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Schlagwort: Fotoschule

Die kreative Fotoschule

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Ende Februar ist die vollständig überarbeitete zweite Auflage von »Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger« in den Handel gekommen. Die erste Auflage erhielt bei Amazon 61 Leserrezensionen mit einer Durchschnittswertung von 4,8.

Seit Erscheinen der ersten Auflage habe ich in meinen Fotokursen damit gearbeitet. Das hat mir viel Erfahrung gebracht, was daran gut verstanden wir, und wo Nachbesserung sinnvoll wäre. Darauf aufbauend habe ich das didaktische Konzept noch einmal neu gegliedert und natürlich die Inhalte an die neuen technischen Entwicklungen angepasst. Auch das Design habe ich noch einmal verbessert – für mich persönlich neben »Das ABC der Farbe« mein bislang schönstes Buch.

Seite des Inhaltsverzeichnisses

Geändert habe ich unter anderem, dass ich den Inhalt nun in drei Teile gegliedert habe: Den ersten Teil bilden drei Kapitel zu den Themen »Menschliche Wahrnehmung und fotografische Aufnahme«, »technische Grundlagen« und »Motiv«.

Grundlagenexkurs zum Thema Kontrastumfang in Kapitel 1
Erklärung des Formatfaktors in Kapitel 2
Über »das Motiv« in Kapitel 3

Der zweite Teil enthält den eigentlich Kern der Fotoschule, das 2011 für »Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt« entwickelte Vier-Schritte-zum-Bild-Konzept. Zunächst geht es um die Gestaltung der Perspektive mittels der Parameter Brennweite, Distanz und Blickwinkel. Es folgt als zweiter Schritt die Bestimmung der Schärfe, was im Wesentlichen den Fokuspunkt und die Schärfentiefe betrifft. Den dritten Schritt bildet die Belichtung. Hier erkläre ich auch die Grundlagen des Blitzens. Den Abschluss des dritten Teils bildet das Kapitel über Komposition.

Beschreibung von Perspektive im 4. Kapitel
Beschreibung von Perspektive im 4. Kapitel
Schärfentiefe im 5. Kapitel
Schärfentiefe im 5. Kapitel
Im 6. Kapitel dreht sich alles um Licht und Belichtung
Im 6. Kapitel dreht sich alles um Licht und Belichtung
Das 7. Kapitel befasst sich mit Fragen der Komposition
Das 7. Kapitel befasst sich mit Fragen der Komposition

Den abschließenden 3. Teil des Buches bildet ein Kapitel über die Grundlagen der digitalen Dunkelkammer sowie eine Liste die noch einmal die wichtigsten Punkte des Vier-Schritte-zum-Bild auf fünf Seiten zusammenfasst.

Grundlagen der digitalen Dunkelkammer in Kapitel 8
Grundlagen der digitalen Dunkelkammer in Kapitel 8
Checkliste zum Vier-Schritte-zum-Bild-Konzept inklusive grafischer Darstellung der Zusammenhänge
Checkliste zum Vier-Schritte-zum-Bild-Konzept inklusive grafischer Darstellung der Zusammenhänge
Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger
Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger

Angaben zum Buch

Leserstimmen

Für Einsteiger in die Fotografie ist dieses Buch ein Muss. Schließich lernt man hier Zusammenhänge und bekommt – und das ist das Wichtigste – ein geschultes Auge. Daher: Kaufempfehlung!

Webdigital

Super Buch um das fotografieren zu lernen!

H. Heigl via Amazon

Leserstimmen zur 1. Auflage

Der Autor schreibt sehr sympathisch und man fühlt sich an die Hand genommen und durch das Buch geführt – es macht Spaß es zu lesen.

Turtle via Amazon

5 Sterne vergebe ich selten. Und wenn ich etwas zu kritisieren habe, schreibe ich das auch. Bei dem Buch habe ich keinen negativen Punkt finden können.

Smithi80 via Amazon

Ein kurzweiliges Buch, das aus dem unbedarften Knipser einen ambitionierten Hobbyfotografen gemacht hat, der die Welt nun mit anderen (fotografischen) Augen sieht.

KE via Amazon

Super Buch um das Fotografieren autodidaktisch zu erlernen und definitiv sein Geld wert!

Steffen Poschwald via Amazon

Obwohl ich bereits eine Reihe von Büchern dieser Art gelesen habe empfinde ich die kreative Fotoschule von Markus Wäger absolut als Bereicherung in meinem Bücherschrank. Ein klare Kaufempfehlung.

Franklin J. via Amazon

Für mich ist dieses Buch ein ‚must have im Bücherregal‘ geworden.

DBocksteger via Amazon

Der Qualität des Buches kommt es zu Gute, dass Markus Wäger u. a. Grafikdesigner ist – die Gestaltung ist ein Genuss! Stellenweise hat man das Gefühl, einen Bildband in Händen zu halten.

Rolf via Amazon

Fazit: Markus Wäger hat auch mit diesem Werk eine Referenz geschaffen, an der sich andere Fotobücher messen lassen müssen (wie einst schon mit „Grafik und Gestaltung“).

Ernst Michalek via Amazon

Auch für erfahrene Hobbyfotografen ist es ganz sicher eine Bereicherung, da Themen näher gebracht werden, welche ich so noch nicht wußte.

Michi via Amazon

PS: Die zweite Auflage geht wie immer ohne Leserrezensionen an den Start. Positive Leserrezensionen sind wichtig, damit ein Buch den erforderlichen Rückenwind bekommt. Ich freue mich deshalb – und nicht nur deshalb – über jede Empfehlung beim Buchhändler eures Vertrauens. Danke!

Rezensionen zu meiner kreativen Fotoschule

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Vor Kurzem erreichte mich eine Zusammenfassung von Rezensionen zu meinem Buch »Die kreative Fotoschule« von meinem Verlag Galileo … äh … Rheinwerk. So viel erfreuliches Feedback muss ich natürlich unbedingt teilen.

webdigital.de, 03.04.2015:

»Angefangen vom Standpunkt des Fotografen über Perspektive und Brennweite bis hin zu Belichtung, Filtern und Blitztechnik lernt der kommende Fotoenthusiast hier alles, was er für sein Hobby benötigt. Auf über 300 Farbseiten geht es hier vor allem um Kreativität, nicht um die Technik als Selbstzweck.«

Leserfeedback Sabine D.-B., 16.04.2015:

»Markus Wäger hat in diesem Buch Bildgestaltung und Fototechnik hervorragend verbunden. Tolle Grafiken und Bildbeispiele machen das Lesen und das Verstehen leicht. Ein rundum gelungenes Buch, das sehr verständlich geschrieben ist.«

FOTOTEST, 03/2015:

»Wer sich vom einfachen Knipser hin zum kreativ gestaltenden Fotografen entwickeln möchte, hat eine Menge zu lernen. Besonders einfach geht das mit Hilfe dieses Buches.«

Testmania, 28.04.2015:

»Die Sprache des Autors ist für den Anfänger gut zu lesen, nicht zu kompliziert und klar in den Aussagen. Dazu kommen anschauliche Beispiele, die das Gelesene vertiefen. Das Lehrwerk ist modern gestaltet und mit sehr schönen Fotografien bestückt, die Beispiele und Anreize zugleich sind und die ohnehin ansprechende Optik noch veredeln.«

NaturFoto, 05/2015:

»Markus Wäger erklärt die fotografischen und fototechnischen Zusammenhänge ausgesprochen gut nachvollziehbar, besonders gründlich, zudem flüssig geschrieben und mit vielen passenden Bildbeispielen und sonstigen Abbildungen auch anschaulich und ansprechend illustriert. Nach dem Durcharbeiten des Buches wird jeder Leser seine Bildideen überzeugend umsetzen können.«

fotowissen.eu, 11.05.2015:

»Perfekt für den Einstieg und nicht nur für den Anfänger sehr gut als Nachschlagewerk geeignet! Das Buch beleuchtet den Markt und alle wichtigen Themen neutral und auch ein wenig darüber hinaus. Eine gute Ergänzung in jeder Fotobuch-Bibliothek!«

treppenfotografie.de, 15.05.2015:

»Dieses Buch habe ich tatsächlich ›verschlungen‹ ohne mich ein einziges Mal zu langweilen. Selbst die technischen Details sind anschaulich und für Jedermann verständlich erklärt. Wer neu in der Welt der Fotografie ist, kommt nur schwer an diesem Buch vorbei.«

Freies Radio Kassel, 28.04.2015:

»Buchtipp!«

Photoshop Weblog, 01.06.2015:

»Ein perfekter Ratgeber zum Einstieg.«

fotoforum, Juni 2015:

»›Die kreative Fotoschule‹ ist genau das: Eine Fotoschule mit interessanten und kreativen Ansätzen. Obendrein ist das Buch auch für den gestandenen Fotografen spannend – man lernt ja nie aus.«

Lebensart im Norden, 07/2015:

»Autor Markus Wäger erklärt in seinem verständlich geschriebenen Buch alle wesentlichen Aspekte rund ums Fotografieren. Nach dem Lesen hat man einfach viel mehr Freude an seiner Kamera – und beim Fotografieren.«

SCREENGUIDE, 07/2015:

»Das Buch ist locker geschrieben und nicht nur für Anfänger geeignet, sondern durchaus auch für fortgeschrittene Fotografen empfehlenswert.«

prophoto.de, Juli 2015:

»Markus Wäger ist mit ›Die kreative Fotoschule‹ ein umfassendes Werk gelungen, das sich sowohl an fotografische Einsteiger als auch an ambitionierte Fotografen wendet. Der Buchautor versteht es brillant, die grundlegende Fototechnik in Verbindung zum guten Foto zu setzen und die Zusammenhänge deutlich zu machen. Wir können dieses Werk nur empfehlen, denn es inspiriert auch dahingehend, gewohnte Pfade zu verlassen und sich neue fotografische Themengebiete zu erschließen.«

einaugeistgenug.de, 22.07.2015:

»Für alle, die sich ganz neu mit der Kamera beschäftigen und besser fotografieren lernen wollen, ein empfehlenswertes Buch. Durch die vielen Bilder und Beispiele ist alles anschaulich erklärt.«

Meine Beschreibung des Buches ist hier zu finden. Weitere Infos und ein Demokapitel zum Download gibt es bei rheinwerk-verlag.de.

Kurs: Kreative Fotoschule

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Auf Basis meines Buches »Die kreative Fotoschule« unterrichte ich seit ein paar Jahren an der epos Akademie auch Fotografie. Die epos Fotoschule ist auf 21 Stunden angesetzt und findet entweder an drei aufeinander folgenden Samstagen oder an sechs Abenden statt.

Am vergangenen Samstag fand wieder einmal ein dritter Tag meines Fotokurses statt. Im sommerlich bedingt sehr kleinen Kreis von fünf Teilnehmerinnen erklärte ich wie man über die vier Schritte Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition zu kreativ gestalteten Bildern gelangt. Wichtige Theorie gespickt mit andauerndem Ausprobieren des Gehörten an der eigenen Kamera und ein paar Ausflügen ins Freie, diesmal bei mehr als sommerlichen Temperaturen – da kam man gerne zurück in die wohl klimatisierten Räume.

Klein sind die Gruppen immer bei epos, den wir limitieren unsere Kurse auf zehn Teilnehmer. Dadurch kann ich sehr individuell auf Fragen und Anforderungen der Einzelnen eingehen. Und neben aller trockenen Theorie darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Die nachfolgenden Bilder liefern einen Einblick in die Kurstage hier in Götzis bei epos. Ich bedanke mich bei den Teilnehmerinnen für die Fotos Erlaubnis sie hier zeigen zu dürfen.

Eine ausführlichere Beschreibung des Kurses findet sich hier, Kurstermine finden sich auf der Seite der epos|akademie.

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Kreative Fotoschule zu gewinnen

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Sengende Sonne ist nicht immer ideal zum Fotografieren. Da pflanzt man sich manchmal lieber irgendwo in eine schattige Ecke und liest ein Buch.

Da ich zufällig Bücher schreibe scheint es mir eingebraucht wieder einmal ein Exemplar eines Buches – meiner Kreativen Fotoschule – unter jenen zu verlosen die auch beim Lesen nicht auf Fotografie verzichten wollen.

Die Teilnahme an der Verlosung ist einfach: Schreibt einen Satz mit diesem Inhalt als Kommentar zu diesem Artikel: »Ich … gerne, weil …«.

Also zum Beispiel: »Ich besuche diesen Blog gerne, weil …«, »Ich würde das Buch gerne gewinnen, weil …«, »Ich fotografiere gerne, weil …«, »Ich mag meine Kamera XY, weil …« … was auch immer.

Ziehen möchte ich den Gewinner am 10. Juli – da beginnen bei uns die Sommerferien und mein Vater hat Geburtstag; ein guter Tag ein Buch zu verlosen. Das heißt wer bis zum 9. Juli kommentiert ist dabei.

Kreativ fotografieren: Inhalt und Einleitung

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Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Inhalt

Einleitung

Als ich im letzten Jahrtausend zu Fotografieren begann, wollte ich natürlich mehr über die Grundlagen der Fotografie wissen. Wie Viele begann ich meine fotografische Laufbahn mit einer Kompak­tkamera und Urlaubs- und Freizeitbildern. Als ich dann angefangen habe als Grafikdesigner zu arbeiten wuchs auch mein Interesse an der richtigen Fotografie. Meine ersten Erfahrungen mit Spiegelreflex konnte ich mit der analogen Minolta meines Vaters machen. Bald schon wollte ich aber eine eigene Kamera und bin bei Nikon gelandet – und geblieben.

Um mehr über Fotografie zu erfahren habe ich mich als Autodidakt nach Literatur zum Thema umgesehen. Unter anderem bin dich dabei auf ›Das große Buch der Fotografie – Schritt für Schritt zum gelungen Bild‹ von John Freeman gestoßen. Das Buch hat mir gut gefallen und die Basis für mein heutiges Wissen über Fotografie gebildet. Aber habe ich damit fotografieren gelernt? Nicht wirklich. Der allgemeine Charakter des Buches hat dazu geführt, dass alles mögliche beleuchtet wurde, was mit Fotografie in Zusammenhang steht – so auch Dinge wie Mittel- und Großformatkameras. Greifbar vermittelt wie ich meine Spiegelreflex einsetze um bessere Bilder zu machen, hat es mir nicht.

Dann kam die digitale Fotografie und mit ihr eine Schwemme an Büchern. Das erste Buch, das mich wirklich einen entscheidenden Schritt weiter gebracht hat, war ›Das digitale Fotografie Buch‹ von Scott Kelby. Ich kann es noch immer uneingeschränkt jedem empfehlen, der mit Hilfe prägnanter, praxistauglicher Tipps in der Fotografie vorankommen will, wobei ich diese Empfehlung auf den ersten Band beschränke.

Doch abgesehen davon, dass ich bei Kelby viele nützliche Tricks erfuhr, könnte ich nicht sagen, dass ich damit wirklich fotografieren gelernt habe. Kelbys Konzept ein Fotobuch für die Praxis zu schreiben – nach dem Motto »Du willst das und das? Dann mach das so und so!« – ist großartig, bedingt aber auch, dass er bewusst auf theoretische Hintergründe verzichtet. Wer verstehen will weshalb Kelby das und das so und so macht, muss woanders recherchieren.

Ein sehr gutes Werk für diese Recherche ist ›Der große ­Humboldt Fotolehrgang‹ von Tom! Striewisch. Für dieses Buch gilt, was auch für Kelbys Buch gilt: Un­eingeschränkte Empfehlung! Striewisch versteht nicht nur die Materie, er versteht es auch sie so zu erklären, dass es auch ambitionierte Einsteiger gut verstehen (noch eine Gemeinsamkeit mit Kelby).

Aber hat es mir das Fotografieren beigebracht? Ich würde es mit Pink Floyd zum Ausdruck bringen: »It was another brick in the wall«.

Freemans Grundlagen, Kelbys Praxistipps, Striewisch’ theoretische Erläuterungen und meine eigenen Erfahrungen haben mir gemeinsam geholfen, mein Bild der Fotografie vollständig zu bekommen.

Der letzte Initialzünder in meinem Puzzle war ›Hot Shoe Diaries – groß inszenieren mit kleinen Blitzen‹ von Joe McNally. Auch er versteht es, die komplexen Themen der Fotografie einfach und prägnant auf den Punkt zu bringen. Dieses Buch hat meine ablehnende Haltung gegenüber Systemblitzen und Blitzen außerhalb des Studios eliminiert und mich zu einem Blitz-Fan gemacht.

Nachdem ich das Buch über Nikons Profikamera D700 geschrieben hatte und es von den Lesern mit viel Wohlwollen und lobendem Feedback angenommen wurde, kamen zunehmend Anfragen nach Fotografie-Schulungen auf mich zu. Um einen Workshop über die Grundlagen der Fotografie abhalten zu können – mit dem Ziel, dass die Teilnehmer Fotografie anschließend besser verstehen – habe ich mich hin gesetzt und mir überlegt, wie man Fotografie erklären müsste, dass es für Einsteiger und Amateure ein ganz­heitliches Bild ergibt.

Als Erstes habe ich mich an meinen eigenen Werdegang als Autodidakt erinnert. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich die didaktischen Konzepte, die ich kennen gelernt hatte, einmal zu vergessen versucht und mich gefragt: Wie lernt man als Einsteiger und Amateur Fotografie?

Normalerweise lernt man in Workshops und Lehrbüchern über Fotografie die theoretischen und technischen Grundlagen und was sie bewirken. In Praxisbüchern und -Workshops wird zwar sehr wohl vermittelt, wie man in bestimmten Situationen vorgehen sollte, doch die Grundlagen von Theorie und Praxis werden dabei vorausgesetzt.

Aber fotografiert man tatsächlich so? Fragt man sich tat­sächlich: Ich habe hier Blende 8 – was könnte ich damit fotografieren?

Nein! Man hat ein Motiv vor Augen und überlegt sich: Wie kann ich es am besten in Szene setzen? Aus welcher Perspektive und mit welchem Blickwinkel kommt es am besten zur Geltung. Brauche ich viel oder wenig Schärfentiefe? Wie ermittle ich die optimale Belichtung? Und ein oft vergessenes Thema: Wie ­komponiere ich die Aufteilung innerhalb des Bildausschnitts? Drittelregel und Goldener Schnitt sind nicht die Antwort auf alle Fragen.

Basierend auf diesen Überlegungen habe ich ein Konzept entwickelt, bei dem ich von eben diesen Fragen ausgehe:

  1. Welchen Blickwinkel und welche Perspektive möchte ich und mit welchen technischen Mitteln erreiche ich das.
  2. Wie kann ich mit Schärfe umgehen um die Bildaussage zu unterstreichen und welche technischen Mittel stehen mir zur Beeinflussung zur Verfügung.
  3. Mit welchen Mitteln und Einstellungen erreiche ich eine optimale Belichtung.
  4. Was gibt es für Grundlagen, die ich bei der Komposition des Bildausschnitts berücksichtigen kann.

Ich glaube, dass diese vier Schritte eine gute Basis bilden, von der ausgehend sich Fotografie gut im Zusammenhang beschreiben und vermitteln lässt. Dieses ›Vier Schritte zum Bild‹-Konzept möchte ich euch, liebe Leser, mit dieser ›Fotoschule OnLine‹ vorstellen. Dabei geht es mir nicht um ein akademisches Lehrkonzept für Profis, sondern darum, dem Ein- und Aufsteiger fotografisches Wissen greifbar, bildlich, praxistauglich und unterhaltsam zu vermitteln. Dem gelernten Fotografen mögen sich ob der teilweise sicher sehr unorthodoxen Herangehensweise die Haare sträuben. Aber ich hoffe, dass ambitionierte Amateure und Hobbyfotografen umso mehr davon profitieren.

Die Idee des Konzepts

Ausgangsbasis zu den Überlegungen die zum Konzept geführt haben, waren meine Erfahrungen bei Workshops, dass die Teilnehmer zwar verstanden haben, wie Blenden, Brennweiten, etc. funktioniert. Doch bei praktischen Versuchen ist mir aufgefallen, dass theoretisches Verstehen nicht unbedingt bedeutet zu sehen wie dieses Wissen praktisch angewendet werden kann. Also habe ich überlegt worum es in der Fotografie eigentlich geht. Nicht um Technik, sondern um Kreativität. Und welche Dinge kann der Fotograf mit Kamera und Objektiv beeinflussen?

Die Antwort hat mich überrascht: Es sind eigentlich nur die vier Parameter, die ich bereits genannt habe – Perspektive, Schärfe, Belichtung und Bildausschnitt. Der Rest – der mindestens genauso wichtig ist – ist einer eine Frage der Grundidee und der Organisation. Also habe ich begonnen ein Diagramm mit diesen vier Parametern als Basis zu erstellen.

Fotografische Zusammenhaenge 1

Als zweiten Schritt habe alle Begriffe notiert, die mit Kamera und Objektiv und deren Einstellungsmöglichkeiten in Zusammenhang stehen. Dabei habe ich Blitz und Stativ mit aufgenommen, allerdings auch Dinge Filter ausgespart – das entstandene Diagramm ist so schon komplex genug.

Fotografische Zusammenhaenge 2

Das daraus entstanden Diagramm zeigt deutlich wie komplex Fotografie eigentlich ist und vermittelt einen Eindruck davon, weshalb es vielen Einsteigern schwer fällt das Thema zu verstehen und die theoretischen Grundlagen praktisch anwenden zu können. Das Problem ist dabei, dass der Hobbyfotograf die theoretischen Grundlagen nicht verstanden hätte, sondern vielmehr das Wissen wie dieses Verständnis in der Praxis und im Zusammenhang angewendet werden kann.

Ich habe deshalb versucht alle technischen Details einem der vier kreativen Grundparameter zuzuordnen. Tatsächlich sind die Zusammenhänge so komplex wie im Diagramm oben, oder eher noch komplexer. Doch als Basisüberlegung kann man schon behaupten, dass die Brennweite als erstes zur Gestaltung der perspektivischen Wirkung einer Aufnahme herangezogen wird, wogegen man die Blende eher dazu nutzt die Schärfentiefe bewusst zu beeinflussen. Also habe ich alle sekundären Zusammenhänge raus gelöscht und jedes technische Element einem der vier kreativen Grundparameter zugeordnet.

Fotografische Zusammenhaenge 3

Nach diesem Konzept werde ich in den folgenden Artikeln, zusammengefasst in vier Kapiteln die technischen und theoretischen Grundlagen der Fotografie erklären. Es darf nicht als Schablone für jede Aufnahmesituation betrachtet werden. Es soll schon gar keine akademische Abhandlung über Fotografie sein. Mir ging es in all meinen Büchern vor allem darum ein Thema für den praktischen Gebrauch einfach zu beschreiben, auch wenn dazu manchmal Vereinfachungen notwendig sind, bei dem es dem Theoretiker die Haare sträubt. Das Vier-Schritte-Konzept ist als Sprungbrett in die Welt der Fotografie gedacht. Wer Fotografie durch und durch verstanden hat und die Anwendung eines solchen, oder ähnlichen Konzepts souverän beherrscht, der wird ohnehin in der Praxis nicht mehr überlegen, ob er jetzt Brennweite oder Blende verwenden soll um die Schärfentiefe zu beeinflussen. Sobald einem der Umgang mit all diesen Parametern einmal in Fleisch und Blut übergangen ist fotografiert man intuitiv und aus dem Bauch heraus. Es ist vielleicht etwas wie Autofahren: Am Anfang muss man noch über Kupplung, Schaltung und Gas nachdenken. Doch hat man einmal eine gewisse Praxis geht das alles von selbst.

Über die Navigationsleiste direkt unterhalb könnt ihr dem Konzept vom Anfang zum Ende folgen, indem ihr am Ende jedes Abschnitts auf ›Weiter‹ klickt. Im Blog selbst erscheinen die Artikel von neu nach alt, also in verkehrter Reihenfolge.

Falls ihr Fragen und Rückmeldungen habt, freue ich mich auf euere Kommentare. Ich wünsche auch viel Spaß beim Lesen und Erfolg in der Umsetzung.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.

Vier Schritte zum Bild – das Konzept

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Titel kreativ fotografieren

Um noch einmal die Werbetrommel für mein Buch »Kreativ Fotografieren« zu rühren: Ich habe bereits mehrmals raus trompetet, dass es einen anderen Ansatz verfolgt Fotografie zu erklären, wie klassische Fotoschulen. Dass es vor allem auf die Zusammenhänge zwischen theoretischen Grundlagen vor dem Hintergrund praktischer Bildgestaltung eingeht. Nun möchte ich eine Grafik nachreichen, die zeigt, was der Grundgedanke und die Basis des Konzepts darstellt: Die vier Schritte zum Bild.

Fotografische Zusammenhaenge 3

Alle technischen Grundlagen stehen immer im direkten Zusammenhang mit einer der vier gestalterischen Grundparameter. Und weil sich das Eine in der Praxis nicht immer ganz klar vom Anderen trennen lässt, sondern viele Parameter zwischen sowohl bei einer gestalterischen Frage relevant sind, wie auch bei einer anderen, ist das Buch gespickt mit Querverweisen. Dazu muss nicht der Index bemüht werden, sondern die Querverweise stehen immer direkt auf der Seite.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.

3.4. Licht- und Blendenwert

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Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

An der Belichtung jedes Fotos sind die vier Faktoren Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit, Blende und Umgebungslicht beteiligt. Ein ­optimal belichtetes Foto gelingt nur dann, wenn ­diese Faktoren gut ausbalanciert sind.

Umgebungslicht

Das Umgebungslicht ist für den Fotografen der Faktor der Belichtung, der am schwierigsten zu beeinflussen ist. Er kann auf die Lichtsituation in der Umgebung eingehen, indem er die Blende ­öffnet oder schließt, die Lichtempfindlichkeit des Sensors erhöht oder verringert, oder die Belichtungszeit verlängert oder verkürzt. Oft wird er an zwei oder allen drei Parametern drehen, um die ­optimale Belichtung zu erreichen. Das Umgebungslicht hat er höchstens im Studio voll unter Kontrolle. Bei Landschaftsaufnahmen ist die einzige Möglichkeit das Umgebungslicht zu beeinflussen, wenn man zu ­einem anderen Zeitpunkt zurück kehrt, sollte das Licht im Moment nicht optimal sein.

Lichtwert als relatives Maß

Dass ein Lichtwert (LW) für eine Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Helligkeit, Lichtmenge, beziehungsweise Belichtung steht, habe ich bereits erwähnt, als ich das Zonensystem vorgestellt habe.

Nehmen wir an, wir fotografieren im Freien, die Dämmerung ist herein gebrochen und die Lichtmenge hat sich seit dem letzten Foto halbiert – das Umgebungslicht hat sich um –1 LW reduziert. Nun können wir auf die veränderte Lichtsituation so reagieren:

  • Die Belichtungszeit auf das Doppelte ausdehnen. Das heißt, Sie heben die Belichtungszeit um +1 LW an.
    Beispiel: Die Belichtungszeit wird von 1/60 Sekunde auf 1/30 ­Sekunde verdoppelt.
  • Die Blendenöffnung verdoppeln. Das heißt, Sie öffnen die Blende um +1 LW.
    Beispiel : Sie öffnen die Blende von vormals ƒ 2.8 auf ƒ 2.0.
  • Die ISO-Empfindlichkeit verdoppeln. Das heißt, die Empfindlichkeit des Bildsensors um +1 LW anheben.
    Beispiel: von ISO100 auf ISO200.

Auf Englisch nennt sich der Lichtwert ‘Exposure Value’ (EV), ­weshalb Sie auf Kameras auf die Abkürzung ›EV‹ stoßen können. In der fotografischen Praxis wird statt von Lichtwert auch oft von ›Blendenstufe‹ gesprochen. Rät Ihnen also ein Kollege – oder lesen Sie das irgendwo – eine Blende höher (heller) zu belichten, will er ­damit sagen, dass Sie eine Einstellung wählen sollten, die die Lichtmenge um einen Lichtwert verdoppelt. Das muss nicht unbedingt heißen, dass Sie tatsächlich die Blende um einen ganzen Schritt ­öffnen müssen. Er meint lediglich, die Belichtung sollte einen Lichtwert heller ausfallen. Ob Sie das erreichen, indem Sie tatsächlich die Blende öffnen, den ISO-Wert erhöhen oder die Belichtungszeit verdoppeln, bleibt bei dieser Aussage in der Regel Ihnen überlassen.

Auf diese Art angewandt ist der Lichtwert ein relativer Wert, bei dem sich ±X auf einen relativen Ausgangswert bezieht.

Viele Kameras – bei DSLR oder Systemkameras praktisch alle – erlauben es, die Einstellungen für Belichtungszeit, Blendenöffnung und ISO-Empfindlichkeit nicht nur in ganzen Schritten zu verdoppeln oder halbieren, sondern ermöglichen Halb- oder Drittelschritte. Das heißt, Sie können, statt nur Blende, Zeit oder ISO um einen ganzen Schritt zu ändern, auch an jedem Parameter ein Drittel drehen, oder einen beliebigen anderen Mix aus zweien wählen.

Falls Ihnen das jetzt erschreckend kompliziert erscheint, bitte ich Sie um etwas Geduld. Sie werden sehen, dass es in der Praxis gar nicht so kompliziert ist.

Lichtwerttabelle: Lichtwert als absolutes Maß

Die Bezeichnung ›Lichtwert‹ steht nicht nur für relative ­Werte um Belichtung zu halbieren oder zu verdoppeln. Lichtwert wird auch als absolutes Maß eingesetzt um die Helligkeit einer Szene zu bezeichnen. Lichtwert 0 ist der Basiswert und bezeichnet eine Szene, bei der eine Kombination von ISO100, Blende ƒ1.0 und 1 Sekunde Belichtungszeit zu einer neutralen, mittleren Helligkeit des Resultats führt.

Lichtwert 0 entspricht etwa der Lichtsituation einer Neumondnacht, LW4 einer beleuchteten Straße bei Nacht oder ­einer Szene im Kerzenlicht, LW8 hellen Innenräumen und Sport­hallen ; LW12 ist typisch für die Zeit kurz Sonnenauf- oder kurz nach Sonnenuntergang beziehungsweise für bedeckte Tage, LW14 spiegelt die normale Tageslichtsituation am helllichten Tag; und mit LW16 darf man rechnen, wenn die Sonne zur Mittagszeit voll vom Firmament knallt.

Aus der Tabelle unten lässt sich ablesen, was für eine Zeit/Blenden-Kombination beim Lichtwert einer bestimmten Lichtsituation zu einem optimal belichteten Ergebnis führt. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass eine perfekte Einstellung aus technischer Sicht nicht immer ein optimales Bild liefert.

Lichtwertabelle
Lichtwerttabelle

Bitte glaubt jetzt nicht, ihr müsstet die Lichtwerttabelle auswendig lernen, um bessere Bilder zu machen. Auch wenn Profifotografen mit Lichtwerten arbeiten, die Sie von Belichtungsmessgeräten ­ablesen, denke ich, dass es für den Hobby- und Amateurfotografen deutlich effizienter ist, das Histogramm zu verstehen und über Belichtungskorrekturen die optimale Belichtung zu ermitteln. Um zu verstehen wie das geht, werde ich euch im nächsten Artikel erklären, was das Histogramm bedeutet.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.