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Kreative Fotoschule für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert

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Mein Buch »Die kreative Fotoschule« darf sich über eine Nominierung für den Deutschen Fotobuchpreis 2016 freuen. Ich freue mich mit. Mehr über das Buch und seinen Inhalt gibt es hier zu lesen.

Rezensionen zu meiner kreativen Fotoschule

Vor Kurzem erreichte mich eine Zusammenfassung von Rezensionen zu meinem Buch »Die kreative Fotoschule« von meinem Verlag Galileo … äh … Rheinwerk. So viel erfreuliches Feedback muss ich natürlich unbedingt teilen.

webdigital.de, 03.04.2015:

»Angefangen vom Standpunkt des Fotografen über Perspektive und Brennweite bis hin zu Belichtung, Filtern und Blitztechnik lernt der kommende Fotoenthusiast hier alles, was er für sein Hobby benötigt. Auf über 300 Farbseiten geht es hier vor allem um Kreativität, nicht um die Technik als Selbstzweck.«

Leserfeedback Sabine D.-B., 16.04.2015:

»Markus Wäger hat in diesem Buch Bildgestaltung und Fototechnik hervorragend verbunden. Tolle Grafiken und Bildbeispiele machen das Lesen und das Verstehen leicht. Ein rundum gelungenes Buch, das sehr verständlich geschrieben ist.«

FOTOTEST, 03/2015:

»Wer sich vom einfachen Knipser hin zum kreativ gestaltenden Fotografen entwickeln möchte, hat eine Menge zu lernen. Besonders einfach geht das mit Hilfe dieses Buches.«

Testmania, 28.04.2015:

»Die Sprache des Autors ist für den Anfänger gut zu lesen, nicht zu kompliziert und klar in den Aussagen. Dazu kommen anschauliche Beispiele, die das Gelesene vertiefen. Das Lehrwerk ist modern gestaltet und mit sehr schönen Fotografien bestückt, die Beispiele und Anreize zugleich sind und die ohnehin ansprechende Optik noch veredeln.«

NaturFoto, 05/2015:

»Markus Wäger erklärt die fotografischen und fototechnischen Zusammenhänge ausgesprochen gut nachvollziehbar, besonders gründlich, zudem flüssig geschrieben und mit vielen passenden Bildbeispielen und sonstigen Abbildungen auch anschaulich und ansprechend illustriert. Nach dem Durcharbeiten des Buches wird jeder Leser seine Bildideen überzeugend umsetzen können.«

fotowissen.eu, 11.05.2015:

»Perfekt für den Einstieg und nicht nur für den Anfänger sehr gut als Nachschlagewerk geeignet! Das Buch beleuchtet den Markt und alle wichtigen Themen neutral und auch ein wenig darüber hinaus. Eine gute Ergänzung in jeder Fotobuch-Bibliothek!«

treppenfotografie.de, 15.05.2015:

»Dieses Buch habe ich tatsächlich ›verschlungen‹ ohne mich ein einziges Mal zu langweilen. Selbst die technischen Details sind anschaulich und für Jedermann verständlich erklärt. Wer neu in der Welt der Fotografie ist, kommt nur schwer an diesem Buch vorbei.«

Freies Radio Kassel, 28.04.2015:

»Buchtipp!«

Photoshop Weblog, 01.06.2015:

»Ein perfekter Ratgeber zum Einstieg.«

fotoforum, Juni 2015:

»›Die kreative Fotoschule‹ ist genau das: Eine Fotoschule mit interessanten und kreativen Ansätzen. Obendrein ist das Buch auch für den gestandenen Fotografen spannend – man lernt ja nie aus.«

Lebensart im Norden, 07/2015:

»Autor Markus Wäger erklärt in seinem verständlich geschriebenen Buch alle wesentlichen Aspekte rund ums Fotografieren. Nach dem Lesen hat man einfach viel mehr Freude an seiner Kamera – und beim Fotografieren.«

SCREENGUIDE, 07/2015:

»Das Buch ist locker geschrieben und nicht nur für Anfänger geeignet, sondern durchaus auch für fortgeschrittene Fotografen empfehlenswert.«

prophoto.de, Juli 2015:

»Markus Wäger ist mit ›Die kreative Fotoschule‹ ein umfassendes Werk gelungen, das sich sowohl an fotografische Einsteiger als auch an ambitionierte Fotografen wendet. Der Buchautor versteht es brillant, die grundlegende Fototechnik in Verbindung zum guten Foto zu setzen und die Zusammenhänge deutlich zu machen. Wir können dieses Werk nur empfehlen, denn es inspiriert auch dahingehend, gewohnte Pfade zu verlassen und sich neue fotografische Themengebiete zu erschließen.«

einaugeistgenug.de, 22.07.2015:

»Für alle, die sich ganz neu mit der Kamera beschäftigen und besser fotografieren lernen wollen, ein empfehlenswertes Buch. Durch die vielen Bilder und Beispiele ist alles anschaulich erklärt.«

Meine Beschreibung des Buches ist hier zu finden. Weitere Infos und ein Demokapitel zum Download gibt es bei rheinwerk-verlag.de.

Kurs: Kreative Fotoschule

Auf Basis meines Buches »Die kreative Fotoschule« unterrichte ich seit ein paar Jahren an der epos Akademie auch Fotografie. Die epos Fotoschule ist auf 21 Stunden angesetzt und findet entweder an drei aufeinander folgenden Samstagen oder an sechs Abenden statt.

Am vergangenen Samstag fand wieder einmal ein dritter Tag meines Fotokurses statt. Im sommerlich bedingt sehr kleinen Kreis von fünf Teilnehmerinnen erklärte ich wie man über die vier Schritte Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition zu kreativ gestalteten Bildern gelangt. Wichtige Theorie gespickt mit andauerndem Ausprobieren des Gehörten an der eigenen Kamera und ein paar Ausflügen ins Freie, diesmal bei mehr als sommerlichen Temperaturen – da kam man gerne zurück in die wohl klimatisierten Räume.

Klein sind die Gruppen immer bei epos, den wir limitieren unsere Kurse auf zehn Teilnehmer. Dadurch kann ich sehr individuell auf Fragen und Anforderungen der Einzelnen eingehen. Und neben aller trockenen Theorie darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Die nachfolgenden Bilder liefern einen Einblick in die Kurstage hier in Götzis bei epos. Ich bedanke mich bei den Teilnehmerinnen für die Fotos Erlaubnis sie hier zeigen zu dürfen.

Eine ausführlichere Beschreibung des Kurses findet sich hier, Kurstermine finden sich auf der Seite der epos|akademie.

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Kreative Fotoschule zu gewinnen

Sengende Sonne ist nicht immer ideal zum Fotografieren. Da pflanzt man sich manchmal lieber irgendwo in eine schattige Ecke und liest ein Buch.

Da ich zufällig Bücher schreibe scheint es mir eingebraucht wieder einmal ein Exemplar eines Buches – meiner Kreativen Fotoschule – unter jenen zu verlosen die auch beim Lesen nicht auf Fotografie verzichten wollen.

Die Teilnahme an der Verlosung ist einfach: Schreibt einen Satz mit diesem Inhalt als Kommentar zu diesem Artikel: »Ich … gerne, weil …«.

Also zum Beispiel: »Ich besuche diesen Blog gerne, weil …«, »Ich würde das Buch gerne gewinnen, weil …«, »Ich fotografiere gerne, weil …«, »Ich mag meine Kamera XY, weil …« … was auch immer.

Ziehen möchte ich den Gewinner am 10. Juli – da beginnen bei uns die Sommerferien und mein Vater hat Geburtstag; ein guter Tag ein Buch zu verlosen. Das heißt wer bis zum 9. Juli kommentiert ist dabei.

Kreativ fotografieren: Inhalt und Einleitung

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Inhalt

Einleitung

Als ich im letzten Jahrtausend zu Fotografieren begann, wollte ich natürlich mehr über die Grundlagen der Fotografie wissen. Wie Viele begann ich meine fotografische Laufbahn mit einer Kompak­tkamera und Urlaubs- und Freizeitbildern. Als ich dann angefangen habe als Grafikdesigner zu arbeiten wuchs auch mein Interesse an der richtigen Fotografie. Meine ersten Erfahrungen mit Spiegelreflex konnte ich mit der analogen Minolta meines Vaters machen. Bald schon wollte ich aber eine eigene Kamera und bin bei Nikon gelandet – und geblieben.

Um mehr über Fotografie zu erfahren habe ich mich als Autodidakt nach Literatur zum Thema umgesehen. Unter anderem bin dich dabei auf ›Das große Buch der Fotografie – Schritt für Schritt zum gelungen Bild‹ von John Freeman gestoßen. Das Buch hat mir gut gefallen und die Basis für mein heutiges Wissen über Fotografie gebildet. Aber habe ich damit fotografieren gelernt? Nicht wirklich. Der allgemeine Charakter des Buches hat dazu geführt, dass alles mögliche beleuchtet wurde, was mit Fotografie in Zusammenhang steht – so auch Dinge wie Mittel- und Großformatkameras. Greifbar vermittelt wie ich meine Spiegelreflex einsetze um bessere Bilder zu machen, hat es mir nicht.

Dann kam die digitale Fotografie und mit ihr eine Schwemme an Büchern. Das erste Buch, das mich wirklich einen entscheidenden Schritt weiter gebracht hat, war ›Das digitale Fotografie Buch‹ von Scott Kelby. Ich kann es noch immer uneingeschränkt jedem empfehlen, der mit Hilfe prägnanter, praxistauglicher Tipps in der Fotografie vorankommen will, wobei ich diese Empfehlung auf den ersten Band beschränke.

Doch abgesehen davon, dass ich bei Kelby viele nützliche Tricks erfuhr, könnte ich nicht sagen, dass ich damit wirklich fotografieren gelernt habe. Kelbys Konzept ein Fotobuch für die Praxis zu schreiben – nach dem Motto »Du willst das und das? Dann mach das so und so!« – ist großartig, bedingt aber auch, dass er bewusst auf theoretische Hintergründe verzichtet. Wer verstehen will weshalb Kelby das und das so und so macht, muss woanders recherchieren.

Ein sehr gutes Werk für diese Recherche ist ›Der große ­Humboldt Fotolehrgang‹ von Tom! Striewisch. Für dieses Buch gilt, was auch für Kelbys Buch gilt: Un­eingeschränkte Empfehlung! Striewisch versteht nicht nur die Materie, er versteht es auch sie so zu erklären, dass es auch ambitionierte Einsteiger gut verstehen (noch eine Gemeinsamkeit mit Kelby).

Aber hat es mir das Fotografieren beigebracht? Ich würde es mit Pink Floyd zum Ausdruck bringen: »It was another brick in the wall«.

Freemans Grundlagen, Kelbys Praxistipps, Striewisch’ theoretische Erläuterungen und meine eigenen Erfahrungen haben mir gemeinsam geholfen, mein Bild der Fotografie vollständig zu bekommen.

Der letzte Initialzünder in meinem Puzzle war ›Hot Shoe Diaries – groß inszenieren mit kleinen Blitzen‹ von Joe McNally. Auch er versteht es, die komplexen Themen der Fotografie einfach und prägnant auf den Punkt zu bringen. Dieses Buch hat meine ablehnende Haltung gegenüber Systemblitzen und Blitzen außerhalb des Studios eliminiert und mich zu einem Blitz-Fan gemacht.

Nachdem ich das Buch über Nikons Profikamera D700 geschrieben hatte und es von den Lesern mit viel Wohlwollen und lobendem Feedback angenommen wurde, kamen zunehmend Anfragen nach Fotografie-Schulungen auf mich zu. Um einen Workshop über die Grundlagen der Fotografie abhalten zu können – mit dem Ziel, dass die Teilnehmer Fotografie anschließend besser verstehen – habe ich mich hin gesetzt und mir überlegt, wie man Fotografie erklären müsste, dass es für Einsteiger und Amateure ein ganz­heitliches Bild ergibt.

Als Erstes habe ich mich an meinen eigenen Werdegang als Autodidakt erinnert. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich die didaktischen Konzepte, die ich kennen gelernt hatte, einmal zu vergessen versucht und mich gefragt: Wie lernt man als Einsteiger und Amateur Fotografie?

Normalerweise lernt man in Workshops und Lehrbüchern über Fotografie die theoretischen und technischen Grundlagen und was sie bewirken. In Praxisbüchern und -Workshops wird zwar sehr wohl vermittelt, wie man in bestimmten Situationen vorgehen sollte, doch die Grundlagen von Theorie und Praxis werden dabei vorausgesetzt.

Aber fotografiert man tatsächlich so? Fragt man sich tat­sächlich: Ich habe hier Blende 8 – was könnte ich damit fotografieren?

Nein! Man hat ein Motiv vor Augen und überlegt sich: Wie kann ich es am besten in Szene setzen? Aus welcher Perspektive und mit welchem Blickwinkel kommt es am besten zur Geltung. Brauche ich viel oder wenig Schärfentiefe? Wie ermittle ich die optimale Belichtung? Und ein oft vergessenes Thema: Wie ­komponiere ich die Aufteilung innerhalb des Bildausschnitts? Drittelregel und Goldener Schnitt sind nicht die Antwort auf alle Fragen.

Basierend auf diesen Überlegungen habe ich ein Konzept entwickelt, bei dem ich von eben diesen Fragen ausgehe:

  1. Welchen Blickwinkel und welche Perspektive möchte ich und mit welchen technischen Mitteln erreiche ich das.
  2. Wie kann ich mit Schärfe umgehen um die Bildaussage zu unterstreichen und welche technischen Mittel stehen mir zur Beeinflussung zur Verfügung.
  3. Mit welchen Mitteln und Einstellungen erreiche ich eine optimale Belichtung.
  4. Was gibt es für Grundlagen, die ich bei der Komposition des Bildausschnitts berücksichtigen kann.

Ich glaube, dass diese vier Schritte eine gute Basis bilden, von der ausgehend sich Fotografie gut im Zusammenhang beschreiben und vermitteln lässt. Dieses ›Vier Schritte zum Bild‹-Konzept möchte ich euch, liebe Leser, mit dieser ›Fotoschule OnLine‹ vorstellen. Dabei geht es mir nicht um ein akademisches Lehrkonzept für Profis, sondern darum, dem Ein- und Aufsteiger fotografisches Wissen greifbar, bildlich, praxistauglich und unterhaltsam zu vermitteln. Dem gelernten Fotografen mögen sich ob der teilweise sicher sehr unorthodoxen Herangehensweise die Haare sträuben. Aber ich hoffe, dass ambitionierte Amateure und Hobbyfotografen umso mehr davon profitieren.

Die Idee des Konzepts

Ausgangsbasis zu den Überlegungen die zum Konzept geführt haben, waren meine Erfahrungen bei Workshops, dass die Teilnehmer zwar verstanden haben, wie Blenden, Brennweiten, etc. funktioniert. Doch bei praktischen Versuchen ist mir aufgefallen, dass theoretisches Verstehen nicht unbedingt bedeutet zu sehen wie dieses Wissen praktisch angewendet werden kann. Also habe ich überlegt worum es in der Fotografie eigentlich geht. Nicht um Technik, sondern um Kreativität. Und welche Dinge kann der Fotograf mit Kamera und Objektiv beeinflussen?

Die Antwort hat mich überrascht: Es sind eigentlich nur die vier Parameter, die ich bereits genannt habe – Perspektive, Schärfe, Belichtung und Bildausschnitt. Der Rest – der mindestens genauso wichtig ist – ist einer eine Frage der Grundidee und der Organisation. Also habe ich begonnen ein Diagramm mit diesen vier Parametern als Basis zu erstellen.

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Als zweiten Schritt habe alle Begriffe notiert, die mit Kamera und Objektiv und deren Einstellungsmöglichkeiten in Zusammenhang stehen. Dabei habe ich Blitz und Stativ mit aufgenommen, allerdings auch Dinge Filter ausgespart – das entstandene Diagramm ist so schon komplex genug.

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Das daraus entstanden Diagramm zeigt deutlich wie komplex Fotografie eigentlich ist und vermittelt einen Eindruck davon, weshalb es vielen Einsteigern schwer fällt das Thema zu verstehen und die theoretischen Grundlagen praktisch anwenden zu können. Das Problem ist dabei, dass der Hobbyfotograf die theoretischen Grundlagen nicht verstanden hätte, sondern vielmehr das Wissen wie dieses Verständnis in der Praxis und im Zusammenhang angewendet werden kann.

Ich habe deshalb versucht alle technischen Details einem der vier kreativen Grundparameter zuzuordnen. Tatsächlich sind die Zusammenhänge so komplex wie im Diagramm oben, oder eher noch komplexer. Doch als Basisüberlegung kann man schon behaupten, dass die Brennweite als erstes zur Gestaltung der perspektivischen Wirkung einer Aufnahme herangezogen wird, wogegen man die Blende eher dazu nutzt die Schärfentiefe bewusst zu beeinflussen. Also habe ich alle sekundären Zusammenhänge raus gelöscht und jedes technische Element einem der vier kreativen Grundparameter zugeordnet.

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Nach diesem Konzept werde ich in den folgenden Artikeln, zusammengefasst in vier Kapiteln die technischen und theoretischen Grundlagen der Fotografie erklären. Es darf nicht als Schablone für jede Aufnahmesituation betrachtet werden. Es soll schon gar keine akademische Abhandlung über Fotografie sein. Mir ging es in all meinen Büchern vor allem darum ein Thema für den praktischen Gebrauch einfach zu beschreiben, auch wenn dazu manchmal Vereinfachungen notwendig sind, bei dem es dem Theoretiker die Haare sträubt. Das Vier-Schritte-Konzept ist als Sprungbrett in die Welt der Fotografie gedacht. Wer Fotografie durch und durch verstanden hat und die Anwendung eines solchen, oder ähnlichen Konzepts souverän beherrscht, der wird ohnehin in der Praxis nicht mehr überlegen, ob er jetzt Brennweite oder Blende verwenden soll um die Schärfentiefe zu beeinflussen. Sobald einem der Umgang mit all diesen Parametern einmal in Fleisch und Blut übergangen ist fotografiert man intuitiv und aus dem Bauch heraus. Es ist vielleicht etwas wie Autofahren: Am Anfang muss man noch über Kupplung, Schaltung und Gas nachdenken. Doch hat man einmal eine gewisse Praxis geht das alles von selbst.

Über die Navigationsleiste direkt unterhalb könnt ihr dem Konzept vom Anfang zum Ende folgen, indem ihr am Ende jedes Abschnitts auf ›Weiter‹ klickt. Im Blog selbst erscheinen die Artikel von neu nach alt, also in verkehrter Reihenfolge.

Falls ihr Fragen und Rückmeldungen habt, freue ich mich auf euere Kommentare. Ich wünsche auch viel Spaß beim Lesen und Erfolg in der Umsetzung.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.

Vier Schritte zum Bild – das Konzept

Titel kreativ fotografieren

Um noch einmal die Werbetrommel für mein Buch »Kreativ Fotografieren« zu rühren: Ich habe bereits mehrmals raus trompetet, dass es einen anderen Ansatz verfolgt Fotografie zu erklären, wie klassische Fotoschulen. Dass es vor allem auf die Zusammenhänge zwischen theoretischen Grundlagen vor dem Hintergrund praktischer Bildgestaltung eingeht. Nun möchte ich eine Grafik nachreichen, die zeigt, was der Grundgedanke und die Basis des Konzepts darstellt: Die vier Schritte zum Bild.

Fotografische Zusammenhaenge 3

Alle technischen Grundlagen stehen immer im direkten Zusammenhang mit einer der vier gestalterischen Grundparameter. Und weil sich das Eine in der Praxis nicht immer ganz klar vom Anderen trennen lässt, sondern viele Parameter zwischen sowohl bei einer gestalterischen Frage relevant sind, wie auch bei einer anderen, ist das Buch gespickt mit Querverweisen. Dazu muss nicht der Index bemüht werden, sondern die Querverweise stehen immer direkt auf der Seite.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.

Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt

Titel kreativ fotografieren

Ein Blick ins Buch

Ein Jahr habe ich am Konzept für »Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«, und dem ›Vier Schritte zum Bild‹-Konzept dahinter, gearbeitet. Nun ist das Buch, das daraus entstanden ist, in den Druck gegangen. Ich hoffe, dass es noch vor Ende des Monats im Online und bei euch um die Ecke verfügbar sein wird.

Kurzbeschreibung

»Um Fotografie verständlich erklären zu können, habe ich mich als erstes gefragt: ›Was ist das Ziel von Fotografie? Bilden Brennweite, Blende, ISO oder Belichtungszeit die Ziellinie? Oder geht es nicht vielmehr darum mit Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition ein kreatives Bild zu gestalten?‹«

Vor dem Hintergrund dieser vier gestalterischen Grundparameter – Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition – erklärt dieses Buch, was Brennweite, Blende, Empfindlichkeit, ­Komposition und vieles mehr bedeutet und wie man die Einstellungen dafür praktisch nutzen kann, um Bilder kreativ zu gestalten.

Markus Wäger
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
Link zu Amazon
Link zu Books on Demand
Ladenpreis: 44,90 (D);
Auch als E-Book erhältlich: Amazon Kindle Edition
iTunes E-Book
Ladenpreis E-Book: 22,99 (D).

Demo-Kapitel: Perspektive

Für alle die neugierig sind, gibt es hier das Kapitel »Perspektive« zum testen, schmökern und lesen.

Download: »Kreativ Fotografieren«; Seite 38–79, Kapitel »Perspektive«, 6,9MB.

Ein Blick ins Buch

Fotografieren: Was und womit?

Fragt mich jemand »Was soll ich für eine Kamera kaufen?« kann ich nur antworten »Was willst du fotografieren?«

Im ersten Kapitel von »Kreativ fotografieren« befasse ich mich mit ein paar zentralen, fotografischen Genres um anschließend die wichtigsten Kameratypen samt wesentlichen Vorzügen und Nachteilen zu skizzieren.

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Erster Schritt: Perspektive

Der erste Schritt zur kreativen Gestaltung von Fotografien führt über die Perspektive. In diesem Kapitel erkläre ich, welchen Einfluss Blickwinkel, Distanz und Brennweite auf die perspektivische Wirkung haben.

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Zweiter Schritt: Schärfe

Der zweite zentrale Parameter um Bilder kreativ zu gestalten ist die Schärfe – vor allem die Schärfentiefe. Doch nicht nur diese wird in diesem Kapitel bleichtet, sondern Alles vom schärfsten Punkt, über Autofokus-Systeme bis hin zur Bewegungsunschärfe.

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Dritter Schritt: Belichtung

Weniger Spielraum für gestalterische Kreativität, aber nicht minder wichtig als Schärfe und Perspektive: Die Belichtung. In diesem Kapitel beginne ich mit den Grundlagen, was Farbe, Sättigung, Helligkeit und Tonwertumfang ist, wie man das Zonensystem verstehen kann, weshalb Kameras immer von Durchschnittlichen Lichtsituationen ausgehen und wann der Fotograf die Kamera korrigieren muss. Ich beschreibe vor allem auch was das Histogramm ist und wie man es interpretieren muss um Belichtungskorrekturen durchzuführen.

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Vierter Schritt: Komposition

Gestaltung ist ein riesiges Gebiet. Ich weiß das. Ich habe ein riesiges Buch darüber geschrieben. In diesem Kapitel halte ich mich kurz und und konzentriere mich auf grundlegende Anregungen, worauf man bei der Gestaltung und Komposition achten sollte. Hier geht es mehr um Sensibilisierung, als um das Vermitteln von Theorie und Techniken.

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Entwicklung in der digitalen Dunkelkammer

Die Entwicklung digitaler Negative am Computer ist die Übersetzung der analogen Dunkelkammer ins digitale Zeitalter. In diesem Kaptiel beschreibe ich die Vorteile, die es hat, im Raw-Format zu fotografieren und was man mehr aus Bildern herausholen kann.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Kreativ fotografieren : Der Weg zum Buch
  2. Fotografieren : Was und womit?
    • Vier Schritte zum Bild
    • Der fünfte Schritt
    • Kernelemente der Fotografie
    • Welche Kamera ist die richtige?
    • Fotografische Themenbereiche
    • Kameratypen und -konzepte
  3. Erster Schritt: Perspektive
    • Fluchtpunkt und fliehende Linien
    • Architektur und Perspektive
    • Alles aus Augenhöhe fotografieren
    • Brennweite
    • Bildsensor, Kleinbildformat und Formatfaktor
    • Brennweite, Fluchtpunkt und Bilddynamik
    • Normalobjektiv
    • Teleobjektiv
    • Tele und Weitwinkel – die beiden Extreme
    • Weitwinkel
  4. Zweiter Schritt: Schärfe
    • Autofokus, Fokussieren und Schärfepunkt
    • Schärfentiefe
    • Blende
    • Blende und Schärfentiefe
    • Blendenwerte und Blendenreihe
    • Schärfentiefe kreativ gestalten
    • Offenblende
    • Fokussierung
    • Fokussieren und neukomponieren
    • Einzel- und kontinuierlicher Autofokus
    • AF-Messfeldsteuerung
    • Serienbild-Funktion
    • AF über Sondertaste speichern
    • Auslöse- oder Schärfepriorität
    • Mit AF-Unterstützung manuell fokussieren
    • Schärfentiefe ausreichend berechnen
    • Einfrieren und Bewegungsunschärfe
    • Bokeh
  5. Dritter Schritt: Belichtung
    • Was ist eine optimale Belichtung?
    • Grundlegende Eigenschaften von Licht und Farbe
    • Tonwert und Schwarzweiß
    • Das Zonensystem
    • Licht- und Blendenwert
    • Das Histogramm
    • Ohne Verwackeln fotografieren
    • Belichtungszeit
    • ISO-Empfindlichkeit des Bildsensors
    • Bildrauschen
    • Belichtungsmessung und Messmethoden
    • Belichtungsmodi
    • Bildkontrolle und Belichtungskorrektur
    • Belichtungsmesswert speichern
    • Bildstabilisierung
    • Farbtemperatur und Weißabgleich
    • Blitzen mit System
  6. Vierter Schritt: Komposition
    • Gestaltung ist wichtiger als Technik
    • Eine Frage des Formats
    • Drittel-Regel oder Goldener Schnitt
    • Symmetrisch oder asymmetrisch?
    • Inhalt und Rahmen in Beziehung
    • Was soll weg und was darf dran bleiben?
    • Vier Schritte zum Bild
  7. Entwicklung in der digitalen Dunkelkammer
    • Digitale Ausarbeitung: Ausgleich für mangelndes Können?
    • Jpeg oder Raw?
    • Software für die digitale Dunkelkammer
    • Grundlagen der Bildbearbeitung

3.4. Licht- und Blendenwert

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

An der Belichtung jedes Fotos sind die vier Faktoren Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit, Blende und Umgebungslicht beteiligt. Ein ­optimal belichtetes Foto gelingt nur dann, wenn ­diese Faktoren gut ausbalanciert sind.

Umgebungslicht

Das Umgebungslicht ist für den Fotografen der Faktor der Belichtung, der am schwierigsten zu beeinflussen ist. Er kann auf die Lichtsituation in der Umgebung eingehen, indem er die Blende ­öffnet oder schließt, die Lichtempfindlichkeit des Sensors erhöht oder verringert, oder die Belichtungszeit verlängert oder verkürzt. Oft wird er an zwei oder allen drei Parametern drehen, um die ­optimale Belichtung zu erreichen. Das Umgebungslicht hat er höchstens im Studio voll unter Kontrolle. Bei Landschaftsaufnahmen ist die einzige Möglichkeit das Umgebungslicht zu beeinflussen, wenn man zu ­einem anderen Zeitpunkt zurück kehrt, sollte das Licht im Moment nicht optimal sein.

Lichtwert als relatives Maß

Dass ein Lichtwert (LW) für eine Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Helligkeit, Lichtmenge, beziehungsweise Belichtung steht, habe ich bereits erwähnt, als ich das Zonensystem vorgestellt habe.

Nehmen wir an, wir fotografieren im Freien, die Dämmerung ist herein gebrochen und die Lichtmenge hat sich seit dem letzten Foto halbiert – das Umgebungslicht hat sich um –1 LW reduziert. Nun können wir auf die veränderte Lichtsituation so reagieren:

  • Die Belichtungszeit auf das Doppelte ausdehnen. Das heißt, Sie heben die Belichtungszeit um +1 LW an.
    Beispiel: Die Belichtungszeit wird von 1/60 Sekunde auf 1/30 ­Sekunde verdoppelt.
  • Die Blendenöffnung verdoppeln. Das heißt, Sie öffnen die Blende um +1 LW.
    Beispiel : Sie öffnen die Blende von vormals ƒ 2.8 auf ƒ 2.0.
  • Die ISO-Empfindlichkeit verdoppeln. Das heißt, die Empfindlichkeit des Bildsensors um +1 LW anheben.
    Beispiel: von ISO100 auf ISO200.

Auf Englisch nennt sich der Lichtwert ‘Exposure Value’ (EV), ­weshalb Sie auf Kameras auf die Abkürzung ›EV‹ stoßen können. In der fotografischen Praxis wird statt von Lichtwert auch oft von ›Blendenstufe‹ gesprochen. Rät Ihnen also ein Kollege – oder lesen Sie das irgendwo – eine Blende höher (heller) zu belichten, will er ­damit sagen, dass Sie eine Einstellung wählen sollten, die die Lichtmenge um einen Lichtwert verdoppelt. Das muss nicht unbedingt heißen, dass Sie tatsächlich die Blende um einen ganzen Schritt ­öffnen müssen. Er meint lediglich, die Belichtung sollte einen Lichtwert heller ausfallen. Ob Sie das erreichen, indem Sie tatsächlich die Blende öffnen, den ISO-Wert erhöhen oder die Belichtungszeit verdoppeln, bleibt bei dieser Aussage in der Regel Ihnen überlassen.

Auf diese Art angewandt ist der Lichtwert ein relativer Wert, bei dem sich ±X auf einen relativen Ausgangswert bezieht.

Viele Kameras – bei DSLR oder Systemkameras praktisch alle – erlauben es, die Einstellungen für Belichtungszeit, Blendenöffnung und ISO-Empfindlichkeit nicht nur in ganzen Schritten zu verdoppeln oder halbieren, sondern ermöglichen Halb- oder Drittelschritte. Das heißt, Sie können, statt nur Blende, Zeit oder ISO um einen ganzen Schritt zu ändern, auch an jedem Parameter ein Drittel drehen, oder einen beliebigen anderen Mix aus zweien wählen.

Falls Ihnen das jetzt erschreckend kompliziert erscheint, bitte ich Sie um etwas Geduld. Sie werden sehen, dass es in der Praxis gar nicht so kompliziert ist.

Lichtwerttabelle: Lichtwert als absolutes Maß

Die Bezeichnung ›Lichtwert‹ steht nicht nur für relative ­Werte um Belichtung zu halbieren oder zu verdoppeln. Lichtwert wird auch als absolutes Maß eingesetzt um die Helligkeit einer Szene zu bezeichnen. Lichtwert 0 ist der Basiswert und bezeichnet eine Szene, bei der eine Kombination von ISO100, Blende ƒ1.0 und 1 Sekunde Belichtungszeit zu einer neutralen, mittleren Helligkeit des Resultats führt.

Lichtwert 0 entspricht etwa der Lichtsituation einer Neumondnacht, LW4 einer beleuchteten Straße bei Nacht oder ­einer Szene im Kerzenlicht, LW8 hellen Innenräumen und Sport­hallen ; LW12 ist typisch für die Zeit kurz Sonnenauf- oder kurz nach Sonnenuntergang beziehungsweise für bedeckte Tage, LW14 spiegelt die normale Tageslichtsituation am helllichten Tag; und mit LW16 darf man rechnen, wenn die Sonne zur Mittagszeit voll vom Firmament knallt.

Aus der Tabelle unten lässt sich ablesen, was für eine Zeit/Blenden-Kombination beim Lichtwert einer bestimmten Lichtsituation zu einem optimal belichteten Ergebnis führt. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass eine perfekte Einstellung aus technischer Sicht nicht immer ein optimales Bild liefert.

Lichtwertabelle
Lichtwerttabelle

Bitte glaubt jetzt nicht, ihr müsstet die Lichtwerttabelle auswendig lernen, um bessere Bilder zu machen. Auch wenn Profifotografen mit Lichtwerten arbeiten, die Sie von Belichtungsmessgeräten ­ablesen, denke ich, dass es für den Hobby- und Amateurfotografen deutlich effizienter ist, das Histogramm zu verstehen und über Belichtungskorrekturen die optimale Belichtung zu ermitteln. Um zu verstehen wie das geht, werde ich euch im nächsten Artikel erklären, was das Histogramm bedeutet.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.

3.3. Ziel der Belichtungsautomatik: Zone 5

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Der Durchschnittswert der Helligkeit eines durchschnittlichen ­Bildes liegt bei einem mittleren Tonwert von etwa 50% (bezogen auf das ausgedruckte Bild sind: 0% Tonwert = Weiß; 100% Tonwert = Schwarz). Für die Abbildungen unten habe ich vier Bilder ausgesucht und mit ­Hilfe des Filters ›Durchschnitt berechnen‹ in Adobe Photoshop bearbeitet. Farblich unterscheiden sich die Resultate, doch die Helligkeit liegt bei allen im Bereich zwischen knapp 50% und 60%.

Tonwert 49 Prozent
Der Mittelwert dieses Bildes ergibt ein Beige-Grau mit einem Tonwert von 49%.
Tonwert 58 Prozent 1
Durchschnittlicher Tonwert: 58%.
Tonwert 58 Prozent 2
Durchschnittlicher Tonwert: 58%.
Tonwert 60 Prozent
Tonwert: 60%.

Auch die Belichtungsautomatik Ihrer Kamera weiß, dass das Gros der Motive optimal belichtet ausfällt, wenn sie die Einstellungen für Blende, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit so wählt, dass das Ergebnis einer ungefähren Durchschnittshelligkeit von 50%  entspricht. Da die meisten Motive mehr oder weniger dieser Regel ­entsprechen, werden so die meisten Aufnahmen mehr oder weniger optimal belichtet ausfallen.

Optimale Belichtung ist aber nicht immer richtig | Fotografiert man ein Motiv, das deutlich von der Durchschnittshelligkeits-Regel abweicht, sind die Ergebnisse der automatischen Belichtung meist nicht zu­frieden stellend.

Das Bild der weißgrauen Möwe vor weißgrauem Himmel weicht sehr deutlich von der Durchschnittshelligkeits-Regel ab. Mit Belichtungsautomatik fotografiert fällt das Resultat aber viel zu ­dunkel (unterbelichtet) aus. Die Kamera erzeugt ein Bild mit einem durchschnittlichen Tonwert von 53 % betragen (mittlere Helligkeit).

High key Motiv mit mittlerer Belichtung
Helle Motive werden von der Belichtungsautomatik zu dunkel belichtet.

In diesem Fall konnte ich das Bild mittels Nachbearbeitung am Computer so entwickeln, wie es etwa der Stimmung vor Ort entspricht. Wenn ich davon den Durchschnittswert ermittle, komme ich auf 7%.

Hight key hell belichtet
Der Fotograf muss manuell eingreifen und das Bild bewusst deutlich heller belichten, als es die Belichtungsautomatik vorwählt.

Nicht jedes Motiv erlaubt eine Fehlbelichtung am Computer ­komplett zu korrigieren. Außerdem halte ich es ohnehin für besser, Bilder bereits bei der Aufnahme optimal einzufangen, um nicht mehr Zeit mit Nachbearbeitung als mit Fotografieren verbringen zu ­müssen. Für die Stimmung in der folgenden Abbildung musste ich deutlich dunkler belichten, als die Automatik der Kamera es getan hätte. Wenn ich dafür den Mittelwert berechne, komme ich auf 92%.

Low key Aufnahme korrekt belichtet
Um diese Stimmung einfangen zu können, musste ich die Belichtungsautomatik korrigieren und unterbelichten.

Würde die Belichtungsautomatik versuchen auch für diese ­Szene eine mittlere Helligkeit zu erreichen, würde das Resultat wohl etwa aus­sehen wie die Abbildung.

Low key motiv mittels Belichtungsautomatik
Das ›Schweißer im Dunkeln‹-Motiv auf mittlere Helligkeit belichtet, wie es die Belichtungsautomatik etwa machen würde.

Kameraautomatiken arbeiten unglaublich schnell und präzise. Aber sie sind auch dumm. Intelligenz, Wissen, Erfahrung und Kreativität des Fotografen sind gefordert, um auch bei ­Szenen, die nicht dem Durchschnitt entsprechen, zu überdurchschnittlichen Resultaten zu gelangen.

Motivprogramme | Man kann allerdings auch die komplexen elektronischen Programme moderner Digitalkameras mit der ­tatsächlich intelligenten Motiverkennung des Fotografen verbinden, und zwar, ­indem man Motivprogramme nützt.

So gut wie alle ­Kompaktkameras und DSLR- oder Systemkameras für Einsteiger und Consumer bieten solche Programme – bei Profi-DSLRs wird man sie hingegen eher ­selten finden. Mit einem Programm für Strand und Schnee sage ich der Kamera »Liebe ­Kamera, vor deiner Linse befindet sich ein Motiv, das heller ist als ›Durchschnittsmotive‹«. Die Kamera ist somit seelisch vorbereitet und wird das Motiv heller belichten, als auf mittlere Helligkeit – ­sagen wir einmal Zone 7, oder Zone 6, statt Zone 5. Das heißt, diese Einstellung funktioniert natürlich nicht nur für Schnee und Strand, sondern sie sollte in jeder ­besonders hellen Situation besser belichtete Ergebnisse liefern, als wenn Sie mit der Normaleinstellung fotografieren.

Motivprogramme
Icons verschiedener Motivprogramme

Umgekehrt gehen Motivprogramme, wie Sonnenuntergang, Nachtaufnahme und Kerzenlicht von einem dunklen Motiv aus und berechnen die Belichtung so, dass das Ergebnis angemessener ausfällt als bei der regulären Belichtungsautomatik.

Motivprogramme beeinflussen nicht nur die Belichtung alleine. Wenn Sie ein Programm wie Kinder oder Tiere wählen, wird die Kamera versuchen möglichst kurze Belichtungszeiten einzustellen, damit auch herum tollende Geschöpfe eingefroren werden. Motivprogramme für Porträts können so programmiert sein, dass sie für eine geringe Schärfentiefe sorgen, um das Modell freizustellen, und eventuell auch die Farbeinstellung so angleichen, dass Hauttöne möglichst natürlich abgebildet werden. Und dann gibt es noch ­Programme, die das Auslösen des Blitzes mit beeinflussen, wie ›Nacht-Porträt‹.

Man kann Motivprogramme als ersten Schritt von der Vollautomatik zur kreativen Fotografie betrachten.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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