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Schlagwort: Design

Das ABC der Farbe

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Bücher über Farbe gibt es viele und viele davon sind lesenswert. Keines orientiert sich allerdings konkret an Fotografen und Grafikdesigner. Nachdem ich in »Grafik und Gestaltung« ein recht umfangreiches Kapitel über Farbe geschrieben hatte, bot es sich an das Thema in einem eigenen Buch zu vertiefen.

»Das ABC der Farbe« geht allerdings nicht einfach nur weiter in die Tiefe und die Breite als das entsprechende Kapitel in »Grafik und Gestaltung«, sondern es geht das Thema ganz anders an. Während »Grafik und Gestaltung« ein klassisches Fachbuch ist, bei dem der Text im Mittelpunkt stehen und Bilder begleiten und illustrieren, stehen bei »ABC der Farbe« Bilder und Illustrationen im Mittelpunkt und der Text erklärt sie.

Jede Doppelseite befasst sich mit einem konkreten Aspekt der Farbe, beginnend bei Licht, Schatten, Schwarz, Weiß und Grau, Endend mit Farbräumen und Proof-Möglichkeiten. In der Regel werden die Doppelseiten von einem Bild oder einer Hand voller Abbildungen dominiert, der beschreibende Text nimmt meist in gutes Viertel der Seite ein.

Die Inhalte sind so strukturiert, dass sie von vorne nach hinten aufeinander aufbauen und sich das Buch linear lesen lässt. Doch da auf jeder Doppelseite ein ganz konkreter Begriff erklärt wird, eignet sich »Das ABC der Farbe« auch als Farb-Lexikon« – dazu gibt es zu Beginn auch ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis. Ein Umfangreicher Index am Ende hilft auch Begriffe unterhalb der Hauptebene zu finden.

Kapitel 1: Licht

Farbe beginnt beim Licht. Ohne Licht keine Farbe. Dem Licht gegenüber steht der Schatten, sein Gegensatz ist das Schwarz. Wer Gestaltung verstehen will, muss Kontraste verstehen. Das gilt für den Fotografen natürlich noch viel mehr als für den Grafikdesigner.

Kapitel 2: Farbe

Geht es im 1. Kapitel um Kontraste und Helligkeit, beleuchtet das 2. die bunten Aspekte des Themas. Das beginnt bei der Physik der Farbe, führt über den Unterschied zwischen Licht- und Körperfarben, die Einteilung in Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben, die Frage was Komplementärfarben genau sind und Endet mit den Eigenschaften von Farbe: Buntton, Sättigung Helligkeit sowie der Farbtemperatur.

Kapitel 3: Farbwahrnehmung

Auf das Kapitel mit den eher physikalischen Aspekten der Farbe, folgt eines darüber, wie wir Farbe wahrnehmen. Ich erkläre die Grundlagen wie unsere Augen Farben wahrnehmen und wie sie nach aktuellem Stand des Wissens wahrscheinlich im Gehirn verarbeitet wird.

Kapitel 4: Farben und Wirkung

Das 4. Kapitel befasst sich Farbe für Farbe mit Wirkungen und Assoziationen. Zu jeder Farbe gibt es einige Farbtafeln verschiedener Nuancen und gängiger Namen für sie inklusive der Farbwerte in CMYK, RGB und HSB.

Kapitel 5: Farbsysteme

Als junger Gestalter dachte ich Farbsysteme wären eine exakte und allgemeingültige Wissenschaft, die quasi auf Naturgesetzen basiert. Tatsächlich handelt es sich dabei um Hilfsmittel für verschiedene Aufgaben. Und da es die verschiedensten Aufgaben gibt, existieren auch sehr viele unterschiedliche Ansätze für Farbsysteme. Ein System für alle Aufgaben gibt es nicht und ist auch nicht in Sicht – ich bin mir heute auch sicher, dass es so etwas niemals geben wird.

In diesem Kapitel stelle ich die für Grafiker und Fotografen wichtigsten Systeme vor, wozu RGB, CMYK, HSB/HSL und L*a*b* gehören.

Kapitel 6: Farbgestaltung

Das 6. Kapitel dreht sich um Farbgestaltung. Es beginnt mit drei jeweils 24-teiligen Farbkreisen inklusive der Achsen Weiß, Schwarz und Grau. Darauf aufbauend werden Farbkontraste und Farbharmonien beschrieben.

Kapitel 7: Farbe in der Praxis

Das letzte Kapitel führt die physikalischen Grundlagen in die technische Praxis des Grafikers und Fotografen. Themen wie Graustufen, Farbkanäle, Duplex und Volltonfarben und Farbtiefe werden beschrieben. Ich erkläre die wichtigsten Aspekte der digitalen Dunkelkammer des Fotografen. Es werden die Grundlagen der Farbkorrektur beschrieben und wie man Histogramme als Hilfsmittel nutzt. Ausführlich wird auch das Farbmanagement beleuchtet.

Angaben zum Buch

  • 400 Seiten, gebunden, komplett in Farbe,  großes 21-×-24-Format;
  • Rheinwerk-Verlag, 2017
  • ISBN 978-3-8362-4501-2
  • Buch: 39,90; E-Book: 35,90; Buch/E-Book-Bundle: 44,90
  • Amazon-Affilate-Link

Durch die vielen Bilder ist es einfach ein Augenschmauß für Künstler – es macht Lust, das Gelesene gleich auszuprobieren. Empfehlung für jeden, der sich in irgendeiner Form mit Farben beschäftigt

M. Latteier via Amazon

Ein Buch zum Nachschlagen für alle, die sich mit Farbe näher beschäftigen möchten. Meines Erachtens ein „must have“ für alle Fotografen, die nicht nur Bildgestaltung, sondern auch Bildbearbeitung machen. Schade, dass dieses Buch nicht schon vor 20 Jahren erschienen ist.

Elke E. via Amazon

Das Thema Farbe wird viel zu oft gar nicht oder zu gering beachtet. Das Buch hätte ich mal viel eher in die Finger kriegen müssen.

Tandoor via Amazon

Ein wunderschönes Buch.

FamilyCMF via Amazon

Mein persönliches Fazit: alles was man zum Thema Farbe wissen muss – und noch ein bisschen mehr. Toll!

Bernhard Rauscher via Amazon

Grafik und Gestaltung

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Grafik und Gestaltung könnte man vielleicht als mein Hauptwerk bezeichnen. Auf jeden Fall ist es das dickste und schwerste Buch das ich bislang schriebe. Ich gehe davon aus, dass es das auch bleiben wird.

Seit dem Erscheinen der Erstauflage 2010 ist es so etwas wie das Standardwerk für grafische Gestaltung in deutscher Sprache geworden.

Kapitel 1: Grafikdesign

Das 1. Kapitel gefasst sich mit der Frage was Design und Grafikdesign überhaupt bedeutet und was beispielsweise der Unterschied zur Kunst ist. Alles was Menschen an an visuell sichtbarem schaffen wird gestaltet aber nicht alles wird designt. Design ist zielgerichtet und stellt im Idealfall eine optimale Synthese aus Funktion und Ästhetik dar.

Kapitel 2: Wahrnehmung

Grafikdesign folgt Regeln. Viele davon basieren auf der Art wie wir Menschen die Welt wahrnehmen. Die sogenannten »Gestaltgesetze der Wahrnehmung« bilden eine wichtige Grundlage für die Gestaltung. Es gehr vor allem darum Layouts so anzulegen, dass die einzelnen Elemente zu einer Einzeit verschmelzen. In diesem Kapitel beschreibe ich die wichtigsten Grundlagen.

Kapitel 3: Form

Das 3. Kapitel widmet sich der Formenlehre, erklärt die Funktionen von Punkt, Linie und Fläche, beschreibt die wichtigsten Proportionen und Seitenverhältnisse, wie beispielsweise den Goldenen Schnitt, und widmet sich Fragen der Gewichtung.

Kapitel 4: Farbe

Auf die Formenlehre folgt die Farbenlehre. Es werden die wichtigsten Grundlagen des Farbensehens und -empfindens beschrieben, die Farbräume mit denen der Grafikdesigner zu tun hat, es wird erklärt was Farbmanagement ist, welche Bedeutung Farbsysteme haben, wie man bewusst mit Farben gestaltet und welche Wirkungen mit den wichtigsten Farben verbunden werden.

Kapitel 5: Bild

Texte transportieren Informationen, Bilder Emotionen. Das 4. Kapitel beleuchtet welche Wirkungen und Aussagen sich mit Bildern erzielen lassen. Unter anderem werden verschiedene Techniken beschrieben, mittels derer sich unterhaltsame Printwerbung gestalten lässt.

Kapitel 6: Schrift

Bilder können sehr offensiv und offensichtlich wirken. Schrift wirkt eher unterschwellig. Deshalb wird sie von vielen Gestaltern stiefmütterlich behandelt – nicht nur von Laien und Einsteigern! Dabei kann man damit den Charakter eines Designs maßgeblich prägen. Ich weiß gerade aus Projektbesprechungen des Werbelehrgangs in dem ich unterrichte, wie Schrift wirken kann. Gelingt es einem talentierten Einsteiger für einen Entwurf eine interessante, passende und wirkungsvolle Schrift zu verwenden, entlockt das den anderen Teilnehmern meist ein »Wow!« und schnell folgt die Frage, welche Schrift denn zum Einsatz kam. In diesem Kapitel möchte ich die wichtigen Grundlagen zum Verständnis von Schrift vermitteln.

Kapitel 7: Lesetypografie

Es genügt nicht, eine gleichermaßen funktionale wie coole Schriftart für ein Layout zu wählen, man muss sie auch richtig einstellen können. Die Grundeinstellungen für Texte in den Programmen sind in der Regel nicht wirklich ideal für gut lesbare Texte – egal ob es sich um Word, Illustrator oder InDesign handelt. Die Schriftgrößen sind zu groß, die Zeilenabstände zu gering – jedenfalls für Lesetexte; für Überschriften ist der Zeilenabstand zu weit. Im 7. Kapitel erkläre ich welche Einstellungen für gut lesbare Texte notwendig sind.

Kapitel 8: Gestaltungsraster

Design lebt von Ordnung, Achsen und klaren Proportionen. Gestaltungsraster helfen rasch zu Layouts zu kommen, die Gestaltung designt wirken lassen. In diesem Kapitel erkläre ich, wie Gestaltungsraster entwickelt werden.

Kapitel 9: Corporate Design

Corporate Design ist das Kleid eines Unternehmens. Mittels eines starken Logos, einer festen Hausfarben und klar definierten Farbräumen, sowie einer individuellen Typografie, kann man sich visuell vom Mitbewerber ab- und aus dem allgemeinen visuellen Rauschen herausheben.

Kapitel 10: Druck und Druckvorstufe

Das letzte Kapitel beleuchtet die wichtigsten technischen Aspekte, die für die Gestaltung druckreifer Daten wissenswert sind.

Grafik und Gestaltung – das umfassende Handbuch

Ein Exemplar des Buches in chinesischer Sprache

Mittlerweile hat das Buch mit »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« ein Schwesterchen bekommen, in dem ich beschreibe, wie kompetente Gestaltung im wichtigsten Programm für Grafikdesigner umgesetzt werden kann.

Leserstimmen

»Ein Standardwerk! Für Mediengestalter und solche, die es mal werden wollen, ist dieses Buch ein absolutes Must have, wie ich finde! Die 10 ausführlichen und sorgfältig gestalteten Kapitel dieses farbigen Buches sind toll geschrieben und mit gut ausgewählten und passenden sowie hilfreichen Bildern versehen.«

Ina via Amazon

»Ich bin von diesem umfangreichen Handbuch sehr begeistert, vieles was ich mir mühsam in den letzten 2 Jahren zusammengetragen habe, ist hier verständlich und kompakt zusammengeschrieben.«

Juliana Fabula via Amazon

»Es ist alles andere als ein staubtrockener Schinken, sondern ein Nachschlagewerk für jeden kreativen Kopf, der vom Logo bis zum kompletten Corporate Design Inspiration und Tipps möchte.«

La-Na via Amazon

»Dieses Buch sollte in keinem Bücherschrank eines Gestalters fehlen.«

Benno Selin via Amazon

»Ein solides, anwenderfreundliches Praxishandbuch mit klaren Strukturen.«

Tati Heer via Amazon

»Prädikat: Vorbehaltlos zu empfehlen!«

Heike May via Amazon

»Einfach ein gutes Buch.«

H. Heigel via Amazon

Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout

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2010 erschien mein großes Werk, »Grafik und Gestaltung«. Darin geht es um die allgemeinen Grundlagen der grafischen Gestaltung. In der Praxis entstehen die meisten Layouts die in den Druck gehen in Adobe InDesign. Deshalb nahm ich in dem Buch mehrmals Bezug auf das Programm. Allerdings ließ sich das Thema in einem Grundlagenwerk nur streifen.

Mit »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« wollte ich »Grafik und Gestaltung« ein Praxisbuch für die Anwendung der Gestaltungsgrundlagen in Adobe InDesign zur Seite stellen. Ich wollte nicht einfach nur ein Buch über eine Software schreiben, und darin ihre Funktionen und Werkzeuge beschreiben, sondern vielmehr schwebte mir vor das vor dem Hintergrund einer grafisch kompetenten Umsetzung zu tun.

Kapitel 1: Oberfläche und Grundlagen

Im 1. Kapitel beschreibe ich die Programmoberfläche, zeige welche Voreinstellungen ich zu ändern empfehle, wie sich InDesign über die Voreinstellungen hinaus individualisieren lässt, wie man die Oberfläche für eine effiziente Arbeit einrichten und als Arbeitsbereich speichern kann, erkläre alles Wissenswerte zum Thema Ansicht und führe vor, wie sich Tastaturbefehle anpassen lassen.

Kapitel 2: Dokumente erstellen und verwalten

Zu Adobe InDesigns Stärken gehören das Erstellen und Gestalten umfangreicher Dokumente. In Kapitel 2 erkläre ich alles Wissenswerte zur Verwaltung von Dokumentseiten.

Kapitel 3: Grafische Aufgaben

InDesign ist kein Grafikprogramm im herkömmlichen Sinn. Dennoch starte ich den Einstieg in die kreative Arbeit mit dem Layoutprogramm mit der Erstellung grafischer Arbeiten, denn anhand dieser lässt sich das Grundkonzept der Software – die Arbeit mit sogenannten Layoutrahmen – am besten Erlernen. Dabei beschreibe ich nicht nur die technischen Aspekte, sondern zeige, wie man Werkzeuge und Funktionen so einsetzt, dass eine Gestaltung entsteht, die den Prinzipien des Designs entsprechend auf Achsen und Proportionen aufbaut.

Kapitel 4: Grundlagen der Textbearbeitung

Es folgt ein Kapitel über die wesentlichsten Grundlagen zur Arbeit mit Text.

Kapitel 5: Farbe

Technisch betrachtet geht es bei der Gestaltung druckreifer Daten um die Einstellung von Farben, das Erstellen von Farbfeldern, die Arbeit mit Volltonfarben, das Farbmanagement sowie die Kontrolle korrekter Farbeinstellungen mit Hilfe des Separationen-Bedienfelds. Doch Farbe ist auch ein wesentlicher Aspekt der Gestaltung. Deshalb gehe ich auch auf Farbharmonien, Farbkontraste sowie darauf ein, wo bei der Anwendung von Farbe Gestaltungsfallen lauern.

Kapitel 6: Bilder und Grafiken

Wer in InDesign anderes setzen will, als Romane, wird es auch mit Bildern zu tun hat. In diesem Kapitel erkläre ich alles Wissenswerte über das Platzieren von Bildern, das Anpassen und Bearbeiten, worauf man bei Pixelbildern achten muss, welche Möglichkeiten Graufstufenbilder bieten und wie man platzierte Bilder an ein anderes Programm zur Bearbeitung übergibt, wie man mit verschiedenen Arten freigestellter Bilder arbeitet, zeige Beispiele mit Bitmap- und Duplex-Bildern, demonstriere wie man ein Bild in mehrere Rahmen oder auch in Buchstaben platzieren kann. Außerdem zeige ich auch, wie man einen Freisteller in InDesign erstellt.

Kapitel 7: Lesetypografie

Die wichtigste Aufgabe in InDesign ist bei vielen Gestaltungsaufgaben die Formatierung von Text. Lesetypografie entsteht aber nicht, indem man eine schicke Schrift aussucht, und das Gros der Einstellungen den Werksvorgaben des Programms überlässt. Im Gegenteil! Für die meisten Aufgaben ist die voreingestellte Schriftgröße zu groß und der Zeilenabstand zu gering. In diesem Kapitel erkläre ich wie sich InDesigns Möglichkeiten zur Textformatierung so einsetzen lassen, dass exzellente Typografie entsteht. Dabei kommt aber auch nicht zu kurz, wie man nicht nur sauber, sondern auch Effizient gestaltet, indem man Absatz- und Zeichenformate nutzt, sowie die Möglichkeiten der Automatisierung.

Kapitel 8: Detailtypografie

Während sich das 7. Kapitel der Gestaltung großer Textmengen widmet, geht das 8. in die Details. Auch hier versuche ich so gut als möglich die praktischen Werkzeuge mit einer gestalterisch gekonnten Anwendung zu verbinden.

Kapitel 9: Musterseiten und Gestaltungsraster

Vater der Idee dieses Buches über InDesign, war, ein Buch über Gestaltungsraster zu schreiben. Ich habe mich bereits in »Grafik und Gestaltung« ausgiebig mit diesem Thema befasst. Mir wäre bislang kein wirklich gutes Praxisbuch zur Planung und Anlage von Gestaltungsrastern bekannt. Als Standardwerke werden noch immer Publikationen aus einer Zeit, lange bevor Computer zur Gestaltung zum Einsatz kamen, genannt. Dabei bieten Programme wie InDesign heute Möglichkeiten, die die Konzepte von damals wirklich alt aussehen lassen.

Als ich über ein Konzept über ein modernes Praxisbuch über Rastertypografie nachdachte, wurde mir bewusst, dass man das kaum machen kann, ohne dabei stark auf InDesign Bezug zu nehmen. Weshalb also nicht gleich ein ganzes Praxisbuch über InDesign schreiben. Und so ist dieses Buch entstanden. Im 9. Kapitel beschreibe ich, wie man die Möglichkeiten von InDesign nutzt, mit Effizienz zu aufgeräumten und designt wirkenden Layouts zu gelangen.

Kapitel 10: Effekte

»Weniger ist mehr« ist ein wichtiger Leitspruch im Design. Speziell für Effekte sollte das gelten. Doch wie sagte einst ein schöner Werbespruch über Beton: »Es kommt drauf an, wes man draus macht.« In diesem Sinn zeige ich in diesem Kapitel, welche Möglichkeiten zu Effekten InDesign bietet.

Bild in Text

Kapitel 11: Listen und Tabellen

Zu den Eselsarbeiten in InDesign gehört das Formatieren von Tabellen. In diesem Kapitel zeige ich, wie man mit InDesigns – zugegebenermaßen sehr komplexen – Tabellenfunktionen selbst umfangreiche Tabellen effizient formatieren kann.

Außerdem demonstriere ich, wie sich Listen effizient formatieren lassen. In meinen InDesign-Kursen überrascht mich oft, wie wenig teils recht erfahrene Anwender darüber wissen, und wie umständlich sie manchmal vorgehen, Listen zu formatieren, die sich mit den richtigen Einstellungen sehr viel effizienter gestalten ließen.

Kapitel 12: Buch-Funktionen

Kapitel 12 dreht sich um einen wesentlichen Kern meiner Arbeit als Buchgestalter: Um die Funktionen rund um Bücher. Dazu gehört, wie sich mittels einer speziellen Palette mehrere InDesign-Dokumente zusammen als Buch verwalten lassen, wie man diese Dokumente abgleichen kann, wie man Inhaltsverzeichnisse und Indizes erstellt, sowie das Setzen von Querverweisen.

Kapitel 13: Datenaufbereitung und Ausgabe

Wer mit InDesign Dokumente gestalten, will Sie in der Regel auch ausgeben, in der Regel für den Druck. In diesem Dokument zeige ich, wie man Dokumente überprüft, allfällige Reparaturen ausführt, Adobe-Stock-Fotos übernimmt, Daten für den Druck verpackt und PDFs erstellt.

Kapitel 14: Interaktive Dokumente

Oberflächlich betrachtet scheint InDesign perfekt für die Erstellung interaktiver Dokument gerüstet zu sein und wahrscheinlich wollte Adobe das Programm auch in diese Richtung entwickeln. Ich hatte immer Zweifel, dass sich Print und Interaktiv effizient in einem Programm verbinden lässt – die beiden Dinge sind zu verschieden. Es ist wie mit diesen Amphibienfahrzeugen, mit denen man sowohl im Wasser, als auch auf Land vorwärts kommt: Sie können beides nicht einmal mittelprächtig.

InDesign ist ein hervorragendes Programm für die Druckvorstufen, aber kaum für die Aufbereitung interaktiver Daten geeignet. Adobe hat das längst selbst erkannt und setzt auf andere Produkte – die Profis der interaktiven Produktion tun das ebenfalls. Vieles von dem, was InDesign an interaktiven Fähigkeiten bietet, lässt sich nur im Flash-Format ausgeben, und dabei handelt es sich um ein totes Dateiformat. Dennoch sind nicht alle Interaktiv-Funktionen von InDesign für die Katz. Mit etwas Know-how, lassen sich beispielsweise PDF-Formulare mit ausfüllbaren Feldern erstellen, die darüber hinaus auch noch barrierefrei sind. Im letzten Kapitel zeige ich, wie das geht.


Markus Wäger: Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout

Leser-Rezensionen

Mein persönliches Lieblingskapitel ist natürlich »Bilder und Grafiken«, »Musterseiten und Gestaltungsraster« (letzteres hilft mir bei meinen Fotobüchern richtig gut) und »Lesetypographie«. Bei diesen Kapiteln fällt mir besonders auf, dass der Autor nicht nur InDesign erklärt sondern das Ganze mit seinem Wissen über Layout und Design kombiniert.

Tandoor (Amazon)

Ich arbeite nun schon länger mit InDesign, konnte aber auch durch dieses Buch wieder neue Funktionen kennen lernen.

Christian K. (Amazon)

Mehr als 150 Workshop-Einheiten bietet das Buch und alle Dateien stehen als Download zur Verfügung. Das nenne ich zeitgemäß und praktisch!

Wombatine (Amazon)

Freefonts für Design

Posted in Adobe InDesign

Bis zu meinem Buch über InDesign (Rheinwerk Verlag | Amazon Affiliate-Link) habe ich in InDesign-Kursen stets in erster Linie mit den Adobe-CC-Standardschriftarten Myriad, Minion und Garamond gearbeitet, was auf die Dauer etwas phantasielos und langweilig ist. Für »Adobe InDesign CC – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« wollte ich etwas mehr Vielfalt einbringen, nicht zuletzt um die Leser auch zu animieren auch zu Typen abseits einiger System- und CC-Schriften zu greifen.

Gerade in den Besprechungen von Teilnehmerarbeiten beim epos Werbelehrgang merke ich immer wieder, wie auch Laien – das sind die Teilnehmer zu Beginn des Lehrgangs in der Regel – auf gut gewählte Schriftarten abseits des Mainstreams reagieren. Schrift gehört neben Bildern zu den wichtigsten Rohmaterialien des Grafikdesigns, wirken aber im Gegensatz zu Bildern eher unterschwellig, weshalb viel zu oft viel zu wenig Augenmerk auf die Auswahl gelegt wird.

Zu Beginn der Arbeit am InDesign-Buch plante ich natürlich mit Schriften aus dem Adobe-Typekit zu arbeiten. Leider (oder zum Glück) musste ich früh entdecken, dass nicht jeder Lizenznehmer der Adobe Creative Cloud dieselben Schriftarten ohne Zusatzkosten installieren kann. Deshalb entschied ich mich auf Freefonts zurückzugreifen, die ich samt und sonders von der exzellenten Freefont-Seite Fontsquirrel herunter lud. Dies sind die verwendeten Schriftarten.

epos Werbelehrgang – eine kleine Galerie

Posted in etc.

Am Freitag den 13. Juli fand die Abschlusspräsentation des 13. epos Werbelehrgangs statt, für den ich seit 2009 als Lehrgangsleiter verantwortlich zeichne. Wie jedes Jahr sahen die Jury und wir Seminarleiter eine ganze Reihe guter und schön gestalteter Abschlussprojekte dieses kleinen aber feinen Lehrgangs.

Mittlerweile haben sich Dutzende Projektmappen in unserer Fachakademie gesammelt und ich sah es an der Zeit die herausragendsten Arbeiten der vergangenen acht Lehrgänge einmal neu abzulichten um neues Material für die Infoabende zum Lehrgang zu erhalten. Eine gute Gelegenheit das entstandene Material hier auf meinem Blog im Anschluss in einer kleinen Galerie zu präsentieren.

Der epos Werbelehrgang ist ein berufsbegleitender Intensivlehrgang der jährlich im Spätherbst startet, etwa neun Monate dauert und meist Anfang Juli mit der Präsentation der Abschlussprojekte der Lehrgangsteilnehmer endet. Eine kurze Beschreibung des Lehrgangs befindet sich hier im Blog, nähere Details zu dein Inhalten finden sich auf der Website der epos Akademie.

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Gestaltung ist keine Geschmacksache

Posted in Fotografie, and Grafik

Dass Laien denken Gestaltung sei Geschmacksache ist für mich nachvollziehbar. Schwerer nachvollziehen kann ich es wenn Profis diese Position vertreten, schließlich stellt das ihre ganze Profession in Frage oder genauer gesagt: Es negiert, dass es so etwas wie qualitative Unterschiede und somit Professionalität in der Gestaltung überhaupt geben kann.

Wenn gut ist was (irgendjemandem) gefällt brauche ich nur etwas x-Beliebiges zu gestalten und es Kraft meines Geschmacks als gelungen zu adeln. Die Frage des qualitativen Unterschied stellt sich erst, wenn ich anerkenne, dass es diese Unterschiede gibt. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Gestaltung minder- oder höherwertiger sein kann.

Ohne zumindest relativ objektive Kriterien was gute Gestaltung ist und was eine gestalterische Fehlleistung darstellt kann ich keinen gestalterischen Diskurs mehr führen. Der Versuch sich gestalterisch zu entwickeln führt zwangsläufig ins Leere, wenn das was ich nach Jahren der Erfahrung gestalte, keine besseren Ergebnisse erzielt, als das was ich als absoluter Novize – früher sprach man vom Dilletanten – geschaffen habe.

Ich finde, dass meine gestalterischen Arbeiten – egal ob als Grafikdesigner oder als Fotograf – heute um Welten besser sind als das was ich vor Jahren und Jahrzehnten produzierte. Besser sein kann es aber nur, wenn es qualitative Unterschiede in der Gestaltung gibt und das bedeutet, dass Gestaltung keine reine Geschmacksache ist!

Natürlich steht es niemandem zu den Geschmack eines Individuums zu verurteilen. Was mir persönlich gefällt ist absolut und ausschließlich meine persönliche Privatsache! Wenn ich gerne grüne Gummistiefel zu beigen Cordhosen und Frackjacke trage ist das ausschließlich meine Sache, einen Style-Wettbewerb könnte ich damit aber niemals gewinnen, weder in der Vergangenheit noch in einer irgendwie absehbaren Zukunft.

Wenn ich mein Apfelkompott mit Champignons und Senf esse ist das meine Sache, doch ich darf mich nicht wundern, wenn ich das Freunden zum Essen serviere und anschließend nie wieder jemand meinen Einladungen zum Dinner folgen will.

Wenn ich »Modern Talking« als Krone abendländischen Musikschaffens betrachte steht es niemandem zu mir diese Meinung zu verbieten, doch mich persönlich wundert nicht, dass die belanglosen Ergüsse dieses deutschen Duos in den Playlists der Pop-Sender schon unmittelbar nachdem sie aus den Charts verschwanden keine Rolle mehr spielten.

Natürlich gibt es unterschiedliche Gestaltungsrichtungen und -ansätze, so wie es unterschiedliche Musikrichtungen gibt. Der Eine mag Klassik mögen und bei Pop Ohrensausen bekommen. Der Andere mag mit Jazz liebäugeln und mit Rock nichts anfangen können. Doch wer wollte bestreiten, dass es in jeder einzelnen Richtung anspruchsvollere und handwerklich besser ausgeführte Musik gibt, sowie Werke beziehungsweise Interpretationen die eher von Dilettantismus zeugen. Ich weiß wovon ich schreiben, ich habe Jahre lang dilettantisch den Bass gezupft – die einzigen die unsere Musik wirklich mochten waren unsere persönlichen Freunde (und ein paar Betrunkene).

Auslöser mich dieses Themas anzunehmen ist eine Debatte auf einer Facebook-Seite mit Thema Fotografie. Dort wurde ein Bild eingestellt das man wirklich nur als dilettantisch bezeichnen kann. Sofern dieses Bild mit seiner völlig überzogenen Bearbeitung tatsächlich der Ernst seines Schöpfers ist, sollte man ihm raten sich einem anderen Hobby anstatt der Fotografie zuzuwenden. Ich glaube zwar, dass Gestaltung etwas ist das fast jeder lernen kann, aber dennoch gibt es Leute denen größeres gestalterisches Geschick gegeben ist und solche mit weniger Talent. Und es gibt eben auch Leute die gar kein Händchen für Gestaltung haben.

Um es noch einmal auf Musik und mich persönlich zurück zu bringen: Ich bin kein musikalisches Naturtalent. Ich habe über die Jahre des Musizierens gelernt beim Mitsingen Töne einigermaßen adäquat zu treffen, bin aber hilflos wenn ich frei singen muss. Als Instrumentalist kommt hinzu, dass meine motorischen Fähigkeiten es niemals zulassen werden ein Instrument virtuos zu beherrschen. Als wäre dem nicht schon genug fehlt mir die Fähigkeit beim Spielen die erforderliche Konzentration aufrecht zu erhalten. Es war für mich einfach sinnvoll das Musizieren bleiben zu lassen und mich Beschäftigungen zuzuwenden die eher meinen Begabungen entsprechen. Zwar spräche nichts dagegen weiter für mich selbst im heimischen Kämmerlein den Bass zu zupfen wenn mir das Freude bereiten würde, doch eine nennenswerte Souveränität für öffentliche Auftritte werde ich niemals erreichen.

Nun braucht man nicht jedem der Freude an einer Tätigkeit hat ins Gesicht sagen, dass ihm jegliches Talent fehlt, auch wenn es offensichtlich ist. Ich darf mich aber auch nicht wundern, dass ich ausgepfiffen werde, wenn ich mich auf eine Bühne stelle und Musik zum Besten zu geben versuche ohne einen einzigen Ton zu treffen. Geschmacksache hört da auf, wo ich meinen privaten Bereich verlasse und mich mit meinen Werken an eine Öffentlichkeit wende.

Wenn ich aus dem Badezimmer heraus trete und nicht mehr nur aus reiner Lust am Singen für mich alleine Gassenhauer schmettere, sondern ein Publikum für meine Darbietung beglücke, sollte ich in der Lage sein den Hörgewohnheiten und den Geschmacksvorstellungen einer Öffentlichkeit zu entsprechen.

Natürlich unterscheiden sich die Vorstellung dessen was gute Musik und gute Gestaltung ist je nach zeitlicher Epoche und Kulturkreis. Doch in einer bestimmten Zeit und vor einem bestimmten kulturellen Hintergrund (der üblicherweise noch einmal in Subkulturen untergliedert ist) gibt es doch immer recht klare Vorstellungen davon was gefällt und was ein no-go ist. Die wirklich exzellenten Werke schaffen es sogar ihre Zeit zu überdauern und über ihren Kulturkreis hinaus zu wirken und zu dauerhaften internationalen Klassikern zu werden.

Ich finde es absurd zu behaupten es gäbe keine qualitativen Unterschiede zwischen Mozart und Helene Fischer, zwischen Dürer und dem was ein angehender Hobbymaler vor dem ersten Kurs an der Volkshochschule fabriziert. Wer könnte das ernsthaft behaupten?

Akzeptiere ich generell, dass es so etwas wie qualitative Unterschiede im kreativen Schaffen gibt, muss ich zwangsläufig auch akzeptieren, dass es gelungene und verunglückte Werke gibt und die Behauptung, dass am Ende alles Geschmacksache ist, ist somit widerlegt.

Wäre Gestaltung tatsächlich reine Geschmacksache, bräuchten wir wie gesagt weder Bild- bzw. Designbesprechungen, wir bräuchten keine Ausbildung zur Gestaltung, schon gar keine Unis und Fachhochschulen und wir bräuchten auch keine Wettbewerbe.

Ich teile zwar die Ablehnung von Gestaltungswettbewerben mit Woody Allens Ablehnung gegenüber Filmwettbewerben, und seine Ansicht, dass man nicht Dürer gegen Kandinsky, Rembrandt gegen Picasso, Dali gegen Chagall antreten lassen und einen davon als den besten küren kann, aber ich bin sehr wohl der absoluten Überzeugung, dass all die genannten auf einem deutlich höheren Niveau arbeiten als ich es jemals könnte. Und auch das habe ich in meinem Leben gelernt: Ich mag ein Talent zum Zeichnen und Malen haben, doch zum bildenden Künstler hätte es niemals gereicht.

Mein Eindruck der Fujifilm X-T1 – Teil 1

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Obwohl mir meine Olympus OM-Ds ans Herz gewachsen sind verfolge ich mit Interesse was sich am Kameramarkt auch abseits von MFT tut. Meine besondere Aufmerksamkeit und Sympathie zieht dabei  Fujifilm auf sich, seit die X100 vorgestellt wurde.

Nachdem Fuji mit einigen Kameras im leicaesken Messsucherstil viel Begeisterung bei Fotografen die wie ich viel auf Achse sind ausgelöst hat, folgte mit der X-T1 ein Modell das eher den Stil klassischer Spiegelreflexkameras aufnimmt.

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Die Fujifilm X-T1 nimmt das Design klassischer Spiegelreflexkameras auf – vulgo »Retro-Design« –, hat also mehr Ecken und Kanten als das von Luigi Colani geprägte ergonomische Design das Spiegelreflexkameraformen seit den 1980er Jahren prägte.

Um den Apparat nicht nur aus der Ferne zu beurteilen bat ich meinen freundlichen Fachhändler mir ein Modell zur Verfügung zu stellen. Der Deal lautet: Ich bekomme Kameras zum Testen und rühre dafür ein bisschen die Werbetrommel, was ich hiermit auch gerne mache.

Freundlicher Fachhändler

Wenn ihr in Vorarlberg und Umgebung zuhause und auf der Suche nach einer Kamera seid schaut bei Foto Hebenstreit in Feldkirch rein. Vor allem wer noch nicht weiß welches Modell welcher Marke es werden soll findet in der Region wohl keine bessere Adresse in der Region – Canon, Nikon, Sony, Pentax, Olympus, Panasonic und Leica sind hier friedlich vereint.

Die Beratung ist stets freundlich und rasch auch freundschaftlich, man kann an der Ausrüstung herumspielen und ausprobieren, ohne, dass ein Verkäufer als Wachhund jeden Handgriff argwöhnisch beobachtet. Und wenn du dich beim ersten Besuch noch nicht für ein Modell entschieden hast kannst du den Laden verlassen ohne das Gefühl mit zu bekommen, dass du gerade verflucht wirst weil du vielleicht etwas Zeit mitgenommen aber keine Kohle dagelassen hast.

Alles subjektiv

Wer auf der Suche nach einem objektiven Bericht über die X-T1 ist wird in diesem Artikel kaum fündig werden. Ausführliche Angaben über Ausstattung und Funktionen von Kameras sowie objektive Messwerte aus Labortests finden sich bei digitalkamera.de, dpreview.com und dxomark.com (wobei sich dxomark offensichtlich nicht sehr engagiert wenn es um das Testen von Fujifilm-Ausrüstung geht). Ich möchte lediglich meinen subjektiven Eindruck beschreiben wie sich eine Kamera für mich und in meinen Händen anfühlt.

Eine Kamera ist mehr als die Summe ihrer Teile. Vergleicht man die Messergebnisse von Labortests verschiedener Kameramodelle derselben Preisklassen mögen die Unterschiede am Datenblatt oft eklatant aussehen, in wiefern sie aber praktisch relevant sind steht auf einem anderen Blatt.

Viel wichtiger als objektive Zahlen ist wie sich eine Kamera subjektiv anfühlt – ob sie zu mir, meiner Arbeitsweise und meinen Motiven kompatibel ist, ob ich sie intuitiv bedienen kann und ob der Look and Feel meinem Geschmack entgegen kommt.

Design-Betrachtungen

Look and Feel der X-T1 kommen meinem Geschmack durchaus entgegen, auch wenn ich finde, dass die OM-Ds noch ein Stück besser gelungen sind. Das Seitenverhältnis Breite zu Höhe wirkt bei der X-T1 etwas plumper und sie wirkt pummeliger als die E-M5 – um es im Fotografen-Jargon auszudrücken: die Proportionen der OM-D sind näher am Goldenen Schnitt beziehungsweise der Drittelregel.

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Die X-T1 wirkt im Vergleich mit der OM-D E-M5 etwas plumper.

Allerdings hat die größere Höhe der X-T1 ergonomische Vorteile: Während mein kleiner Finger bei der OM-D E-M1 ins leere greift und ich einen Hochformatgriff brauche damit sie mir sicheren Halt vermittelt, ist das bei der X-T1 nicht der Fall.

Den vom SLR-Pentaprisma abgeleiteten Aufbau empfinde ich bei der X-T1 etwas zu wuchtig – bei der OM-D wirken die Proportionen auch diesbezüglich stimmiger und die ausgeprägtere Neigung der Seiten lässt ihn bei ihr stromlinienförmiger erscheinen.

Der Wulst zum Halten der Kamera ist keine Augenweide, macht ergonomisch aber Sinn. Dieser ist bei der OM-D E-M5 Mark II besonders zurückhaltend und elegant gestaltet, so dass er sich dort perfekt ins Design einfügt, nur bietet er deutlich weniger Halt als der Griff der X-T1. Den Preis eines etwas aufgesetzt wirkenden und nicht unbedingt attraktiven Handgriffs bezahlt man allerdings auch bei der OM-D E-M1 für die bessere Ergonomie.

Überraschend war für mich, dass die X-T1 neben die E-M5 gelegt nicht wirklich nennenswert größer wirkt. Inklusive des oben abgebildeten 12–40mm ist die E-M5 sogar etwas voluminöser und schwerer als die X-T1 mit dem 18–55mm Standardzoom.

Klassisches SLR-Design

Ebenso wie die OM-Ds nimmt sich das Design der X-T1 klassische Spiegelreflexkameras zum Vorbild – man bezeichnet das heute als Retro. Retro und Vintage haben sich in den letzten Jahren als fester Trend etabliert und wie bei allen Trends gibt es jene die unbedingt dabei sein müssen und jene die jede Mode verteufeln.

Wer Neuinterpretationen von Klassikern verurteilt hat wahrscheinlich von Designgeschichte wenig Ahnung. Bereits die Renaissance orientierte sich an der Kunst der Antike und der Klassizismus hat seinen Namen daher, dass die Architektur des alten Roms als Vorbild herangezogen wurde. Die »Arts and Crafts«-Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts orientierte sich an der Renaissance und die Popart der 1960er Jahre vermischte sich in den frühen 70ern aus der Hippie-Bewegung heraus mit einer Wiederbelebung des Jugendstils.

Retro und Vintage sind also nicht wirklich eine Erfindung des Marketings des 21. Jahrhunderts. Gut gemacht können moderne Interpretationen klassischer Vorbilder durchaus zu einer eigenständigen Design-Ikone werden – der Mini macht’s vor.

Anachronistisches Räderwerk

Wie gesagt: Das Design der X-T1 spricht mich durchaus an und zu ihrem Erscheinungsbild gehört auch das üppige Werk der Einstellungsrädchen. Funktional betrachtet schient mir das Bedienkonzept allerdings ein Bisschen anachronistisch und die Beschriftungen sind für mich reines Zierwerk.

Einstellräder mit Skalen und Werten zu versehen stammt aus einer Zeit als Kameras noch rein mechanische Wunderwerke waren. Damals gab es keine elektronischen Anzeigen und Displays die Einstellungen anzeigten – wären die Werte nicht aufgedruckt gewesen hätte sich eine Kamera kaum bedienen lassen.

Heute kann ich auf analoge Beschriftungen durchaus verzichten, denn was ich über irgendwelche Rädchen einstelle sehe ich im elektronischen Sucher oder am Display angezeigt. Oft interessieren mich aber Histogramme und Überbelichtungswarnungen bedeutend mehr als ob die Verschlusszeit nun auf 1/250 s oder 1/1000 s steht.

Rädchen die keine Skalen aufgedruckt haben haben gegenüber bedruckten einen Vorteil: Man kann sie individuell mit Funktionen versehen. Bei Olympus ist beispielsweise üblich, dass nach Werkseinstellung am vorderen Einstellrad die Verschlusszeit liegt und am hinteren die Blende. Ich bevorzuge es genau umgekehrt.

Natürlich spricht wohl nichts dagegen trotz Beschriftung die Belegung zu verändern – seltsam empfände ich das aber schon.

Mein Arbeitsweise sieht in der Regel so aus, dass ich mit einem Einstellrad die Blende steuere, mit dem anderen die Verschlusszeit (in M) oder Belichtungskorrektur (in A) und bei Bedarf eine Zusatztaste drücke um die Empfindlichkeit zu beeinflussen – diesbezüglich gibt es keinen Unterschied zwischen meinen früheren Nikon- und den aktuellen Olympus-Modellen. Die X-T1 verlangt eine andere Arbeitsweise.

Interessant wird es wenn ich beginne Rädchen zu zählen. Bei Nikon und Olympus komme ich mit drei Einstellrädern zurecht: Ein Einstellrad für den Belichtungsmodus (also ob P, A, S oder M) und zwei Einstellräder um die wichtigsten Belichtungsparameter einzustellen.

Bei der X-T1 zähle ich sechs: Ein Rad für die Blende am Objektiv, ein Rad für die Empfindlichkeit, ein Rad für die Belichtungskorrektur, ein Rad für die Verschlusszeit, ein vorderes Einstellrad (das für die Drittelschritte bei der Verschlusszeit benötigt wird, die sich auf dem Verschlusszeit-Einstellrad offensichtlich nicht ausgegangen sind) und ein hinteres Einstellrad (dessen Sinn sich mir im Moment nur bedingt erschließt – es ist offensichtlich dazu gedacht im Quick-Menü Einstellungen vorzunehmen).

Die Bedienung dieses komplexen Rädchenwerks scheint mir nicht besonders effizient zu sein, vor allem, dass ich um Drittelzeitwerte zu ändern zwei Räder bedienen muss befremdet mich ein Bisschen.

Generell sind die Einstellräder eher von der schwergängigen Sorte. Da schon das absichtliche Einstellen (zum Beispiel der Belichtungskorrektur) durchaus Kraftaufwand erfordert, würde ich ein versehentliches eher ausschließen. Trotzdem sind Zeit und Empfindlichkeit zusätzlich mit einer Taste geschützt, was eine flüssige Bedienung auch nicht unbedingt erleichtert. Und warum ist überhaupt nur Zeit und Empfindlichkeit durch eine Taste geschützt, Belichtungskorrektur aber nicht?

Leichtgängig ist übrigens der Ring für die Blende am Objektiv – gegen ein versehentliches Verstellen ist der aber wiederum nicht geschützt.

Während ich bei Olympus und Nikon die Steuerung der Einstellungen im Wesentlichen mit einer Hand erledigen kann muss ich bei der X-T1 die linke Hand zum Einstellen dazu nehmen. Zwar ist es auch bei den Nikons üblich, dass für ISO eine Taste zur linken Hand gedrückt werden muss, die liegt aber in der Nähe des Daumens links und nicht oberhalb. Erschwert wird die Änderung des Werts eben zusätzlich dadurch, dass man nicht nur drehen sondern auch einen Knopf zur Entriegelung drücken muss.

Anders und doch lustig

Das klingt jetzt alles nicht unbedingt nach Begeisterung für die X-T1, doch es spiegelt meine generelle Skepsis an einem Bedienkonzept, das sich an mechanischen Analogkameras orientiert. Eine Digitalkamera ist keine Analogkamera, bietet andere Möglichkeiten – immerhin bedeutet analog das Ändern der Empfindlichkeit einen Filmwechsel – und lässt sich anders bedienen. Ich teile nicht die Ansicht, dass früher alles besser war.

Andererseits gibt es doch genügend Fotografen die diesbezüglich anders ticken als ich, von denen nicht wenige sehr viel erfahrenere Fotografen sind als ich. Ob man Kameras mit diesem ans Analoge angelehnten Bedienkoknzept bevorzugt oder wie ich jenes das in den letzten Jahren an Systemkameras dominierte ist somit am Ende auch Geschmacksache. Auch hier gilt, dass das eine nicht generell besser sein muss als das andere – es ist nur anders. Und ich finde halt Vielfalt immer besser als Einfalt. So kann jeder finden was er sucht.

Trotz meiner Vorbehalte in Sachen Bedieneffizienz ist die X-T1 eine Kamera die Spaß macht – vielleicht auch deshalb weil sie den Fotofluss etwas hemmt und somit möglicherweise ein bewussteres Fotografieren fördert. Über die Erfahrungen mit der Kamera im praktischen Einsatz werde ich in den nächsten Tagen noch berichten: Link.

Das Blog wird 6

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Mein Blog hat heute den 6. Geburtstag. Der älteste noch verfügbare Blog-Eintrag datiert vom 23. März 2006. Damals habe ich von einer reinen HTML-Website, die ich mit GoLive gestaltet hatte und die im Jahr 1997 startete – dem Jahr, in dem ich mich selbständig gemacht habe –, auf das simple Blogging-Tool RapidWeaver von RealMac umgestellt und begonnen das Web mit einem RSS-Feed zu füttern. Am 11. November 2007 bin ich dann von RapidWeaver auf WordPress umgestiegen.

Auch wenn Blogs und Feeds seit langem tot gesagt sind bin ich nach wie vor ein Fan davon und habe zahlreiche abonniert und besuche sie regelmäßig, sobald mir meine Feedreader Reeder oder Flipboard anzeigen, dass es Neuigkeiten gibt. Mir fiele keine bessere Möglichkeit ein mit Neuigkeiten versorgt zu werden, auch Twitter neben RSS-Feeds zu einem wichtigen Versorgungstool geworden ist.

Wenn ich mir meine Blog-Statistiken heute ansehe, dann fällt auf, dass die Besucherzahlen, seit ich mit der Analyse begonnen habe, weitgehend gleichgeblieben sind. Feedburner zeigt relativ kontinuierlich etwa 500 Abonnenten an, und die Zahl täglicher Besucher wird mit 200–300 ausgewiesen.

Kontinuierliche Besucherzahlen | Etwas bedauerlich, dass es keinen nennenswerten Zuwachs gibt. Allerdings bin ich mir auch bewusst, dass es im Wesentlichen meine eigene Verantwortung ist, dass das Blog kein kontinuierliches Wachstum verzeichnen konnte. Zum Einen hat sich der Inhalt über die Jahre verändert. Ging es die ersten Jahre noch vor allem um Typografie und Grafikdesign, ist in den letzen Fotografie immer wichtiger geworden. Zum Anderen gab es auch immer wieder längere Phasen, in denen ich einfach nicht die Zeit hatte das Blog zu pflegen und zu publizieren. So haben sich Inhalt und Aktualität immer wieder geändert. Positiv allerdings sollte zu bewerten sein, dass der Besucher heute doppelt so lange bleibt, als es zu Beginn der Aufzeichnungen 2008 der Fall war.

Visuelle Inspiration | 2010 habe ich interessante Fundstücke und Kurzmeldungen in ein separates Parallel-Blog mit dem Namen »Visuelle Inspiration« ausgelagert. Außerdem gibt es eine Facebook-Page auf der meine Aktivitäten hier, bei Visuelle Inspiration und bei Twitter zusammenfließen.

Wenig Diskussion | Was ich bedauere ist, dass es mir nicht gelungen ist Besucher zu Kommentaren und Diskussionen zu bewegen; nur vereinzelt wird einmal ein Post kommentiert. Etwas neidisch blicke ich da auf die bloggenden Kollegen, bei denen jeder Artikel mit einem halben dutzend und mehr Kommentaren ergänzt und erweitert wird. Ich grüble darüber nach an was es liegen konnte. Schreibe ich als Autor und Referent so Oberlehrerhaft, dass kaum jemand einen Kommentar wagt? Sind die Artikel so klar, dass es nichts zu bemängeln und zu ergänzen gibt (außer von den zwei oder drei Besuchern, die in jeder Suppe ein Haar zu finden müssen glauben)? Oder sind die Artikel so schlecht, dass kaum jemand sie eines Kommentars würdig findet. OK. An letzteres glaube ich jetzt nicht wirklich, sonst hätte ich längst zu Schreiben aufgehört. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich selbst kaum bei anderen Blogs kommentiere und mich eher darauf beschränke interessante Artikel via Facebook, Twitter und »Visuelle Inspiration« zu teilen.

Die nächsten sechs Jahre | Auch wenn ich manchmal darüber nachdenke das Bloggen einzustellen, weil es viel Zeit frisst und die Resonanz oft so gering erscheint, kann ich mir gut vorstellen, dass ich auch die nächsten sechs Jahre dran bleiben werde, denn am Ende macht mir das Schreiben Spaß. Ich ich hoffe, dass es auch ein paar Besucher gibt, denen das Lesen Spaß macht und die mit meinen Artikel etwas anfangen können.

Urheberrecht und -unrecht

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Gestern hat mich der Kommentar eines Fotografen erreicht, dessen Foto ich im Blog gezeigt habe. Er hat sich beschwert, dass ich unter meinem Namen ein Foto von ihm zeige ohne seine Erlaubnis einzuholen. In einem freundlichen Mailwechsel konnten wir die Sache gütlich klären, doch es hat mich angeregt einmal mehr über Urheberrecht im Internet nachzudenken.

Zum Einen habe ich zwar immer auf die Quelle zurück verlinkt wenn ich ein Beispiel exzellenter Arbeit präsentierte aber ich muss gestehen, dass ich zu faul war auch den Namen des Fotografen mit anzuführen. Das habe ich jetzt geändert.

Ich habe bereits mit einigen Fotografen über ihre Meinung dazu gesprochen, was sie davon halten wenn ich ihre Fotos in meinem Blog zeige. Das Feedback ging durchgehend in die Richtung, dass sie sich darüber freuen wenn ich hier ihre Fotos zeige, solange ich zu ihnen zurück verlinke.

Das ist auch meine Einstellung dazu: Ich freue mich wenn jemand meine Arbeiten herzeigt solange er mich als Urheber kenntlich macht und meine Bilder nicht kostenlos verwendet um damit sein eigenes Geschäft anzukurbeln. Das heißt, wenn ein Verlag der mit seinen Publikationen Cash macht meine Bilder verwendet um den Einkauf kostenpflichtiger Agenturbilder oder Aufträge an Fotoreporter zu umgehen, dann halte ich das nicht für legitim. Noch viel verwerflicher finde ich es, wenn Werbeagenturen und Werbegrafiker Bilder klauen. Da ist es mit einer einfachen Quellenangabe oder Namensnennung nicht getan! Wer Geld mit den Werken Anderer verdient, sollte diese auch an seinem Gewinn beteiligen. Das ist nur fair.

Beunruhigend finde ich die derzeitige Praxis von Google Bücher ohne das Einholen der Rechte zu scannen und ins Internet zu stellen. Das edle Mäntelchen, das sich der Infomonopolist da umhängt, ist doch falsche Fassade, denn Google macht mit seinen Services enorme Kohle. Autoren sollen dann pro Buch mit ein paar Euro abgespeist werden und der GoogleKrake steckt die Millionen ein? Hm. :\

Noch geht es um Bücher, die nicht mehr erhältlich sind. Aber wie soll das weiter gehen, wenn der Trend zum geilen Geiz anhält. Glaubt ihr ich schreibe noch Bücher, wenn ich damit nichts mehr verdienen kann? Glaubt ihr Irgendjemand schreibt noch Irgendeinen anspruchsvollen hochwertigen Text, wenn er davon nicht mehr leben kann?

Zurück zum Thema Bilder, denn so einfach ist das Thema mit den Blogs noch nicht abgehakt. Zwar ist die Kohle, die ich mit GoogleAdds und AmazonLinks verdiene, so wenig, dass das nix mit einer kommerziellen Nutzung zu tun hat. Aber neben dem Spaß am Bloggen sehe ich das Weblog schon auch als Marketinginstrument und hoffe, dass ich damit Promotion für meinen Namen und meine Bücher machen kann. Also ist auch mein Blog ein bisschen kommerziell. Und das gilt für viele Blogs.

Zwar müsste ich den Blog wie er jetzt ist einstellen, wenn ich für jedes Beispiel eine Erlaubnis einholen müsste, ganz zu schweigen davon, dass ich keine Lizenzgebühren für Bilder die ich zeige abgeben könnte. Die Einkünfte aus den Büchern sind gerade groß genug das Schreiben eines neuen Buches wirtschaftlich so einigermaßen zu rechtfertigen. Aber vor diesem Hintergrund kann ich doch verstehen, dass nicht alle Fotografen oder Designer erbaut sind ihre Arbeiten in fremden Umfeldern zu finden – ob mit Quellenangabe oder ohne. Überhaupt ist es legitim, dass der Schöpfer eines Werkes nicht will, dass seine Arbeit auf einem Blog oder einer Site erscheint von der er nie etwas erfährt.

Natürlich unterstützt die Verbreitung von Arbeiten Kreativer in Blogs, auf Sites und in Communitys die Reputation ihrer Schöpfer. Das ist meine Sichtweise und die Sichtweise Vieler die ich kenne. Aber es ist auch legitim es anders zu sehen.

Wer ein Werk schafft hat in meinen Augen auch das Recht zu bestimmen was damit geschieht und was nicht damit geschehen darf. Die Mentalität Vieler zu glauben, sie hätten EIN RECHT auf Alles was andere im Schweiße ihres Angesichts erarbeiten und erschaffen und das Recht es sich auch so zu nehmen, wenn Sie den dafür verlangten Preis nicht bezahlen wollen, nicht können oder für zu hoch erachten, finde ich gelinde gesagt zum Kotzen. Schade, dass diese Mentalität längst zum Mainstream geworden ist und nur die wenigsten Leute ein Problem damit haben sich einfach zu nehmen, wonach ihnen gelüstet.

Ich will hier nicht als Ritter der Rechte ausbeuterischer Industrien auftreten. Wenn eine gierige Musikindustrie gewöhnliche Hausfrauen und Mütter zu Millionenklagen verdonnert und ihr Leben ruiniert, weil sich auf ihrer Festplatte ein paar illegal erworbene Musikstücke gefunden hat, dann ist das mehr zum Kotzen als man jemals essen kann – eine Industrie, die keine Skrupel hat mit minderwertiger Massenware die Taschengeldbörsen Minderjähriger zu plündern. Aber nur weil sich da eine Industrie und einige Multis auf übelste daneben benehmen, rechtfertigt das nicht, dass wir – du und ich – uns einfach überall bedienen dürfen und einfach nehmen wonach uns ist.

Ein kleiner Fotograf ist kein Plattenmulti. Ein kleine Softwareschmiede mit einer sauberen Shareware ist kein Adobe, kein Microsoft, kein Apple. Und ein Schriftdesigner schafft seine Schriften in der Regel aus einer Leidenschaft die finanziell nie vergolten wird.

Das sind nur so ein paar Gedanken zum Urheberrecht und ein Aufruf dazu, dass wir alle darüber nachdenken dürfen, wo die Produkte die uns Freude machen oder uns helfen einen Job zu erledigen her kommen, wer sie gemacht hat, was er dafür aufgewendet hat und, dass er wahrscheinlich auch davon leben können möchte.