Direkt zum Inhalt

Markus Wäger Posts

Experte für Vortrag zu Affinity Photo in München gesucht

Posted in etc.

Vor ein paar Wochen meldete sich die Typografische Gesellschaft München (TGM) bei mir, wegen eines Vortrags um Thema »Affinity Photo vs. Adobe Photoshop«. Zwar bin ich im Herzen immer auch Typograf, weshalb ich zunächst zögerlich zugesagt habe, aber die weite Fahrt wegen eines Abendvortrags lag mir dann doch etwas im Magen. Falls jemand von euch, liebe Leser, näher an München lebt, wie ich selbst, Experte für Bildbearbeitung, Photoshop und Affinity Photo ist, und so einen Vortrag im Februar übernehmen kann und möchte, kann sich gerne bei mir per Mail melden – ich stelle dann gerne den Kontakt her.

Sensorgröße? Alles sehr relativ!

Posted in Bilder & Gedanken

Kohlmeise | Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/160s | ISO1600 | Capture One Pro

Ein freundlicher Leser schrieb dieser Tage, dass auch er wegen des Gewichts einige Zeit mit MFT fotografierte, aber bei schlechten Lichtbedingungen mit den Resultaten nicht zufrieden war. Inzwischen nutzt er eine Nikon D7500 (die 7000er Serie von Nikon ist großartig) und ein passendes Superzoom von 100mm bis 400mm. Beides zusammen hat ein Gewicht von 2kg (1880g), was gegenüber den 1,5kg einer E-M1 II mit Panaleica 100–400mm (1554g) auch kein so großer Gewichtsunterschied ist.

Es rauscht im MFT

Dem kann ich nicht widersprechen. Ich ging gerade dieser Tage an einem trüben Morgen auf Vogeljagd, kam mit knapp 1000 Bilder nachhause und habe nach Aussortieren etwa 20 behalten. Neben den ungünstigen Lichtbedingungen (Gegenlicht) und dem Umstand, dass die Vögel großen Abstand zum Ufer hielten, war es auch das Rauschen bei Empfindlichkeiten von ISO4000 und mehr, das zu unbrauchbaren Aufnahmen führte. Es würde mich durchaus interessieren, um wie vieles besser die Bilder mit einem größeren Sensor geworden wären. Es gibt keinen Zweifel daran, dass damit besseres Rauschverhalten zu erzielen ist. Andererseits hätte in dieser Situation wohl auch weniger Rauschen keine guten Bilder ergeben, da eben auch Gegenlicht und die Entfernung ungünstig waren. Letztere wäre mit den 600mm KB (400mm APS-C) sogar noch größer gewesen, als mit meinen 1200mm KB (600mm MFT). Allerdings ist das mit der Brennweitenverlängerung auch etwas relativ, worauf ich weiter unten zu sprechen kommen werde.

Relativ ist auch der erwähnte Gewichtsunterschied von etwa 400g zwischen den genannten Systemen. Einerseits sind 400g tatsächlich nicht viel, andererseits reden wir von einem Unterschied von etwa einem Viertel. Stellt sich die Frage, ob dieses Viertel mehr Gewicht ein Viertel bessere Bilder garantiert? In dieser speziellen Situation mag das sein. In den meisten Fällen jedoch sind die Unterschiede höchstens am Bildschirm in Vergrößerung sichtbar.

Ist mehr wirklich sichtbar mehr?

Dazu finde ich das folgende Video interessant, in dem ein Fotograf verschiedene Szenen mit einer APS-C- und einer Vollformatkamera fotografiert und dann einen Kollegen fragt, ob er sagen kann, welche Aufnahme mit welchem Sensorformat entstand. Am Ende des Videos bekommt der Zuschauer dann eine Reihe von Aufnahmen zu sehen, bei denen er selbst raten darf, ob mit APS-C oder Vollformat fotografiert wurde.

Interessant an dem Video finde ich auch, dass die Aufnahmen des eingesetzten 1800$ Vollformatobjektivs zwar ein etwas weiteres Bokeh, aber einen geringeren Detailkontrast liefern, als die manuelle 100$ Vergleichslinse. Das erinnert mich an einen Aspekt der stets vergessen wird, wenn das geringere Freistellungspotenzial von MFT kritisiert wird.

Mehr Bokeh aber weniger Detailschärfe mit Offenblende

Anspruchsvolle Fotografen wissen, dass die meisten Objektive bei Offenblende weniger scharf und kontrastreich abbilden, als wenn etwas abgeblendet wird. Bei den Vollformat und APS-C-Objektiven die ich diesbezüglich getestet habe hat sich das bestätigt, auch bei den vergleichsweise teuren 1.4 Festbrennweiten. Es gibt deshalb den Rat generell etwas abzublenden um optimale Detailzeichnung zu erhalten.

Wer sich mit der Thematik schon einmal befasst hat, weiß vielleicht, dass das bei MFT-Objektiven nicht der Fall ist. Weshalb auch immer – ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, dass ich das bei den meisten meiner MFT-Linsen getestet habe und bestätigen kann, dass ein Unterschied zwischen Offenblende und dezentem Abblenden stets kaum erkennbar ist.

Für mich ist der globale Eindruck eines Bildes wichtiger, als maximale Detailschärfe und sterile Rauschfreiheit. Ich rate deshalb auch immer schon (also auch schon, als ich noch mit Vollformat fotografierte), dass man die Regel wegen der Unschärfe bei Offenblende stets etwas abzublenden, nicht zu streng sehen darf. Ist kürzest mögliche Schärfentiefe erwünscht, sollte man die Blende ohne Skrupel aufreißen, auch wenn die Details dadurch einen Hauch weniger Schärfeeindruck vermitteln – am fertigen Bild wird es niemand als Kritikpunkt bemerken.

Was der Aspekt des Verlusts an Detailschäre bei einer Blendeneinstellung für möglichst geringe Schärfentiefe deutlich zeigt, ist, dass nahezu jede Sache zwei Seiten hat und eben alles ein bisschen relativ ist. Was er außerdem zeigt, ist, dass die Leute Fakten ganz gerne ausblenden und verschweigen, wenn sie für oder gegen etwas argumentieren.

Nun kann man zum Video oben einwenden, dass APS-C nicht MFT ist, sondern größer. Doch auch beim Vergleich zwischen MFT und Vollformat-Aufnahmen ist es oft kaum möglich zu bestimmen welches System für welches Bild verantwortlich war, wie dieses (von mir früher schon einmal geteilte) Video zeigt.

Natürlich ist für Fotografen die häufig unter Low-light-Bedingungen arbeiten nicht nur relativ wichtig, wie sich die Kamera dabei in Sachen Rauschen verhält. Daraus, dass ein Modell oder ein System für die eigenen Anforderungen und Vorlieben ungeeignet ist, zu schließen, dass es deshalb generell unbrauchbar ist, ist aber nicht nur relativ subjektiv sondern vielmehr absolut!

Kein System für alle Fälle

Kameraausrüstung ist relativ! Sie steht immer in Relation zu dem, was man damit machen möchte. Nichts ist immer richtig, nichts ist immer falsch. Falsch ist jedoch die Behauptung, dass ein einziges Modell, ein System oder eine Marke das einzig Richtig und Wahre ist. Eine Kamera ist mehr als ein Sensor. Sie ist ebenso Elektronik, Funktion, Haptik, Bedienung und wohl noch einiges mehr. Fotografie ist kreativer Ausdruck und Leidenschaft. Es ist legitim zur Erfüllung seiner Leidenschaft nach maximaler Rauschfreiheit und der geringsten Schärfentiefe zu verlangen. Ich kritisiere auch niemanden der über seine Bilder nur dann glücklich ist, wenn sie bei 100% und mehr am Monitor noch absolut makellos sind. Mein Ding ist das aber nicht.

So zu fotografieren, wie es mich am glücklichsten macht, ist aktuell nur mit der OM-D-Serie von Olympus möglich. Auf Gerüchte über ein mögliches Aus der Marke reagiere ich deshalb derzeit einigermaßen hysterisch – ich hätte schlicht keine Ahnung wohn ich wechseln könnte.

Die beste Kamera ist subjektiv

Ich weiß, dass sich in letzter Zeit in diesem Blog sehr viel um das Thema MFT und Sensorgröße dreht. Doch in keinem der Artikel geht es wirklich um Technik. Die Botschaft dahinter lautet immer: Die Kamera ist ein Werkzeug. Sie ist Mittel zum Zweck (zum Bild). Es gibt keine guten oder schlechten Kameras. Es gibt nur die optimale Aufgabe für eine bestimmte Aufgabe in den Händen eines bestimmten Fotografen.

Wenn ihr euch mit Vollformat am wohlsten fühlt und mit dessen Ergebnissen am glücklichsten seid, fotografiert mit Vollformat. Wenn ihr das klassische Bedienkonzept von Fuji gefällt, fotografiert mit Fuji. Wenn ihr elektronische Sucher mögt, nutzt eine spiegellose Kamera. Vielleicht ist euch in optischer Sucher lieber, dann fotografiert mit DSLR. Lasst euch von niemanden einreden, dass er oder – was seltener vorkommt – sie weiß, was richtig und für euch falsch ist. Der Mensch redet Unsinn!

Stempelt vor allem nicht alle Profis und Semi-Pros zu Idioten, die auf MFT schwören, indem ihr ihnen erklärt, dass ihr System unbrauchbar ist. Das gälte natürlich auch umgekehrt, aber ich kann mich nicht erinnern einmal einen MFT-Fotografen gehört zu haben, der Systeme mit größeren Sensoren schlechtgeredet hätte.

Selbstverständlich habe ich schon Fotografen gehört, die von MFT auf andere Systeme gewechselt bzw. zurück gewechselt haben und begründeten weshalb – und ebenso umgekehrt. Besonders gut hat mir dieses Video dazu gefallen, weil hier jemand beschreibt, weshalb er von Vollformat zu einer Lumix G9 gewechselt hat, dann auf eine Vollformat Sony umgestiegen ist, und nach einem Jahr zur G9 zurückgekehrt ist. Und wenn ihr zweifelt, dass der Mensch weiß, wovon er redet, schaut euch bitte seine Bilder an!

Kurz gefasst sagt Aaron J Anderson in dem Video, dass er von der Qualität, der Auflösung und dem AF-System der Sony begeistert war. Aber nach einem Jahr hat er erkannt, dass die Aufnahmen die er mit der G9 machte für seine Motive und Ausgabebedingungen nicht schlechter waren als die des Vollformats, und, dass er die Charakteristik sogar bevorzugte. Was für ihn jedoch vor allem ausschlaggebend war zur G9 zurück zu kehren, war das Handling der Kamera. Für ihn ist es besser, als bei jeder andren Kamera die er je in Händen hatte.

Für IHN! Ich würde widersprechen, denn ich hatte die G9 und für mich hat die OM-D das bessere Bedienkonzept. Aber das gilt eben für MICH. Eine Kamera ist mehr als ein Sensor – das Ganze mehr als die Summe der Teile. Die ideale Kamera für mich ist eine Kamera deren Ganzes meinen Anforderungen am besten entgegen kommt.

MFT ist nicht halb so groß wie Vollformat!

Kommen wir zurück zu einem eher technischen Aspekt. Meist wird behauptet, ein MFT-Sensor sei halb so groß, wie Vollformat. Das ist falsch! Die Seitenlängen entsprechen etwa der Hälfte von Vollformat, der Sensor ist deshalb etwa ein Viertel so groß. Ein Vollformatsensor hat eine Fläche von etwa 864mm2, ein MFT-Sensor 225mm2. Ein APS-C/DX-Sensor hat etwa 370mm2 und kommt annähernd auf die halbe Fläche des Vollformats.

Die Erkenntnis, dass MFT nur ein Viertel der Fläche von Vollformat hat, muss jetzt allerdings nicht gleich Panik hervorrufen, schließlich ist alles relativ. Meine E-M5 II sowie meine E-M1 I haben eine Auflösung von 16MP. Bei 16 Millionen Pixel steht auf einem MFT-Sensor jedem Pixel eine Fläche von knapp 15,6µm2 zur Verfügung. Zum Vergleich: Bei einem Vollformatsensor mit 16MP wären es 54µm2.

Nun gibt es heute aber nicht mehr viele Vollformatkameras mit weniger als 20MP haben (und auch für MFT ist inzwischen 20MP üblich). Bei größerer Auflösung reduziert sich natürlich auch auf Vollformat die Fläche dem einzelnen Pixel zur Verfügung steht. Bei den inzwischen verfügbaren 50MP Kameras bleiben für einen auch nur mehr 17,3µm2 übrig. Wer also glaub er könne eine so hoch auflösende Kamera kaufen und habe dann den Vorteil (z.B. gegenüber MFT), dass er bei Bedarf Ausschnitte daraus heraus-croppen kann, landet am Ende bei einem ähnlichen Rauschverhalten, wie beim kleinen Sensorformat. Alles ist relativ!

Brennweitenverlängerung ist eine Illusion

Umgekehrt gibt sich auch der MFT-Fotograf einer Illusion hin, wenn er glaubt, er käme durch die sogenannte Brennweitenverlängerung näher an seine Motiv heran, als Fotografen mit größeren Sensoren und kleinbildäquivalent gleichen Brennweioten. Wer den größeren Sensor hat, hat meist mehr Auflösung bei wahrscheinlich besserem Rauchverhalten. Das gleicht den vermeintlichen Vorteil der Verlängerung weitgehend aus. Auch das ist eben relativ.

Auch Gewicht ist relativ

Objektiv betrachtet bleibt das geringere Gewicht von Ausrüstung mit kleinerem Sensor. Aber auch das ist relativ, denn wie aus dem Eingangs zitierten Kommentar hervorgeht, sind 400g halt doch relativ wenig Unterschied. Eine Aussage, die ich allerdings selbst gleich wieder relativieren möchte, denn üblicherweise nehme ich nicht nur eine Kamera und ein Objektiv mit. Mit jedem weiteren Teil das mit soll wird aus relativ wenig Unterschied dann doch relativ viel Gewicht.

Panasonic Lumix G – nie wieder!

Posted in Erfahrungsberichte

Panasonic baut interessante Produkte. Auf YouTube habe ich bereits etliche Berichte von Fotografen gesehen, die begeistert über verschiedene Lumix-Modelle berichten. Besonders die GH-Reihe und die G9 scheinen bei den Anwendern recht beliebt. Ich hatte selbst eine Lumix G9. An sich eine tolle Kamera. Allerdings kommt das Bedienkonzept einer Olympus OM-D meiner Art zu fotografieren viel besser entgegen. Einst hatte ich eine Lumix GM1 – die einzige Kamera von der ich es jemals bereute sie wieder verkauft zu haben.

Leider scheint bei Panasonic nicht alles zum Besten zu stehen, was die Qualität angeht, und Staubprobleme schienen keine Seltenheit – ich berichtete darüber in meinem Artikel »Eine Lanze für den Fachhandel«. Kurz zusammengefasst: Vor ein paar Jahren kaufte ich zwei Lumix G81 und entdeckte nach einigen Tagen, dass sich Staub auf einem der Sensoren befand. Panasonics Umgang mit dem Problem war damals dermaßen haarsträubend, dass ich meinen Händler bat die beiden Kameras gegen zwei Olympus E-M5 II umzutauschen, was er dankenswerterweise auch gemacht hat.

Staub ist auch ein Problem bei meinem Panasonic LumixG Leica Vario-Elmar 100–400mm. Dieses Objektiv sticht nicht gerade durch Glanzleistungen am langen Ende der Brennweite aus Panasonics Leica-Sortiment heraus. Die 1700 Euro war es mir allerdings wert, weil Panasonic verspracht, das Objektiv sei gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Als Fotograf der häufig bei Wind und Wetter unterwegs ist, ein entscheidendes Kaufargument für mich. Leider bedeutet abgedichtet gegen Staub bei Panasonic nicht, dass etwas gegen Staub abgedichtet ist. Vor einem Jahr kam ich mit Sand im Getriebe des Zoomrings des Superteles aus dem Urlaub heim. Im Glauben es könne kein Problem sein den Ring wieder von Sand zu befreien sandte ich das Objektiv zur Reparatur ein. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur entsprach dann etwa dem Preis eines Neuobjektivs. Ich berichtete zunächst einmal hier.

Der Sand scheint sich in der Zwischenzeit etwas zerrieben zu haben – das Kratzen beim Drehen des Zoomrings ist einem dezenten Schleifgeräusch gewichen. Vor einigen Wochen entdeckte ich allerdings, dass jetzt ein Staubkorn im Objektiv haftet. Ohne große Hoffnung, aber in Neugier auf die Reaktion des Konzerns, sandte ich das Objektiv neuerlich ein. Neuerlich ein Kostenvoranschlag, der der Höhe des Neupreises entspricht und der Vermerk, dass das Objektiv nicht gegen Staub abgedichtet sei. Ich berichtete hier.

Panasonic schert sich nicht im Geringsten um seine Kunden. Problem mit einem Panasonic Produkt? Dein Problem! Ich habe den Händler gebeten eine Stellungnahme von Panasonic einzuholen. Keine Antwort. Ich habe den Händler wegen eines Ansprechpartners gefragt, um selbst mit Panasonic in Kontakt zu treten. Problem: Der Reparatur-Service ist ein Partner, nicht Panasonic. Die sind keine Rechenschaft für Panasonic-Produkte schuldig. Und Panasonic ist nicht der Reparatur-Service, weshalb das Thema Reparatur bei Panasonic niemanden etwas angeht.

Die letzten beiden Artikel habe ich (wie immer) über Twitter verbreitet und @PanasonicDE in den Tweet mit aufgenommen. Ich bekam auch schnell eine Rückmeldung vom Multimedia-Team. Man entschuldigte sich für die Umstände und versprach die Angelegenheit an den Kundensupport weiter zu leiten. Gehört habe ich seither nichts mehr.

Nun bin ich hier in Österreich und nicht in Deutschland und man könnte darauf verweisen, dass die Probleme österreichischer Kunden dort kein Thema sind. Soweit ich weiß, sollen meine Probleme dort allerdings bekannt sein und man würde davon sprechen, dass es sich wahrscheinlich um Anwenderfehler handelt. Das mag ja sein (auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie), aber genau deshalb hätte ich gerne eine Stellungnahme.

Bereits nach meinem zweiten Artikel habe ich den Rat erhalten, ich solle mich damit an den Konsumentenschutz wenden. Damals habe ich geantwortet, dass es mir um die Lebenszeit zu schade ist, mich mit einem ignoranten Konzern herumzuschlagen. Aber mittlerweile beweist die Sache so viel Chuzpe, dass ich mich doch interessierte, was ich dagegen unternehmen kann und so habe ich mit dem Konsumentenschutz in Verbindung gesetzt.

Fazit der Beratung durch eine ausgesprochen freundliche Mitarbeiterin (eine Lanze für die AK!): Der Konsumentenschutz greift bei mir nicht, weil ich in diesem Fall kein Konsument, sondern Unternehmer bin. Panasonic (und jedes andere Unternehmen) kann in der Werbung versprechen, was sie wollen. Wenn eine Eigenschaft nicht ausdrücklich zugesichert ist, dann hat man auch keinen Anspruch auf Einhaltung einer Zusicherung. Als Zusicherung gälte, wenn die Staubdichtheit ausdrücklich in der dem Produkt beigelegten Beschreibung garantiert stünde, oder der Händler mir Staubdichtheit zugesichert hat. Panasonic ist mir gegenüber ohnehin nicht für seine Produkte verantwortlich. Mein Vertragspartner ist der Händler, also müsste ich meine Ansprüche gegen ihn geltend machen. Das wiederum widerstrebt mir, denn er ärgert sich selbst über die Ignoranz von Panasonic. Außerdem hat er mich nicht über das Produkt informiert. Das habe ich selbst über das Internet getan und dann bei ihm bestellt.

Fazit nach jahrelanger Erfahrung mit Lumix: Nie wieder Panasonic. Nicht nur, dass ihre Produkte nicht halten, was sie versprechen, nach meiner Erfahrung häufig Staubprobleme haben und nicht reparierbar sind. Das schlimmste an allem ist der Konzern, der sich nicht im geringsten um seine Kunden kümmert und jeden Dialog verweigert. Das einzige was ich noch tun kann, ist vor Panasonic-Produkten zu warnen.

Links zu verwandten Artikeln:

Nachtrag: Es ist nicht meine Anliegen das Lumix-System zu dissen oder bashen. Wie Eingangs geschrieben, finde ich, Panasonic macht interessante Produkte und ist an sich wertvoller Teil des MFT-Systems. Ich glaube zwar nicht, dass ein Ausstieg von Panasonic den Tod von MFT bedeuten würde. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Olympus davon profitieren könnte, schließlich ist es ja die Ausnahme, dass zwei Anbieter ein System betreuen – die Regel ist, dass ein Hersteller sein System alleine pflegt; das ist bei Nikon so, bei Canon, bei Sony, bei Fuji und bei Pentax. Mir wäre aber dennoch ein Panasonic lieber, das nicht nur weiterhin interessante MFT-Produkte anbietet, sondern auch allfällige Qualitätsmängel behebt, für sie gerade steht und mit seinen Kunden spricht. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es, dass Panasonic diesen Artikel liest, darüber nachzudenken beginnt und seine Kunden als ernstzunehmende Partner begreift – nicht als dumme Anwender, die generell selbst Schuld sind, wenn sie Probleme mit Produkten haben. Träumen wird man ja wohl dürfen!

Frauen sehen besser

Posted in Bilder & Gedanken

Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 |420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/500s | ISO1600

Vorurteile können schädlich und gefährlich sein. Wir können aber nicht ohne sie leben. Es wäre völlig unmöglich jede einzelne Situation, Begegnung und Entscheidung jeder Sekunde des Tages immer völlig neu, neutral und objektiv zu bewerten. Wir müssen, wollen wir uns nicht überlasten – man könnte auch sagen: wollen wir überleben – auf frühere Erfahrungen, Eindrücke und Urteile zurückzugreifen. Wenn wir beispielsweise einkaufen, verlassen wir uns – zumindest die Meisten – auf das Vorurteil, das billig ist, was billig aussieht. Wer versuchen würde, jedem Produkt das er in den Einkaufswagen legt, eine gründliche Recherche voran zu setzen, müsste den Einkauf zur Lebensaufgabe machen. An Vorurteilen ist nichts Schlechtes, so lange wir uns im klaren sind, dass sie Vorurteile sind, und kein allgemein gültiges Naturgesetz.

Viele Vorurteile basieren auf einem Kern Tatsache. Stereotypen entstehen selten ohne Auslöser. Gefährlich wird es, wenn wir Eigenschaften, die in einer Gesellschaftsgruppe etwas gehäuft vorkommen, pauschalisieren und über die ganze Gruppe hinweg bürsten wollen. Es sind nie alle gleich! Das möchte ich vorausschicken, bevor ich über ein Vorurteil schreibe, das Männern und Frauen gegenüber habe.

Komme ich mit einer Frau über Fotografie ins Gespräche, was bei den Themen die ich unterrichte häufig der Fall sit, interessiert mich auch, womit sie fotografiert. Nicht, weil es wichtig wäre, ob jemand mit Nikon oder Canon fotografiert, sondern weil es für die Themen meiner Kurse einen Unterschied machen kann, ob jemand mit einer System- oder Kompaktkamera oder einem Handy fotografiert. Oft höre ich dann Sätze, wie, »mit einer Spiegelreflex … glaube ich … mit so einer Canon … oder Nikon? Ich weiß nicht – ich muss meinen Freund fragen«. Megapixel oder Sensorgröße? Fehlanzeige. Keine Ahnung.

Fragst du einen Mann nach seiner Kamera, kann er dir in der Regel das gesamte Datenblatt herunterbeten. Interessanterweise hat sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass Frauen oft besser fotografieren – ein besseres Auge für Motive zu haben scheinen – als Männer. Das scheint mir irgendwie auch logisch schlüssig zu sein. Das Interesse von uns Männern dreht sich oft viel zu sehr um Theorie, Technik und Daten. Wir sind so auf technische Details fixiert, dass wir das aus dem Auge verlieren, was zählt: Das Motiv. Das sage nicht nur ich. Das sagte heute auch mein Fotohändler zu mir, weshalb ich auch auf die Idee zu diesem Artikel gekommen bin.

Ich habe noch nicht viele Frauen getroffen (ich glaube noch keine), die sich mit der Euphorie (eigentlich würde ich lieber schreiben »Verbohrtheit«) für Technik begeistern können, wie viele männliche Fotografen das tun. Viele interessieren sich eben so wenig für Technik, dass sie weder wissen, was für eine Art Kamera sie haben, wie der Hersteller heißt, geschweige denn, dass sie spontan irgendwelche technischen Kenndaten nennen könnten. Oft haben sie auch wenig Ahnung von all den Knöpfen, Schaltern und Funktionen des Geräts. Dennoch gelingen ihnen häufiger bemerkenswerte Aufnahmen. Sie machen sich eben viel mehr Gedanken darüber, was sie wie fotografieren, anstatt womit.

Joe Edelmann spricht im Video unten unter anderem darüber, wie viel Energie die Foto-Communitys da hinein verschleißen, sich gegenseitig ihre Marken schlecht zu reden und jedes technische und theoretische Detail viermal zu spalten. Und er sagt auch, dass der überwältigende Teil der User die in Foren und Kommentaren diese Themen bis zur Beflegelung diskutieren männlich sind. Ich glaube nicht, dass man dem widersprechen könnte.

Natürlich ist das eine Pauschalisierung die nicht verallgemeinert werden darf. Je professioneller eine Person mit Fotografie arbeitet, desto eher wird sie den fotografischen Blick mit technischer Kompetenz verbinden. Natürlich wissen viele Frauen, was für ein System von welchem Hersteller sie nutzen und manche sind besser mit sämtlichen Funktionen vertraut, als die meisten männlichen Fotografen. Natürlich kennen wir männliche Fotografen oder sehen wir Bilder von ihnen, die keinen Zweifel aufkommen lassen, dass sie ein Auge für besondere Motive haben und sie in Szene zu setzen verstehen. Aber im Durchschnitt tendieren Frauen eher dazu sich mehr dem Motiv und der Gestaltung zu widmen, während sich Männer gerne in Themen verlieren, die nicht im Geringsten dabei helfen bessere Fotos zu machen.

Die Technik hat sich in der digitalen Fotografie in den letzten Jahren soweit entwickelt, dass man heute mit jeder am Markt befindlichen Systemkamera auf professionellem Niveau arbeiten kann. Es gibt Profis die mit Smartphones und Kompaktkameras exzellente Ergebnisse erzielen, die dem Gros der Anwender auch mit der teuersten Ausrüstung im Leben nie gelingen werden.

Wir sollten aufhören uns wegen persönlicher Vorlieben und Befindlichkeiten in den Foren zu zerfleischen. Wir werden zu keinen besseren Fotografen, indem wir uns gegenseitig die Ausrüstung schlecht reden. Wir Männer, die sich zu oft zu sehr in den technischen Spielereien verlieren, sollten uns ein Beispiel an den Frauen nehmen, für die das Bild wichtiger ist als die Kamera.

Solche Beispiele sind natürlich nicht nur Frauen. Ich folge auf YouTube einigen Kanälen männlicher Fotografen die viel über Fotografie zu erzählen haben. Ich finde es viel spannender und interessanter ihnen zuzuhören, als Leuten die mehr Tester und Theoretiker sind als Fotografen. Wir sollten vor allem Kanäle abdrehen, die ihre Reichweiten gerne mit reißerischen Titeln erzielen, ständig auf Drama-Queen machen, Dieses und Jenes für tot erklären und die WAHRHEIT darüber verkünden, wer in der Industrie alles lügt und betrügt. Die helfen kaum besser zu fotografieren, sie schaden nur der Fotografie. Man kann Fotografie nicht theoretisch erlernen, sondern nur in der Praxis. Dazu inspirieren mich aber vor allem Leute, die praktisch vom Fotografieren erzählen.

Ich kann nicht abstreiten ein Mann zu sein. Ich kann nicht abstreiten, mich für Technik zu begeistern. Ich kann nicht abstreiten, so etwas wie ein Olympus-Fan zu sein. Ich kann das auch sein, ohne, dass irgendjemandem vermitteln zu müssen, dass mein System dem seinen überlegen ist. Das ist Unsinn. Und gerade weil es so ein Unsinn ist, ärgere ich mich oft darüber, dass ich mich über die ärgere, die das tun. Und dann beneide ich die Frauen, die das alles nicht im mindestens berührt, noch nicht einmal mitbekommen, weil sie sich nicht in den Foren und auf den Seiten herumtreiben, auf denen all der Unsinn breit getreten wird. Die nicht da sind, weil sie das tun, worum es in Fotografie wirklich geht: Um das Fotografieren.

Eine Lanze für den Fachhandel

Posted in Erfahrungsberichte

Olympus E-M1MarkII | M.ZUIKO12–100mm ƒ4 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1,3s | ISO64 | Variabler ND-Filter | Capture One Pro

Ich habe kein Problem ein Stativ mitzuschleppen, wenn ich weiß, dass ich es brauche. Doch wenn ich auf eine Fototour aufbreche, weiß ich nie, ob mir ein Motiv begegnet, für das sein Einsatz erforderlich ist. Schon öfter habe ich es mitgeschleppt, ohne es ein einziges Mal eingesetzt zu haben. Die Bildstabilisierung meiner MFT-Ausrüstung ist da ein Segen, ermöglicht sie mir doch im Weitwinkelbereich Verschlusszeiten von ein paar Sekunden aus freier Hand zu halten. Für die Aufnahme oben setzte ich einen variablen NF-Filter ein. Ich habe auch längere Belichtungen gemacht – über 3s – die tadellos scharf geworden sind, aber diese hier gefiel mir am besten.

Bildstabilisierung ist generell eine Stärke kompakter Systeme mit kleineren Bildsensoren. Das gilt nicht nur für Olympus, sondern auch für MFT-Partner Panasonic. Schade nur, dass die Qualität und erst recht der Service bei Lumix nicht mit den an sich tollen Produkten mithalten kann. Gerade dieser Tage bin ich auf YouTube auf ein Video gestoßen, das nahelegt, dass Staub nicht nur ein Problem als Staubdicht beworbener Pro-Objektive sein soll, sondern auch bei kompakten Lumix-Kameras.

Als ich vor einigen Tagen meinen letzten Erfahrungsbericht über meine Erfahrungen mit Panasonic postete und Panasonic als Adressat in einem Tweet mit einbezog, meldet sich die Multimedia-Abteilung und kündigte an, die Sache an den Kundenservice weiter zu leiten. Es keimte Hoffnung auf, dass man sich der Sache doch endlich annimmt und für Probleme gerade steht, die die eigenen Produkte verursachen. Seither ist aber die Funkstille zurückgekehrt.

Gut wenn man in solchen Situationen einen verlässlichen Fachhändler als Partner hat, der für das was er verkauft auch dann noch die Verantwortung übernimmt, wenn der Hersteller das nicht tut. Das war schon so, als ich vor zwei Jahren zwei Lumix G81 gekauft. Auf einer davon entdeckte ich bereits nach wenigen Tagen Staubflecken. Dass diese durch unsachgemäßes Handling von mir verursacht wurden kann ich ausschließen. Schon auf dem ältesten Foto das ich von der Kamera besaß waren diese Flecken zu sehen – ich glaube es war die Nummer 9. An sich hätte ich erwartet, dass ein Produzent in so einer Situation die Kamera austauscht. Nicht so Panasonic. Nachdem das Gerät eingesandt wurde, dauerte es mehrere Wochen bis ich überhaupt ein Feedback bekam. Zu allem Überfluss wurde es nicht wie angekündigt umgehend zurück gesandt, sondern als mein Händler nach einer Woche noch einmal anrief, hießt es, »ach ja, die liegt hier noch; wir bringen sie gleich auf die Post«.

Da das nicht meine erste zweifelhafte Erfahrung mit Panasonic war, hatte ich die Nase voll von Lumix und bat meinen Händler die zwei G81 gegen zwei Olympus OM-D E-M5 II einzutauschen (was ich bislang auch noch keinen Moment bereut habe). Den Umtausch hat der Händler auf seine Kappe genommen.

Das ist aber nicht das einzige Mal, dass ich froh war bei ihm (Foto Hebenstreit, Feldkirch, A) gekauft zu haben. Letztes Jahr drang während meines Urlaubs an der Nordsee Feuchtigkeit in meine E-M1 II ein. Als ich den Händler diesbezüglich anrief, fragte er sofort, wo ich sei und ob er eine OM-D nach Deutschland schicken solle. Da zwar ein paar Funktionen an der Kamera ausgefallen, sie aber ansonsten einsatzbereit war, lehnte ich dankend ab. Hätte ich jedoch nur diese Kamera dabei gehabt und sie wäre komplett ausgefallen, hätte mir das den Urlaub retten können.

Dass mich die Reparatur der E-M1 damals nichts kostete, habe ich auch dem Händler zu verdanken. Und gerade dieser Tage habe ich ein Problem mit einem Olympus MC-14 Telekonverter und ich musste ihn zusammen mit meinem M.Zuiko 300mm ƒ4 einschicken. Für die Zeit ohne mein Tele wurde mir eines vom Händler geliehen.

Den Konverter schickte der Olympus-Service mit der Anmerkung zurück, er sei nicht reparabel, weil er zu alt sei. Dabei ist es kaum viel mehr als zwei Jahre her, dass ich den Konverter kaufte und das ganze Produkt dürfte seit etwa drei Jahren am Markt sein. Und dabei scheint es sich dabei um ein keinerlei unbekanntes Problem zu handeln, dass bei diesem Konverter die Schrauben herausfallen. Es dürfte sich um einen arten Produktionsfehler handeln. Als bei mir eine herausfiel habe ich alle überprüft und festgezogen. Anschließend ließ sich der Konverter nicht mehr mit der Kamera verbinden.

Auch hier genieße ich die Unterstützung des Händlers. Er sagt, er verstehe sich nicht zuletzt auch als Anwalt seiner Kunden und zumindest mit Olympus könne er immer auch gut reden und zu Lösungen kommen, die ein einzelner Kunde im Direktkontakt vielleicht nicht bekommt.

Das sind nur ein paar etwas größere Geschichten, bei denen ich den Service des Händlers schätze. Daneben gibt es viele kleine, wozu auch gehört, dass ich Produkte bei Bedarf immer erst testen kann, bevor ich mich für oder gegen sie entscheide. Natürlich gehe ich davon aus, dass der besondere Service auch damit zusammenhängt, dass ich seit Jahren treuer Kunde bin, ihn häufig weiter empfehle und ich bereits eine fünfstellige Summe bei ihm ausgegeben habe. Natürlich habe ich nicht immer denselben Preis, den ich bei Geizhals oder -kragen irgendwo im Internet finden könnte. Aber das ist mir der Service wert. Und bei allem, was für mich da schon an Kulanz herausgekommen ist, kann ich mir sogar vorstellen, dass mich mein Einkauf bei ihm unterm Strich billiger gekommen ist.

Links zu verwandten Artikeln:

Die kreative Fotoschule: Optimal für Einsteiger aber auch Fortgeschrittene …

Posted in Rezension

Die kreative Fotoschule von Markus Wäger erklärt anschaulich die Grundlagen der Fotografie. Mit tollen Bildern und verständlichen Beschreibungen werden die Grundlagen der Fotografie vermittelt. Die Theorie wird mit praktischen Skitzen und Bildern dargestellt. Dabei wird auch immer wieder auf Kameraeinstellungen und ihre Wirkung eingegangen. …

Für mich ist dieses Buch ein wunderbarer und spannender Rumdumschlag durch das Thema der Fotografie. …

Amazon-Rezension von Christian

★★★★★ 5 von 5 Sternen

Rezensionen helfen mir, von meinen Büchern leben zu können, und sichern, dass es auch in Zukunft aktualisierte und überarbeitete Neuauflagen geben kann. Vielen Dank!

Die Blaumeise

Posted in Bilder & Gedanken

Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420.0 mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/320s | ISO1600 | Capture One Pro
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420.0 mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/320s | ISO1600 | Capture One Pro
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420.0 mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/320s | ISO1600 | Capture One Pro

Ich finde es immer wieder faszinierend, was die Vogelwelt für eine Vielfalt an unterschiedlichen Federkleidern hervorgebracht hat. Vor allem Exoten bezaubern, wenn man sie in Dokumentationen über oder im Internet von Fotografen aus fernen Ländern sieht. Dabei muss man gar nicht weit reisen um Vögel in wunderbaren Kleidern zu beobachten. Kohl- und Blaumeisen besuchen uns täglich auf der Terrasse, wo stets Futter für die hungrigen Freunde bereit steht.

Zwar fotografieren wir auch regelmäßig die Tiere die uns zuhause besuchen kommen. Ansprechender geraten Bilder jedoch, wenn sie keine urbanen Elemente enthalten, wenn es einem gelingt, sie in ihrem natürlichen Habitat einzufangen. Die kalte Jahreszeit hat dabei den Vorteil, dass die Bäume kahl und die Vögel besser auszumachen sind. Ich mag außerdem die Stimmungen die abseits sommerlichen Schönwetters entstehen. Tiere lassen sich an trüben Tagen sogar besonders gut fotografieren, ist das Licht doch nicht so hart, wie wenn die Sonne scheint. Auch Regen- und Schneeschauer halten mich ab meine Kamera einzupacken und mich auf den Weg zu machen – jedenfalls nicht immer. Wie sagt man doch so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Das gilt nicht nur für Kleidung, sondern auch für die Fotoausrüstung.

Am Tag als die drei Bilder oben entstanden war es weder nass noch kalt. Einige Zeit hatten wir auf einem Bänkchen vor einem Tümpel verbracht und auf Beute gewartet. Ein Gimpel ließ sich kurz blicken, ein Specht turnte an Ästen herum, ein Rotkehlchen sang für uns und ein Feldsperling beobachtete uns vom Schilf aus. An den Bäumen spielten Eichhörnchen fangen.

Die Bilder der Meise entstanden etwas später. Freundliche Menschen versorgen das Federvieh auch abseits von Privathäusern mit Futter. Futterstellen sind immer ein guter Platz um sich zu platzieren. Meist landen Vögel nicht sofort am Häuschen, sondern zuerst auf einem Ast in der Nähe und hüpfen erst über zwei oder drei Stationen zum Futter. Gute Möglichkeiten die Tiere ohne die Futterkrippe auf Sensor zu bannen.

YouTube-Video: Robin Wong über die neue Olympus Lens-Roadmap

Posted in Video-Empfehlungen

Vor etwas mehr als einer Woche bin ich über das Gerücht gestolpert, dass Olympus in einigen Monaten den Laden dicht machen soll. Da das Thema diesmal nicht nur von einschlägigen Gerüchteseiten und in Kommentaren verbreitet, sondern auch von den eher seriösen Portalen aufgenommen wurde, bin ich in Sorge geraten das Gerücht könnte Substanz haben und habe daraufhin diesen Artikel geschrieben, sowie ein paar weitere, die sich um das Thema drehen. Inzwischen hat Olympus die Gerüchte dementiert und eine vermeintliche Relativierung des CEO scheint sich inzwischen auch als falsch zitiert herausgestellt zu haben. Vorgestern hat Olympus dann eine aktualisierte Roadmap für neue Objektive veröffentlicht, worin für 2020 vier neue Produkte angekündigt sind.

Robin Wong, dessen Kommentare ich mittlerweile sehr schätze, hat vor ein paar Stunden ein Video hochgeladen, in dem er über die Gerüchte, Kameramarken-Bashing, die neue Roadmap sowie das angekündigte 12–45mm ƒ4 im speziellen spricht. Da ich das Thema der Gerüchte vor einigen Themen hier im Blog aufgenommen habe, ist es mir wichtig, es mit diesem Video nun auch wieder abzuschließen. Wie schon im am 23.11. geteilten Video, kann ich mich Robin Wong auch diesmal nur voll und ganz anschließen.

Leichter tragen: Cotton Carrier Harness G3 für zwei Kameras

Posted in Erfahrungsberichte

Blaumeise | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (440mm KB) | ƒ5.6 | 1/250 | ISO1000 | Capture One Pro

Wenn ich auf Fotosafari bin, begleiten mich in der Regel eine Olympus E-M1X mit 300mm ƒ4 Teleobjektiv und eine E-M1 II mit 12–100 ƒ4 Universalzoom. Ersteres wiegt etwa 2,3kg, Letzteres knapp 1,1kg. Beides möchte ich nach Möglichkeit so schnell ziehen können, wie ein Westernheld seinen Revolver. Da ist die Wahl des richtigen Tragesystems keine leichte.

Nachdem ich 2008 von meiner ersten DSLR, der Nikon D80, auf die Vollformatkamera D700 umgestiegen bin, war ich mit dem der Kamera beigelegten Gurt nicht mehr glücklich. Schon damals begleiteten mich oft beide Apparate, um ohne Objektivwechsel für weite Winkel und entfernte Subjekte gerüstet zu sein. Als Lösung fand ich das System von OP/Tech USA, dem ich mehrere Jahre treu blieb, und über das ich noch 2016 diesen Artikel verfasste.

Das System umfasst zahlreiche Produkte, ist vielseitig kombinierbar und grundsätzlich angenehm zu tragen, da das Hauptmaterial – Neopren – weich und elastisch ist. Allerdings trage ich Kameras nicht um den Hals, sondern mit dem Riemen quer über die Schultern an der Seite. Daraus ergibt sich zum Einen das Problem, dass etwas schwerere Kameras auf Dauer recht unangenehm an der Hüfte baumeln. Außerdem sind reguläre Riemen generell unpraktisch, wenn man die Kamera zum Auge zieht, erfordern sie doch, dass der Gurt an der Schulter nach hinten rutschen muss.

Lange Zeit sah ich mich nach einer Alternative um. Die Systeme von Sun Sniper und Black Rapid schienen mir interessant, allerdings fand ich zu viele Berichte, dass die Befestigung nicht immer ganz sicher sitzt. Darüber hinaus vermute ich, dass die Kamera dadurch, dass sie über einen einzigen Punkt mit dem Gurt verbunden ist, noch deutlich heftiger an der Hüfte baumelt als mit einer Befestigung über zwei Punkte, so dass ich mich nie dazu entschließen konnte die Systeme zu testen.

Irgendwann habe ich es mit Peak Design und einen ihrer Riemen getestet. Anschließend sagte ich OP/Tech Goodbye und nutze heute Gurten und Handschlaufen dieser Marke. Das glatte Sicherheitsgurt-Material der Peak-Design-Gurte gleitet mit wenig Widerstand über die Schultern, wenn die Kamera von der Hüfte zum Auge hoch gehoben wird. Sie sind relativ breit und das Material ist ausreichend elastisch für einen guten Tragekomfort. Lediglich wenn man nur ein T-Shirt trägt liegt der Gurt auf der Haut statt auf Stoff und trotz der Glätte des Materials wird es mit der Zeit unangenehm, wenn er beim Heben der Kamera dauernd über die Haut rutscht.

Hinzu kommt, dass zwei Kameras an zwei über den Schultern getragenen Gurten auch eine eher suboptimale Lösung sind. Aus diesem Grund habe ich meine Peak-Design-Ausstattung um Capture Clips erweitert. So kann ich eine Kamera am Gürtel oder dem Schulterriemen eines Rucksacks tragen und nur eine am Schulterriemen.

Leider ist das Clip-System nicht ganz tadellos. Es beginnt damit, dass die Bodenplatten der Versionen 2 und 3 nicht vollständig kompatibel sind. Wird der Clip v3 an einem dünnen Gurt befestigt, stehen des Weiteren hinten die Schrauben über und bohren sich in den Körper – ich beichtete darüber. Letzten Sommer kam hinzu, dass die Clips auf längeren Touren beim Gehen zu quietschen begannen. Nicht nur einer, sondern sowohl die alte als auch die neue Version. Die Idee mit Waffenöl für Abhilfe zu sorgen entpuppte sich als Flop.

Positiv erwähnen möchte ich allerdings, dass ich diesbezüglich mit Peak Design Kontakt aufnahm und mir das Unternehmen anbot, die Clips zurück zu nehmen und mir den Preis zurückzuerstatten, ohne überhaupt danach zu fragen, wie alt sie sind. Sehr lobenswert und das Gegenteil, was ich in letzter Zeit mit einigen anderen Unternehmen erlebt habe und noch immer erlebe.

Auf der Suche nach Videos zum Thema Vogelfotografie stolperte ich dann unlängst auf eines von Tim Boyer, in dem er über seine Erfahrungen mit dem Cotton Carrier berichtet.

Nun finde ich, dass das Teil recht peinlich aussieht. Andererseits, wenn es hilft zwei Kameras auf stundenlangen Ausflügen komfortabel zu tragen und die Apparate jederzeit blitzschnell griffbereit zu haben, ist mir eigentlich nichts zu peinlich. Also habe ich ein Cotton Carrier Harness (Cotton Carrier Website | Amazon-Affiliate-Link) für zwei Kamera geordert.

Die Produkte von Cotton Carrier lassen sich leider nicht als Schnäppchen titulieren. Allerdings habe ich gerade unlängst wieder erfahren, dass doppelt kauft, wer billig kauf. Und das lief so: Da meine Frau gelegentlich Schmerzen in der Hüfte hat, suchte ich für sie nach einer Befestigungsmöglichkeit für den Gürtel, allerdings mit größerer Auflagefläche, als das Pro Pad von Peak Design. Das Tragesystem von B-Grip (Amazon-Link) versprach so ein System zu sein, und schien darüber hinaus auch noch preiswert zu sein. Leider sind die B-Grip-Produkte nicht nur billig, sie fühlen sich auch so an. Zwar funktioniert das System teilweise nicht schlecht, die Kunststoffe wirken stabil, aber die Clips sind ausgesprochen klobig und ein Teil der Materialien wirkt so billig, dass man sie nicht gerne anfasst.

An den Materialien des Cotton Carriers finde ich nichts auszusetzen, an der Verarbeitung habe ich bislang keine Mängel entdeckt. Der Clip über den die Kamera am Gurt befestigt wird, ist das Effizienteste, was ich bislang getestet habe. Während sich Peak Design Clip gelegentlich verhakt, so dass einem manchmal ein Motiv entgeht, und das Einsetzen nicht zu selten zum Geduldspiel wird, geht das beim Cotton Carrier absolut reibungslos. Der Trick ist, dass die Kamera horizontal gehalten werden muss, um in den Befestigungsclip eingefügt werden zu können, danach schenkt sie in die Vertikale und kann nicht wieder heraus.

Der Tragekomfort ist besser als alles, was ich sonst bislang getestet habe. Das Gewicht verteilt sich auf die beiden Schultern und auf die Auflage unterhalb der Rippen. Die knapp 3,5kg meiner beiden Kameras tragen sich überwiegend so, als befänden sie sich im Rucksack. 3,5kg im Rucksack zwingen niemanden in die Knie. Einen echten Rucksack mit dem Geschirr zu tragen geht völlig problemlos – die beiden kommen sich nicht in die Quere. Lediglich auf dem Brustkorb entsteht ein Druck, der etwas beengend wirkt, und den Einzelne vielleicht als etwas unangenehm empfinden könnten, was allerdings jeder für sich selbst herausfinden muss. Ich für meinen Teil bind fürs Erste einmal sehr zufrieden mit dieser Entdeckung, und gehe davon aus, dass es Cotton Carrier bei mir Peak Design verdrängen wird. Von daher: Klare Empfehlung für alle die ordentlich Kamera längere Zeit griffbereit schleppen wollen.

Zur Abwechslung einmal Model statt Fotograf: Der Cotton Carrier Harness G3 für zwei Kameras (Bild: Andrea Wäger).
Und so sieht ein glücklicher Wäger von der anderen Seite aus (Bild: Andrea Wäger).
Und dann noch das Harness ohne dicke Kamera. Sieht peinlich aus, ja, trägt sich aber gut (Bild: Andrea Wäger).

Fotografieren ist das Ziel

Posted in Bilder & Gedanken

Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-20 | 600 mm (1200mm KB) | ƒ8 | 1/1000s | ISO250 | Capture One Pro

Gestern habe ich ein YouTube-Video geteilt, indem Robin Wong über die Krise des Kamerageschäfts spricht. Ich glaube, es ist einer der klügsten Kommentare, die ich jemals zu dem Thema gehört habe. In einem Punkt teile ich seine Beschreibung allerdings nicht ganz, und zwar da, wo er eine Kreativitätskrise als mitverantwortlich am rückläufigen Interesse an Fotoapparaten anführt.

Wong spricht davon, dass in der Fotografie ein kreativer Stillstand eingetreten ist, und dass das im Gegensatz zu anderen kreativen Disziplinen stehe. Ich für meinen Teil glaube jedoch, dass an diesem Problem nicht nur die Fotografie leidet. So kann ich mich beispielsweise nicht erinnern, in den letzten 20 Jahren irgendetwas gehört zu haben, das dermaßen neu und innovativ ist, wie in den 60ern Funk und die Beatles, Ende der 60er Psychedelic, in den 70ern Hard Rock, Soul, Punk, Disco, New Wave und Electronic, ab den späten 70ern Rab und Hip-Hop, in den 80ern der Sound von Prince, danach House und Techno oder in den 90ern Nirvana, Djungle, Break-Beat und Drum&Bass. Nicht, dass ich glaube, dass den Leuten heute die Kreativität fehlte. Ich glaube nur, dass mehr oder weniger alles was im Rahmen von Rock, Pop und Black Music möglich ist, weitgehend ausgereizt ist. Darüber hinaus sind dominante Strömungen, wie einst Glam Rock, Disco oder Techno, der Pluralität gewichen. Heute gilt, alles geht und alles geht nebeneinander. Dasselbe sehe ich in der Mode und ich vermute, dass es auch in der bildenden Kunst nicht anders ist.

Wong nennt CGI als kreativen Motor in der Filmindustrie, und dass das kreative Kino heute lebendiger ist als die kreative Fotografie. Ich zweifle etwas daran, dass Computer generierte Bilder tatsächlich zu kreativerem Kino geführt haben. So wie Wong kritisiert, dass Fotografien heute viel zu selten Geschichten erzählen, glaube ich, dass CGI wenig zu kreativeren Erzählungen im Kino beitragen und die Handelsstränge von Filmen viel zu oft nur mehr von computergenerierter Action getragen werden, ohne dass den Bildern noch eine schlüssige Handlung zugrunde liegt. Und so gesehen, sind sich Fotografie und Film – sofern Wong recht hat – gar nicht unähnlich, denn auch in der Fotografie führt die sich stetig weiter entwickelnde Technik zu Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren so noch nicht existierten. So ermöglichen exzellente RAW-Konverter gemeinsam mit Bildsensoren die über einen Dynamikumfang von bis zu 15 Lichtwerten erreichen, wie auch HDR eine Bildästhetik die die Möglichkeiten der klassischen 8-Bit-Farbe-Fotografie bei weitem Sprengen.

Ich möchte mit diesem Artikel jedoch auf etwas ganz anderes hinaus. Viele Fotografen mit Ambition und Leidenschaft scheinen mir nahezu zwanghaft vom Verlangen getrieben sein, mit ihren Bildern einzigartige Kunst zu machen – ein Anliegen, das auch in Wongs Kommentar deutlich herauszuhören ist. Ich persönlich jedoch kann mit diesem Anspruch wenig anfangen. Ich bin ganz grundsätzlich Anhänger von der Philosophie, dass der Weg das Ziel ist.

Ich bin kein Auftragsfotograf, sondern Fotograf aus Leidenschaft, und deshalb in der glücklichen Lage zu fotografieren was und wie ich will. Für mich zählt das Fotografieren, nicht das Foto das am Ende dabei herauskommt. Natürlich gehört es dazu am Ende auch Resultate zwischen den Aufnahmen zu finden, die auch beim Betrachten noch etwas Begeisterung bei mir hervorrufen können, und die ich auch später immer wieder gerne sehe. Aber das genügt mir. Ich muss keine große, einzigartige, nie dagewesene Kunst machen. Ich weiß, dass es schon Milliarden Aufnahmen von Sonnenuntergängen gibt. Das besondere an den Sonnenuntergängen in meiner Bibliothek jedoch ist, dass ich sie gemacht habe und dabei war, als sie an diesem Abend untergingt. Natürlich weiß ich, dass es um Welten bessere Aufnahmen von Graugänsen im Landeanflug gibt. Aber das Foto oben habe ich gemacht und deshalb bedeutet es etwas für mich.

Ich kann mit dem Geltungsbedürfnis vieler Leute, die mit künstlerischen Tätigkeiten ihre Freizeit verbringen, wenig anfangen. Viele Leute laufen. Aber sie laufen für sich, weil es ihnen gut tut, weil sie abschalten können, weil sie in einen Flow kommen. Kaum der läuft, tut das, um eines Tages eine olympische Medaille zuhause aufhängen zu können. Selbst die meisten die Marathon laufen, tun das nicht, um zu gewinnen, sondern weil sie dabei sein wollen.

Ich glaube die meisten Hobbys werden betrieben, um Spaß an der Sache zu haben, nicht um eines Tages mit einer besonderen Leistung mehr oder weniger groß herauskommen zu müssen. Das ist genau der Sinn, in dem ich fotografiere. Fotografie versetzt mich in einen Flow. Fotografie ist mein Laufen. Ich mache es, weil es mir Freude bereitet. Nicht um eines Tages einen Fotomarathon zu gewinnen.