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Kategorie: Theorie & Technik

Der Weg über die Sony RX100 zur Olympus OM-D

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Seit 2008 fotografiere ich nun mit einer digitalen Spiegelreflexkamera im Kleinbildformat, zuerst mit der Nikon D700, jetzt mit der Nikon D600. Kameras die mit entsprechenden Objektiven beeindruckende Resultate liefern, aber aufgrund von Volumen und Gewicht keine idealen Wander- und Reisebegleiter sind. Auch in der Street Photography sind sie suboptimal – du siehst damit aus wie ein Paparazzo. Ich glaube jeder, der so eine Kamera hat, stellt ihr früher oder später eine kompakte Zweitkamera für den Alltag zur Seite.

Die erste kompakte Begleiterin für den Alltag, mit der ich wirklich zufrieden war, war die Canon S95. Sie ist klein und verdient damit auch wirklich die Bezeichnung Kompaktkamera – sie passt ganz locker in eine Jackettasche, ohne es auszubeulen. Dabei liefert sie sehr gute Abbildungsqualität, kann RAW aufnehmen und bietet alle Einstellmöglichkeiten, die man sich als ambitionierter Fotograf wünscht, in schnellem Zugriff. Bis heute sind die Modelle S95, S100 und S110 meine Empfehlung, wenn mich jemand nach einer Kompaktkamera fragt.

Abgelöst wurde die S95 bei mir von der Olympus XZ-1. Leider machte mich die in Foren, Magazinen und von Juroren so hoch gelobte Kamera absolut nicht glücklich. Zwar ist die Lichtstärke des Objektivs beeindruckend und erlaubt das Freistellen von Personen in Porträts – was von kaum einer anderen Kompaktkamera vergleichbar erreicht wird. Auf der Schattenseite liegt aber ein Objektivdeckel der lieber abfällt als hält, ein Moduswählrad das sich viel zu leicht verstellen lässt und immer falsch eingestellt ist, wenn man die Kamera aus der Tasche zieht, und dass sich für die Ansicht nach der Aufnahme kein Histogramm einstellen lässt.

Ich habe die XZ-1 mittlerweile wieder verkauft und hoffe, dass der Käufer damit glücklicher wird, als ich es war. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Prüfer, Tester und Juroren von Digitalkameras Ihre Eindrücke wohl eher aus dem Labor und von Datenblättern haben, als vom Praxiseinsatz.

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Zur einzigen Kompaktkamera, die mich, neben der Canon S95, bislang vollständig zufrieden stellen konnte, wurde letzten Sommer die Sony RX100. Sie besticht zunächst einmal durch ihr schlichtes, klares Design – eine Eigenschaft, die sie mit Canon S95/S100/S110 und Olympus XZ-1 teilt. Nimmt man sie allerdings zur Hand, hebt sie sich sogleich von den beiden anderen ab. Sie fühlt sich schwerer, metallischer und wertiger an. Ich liebe den Eindruck, den echte Materialien dem Tastsinn vermitteln. Deshalb ist mir ein iPhone aus Glas und Metall auch lieber, als ein Plastik-Handy.

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass viele Leute – vor allem Frauen – leichte Geräte bevorzugen. Ich persönlich kann mit Plastikbombern überhaupt nicht. Besonders ekelhaft finde ich Oberflächen aus Plastik in Chrom- oder Metall-Look. Natürlich findet sich auch an der Oberfläche der RX100 Kunststoff. Dennoch findet genug Heavy Metal Einsatz um das Gefühl zu vermitteln, dass es sich hier um ein echtes Stück Hardware handelt.

Wichtiger ist natürlich was im Gehäuse steckt. Bei der RX100 ist vor allem der für eine Kompaktkamera relativ große Bildsensor hervorzuheben. Trotzdem, dass er mit 20MP in meinen Augen mit Auflösung völlig überladen ist (mir wären so etwa 12MP deutlich lieber), ist die Bildqualität tadellos und das Rauschverhalten beeindruckend gut. Deshalb habe ich einen Artikel über sie auch mit »Best Compact in the World« überschrieben.

Auch nach mehreren Monaten freue ich mich noch immer die Kleine in die Hand zu nehmen und mit ihr zu fotografieren. Ich glaube es ist für eine Kamera gar nicht so leicht mich auf Dauer zufrieden zu stellen. Doch die RX100 gibt mir keinerlei Anlass über eine mögliche Alternative auch nur nachzudenken.

Wenn ihr mich fragt, ob es auch etwas zu bekriteln gibt: Ja. Die Chromatische Aberration kann in extremen Kontrasten gelegentlich einmal etwas abenteuerlich ausfallen. Und die Brennweite beginnt am kurzen Ende bei 28mm Kleinbild – das kann die S110 mit 24mm heute besser. Was ich in einem früheren Artikel noch kritisch angemerkt habe, dass sich die Verriegelung des Batteriefachdeckels sehr leicht öffnen lässt, hat sich in der Praxis als unproblematisch herausgestellt.

Ist die RX100 nun die Kompakte, die ich jedem empfehle? Nein! Die meisten Leute, die eine Kompakte suchen, werden wohl keine 600 Euro ausgeben wollen – um dieses Geld (oder weniger) kaufen sich viele eine Einsteiger-DSLR mit Kit-Objektiv. Deshalb hört man von mir meist »Canon S110« wenn ich nach »Kompaktkamera?« gefragt werde.

Natürlich kann die RX100 nicht mit der Qualität meiner D600 mithalten – schließlich kostet die DSLR auch ohne Objektive mehr als das Dreifache. Für Schnappschüsse im Alltag ist das Belanglos. Geht es aber auf Urlaubsreise, sind mir die Möglichkeiten einer Kompakten zu eingeschränkt und es ist mir die Lücke in Sachen Detailqualität zu groß, wenn die fotografischen Bedingungen eines Motivs zu sehr vom optimalen Standard abweichen. Aus diesem Grund will ich nicht auf ein Zwischending, zwischen Nikon-KB-DSLR und Sony-Kompaktkamera verzichten. Als solches Zwischending habe ich mir 2011 die Lumix G3 gekauft – das war noch vor der RX100.

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Die Lumix G3 ist eine solide kleine Kamera und eine gute Option für alle, die mehr wollen, als eine Kompakte bieten kann, denen aber eine Spiegelreflex zu groß ist. Ich habe gemeinsam mit ihr und der ausgezeichneten Panasonic-20mm-ƒ1.7-Festbrennweite im Herbst 2012 eine zweiwöchige Rundfahrt durch Österreich bestritten und war mit den Ergebnissen durchaus zufrieden, habe allerdings oft auch gemerkt, dass ich nicht das erreiche, was mit meiner Nikon DSLR möglich gewesen wäre.

Der Einzug der Sony RX100 in meinen Kamerapark hat dann die G3 endgültig in Frage gestellt. Zwar hat die G3 durchaus einige Vorteile gegenüber der RX100 – zum Beispiel eben eine lichtstarke Festbrennweite und ein Klappdisplay – in Sachen Abbildungsqualität schneidet der Bildsensor der RX100 allerdings besser ab, als jener der G3 (das darf nicht wundern: die RX100 kostet aktuell mehr als die G3 mit Kit-Objektiv). Die Vorzüge der Lumix waren mir nicht mehr groß genug, um sie, statt der RX100, einzupacken. Also musste sie ersetzt werden.

Die Recherche nach einem neuen Zwischending haben mir dann gezeigt, wie wenig ausgereift der Markt an Systemkameras noch immer ist.

Nikons Systemkameras schieden gleich einmal aus. Zwar ist die J-Serie durchaus schick (was ich von der S nur eingeschränkt und der V gar nicht sagen würde) und die Kameras fühlen sich wirklich gut und wertig an. Aber sie sind doch eher für den unbedarften Fotografen konzipiert, dem Kompaktkamera nicht mehr reicht und der Objektive wechseln möchte. Für diese Zielgruppe finde ich die Nikon 1 eine absolut zu beachtende Option. Wenn man allerdings, wie ich, direkten Zugriff auf Belichtungsmodi, ISO, Schärfe etc. haben möchte, dann ist das System uninteressant.

Bei den Lumix-Modellen, auf die ich von der G3 her aufsteigen hätte können, habe ich Probleme mit der Optik – ich finde sie schlicht hässlich. Mein Zwischending sollte auch ein bisschen Schick aussehen, und nicht wie eine verkleinerte DSLR, die aufgeblasen wurde.

Olympus OM-D E-M1

Die Olympus OM-D spukte mir im Kopf herum, seit das erste Bild von ihr an die Öffentlichkeit sickerte. Dass sie einen klaren Aufstieg gegenüber der G3 darstellt steht außer Zweifel. Nur machte ich bereits mehrfach negative Erfahrungen mit Olympus. Meine erste DSLR hätte eine Olympus werden sollen. Doch aufgrund von Mängeln in der Benutzerführung bin ich bei Nikon gelandet. Später habe ich mir eine Olympus-Kompakte gekauft, weil es eines der ersten Kompaktmodelle mit 24mm Weitwinkel war. Doch die Bildqualität war dermaßen grottenschlecht, dass ich sie nach einem Wochenende eingetauscht habe – auch hier machte dann Nikon das Rennen. Und dann war da natürlich auch noch die RZ-1, die mich ebenfalls enttäuschte. Wären da nicht meine positiven Eindrücke aus analoger Zeit und meine Erfahrung mit der Olympus-SP-350-Kompaktkamera von 2006 gewesen, hätte die Marke bei mir wohl schon jegliche Sympathie verspielt. Das verbleibende bisschen Sympathie und die Begeisterung, mit der viele über die OM-D berichteten reichten aus, die OM-D als Kandidatin im Auge zu behalten.

Die einzige ernsthafte zweite Alternative sah ich in einer Sony NEX. Zunächst einmal die NEX-7 und NEX-6. Der Vergleich beim Fachhändler und die Berichte, die ich über die Kameras recherchiert hatte, ließen am Ende die NEX-6 zur Kandidatin werden.

Meine Eindrücke der Geräte im Vergleich: Zunächst einmal ist die OM-D viel kleiner, als sie auf Bildern aussieht. Kein Foto vermittelt einen brauchbaren Eindruck davon, wie klein das Gerät ist. Dass Fotos diesbezüglich ganz schrecklich trügen, hatte ich schon öfters bemerkt. Die Olympus Pen E-PL3 ist in Natura größer, als sie auf Bildern aussieht. Dasselbe gilt für die Fuji X-PRO1. Umgekehrt ist die G3 in Natura kleiner, als sie auf Bildern rüber kommt. Und wie klein Pentax’ Q-Modelle sind kann man sich unmöglich vorstellen, bevor man nicht eine physikalisch vor Augen hatte.

Auch das 12–50mm-Kit-Objektiv der OM-D entpuppt sich in Real als überraschend kleiner, als man es nach Fotos erwartet hätte. Diese Überraschung wiederholt sich mit jedem Zubehörteil. So musste ich zum Beispiel lachen, als ich ein 45mm-ƒ1.8-Objektiv aus seiner Verpackung schälte, weil es so klein und niedlich aussieht.

So sehr man über das Volumen überrascht ist, wenn man die Geräte vor Augen hat, so sehr ist man als nächstes vom Gewicht überrascht, wenn man die OM-D in die Hand nimmt. Sie ist außerordentlich schwer und vermittelt einen robusten und wertigen Eindruck. Wie gesagt: Ich mag das!

Die OM-D wirkt dabei nicht nur wertig, sie sieht auch unheimlich schick aus, hebt sich optisch von allem anderen ab, was auf dem Markt ist, und vermag zu begeistern. Kaum jemand der nicht von ihr angetan ist wenn er sie live sieht.

Doch das schicke Gehäuse zeigt auch gleich einmal etliche Schwächen. So liegt es zum Beispiel alles andere als gut in der Hand. Ein Griff für die Finger ist mehr angedeutet, als physikalisch vorhanden. Hier punkten die Sony NEX-Modelle mit ihren ausgeprägten Girffen. Allerdings sei gleich einmal angemerkt, dass die Sony-Modelle in Sachen Haptik der OM-D das Wasser nicht reichen können. Im Vergleich wirken sie wie aus billigem Plastik gefertigt.

Zwei Einstellräder an der Oberseite sind das, was man sich wünscht. Die NEX-6 bietet das so nicht. Die Position des hinteren Rades ist allerdings etwas fragwürdig ausgefallen. Zwar lassen sich beide Räder exzellent bedienen, wenn man mit Live-View arbeitet, nimmt man jedoch den Sucher ans Auge, wird es kritischer. Ich kann nur mit dem linken Auge am Sucher arbeiten. Doch mit dem Sucher am linken Auge muss man den Daumen schon ziemlich verrenken um das hintere Einstellrad zu erreichen.

Bei den Tasten für Bildwiedergabe und FN1 fragt man sich ob diese nicht größer hätten ausfallen dürfen. An die schwammige Bedienung der Tasten gewöhnt man sich rasch – das dürfte wohl der wetterfesten Abdichtung geschuldet sein. Doch das Volumen der Tasten hätte sich sicher auch anders realisieren lassen.

Etwas schwammig finde ich auch das Bedienkonzept der OM-D. Natürlich ist man als Nikon-User das Bedienkonzept von Nikon gewöhnt. Doch Canon-Kompaktkameras, Sony-Kameras und auch meine Lumix erschlossen sich mir immer recht intuitiv. Von der OM-D kann ich das nicht behaupten. Ich scheiterte bereits daran Live-View zu aktivieren, ohne, dass der Händler Google bemühte. Es stellte sich heraus, dass der Knopf zum Umschalten seitlich am Sucher versteckt ist – so, dass er unsichtbar ist, wenn man die Kamera im rechten Winkel von hinten anschaut. Gut: Etwas ähnliches kenne ich auch vom Knopf um die AF-Modi bei manchen Nikon-DSLRs zu wechseln – dieser ist im Kippschalter für den AF/MF-Wechsel versteckt.

Die OM-D scheint eine Kamera, die polarisiert. Sie hat sogar mich polarisiert. Sie zeigt so viel Licht und Schatten, dass ich mich beim ersten Besuch beim Fachhändler nicht zu ihr durchringen konnte. Beim Vergleich OM-D mit NEX-6 hätte die Sony das Rennen gemacht.

Das NEX-System hat in meinen Augen aber ein großes Problem: Die Kameras wären toll, wenn man keine Objektiv bräuchte. Natürlich gibt es Standard-Zooms mit denen der Hobby-Fotograf zufrieden ist. Ich zweifle aber daran, dass man damit aus den Sensoren herausholt, was in ihnen steckt. Dazu braucht es Premium-Linsen. Und damit wird es dann schwierig.

Sony baut extrem kleine Bodys für das NEX-System. Aber die Objektive sind kaum kleiner als jene, für eine DSLR. Ich habe eine (teure) DSLR (mit teuren Objektiven). Wenn ich maximale Qualität erreichen will, dann gehe ich mit ihr auf den Weg. Meine Systemkamera soll in Sachen Abbildungsqualität möglichst nahe an die DSLR-Ausrüstung heran kommen, aber viel kompakter sein. Und da ist bei NEX der Ofen aus. Die Objektive sind entweder nicht hochwertig, nicht lichtstark, nicht kompakt, nicht billig oder haben eine Brennweite, mit der ich nichts anfangen kann. Oder es ist ein Mix aus allen diesen Eigenschaften.

Ich konnte kein einziges Objektiv entdecken, das mich für das NEX-System wirklich gereizt hätte. Das kompakt, lichtstark und leistbar in einem ist. Deshalb kam eine NEX am Ende dann doch nicht in Frage. Olympus ist in Sachen Objektive deutlich besser aufgestellt, da auch Objektive von Panasonic kompatibel sind.

Samsung hat im Grunde dasselbe Problem, wie Sony: Ich sehe kein interessantes Objektiv-Angebot. Pentax baut seltsame Systemkameras. Zu klein oder zu groß. Und Fuji X-Pro? Die X-Pro1 ist mir zu groß und hat ein Problem mit der RAW-Entwicklung. Sie gibt zwar wunderbare JPEGs aus, soweit ich gesehen habe. Aber wenn man RAW entwickeln will, ist man mit einem Modell mit klassischem Bayer-Matrix-Sensor besser bedient (trotzdem habe ich die X-E1 kurz in die Hände genommen und war bitter enttäuscht: sie ist relativ groß, aber leicht und vermittelt den Eindruck eines billigen Plastik-Produkts).

Ich habe meinen Fachhändler zweimal wieder verlassen, ohne dass ich mich für ein Modell entscheiden konnte. Ich konnte mich für kein Modell richtig begeistern. Rationell betrachtet musste es die OM-D werden, wenn ich tatsächlich ein Modell zwischen D600 und RX100 wollte. Eine Alternative sah ich nicht. Doch aufgrund der fehlenden Begeisterung fürchtete ich, dass ich mich nicht mit ihr anfreunden könnte.

Nach einer Nacht darüberschlafen habe ich die OM-D dann doch gekauft und zwar den Body alleine mit einem 45mm-ƒ1.8-Objektiv. Dieses ist wie beschrieben schön kompakt, lichtstark, hat vorzügliche Abbildungsleistungen, ein schönes Bokeh und ist mit etwa 300 Euro recht preiswert. Außerdem werde ich mein 20mm-Panasonic-ƒ1.7 weiter verwenden – ein Objektiv, das ich sehr schätze. Anschließend fehlt dann nur noch eine 12mm Festbrennweite.

Die Begeisterung für die OM-D ist in der praktischen Anwendung dann doch recht schnell gekommen. Hat man sich an das Bedienkonzept gewöhnt lässt es sich schnell und effizient mir ihr arbeiten. Das Klapp-Display erleichtert ungewöhnliche Perspektiven. Es ist ein Touch-Display. Allerdings ist es nicht das System des G3-Displays, das auf Druck reagiert und zuweilen etwas zäh auslöst, sondern eines, wie beim iPhone. Das fühlt sich spontaner an.

Ich glaube es war dprevie.com, die es etwas ironisch fanden, dass sich das OM-D-Display mit Handschuhen nicht bedienen lasse, wo sie doch durch ihre Spritzwasserabdichtung für die Arbeit bei frostigen Wetterbedingungen prädestiniert sei. Es ist eben wie beim iPhone: Es braucht die Berührung der Haut, oder aber eines Handschuhs, der an den spitzen mit einer speziellen Oberfläche versehen ist. Die G3 reagiert auf Druck und ist somit auch mit Handschuhen auslösbar. Theoretisch! Praktisch kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das G3-Display mit Handschuhen wirklich effizient bedienen lässt. Schon mit den Fingern führt das Auslösen über das Display immer zu einer merklichen Verzögerung, weil du erst den Druck ausüben musst. Bei der OM-D ist das eine Berührung und – »Zack!« – ausg’löst is! Mit Handschuhen wird die Schwammige Bedienung der G3 sicher noch schwammiger.

Die OM-D über das Display auszulösen ist eine echte Freude. Du hast wirklich die Aufnahme in dem Augenblick an dem Punkt scharf auf den du gerade mit dem Finger getippt hast. Die OM-D ist nämlich wirklich schnell. Bei allem Schatten ist das der Punkt, der begeistern kann. Mit guten Objektiven erzielt sie sehr spontan Aufnahmen in beachtlicher Abbildungsqualität. Nach den ersten beiden Tagen der Anwendung ist es zwar noch etwas früh ein Resume zu ziehen, aber ich habe den Eindruck, dass sie wirklich eine kompakte Systemkamera ist, die in Sachen Qualität der D600 das Wasser reichen kann. Eine Kamera, mit der ich auf Reisen die DSLR nicht vermissen werde.

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24mm

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»Wie viel Zoom braucht der Mensch?« habe ich in einem Artikel, unter dem Titel »40mm«, vor sechs Wochen gefragt und behauptet »gar keines!«

Nicht, dass ich Zooms schlecht finde. Ganz im Gegenteil: Wer mit einer Festbrennweite auf Weg geht, hat keine Möglichkeit die perspektivische Wirkung seiner Bilder zu gestalten. Zwar kann man den Blickwinkel verändern, aber unterschiedliche Brennweiten haben ganz verschiedene Auswirkungen auf Perspektive, Fluchten und Tiefenwirkung. Dennoch hat das Fotografieren mit einer festen Brennweite absolut seinen Reiz. So ist viel Lichtstärke bei Festbrennweiten bedeutend günstiger zu bekommen, als bei Zooms. Und viel Lichtstärke bedeutet nicht nur einen Vorteil bei ungünstigen Lichtverhältnissen, sondern auch mehr Gestaltungsspielraum mit Schärfentiefe und Bokeh.

Bei meiner Urlaubsreise nach La Palma im Frühjahr 2011 fehlte mir noch der Mut ausschließlich mit einer einzigen Festbrennweite zu fliegen. Doch die meiste Zeit blieben meine 24–70mm und 70–300mm Nikkore in der Finka und lediglich eine 24mm ƒ1.8 Festbrennweite von Sigma, mit Makro-Fähigkeit, begleitete mich.

Muss jedes Motiv jederzeit erreichbar sein? | Natürlich gibt es Motive, die sich damit nicht einfangen lassen. Vor allem all jene, die sich in der Ferne befinden und weg laufen oder fliegen, wenn man näher ran will. Manchmal gibt es auch Barrieren zwischen Fotograf und Motiv, die sich nicht so einfach überwinden lassen. Einen Fluss zum Beispiel, oder eine schlichte Absperrung. Aber ist es wirklich wichtig sie alle zu erreichen, so lange man nicht als Berufsfotograf darauf angewiesen ist genau dieses Motiv einzufangen?

Ich meine, was versäume ich schon, wenn ich auf einige Motive verzichte, weil ich nicht auf die passende Brennweite zoomen kann? Natürlich ist es toll ein eigenes tolles Foto eines Löwen, Bären oder von George Clooney zu schießen. Tatsächlich aber versäumen wir in jeder Minute unseres Lebens Millionen und Milliarden toller Motive, weil sie irgendwo auf der Welt statt finden und wir sie mit unseren Zooms nicht erreichen können. Doch mir persönlich geht es beim Fotografieren ums Fotografieren. Wenn ich Kimba, Meister Petz oder George begegne und keine passende Brennweite an der Kamera habe, sie gut abzulichten, ist das schade (jedenfalls bei Kimba und Meister Petz), aber keine Katastrophe. Schließlich sind großartige Bilder von Ihnen dank Internet immer nur einen Klick entfernt.

Oft der bessere Kompromiss | Ich ziehe es vor beim Fotografieren ein Maximum an Komfort bei bestmöglicher Abbildungsqualität zu haben. Und da sind auf Reisen und auf Tour Festbrennweiten einfach der bessere Kompromiss, als schwere Zooms mit guter Abbildungsqualität oder leichte und kompakte Zooms, die aber bei der Abbildungsleistung schwächeln. Und in Sachen Lichtstärke kommen auch die teuersten Zooms mit Festbrennweite nicht mit.

Die nachfolgenden Bilder sind alle mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden. Ich glaube sie zeigen sehr schön, dass man auch mit einer einzigen Brennweite Facettenreich fotografieren kann.

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Gut: Das ist noch nicht mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden, sondern zeigt mich beim Fotografieren mit selbigem.
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Eine Insel, eine Brennweite, viele Gesichter.

Auf in den Frühling

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Einige Zeit habe ich überlegt welches Objektiv mit auf meine nächste Fernreise soll. Klar war: Ein neues müsste her. Entschieden habe ich mich für ein Nikon 24–85mm Objektiv. Heute konnte ich es bei einem Frühjahrsspatziergang in meinem Ort etwas ausgiebiger einsetzen. Ich will mir im Moment noch kein Urteil darüber bilden und darüber schreiben – dafür wäre es noch viel zu früh – doch die erste Eindrücke sind positiv und ich habe das Gefühl, dass es eine sehr gute Entscheidung für ein Reiseobjektiv gewesen sein könnte. Zumindest ist es verhältnismäßig kompakt – zumindest, was man im Reich der Vollformatkameras als Kompakt verstehen darf.

Es sind profane Bilder, die ich heute gemacht habe. Einmal mehr. Aber ich liebe es trotzdem. Fotos können einen dermaßen anderen Blick auf alltägliche Dinge liefern. Können. Oft sind Bilder profaner Dinge einfach nur profan. Aber manchmal zeigen Fotos etwas, was sich dem menschlichen Auge nicht erschließt.

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Kaum erblüht und schon etwas abgefuckt, die kleinen Blüten. Aber wunderschöne Farben. Der Blickwinkel auf Augenhöhe und das nette Bokeh, das durch die offene Blende (ƒ4) entstanden ist, verleihen dem Bild einen bescheidenen Reiz; ›bescheiden‹ im durchaus positven Sinn.

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Fleißig müssen sie gewesen sein, die Spinnen, um diesen Ast – und ein paar andere im direkten Umfeld – dermaßen einzuspinnen. Und die Sonne hat das kleine Kunstwerk plastisch ausgeleuchtet. Die offene Blende, ƒ4, hat auch hier geholfen die Plastik vom Hintergrund freizustellen.

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Wo wir grad bei fleißig sind: Auch die Bienen waren es heute schon. Bienen im Flug scharf zu erwischen ist eine besondere Herausforderung. Wer mit einer Spiegelreflex fotografiert, und wie ich, im Vollformat, tut gut daran die Blende zu schließen. Ich habe Blende ƒ11 eingestellt. Genug Schärfentiefe um die Biene einigermaßen von vorne bis hinten scharf abbilden zu können. Und es vergrößert die Chance das Tier einigermaßen scharf zu erwischen. Blende ƒ22 oder kleiner wäre natürlich noch besser. Aber dann werden die Belichtungszeiten zu lang.

Helfen kann auch Serienbildaufnahme. Klack-klack-klack-klack-klack – Fotografieren wie mit dem Maschinengewehr erhöht die Chance auf einen Treffer immens. Allerdings nicht immer. Heute hat’s leider nicht gereicht.

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Beinahe böse sieht der kleine Honigsammler hier aus. Freistellen geht im Makro-Bereich mit Spiegelreflex und Vollformat von selbst. Man sollte die Blende schließen, um winzige Tiere von vorne bis hinten scharf abzubilden.

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Jetzt ist sie weg, die Biene. Aber hat das Buschwindröschen nicht dennoch seinen Reiz?

Welches Objektiv kommt mit auf die Reise?

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Seit einigen Wochen denke ich darüber nach, welche Fotoausrüstung mich auf die nächste Reise nach La Palma begleiten wird. Nicht weil die Auswahl an Kameras und Objektiven so groß wäre. In Frage kommt als Kamera entweder die Nikon D700 oder die Panasonic Lumix G3. Schwieriger ist die Frage nach dem Objektiv der Wahl.

Meine Auswahl an Objektiven für die Nikon D700 ist groß, aber das meiste ist entweder groß und schwer, oder Festbrennweite. Auch wenn ich im letzten Urlaub auf den Kanaren ausschließlich eine 24mm Festbrennweite eingesetzt habe und viel Spaß damit hatte, wünsche ich mir diesmal doch wieder etwas mehr Gestaltungsspielraum mit Brennweiten.

Als Begleiter für Unterwegs war eigentlich die Lumix G3 gedacht. Aber je länger ich im Angebot an Objektiven für Micro Four Thirds herumblättere, desto mehr bin ich davon enttäuscht. Das Gros der Gläser ist relativ Lichtschwach. Dabei bräuchte ich für kreatives Gestalten mit Schärfentiefe beim kleinen Bildsensor von Four Thirds ja dringend mehr Lichtstärke um durch Unschärfe freistellen zu können.

Sicher: Mit dem 20mm ƒ1.7 von Panasonic auf meiner Lumix lässt sich schon eine geringe Schärfentiefe und ein ansprechendes Bokeh erzeugen. Aber 20mm MFT (Micro Four Thirds) sind 40mm Kleinbild und das ist schon ein recht enger Bildausschnitt. Zu eng für eine Reise auf eine Kanareninsel. Außerdem habe ich damit ja dann erst recht wieder kein Zoom um die Brennweite zu variieren.

Da für Micro Four Thirds offensichtlich kein Objektiv nach meinen Vorstellungen verfügbar ist, komme ich nun auf die D700 zurück, auch wenn mir die leichte G3 lieber gewesen wäre als Reisebegleiter. Nun stellt sich aber die Frage welches Reisezoom es werden soll. Nach einigen Recherchen habe ich die potenziellen Kandidaten auf diese zwei Objektive reduziert: AF 24-85mm 1:2,8-4 und AF-S 28-300mm 1:3,5-5,6.

Ich muss gestehen, dass das, was man über das relativ preiswerte 28–300mm Nikkor liest, durchaus verlockend ist. Andererseits steht dieses Objektiv in Sachen Gewicht und Volumen meinem 24–70mm ƒ2.8 Nikkor gar nicht soweit nach. Und den Brocken möchte ich eben nicht wieder mit auf Reise nehmen.

Außerdem bin ich kein begeisterter Tele-Fotografierer und nutze sehr lange Brennweiten eher selten. Auf der anderen Seite hingegen würden mir 24mm statt 28mm Brennweite schon abgehen.

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Es sieht derzeit also nach dem 24–85mm ƒ2.8–4 aus. Das Objektiv ist deutlich kleiner und leichter als das 28–300. Die Stimmen, die man zu diesem Objektiv vernimmt, sind zwar geteilt. Wie so oft loben es die Einen in den höchsten Tönen, während es für andere eine unbrauchbare Scherbe zu sein scheint. Einmal abwarten. Vielleicht gibt es ja noch den einen oder anderen Tipp meiner Leser.

Die Technik macht kein Foto

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Wenn es um die Bedeutung der Technik für gelungene Aufnahmen geht, scheiden sich die Geister. Die einen rennen ein Fotografenleben lang besserem und teurerem Equipment nach, die anderen behaupten, dass die Qualität der Kameraausrüstung relativ bedeutuntslos ist. Wie meistens haben beide ein Bisschen recht.

Gute Fotografie besteht aus drei Komponenten:

  1. Inhalt
  2. Gestaltung
  3. Technik

Nur eine gute Bildidee oder ein wirklich interessantes Motiv führen zu einem beachtenswerten Resultat. Der Bildinhalt muss allerdings außergewöhnlich spektakulär sein, um auch ohne eine gute Bildgestaltung noch etwas rüber zu bringen. Das heißt ein gutes Motiv will in der Regel auch gut in Szene gesetzt werden. Einen Ausschnitt und seine Gewichtung und Proportionen zu komponieren, ist von größter Bedeutung für die Bildwirkung und braucht Erfahrung. Der aktuelle Trend banale Alltagsmotive in ungewöhnlichem Licht oder Perspektive neu zu erschließen, zeigt, wie viel mit guter Bildgestaltung möglich ist – da entstehen durchaus immer wieder beeindruckende Ansichten, bei Motiven die eigentlich absolut keine inhaltlichen Qualitäten zu haben scheinen.

Bildinhalt und Gestaltung haben etwa zwei Drittel Anteil an einem gelungenen Foto. Wer das ignoriert, wird niemals wirklich gute Aufnahmen machen. Doch die Bedeutung der Technik zu ignorieren, wäre ein fataler Fehler. Ich habe lange Zeit in intensiver Auseinandersetzung, vor allem mit der Gestaltung von Aufnahmen, mit einem relativen Low-Budget-Equitment gearbeitet: Mit einer Nikon D80 und einem 18–200mm Zoomobjektiv. Relativ Low-Budget bedeutet, dass dafür noch immer circa 1.500 Euro über den Ladentisch gegangen sind.

Absolut: Auch mit den Konstruktionsbedingten Mängeln dieses Allround-Objektivs lassen sich beeindruckende Aufnahmen erzielen, wenn man sich mit Inhalt und Gestaltung auskennt und auseinandersetzt. Dennoch konnte die Qualität meiner Aufnahmen praktisch niemals an jene heranreichen, die ich an den Bildern professioneller Fotografen bewundere. Bilder, wie man sie in Büchern, Zeitschriften und Magazinen abgebildet findet. Das ist natürlich auch frustrierend, weil man das Gefühlt hat, es sei mangelndes Können und Wissen, weshalb man diesen Grad professioneller Abbildungsqualität nicht erreicht.

Seit mir aber der Auftrag zum Schreiben eines Buches über eine professionelle Kamera die Möglichkeit eröffnet hat mit professionellem Equipment zu fotografieren, ist mir bewusst geworden, welche Bedeutung gute Geräte und Optiken für das letzte Quäntchen Abbildungsqualität professioneller Aufnahmen haben. Ein einziges Bild, aufgenommen mit einer Festbrennweite die preislich in der Region von 4.000 Euro liegt, hat mir den Unterschied zwischen der Abbildungsqualität von Amateur-Optiken und professionellen Systemen überdeutlich vor Augen geführt.

Damit möchte ich euch nicht aufrufen, all eure preiswerten Objektive im Altglaskontainer zu versenken. Ganz im Gegenteil: Setzt euch mit Bildgestaltung und Bildinhalt auseinander. Ein Fotograf, der mit diesen beiden Komponenten der Fotografie virtuos umzugehen versteht, wird auch mit der billigsten Kompaktkamera bessere Ergebnisser erzielen, als ein Knipser, der davon keine Ahnung hat mit dem teuersten Equipment. Seid euch aber bewusst, dass das letzte Drittel Qualität professioneller Aufnahmen an der professionellen Ausrüstung liegt. Wenn ihr trotz intensiver Auseinandersetzung mit Fotografie nicht an die Qualität der Profis ran kommt, dann liegt es wahrscheinlich weniger an euren mangelnden Fähigkeiten, als vielmehr an der Einsteiger-Fotoausrüstung.

Super Zoom! Aber wozu?

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In letzter Zeit sind wieder ordentlich zoomstarke Kompaktkameras, Bridgekameras und Superzooms auf den Markt gekommen. Die Hersteller überbieten sich mit Brennweitenbereichen. Da bringt Nikon eine P90 auf den Markt, die von 28–624mm reicht (umgerechnet auf Kleinbildformat). Olympus bietet sogar mit SP590-UZ ein Modell von 26–676mm an!

Früher fand ich den Gedanken an solche Boliden auch Geil. Mit beinahe 700mm Brennweite, da müsste man doch in der Lage sein die Schuhbändel vom Mann im Mond zu fotografieren. Wer aber wirklich einmal versucht hat mit langer Brennweite eine Vogel in ein paar Dutzend Meter Entfernung auf den Sensor zu bannen, wird wissen, wie schnell ein paar Meter Abstand ein paar Millimeter Brennweite überfordern können – auch wenn es 700mm sind. Gerade wer darauf aus ist, mit langen Rohren kleine Objekte zu jagen, wird seine Brennweitenträume schnell von der banalen Wirklichkeit eingeholt sehen. Aber eigentlich ist die Relativität von Brennweite noch das kleinere Problem an solchen Zoomgiganten. Das Problem ist vielmehr, dass sich mit Kompaktkameras mit langen Brennweiten nur selten gute Aufnahmen erzielen lassen. Das hat mit Atmosphäre und Licht zu tun.

Da ist einmal das Problem, dass man, je länger die Brennweite, desto mehr Licht benötigt. Leider lässt ein Objektiv desto weniger Licht zum Sensor, je länger die Brennweite ist. Das Resultat: Bei den extremen Verlängerungen mit Zoomriesen lassen sich nur unter äußerst hellen Lichtbedingungen einigermaßen unverwackelte Aufnahmen erzielen. Am besten bei strahlenden Sonnenschein. Leider ist strahlender Sonnenschein aufgrund harter Licht-Schatten-Kontraste nicht unbedingt der Freund gelungener Aufnahmen.
Der zweite Feind guter Aufnahmen auf weite Distanzen ist die Atmosphäre. Je größer die Distanz, desto mehr sorgt die Atmosphäre dafür, dass Aufnahmen milchig, flau und kontrastarm werden.

Es gibt sicher Aufnahmesituationen, in denen eine Kompaktkamera mit langer Brennweite gute Ergebnisse erzielen kann. Ich vermute aber, dass hinter dem Trend zu Kameras mit superlanger Brennweite in erster Linie die volkstümliche Weisheit »Viel hilft viel« steckt. Und darüber hinaus Unwissenheit.

Ich vermute, dass viele Käufer von Superzoomkameras von den Resultaten der Geräte enttäuscht sein werden und die Lust am Fotografieren verlieren.

Entgegen dem Trend zum langen Telezoom scheint es aber auch einen Trend zum Weitwinkel bei Kompaktkameras zu geben – eine Entwicklung, der ich viel mehr abgewinnen kann. Weitwinkel werfen viele Probleme von Superzooms gar nicht auf. Man ist oft in der Lage auch mit günstigen Modellen beeindruckende Landschafts- und Städteaufnahmen zu machen, und man bekommt vor allem dort mehr Action aufs Bild, wo Kompaktkameras vor allem daheim sind: Auf Partys und überall wo Leute zusammen kommen.

Welche Kamera ist die richtige?

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Via Twitter hat mich am Wochenende die Frage nach der besten Kamera erreicht. Ich bin Nikon-Fotograf aus absoluter Überzeugung. Deshalb kann ich nichts anderes empfehlen als eine Nikon.

Die drei großen Hersteller – Nikon, Canon und Sony – haben sicher langfristig das größte Potenzial und das größte Angebot an Objektiven – vor allem Canon und Nikon.

Mir fallen viele Argumente pro Nikon ein: Nikon ist bekannt dafür, besonders gute, große, helle Sucher zu bauen, und auch beim Systemblitzen scheint Nikon derzeit die Nase vor allen anderen Herstellern zu haben (vor allem wenn es um entfesseltes Blitzen geht). Die Qualität der Nikon-Objektive steht außer Zweifel (und im Gegensatz zu einem geizigen Mitbewerber 😉 kommen Nikon-Linsen immer MIT Streulichtblende), und, und, und.

Ein Canon-Fan wird aber wohl genau so viele Argumente pro Canon liefern. Alle Hersteller kochen mit Wasser und beinahe jedes Modell hat Vor- und Nachteile. Am Besten ist immer zu überlegen, was möchte ich mit der Kamera machen und welche must-have-Eigenschaften ergeben sich daraus für die Kamera. Bei Street-Photography ist derzeit zum Beispiel die Panasonic G1 neue Micro-Four-Thirds sicher eine Überlegung wert: Klein und kein Spiegel, der Lärm macht. Studio-Fotografen die einen preiswerten Einstieg ins Profi-Segment mit hoher Auflösung suchen und auf hohe ISO-Werte verzichten können, sollten die Sony α900 ansehen. Für alle, die im Gegensatz auf eine gigantische Auflösung verzichten können (man sollte sich ernsthaft überlegen, wie viel Auflösung man braucht und wie viel Auflösung zu viel ist), aber hohe ISO-Werte zu schätzen wissen, für die stellt die D700 (und darüber die D3) eine Revolution dar. Canons D700-Konkurrent 5D Mark II punktet mit fast schon doppelter Auflösung, wirft damit natürlich extrem hohe Datenmengen auf und ist damit auch deutlich langsamer als die D700. Bezüglich Rauschen habe ich von dieser Kamera schon gelesen, dass sie besser als die D700 sein soll, und gehört, dass sie mit der D700 nicht mithalten kann.

Und dann muss einem eine Kamera immer auch vom Feeling und der Bedienung her gut liegen und sympathisch sein. Ein Produkt wie ein Kamerasystem, darf einem nicht nur funktional entgegen kommen, sondern man muss es auch emotional mögen.