Der Flipside 400 trägt sich durchaus auch für Stunden gut, ist aber nur für die Aufnahme der Kameraausrüstung konzipiert. Ein dediziertes Fach für ein Wechsel-T-Shirt und Proviant ist nicht vorgesehen – er ist also kein Tourenrucksack.

Eines der wichtigsten Features für mich bei nahezu jeder Fototasche ist zumindest eine außen liegende Tasche zur Aufnahme einer Getränkeflasche. Nie wieder würde ich eine Tasche ohne kaufen! Der Flipside 400 AW hat zwei. AW steht übrigens für All Weather – der Rucksack kommt mit einem überstülpbaren Regenschutz daher.

Ein- und Auspacken gestalten sich beim Flipside nicht absolut komfortabel, da sich die Abdeckung des Rückens nicht vollständig aufklappen lässt und sie ohne Fixierung immer wieder zu fällt. Diesbezüglich sind Schultertaschen komfortabler.

Als Schultertasche für die große Ausrüstung nutzte ich zunächst eine Lowepro Nova 200 AW (lowepro.com | Amazon), eine gute und solide Tasche, allerdings brach nach einiger Zeit der Verschluss – relativ früh, trotz geringer Benutzung der Tasche und ohne, dass es zu einer nennenswerten Gewalteinwirkung kam. Zwar scheint mir Lowepro im Großen und Ganzen gute Qualität zu liefern, doch dieser Schaden hinterließ doch einen etwas zwiespältigen Eindruck. Es sollte nicht die einzige Fragwürdige Erfahrung mit Lowepro bleiben.

Als ich 2013 den Wechsel von Vollformat zu MFT vollzog, waren meine Fototaschen mit einem Schlag überwiegend zu groß. Eine der ersten Schultertaschen die ich damals erwarb, war eine Lowepro Nova Sport (Amazon). Leider knarzte diese Tasche beim gehen auf Schritt und Tritt, was unglaublich nervig war – ich nehmen an es lag an den Kunststoffkarabinern mit denen die Tasche am Tragegurt hing. Glücklicherweise nahm mein Händler die Tasche damals zurück.

Natürlich kann es passieren, dass sich ein Hersteller einmal in einer Komponente vergreift. Aber denselben Fehler mehrfach verbauen? Zumindest traf ich das Knarzen ein paar Jahre später an der Lowepro Inverse 100 AW Hüfttasche wieder. Offensichtlich dieselben Karabiner, weshalb ich den Gurt durch einen anderen ersetzte.

What about Thinktank?

ThinkTank SubUrban Disguise 20

Statt der Nova Sport habe ich drei Thinktank-Taschen zur Ansicht bestellt. Leider hat mich spontan keine davon wirklich überzeugt und zweifelnd und wegen eines schlechten Gewissens dem Fotohändler gegenüber habe ich die SubUrban Disguise 20 (oben | thinktankphoto.de | Amazon) gekauft. Genutzt habe ich sie kaum.

Einerseits weil das Konzept irgendwie seltsam ist. Die Tasche sieht zwar aus als ginge der Zugang zur Kamera durch öffnen der vorderen Lasche, doch dahinter findet man nur eine recht schmale Tasche für eher flaches Zubehör. Tatsächlich ist ein seitlicher Reißverschluss zu öffnen und der Deckel wird dann vom Körper weg geklappt. Diese Art eine Fototasche zu öffnen ist zwar grundsätzlich gar nicht so verkehrt, denn nach außen hat ein Deckel Platz zum Wegklappen und man kann ungehindert auf den Inhalt zugreifen, während nach hinten der Körper das wegklappen der Lasche verhindert und man sie bei den gewohnten Konzepten immer mit einer Hand halten muss, während die andere nach den Inhalten fischt. So richtig durchdacht wirkt das System für mich aber dennoch nicht.

Ihr größeres Problem ist allerdings der Tragekomfort auf ausgedehnten Strecken. Durch den hinten oben verlaufenden Reißverschluss fällt die Oberkante ziemlich eckig aus und man muss nicht Stunden lang auf Achse sein, damit sich so eine Ecke schmerzhaft an den Hüften bemerkbar macht. Wer eine Schultertasche ausgiebig zu Fuß spazieren führen möchte, dem empfehle ich eher nach Taschen mit gerundeten Kanten Ausschau zu halten.

Neben der SubUrban Disguise habe ich natürlich auch die Thinktank Retrospective (thinktankphoto.de | Amazon) in Betracht gezogen. Diese sieht zwar verdammt gut aus, doch ich konnte mich einfach nicht mit ihrem relativ hohen Gewicht anfreunden. Es macht für mich einfach keinen Sinn auf ein leichtes Fotosystem umzusteigen und mich dann für die (gefühlt) schwerste Tasche am Markt zu entscheiden.

Vanguard Schultertaschen

Vanguard The Heralder 28

Fündig geworden bin ich am Ende bei der Vanguard The Heralder 28 (oben | vanguardworld.de | Amazon). Diese vermittelt einen sehr guten Qualitätseindruck, bietet Platz für zwei kompakte Kamerabodys (bei mir Olympus OM-D E-M1) mit etwa vier Standardobjektiven (mit Vollformat eher etwas weniger). Auf Bildern wirkt sie deutlich kleiner als sie tatsächlich ist. Sie hat eine Seitentasche die aus Neopren bestehen dürfte, gleichermaßen strapazierfähig wie flexibel ist und gerne auch einen Doppelliter aufnimmt.

Die Heralder hat mich im Urlaub schon Stunden lang begleitet und war dabei für eine inklusive Reisestativ (bei mir ein  Sirui T025X) relativ dicht beladene Schultertasche immer recht komfortabel zu tragen. Sie ist dafür verantwortlich, dass ich vom Fleck weg zu einer Art Vanguard-Fan geworden bin. Sie hat einen guten und ziemlich ungefährlichen Schnappverschluss und darunter einen Reißverschluss (bei mir meist offen). Darüber hinaus ist in die Verschlusslasche oben ein Reißverschluss eingelassen, der einen raschen Zugriff auf die Kamera erlaubt. Außerdem schätze ich an ihr, dass sie auf Kletfverschlüsse verzichtet, denn diese machen in erster Linie viel Lärm und ruinieren die Kleidung.

Als Seminarleiter bin ich häufig mit dem Laptop unterwegs und benötige deshalb eine Tasche für den sicheren Transport. Mehrere Jahre lang tat mir dafür eine große Tamrac Rally Fototasche gute Dienste und zwar über einen Zeitraum hinweg in dem andere wesentlich weniger strapazierte Taschen den Weg alles Vergänglichen gingen. Leider stellt Tamrac die Rally nicht mehr her und deshalb suchte ich bei Vanguard nach einem Ersatz, den ich in der unten abgebildeten Up-rise II 33 (unten | Amazon) gefunden habe.

Vangard Up-rise 33

Die Up-rise 33 nimmt gut und gerne zwei Vollformatkameras mit drei relativ üppigen Objektiven auf, wird allerdings mit Klett verschlossen und hat keine Seitentaschen für Getränke – letzteres ist mir in diesem Fall aber egal, da die Tasche selten eine Kamera sieht und meist in erster Linie mein 15″ Macbook transportieren muss.

Die Tasche für die Fotosafari

Für die meisten Ausflüge in die Natur ist mir die Heralder überdimensioniert. Eine Tasche mit Platz für eine OM-D mit einem MFT-Standardobjektiv und etwas zusätzlichem Staurum und einer Seitentasche für ein Getränk reicht mir dafür – die zweite Kamera habe ich in der Regel umgehängt.

Die kleine Kalahari K-21

Kalahari K-21 Fototasche

Zu meinen ältesten Favoriten für die Fotosafari gehörte »die K-22« von Kalahari. Bereits als ich noch mit Vollformat fotografierte war sie mir (kalahari.de | Amazon) eine treue Begleiterin. Sie sieht so gar nicht nach typischer Fototasche aus und hebt sich mit ihren geschnürten Seitentaschen so besonders angenehm von dem was sonst so angeboten wird ab. Vergleichbar ist sie vielleicht mit der Thinktank Retrospective, die zwar cooler aussieht, allerdings mehr auf die Waage bringt und weniger Platz für ein Getränk bietet.

Nach meinem Umstieg auf das spiegellose MFT-System war mir die K-22 dann aber zu groß und ich habe sie durch eine K-21 (kalahari.de | Amazon) ersetzt. Diese nutze ich heute für das kleine Besteck – eine E-M5 etwa mit angesetztem 12–40mm ƒ2.8 und eventuell einem Wechselobjektiv. Die beiden Seitentaschen nehmen gut ein kompaktes Stativ (Sirui T025X) und eine 0,5 oder 0,75 Liter Trinkflasche auf und Krimskrams wie Handy, Geldtasche und Brille finden auch noch Platz.

Qualitativ spielt Kalahari zwar nicht in der Top-Liga und bei schwerem Regen ist der Inhalt der Nässe relativ schutzlos ausgesetzt (mit E-M1, E-M5 und Pro-Objektiven ein überschaubares Problem), aber die Tasche ist so praktisch und angenehm zu tragen, dass ich sie mir jederzeit wieder kaufen würde und ich sie auch nicht hergebe, obwohl sie in der Praxis eher selten zum Einsatz kommt, da sie für meinen Bedarf doch etwas zu klein ist.

Lowepro Passport Sling

Lowepro Passport Sling

Meine bevorzugte Schultertasche ist im Moment die Lowepro Passport Sling (lowepro.com | Amazon). Auch wenn der Name es nahe legen mag: Die Passport Sling ist kein Sling-Bag sondern eine astreine, nur etwas eigenwillig gestaltete Schultertasche.

Auch hat nicht den typischen Kamerataschen-Look, bietet Platz für eine deutlich größere Kamera als die Kalahari K-21 (sogar eine Olympus E-M1 mit angesetztem 40–150mm ƒ2.8 geht hinein) mit zwei bis drei Wechselobjektiven, einem Apfel, Riegeln und den üblichen Krimskrams. Das verlängerte Hinterteil das der Kamera ihren eigenwilligen Charakter verleiht kann beispielsweise ein Reisestativ aufnehmen und vorne findet eine Trinkflasche Platz, wobei hinten und vorne davon abhängig ist, auf welcher Seite die Tasche getragen wird. Der oben angesetzte Reißverschluss macht den Zugriff auf die Kamera leicht – oft lasse ich ihn einfach offen.

Die Tasche ist zwar ebenso wie die K-21 nicht wasserfest und kennt auch keinen Regenschutz zum überstülpen, sie punktet aber mit angenehmem Tragekomfort und ist extrem leicht. Wird der Schultergurt verkürzt, entsteht eine Schleife die ich gerne nutze um meine Jacke einzuhängen. Ob das auch für Leute funktioniert die deutlich kleiner sind als 1,85 ist allerdings fraglich – zumindest dürfte die Tasche dann wirklich tief oder die Jacke sehr locker in der Schlaufe hängen.

Leichter Daypack-Fotorucksack

Leider drückt auch die beste Schultertasche konzeptbedingt mit der Zeit zunehmend auf die Schultern. Auch wenn sich eine MFT-Fotoausrüstung im Vergleich zum Vollformat relativ leicht anfühlen mag, zerrt auch ihr Gewicht mit jeder Stunde mehr an den Schultern. Nicht selten sind sie am nächsten Tag verspannt und das Kreuz ist beleidigt.

Vanguard Reno 41

Ein Rucksack verteilt das Gewicht natürlich auf zwei Schultern. Ich habe mich vor ein paar Jahren für einen Vanguard Reno 41 (wird leider nicht mehr hergestellt, ist aber noch über Amazon zu beziehen). Er kombiniert guten Tragekomfort mit extremer Leichtigkeit und nimmt meine erforderliche Ausrüstung inklusive dem, was man zu einer Halb- oder Tageswanderung mitnimmt auf.

Systembedingt ist beim Rucksack der Zugriff auf eine in ihm verstaute Kamera aber natürlich umständlicher als bei der Schultertasche, weshalb er sich auch nicht bewährt wenn man alle paar Minuten ein Foto machen möchte. Wie könnte man also das Gewicht von den Schultern bekommen und dennoch die Kamera rasch zur Hand haben? Klarer Fall: Eine Hüfttasche muss her!

Die Hüfttasche – der große Irrtum

Lowepro Inverse 100 AW

Mir schien die Lösung das Gewicht an die Hüften zu hängen dermaßen zwingend logisch, dass ich gar nicht verstehen konnte, weshalb kaum ein Hersteller eine Hüfttasche im Programm hatte. Als ich dann eines der wenigen Produkte (Lowepro Inverse 100 AW: Amazon) im praktischen Einsatz hatte, wurde mir schnell klar weshalb: Das Konzept geht nicht auf!

Selbst wenn das Fassungsvermögen nur Teilweise genutzt und der Gurt grenzwertig straff gezogen wird, hängt die Tasche ausgesprochen unkomfortabel an den Hüften. Trägt man sie seitlich, ist der Tragekomfort besonders schlecht und der Zugriff auf die Kamera so beengt, dass das Heraus wie das Hinein zur nervigen Fummelei wird. Also nach hinten damit. Leider hat man die Kamera dann auch nicht mehr schneller im Griff als wenn man sie im Rucksack verstauen würde, denn ohne den Hüftgurt zu lösen lässt sich die Tasche nur wiederwillig nach vorne ziehen, und mit gelöstem Gurt hängt sie schnell auf Kniehöhe oder tiefer.

Lowepro wird die Probleme des Konzepts kennen und der Tasche nicht von ungefähr einen Schultergurt beilegen. Erst mit ihm wird sie bei nennenswerter Beladung überhaupt tragbar, dann allerdings mit einem sehr beengten Tragegefühl. Ein paar Ausflüge habe ich mit der Konfiguration gemacht, allerdings mit einem anderen Schultergurt, da der mitgelieferte beim gehen das weiter oben erwähnte Knarzen produzierte. Jetzt verschenke ich die Tasche, da ich mir nicht vorstellen kann jemandem für diesen Mist Geld abzuknüpfen.

Es mag sein, dass Leute mit der Figur einer Gazelle andere Erfahrungen damit gemacht haben, aber mich haben sie veranlasst ausnahmsweise einmal eine Amazon-Bewertung mit einem Stern zu vergeben. Mein Rat an alle die dennoch mit der Anschaffung einer Hüfttasche für die Fotoausrüstung liebäugeln: Erst testen, dann kaufen!

Lowepro Slingshot Edge

Lowepro Slingshot Edge

Lowepros Slingshot ist in der aktuellen »Edge« genannten Version gereift (lowepro.com | Amazon) und nicht mehr die hässliche Ente die er früher war. Ich habe mir deshalb wieder einen besorgt und nehme heute meist ihn mit auf die Fotosafari. Sling-Taschen mit quer getragenen Gurt gibt es auch von anderen Herstellern (Tamrac beispielsweise hat auch ein interessantes Produkt: tamrac.comAmazon), aber nicht jede ist mit einer Seitentasche für eine Trinkflasche ausgestattet (Vanguards Adaptor-Taschen beispielsweise nicht). Für mich ein absolutes KO-Argument: Keine Tasche ohne Trinkflasche!

Der Sling-Bag kommt bei meinen derzeitigen Anforderungen der idealen Kameratasche am nächsten. Bei ihm befestige ich einen Peak Design Capture Clip (peakdesign.com | Amazon) am Schultergurt (Bild unten) und darin die E-M5 was bis hinauf zur Kombination mit einem M.Zuiko 40–150mm 2.8 Pro-Objektiv perfekt funktioniert und ein komfortables Tragegefühl erlaubt.

Peak Design Capture Clip

Ich habe auch versucht den Peak-Design-Clip an einem Regulären Rucksack zu befestigen – also am Vanguard Reno und am Lowepro Flipside – was bei beiden aber zu keiner befriedigen Position der Kamera führt. Ich vermute sogar, dass selbst bei Peak Designs eigenem Rucksack die Kamera nicht so optimal im Clip sitzt, wie bei einem Sling-Bag.

Für mich erlaubt die Kombination Slingshot, Capture-Clip und Peak Design Slide Kameragurt jedenfalls mit zwei MFT-Kameras, einem 300mm Pro und einem Standardobjektiv auf den Weg zu gehen, beide Kameras blitzschnell zur Hand zu haben, und dennoch drei bis vier Stunden auf Achse sein zu können.

Immer-dabei-Fototaschen

Wie viele leidenschaftliche Fotografen gehe auch ich kaum ohne Kamera aus dem Haus, auch wenn ich zugeben muss, sie im Alltag viel zu selten einzusetzen. Die Kamera der Wahl dafür ist die Pen-F (olympus.de | Amazon), meist mit Lumix 15mm ƒ1.7 (panasonic.de | Amazon) oder Lumix 30mm ƒ2.8 Macro (panasonic.de | Amazon).

Tamrac Rally 2

Auf Grund meiner positiven Erfahrung mit der weiter oben erwähnten Tamrac Rally ist es kein Zufall, dass ich es auch mit einer Tasche dieses Herstellers für immer-dabei probiert habe. Die Tamrac Rally 2 (Amazon) ist eine nette und dank der Seitentaschen durchaus flexible kleine Kameratasche, allerdings mit der Betonung auf klein, weshalb Sie mir doch schnell zu klein wurde. Trotzdem: Schade, dass Tamrac die Serie eingestellt hat.

Tamrac Rally 2

Lowepro Event Messenger

Ein weiteres Produkt, das inzwischen Geschichte ist, ist die Event-Messenger von Lowepro (Amazon) – eine angenehm zu tragende kleine Kameratasche. Interessant ist ihr Feature durch einen cleveren Klappmechanismus die Kamera mit und ohne Klettverschluss nutzen zu können. Ich bin ja wie schon erwähnt wegen des schreienden, reissenden Geräusches das sie produzieren und weil sie Stoffe ruinieren kein Fan davon. Dennoch muss ich gestehen, dass Klett einen nicht von der Hand zu weisenden Vorteil hat: Klappt die Lasche so einer Tasche zu beisst sich der Klett sofort fest und der Deckel ist verschlossen. Bei Reiß- oder Schnappverschluss muss Hand angelegt werden um die Lasche zu sichern. Wenn man oft etwas schlampig und schleißig ist wie ich, und häufig zu faul diesen Handgriff zu tun, kann es schon passieren, dass die teure Kamera beim Anheben der Tasche aus dem Inneren kullert und Schaden nimmt – ich weiß wovon ich schreibe!

Domke

Domke F-5XB

Domke gehört zu den Klassikern unter den Kamerataschen – Bags reduced to the max, könnte man sagen. Ich hatte einige Zeit die Domke F-5XB (tiffen.com) im Einsatz, zuerst in der Rugged-Version (Amazon), dann in schwarzer Ausführung (Amazon). Das Wachs der Rugged-Version lässt die Tasche sich schmierig anfühlen und Tasche und Kleidung tauschen sich aus – die Kleidung bekommt etwas Wachs, wofür sich die Tasche etwas Stofffasern nimmt und rasch schäbig aussieht. Die schwarze Ausführung ist diesbezüglich etwas besser, doch auch ihr Stoff wirkt rasch abgenutzt und schäbig und da die Tasche nur gering gepolstert ist, vermittelt sie auch nicht das Gefühl die Kamera großartig zu schützen. Zuletzt schließt sie auch noch mit Klett, was unterm Strich alles in Allem dazu führte, dass unsere Liebe nicht lange währte.

Olympus Messenger Ledertasche

Olympus Messenger Ledertasche

Sehr schick ist die Olympus Messenger Ledertasche (olympus.de | Amazon) deren Preis/Leistungs-Verhältnis für eine solche Tasche zumal aus dem Hause des Systemherstellers absolut in Ordnung geht. Auf Klett wird hier glücklicherweise verzichtet, statt dessen kommt ein klassischer alter Schnappverschluss aus Metall zu Einsatz. Einziger Kritikpunkt: Die Bodenplatte des Verschlusses ist etwas Scharfkantig ausgefallen. Verletzungsgefahr sehe ich zwar keine, doch angenehm anzugreifen ist auch anders.

Crumpler Proper Roady 2.0

Crumpler hat ein cooles Logo und coole Werbung. Die Produkte hingegen hinterlassen bei mir oft gemischte Gefühle und den Eindruck, dass den Australiern cool wichtiger als clever ist. Ich hatte in der letzten Dekade mehr als ein halbes Dutzend Taschen von ihnen – von der kleinen Schultertasche bis zum großen Laptop-Rucksack. Überzeugt haben mich die wenigsten Produkte. Kein Wunder, setzt Crumpler doch besonders häufig auf besonders bissigen Klett.

Crumpler Proper Roady 2.0

Zu den Ausnahmen gehört die Proper Roady 2.0. Diese sieht nicht nur gut aus, sondern sie nutzt auch statt Klett- einen Schnappverschluss. Außerdem soll das Material dem Vernehmen nach kein Wasser durchlassen. Schade, dass sie keine Seitentaschen für die Getränkeflasche hat.

Tenba

Tenba Switch

Erst vor kurzem Entdeckt habe ich den britischen Taschenhersteller Tenba. Diese dürften wenn meine Informationen stimmen in der Produktion von Taschen für Fahrrad-Courriere verwurzelt sein. Ich habe zunächst eine Tenba Switch 8 (tenba.com | Amazon) geordert, da diese ein iPad Pro 10″ in einer hinten angebrachten Tasche aufnehmen kann. Sie vermittelt den besten Qualitätseindruck den ich je bei einer Kameratasche gesehen habe und wirkt ebenso innovativ und durchdacht (allerdings hat mich überrascht, dass kein Stifthalter vorhanden ist).

Ihr Nachteil: Durch die hinten angesetzte Tasche und den Reißverschluss der sie umgibt entsteht eine Kante, die sich bei längerem Tragen wie schon weiter oben zur Thinktank Suburban Disguise angemerkt unangenehm bemerkbar macht. Allerdings habe ich auch schnell bemerkt, dass es für mich nicht sinnvoll ist mein iPad permanent mit mir herum zu tragen.

Denba DNA 8 Messenger Bag

Aufgrund des positiven Eindrucks der Switch habe ich gleich noch einmal bei Tenba eingekauft, diesmal eine DNA 8 (tenba.com | Amazon). Zwar schließt diese Tasche neben den beiden Clips vorne auch mit Klett, doch Tenba setzt eine Klettgeneration ein, die keine großen Anstalten macht sich in Kleidung zu verbeissen und die sich verhältnismäßig leise öffnen lässt, wenn man die Lasche nach unten statt nach vorne weg zieht – das Geräusch ist kaum auffälliger als manche Kunststoffklipps beim Aufschnappen klingen.

Die Tasche nimmt meine Pen-F auf, auch wenn ich statt eines der kleineren Objektive ein M.Zuiko 25mm ƒ1.2 oder das 12–40mm ƒ2.8 ansetze. Viel mehr Platz bleibt dann zwar nicht mehr, aber Sonnenbrille, Geltasche und Handy gehen sich aus und das ist genau das, was ich von einer immer-dabei Tasche erwarte.

Die DNA 8 ist nach einer Dekade und deutlich mehr als einem Dutzend getesteter und gekaufter Schultertaschen für immer-dabei endlich die Taste mit der ich uneingeschränkt zufrieden bin. Zumindest diese Suche scheint für mich endgültig abgeschlossen zu sein.

Nach diesem Artikel hinzugekommen: Lowepro Flipside Treck BP 250 AW, Bericht hier.

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Schlechtes Fotowetter

Das schlechteste Fotowetter ist für mich ein dicht bedeckter gleichmäßig grauer Himmel. Dann doch lieber Sonnenschein. Besonders jetzt wo der Winter noch nicht ganz vorbei ist spürt man deutlich wie die leeren Batterien die Energie der Sonnenstahlen aufsaugen wenn man es an den ersten warmen Tagen hinaus schafft. Doch ein wolkenloser blauer Himmel ist fotografisch nicht besonders interessant – außer »schönes Wetter« sagt er gar nichts. Und dann noch die Härte des Lichts wenn die Sonne den Zenit quert.

Als Naturfotograf habe ich Regenwetter lieben gelernt. Die Luft riecht frisch, man spürt die Elemente der Natur besonders deutlich, kaum ein Mensch ist unterwegs und man kann kommt mit ganz besonderen Stimmungsbildern nachhause.

Statt Regen fällt in der kalten Jahreszeit natürlich Schnee, der den Vorteil hat den Fotografen nicht so schnell zu durchweichen und sich fotografisch leichter festhalten lässt als Regen.

Schneeregen herrschte, als ich die vier Bilder die ich hier zeige aufgenommen habe. Die meisten Tiere waren an diesem Tag wohl zuhause geblieben. Lediglich ein dichter Schwarm Stare und eine Schar Möwen die sich eher ungewöhnlich weit vom Bodensee in die Vorarlberger Riedlandschaft zurück gezogen haben, sorgte für Leben über der ruhenden Landschaft. Darüber suchte außerdem der eine oder andere Greifvogel sein Mittagessen, nicht ganz ungestört von den schwarz gefiederten Krähen.

Dank der exzellente abgedichteten E-M1 und E-M5 sowie der Olympus Pro Objektive muss ich mir wegen des Equipments keinerlei Gedanken machen. Und was ich dabei außerdem schätze: Meine breitkrempigen Fischerhut (Amazon Affilliate-Link). Und der schützt nicht nur vor dem Regen. Seit ich ihn auch als Sonnenschutz nutze habe ich nicht mehr das Problem, dass mir Sonnenstrahlen in den Sucher hinein blenden. Ohne Hut musste ich häufig meine Augen mit der linken Hand abschirmen, mit ist dieses Problem vollständig behoben.

Und falls jemand Etwas gegen kalte Finger sucht: Die MacWet Gloves Climatec (Amazon Affilliate-Link) kann ich durchaus empfehlen.

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Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.

Lumix G9 im Vergleich zur OM-D E-M1 II

Das schöne an Micro FourThirds ist, dass man ein System nutzt für das zwei Hersteller sehr unterschiedliche Kameras bauen. Eine Nikon ist eine Nikon, eine Canon ist eine Canon und eine Sony ist eine Sony. Doch eine Panasonic ist keine Olympus. Das heißt, wenn man mit dem einen Hersteller nicht mehr glücklich ist, kann man zum anderen wechseln ohne das System wechseln zu müssen. Oder man kann zwei sehr unterschiedliche Kamerakonzepte mit denselben Objektiven nutzen.

Ich persönlich konnte mich immer besser mit Olympus anfreunden, finde aber ebenso interessant was Panasonic macht. So auch das neue Flaggschiff in Panasonics Fotokamera-Lineup, die Lumix G9. Diese zeigt Eigenschaften die sie mir als Zweit- oder als Alternativkamera zur E-M1 II durchaus attraktiv erscheinen lässt.

Zunächst einmal sticht mir das LCD-Display auf der Oberseite ins Auge. Etwas, das ich von meinen DSLR gewohnt war. Bis ich es jetzt zum ersten Mal an einer Spiegellosen sah, war mir nicht bewusst, dass ich es vermisse. Meist fotografiere ich mit dem Sucher und habe das Display nach innen geklappt. Um mich über die Einstellungen zu informieren, muss ich einen Blick in den Sucher werfen. Keine Frage, dass ein LCD-Display einen Mehrwert darstellen würde.

Noch bei weitem interessanter ist der Joystick, denn die G9 in sehr guter Erreichbarkeit des Daumens platziert hat, und mit dem sich das AF-Messfeld in perfekter Effizienz und völlig intuitiv verschieben lässt. Nachdem ich es einmal probiert habe, kann ich nicht mehr verstehen, wieso nicht jede Kamera mit so etwas ausgestattet ist. Zusätzlicher Bonus: Ist das AF-Messfald mit dem Stick aktiviert, lässt sich über den Multifunktionswähler die Größe bzw. die Anzahl der Messfelder justieren. Bedienerfreundlichkeit par excellence.

Und noch etwas, das gleichermaßen schlicht und genial ist: Nach Drücken des ISO-Knopfes kann ich über das hintere Einstellrad die Empfindlichkeit, mit dem vorderen die maximale Empfindlichkeit für die ISO-Automatik einstellen. Eine Kombination, die ich, nachdem ich sie einmal gesehen habe, bei jeder Kamera vermissen werde, die das nicht hat.

Leider finde ich an der Kamera nicht nur Highlights, sondern auch Vieles, mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Die G9 ist groß, schwer und fühlt sich für mich klobig an. Ich fühle mich an meine DSLRs erinnert, die ich zwar auch gerne genutzt habe, die ich aber ebenso gerne hinter mir ließ, nach dem ich zum ersten Mal die für mich perfekt in Händen liegende OM-D E-M1 II in Händen hatte. Deren schmaler und tiefer Handgriff scheint mir die perfekte Form zu haben, und der breitere und weniger tiefe Griff der G9 fühlt sich für mich nicht annähernd so gut an.

Zwar vermittelt die G9 einen soliden Eindruck und ich habe keine Zweifel, dass sie kaum weniger gut gegen die Elemente abgedichtet ist, als die E-M1, doch Olympus’ Kameras fühlen sich für mich immer etwas solider an – und Look and Feel sind für mich keine belanglosen Faktoren.

Ein schlechtes »Feel« empfinde ich bei Panasonic immer besonders bei den Einstellrädern. Während ich von der Materialanmutung, dem Widerstand und dem deutlich spürbaren Einrasten der Räder nichts besseres kenne als Olympus, vermitteln mir Panasonics Räder immer einen billigen Plastikeindruck – das ist bei der G9 nicht anders.

Die Bedienbarkeit des hinteren Einstellrads scheint mir etwas unglücklich durch die Auswulstung für den Daumen behindert, die Platzierung des vorderen hinter dem Auslöser empfinde ich ebenfalls nicht als ideal. Nichts, woran man sich nicht gewöhnen könnte. Aber Olympus scheint hier doch die perfekteren Lösungen gewählt zu haben. Das vordere Einstellrad umschließt den Auslöser – einen kürzeren Weg zwischen Einstellen und Auslösen gibt es nicht. Das hintere könnte bei den OM-Ds für den Daumen kaum logischer platziert sein.

Was mir an der G9 zunächst ideal erschien, ist die Platzierung des Ein-/Aus-Schalters. Bei Olympus befindet sich dieser seit der E-M1 links des Auslösers und das heißt, dass ich die Kameras nicht mit einer Hand einschalten kann. Schlechte Lösung!

Bei der G9 umschließt der Schalter den Auslöser. Mehrfaches versehentliches Ausschalten der Kamera, weil ich versucht hatte die Blende zu ändern, machte mir bewusst, was sich bei Olympus an dieser Stelle befindet: Das vordere Einstellrad. Die Erkenntnis dieser Erfahrung: Den Ein-/Aus-Schalter hätte ich bei Olympus gerne so platziert, dass ich ihn gut erreichbar mit der rechten Hand bedienen kann. Doch wenn ich wählen muss, ob ich um den Auslöser das Einstellrad oder Ein/Aus haben möchte, dann entscheide ich mich klar für das Einstellrad.

Als besonderes Highlight wird an der G9 der besonders große und hoch aufgelöste elektronische Sucher angepriesen, der im Moment das beste sein dürfte, was am Markt zu finden ist. Es ist keine Frage, dass er beeindruckend ist. Einen praktischen Vorteil gegenüber der E-M1 habe ich beim Vergleich jedoch nicht feststellen können. Tatsächlich erschien mir das Sucherbild der G9 beim Einsatz im Sonnenschein deutlich dunkler als bei der E-M1 (zu dunkel), wofür ich allerdings keine Erklärung habe. Fazit E-Sucher: Nice to have aber kein Must have.

Die paar Stunden die ich die G9 neben der E-M1 II bei einem Rundgang genutzt habe, sind natürlich kein gezielter Vergleichstest. Doch für mich ging es auch nur um die Frage wie sich die Kamera für mich anfühlt und ob ich sie mir neben der E-M1 vorstellen kann.

Die klare Antwort lautet: Nein! Die G9 hat ein hervorragendes Bedienkonzept. Aber ihre Größe und ihr Volumen sind für mich ein No-go, das mir den Sinn weshalb ich MFT nutze ad absurdum führt. Die Details in denen mir die G9 besser gefällt als die E-M1 wiegen niemals das perfekte Handling des Olympus Bodys auf.

Das AF-System der G9 wird als exzellent gepriesen und soll sogar mit dem exzellenten E-M1-AF-System gleichziehen, manche behaupten sogar daran vorbei ziehen können. Allerdings nur wenn man Panasonic-Objektive verwendet. Mit diesen kann die Kamera die sogenannte Depth-from-Defocus-Technik nutzen. Bei Objektiven anderer Hersteller funktioniert diese Technik nicht.  Ein Problem für mich, der zwar auch Lumix-Objektive nutzt, aber mehrheitlich doch welche von Olympus.

Leider hatte ich keine Möglichkeit den Fokus an tatsächlich schwierigen Motiven – fliegenden Vögeln – zu testen. Doch die Tests die ich machen konnte haben mich nicht überzeugt. In einigen Situationen hat der AF der G9 völlig daneben und auf den Hintergrund fokussiert. Die E-M1 die daneben Einsatz fand – wenn auch mit einem anderen Objektiv – zeigte diese Probleme nicht.

Noch rätselhafter ist mir, dass ich bei einer Serie von Aufnahmen eines Vogels in einem schattigen Bereich eines Baumes ungewöhnlich matschige, flaue Aufnahmen erhalten habe – die E-M1 hingegen erzielte in der gleichen Situation mit dem gleichen Objektiv (Panaleica 100–400mm) schöne, kontrastreiche Aufnahmen.

Mein Fazit nach einem Wochenende G9: Die Kamera hat ein extrem durchdachtes und effizientes Bedienkonzept, das meine Olympus’ absolut in den Schatten stellt und alle Schwächen bei Olympus nur zu deutlich offen legt. Sie hat mehr Knöpfe als ich jemals brauchen werde und vermittelt den Eindruck, dass ich jede nur denkbare Kombination an Einstelloptionen individualisieren und konfigurieren kann – bei Olympus stoße ich im Detail immer wieder auf kleine aber unüberwindbare Hindernisse.

Allerdings hat sie auch eine Größe, ein Gewicht und eine für mich klobige Gestaltung, die sie für mich inakzeptabel macht. Der Eindruck den ich von der Fokussierung habe und die matschige Bildqualität in einer Situation, in der die E-M1 mit demselben Objektiv sehr schöne Bilder lieferte, haben ebenfalls Zweifel gesät, ob ich mit der Kamera glücklich werden könnte. Zweifel sind keine gute Basis für eine gute Beziehung – allerdings haben Gewicht, Volumen und Shaping ohnehin schon den Ausschlag gegeben, dass ich mir die Kamera für mich nicht vorstellen kann.

Trotzdem: Wer in Gewicht und Volumen der Kamera kein Hindernis sieht und eine MFT-Kamera mit perfektem Bedienkonzept sucht, sollte einen Blick auf die G9 werfen. Meine Tests bezüglich Abbildungsqualität und Fokussierung waren zu kurz und oberflächlich um ein objektives Urteil zu ergeben.

Mit der OM-D E-M1 II auf Vogeljagd

Der Rotmilan ist nach meiner Meinung einer der schönsten und edelsten Greifvögel – nicht umsonst nennt man ihn auch Königsweihe. Auch wenn er aktuell nicht vom aussterben bedroht ist, wird er in verschiedenen Regionen auf der roten Liste geführt. Im Vorarlberger Rheindelta sieht man ihn relativ häufig, obwohl es im ganzen Bundesland nur etwa 20 Tiere geben soll.

Bilder wie dieses blieben mir längere Zeit verwehrt, nachdem ich den Umstieg von Nikon zu Olympus gemacht habe. Spiegellose Kameras arbeiten beim Autofokus mit Kontrasterkennung, und die ist bislang kaum in der Lage der Phasenerkennung von DSLRs das Wasser zu reichen.

Die Olympus OM-D E-M1 II (Amazon-Affiliate-Link) hat Vögel im Flug wieder erreichbar für mich gemacht. Anders als die meisten anderen Spiegellosen hat Olympus bei ihr Sensoren zum Phasenvergleich auf dem Bildsensor untergebracht und sie ins Spitzenfeld der rasch fokussierenden Kameras gebracht. Der deutlich bessere AF war bei Erscheinen der E-M1 II ausschlaggebend, dass ich das Upgrade von der ersten E-M1 gemacht habe. Und ich habe es nicht bereut – Seit ich die Kamera habe bin ich, wenn immer Zeit und Wetter es zulassen, draußen auf der Vogeljagd.

Olympus OM-D E-M1 Mark II | M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1.4 Telekonverter | 420mm | ƒ5.6 | 1/5000s | ISO800 | Software: DxO PhotoLab

Waldohreule

Gerade habe ich die achte Auflage meines Photoshop-Workshop-Buches in Druck gegeben, finde ich mich schon wieder mitten im anderen Projekt an dem ich arbeite: Einen Workshop-Buch über Adobe InDesign. Dessen Druck soll im April erfolgen. Viel zu tun, denn Mitte Januar starten wieder neue Kurse. Zeit zum Bloggen und Video-Tutorials bleibt da keine, denn zwischendurch muss ich einfach raus.

Dann packe ich meine Kameras ein und gehe  mit Andrea auf die Pirsch. Wir sind mittlerweile leidenschaftliche Vogeljäger, und häufig überrascht was es da draußen an gefiederten Gesellen zu entdecken gibt. Eine besondere Freude ist es natürlich, wenn einem so scheue Nachtschattengewächse wie Waldohreulen vor die Linse fliegen und neugierig beäugen, wie sie Schuss um Schuss abgelichtet werden. Dank der hervorragenden Bildstabilisierung von Olympus gelingen solche Aufnahmen bei 840mm KB auch noch bei 1/13 Sekunde Belichtungszeit ohne nennenswerte Verwackelung.

Olympus OM-D E-M1 | M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1.4 Telekonverter | 420mm | ƒ5.6 | 1/13s | ISO500 | Capture One Pro

Olympus 25mm 1.2 oder Panaleica 25mm 1.4?

Eine lichtstarke Normalbrennweite gehört an sich zur fixen Ausrüstung eines jeden Fotografen. Dem MFT-Fotograf geben die Systemhersteller Olympus und Panasonic die Auswahl zwischen vier verschiedenen Linsen mit Lichtstärken zwischen ƒ1.2 und ƒ1.5, wozu sich noch die manuell zu fokussierenden Hyperprimes von SLR Magic und Voightländer gesellen (nebst anderem Glas von Drittherstellern).

Bereits 2014 habe ich das Panaleica ƒ1.4 (genau genommen Panasonic Leica Summilux G) gekauft, habe es aber aus mir gar nicht so recht erklärbaren Gründen nicht besonders gerne eingesetzt.

Seit ein paar Wochen nun konnte ich Olympus’ 25mm ƒ1.2 Pro-Objektiv testen und möchte hiermit meinen Eindruck vermitteln. Wie immer sind meine Ausrüstungsberichte nicht als Tests zu verstehen, sondern spiegeln einfach meinen subjektiven Eindruck.

Während schon das Panaleica 1.4 keine besonders kompakte MFT-Linse ist (jedenfalls nicht für ein Normalobjektiv), ist das neue Oly ein richtiger fetter und schwerer Bomber und dürfte wohl die meisten Kleinbild-Normalbrennweiten überwiegen. Eigentlich läuft das ja der Idee von MFT als transportables Kompaktsystem zuwider.  Wer sich trotzdem darauf einlässt kriegt dafür ein sehr stabildes Objektiv zur Hand das gut in derselben liegt und mit absolut glaubwürdigem Schutz gegen Staub, Spritzwasser und Frost glänzt, also unter Bedingungen einsetzbar ist in denen man das Panaleica lieber sicher verstaut. Generell liegt das Objektiv glänzend in der Hand, nur in der Fototasche macht es sich unangenehm bemerkbar – als tägliches Immer-dabei-Objektiv hat es keine guten Karten.

Laut Messungen von dxomark.com erreicht das Panaleica eine etwas bessere Wertung, wobei man sich wie so oft bei DXO die Frage stellt wie die Gesamtwertung zusammenkommt, immerhin wird die Schärfe beim Oly etwas höher angegeben, Transmission und Vignettierung sind gleich und der Verzeichnung scheint das Oly deutlich die Nase vorne zu haben, lediglich bei der chromatischen Aberration hat das Panaleica mit dem etwas geringeren Wert die Nase vorne.

Bei meinen eigenen (höchst unprofessionellen) Aufnahmen meines Testcharts konnte ich weder bei Kontrast noch in der Schärfe einen Unterschied feststellen. Beide zeichnen praktisch ab Offenblende tadellos scharf und kontrastreich. Beide spielen laut DXO in der Top-Liga der MFT-Linsen und werden lediglich von Panasonics 42,5mm ƒ1.2 und Olympus’ 75mm ƒ1.8 übertroffen.

Klar besser gefällt mir Olympus’ Pro-Objektiv beim Bokeh, wo es deutlich ruhiger und cremiger zeichnet als die von Leica entworfene Linse. Diesen Mehrwert im Bokeh muss der Fotograf jedoch teuer bezahlen: Das 25mm ƒ1.2 von Olympus kostet etwa das Doppelte des 25mm ƒ1.4 von Panasonic.

Unterm Strich würde ich meinen, dass das Panaleica bei diesem Vergleich der Preis/Leistungs-Sieger ist. Wer MFT wegen Kompaktheit nutzt und auf die Wetterfestigkeit von Olympus’ Pro-Objektiv verzichten kann erhält mit ihm ein exzellentes Objektiv. Allerdings wird die deutliche Mehrausgabe für das 25mm ƒ1.2 mit einem sichtbar weicheren Bokeh belohnt, dessen Anblick eine wahre Freude ist (auch wenn man selbstverständlich nicht die kurze Schärfentiefe einer KB-Normalbrennweite erreicht).

Tatsächlicher Preis/Leistungs-Sieger wäre übrigens das 25mm ƒ1.7 von Panasonic. Nicht viel weniger Lichtstark, dafür kompakt, leicht und für unter 200 Euro zu haben, dabei in der Wertung den teureren hier erwähnten Modellen laut DXO nur gering nachstehend.

Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2

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