Schlagwort-Archive: Bildbearbeitung

Photoshop-CC2015-Workshop-Buch ist da

Am Dienstag habe auch ich Belegexemplare meines neuen Photoshop-Workshop-Buches erhalten, meines sechsten Buches über Photoshop. Einmal mehr und mehr denn je habe ich das Werk auch in der neuen Auflage wieder komplett überarbeitet. Dabei sind auch Beschreibungen eingeflossen die im Rahmen meiner Kamera-Bücher und der Entwicklung von »Die kreative Fotoschule« entstanden sind. Besonders die Beschreibungen von Farbtiefe und der Lichter/Schatten-Korrektur am RAW-Bild scheint Redakteuren des Falke Media Verlags offensichtlich so gut zu gefallen, dass sie sie zum zweiten Mal für eines ihrer Fotohefte herangezogen haben – freut mich.

FotoFM1

FotoFM2

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des Verlags. Affiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Ein kompakter Überblick über Capture One

Seit Monaten trage ich die Idee mit mir herum einen Screencast zu Capture One aufzunehmen. Doch so einen Workshop vorzubereiten und aufzunehmen bedeutet viel Arbeit und braucht Zeit die ich im Moment nicht frei zur Verfügung habe. Neben zahlreichen Tagesseminaren habe ich ein Buch über Affinity Photo in Vorbereitung – da müssen Projekte die mehr oder weniger non-profit sind hinten anstehen.

Obwohl ich an der Statistik meines Blogs sehe, dass das Interesse an C1 groß ist – ein einziger Capture-One-Beitrag führt beinahe jeden Tag die Liste der Zugriffe auf Themen des Blogs an – blieb es aus beschriebenem Zeitmangen bislang bei der Idee. Ein Tweet von Boris (@bnSonic) Nienke von happyshooting.de über erste Eindrücke zu Phase Ones Digital-Darkroom-Software veranlasste mich nun heute Morgen zu der Entscheidung, mir spontan ein paar Stunden frei zu nehmen und einen improvisierten Workshop aufzunehmen.

So spontan mich die Entscheidung überfallen hat so unvorbereitet bin ich den Workshop angegangen, habe einfach mein Headset eingestöpselt und nach vier Fehlstarts ging es dann frei Schnauze und ohne Plan munter drauf los. Ich hoffe, dass dabei trotzdem etwas raus gekommen ist das euch einen Eindruck von dem Programm zu vermitteln vermag und vielleicht dem Einen oder der Anderen einen guten Einstieg in Capture One und eventuell einen Umstieg von Lightroom ermöglicht.

Photoshop CC 2015, Kapitel 13: Farbmanagement und Automatisierung

Im letzten Kapitel meines Photoshop-CC-2015-Buches möchte ich mich noch dem Thema Farbmanagement, Farbkonvertierung, Drucken und Automatisierung zuwenden. Dieses Kapitel bildet zusammen mit dem 2. wichtige technische Rahmenbedingungen bei der Bildbearbeitung ab und flankiert den kreativen Teil der Entwicklung und Gestaltung die in den Kapiteln 3 bis 12 beschrieben sind.

Das Kapitel beginnt mit einem achtseitigen Exkurs über Farbmanagement, erklärt wie man in Photoshop einen Softproof einrichtet, wie Bilder korrekt in andere Farbräume konvertiert werden, was beim Drucken auf dem eigenen Fotodrucker zu beachten ist, wie sich Arbeitsschritte automatisieren lassen, wie man Aktionen über eine sogenannte Stapelverarbeitung auf zahlreiche Bilder anwenden kann und wie man alle Bilder in einem Ordner kleinerrechnen kann.

Abgerundet wird das Buch am Ende mit einem sehr umfangreichen Index, mit dem ich mich bei dieser Auflage besondere Mühe gegeben habe um sicherzustellen, dass der Leser eine gesuchte Funktion oder Arbeitsmethode möglichst schnell und sicher finden kann.

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des Verlags. Affiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Lightroom oder Photoshop?

Leser Frank sandte mir eine Mail mit einer Frage die wohl viele Leser beschäftigen dürfte, die den Schritt von der reinen Bildaufnahme und -verwaltung zur aktiven Bildentwicklung in der digitalen Dunkelkammer vor sich bzw. gerade hinter sich haben: Lightroom oder Photoshop? So lautet sie vereinfacht ausgedrückt.

Kein Foto ohne Entwicklung

Zunächst einmal muss man wissen, dass jedes Bild das eine digitale Kamera aufnimmt entwickelt werden muss. Das ist nicht anders als beim analogen Fotonegativfilm: Der rohe, zwar belichtete aber noch nicht entwickelte Film, zeigt zunächst gar nichts. Erst nach der Entwicklung und Belichtung auf einen Papierabzug können wir ein Bild herzeigen.

Genauso wenig, wie mit einem nicht entwickelten Film, können wir mit den Daten die ein digitaler Aufnahmesensor speichert etwas anfangen. Auch diese müssen erst entwickelt werden damit sich ein für uns sinnvolles Bild ergibt.

Fotografiert man im JPEG-Format werden die Rohdaten von der Software der Kamera entwickelt, wobei aus reinen Rot-, Grün und Blauinformationen die tatsächlichen Farben berechnet werden, geschärft, entrauscht und der Weißabgleich eingerechnet wird – und einiges mehr. Eine Digitalkamera im JPEG-Format ist im Grunde das elektronische Gegenstück zur Sofortbildkamera der analogen  Ära.

RAWs müssen erst entwickelt werden

Fotografiert man im RAW-Format entwickelt die Kameraelektronik zwar auch eine Vorschau im JPEG-Format, allerdings nur damit sich die Aufnahmen am Kameradisplay anzeigen lassen. Die richtige Entwicklung muss dann am Computer passieren.

Bildentwicklungsprogramme bzw. RAW-Konverter

Photoshop und andere Bildbearbeitungsprogramme können RAW-Bilder nicht öffnen, sondern benötigen eine JPEG-, TIFF- oder PSD-Datei zur Bearbeitung (oder ein vergleichbares Format). Photoshop wird deshalb mit dem Zusatzprogramm Adobe Camera Raw ausgeliefert. Adobe Camera Raw ist kein Bildbearbeitungsprogramm im herkömmlichen Sinn sondern vielmehr ein Entwicklungsprogramm für RAW-Daten (es können damit zwar auch JPEG-Bilder eingestellt werden aber nicht mit den Möglichkeiten des RAW-Formats).

Im RAW-Entwicklungsprogramm werden Einstellungen vorgenommen, wie sie beim Fotografieren im JPEG-Format von der Software der Kamera in der Kamera vonstatten gehen, also z.B. Weißabgleich, Belichtungskorrektur, Farbanpassungen, Lichter- und Schattenkorrekturen, Korrektur optischer Fehler, Rauschreduzierung, Schärfung, etc.

Manche dieser Einstellungen lassen sich bei einem JPEG auch nachträglich in der Bildbearbeitung kaum minder gut einstellen, doch viele bei weitem nicht mit den Möglichkeiten die der Fotograf im Entwicklungsprogramm vorfindet. Vor allem Belichtungskorrekturen und Weißabgleich lassen sich in der Bildbearbeitung oft kaum mehr korrigieren, wenn sie bei der Bildentwicklung falsch eingestellt waren. Die individuelle Entwicklung von RAW-Daten bietet die Möglichkeit Lichtsituationen zu meistern, die man im JPEG-Format mit Einstellungen an der Kamera unmöglich in den Griff bekommt.

RAW-Entwicklungsprogramme bieten also alle grundlegenden Einstellungen die der Fotograf zur Bildentwicklung benötigt, bis hin zu einfachen Bildbearbeitungskorrekturen, wie zum Beispiel der Retusche von Staub oder Hautunreinheiten. Letzteres ist allerdings in Entwicklungsprogrammen eher eine Me-too-Funktion die es dem Fotografen ermöglichen soll, nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Bildbearbeitung wechseln zu müssen.

Entwiklungs-Bearbeitungs-Workflow

Die Aufteilung der Aufgaben zwischen Bildentwicklung und Bildbearbeitung sieht in der Regel so aus: RAW-Bilder werden in den RAW-Konverter importiert oder im Falle von Photoshops Adobe Camera Raw damit geöffnet. Hier werden dann alle wesentlichen Einstellungen der Bildentwicklung, wie Weißabgleich, Helligkeit, Kontrast, Farbeinstellungen und Rauschreduzierung vorgenommen. Die allermeisten Aufnahmen lassen sich damit komplett abschließen und verlangen nicht an ein Programm zur weiteren Bearbeitung übergeben zu werden (was allerdings auch ein Bisschen Geschmacksache ist).

Arbeitet man mit Adobe Camera Raw und Photoshop wird in ACR nach der Entwicklung auf »Bild öffnen« geklickt. ACR übergibt das Bild in Photoshop wo weitere Bearbeitungen vorgenommen werden können oder das Bild einfach im JPEG-, TIFF- oder PSD-Format gespeichert wird.

Sind Aufgaben wie ausgefeilte Retuschen, Bildmontagen, selektive Bildmanipulationen etc. erforderlich oder soll beispielsweise Text integriert werden kommen Bildbearbeitungsprogramme zum Einsatz, in der Regel der unangefochtene Platzhirsch Photoshop. Arbeitet man mit Lightroom muss dazu eine Datei im JPEG-, TIFF- oder PSD-Format exportiert werden, verwendet man eine Funktion wie »öffnen mit« geschieht das automatisch im Hintergrund.

RAW-Bilder werden nie überschrieben

Photoshop ist nicht in der Lage RAW-Dateien zu öffnen und auch nicht sie zu speichern (jedenfalls kein echtes RAW wie es von der Kamera kommt). Stattdessen muss immer im JPEG-, TIFF- oder PSD-Format gespeichert werden. Eine RAW-Datei wird nie geändert oder überschrieben (wenn man von der Änderung von Metadaten absieht).

Nicht jeder Fotograf benötigt ein Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop. Tatsächlich werden die meisten Gelegenheits-, Hobby- und Amateurfotografen mit einem Programm zur RAW-Entwicklung auskommen. Ein solches empfehle ich sogar unbedingt, denn die meisten bieten nicht nur die Möglichkeiten RAW-Bilder zu entwickeln, sondern auch mehr oder weniger ausgefeilte Verwaltungsfunktionen bis hin zum Export von Websites, Alben und zur Wiedergabe von Diashows.

Bildverwaltung

Lightroom ist im Grunde eine etwas schicker gestaltete Synthese aus Adobe Camera Raw und Adobes Datenbrowser Bridge. Ich bin zwar selbst kein Freund dieses Programms –primär weil ich die Benutzeroberfläche und Bedienung nicht mag –, empfehle es aber dennoch als erste Wahl, und zwar weil es billiger ist als manch andere Lösung und vor allem weil es zu keinem anderen Programm mehr Ressourcen in Form von Literatur, Tutorials und Lernvideos gibt.

Ob man die Befürchtung hegt und damit leben kann, dass es auch dieses Adobe-Programm eines Tages nur mehr in einer Mietversion gibt, muss jeder für sich selbst beantworten – für mich ein zusätzlicher, wenn auch nicht ausschließlicher Grund, von dem Programm Abstand zu nehmen.

Lightroom-Workflow

Mit einem Programm wie Lightroom sieht der Workflow so aus, dass Aufnahmen zunächst in eine Datenbank importiert werden. Beim bzw. nach dem Import geschieht automatisch eine Standardentwicklung der Rohdaten. Diese ist der Entwicklung in der Kamera nicht unähnlich, fällt aber zumeist moderater aus, weshalb viele Fotografen den Eindruck haben JPEGs würden von vornherein besser aussehen als RAW-Bilder (die Kameras puschen die Bilder nur intensiver). Der Fotograf kann die Bilder nun so lassen wie sie von Lightroom interpretiert werden oder sie individuell einstellen. Er kann sogar eigene Rezepte schreiben die sich dann für zukünftige Importe automatisch als individueller Standard anwenden lassen.

Lightroom stellt zunächst einmal eine auf die Bedürfnisse von Fotografen angepassten Oberfläche zur Verwaltung umfangreicher Bildbestände zur Verfügung. Einstellungen die der Fotograf vornimmt werden in einer Datenbank gespeichert und auf deren Basis werden Vorschaubilder generiert die ebenfalls in der Datenbank gespeichert werden. Sie dienen dazu, dem Fotografen ein schnelles browsen in seinen Bildbestände zu ermöglichen. Ohne sie müsste bei jeder Darstellung des Bildes eine neue Vorschau aus dem RAW berechnet werden, was die Arbeit mit Bildbeständen zäh werden ließe.

Die RAW-Datei muss dabei unbedingt erhalten und für Lightroom verfügbar bleiben um auch für zukünftige Bearbeitungen das Rohdatenmaterial in vollem Umfang zur Verfügung zu haben.

Soll ein Bild im Internet veröffentlicht, an Freunde versandt, für ein Album verwendet oder ein Fotoabzug in Auftrag gegeben werden, ist eine Datei im TIFF-, PSD- oder JPEG-Format zu exportieren, in aller Regel letzteres. Die RAW-Datei fungiert dabei als Original und die exportierte Datei als Abzug.

Welche Produkte?

Nun habe ich in der Überschrift und bisher im Artikel beinahe ausschließlich von Adobe-Produkten gesprochen, weil diese am bekanntesten und weitesten verbreitet sind.

Alternative RAW-Konverter

Ich bin wie gesagt kein Freund von Adobes Lightroom und zwar in erster Linie deshalb, weil die Oberfläche absolut restriktiv gestaltet wurde und mir keine Möglichkeit bietet sie an meine Bedürfnisse anzupassen (wenn man davon absieht, dass man die Kopfleiste mit einem eigenen Logo versehen kann).  Verschärfend kommt hinzu, dass es viel zu wenige Tastaturkürzel gibt und keine Möglichkeit eigene zu definieren.

Capture One Pro 8

Meine Wahl fiel nach dem Aus von Apples Raw-Konverter Aperture auf die dänische Software Capture One Pro. Dieses Programm liefert die in meinen Augen die beste Bildqualität aller Entwicklungstools. Dabei ist mir allerdings wichtig zu betonen, dass besser im Vergleich zu Adobes RAW-Konvertern »besser als hervorragend« bedeutet. Außerdem gibt es viele Experten diese Meinung nicht ganz teilen – schließlich arbeitet der Großteil professioneller Fotografen mit Lightroom. Hier muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Tatsächlich leisten wohl die bekannten RAW-Entwicklungswerkzeuge durchaus vergleichbare Qualität und was man am Ende tatsächlich als besser empfindet wird auch Geschmacksache sein. Ausschlaggebend für die Wahl einer bestimmten Software sollte eher die Bedienung und die zur Verfügung gestellten Funktionen sein – Funktionen die über die Grundeinstellungen die von einem RAW-Konverter hinaus gehen.

Meine Wahl fiel vor allem deshalb auf Capture One, weil es mir die Möglichkeit bietet die Benutzung exakt auf meine Bedürfnisse abzustimmen. So kann ich eigene Arbeitsbereiche definieren für die ich genau die Paletten auswähle die ich dafür brauche und sie dort positioniere wo sie für mich am meisten Sinn ergeben.

Darüber hinaus kann ich bei Capture One Tastaturbefehle individualisieren. So habe ich die Grundeinstellungen soweit angepasst, dass ich alle wichtigen Funktionen mit einer einzigen Taste aufrufen kann (also ohne Fingerverrenkungen wie CMD+Alt+X). Auch Anpassungen wie Belichtung, Kontrast, Farbsättigung, Drehen, etc. können über Tastaturbefehl laufen, wovon ich ausgiebig Gebrauch mache. Das macht die Bearbeitung hunderter Bilder deutlich effizienter als für jeden Handgriff zur Maus greifen zu müssen und erlaubt auch ein körperschonenderes Arbeiten.

Seit der Version 8 bietet Capture One außerdem eine Verwaltungsumgebung die es mit Lightroom aufnehmen kann, was davor nicht der Fall war.

Weitere Alternativen

Neben Lightroom und Capture One habe ich auch mit DxO Optics ausgiebig gearbeitet, kann diesem Programm durchaus einiges abgewinnen, finde aber die Bedienung nicht viel glücklicher als bei Lightroom und vermisse darüber hinaus eine effiziente Verwaltung großer Bildbestände, wie sie Lightroom bietet und ich sie an Capture One schätze. Alle drei Programme sind als Demoversion verfügbar und lassen sich ohne Einschränkungen einen Monat testen, so dass sich jeder einen Eindruck verschaffen kann, welches ihm am besten zusagt.

Für Freunde von OpenSource-Software gibt es darüber hinaus RawTherapee. Kurze Blicke habe ich außerdem auf ACDSee (Mac/Win) und Corels AfterShot geworfen, allerdings ohne mich besonders dafür begeistern zu können. Doch auch diese Produkte sind als Demos verfügbar, so dass man sich einen eigenen Einruck verschaffen kann.

Bildbearbeitungsprogramme

Bildbearbeitungsprogramme sind wie gesagt erst erforderlich, wenn es um ausgefeilte Retusche, Freisteller, Bildmontagen und -collagen, Integration von Text usw. geht. Unangefochtener König dieser Disziplin ist Adobe Photoshop das für Fotografen zusammen mit Lightroom für 12 Euro im Monat zu mieten ist, womit man diese Kombination durchaus als Schnäppchen bezeichnen kann.

Allerdings sollte der Preis alleine nicht ausschließlich über die Wahl einer Software entscheiden, genauso wenig wie ein ernstzunehmender Fotograf sich ausschließlich wegen des Preises für ein Kamerasystem entscheiden sollte. Da ich ein Adobe-Creative-Suite-Abo habe wäre für mich Lightroom beispielsweise ohne Zusatzkosten verfügbar, trotzdem habe ich mich für das über 200 Euro teure Capture One entschieden.

Nicht jeder braucht »Photoshop«

Die meisten Gelegenheits-, Hobby- und Amateurfotografen werden wohl wie gesagt mit einem Entwicklungsprogramm wie Lightroom oder Capture One auskommen. Man darf nicht vergessen, dass man in ein Bildbearbeitungsprogramm nicht nur ein paar Euro investieren muss, sondern vor allem viel Zeit es zu erlernen und zu beherrschen. Es ist also durchaus eine Überlegung wert sich zunächst auf ein Entwicklungsprogramm zu konzentrieren und erst wenn man dies souverän beherrscht und/oder damit an die Grenzen stößt über ein zusätzliches Programm zur Bildbearbeitung nachzudenken.

Dabei muss man sich nicht zwangsläufig für Photoshop entscheiden. Photoshop ist ein Moloch der für alle die irgendwie mit Bildbearbeitung zu tun haben alles bieten möchte – bis hin zur Bearbeitung laufender Bilder und zum generieren von einfachen 3-D-Bildern. Entsprechend komplex ist die Bedienung.

Photoshop-Alternativen

Eine Alternative die von Adobe selbst für Mac und Windows angeboten wird ist Photoshop Elements – ein abgespecktes Photoshop, das für das Gros der Anwender bieten dürfte, was sie brauchen.

Am Mac hat seit längerer Zeit Pixelmator seine Freunde und aus England schickt sich Affinity Photo an zur ernstzunehmenden Konkurrenz für Photoshop zu werden (mein Bericht, Link zur Seite des Softwareherstellers). Während Pixelmater wohl weiterhin nur für den Mac verfügbar ist, ist mit einer Windows-Version von Affinity Photo im nächsten Jahr zu rechen.

Auch zur Bildbearbeitung gibt es ein OpenSource-Projekt und damit eine kostenlose Software mit dem Namen Gimp, die sowohl für Mac als auch Windows verfügbar ist, zahlreiche Freunde haben dürfte und für die auch einiges an Literatur und Tutorials zu finden ist.

Für Windows-User wird das Angebot an Alternativen wohl noch viel größer sein, als am Mac, allerdings fehlt mir als Mac-Anwender ein entsprechender Überblick.

Frank fragte außerdem, um auf sein Mail zurück zu kommen, ob es nicht sinnvoll sei für Entwicklung und Bearbeitung bei der Software eines Herstellers zu bleiben. Da allerdings die Entwicklung ein abgeschlossener Prozess ist und RAW-Bilder immer in Form eines JPEG-, TIFF- oder PSD-Abzugs an die Bildbearbeitung übergeben werden müssen, ist es völlig egal ob die beiden dafür verwendeten Programme aus dem selben oder zwei verschiedenen Häusern kommen.

So könnte man beispielsweise mit Lightroom Bilder entwickeln und verwalten und für Retuschen auf Affinity Photo zurückgreifen, so wie ich Bilder in Capture One entwickle und in der Regel Photohop zur Bearbeitung verwende. Aufgrund dessen, dass es derzeit aber kein Programm gibt, das so viele und über Jahre gereifte Funktionen bietet wie Photoshop ist es wohl naheliegend für die Bearbeitung Photoshop zu wählen, wenn man sich auf ein Lightroom-Abo eingelassen hat – 12 Euro Monatsmiete für das Bundle dürfte bis auf weiteres wohl unschlagbar sein.

Alles klar?

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel etwas Licht in die Frage welche Programme man wofür braucht bringen konnte. Falls es weitere Fragen zu dem Thema gibt sendet mir bitte eine Mail oder schreibt einen Kommentar.

Ist Affinity Photo die Photoshop-Alternative?

Definitiv: Ja. Allerdings wohl noch nicht für jeden.

Affinity von Serif

Affinity ist nicht etwa wie man annehmen möchte eine Firma, sondern eher eine Art Produktschiene die sich anschickt einem Produktpaket aus dem Hause Adobe Konkurrenz zu machen. Dahinter steckt das Britische Software-Unternehmen Serif mit Sitz in Nottingham und 190 Mitarbeitern, das wohl schon seit längerem grafische Software für Anwender abseits der professionellen Grafikbranche entwickelt. Offensichtlich hat man mit der Abwendung Adobes vom Softwareverkauf und deren Wechsel von der Creative Suite zur Creative Cloud erkannt, dass am Markt Bedarf an einer Alternative besteht. Laut eigenen Angaben wurde in den letzten fünf Jahren an dieser Alternative gearbeitet.

Affinity statt Creative Suite Standard Collection

Als Zielgruppe dürfen sich Alle angesprochen fühlen die früher mit der Adobe Creative Suite Standard arbeiteten die die Produkte InDesign, Photoshop und Illustrator umfasste, bzw. alle die mit diesen Produkten ihr Auslangen finden.

Bereits im Oktober 2014 veröffentlichte Serif das aufsehenerregende Vektorprogramm Affinity Designer als Alternative zu Adobes Illustrator. Im Juli dieses Jahres folgte die offizielle Veröffentlichung von Affinity Photo.

Kaufen statt mieten

Augenfälligster Unterschied zu den Produkten Adobes: Affinity Photo und Designer werden nach einem klassischen Modell verkauft und nicht in Form eines Abomodells vermietet. Der Preis liegt dabei mit knapp 50 Euro pro Software weit unter dem was die Creative-Suite-Produkte früher kosteten. Bezogen werden kann die Software über den Mac App Store.

Wo bleibt Windows?

Derzeit gibt es nur Mac-Versionen. Ich nehme einmal an, dass die Eroberung des Marktes über eine Plattform etwas ressourcenschonender ausfallen dürfte und da die Zielgruppe, vor allem der professionelle Anteil, eher auf dem Mac zuhause ist, lag dieses Betriebssystem wohl näher. Hinzu kommt, dass man Mac-Usern nicht ganz unbegründet nachsagt, sie hätten Vorurteile gegenüber Windows – nicht wenige, die Produkte aus der Windows-Welt kaum mit der Kneifzange angreifen würden. Ein neues Produkt aber speziell und nur für den Mac? Super! Endlich sind wir wieder einmal exklusiv und elitär.

Serif allerdings scheint mir soweit ich es sehe eher in der Windows-Welt verwurzelt und deshalb ging ich von Anfang an davon aus, dass eine Windows-Version nur eine Frage der Zeit ist. Soweit man hört scheint sie tatsächlich bereits in Arbeit und man darf wohl mit einer Veröffentlichung im Laufe des nächsten Jahres rechnen. Ist auch richtig und wichtig, denn um sich wirklich auf dem Markt etablieren zu können müssen mindestens diese beiden Plattformen bedient werden – glaube ich zumindest.

Designer und Photo folgt Publisher

In Bälde soll dem Paket aus Photoshop- (Affinity Photo) und Illustrator-Alternative (Affinity Designer) noch eine InDesign-Alternative (Affinity Publisher) folgen. Nach dem was ich bereits von Affinity Designer und Photo gesehen habe bin ich sehr gespannt auf das Produkt. Vorab aber schon einmal für alle die sich jetzt fragen ob man damit InDesign-Dokumente wird öffnen können: Soweit in den Foren zu lesen ist würde sich das extrem schwierig gestalten und eine entsprechendes Feature ist bislang nicht geplant.

Sehr positiver Ersteindruck

Zurück aber zu Affinity Photo und zur Frage in wie Fern das Programm eine ernstzunehmende Alternative zu Photoshop ist.

Meinereiner platzierte eine üble Erkältung exakt zwischen Heimkehr aus dem Urlaub und Beginn meiner ersten Unterrichtseinheiten nach der Sommerpause und nutzte die Zeit im Krankenbett sich das ganze Tutorial-Material zu den Affinity-Produkten rein zu ziehen. Verdammt viel Material und vor allem zu Affinity Photo bedingungslos professionell aufbereitet, mit einem der besten Trainer dem ich bislang lauschte.

Nachdem ich nun wieder halbwegs auf den Beinen bin habe ich gleich die Probe aufs Exempel gemacht und ein paar zentrale Beispiele aus meinem neuen Photoshop-Buch mit Affinity Photo durchgespielt.

Arbeiten wie gewohnt

Das schöne am Programm ist, dass es extrem nah an Photoshop angelehnt ist, bis hin zu vielen Shortcuts. Wer Photoshop beherrscht fühlt sich in Affinity Photo rasch zuhause. Es gibt natürlich Dinge die anders gestaltet sind und über die man stolpert wenn man versucht es auf die von Photoshop gewohnte Weise zu machen. Unterm Strich jedoch: Erfahrungen aus Photoshop müssen nicht über Bord geworfen sondern können einfach mitgenommen werden.

Affinity Photo läuft very fast and smooth, allerdings würde ich diesbezüglich auch über Photoshop nicht klagen. Anders als bei Photoshop erscheint das User-Interface wie aus einem Guss. Die RAW-Entwicklungsumgebung ist kein separates Programm wie Adobe Camera Raw sondern sehr schön als sogenannte »Develop Persona« angelegt. In wie Fern die Qualität der RAW-Entwicklung mit jener von ACR mithalten kann kann ich zum Zeitpunkt nicht beurteilen, doch da ich meine RAWs in der Regel ohnehin in Capture One entwickle ist das für mich auch keine wirklich relevante Frage.

Neben der zentralen »Photo Persona« und der »Develop Persona« findet der Anwender noch eine »Liquify Persona« (praktisch identisch mit dem Filter »Verflüssigen« in Photoshop) und eine »Export Persona« (am ehesten mit »Für Web speichern« zu vergleichen).

Wo Affinity Photo glänzt ist bei der Retusche und beim Einsatz von Filtern: In Affinity Photo lassen sich Filter wie Einstellungsebenen in Photoshop anwenden. Eine vergleichbare Arbeitsweise ist in Photoshop zwar mit Hilfe von Smartobjects möglich aber Affinity Photos Ansatz scheint mir intuitiver und effizienter.

Smarte Objekte an sich gibt es bislang keine, was in meinen Augen zu verschmerzen ist, laut Aussagen in den Foren wird aber an etwas gearbeitet das besser sein soll.

Noch nicht auf Augenhöhe mit Photoshop befindet sich Affinity Photo wenn es um High-end-Farb- und Tonwerteinstellungen geht. Tonwertkorrekturen und Gradationskurven beinhalten keine Weisspunkt-, Schwarzpunkt- und Mitteltöne-Pipette (wobei ich in erster Linie letztere vermisse), ich habe keinen Shortcut für Unter- und Überbelichtungswarnung beim Einrichten von Schwarz- und Weißpunkt gefunden, die Histogramm-Palette kann Helligkeits- und Farbkanäle nicht nebeneinander darstellen, Kanäle lassen sich in Tonwertkorrektur und Kurven nicht per Shortcut auswählen, eine Pipette für Messpunkte habe ich vergeblich gesucht und »Schatten/Lichter« muss man im Vergleich zu Photoshops »Tiefen/Lichtern« als Witz bezeichnen.

Wer jetzt keine Ahnung hat was das Alles bedeutet, was ich im vorangegangenen Absatz als vermisst angekreidet habe, wird es wohl nicht brauchen und nicht vermissen. Ich schätze 90–95% der Anwender dürften problemlos ohne diese Features leben können. High-end-Bildbearbeiter hingegen werden sie so wichtig sein, dass ein Umstieg auf Affinity Photo zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher nicht in Frage kommt.

Serif sollte sich anstrengen hier rasch nachzubessern, denn ein Urteil der Experten im Sinne von, »nett, aber für den professionellen Einsatz nicht zu gebrauchen«, wird wohl auch jene vom Programm Abstand nehmen lassen, die keine Ahnung haben wie sie diese Profifunktionen überhaupt einsetzen könnten. Und ist der Ruf erst einmal ruiniert …

Fazit

Affinity Photo ist aktuell sicher die preiswerte Alternative zu Photoshop für alle die Bildbearbeitung auf vergleichbarem Niveau betreiben aber kein Abo abschließen wollen, am Mac arbeiten und auf die Feinheiten der High-end-Farb- und Tonwertkorretur verzichten können. Dabei erspart die Software dem Anwender viele Me-too-, Spezial- und Firlefanz-Funktionen mir der Photoshop über die Jahre belastet wurde. Einen Blick wert ist das Programm allemal und von mir aus eine klare Empfehlung.

PS: Eine Ausrede Photoshop zu klauen, weil man die Kohle dafür nicht abdrücken möchte, gibt es nun zumindest am Mac auch nicht mehr.

Nachtrag: Ich habe mittlerweile einen ersten Screencast über Affinity Photo aufgenommen. Weitere sollen folgen.

Photoshop CC 2015, Kapitel 10: Malen, färben und kolorieren

Dieser Tage ist mein sechstes Workshohp-Buch über Adobe Photoshop in die Druckerei gegangen und in etwas mehr als zwei Wochen sollte es ausgeliefert werden und in den Regalen der Buchhandlungen stehen. Im zehnten Kapitel geht es ums Malen, Färben und Kolorieren.

Farbe ist grundlegend für Gestaltung. Photoshop bietet zahlreiche Möglichkeiten, Farbe einzustellen, aufzutragen, zu manipulieren und zu verändern. Dabei spielen nicht nur die Werkzeuge eine Rolle, mit denen Sie malen und Farben ändern, sondern auch Einstellungsebenen und Korrekturen-Dialoge helfen Ihnen, Ihren Bildern die Farbe zu geben, die Ihnen vorschwebt.

Beispiel_10-1 Beispiel_10-1-fertig
Das Ändern des Farbtons einer besonders gleichmäßig gefärbten Fläche ist meist eine recht einfache und dankbare Angelegenheit.
Beispiel_10-2 Beispiel_10-2-fertig
Aus Gelb mach Rot. Die Aufgabe ist an sich identisch mit jener im 1. Workshop, nur die Auswahl lässt sich nicht per »Knopfdruck« erstellen.
Beispiel_10-3
Beispiel_10-3-fertig
In diesem Workshop zeige ich wie man die Farben zweier Flächen selektiv und rasch ändern kann.
Beispiel_10-4
Beispiel_10-4_fertig
Mit dem Nachbelichter-Werkzeug lassen sich Bildbereiche abdunkeln. Hier habe ich es eingesetzt um den Hintergrund sehr schnell ganz Schwarz zu bekommen.
Beispiel_10-5
Beispiel_10-5_fertig
Dieser Workshop ist das Gegenstück zum vorangegangenen.
Beispiel_10-6
Beispiel_10-9-fertig
Zur Entwicklung eines Schwarzweißbildes einfach den Modus von Farbe auf Graustufen zu stellen ist zwar Gang und Gäbe, macht aber leider keine schönen Bilder. Im 6. Workshop des 10. Kapitels zeige ich bessere Alternativen.
Beispiel_10-7
Beispiel_10-7-fertig
Diesen Effekt hier bezeichnet man als Colorkey. Bei Fotografen die etwas auf sich halten ist er »sowas von verpönt«. Ich persönlich finde, »es kommt drauf an was man draus macht«. Wer sich einer Technik verweigert nur weil sie gerade nicht besonders »in« ist schränkt nur seine kreativen Möglichkeiten unnötig ein.
Beispiel_10-8
Beispiel_10-8-fertig
Ich hatte vor wenigen Jahren meine »Ein Hauch von Farbe«-Phase. Glücklicherweise ist sie wieder vorbei gegangen. Wobei auch dafür gilt: Es kommt drauf an was man draus macht!
Beispiel_10-9
Beispiel_10-9_fertig
Nicht meiner, nein. Nur die Methode wie aus dem Farbbild ein Zweitonbild wird ist von mir.
Beispiel_10-10
Beispiel_10-1_fertig
Auch wenn es in diesem Workshop um Malen geht ist er nicht nur für Illustratoren interessant. Die Techniken die ich darin zeige können bei vielen Aufgaben Anwendung finden.
Beispiel_10-11 Beispiel_10-11_fertig
Beim vorletzten Workshop des 10. Kapitels raube ich einer Aufnahme die Farbe und koloriere danach die Tattoos von Hand. Die Technik dahinter lässt sich bei allem einsetzen was umgefärbt werden soll.
Beispiel_10-12 Beispiel_10-12-fertig
Zum Abschluss noch einmal ein Workshop der eine alternative Arbeitstechnik demonstriert. Während ich beim 11. Workshop »destruktiv« arbeitete, bin ich hier »nicht-destruktiv« vorgegangen.

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des VerlagsAffiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Photoshop CC 2015, Kapitel 9: Montage und Collage

Bildbearbeitung macht heute alles möglich. Zwar nicht so einfach und mühe­los, nicht so perfekt und nicht völlig ohne jegliche Einschränkungen, wie es uns manchmal Fernsehen und Kino glauben lassen wollen, doch die Grenzen stecken weniger die technischen Möglichkeiten als der verfügbare Zeitrahmen, das Budget und das Know-how des Anwenders. In diesem ­Kapitel meines sechsten Photoshop-Workshop-Buches möchte ich das Know-how des Lesers über Bildmontage ausweiten, nachdem er im 8. einiges über das Freistellen erfahren hat.

Beispiel_9-1b
Beispiel_9-1a
Beispiel_9-1a-fertig
Ebenen ineinander überlaufen zu lassen, ist ein Effekt der zwar uralt ist aber noch immer cool aussehen kann. Im ersten Workshop des 9. Kapitels zeige ich wie simpel sich zwei Bilder mit Hilfe von Ebenenmasken zu einem Composing vereinen lassen.
Beispiel_9-2b
Beispiel_9-2a
Beispiel_9-5a-fertig
Zu Präsentations- und Werbezwecken werden häufig Screenshots und Fotos auf Bildschirme der Aufnahmen von Fernsehern, Computermonitoren und Tablet-PCs montiert. Im zweiten Workshop zeige ich wie so eine Montage vor sich geht.
Beispiel_9-3b
Beispiel_9-3a
Beispiel_9-3a-fertig
Der dritte Workshop greift die Aufgabenstellung des vorangegangenen auf, nur dass ich statt eines Bildes einen Text montiere und statt frei transformieren den Fluchtpunkt-Filter nutze.
Beispiel_9-4
Beispiel_9-4-fertig
Produkte und Objekte, die sich auf der Grundfläche spiegeln, kennen wir seit Jahren. Auch wenn der Effekt somit längst nicht mehr taufrisch und neu ist, bleibt er dennoch irgendwie interessant. Seine Stärke liegt darin, dass er, wie ein Schatten auch, eine Beziehung zwischen freigestelltem Objekt und Grundfläche, auf der es steht, herstellt.
Beispiel_9-5
Beispiel_9-3-fertig
Für die Auswahl dieser drei DVDs sind sechs Kreise notwendig – das ist eine durchaus knifflige Aufgabe die nicht nur Know-how sondern auch Übung in der Umsetzung erfordert. Außerdem zeigt der Workshop wie sich ein natürlicher Schatten übernehmen lässt, was meist besser aussieht, als einen künstlichen zu generieren.
Beispiel_9-5
Beispiel_9-3_2-fertig
Viele Aufgaben die ich im Buch als Beispiele heranziehe lassen sich auf verschiedene Arten lösen. Manchmal ist eine bestimmte die schnellere oder bessere. Manchmal sind es einfach nur zwei gleich gute Wege zum Ziel. Und manchmal ist es schlicht und einfach Geschmacksache welchen Weg man gehen möchte. Hier löse ich die vorangegangene Aufgabe auf andere Art.
Beispiel_9-7
Beispiel_9-7
Elemente die den eigentlichen Rahmen einer Abbildung sprengen wirken immer sehr dynamisch und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Mit solchen Gestaltungselementen verleiht man Layouts leben.
Beispiel_9-8b
Beispiel_9-8a
Beispiel_9-8a-fertig
Den Workshop mit dem »Orapfel« gab es schon in mehreren früheren Auflagen, wie ein paar andere auch. Beispiele die sich im Unterricht besonders bewährt haben habe ich beibehalten, allerdings nicht ohne sie weiter zu entwickeln und zu verbessern.
Beispiel_9-9 Beispiel_9-9-fertig
Es kommt immer wieder vor, dass eine Beschriftung oder ein Logo auf eine Form zu legen ist. Im 3. Workshop habe ich gezeigt wie man einen Text auf eine perspektivische Fläche montieren kann. Ist die Montagefläche nicht plan wird es etwas schwieriger. Hier zeige ich einen Lösungsansatz.
Beispiel_9-10c
Beispiel_9-10d
Beispiel_9-10b
Beispiel_9-10a
Beispiel_9-2a-fertig
Auch ein Workshop den es so ähnlich bereits in früheren Auflagen gab, allerdings mit anderen Bildern und Teilweise anderen Methoden.
Beispiel_9-11a
Beispiel_9-11b
Beispiel_9-11a-fertig
Für dieses Beispiel erstellte ich eine Langzeitbelichtung für den verwischten Effekt im Wasser und eine Aufnahme mit kurzer Belichtungszeit bei der sich das Modell in der Szene befindet.

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des VerlagsAffiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Was ist negativ an DNG?

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe und Scott Kelby, dass es das beste Format ist zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung wohl nie in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass RAW-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass er häufig der erste Hersteller ist der neue Kameras integriert. In solchen Fällen verwende auch ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich damals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls gelegentlich. Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die behauptet, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren heute die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale aber ja auch archivieren soll führt das Argument der geringeren Dateigröße dann auch umgehend wieder ad Absurdum.

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Was ich nicht machen würde wäre allerdings DNG generell bedenkenlos zu nutzen. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten einfach fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt wäre in meinen Augen töricht. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu müssen ob er recht damit hat.

Photoshop CC 2015, Kapitel 5: Farbanpassung und -korrektur

Im 5. Kapitel geht es um Farbanpassungen und Farbkorrekturen, die neben der Bearbeitung von Helligkeit und Kontrast wohl zu den wichtigsten und am häufigsten ausgeführten Arbeiten in Photoshop gehören.

ws5-1
Eingeleitet wird das Kapitel mit einem ausführlichen, 10-seitigen Grundlagenexkurs über Farbe, Farbräume und Farbkanäle.
ws5-2a
ws5-2b
Der erste Workshop des Kapitels zeigt wie man mit der Auto-Funktion von Gradationskurven bzw. Tonwertkorrektur zu guten Ergebnissen kommen kann und wie man sie noch besser hin bekommt.
ws5-3a
ws5-3b
Workshop 2 demonstriert wie man Zieltonwerte für Schwarz- und Weißpunkt-Pipette definiert und wie man sie zusammen mit der Mitteltöne-Pipette anwendet um Kontraste anzupassen und Farbstiche zu eliminieren.
ws5-4a
ws5-4b
Im 3. Workshop zeige ich wie man kontrollierte Kontrastanpassungen zusammen mit der Mitteltöne-Pipette einsetzt um Aufnahmen zu korrigieren.
ws5-5a
ws5-5b
In Workshop 5 zeige ich wie man Farbkorrekturen individuell in Farbkanälen vornimmt und wie man die Histogramme einsetzt um diese Korrekturen kontrollieren, damit keine Unter- oder Überbelichtung entsteht.
ws5-6a
ws5-6b
Es wird immer professioneller und anspruchsvoller: Workshop 6 demonstriert wie man Lichter und Tiefen im Bild findet, sie mit Farbmesspunkten versieht und die einzelnen Farbkanäle gezielt so bearbeitet, dass man damit gezielt Richttonwerte erreicht um einen neutralen Weißabgleich zu erzielen.
ws5-7a
ws5-7b
Workshop 7 wendet die vorangegangene Technik auf Hauttöne an.
ws5-8a
ws5-8b
An 8. Stelle kommt der erste Workshop dieses Kapitels der nicht mit Gradationskurven arbeitet sondern Farbton/Sättigung als Einstellung verwendet. Der Einsteiger darf hier etwas durchatmen, denn die Technik ist relativ simpel.
ws5-9a
ws5-9b
Schon im 9. Workshop steigt der Anspruch wieder. Hier demonstriere ich, dass Farbton/Sättigung nicht nur die Farbbereiche Rot, Grün, Blau, Gelb, Magenta und Cyan kennt, wie man herausfindet welche Bereiche genau beeinflusst werden und wie man die Bereiche gezielt eingrenzt.
ws5-10a
ws5-10b
Anhand des 10. Beispiels zeige ich wie man Farben mit Selektiver Farbkorrektur statt Farbton/Sättigung editiert und Farbbereiche neutralisieren kann.
ws5-11a
ws5-11b
Viele Wege führen nach Rom. Was ich im 11. Workshop zeige ließe sich auch mit Arbeitstechniken der vorangegangen Workshops ausführen, demonstriere ich hier aber kurz anhand der sehr mächtigen Einstellung Camera Raw-Filter.
ws5-12a
ws5-12b
Der abschließende Workshop des 5. Kapitels nimmt eine Arbeitsweise vorweg die ebensogut ins 10. Kapitel über Malen und einfärben passen würde.

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des VerlagsAffiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Photoshop-Konkurrenz für den Mac

Das britische Software-Unternehmen Serif gab vor wenigen Tagen die erste offizielle Version Ihrer Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo frei. Affinity Photo ist das erste Produkt das den Eindruck vermittelt Adobe Photoshop ernsthaft Konkurrenz machen zu können. So sehr ich Photoshop liebe, so wenig gefällt mir die Richtung die Adobe in den letzten Jahren mit Ihrer Produktentwicklung eingeschlagen haben. Man mag der Cloud positiv oder negativ gegenüberstehen – abstreiten lässt sich nicht, dass ein Monopol noch nie zum Vorteil der Kunden war. Deshalb begrüße ich die Vorstellung des neuen Mitbewerbers sehr.

Affinity Photo kostet mit etwa 50 Euro (aktueller Einführungspreis gerade einmal 40 Euro) nicht einmal den Preis einer Adobe-CC-Monatsmiete. Ein Angebot für alle die sich Photoshop nicht leisten können oder wollen! Jedenfalls für alle die am Mac arbeiten, denn für Windows gibt es die Produkte unter dem Lable Affinity bisher leider nicht.

Anders als das ebenfalls rein für den Mac erhältliche Programm Pixelmator vermittelt Affinity Photo tatsächlich den Eindruck auch bei professionellem Anspruch eine ernsthaft Alternative zu Photoshop sein zu können.  Auf Youtube veröffentlichte Serif auf dem Affinity-Kanal bereits mehrere Videos die die Arbeit mit Photo demonstrieren. Das schöne daran: Das Meiste kommt einem sehr bekannt vor wenn man Photoshop kennt. Für Leute die beruflich Bildbearbeitung betreiben und für die Zeit Geld ist wichtig, entfällt doch somit die Hürde sich in ein neues Programm einlernen zu müssen.