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Schlagwort: Landschaft

Valiseraalpe

Posted in Fotografie & Gedanken

Wer es gerne ruhig mag, dem darf eine Wanderung zur Valiseraalpe empfohlen werden. Als wir zunächst in Gargellen an der Talstation der Schafbergbahn eintrafen, traf uns nahezu der Schlag, ob der Massen die sich hier tummelten. Zum Glück für uns fuhren die meisten Wanderer mit der Bahn zum Schafberg hoch. Auf der Wanderung zur Valiseraalpe trafen wir dann nur mehr auf ein einziges Pärchen.

Die Wanderung habe ich auf meinem Bergfex-Account freigegeben. Die lange Dauer von knapp 5 Stunden rührt daher, dass wir sehr gemütlich wandern und immer wieder stehen bleiben, um Fotos zu machen. Außerdem beinhaltet der Zeitraum eine Rast auf der Alpe von etwa einer halben Stunde. Weiterlesen

Schneefall, Wasserfall

Posted in Fotogalerie

schneefall-wasserfall
Kamera: Olympus OM-D E-M1 | Objektiv: M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 | Brennweite: 35mm (70mm KB) | Blende: ƒ5.6 | Zeit: 1/160 S | ISO: 800 | Fokus: Manuell | Belichtungsmodus: Manuell | Belichtungsmessung: Mittenbetont | Weißabgleich: Manuell |  Selbstauslöser mit Anti-Shock und 15S Vorlaufzeit | Stativ | Entwicklung: Capture One Pro

Fotografieren kann man nicht nur im Sonnenschein. Ganz im Gegenteil! Gerade das was man landläufig als schlechtes Wetter bezeichnet, kann manchmal fotografisch spannender sein als Postkartenwitterung. Meiner E-M1 und den Olympus-Pro-Zooms machen Schnee, Regen oder Gischt Gott sei Dank nicht viel aus, so dass ich mir deshalb keine Sorgen machen muss.

Dia Aufnahme entstand mit Stativ um maximale Detailschärfe zu garantieren. ISO habe ich angehoben um eine ausreichend kurze Verschlusszeit zu erhalten die Schneeflocken im Fall einzufrieren. Ich machte auch Aufnahmen mit Langzeitbelichtungen bei denen die Flocken nur mehr als blassweiße Striche abgebildet wurden aber am Ende gefiel mir diese Variante am besten.

Olympus Anti-Shock-Funktion ist für die Arbeit mit Stativ sehr angenehm. Dabei stellt man eine Vorlaufzeit bis zum Auslösen ein, vergleichbar mit einem Selbstauslöser, allerdings wird der Verschluss bereits zu Beginn dieser Zeit geöffnet. Das sollte eine wirklich erschütterungsfreie Aufnahme garantieren. Der Vorteil daran ist, dass man nicht mit einem Fernauslöser (in meinem Fall mit dem iPhone und Olympus App) herumhantieren muss.

2.1. Schärfentiefe

Posted in Kreativ fotografieren

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Hatten wir das Thema Brennweite nicht gerade im Abschnitt über Perspektive? Und hieß es da nicht, Brennweite und Distanz gehören zu den wichtigsten Werkzeugen um die Wirkung einer Aufnahme zu gestalten?

Genau! Die perspektivische Wirkung, die durch Variieren des Blickwinkels, bewusster Wahl der Brennweite und angemessener Distanz beeinflusst wird, ist durch andere Gestaltungsparameter kaum mehr zu topen.

Doch Brennweite und Distanz sind nicht nur ausschlaggebend für die Perspektive, sondern beeinflussen auch die Schärfe maßgeblich – in Form der Schärfentiefe. Wenn es etwas gibt, das die Bedeutung der Perspektive für die Bildwirkung noch topen kann, dann ist das die Schärfentiefe.

Es gibt zahlreiche Kriterien, die für gute Fotos zusammen­wirken müssen. Unsere Betrachtungen konzentrieren sich hier auf jene Kriterien, die sich direkt mit der Kamera beeinflussen lassen – und den Objektiven. Wir haben vier Hauptkriterien identifiziert: Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition. Während die Belichtung praktisch den geringsten kreativen Spielraum bietet – eine optimale Belichtung ist eine optimale Belichtung – bieten Perspektive und Schärfe großen Gestaltungsspielraum.

Während man zum Ändern der perspektivischen Wirkung das Objektiv wechseln muss, sofern man kein Zoomobjektiv hat, lässt sich die Schärfentiefe mit Hilfe der Blende praktisch bei jedem Objektiv beeinflussen. Grund genug also, sich mit der Schärfentiefe ausreichend zu befassen.

Schärfentiefe

Neben der Perspektive ist die Schärfentiefe ein ganz essenzielles, bildgestalterisches Mittel. Man kann die Frage nach der Schärfentiefe mit einem einfachen ›entweder/oder‹ auf den Punkt bringen: Will ich den Hintergrund scharf oder unscharf?

Tatsächlich scharf können mit einer Kamera immer nur Bildbereiche in einem ganz bestimmten Abstand zum Sensor abgebildet werden. Das ist exakt der Bereich, auf den fokussiert – also scharf gestellt – wird. Bereits der Bereich unmittelbar davor und direkt dahinter wird schon nicht mehr ganz scharf abgebildet.

Doch auch wenn theoretisch gesprochen immer nur ein ganz dünnes Scheibchen in der Tiefe vor der Kamera gestochen scharf abgebildet wird, so wird in der Regel ein bedeutend größerer Bereich direkt vor und hinter dem fokussierten (schärfsten) Punkt noch immer als scharf empfunden. Mit abnehmender Distanz zur Kamera auf der einen Seite und zunehmender Entfernung auf der anderen Seite jedoch fällt die Unschärfe immer deutlicher aus.

Nahpunkt und Fernpunkt |Auf dem Weg in die Richtung des Fotografen gibt es einen Punkt, ab dem dann die Abbildung von einem Betrachter nicht mehr als scharf empfunden wird, sondern als unscharf. Diesen Punkt bezeichnet man als Nahpunkt. Vom fokussierten Punkt weiter weg in der Ferne gibt es ebenso einen Punkt, ab der die Schärfe so gering wird, dass ein Betrachter sie als unscharf empfindet. Diesen Punkt bezeichnet man als Fernpunkt. Der Bereich zwischen Nahpunkt und Fernpunkt ist die sogenannte Schärfentiefe.

Zwar ist der Übergang vom scharfen zum unscharfen Bereich fließend, dennoch lässt sich ein relativer Knackpunkt zwischen dem was als scharf und dem was als unscharf wahrgenommen wird berechnen und festlegen.

Freistellen | Über Distanz und Brennweite beeinflussen Sie die perspektivische Wirkung eines Bildes. Mit der Schärfentiefe haben Sie einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Aufmerksamkeit des Betrachters. Durch steuern der Schärfentiefe können Sie Objekte vor einem Hintergrund herausheben, oder mit dem Hintergrund verschmelzen lassen. So arbeitet der Fotograf gerne mit einer kurzen Schärfentiefe um den Hintergrund einer Person unscharf zu bekommen, damit sich alle Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Modell lenkt – man spricht vom Freistellen.

Geringeschwaerfentiefe
Diese Illustration stellt dar, wie man sich kurze Schärfentiefe ­vorstellen muss, könnte man sie von der Seite sichtbar machen.
Freigestellt
Mit kurzer Schärfentiefe lässt sich der Hintergrund hinter dem Hauptdarsteller eines Motivs unscharf abbilden. Das hat den großen Vorteil, dass ein beispielsweise unruhiger Hintergrund sich nicht mehr wichtig macht und nicht vom Hauptmotiv ablenken kann.
Freisteller
Kurze Schärfentiefen durch offene Blenden sind vor allem bei Porträts ein gutes Mittel um das Modell vom Hintergrund freizustellen.

Die kleine Serie unten zeigt wie gut es funktioniert mit Hilfe selektiver Schärfe die Aufmerksamkeit zu lenken. Obschon sich der rote Kegel auf Grund seiner aktiven Farbe in den Vordergrund drängt, so fällt die Hauptaufmerksamkeit doch immer auf jenen Kegel, der gerade am Schärfsten abgebildet ist.

Kegel1 spacer.gif Kegel2
Kegel3 spacer.gif Kegel4
Schärfentiefe eignet sich vorzüglich dazu die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ein bestimmtes Objekt oder einen bestimmten Punkt zu lenken.

Nutzen Sie die Möglichkeit der selektiven Schärfe auf bestimmten Bereichen und der Unschärfe für unwichtige Bildelemente um in Ihren Bildern auch inhaltlich eine klaren Fokus zu setzen. Es ist Teil Ihrer kreativen Freiheit in der Fotografie. Setzen Sie sie bewusst ein.

Anders sieht es hingegen meist in der Landschaftsfotografie aus. Vor allem dann, wenn man nach dem Konzept Vordergrund–Mittelgrund–Hintergrund gestaltet entscheidet man sich für eine große Schärfentiefe, damit sowohl Nähe als auch Mitte als Ferne möglichst scharf auf das Bild kommen.

Hoheschaerfentiefe
Diese Illustration visualisiert eine hohe Schärfentiefe. Der Fotograf fokussiert auf das Modell, der ­Bereich davor und dahinter verliert an Schärfe, aber nur gering.
Hintergrundscharf
Bei hoher Schärfentiefe sind die Bereich hinter de fokussierten ­Objekt scharf abgebildet – das ist wichtig, wenn man zum Beispiel eine Landschaft mit ins Bild ­bringen will. Oft stört es aber auch, wie bei der Abbildung von Personen, weil sich der Hintergrund wichtig macht und vom ­Modell ablenkt.
Landschaft
Bei dieser Aufnahme sollte das Schilf vorne links (Vordergrund), der gefrorene Teich (Mittelgrund) und die Bäume hinten (Hintergrund) möglichst scharf auf das Bild. Dazu habe ich Blende ƒ13 eingestellt.

Darum geht es in diesem Kapitel im Wesentlichen: Welche Mittel kann ich einsetzen um die Schärfentiefe in einer Aufnahme kreativ zu beeinflussen? Habe ich ein Motiv, das ich vom Hintergrund freistellen möchte? Möchte ich die Aufmerksamkeit mit selektiver Schärfe lenken? Oder sollte ein möglichst weiter Bereich von ganz nah bis weit entfernt so scharf als möglich abgebildet werden.

Vielschaerfentiefe spacer.gif Wenigschaerfentiefe
Zweimal derselbe Wasserspeier mit unterschiedlicher Schärfentiefe.
Titel Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
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0.4. Fotografische Genres und die geeignete Kamera

Posted in Kreativ fotografieren

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Es gibt viele fotografische Themenbereiche, beziehungsweise Genres. Zum Beispiel Porträtfotografie, Makrofotografie, Landschaftsfotografie, Sportfotografie, Architekturfotografie, Bühnenfotografie, Wildlife-Fotografie, Street Photography, Aktfotografie, Reportagefotografie und, und, und.

Nicht jede Kamera ist für jedes Genre geeignet. Jedes Kamera­konzept hat Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Ich halte es für wichtig dieses Thema zu beleuchten, denn die richtige Kamera ist mit ausschlaggebend für das Gelingen von Bildern und damit für die Freude an der Fotografie.

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Kompaktkamera: Fixes Objektiv, in der Regel kleine Bildsensoren. (Bild: canon.de) Sucherkamera: Der Klassiker dieses Baukonzept ist die Leica. Meist lassen sich die Objektive wechseln. Hier bei der Fuji X100 ist das Objektiv fix verbaut. Die Bildsensoren sind mittel bis groß. (Bild: fujifilm.de)
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Systemkamera ohne optischen Sucher, aber mit der Möglichkeit Objektive zu wechseln. (Bild: panasonic.de) Spiegelreflexkamera: Schnell, flexibel und hochwertige Abbildungsqualitäten durch mittlere bis große Bildsensoren, dafür aber auch groß und schwer. (Bild: nikon.de)

Oft schon habe ich in Fotoforen und auf Fotoblogs Kommentare von Fotografen gelesen die eine teure Fotoausrüstung wieder veräußert haben weil sie in bestimmten Situationen an die Grenzen des Kamerakonzepts gestoßen sind. So kann ich mich an einen wanderbegeisterten Fotografen erinnern, der seine Spiegelreflexkamera (Single Lens Reflex (SLR) oder Digital Single Lens Reflex (DSLR)) samt Objektiven verkauft hat, weil es ihm zu mühsam war die schwere Gerätschaft in den Bergen mitzuschleppen. Statt dessen ist er auf eine Kompaktkamera mit kreativen Einstellmöglichkeiten umgestiegen umgestiegen. Eine vernünftige Entscheidung, will ich meinen.

Bei Landschaftsfotografie unter Tageslichtbedingungen – worum es ja einem Natur- und Wanderfreund in erster Linie gehen dürfe – sind die Ergebnisse von Kompaktkameras oft erst beim studieren der Details in der vergrößerten Ansicht am Computer, von den Resultaten von Spiegelreflexkameras zu unterscheiden.

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Zwei Aufnahmen von derselben Position auf dieselbe Landschaft. Einmal SLR, einmal Kompakt. Aber was ist was?

Sogar wenn es darum geht zwischendurch Blumen und Bienen als fotografierte Beute mit nachhause zu nehmen haben Kompaktkameras gegenüber Spiegelreflexkameras eindeutige Vorteile. Ohne spezielles Makroobjektiv sind richtig kleine Fundstücke mit einer DSLR kaum abzulichten – mit einer Kompakten ist das meist kein Problem.

Der größte Vorteil von Kompaktkameras für Wander und Reisefotografen ist allerdings: sie sind klein und leicht. Der Schluss »je größer desto besser« lässt sich auf die Fotografie nicht generell anwenden. Wer sich für ein bestimmtes Genre entscheidet tut gut daran vor dem Einkaufen zu eruieren welches Konzept diesem Thema am besten entgegen kommt. Wer sich für viele Genres interessiert wird nicht darum herum kommen sich früher oder später nach einer Zweit- oder Drittkamera umzusehen.

Betrachten wir uns einmal ein paar Genres und reden wir darüber, was für ein Kamerakonzept ihnen am besten entgegen kommt.

Landschaftsfotografie | Ambitionierte Landschaftsfotografen bevorzugen in der Regel Spiegelreflexkameras, hochwertige Objektive und stabile, meist schwere Stative, um ihre Motive mit dem letzten Quäntchen Schärfe abbilden zu können.

Manfrotto Ich verwende gelegentlich das Stativ Manfrotto 190 XPROB. ­Obschon kein wirkliches Leicht­gewicht dürfte es vielen Landschaftsfotografen dennoch zu leicht und Schwingungsanfällig sein.

Da der Landschaftsfotograf oft vor allem die Weite von Landstrichen einfangen will arbeitet er meist mit Weitwinkelobjektiven.

14-24mm 2.8 Nikkor Weitwinkelobjektiv erster Güte: Das AF-S Nikkor 14–24 mm 1:2,8 G ED. Solch extreme Weitwinkelbrennweiten sind nicht pflegeleicht in der Anwendung. Aber ich liebe das 14–24mm gerade wegen der extremem Perspektiven die es ermöglicht. Ich habe auch bereits einen ausführlichen Artikel darüber gepostet.
Bild: © Nikon GmbH
Mikrobe Es braucht nicht viel, damit ein ­Objekt bei 14mm dermaßen ver­unstaltet abgebildet wird. Oder drastischer Ausgedrückt: Foto­grafiert man mit extremen Weitwinkeln muss man höllisch auf­passen, dass nicht ein Großteil der Aufnahmen verunglückt. Weitwinkel ist in ­meinen Augen am spannendsten aber auch am schwierigsten zu beherrschen.
Kamera: Nikon D700
Objektiv: 14–24 mm 2:2,8

Wer Landschaften fotografiert hat gerne weiches Licht. Das lässt sich bei wolkenlosem Himmel um die Mittagszeit herum kaum er­reichen. Der Landschaftsfotograf sollte für das beste Licht gerne früh aufstehen und auf den Weg gehen. In der Zeit um den Sonnen­aufgang herum zeigt sich Landschaft meist im schönsten Licht. Rund um den Sonnenuntergang – beziehungsweise kurz danach – ist das Licht zwar auch meist weich aber davor relativ gelb- und danach relativ blaustichig.

People- und Porträtfotografie | Auch der People- und Porträt-Fotograf arbeitet in der Regel am liebsten mit einer griffigen Spiegelreflexkamera.

So wie das Weitwinkel zum bevorzugten Objektiv des Landschaftsfotografen gehört, wählt der Porträtfotograf am liebsten leichte Teleobjektive im Brennweitenbereich zwischen 80mm und 120mm. Diese Brennweiten sind am besten geeignet Gesichts­proportionen plastisch und unverzerrt abzubilden.

Portraet24mm Porträt bei 36 mm Kleinbild. Die Gesichtszüge ­scheinen schmal, die Proportionen verzerrt.
Portraet50mm An einer Kleinkamera wären 50mm zu kurz für die harmonische Abbildung von Gesichtszügen. An Consumer-Kameras von Canon, Nikon, Pentax oder auch Olympus und Panasonic ist sie aber durchaus für Nahaufnahmen von Gesichtern geeignet. So ergibt sich an der Nikon D7000 auf Grund des sogenannten Formatfaktors (siehe auch Formatfaktor) ein tatsächlicher Blickwinkel eines leichten Teles mit 75mm Brennweite.
Portraet105mm Das AF-S Micro Nikkor 105mm 1:2,8 G VR gehört an einer Kleinbildkamera zu den perfekten ­Porträt-Objektiven. Hier an der D7000 erzeugt es allerdings einen Blickwinkel der knapp 158mm an Kleinbild entspricht. Das ist zu lang. Die Gesichtszüge erscheinen dadurch runder und flacher. Den fotogenen Gesichtszügen von Vanessa ­schadet das zwar nicht. Doch wer ihr live begegnet empfindet ihre Gesichtszüge anders.
Portraet300mm 300mm an einer Kamera mit mittelgroßem Sensor ergeben den Blickwinkel einer Brennweite von 450mm bei Kleinbild. Das macht einen völlig anderen und irgendwie fremden Menschen aus Vanessa. Immer noch hübsch aber die Kopfform scheint flacher und das Gesicht eckiger geworden zu sein. Vergleicht man die vier Aufnahmen könnte deutlicher kaum werden wie Brennweiten ein Gesicht verändern können.

Brennweiten im leichten Tele-Bereich helfen nicht nur Gesichtszüge mit einer vorteilhaften perspektivischen Wirkung abzubilden sondern unterstützen zusätzlich auch noch die Weichzeichnung des Hintergrundes. Ein durch Unschärfe weichgezeichneter Hintergrund verwischt Details und verhindert, dass der Hintergrund vom Hauptmotiv ablenkt. Bei Kompaktkameras ist das in der Regel etwas schwieriger, da sie eine sehr hohe Schärfentiefe (siehe auch Schärfe) abbilden und somit den Hintergrund scharf auf das Bild bannen.

Scharf Aufnahme mit der Kompaktkamera Canon PowerShot S95 bei maximaler Brennweite von 105mm und größtmöglicher Blendenöffnung ƒ4.9. Sowohl längere Brennweite, als auch offene Blende helfen den Hintergrund weniger scharf abzubilden. Richtig unscharf wird der Hintergrund aber auf diese kurze Distanz bei dieser Brennweite mit dem kleinen Sensor einer Kompaktkamera trotzdem nicht. Kompaktkameras sind keine Porträtkameras!
Nichtsoscharf Aufnahme mit der Canon PowerShot G12 bei 135mm und Blende ƒ4.5. Die Brennweite ist länger und die Blende ein bisschen weiter offen als beim Bild oben. Sowohl die etwas weiter geöffnete Blende als auch – und vor Allem – die längere Brennweite tragen zum weicheren Hintergrund bei.
Unscharf Der Vergleich der Aufnahmen der Kompaktkameras oben mit dem Resultat einer Spiegelreflexkamera hier macht deutlich weshalb Porträtfoto­grafen keine Kompaktkameras nutzen: Der größere Sensor einer Spiegelreflexkamera, egal ob mittelgroße Four-Thirds-, APS-C- oder APS-H-Formate oder das große Kleinbildformat, bietet einfach deutlich mehr Spielraum mit Schärfentiefe zu gestalten und Modelle durch unscharfen Hintergrund freizustellen.

Die oberen drei Abbildungen zeigen, dass ein unscharfer Hintergrund die porträtierte Person besser zur Geltung bringt. Die drei Bilder zeigen aber auch, dass das nur bei einer Kamera mit mittlerem oder großem Sensor vernünftig funktioniert – in der Regel heißt das Spiegelreflex. Kompaktkameras mit kleinen Sensoren bilden bei Porträts die Hintergründe bei Brennweiten, die dem Blickwinkel von 105mm oder 135mm Kleinbild entsprechen und optimal für Porträts sind, viel zu scharf ab.

Spiegelreflexkameras haben darüber hinaus auch den Vorteil durch ihr großes Volumen, die griffige Ergonomie und ihr Gewicht sicher und satt in der Hand zu liegen. Der Blick durch den Sucher hilft zusätzlich Verwackelung zu vermieden, da die Kamera nicht nur in Händen gehalten wird, sondern durch die Auflage vor Nase und Stirn einen dritten Stabilisierungspunkt erhält. Und da man Modelle und Personen, die man Porträtieren muss, nur selten über Wanderungen besucht, stellen Gewicht und Umfang der Ausrüstung in diesem Genre keinen Nachteil dar.

Sucher Beim Fotografieren über den ­Sucher wird die Kamera mit zwei Händen gehalten und am Kopf ­angelehnt. Das mag teilweise zu seltsamen Verrenkungen führen, bietet aber deutlich mehr Stabilität als würde man die Kamera einfach von sich weg halten und mit den Bildausschnitt über das Display bestimmen.

Fazit: Der sport- und wanderbegeisterte Landschaftsfotograf mag Freude mit einer kompakten Kamera haben und tolle Ergebnisse damit erzielen. Wer jedoch Menschen und Porträts eher im Mittelpunkt seiner fotografischen Leidenschaft sieht sollte unbedingt zu einer Spiegelreflexkamera greifen.

Reise- und Reportagefotografie | Spiegelreflexkameras bieten in der Regel hervorragende Bildqualität. Wer von einer Kompaktkamera auf eine SLR umsteigt wird das Gefühlt haben, dass seine Ergebnisse schlagartig besser werden. Nicht bei jedem Motiv. Aber vor allem bei Aufnahmen von Menschen wird er diese Erfahrung machen. Das hat vor allem damit zu tun, dass diese Kameras auch im vollautomatischen Modus, beim Fotografieren von Menschen, Tieren und anderen nahen und nicht zu großen Objekten, eine relativ kurze Schärfentiefe erzeugen und somit freistellen. Das wirkt fast immer besser, als wenn der Hintergrund, wie bei Kompaktkameras, scharf mit aufs Bild kommt.

Darüber hinaus sind Spiegelreflexkameras äußerst flexibel, da sie als Systemkamera die Möglichkeit bieten Objektive zu wechseln und sie somit der Situation und Aufgabe anzupassen. Aber der Preis dafür ist eben die Größe und das Gewicht der Ausrüstung. Reise- und Reportagefotografen ziehen deshalb oft leichteres Equipment vor.

Die erste Möglichkeit zum Abspecken stellt es dar, statt eines professionellen oder semiprofessionellen Modells eine Kamera aus der Einsteiger- oder Mittelklasse zu verwenden. Diese Geräte haben in der Regel bereits sehr gute Abbildungsqualitäten, sind aber kompakter und leichter gebaut.

Die Wechselobjektive bleiben am besten zuhause. Statt dessen darf ein rundum-glücklich-Objektiv mit auf Reise, wie ein 18–200mm-Zoomobjketiv. Die Abbildungsqualität von Zoomlinsen, mit einem so weiten Brennweitenbereich, erreicht zwar im Detail nicht die Exzellenz von Zoomobjektiven mit kleinerem Brennweitenumfang – schon gar nicht von Festbrennweiten. Dafür ist man aber sehr flexibel um je nach Bedarf zwischen Weitwinkel- und Tele-Bereich zu wechseln – ohne das Objektiv zu wechseln! Ein Nachteil jedoch wiederum: Objektive mit einem so weiten Zoombereich sind meist nicht besonders lichtstark. Das heißt ohne Stativ packt man seine Ausrüstung sehr viel früher ein, als Fotografen mit lichtstarken Objektiven.

Telezoom Ein Zoomobjektiv mit außerordentlich breitem Brennweitenbereich: Das Sigma 18-250mm F3,5-6,3 DC OS HSM. Mit 630g deutlich schwerer als manche Kompaktkamera, dabei aber noch nicht wirklich schwer und vor allem äußerst flexibel. (Foto: sigma-foto.de)

Eine radikale Alternative zu Zoomobjektiven stellt für Reise und Reportagefotografen die Festbrennweite dar. Sie ist leicht, bei kurzen Brennweiten nicht besonders teuer und liefert dennoch eine Qualität und Lichtstärke, für die man bei Zoomobjektiven vierstellige Beträge in die Hand nehmen muss. Ich selbst habe bislang an meiner Nikon D80 eine 35mm-Festbrennweite für unterwegs genutzt. Ein Objektiv das ich Nikon-DX-Fotografen uneingeschränkt empfehlen kann.

35mmnikkor Nikon 35mm ƒ1.8 Festbrennweiten-Objektiv. Klein, leicht, kompakt, preiswert und trotzdem sehr gute Abbildungsqualität. (Foto: nikon.de)

Im Angebot für Canon, Pentax und Sony gibt es sicherlich Objektive mit vergleichbaren Brennweiten. Olympus- und Pentaxfotografen können zum wunderbar flachen 25mm Pancake Objektiv greifen, das 50mm Kleinbild entspricht.

EZ 25mm Pancake XL Flacher geht kaum: Das 25mm Pancake Objektiv von Olympus zeigt denselben Bildausschnitt, wie ein 50mm Kleinbildobjketiv. (Foto: olympus.de)

Allerdings ist der Blickwinkel von 53mm (bezogen auf Kleinbild) was für viele Situationen bereits zu eng ist. Deshalb nutze ich seit Kurzem bevorzugt ein Objektiv mit 28mm Festbrennweite. Dieses hat an der D80 den Blickwinkel von 42mm Kleinbild und das ist ein Bereich, der klassischen Reise- und Reportage-Brennweiten sehr nahe ist.

Af 28mm AF Nikkor 28 mm 1:2,8 D. Nicht mehr die jüngste Linse im Nikon-Park, aber dafür recht preiswert. Für Straßenpreise ab etwa 300 Euro darf man professionellste Qualität erwarten. An einer ­Kamera mit DX-Sensor kommt die Brennweite auf 42 mm und ist ­damit vorzüglich als immer-dabei-Linse geeignet. Die mit ƒ2.8 hohe Lichtstärke erlaubt auch bei ­spärlichem Umgebungslicht noch ausreichend kurze Belichtungszeit und gibt Freiraum um mit Schärfentiefe zu spielen.
(Bild: © Nikon GmbH)

Wer jetzt erschreckt zurückschreckt und sich denkt, dass eine einzige, feste Brennweite eine inakzeptable Einschränkung darstellt, der hat wahrscheinlich noch nicht oft mit Festbrennweiten fotografiert. Zwar ist der Verlust an Flexibilität nicht von der Hand zu weisen, doch die Beschränkung auf eine feste Brennweite bringt auch Vorteile: Man kann es sich als Fotograf nicht mehr bequem machen und von der Stelle aus auf den Auslöser drücken, an der einem ein Motiv ins Auge gesprungen ist. Statt dessen muss man sich dem Objektiv nähern und nach der perfekten Perspektive suchen. Die Einschränkung führt dadurch zu einer zwangsweise intensiveren Auseinandersetzung mit dem Motiv und zu interessanteren Ansichten, die man gar nicht gefunden hätte, hätte man einfach nur an es heran gezoomt.

Weitwinkel oder Normalobjektiv haben gegenüber Teleobjektiven klare Vorteile:

  • Es lassen sich mit Ihnen auch mehr oder weniger weite Landschaften einfangen, was mit Brennweiten über 50mm kaum mehr möglich ist.
  • In Städten, Straßen und Gassen ist man flexibler. Man kann an kleine Objekte herantreten und für die Aufnahme ganzer Fassade auch wieder ausreichend auf Distanz gehen. Mit einer langen Brennweite steht man da schnell einmal an der Wand.
  • Dasselbe gilt natürlich auch in Räumen, wie Kneipen, Museen, Schlössern und Kirchen. Ein Weitwinkel kann die Stimmung eines ganzen Raumes einfangen, mit Teleobjektiven können Sie höchstens einzelne Menschen oder kleine Menschengruppen fotografieren.
  • Bilder, die mit Teleobjektiven aus der Distanz geschossen werden, erzeugen beim Betrachter ein Gefühl der Distanz und vermitteln gerne einen voyeuristischen Charakter. Bilder hingegen, die mit 50mm, 35mm, 28mm oder geringer aufgenommen wurden, vermitteln dem Betrachter den Eindruck mitten im Geschehen zu stecken und ganz nah an der Szene dran zu sein. In der Reise- und Reportagefotografie erzeugen Weitwinkelaufnahmen in der Regel authentischere Ansichten.
  • Mit Weitwinkel fotografiert man noch, wenn das Licht für Teleobjektive nicht mehr ausreicht. Lichtstärke ist bei moderatem Weitwinkel bedeutend preiswerter zu bekommen, als bei Teleobjektiven. Ganz abgesehen davon, dass man mit Weitwinkel generell längere Belichtungszeiten aus freier Hand halten kann als bei Telebrennweiten.
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