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Kategorie: Theorie & Technik

Fotografie, Wahrnehmung, HDR

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Alphütte auf der Seraalpe
Seraalpe | Olympus E-M1 MarkII | M.Zuiko 12-100mm ƒ4.0 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | HDR-Bild aus 7 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint

Auf meine letzten Blogartikel habe ich einen Kommentar bekommen, dass meine HDRs nicht aussehen, wie ein reguläres Foto. Während des Schreibens einer Antwort kam mir der Gedanke, dass diese eigentlich für einen ganzen Artikel taugt, finde ich doch, dass sie wohl für viele einschlägig interessierte Leser interessant sein könnte – schließlich wird ja nicht jeder die Kommentare zu den Artikeln lesen.

Natürlich fallen Aufnahmen im prallen Sonnenlicht nicht so aus, wie die Aufnahmen die ich im genannten Artikel gepostet habe. An sonnigen Tagen kann der Motivkontrast bis zu 20LW betragen, das ist ein Kontrastverhältnis von 1:1 Million. Unsere Wahrnehmung schafft davon mit Hilfe der Tricksereien unseres Gehirns etwa 14LW (1:10.000) – die Augen selbst erreichen nur ein Kontrastverhältnis von 1:100. Ein JPEG oder ein Monitor erreicht gerade einmal 8LW (1:1000) – Angaben die bei Fernsehern das Kontrastverhältnis im mehrfachen Millionenbereich angeben, haben mehr mit Tricksereien – bei Bildschirmen technischer Natur – zu tun und mit Marketing, als mit einem Kontrastumfang der tatsächliche in den sechsstelligen Bereich geht. Weiterlesen

Schloss Schönbühel in HDR

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Schloss Schönbühel
Schloss Schönbühel | Olympus OM-D E-M5 MarkII | M.Zuiko 25mm ƒ1.2 | 25 mm (50mm KB) | ƒ5.6 | 1/800s | ISO200 | Aurora HDR und DxO ViewPoint

Schloss Schönbühel liegt in der Gemeinde Schönbühel-Aggsbach in Niederösterreich in der Wachau an der Donau. Seine Ursprünge liegen im 12. Jahrhundert und in einer leicht zu verteidigenden Festung. Das Schloss befindet sich heute in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Mehr darüber findet sich auf Wikipedia.

Die Aufnahme oben ist ein HDR aus einer Belichtungsreihe aus fünf Belichtungen. Die Angaben zur Belichtungszeit beziehen sich auf die mittlere Belichtung.

Wie ich zu HDR kam

Im vergangenen Jahr machte ich einen Ausflug in die Drohnenfotografie. Leider erfuhr ich erst als ich mich nach dem Kauf, wo man in Österreich Drohnen fliegen lassen darf, dass es einer Bewilligung der Austro Control bedarf, möchte man Drohnen zum Fotografieren fliegen lassen. Laut meinen Recherchen sollte die Gebühr für die Bewilligung jährlich über 200 Euro betragen, was bei nicht gewerblicher Nutzung wohl für die Wenigsten ein Thema sein dürfte. Weiterlesen

Welche Kamera soll ich kaufen?

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Die richtige Antwort auf diese Frage ist dieselbe, wie auf die meisten Fragen: Es kommt drauf an!

Freude an maximaler Abbildungsqualität

Ist es dir wichtig unter allen Bedingungen nicht nur praktisch sondern auch theoretisch die ultimative Abbildungsqualität zu erzielen, bist du mit einer Vollformatkamera auf dem richtigen Weg. Besser wäre natürlich gleich eine Mittelformatkamera, allerdings liegen deren Preise samt Objektiven dann in der Liga von Mittelklasse PKWs.

Mit einer guten Vollformatkamera lassen sich auch unter ungünstigen Lichtbedingungen vergleichsweise rauscharme Aufnahmen erzielen. Für Landschafts- und Architekturaufnahmen bietet Vollformat meist deutlich mehr Auflösung, als Systeme mit kleineren Sensoren. Das ist ein Plus das sich durchaus bemerkbar macht, wenn man regelmäßig Prints in A2 und größer anfertigen lässt. Man muss dazu allerdings mit entsprechend exzellenten Objektiven, geschlossner Blende, optimaler Fokussierung (Hyperfokale Distanz) und Stativ arbeiten. Im Studio lässt sich alternativ die kurze Belichtungsphase die durch Blitze entsteht nutzen, um das Potenzial von Auflösungen jenseits der 30 MP auszuschöpfen. Weiterlesen

Bokeh wird überbewertet

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Vor ein paar Jahren habe ich auf einer Facebook-Seite gepostet, dass ich Bokeh für überbewertet halte, und dass man es sich mit lichtstarken Prime Lenses einfach und bequem machen kann: Blende aufreißen, draufhalten, abdrücken. Die geringe Schärfentiefe löst das Subjekt aus der Umgebung und damit gleichzeitig alle gestalterischen und kompositorischen Probleme.

Es hat schon was, wenn man ein Subjekt vor einem quirligen Hintergrund freistellen kann um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das zu lenken, was man ihm zeigen möchte. Für Bokeh sensibilisierte Augen werden wahrscheinlich regelmäßig Ahs und Ohs von sich geben, wenn sie in Kinoproduktionen ganze Personen aus dem Hintergrund herausgelöst sehen. Als Fotograf muss mein einiges investieren um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen. Das 200mm ƒ2 von Nikon kann das. Es kostet aber auch knapp 7000 Euro. Weiterlesen

Auflösung und Druckformat

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Wiederkehrend stößt man in der Fotografie auf die Frage, wie viel Auflösung eine Kamera denn eigentlich haben muss. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, es kann niemals genug sein. Aber stimmt das? Wie viel Auflösung benötigt der Fotograf?

Die Antwort lautet wie immer: Es kommt drauf an! Es gibt tatsächlich Anwendungen in der Fotografie, für die die Auflösung kaum einmal zu viel sein kann. Das ist allerdings eher die seltene Ausnahme von der Regel! Tatsächlich haben Kameras heute in der Regel für das Gros der Anwender und die meisten Aufgaben mehr als genug Auflösung. Ich würde behaupten für 99,9% der Aufgaben von 99,9% der Aufgaben. Mindestens! Weiterlesen

Vollformat vs. Micro FourThirds in Sachen Bildqualität

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Die Vorstellung der Olympus OM-D E-M1X hat die Diskussionen über die Bildqualität von Micro FourThirds, und ob sie professionellen Ansprüchen gerecht wird, wieder einmal kräftig hochkochen lassen. Als leidenschaftlicher Tierfotograf der auch bei Regen hinaus möchte, finde ich das neue Modell durchaus attraktiv. Das Preisschild von 3000 Euro schreckt mich wenig, hatten doch meine Vollformatkameras stets deutlich über 2000 Euro gekostet, ohne dabei die Möglichkeiten von Olympus’ neuem Flaggschiff zu bieten. Weiterlesen

Micro FourThirds ist tot!

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In einem heute Vormittag veröffentlichten Artikel, schrieb ich, dass mir manche Debatten zu MFT Sorgen bereiten. Das oben eingebettete Video, in dem Tony Northrup den baldigen Tod von Micro FourThirds ankündigt, gehört in diese Kategorie an Beiträgen. Das Problem ist, dass, wenn solche Prophezeiungen greifen – gerade, wenn sie von populären Bloggern oder YouTubern wie Northrup kommen –, die Gefahr besteht, dass sie zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden.

Als Neueinsteiger in eine Fotografie, die über das Knipsen mit Smartphones hinaus geht, oder als Aufsteiger von von der Basiskamera zum komplexen System, plagt einen wohl vor allem die Frage nach der Wahl des richtigen Systems. Niemand möchte in eines investieren, das in zwei oder drei Jahren sein End of Life erreicht. Singen aber viele Stimmen das Lied vom Tod, werden sich wahrscheinlich einige potenzielle Käufer von MFT abschrecken lassen. Weiterlesen

No Future, MFT?

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Mit Olympus’ Vorstellung der OM-D E-M1X wird wieder einmal eifrig der Sinn von MFT diskutiert und wer speziell mit diesem Modell erreicht werden soll, ist es doch für Olympus-Verhältnisse ein Monster das das Ansinnen von MFT ein kompaktes System zu sein konterkariert.

Olympus OM-D E-M1X; © Olympus 2019

Einerseits bereiten mir die Debatten über die Abbildungsqualitäten von MFT immer Bauchschmerzen, da es die Weiterentwicklung und den Fortbestand des Systems gefährden würde, würde die Ansicht, dass damit keine brauchbaren Aufnahmen zu erzielen sind, breiter Konsens. Andererseits finde ich die Debatte auch etwas lächerlich, diskutiert doch dieselbe Community parallel, ob Handys nicht in ein paar Jahren Systemkameras den Rang komplett streitig machen könnten. Weiterlesen

UV-Filter Schärfetest

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Vor knapp einem Monat habe ich im Artikel »Drei Meinungen über Fotografie die ich in letzter Zeit änderte« berichtet, dass ich vor kurzem einen Kratzer in meinem geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4.0 entdeckte und daraufhin beschloss sämtliche Objektive mit UV-Filtern auszustatten. Nebenbei sei verraten, dass Olympus mir ein Happy End bescherte, indem es das Objektiv einwandfrei reparierte, und das zu einem Preis von 250 Euro – deutlich weniger als ich erwartet bzw. befürchtet hatte.

Nach einiger Recherche entschied ich mich für Hoya UV Pro1 Digital-Filter (Amazon Affiliate Link). Nun hatte ich bereits nach der Bestellung eines ersten Filters einen Test durchgeführt und praktisch keinen nennenswerten Unterschied der Detailschärfe mit oder ohne Filter erkennen können.

Ich wollte es aber noch etwas genauer wissen und habe mich deshalb von einem von Roger Cicala durchgeführten Filtertest zu einem eigenen Aufbau inspirieren lassen. Cicala hat zum Einen 50 UV-Filter übereinander geschraubt um die Auswirkungen von so viel Glas auf die Abbildungsqualität zu demonstrieren, und zum Anderen Testaufnahmen mit einmal fünf hochwertigen Filtern übereinander und einmal fünf billigen Filtern übereinander gemacht.

Das clevere an diesem Testaufbau ist, dass sich eine Reduzierung der Detailschärfe die mit einem Filter kaum zu erkennen ist, bei fünf Filtern natürlich verfünffacht und entsprechend deutlicher ausfällt.

Als Objektiv für den Test habe ich das Panaleica 15mm ƒ1.7 (Panasonic | Amazon) gewählt. Dieses gehört laut dxomark.com zu den  besten MFT-Linsen, und mit 46 Millimeter hat es einen Filterdurchmesser für den ich die meisten UV-Filter habe. Also habe ich die vier Filter übereinander geschraubt und der Reihe nach je eine Aufnahme mit vier Filtern, drei, zwei, einem und ohne gemacht. Genutzt habe ich dabei den High-Res-Modus der Pen-F, das heißt die Bilder sind mit 50 Megapixel aufgelöst.

Was mich überrascht hat, ist, dass auch zwischen den Aufnahmen ohne und mit vier Filtern nur geringe Unterschiede zu erkennen sind, und das eben bei einer Auflösung von 50MP. Ich darf wohl daraus ableiten, dass bei den 16MP bis 20MP meiner MFT-Kameras mit einem einzigen Filter überhaupt kein Schärfeverlust zu erwarten ist. Das sagt natürlich noch nichts über eine verstärkte Neigung zu Geisterbildern oder Blendenflecken aus, doch zumindest diesbezüglich muss ich demnach nichts befürchten.

Die Abbildungen unten zeigen 1500 Pixel breite und 1000 Pixel hohe 100-%-Ausschnitte der vier Testaufnahmen. Hier sind die Originale zum Herunterladen: ZIP-Archiv mit 111MB.

Aufnahme ohne UV-Filter
Aufnahme ohne UV-Filter
Aufnahme mit einem UV-Filter
Aufnahme mit einem UV-Filter
Aufnahme mit zwei UV-Filtern
Aufnahme mit zwei UV-Filtern
Aufnahme mit drei UV-Filtern
Aufnahme mit drei UV-Filtern
Aufnahme mit vier UV-Filtern
Aufnahme mit vier UV-Filtern

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Drei Meinungen zu Fotografie die ich in letzter Zeit änderte

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Wie wird der französische Schriftsteller Francis Picabia zitiert? »Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann.« Wie recht er doch hat. In letzter Zeit habe ich mehrere meiner Ansichten zum Thema fotografieren revidiert.

1. UV-Filter sind nur unter Extrembedingungen sinnvoll

Mir schien das schnell einmal logisch: Der beste Schutz für die Frontlinse ist die Streulichtblende. Da Objektivglas nicht aus Zucker ist, ist die Wahrscheinlichkeit sich Kratzer einzufangen bei sorgsamem Umgang sehr gering. Und zweifellos sorgt Zusätzliches Glas im Lichtdurchgang eher nicht für mehr Bildqualität. Also habe ich UV-Filter abgelehnt und lediglich unter sandsturmähnlichen Bedingungen auf meine Objektive geschraubt.

Und dann das: Ein – nein zwei – Kratzer ausgerechnet an meinem teuersten und aktuell geliebtesten Objektiv, dem M.Zuiko 300mm ƒ4. 🙁

Das hat mich dann doch zum Nachdenken gebracht und ich habe meine gesamten Objektive sorgsam gereinigt und untersucht. Das Ergebnis: Ein zweiter, wenn auch winziger Kratzer auf dem M.Zuiko 12–100mm ƒ4. Bitter.

Nun muss ich vielleicht dazu erklären wie ich in den letzten Jahren fotografiere: Ich bin oft und mehrere Kilometer lang mit umgehängter E-M1 II und 300mm ƒ4 unterwegs und will stets rasch Schussbereit sein. Vor dem Einsatz einen Objektivdeckel abnehmen zu müssen würde mich zu viele Aufnahmen versäumen lassen. Die Streulichtblinde ist zwar vorgeschoben, doch die kann beim 300er schon einmal versehentlich zurück rutschen. Und dann sind da noch die Verschlüsse des Rucksacks die gelegentlich an ihren Riemen herumbaumeln. Was letzten Endes zum Kratzer in der Linse geführt hat – keine Ahnung. Aber er ist da. Und er schmerzt.

Weitwinkelzooms wiederum sind lediglich von recht kurzen Streulichtblenden geschützt. Zwar ist für die Motive die ich damit fotografiere Sekunden schnelle Einsatzbereitschaft nicht notwendig. Doch alle paar Minuten den Deckel abnehmen und dann wieder aufsetzen ist dann doch etwas mühsam. Außerdem: Beim Aufsetzen kann der Deckel schon einmal quer laufen und die Frontlinse streifen. Ob das keine Kratzer erzeugen kann? Ich hatte Vergütungen immer für sehr widerstandsfähig gehalten – zumindest hört man das immer wieder – aber nun bin ich mir diesbezüglich nicht mehr so sicher.

Also habe ich zum ersten Mal recherchiert was andere zu dem Thema zu berichten haben – bislang schien mir einfach logisch was die vermeintlich meisten die etwas zu Fotografie zu sagen haben propagieren. Besonders erhellend fand ich dabei einen Versuch den Roger Cicala machte: Er hat 50 sowohl billige als auch teure UV-Filter übereinander geschraubt und Testaufnahmen gemacht. Nicht verwunderlich, dass das Ergebnis Matsch war. Interessanter ist aber sein Vergleich mit jeweils einmal fünf teuren und einmal fünf billigen Filtern. Mag der Qualitätsverlust mit einem Filter gering sein, so zeigt er sich mit fünf Filtern im Vergleich zu einer Aufnahme ohne doch recht deutlich – er lässt sich also nicht weg diskutieren. Ebensowenig lässt sich aber leugnen, dass die Investition in hochwertige Filter lohnt – wenn man schon welche nutzen möchte.

Nun habe ich nicht eben viele Tests bzw. Vergleichstests zu UV-Filter gefunden, was mit der Skepsis zusammenhängen dürfte mit der die Digitalfotografie- Community dem Thema gegenüber steht. Nach einer Hand voll brauchbarer Suchergebnisse schienen anschließend beinahe nur mehr Tests zu Pol- und ND-Filtern auf. Orientiert habe ich mich für die Bestellung eines Testfilters dann bei lenstip.com. Entschieden habe ich mich unter den dort verglichenen Filtern für einen Hoya UV Pro1 (Amazon) zum Testen. Dieser ist zwar deutlich preiswerter als der Gewinner des Lenstip-Vergleichstests, des Hoya HMC UV, doch sie schreiben dort auch, dass der Pro1 bei gleicher Abbildungsqualität besser zu reinigen sein soll, und auf Grund meiner Erfahrungen mit der Reinigung mancher Filter war das für mich dann doch ausschlaggebend den Mehrpreis zu zahlen.

Mittlerweile habe ich den Filter erhalten und anhand eines Testcharts getestet. Ein Unterschied einer Aufnahme mit und ohne Filter ist mit Panalaica 12mm ƒ1.4 und den 20MP der Pen-F nicht zu erkennen. Das sagt nun natürlich nichts über die Neigung zu Blendenflecken und Geisterbildern auf, aber unterm Strich bin ich doch zur Erkenntnis gelangt, dass ich eine dezente Zunahme dieser Phänomene eher in Kauf zu nehmen bereit bin, als unwiderrufliche Makel in meinen teuersten Optiken. Inzwischen habe ich alle meine Objektive mit Hoya-Pro1-UV-Filtern ausgestattet.

2. Belichtungsmesswertspeicherung brauche ich nicht

Obschon ich den Sinn einer Belichtungsmesswertspeicherung durchaus gesehen habe, habe ich sie bis vor kurzem kaum genutzt. Ich bin eher so vorgegangen, dass ich die Belichtung manuell oder in der Blendenvorwahl eingestellt und ausgelöst habe, die Aufnahme anhand des Histogramms geprüft und bei Bedarf eine neuerliche Aufnahme mit Belichtungskorrektur vorgenommen habe. Mit der Mittenbetonten Belichtungsmessung meiner OM-Ds, Weitwinkel und Landschaftsaufnahmen ist diese Vorgehensweise aber oft etwas mühsam, wenn ich die Kamera nach unten schwenke um auf ein Objekt im Vordergrund zu fokussieren und dann gegen den Himmel richte um ihm mehr Platz einzuräumen. Die Belichtung wird dabei nachjustiert und muss korrigiert werden.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist eine Belichtungsmesswertspeicherung mit Spotmessung. Und so brauche ich Belichtungsmesswertspeicherung jüngst nun doch.

3. Ich will das Fotografieren nicht einer Drohne überlassen

Kam bis vor einiger Zeit das Thema auf die Fotodrohne, habe ich stets argumentiert, dass ich den Spaß am Fotografieren selbst haben und nicht einem Minihubschrauber überlassen möchte. Allerdings muss ich gestehen, dass Landschaftsfotografie im Flachland oft öde ausfällt, da der flache Blickwinkel dazu führt, dass 90% des Motivs von Himmel und Vordergrund dominiert werden und jegliche Weite in einem Schmalen Streifen verdichtet wird – gerade bei Teichen und Seen sind eindrückliche Aufnahmen meist kaum möglich.

Nun wohne ich in einer Region zahlreicher Berge mit unzähligen Aussichtspunkten die ein Fotografieren in der Aufsicht erlauben. Doch da wo die landschaftlichen Erhebungen fehlen eröffnet ein Flutzug einfach bedeutend eindrücklichere Perspektiven. So bin ich am Ende denn nun doch auf  die Drohne gekommen und habe dabei gelernt, dass das Fotografieren damit sich gar nicht so sehr von der Arbeit mit dem Fotoapparat unterscheidet. Zwar ist bei Weitwinkel und kleinem Sensor die Auswirkung einer Blendeneinstellung zu vernachlässigen, doch die Belichtung ist ebenso zu korrigieren wie an der Digitalkamera und die Suche nach dem optimalen Blickwinkel ist auch praktisch dieselbe, nur dass die Bewegung nicht mit den Beinen sondern den Steuerhebeln der Fernbedienung ausgeführt werden.

Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann!

Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

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Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.