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Filter-Klassiker für lau

Die legendären Nik-Filter sind jetzt noch günstiger – nämlich gratis!

Die Nik-Filter-Collection ist eine Sammlung an Plugins für Photoshop, Photoshop Elements und Lightroom, unter anderem um Bilder Schwarzweiß, mit Farbeffekten oder im analogen Look zu entwickeln. Besonders das Schwarzweiß-Entwicklungs-Tool »Silver Efex Pro« erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit bei Fotografen.

Ich selbst konnte mich nie so recht durchringen die Collection zu kaufen da ich für analoge Looks und Schwarzweiß Exposure von Alien Skin bevorzuge. Doch jetzt da die Software gratis ist habe ich sie mir nun doch geholt und freue mich damit zu arbeiten. Ich gehe zwar aus, dass Google die Software nur deshalb verschenkt weil das Produkt nicht weiter unterstützt wird. Aber einige Jahre werden die Programme sicher noch laufen und bis dahin kann man den geschenkten Gaul ja nutzen.

Ist Affinity Photo die Photoshop-Alternative?

Definitiv: Ja. Allerdings wohl noch nicht für jeden.

Affinity von Serif

Affinity ist nicht etwa wie man annehmen möchte eine Firma, sondern eher eine Art Produktschiene die sich anschickt einem Produktpaket aus dem Hause Adobe Konkurrenz zu machen. Dahinter steckt das Britische Software-Unternehmen Serif mit Sitz in Nottingham und 190 Mitarbeitern, das wohl schon seit längerem grafische Software für Anwender abseits der professionellen Grafikbranche entwickelt. Offensichtlich hat man mit der Abwendung Adobes vom Softwareverkauf und deren Wechsel von der Creative Suite zur Creative Cloud erkannt, dass am Markt Bedarf an einer Alternative besteht. Laut eigenen Angaben wurde in den letzten fünf Jahren an dieser Alternative gearbeitet.

Affinity statt Creative Suite Standard Collection

Als Zielgruppe dürfen sich Alle angesprochen fühlen die früher mit der Adobe Creative Suite Standard arbeiteten die die Produkte InDesign, Photoshop und Illustrator umfasste, bzw. alle die mit diesen Produkten ihr Auslangen finden.

Bereits im Oktober 2014 veröffentlichte Serif das aufsehenerregende Vektorprogramm Affinity Designer als Alternative zu Adobes Illustrator. Im Juli dieses Jahres folgte die offizielle Veröffentlichung von Affinity Photo.

Kaufen statt mieten

Augenfälligster Unterschied zu den Produkten Adobes: Affinity Photo und Designer werden nach einem klassischen Modell verkauft und nicht in Form eines Abomodells vermietet. Der Preis liegt dabei mit knapp 50 Euro pro Software weit unter dem was die Creative-Suite-Produkte früher kosteten. Bezogen werden kann die Software über den Mac App Store.

Wo bleibt Windows?

Derzeit gibt es nur Mac-Versionen. Ich nehme einmal an, dass die Eroberung des Marktes über eine Plattform etwas ressourcenschonender ausfallen dürfte und da die Zielgruppe, vor allem der professionelle Anteil, eher auf dem Mac zuhause ist, lag dieses Betriebssystem wohl näher. Hinzu kommt, dass man Mac-Usern nicht ganz unbegründet nachsagt, sie hätten Vorurteile gegenüber Windows – nicht wenige, die Produkte aus der Windows-Welt kaum mit der Kneifzange angreifen würden. Ein neues Produkt aber speziell und nur für den Mac? Super! Endlich sind wir wieder einmal exklusiv und elitär.

Serif allerdings scheint mir soweit ich es sehe eher in der Windows-Welt verwurzelt und deshalb ging ich von Anfang an davon aus, dass eine Windows-Version nur eine Frage der Zeit ist. Soweit man hört scheint sie tatsächlich bereits in Arbeit und man darf wohl mit einer Veröffentlichung im Laufe des nächsten Jahres rechnen. Ist auch richtig und wichtig, denn um sich wirklich auf dem Markt etablieren zu können müssen mindestens diese beiden Plattformen bedient werden – glaube ich zumindest.

Designer und Photo folgt Publisher

In Bälde soll dem Paket aus Photoshop- (Affinity Photo) und Illustrator-Alternative (Affinity Designer) noch eine InDesign-Alternative (Affinity Publisher) folgen. Nach dem was ich bereits von Affinity Designer und Photo gesehen habe bin ich sehr gespannt auf das Produkt. Vorab aber schon einmal für alle die sich jetzt fragen ob man damit InDesign-Dokumente wird öffnen können: Soweit in den Foren zu lesen ist würde sich das extrem schwierig gestalten und eine entsprechendes Feature ist bislang nicht geplant.

Sehr positiver Ersteindruck

Zurück aber zu Affinity Photo und zur Frage in wie Fern das Programm eine ernstzunehmende Alternative zu Photoshop ist.

Meinereiner platzierte eine üble Erkältung exakt zwischen Heimkehr aus dem Urlaub und Beginn meiner ersten Unterrichtseinheiten nach der Sommerpause und nutzte die Zeit im Krankenbett sich das ganze Tutorial-Material zu den Affinity-Produkten rein zu ziehen. Verdammt viel Material und vor allem zu Affinity Photo bedingungslos professionell aufbereitet, mit einem der besten Trainer dem ich bislang lauschte.

Nachdem ich nun wieder halbwegs auf den Beinen bin habe ich gleich die Probe aufs Exempel gemacht und ein paar zentrale Beispiele aus meinem neuen Photoshop-Buch mit Affinity Photo durchgespielt.

Arbeiten wie gewohnt

Das schöne am Programm ist, dass es extrem nah an Photoshop angelehnt ist, bis hin zu vielen Shortcuts. Wer Photoshop beherrscht fühlt sich in Affinity Photo rasch zuhause. Es gibt natürlich Dinge die anders gestaltet sind und über die man stolpert wenn man versucht es auf die von Photoshop gewohnte Weise zu machen. Unterm Strich jedoch: Erfahrungen aus Photoshop müssen nicht über Bord geworfen sondern können einfach mitgenommen werden.

Affinity Photo läuft very fast and smooth, allerdings würde ich diesbezüglich auch über Photoshop nicht klagen. Anders als bei Photoshop erscheint das User-Interface wie aus einem Guss. Die RAW-Entwicklungsumgebung ist kein separates Programm wie Adobe Camera Raw sondern sehr schön als sogenannte »Develop Persona« angelegt. In wie Fern die Qualität der RAW-Entwicklung mit jener von ACR mithalten kann kann ich zum Zeitpunkt nicht beurteilen, doch da ich meine RAWs in der Regel ohnehin in Capture One entwickle ist das für mich auch keine wirklich relevante Frage.

Neben der zentralen »Photo Persona« und der »Develop Persona« findet der Anwender noch eine »Liquify Persona« (praktisch identisch mit dem Filter »Verflüssigen« in Photoshop) und eine »Export Persona« (am ehesten mit »Für Web speichern« zu vergleichen).

Wo Affinity Photo glänzt ist bei der Retusche und beim Einsatz von Filtern: In Affinity Photo lassen sich Filter wie Einstellungsebenen in Photoshop anwenden. Eine vergleichbare Arbeitsweise ist in Photoshop zwar mit Hilfe von Smartobjects möglich aber Affinity Photos Ansatz scheint mir intuitiver und effizienter.

Smarte Objekte an sich gibt es bislang keine, was in meinen Augen zu verschmerzen ist, laut Aussagen in den Foren wird aber an etwas gearbeitet das besser sein soll.

Noch nicht auf Augenhöhe mit Photoshop befindet sich Affinity Photo wenn es um High-end-Farb- und Tonwerteinstellungen geht. Tonwertkorrekturen und Gradationskurven beinhalten keine Weisspunkt-, Schwarzpunkt- und Mitteltöne-Pipette (wobei ich in erster Linie letztere vermisse), ich habe keinen Shortcut für Unter- und Überbelichtungswarnung beim Einrichten von Schwarz- und Weißpunkt gefunden, die Histogramm-Palette kann Helligkeits- und Farbkanäle nicht nebeneinander darstellen, Kanäle lassen sich in Tonwertkorrektur und Kurven nicht per Shortcut auswählen, eine Pipette für Messpunkte habe ich vergeblich gesucht und »Schatten/Lichter« muss man im Vergleich zu Photoshops »Tiefen/Lichtern« als Witz bezeichnen.

Wer jetzt keine Ahnung hat was das Alles bedeutet, was ich im vorangegangenen Absatz als vermisst angekreidet habe, wird es wohl nicht brauchen und nicht vermissen. Ich schätze 90–95% der Anwender dürften problemlos ohne diese Features leben können. High-end-Bildbearbeiter hingegen werden sie so wichtig sein, dass ein Umstieg auf Affinity Photo zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher nicht in Frage kommt.

Serif sollte sich anstrengen hier rasch nachzubessern, denn ein Urteil der Experten im Sinne von, »nett, aber für den professionellen Einsatz nicht zu gebrauchen«, wird wohl auch jene vom Programm Abstand nehmen lassen, die keine Ahnung haben wie sie diese Profifunktionen überhaupt einsetzen könnten. Und ist der Ruf erst einmal ruiniert …

Fazit

Affinity Photo ist aktuell sicher die preiswerte Alternative zu Photoshop für alle die Bildbearbeitung auf vergleichbarem Niveau betreiben aber kein Abo abschließen wollen, am Mac arbeiten und auf die Feinheiten der High-end-Farb- und Tonwertkorretur verzichten können. Dabei erspart die Software dem Anwender viele Me-too-, Spezial- und Firlefanz-Funktionen mir der Photoshop über die Jahre belastet wurde. Einen Blick wert ist das Programm allemal und von mir aus eine klare Empfehlung.

PS: Eine Ausrede Photoshop zu klauen, weil man die Kohle dafür nicht abdrücken möchte, gibt es nun zumindest am Mac auch nicht mehr.

Nachtrag: Ich habe mittlerweile einen ersten Screencast über Affinity Photo aufgenommen. Weitere sollen folgen.

Creative Cloud – ein Zwischenfazit

Zunächst sei einmal gesagt, dass ich Photoshop liebe und (noch immer) gerne damit arbeite. Gerade schreibe ich an einer Neuauflage meines Buches über Photoshop CC und nehme mir viel Zeit alles neu zu strukturieren, noch besser zu beschreiben und noch wertvoller für den Einsteiger und Anwender zu gestalten. Ich liebe die Bildbearbeitung, ich liebe das Schreiben, ich liebe das Unterrichten – und Photoshop gehört da für mich einfach dazu. Ebenso wie die Cloud-Programme Illustrator und InDesign. InDesign ist das Satz- und Gestaltungsprogramm für meine Bücher.

Natürlich sollte ich als Autor von Büchern über Photoshop schwärmen wie toll jede neue Version doch ist, und dass man sie unbedingt haben muss und mein Buch natürlich oben drauf. Doch wenn mich etwas nervt, dann fällt es mir schwer die Klappe zu halten. Ich kann nicht so tun als ob. Es ist nicht alles in Ordnung in der Welt von Adobe und der Cloud. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil.

Ein kurzer Tweet von Manuela Hoffmann hat mich wieder einmal daran erinnert wie überhaupt nicht in Ordnung die Dinge sind, in der Cloud.

cloud

Ging mir genauso. Oder besser gesagt: Geht mir noch immer ähnlich.

Nachdem ich bis vor Kurzem auf einen Umstieg von CS6 auf CC verzichtet habe – zu wenig neue Features um den Preis zu rechtfertigen – kam ich nun, da die Arbeit am Photoshop-Workshop-Buch zu CC 2015 anstand, nicht um einen Einstieg in die Cloud herum.

Gibt es irgendwelche Features in CC 2015 die den Umstieg von CS6 rechtfertigen – sofern ich von InDesign, Photoshop und Illustrator in Kombination mit meinen Anforderungen ausgehe würde ich sagen: Nein. Zwar gefällt mir als Typograf und Schriften-Narr TypeKit und auch die Anpassung an Retina-Displays ist nicht zu verachten – aber dann gehen mir die Argumente schnell aus. Jedenfalls wenn ich auf der anderen Seite 60 Euro im Monat in die Waagschale lege.

Aber das ist nicht das eigentlich Thema. Das Problem ist die lausige Qualität die Adobe CC mittlerweile offensichtlich erreicht hat. Manuela Hoffmann ist nicht die einzige Anwenderin die Probleme beklagt. Schon als ich mein letztes Buch »Die kreative Fotoschule« an den Verlag für die Korrekturen an den Verlag übergab beklagte der Setzer endlos zähes Arbeiten und permanente Abstürze. Seit Jahren scheint InDesign ein Problem mit Dingen wir Textmarken, Querverweisen, Indexmarken, etc. zu haben. Über Versionen hinweg!

Vor Kurzem wurde ich in eine befreundete Agentur gerufen, weil ein InDesign-Dokumente mit mehreren Querverweisen permanent abschmierte. Die Lösung: Die Palette Querverweise/Hyperlinks geschlossen halten. Kann’s aber auch nicht sein, oder?

Und CC bei mir: Nach der Installation verweigerte Illustrator auf meinen beiden Macs den Start. Nach einer aufwändigen Entfernung aller Altlasten vergangener CS- und CC-Versionen und einer Neuinstallation der Cloud, sowie Recherchen im Internet stellte sich heraus, dass Illustrator mit einer älteren Version des Wacom-Treibers nicht konnte.

Im Moment laufen Photoshop und InDesign stabil auf meinen Rechnern. Jedenfalls so lange ich damit arbeite. Beim Beenden der Programme frieren regelmäßig beide ein. InDesign scheint dabei das Kunststück eines Aufhängers zu Stande zu bringen, der sich mit keinem Mittel mehr beenden lässt – auch nicht via Abschießen über die Aktivitätsanzeige. Nicht einmal das Ausschalten des Macs ist möglich! Nur mehr das Abwürgen des Systems ist der letzte Ausweg. Gesund dürfte das auf Dauer aber nicht sein für das OS.

Nun kann man als Windows-Anwender natürlich einwenden: »Mac halt!« Doch ich kenne kaum Programme die vergleichbare Probleme bereiten. Office ist im Vergleich ein Fels in der Brandung.

Nebenbei bemerkt: Der Cloud Updater erinnert mich täglich daran, dass es Updates für drei meiner Programme gibt und meint damit für meine CS6-Versionen. Geschafft hat er das Update aber noch nie. Auch nicht nachdem ich alle Cloud-Programme neu installiert habe.

Die Entwicklung ist ein Jammer, denn Adobe hat seinen Kunden mit Photoshop und InDesign grandiose Werkzeuge in die Hand gegeben und ich war immer mehr auf Illustrators Seite denn auf Freehands. Dass die Qualität und die Pflege der Programme nun so den Bach hinunter geht ist bedauerlich, umso mehr, als dass durch InDesign für die Anwender eine Abhängigkeit entstanden ist, die sich kaum mehr lösen lässt. Aber genau da liegt das Problem!

Adobe hat ein Monopol und der Anwender ist dem Konzern ausgeliefert. Das kann man mir jetzt wieder als Schwarzmalerei ankreiden. Doch wie es scheint bewahrheitet sich das, was Heise bereits bei der Vorstellung der Cloud anmerkte: Adobe muss jetzt nur mehr so viel tun, die Anwender nicht komplett zu verärgern.

Das Kreuz mit GTD

GTD — Getting Things Done — ist ein hervorragendes Konzept die Dinge auf die Reihe zu bekommen.

Computer sind hervorragend dazu geeignet mit GTD zu arbeiten. Oder wären es. Wenn es endlich ein vernünftiges Programm dazu für den Mac gäbe — eines, mit einer guten iPhone App.

Über ein Jahr lang habe ich jetzt mit der Beta von The Hit List gearbeitet. So sollte ein GTD-Programm aussehen und funktionieren. Aber seit einem Jahr gibt es praktisch keine Weiterentwicklung, eine 1.0-Version scheint nicht in Sicht, von der längst angekündigten iPhone-App keine Spur und der Entwickler schweigt — nachdem er von den Anwendern 50$ für die Beta genommen hat. Das hat so keine Zukunft.

Das meistverwendete GTD-Programm am Mac scheint Things zu sein. Ich habe es damit jetzt schon drei oder vier mal versucht und habe es nach ein paar Tagen immer wieder entnervt aufgegeben. Zwar kann ich Aufgaben systemweit via Shortcut erstellen, ich kann Tags einsetzen und To-Dos planen. Aber wenn ich meine wiederkehrenden Aufgaben für meinen täglichen Morgencheck anlegen will, stellt das Programm Grenzen auf, mit denen ich nicht arbeiten kann. Für meinen Morgencheck am Computer gibt es einen fixen Ablauf: Zeitverwaltung aufräumen und Aufzeichnung beginnen, E-Mails checken, ein paar Websites checken, GTD-Eingang checken, Kalender checken, ein paar Software Abgleiche machen, etc. Die Aufgaben lassen sich in Things zwar als wiederholend anlegen, aber das Programm verweigert, dass ich die erstellten Aufgaben in eine Sinnvolle Reihenfolge bringe. Die Reihenfolge in der Zeitplanung entspricht der Reihenfolge, in der man die To-Dos erstellt hat. OK. Zur Not könnte man damit Leben, wenn nicht am ersten Tag, an dem die wiederholenden Aufgaben Alphabetisch (!) im Ordner für die aktuellen Aufgabe liegen würden.

Things bietet nicht die Möglichkeit Projekte in Unterordnern zu gruppieren. Es gibt keine intelligenten Folder. Und weshalb zeigt die Übersichtsspalte in Things ein Icon für Projekte und darunter ein Verzeichnis für Projekte?

Begonnen habe ich mit GTD am Mac mit OmniFocus, aber, während Things zu strikt und unflexibel ist, scheint mir OmniFocus zu offen angelegt, zu viele Möglichkeiten zu bieten und den GTD-Prozess von sich aus zu wenig in klare Kanäle zu leiten. Darüber hinaus ist das Programm schlicht hässlich — sowohl The Hit List als auch Things sind wesentlich ansprechender gestaltet. Trotzdem: Vielleicht sollte ich OmniFocus noch einmal eine Chance geben. :\