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Kategorie: Theorie & Technik

Bokeh wird überbewertet

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Vor ein paar Jahren habe ich auf einer Facebook-Seite gepostet, dass ich Bokeh für überbewertet halte, und dass man es sich mit lichtstarken Prime Lenses einfach und bequem machen kann: Blende aufreißen, draufhalten, abdrücken. Die geringe Schärfentiefe löst das Subjekt aus der Umgebung und damit gleichzeitig alle gestalterischen und kompositorischen Probleme.

Es hat schon was, wenn man ein Subjekt vor einem quirligen Hintergrund freistellen kann um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das zu lenken, was man ihm zeigen möchte. Für Bokeh sensibilisierte Augen werden wahrscheinlich regelmäßig Ahs und Ohs von sich geben, wenn sie in Kinoproduktionen ganze Personen aus dem Hintergrund herausgelöst sehen. Als Fotograf muss mein einiges investieren um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen. Das 200mm ƒ2 von Nikon kann das. Es kostet aber auch knapp 7000 Euro. Weiterlesen

Auflösung und Druckformat

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Wiederkehrend stößt man in der Fotografie auf die Frage, wie viel Auflösung eine Kamera denn eigentlich haben muss. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, es kann niemals genug sein. Aber stimmt das? Wie viel Auflösung benötigt der Fotograf?

Die Antwort lautet wie immer: Es kommt drauf an! Es gibt tatsächlich Anwendungen in der Fotografie, für die die Auflösung kaum einmal zu viel sein kann. Das ist allerdings eher die seltene Ausnahme von der Regel! Tatsächlich haben Kameras heute in der Regel für das Gros der Anwender und die meisten Aufgaben mehr als genug Auflösung. Ich würde behaupten für 99,9% der Aufgaben von 99,9% der Aufgaben. Mindestens! Weiterlesen

Vollformat vs. Micro FourThirds in Sachen Bildqualität

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Die Vorstellung der Olympus OM-D E-M1X hat die Diskussionen über die Bildqualität von Micro FourThirds, und ob sie professionellen Ansprüchen gerecht wird, wieder einmal kräftig hochkochen lassen. Als leidenschaftlicher Tierfotograf der auch bei Regen hinaus möchte, finde ich das neue Modell durchaus attraktiv. Das Preisschild von 3000 Euro schreckt mich wenig, hatten doch meine Vollformatkameras stets deutlich über 2000 Euro gekostet, ohne dabei die Möglichkeiten von Olympus’ neuem Flaggschiff zu bieten. Weiterlesen

Micro FourThirds ist tot!

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In einem heute Vormittag veröffentlichten Artikel, schrieb ich, dass mir manche Debatten zu MFT Sorgen bereiten. Das oben eingebettete Video, in dem Tony Northrup den baldigen Tod von Micro FourThirds ankündigt, gehört in diese Kategorie an Beiträgen. Das Problem ist, dass, wenn solche Prophezeiungen greifen – gerade, wenn sie von populären Bloggern oder YouTubern wie Northrup kommen –, die Gefahr besteht, dass sie zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden.

Als Neueinsteiger in eine Fotografie, die über das Knipsen mit Smartphones hinaus geht, oder als Aufsteiger von von der Basiskamera zum komplexen System, plagt einen wohl vor allem die Frage nach der Wahl des richtigen Systems. Niemand möchte in eines investieren, das in zwei oder drei Jahren sein End of Life erreicht. Singen aber viele Stimmen das Lied vom Tod, werden sich wahrscheinlich einige potenzielle Käufer von MFT abschrecken lassen. Weiterlesen

No Future, MFT?

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Mit Olympus’ Vorstellung der OM-D E-M1X wird wieder einmal eifrig der Sinn von MFT diskutiert und wer speziell mit diesem Modell erreicht werden soll, ist es doch für Olympus-Verhältnisse ein Monster das das Ansinnen von MFT ein kompaktes System zu sein konterkariert.

Olympus OM-D E-M1X; © Olympus 2019

Einerseits bereiten mir die Debatten über die Abbildungsqualitäten von MFT immer Bauchschmerzen, da es die Weiterentwicklung und den Fortbestand des Systems gefährden würde, würde die Ansicht, dass damit keine brauchbaren Aufnahmen zu erzielen sind, breiter Konsens. Andererseits finde ich die Debatte auch etwas lächerlich, diskutiert doch dieselbe Community parallel, ob Handys nicht in ein paar Jahren Systemkameras den Rang komplett streitig machen könnten. Weiterlesen

UV-Filter Schärfetest

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Vor knapp einem Monat habe ich im Artikel »Drei Meinungen über Fotografie die ich in letzter Zeit änderte« berichtet, dass ich vor kurzem einen Kratzer in meinem geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4.0 entdeckte und daraufhin beschloss sämtliche Objektive mit UV-Filtern auszustatten. Nebenbei sei verraten, dass Olympus mir ein Happy End bescherte, indem es das Objektiv einwandfrei reparierte, und das zu einem Preis von 250 Euro – deutlich weniger als ich erwartet bzw. befürchtet hatte.

Nach einiger Recherche entschied ich mich für Hoya UV Pro1 Digital-Filter (Amazon Affiliate Link). Nun hatte ich bereits nach der Bestellung eines ersten Filters einen Test durchgeführt und praktisch keinen nennenswerten Unterschied der Detailschärfe mit oder ohne Filter erkennen können.

Ich wollte es aber noch etwas genauer wissen und habe mich deshalb von einem von Roger Cicala durchgeführten Filtertest zu einem eigenen Aufbau inspirieren lassen. Cicala hat zum Einen 50 UV-Filter übereinander geschraubt um die Auswirkungen von so viel Glas auf die Abbildungsqualität zu demonstrieren, und zum Anderen Testaufnahmen mit einmal fünf hochwertigen Filtern übereinander und einmal fünf billigen Filtern übereinander gemacht.

Das clevere an diesem Testaufbau ist, dass sich eine Reduzierung der Detailschärfe die mit einem Filter kaum zu erkennen ist, bei fünf Filtern natürlich verfünffacht und entsprechend deutlicher ausfällt.

Als Objektiv für den Test habe ich das Panaleica 15mm ƒ1.7 (Panasonic | Amazon) gewählt. Dieses gehört laut dxomark.com zu den  besten MFT-Linsen, und mit 46 Millimeter hat es einen Filterdurchmesser für den ich die meisten UV-Filter habe. Also habe ich die vier Filter übereinander geschraubt und der Reihe nach je eine Aufnahme mit vier Filtern, drei, zwei, einem und ohne gemacht. Genutzt habe ich dabei den High-Res-Modus der Pen-F, das heißt die Bilder sind mit 50 Megapixel aufgelöst.

Was mich überrascht hat, ist, dass auch zwischen den Aufnahmen ohne und mit vier Filtern nur geringe Unterschiede zu erkennen sind, und das eben bei einer Auflösung von 50MP. Ich darf wohl daraus ableiten, dass bei den 16MP bis 20MP meiner MFT-Kameras mit einem einzigen Filter überhaupt kein Schärfeverlust zu erwarten ist. Das sagt natürlich noch nichts über eine verstärkte Neigung zu Geisterbildern oder Blendenflecken aus, doch zumindest diesbezüglich muss ich demnach nichts befürchten.

Die Abbildungen unten zeigen 1500 Pixel breite und 1000 Pixel hohe 100-%-Ausschnitte der vier Testaufnahmen. Hier sind die Originale zum Herunterladen: ZIP-Archiv mit 111MB.

Aufnahme ohne UV-Filter
Aufnahme ohne UV-Filter
Aufnahme mit einem UV-Filter
Aufnahme mit einem UV-Filter
Aufnahme mit zwei UV-Filtern
Aufnahme mit zwei UV-Filtern
Aufnahme mit drei UV-Filtern
Aufnahme mit drei UV-Filtern
Aufnahme mit vier UV-Filtern
Aufnahme mit vier UV-Filtern

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Drei Meinungen zu Fotografie die ich in letzter Zeit änderte

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Wie wird der französische Schriftsteller Francis Picabia zitiert? »Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann.« Wie recht er doch hat. In letzter Zeit habe ich mehrere meiner Ansichten zum Thema fotografieren revidiert.

1. UV-Filter sind nur unter Extrembedingungen sinnvoll

Mir schien das schnell einmal logisch: Der beste Schutz für die Frontlinse ist die Streulichtblende. Da Objektivglas nicht aus Zucker ist, ist die Wahrscheinlichkeit sich Kratzer einzufangen bei sorgsamem Umgang sehr gering. Und zweifellos sorgt Zusätzliches Glas im Lichtdurchgang eher nicht für mehr Bildqualität. Also habe ich UV-Filter abgelehnt und lediglich unter sandsturmähnlichen Bedingungen auf meine Objektive geschraubt.

Und dann das: Ein – nein zwei – Kratzer ausgerechnet an meinem teuersten und aktuell geliebtesten Objektiv, dem M.Zuiko 300mm ƒ4. 🙁

Das hat mich dann doch zum Nachdenken gebracht und ich habe meine gesamten Objektive sorgsam gereinigt und untersucht. Das Ergebnis: Ein zweiter, wenn auch winziger Kratzer auf dem M.Zuiko 12–100mm ƒ4. Bitter.

Nun muss ich vielleicht dazu erklären wie ich in den letzten Jahren fotografiere: Ich bin oft und mehrere Kilometer lang mit umgehängter E-M1 II und 300mm ƒ4 unterwegs und will stets rasch Schussbereit sein. Vor dem Einsatz einen Objektivdeckel abnehmen zu müssen würde mich zu viele Aufnahmen versäumen lassen. Die Streulichtblinde ist zwar vorgeschoben, doch die kann beim 300er schon einmal versehentlich zurück rutschen. Und dann sind da noch die Verschlüsse des Rucksacks die gelegentlich an ihren Riemen herumbaumeln. Was letzten Endes zum Kratzer in der Linse geführt hat – keine Ahnung. Aber er ist da. Und er schmerzt.

Weitwinkelzooms wiederum sind lediglich von recht kurzen Streulichtblenden geschützt. Zwar ist für die Motive die ich damit fotografiere Sekunden schnelle Einsatzbereitschaft nicht notwendig. Doch alle paar Minuten den Deckel abnehmen und dann wieder aufsetzen ist dann doch etwas mühsam. Außerdem: Beim Aufsetzen kann der Deckel schon einmal quer laufen und die Frontlinse streifen. Ob das keine Kratzer erzeugen kann? Ich hatte Vergütungen immer für sehr widerstandsfähig gehalten – zumindest hört man das immer wieder – aber nun bin ich mir diesbezüglich nicht mehr so sicher.

Also habe ich zum ersten Mal recherchiert was andere zu dem Thema zu berichten haben – bislang schien mir einfach logisch was die vermeintlich meisten die etwas zu Fotografie zu sagen haben propagieren. Besonders erhellend fand ich dabei einen Versuch den Roger Cicala machte: Er hat 50 sowohl billige als auch teure UV-Filter übereinander geschraubt und Testaufnahmen gemacht. Nicht verwunderlich, dass das Ergebnis Matsch war. Interessanter ist aber sein Vergleich mit jeweils einmal fünf teuren und einmal fünf billigen Filtern. Mag der Qualitätsverlust mit einem Filter gering sein, so zeigt er sich mit fünf Filtern im Vergleich zu einer Aufnahme ohne doch recht deutlich – er lässt sich also nicht weg diskutieren. Ebensowenig lässt sich aber leugnen, dass die Investition in hochwertige Filter lohnt – wenn man schon welche nutzen möchte.

Nun habe ich nicht eben viele Tests bzw. Vergleichstests zu UV-Filter gefunden, was mit der Skepsis zusammenhängen dürfte mit der die Digitalfotografie- Community dem Thema gegenüber steht. Nach einer Hand voll brauchbarer Suchergebnisse schienen anschließend beinahe nur mehr Tests zu Pol- und ND-Filtern auf. Orientiert habe ich mich für die Bestellung eines Testfilters dann bei lenstip.com. Entschieden habe ich mich unter den dort verglichenen Filtern für einen Hoya UV Pro1 (Amazon) zum Testen. Dieser ist zwar deutlich preiswerter als der Gewinner des Lenstip-Vergleichstests, des Hoya HMC UV, doch sie schreiben dort auch, dass der Pro1 bei gleicher Abbildungsqualität besser zu reinigen sein soll, und auf Grund meiner Erfahrungen mit der Reinigung mancher Filter war das für mich dann doch ausschlaggebend den Mehrpreis zu zahlen.

Mittlerweile habe ich den Filter erhalten und anhand eines Testcharts getestet. Ein Unterschied einer Aufnahme mit und ohne Filter ist mit Panalaica 12mm ƒ1.4 und den 20MP der Pen-F nicht zu erkennen. Das sagt nun natürlich nichts über die Neigung zu Blendenflecken und Geisterbildern auf, aber unterm Strich bin ich doch zur Erkenntnis gelangt, dass ich eine dezente Zunahme dieser Phänomene eher in Kauf zu nehmen bereit bin, als unwiderrufliche Makel in meinen teuersten Optiken. Inzwischen habe ich alle meine Objektive mit Hoya-Pro1-UV-Filtern ausgestattet.

2. Belichtungsmesswertspeicherung brauche ich nicht

Obschon ich den Sinn einer Belichtungsmesswertspeicherung durchaus gesehen habe, habe ich sie bis vor kurzem kaum genutzt. Ich bin eher so vorgegangen, dass ich die Belichtung manuell oder in der Blendenvorwahl eingestellt und ausgelöst habe, die Aufnahme anhand des Histogramms geprüft und bei Bedarf eine neuerliche Aufnahme mit Belichtungskorrektur vorgenommen habe. Mit der Mittenbetonten Belichtungsmessung meiner OM-Ds, Weitwinkel und Landschaftsaufnahmen ist diese Vorgehensweise aber oft etwas mühsam, wenn ich die Kamera nach unten schwenke um auf ein Objekt im Vordergrund zu fokussieren und dann gegen den Himmel richte um ihm mehr Platz einzuräumen. Die Belichtung wird dabei nachjustiert und muss korrigiert werden.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist eine Belichtungsmesswertspeicherung mit Spotmessung. Und so brauche ich Belichtungsmesswertspeicherung jüngst nun doch.

3. Ich will das Fotografieren nicht einer Drohne überlassen

Kam bis vor einiger Zeit das Thema auf die Fotodrohne, habe ich stets argumentiert, dass ich den Spaß am Fotografieren selbst haben und nicht einem Minihubschrauber überlassen möchte. Allerdings muss ich gestehen, dass Landschaftsfotografie im Flachland oft öde ausfällt, da der flache Blickwinkel dazu führt, dass 90% des Motivs von Himmel und Vordergrund dominiert werden und jegliche Weite in einem Schmalen Streifen verdichtet wird – gerade bei Teichen und Seen sind eindrückliche Aufnahmen meist kaum möglich.

Nun wohne ich in einer Region zahlreicher Berge mit unzähligen Aussichtspunkten die ein Fotografieren in der Aufsicht erlauben. Doch da wo die landschaftlichen Erhebungen fehlen eröffnet ein Flutzug einfach bedeutend eindrücklichere Perspektiven. So bin ich am Ende denn nun doch auf  die Drohne gekommen und habe dabei gelernt, dass das Fotografieren damit sich gar nicht so sehr von der Arbeit mit dem Fotoapparat unterscheidet. Zwar ist bei Weitwinkel und kleinem Sensor die Auswirkung einer Blendeneinstellung zu vernachlässigen, doch die Belichtung ist ebenso zu korrigieren wie an der Digitalkamera und die Suche nach dem optimalen Blickwinkel ist auch praktisch dieselbe, nur dass die Bewegung nicht mit den Beinen sondern den Steuerhebeln der Fernbedienung ausgeführt werden.

Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann!

Warum die Olympus OM-D E-M1 optimal für mich ist

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Vor einigen Tagen habe ich einen ausgiebigen und interessierten Blick auf die Panasonic Lumix G9 geworfen. Wie berichtet reizten mich das LCD-Display an der Oberseite sowie dedizierte Schalter für AF-Modus und Serienbild. Gerade die Schalter zum Umschalten von Einzel- auf Serienbild sowie für AF-Modus/MF meinte ich bei Olympus immer zu vermissen. Ich habe dazu gelernt.

Nun sollte man wissen wie ich fotografiere um zu verstehen wie ich zu meinen Bewertungen komme. Ich bin vor Jahren von Vollformat auf MFT umgestiegen weil ich primär auf Achse fotografiere. Seit Langem begleiten mich dabei zwei Kameras: In der Regel eine mit Weitwinkelzoom und eine mit Standard- oder Telezoom. Inklusive Getränkeflasche und was sonst noch so mit muss, drücken Vollformat DSLRs dabei ganz schön auf die Schultern (um rasch reagieren zu können hänge ich beide Kameras um und transportiere keine im Rucksack). Das MFT-System stellt diesbezüglich eine deutliche Erleichterung dar.

Natürlich bieten größere Gehäuse mehr Platz für Bedienelemente, doch wenn ich Volumen und Gewicht dagegen auf die Waage lege, wiegt für mich der Vorteil eines kompakteren Bodys einfach mehr. Ohnehin bieten Kameras wie die E-M1 und G9 mehr Bedienelemente bzw. Funktionstasten als ich bauche.

Meine Kameras sind heute so konfiguriert, dass ich am vorderen Einstellrad die Blende einstelle und am hinteren die Belichtungskorrektur bzw. Zeit. Die üblicherweise zur Belichtungskorrektur voreingestellte Taste nutze ich nicht (und ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb das bei den meisten Kameras Standard ist). Daneben nutze ich eine Funktionstaste um die Empfindlichkeit zu justieren, eine um das AF-Feld zu aktivieren – das Verschiebend des Feldes nehme ich dann über vorderes/hinteres Einstellrad vor – und eine Taste um das AF-Feld wieder auf Home (Mitte) zu schicken, wobei ich Letzteres nur belegt habe weil ich genügend FN-Tasten habe, nicht weil ich es als Notwendigkeit empfinde. Alle anderen Einstellungen wechsle ich über zwei speziell konfigurierte Benutztermodi (C1 und C2).

Mit der E-M1 II bin ich in der Regel auf Vogeljagd. Sitzt oder steht ein Vogel nutze ich Einzelautofokus, ein Messfeld und Einzelbild. Für Vögel im Flug nutze ich kontinuierlichen AF, neun Messfelder und Serienbild mit sieben Aufnahmen die Sekunde. Mittels dieser beiden Konfigurationen kann ich in einem einzigen Augenblick die Konfiguration der Kamera wechseln um auf Motive zu reagieren – sitzende Vögel warten nicht, bis sie geschossen wurde, fliegende schon gar nicht. Erst nach dem Test der G9 wurde mir der Vorteil von Olympus’ Verzicht auf dedizierte Bedienelemente zum Wechseln des AF-Modus sowie Wechseln zwischen Einzelbild/Serienbild bewusst: Das Wechseln Mittels des Costumer-Modus ist bei allem das über Hardware gesteuert wird nicht möglich, zumindest wenn sich Hard- und Software-Einstellung nicht widersprechen soll.

Mit zwei Kameras umhängend ist der Gewichts- und Volumensunterschied zwischen E-M1 II und G9 für mich keineswegs irrelevant, schließlich bin ich so durchaus auch mehrere Stunden auf Achse. Hinzu kommt, dass mir die Olympus mit ihrem Tiefen Griff deutlich besser, sicherer und bequemer in Händen liegt, als der breite aber im Vergleich flache Griff der Panasonic – mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an der Kamera ein deutlicher Unterschied.

Nun möchte ich mit diesem Bericht keinesfalls die G9 schlecht schreiben. Wie im Bericht über sie zusammengefasst halte ich sie für eine exzellente Kamera und auf Augenhöhe mit der E-M1 II – es ist reine Geschmacksache ob man die eine oder andere besser findet. Für meinen Geschmack wiegen einfach LCD-Display und andere Bedienelemente den Vorteil des für mich optimal geformten E-M1-Bodys nicht auf und der riesige elektronische Sucher ist zwar beeindruckend, doch praktisch konnte ich keinen Vorteil gegenüber dem E-M1-Sucher feststellen.

Die einzigen beiden Dinge die mir an der G9 tatsächlich besser gefallen haben als an meiner E-M1 ist der Joystick zur Auswahl des AF-Messfelds sowie die Möglichkeit mit der ISO-Empfindlichkeit gleichzeitig auch das Maximum für Auto-ISO ändern zu können.

Dem gegenüber haben meine Recherchen ergeben, dass die E-M1 bei der Fokussierung die Nase vorne haben dürfte. Sämtliche Tests die ich gelesen und angesehen habe ziehen das Fazit, dass die G9 diesbezüglich bestenfalls auf Augenhöhe mit Olympus’ Flaggschiff steht, die meisten ordnen sie etwas dahinter ein. Und soweit ich mitbekommen habe auch nur dann, wenn Panasonic-Objektive eingesetzt werden. Panasonics Depth from Defocus Technik arbeitet nich mit Linsen von anderen Herstellern. Schlechte Karten bei mir, da ich überwiegend Olympus-Objektive im Einsatz habe. Hinzu kommt, dass die meisten Kommentatoren das Verhalten der Kamera beim Einsatz von DFD als Gewöhnungsbedürftig bis »it can drive you crazy« beschreiben.

Fazit also nach meinem Text der G9: Die E-M1 ist die ideale Kamera für mich. FÜR MICH.

Schärfentiefe und Abbildungsmaßstab

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An verschiedenen Stellen in meinem Blog steht zu lesen, dass die Brennweite die Schärfentiefe beeinflusst: Je länger die Brennweite desto geringer die Schärfentiefe. Nicht zum ersten Mal wurde ich vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die Brennweite keinen Einfluss auf die Schärfentiefe habe sondern lediglich Abbildungsmaßstab und Blende dazu beitrügen.

Die Anmerkung ist theoretisch so richtig wie praktisch falsch. Um den Denkfehler zu demonstrieren habe ich mir von meinem freundlichen Fachhändler ein Objektiv mit großem Brennweitenumfang ausgeborgt – einmal mehr gilt mein Dank Foto Hebenstreit für die Unterstützung. Natürlich hätte ich auch zwei meiner Objektive nehmen können, doch ich wollte verhindern, dass mir jemand vorwerfen kann die verschiedenen Linsen hätten die Ergebnisse verfälscht. Weiterlesen

Der Spaß ist was zählt

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Für Musiker gibt es die Spielfreude. Gibt es etwas vergleichbares in der Fotografie? Oh ja, ich weiß, dass es das gibt. Ich kenne die pure Freude am Fotografieren. Aber warum wird so wenig darüber gesprochen? Und geschrieben. Statt dessen geht es nur um so ernste Dinge wie Technik und Kunst.

Kunst | Zum Beispiel geht mir die Wichtigtuerei einiger Fotografen um »die Vision« manchmal ziemlich auf den Zeiger. Weder Musiker, noch Maler, noch Schriftsteller nehmen sich diesbezüglich so ernst. Ein Buch erfordert aber beileibe mehr Engagement als ein Foto – ich weiß wovon ich schreibe. Vielleicht mag es bei Architekten angemessen sein von »Visionen« zu sprechen, denn ohne übersteht man die Jahre großer Projekte wohl kaum. Aber Fotografie muss ich zum Glück nicht so bitter ernst nehmen.

Sicher ist die Fotografie ein kreativer Akt. Gute Fotografie lebt von einem guten Auge, guten Ideen, guter Inszenierung und Gestaltung. Fotografie ist mehr als draufhalten und abdrücken. Meinetwegen mag man das als Kunst sehen wenn man will.

Doch was unterscheidet Fotografie von anderen Künsten?

Zum Beispiel, dass in keiner anderen Disziplin die Künstler so in zwei Lager gespalten sind: In jene, die glauben das Wesen der Kunst liege im Werkzeug, und jene, die glauben das Werkzeug sei bedeutungslos.

Technik | Es ist absurd zu glauben die Technik wäre irrelevant. Fotografie war schon immer eine technische Disziplin und ist es digital mehr denn je. Wer die Technik negiert bleibt Gefangener seines begrenzten Fotografiebegriffs. Wer die Technik nicht beherrscht wird von der Technik beherrscht. Oder ist zumindest davon ausgeschlossen die Möglichkeiten ausschöpfen zu können. Negieren der Technik ist eine Art kreativer Kastration. Man darf aber nicht vergessen, dass sie nur Mittel zum Zweck ist!

Dass die Technik nur ein Werkzeug zur Fotografie und nicht ihr Kern ist scheint jedoch vielen nicht bewusst zu sein. Zu vielen. Viel zu vielen. Oft habe ich den Eindruck es gibt beinahe nur jene die ihre Fotografie vor allem durch das Wesen ihrer Ausrüstung definieren.

Es geht darum die Technik zu verstehen und zu beherrschen, nicht darum die neuste Technik einzusetzen. Es ist sicher schön, die neueste, größte und beste Kamera samt teuerster Objektive zu besitzen, samt Sherpa, der das alles auf Location schleppt. Aber ohne dem Herr zu sein bringt es wenig. Und für die Qualität guter Bilder ist das noch nicht einmal zweitrangig. Einmal abgesehen von professioneller Werbefotografie. Allerdings will in der Werbung kaum einer gute Bilder sehen, sondern nur professionelle, aber langweilige Produktfotos und perfekt inszenierte Klischees die von Vision und Kunst so weit weg sind wie Schnee von der Sahara – Ausnahmen bestägiten die Regel.

Selbstverständlich weiß jeder Maler um die Bedeutung guter Pinsel und guter Farben, doch sie stehen nicht im Mittelpunkt. Sie stehen noch nicht einmal annähernd in der Nähe dessen was für den Maler von zentraler Bedeutung ist. Man kauft gute Pinsel, gute Farben – das war’s. Man studiert keine Blogs und kauft keine Testmagazine die sich beinahe ausschließlich mit Pinseln und Farbtuben befassen.

Ebenso wissen Musiker um die Bedeutung ihrer Instrumente. Aber für einen guten Musiker wird das Instrument nie im Mittelpunkt stehen. Klar gibt es Fachmagazine die Instrumente testen. Aber für Musiker steht die Musik im Vordergrund. Musiker lieben ihre Instrumente, doch sie lieben die Musik noch viel mehr. Bei Fotografen habe ich oft das Gefühl sie lieben vor allem ihre Ausrüstung. Manche Musiker sammeln Instrumente, was aber nichts mit der Neigung von Fotografen zu tun hat, nach einem halben Jahr mit einer Kamera schon auf die neueren Modelle zu schielen.

Für einen Autor ist der Computer und die Software ohnehin relativ belanglos. Eine gute Software um Bücher zu konzipieren ist Gold wert – ich würde nie ein Buch mit Word schreiben. Am wichtigsten ist eine gute Tastatur. Aber sobald das passt verschwende ich keinen Gedanken mehr darüber, sondern verfalle der Schreiberei. Schreiben ist eine besondere Art des Flows – bei mir ist sie wohl nicht von Besessenheit zu unterscheiden.

Spaß | Ich habe den Eindruck, dass bei vielen Leuten bei all der Vision, den neuesten technischen Errungenschaften und dem Pixelzählen von hochauflösenden High-ISO-Aufnahmen in der 100-%-Ansicht am Bildschirm die Freude am Fotografieren an sich abhanden kommt.

Ich weiß schon was gute Bildqualität ist. Ich arbeite wohl schon länger mit 100-%-Ansichten am Monitor wie die meisten Fotografen, denn ich machte schon Bildbearbeitung als Fotografen noch analog fotografierten. Aber gute Fotos haben damit wenig zu tun. Seht euch die Bilder des iPhone Photo Awards an. Ganz große Fotografie. Ich würde schätzen 90% aller Fotos mit High-end-DSLRs jenseits der 1000-Euro-Schallmauer (Body, ohne Objektive) aufgenommen erreichen nicht annähernd die Qualität dieser Bilder (freundlich geschätzt). Beim Pixelzählen wäre die Qualität besser, klar! Aber nicht in der Bildqualität. Und um was geht es denn in der Fotografie? Um Schärfe? Und Rauschfreiheit? Um Megapixel? Nein! Es geht um Bilder.

Ich kann nicht mit dem iPhone fotografieren. Ich finde zwar die HDR-Funktion meines iPhones (4) beachtlich und habe den Eindruck, dass Apples Software diesbezüglich Nikons, Canons und Olympus’ HDR-Funktionen den Schneid abkauft. Aber ich kann trotzdem nicht mit dem iPhone Fotografieren. Weil ich den fotografischen Prozess mit einer richtigen Kamera liebe!

Flow | Ich liebe den Prozess mit einer Kamera zu arbeiten, die gut und satt in den Händen liegt. Hochwertige Materialien die sich gut anfühlen. Ich möchte durch einen Sucher schauen und mit der Kamera verschmelzen, auch wenn ich den Wert eines Klappdisplays für extreme Perspektiven zu schätzen weiß (Handys Klappdisplays keine). Ich will über griffig und gut gerasterte Räder Blende, Zeit und ISO wählen können. Ich will ein Objektiv mit dem ich Zoomen oder an dem ich einen Ring zur Fokussierung drehen kann. Ich möchte darüber nachdenken, welches Objektiv für eine Aufnahme am besten geeignet ist und ich möchte Objektive wechseln – eines entriegeln und vorsichtig von der Kamera schrauben und ein anderes dann anlegen und verriegeln.

Ich will in RAW fotografieren und mit eigenen Händen und meiner Kreativität entscheiden wie das Rohmaterial entwickelt werden soll. Fotografie ist ein kreativer und anspruchsvoller Prozess, den ich von vorn bis hinten genieße. Sie führt mich zu einem Flow, den ich sonst nur vom Schreiben und vom Tanzen kenne, allerdings ohne auszurasten, wie beim Tanzen. Was für mich zählt ist dieser Flow.

Für den Flow brauche ich eine Kamera mit der das Fotografieren selbstverständlich wird; eine Kamera die den Fluss fördert statt ihn zu behindern. Ob diese Kamera die besten messbaren Daten auszuwerfen in der Lage ist, ist mir einerlei.

Nicht Daten zählen. Bilder zählen. Siehe iPhone Photo Award. Kamera und ich müssen in der Lage sein zur Einheit zu verschmelzen. Wenn die Kamera dabei auch noch die bestanzunehmenden Daten beim Pixelzählen erzeugt ist das super. Wenn nicht, kann ich damit leben.

Auch die Kameras die labortechnisch betrachtet nicht die besten Bilder ausspucken, erzeugen heute ausgezeichnete Aufnahmen von denen man vor wenigen Jahren auch am Ende der High-end-Skala nicht zu träumen gewagt hätte. Entscheidend ist die Kamera, die mich die besten Bilder machen lässt, und nicht die, die die beste Bildqualität liefert. Und die besten Bilder macht man nur mit Freude an der Arbeit. Also ist es wichtiger Freude an der Arbeit mit einer Kamera zu empfinden, als dass sie in Laboren und beim Pixelzählen gewinnt. Aber ich weiß, dass die Pixelzähler viel zu sehr mit Pixelzählen beschäftigt sind, als dass sie das verstehen würden.

Der Weg über die Sony RX100 zur Olympus OM-D

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Seit 2008 fotografiere ich nun mit einer digitalen Spiegelreflexkamera im Kleinbildformat, zuerst mit der Nikon D700, jetzt mit der Nikon D600. Kameras die mit entsprechenden Objektiven beeindruckende Resultate liefern, aber aufgrund von Volumen und Gewicht keine idealen Wander- und Reisebegleiter sind. Auch in der Street Photography sind sie suboptimal – du siehst damit aus wie ein Paparazzo. Ich glaube jeder, der so eine Kamera hat, stellt ihr früher oder später eine kompakte Zweitkamera für den Alltag zur Seite.

Die erste kompakte Begleiterin für den Alltag, mit der ich wirklich zufrieden war, war die Canon S95. Sie ist klein und verdient damit auch wirklich die Bezeichnung Kompaktkamera – sie passt ganz locker in eine Jackettasche, ohne es auszubeulen. Dabei liefert sie sehr gute Abbildungsqualität, kann RAW aufnehmen und bietet alle Einstellmöglichkeiten, die man sich als ambitionierter Fotograf wünscht, in schnellem Zugriff. Bis heute sind die Modelle S95, S100 und S110 meine Empfehlung, wenn mich jemand nach einer Kompaktkamera fragt.

Abgelöst wurde die S95 bei mir von der Olympus XZ-1. Leider machte mich die in Foren, Magazinen und von Juroren so hoch gelobte Kamera absolut nicht glücklich. Zwar ist die Lichtstärke des Objektivs beeindruckend und erlaubt das Freistellen von Personen in Porträts – was von kaum einer anderen Kompaktkamera vergleichbar erreicht wird. Auf der Schattenseite liegt aber ein Objektivdeckel der lieber abfällt als hält, ein Moduswählrad das sich viel zu leicht verstellen lässt und immer falsch eingestellt ist, wenn man die Kamera aus der Tasche zieht, und dass sich für die Ansicht nach der Aufnahme kein Histogramm einstellen lässt.

Ich habe die XZ-1 mittlerweile wieder verkauft und hoffe, dass der Käufer damit glücklicher wird, als ich es war. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Prüfer, Tester und Juroren von Digitalkameras Ihre Eindrücke wohl eher aus dem Labor und von Datenblättern haben, als vom Praxiseinsatz.

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Zur einzigen Kompaktkamera, die mich, neben der Canon S95, bislang vollständig zufrieden stellen konnte, wurde letzten Sommer die Sony RX100. Sie besticht zunächst einmal durch ihr schlichtes, klares Design – eine Eigenschaft, die sie mit Canon S95/S100/S110 und Olympus XZ-1 teilt. Nimmt man sie allerdings zur Hand, hebt sie sich sogleich von den beiden anderen ab. Sie fühlt sich schwerer, metallischer und wertiger an. Ich liebe den Eindruck, den echte Materialien dem Tastsinn vermitteln. Deshalb ist mir ein iPhone aus Glas und Metall auch lieber, als ein Plastik-Handy.

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass viele Leute – vor allem Frauen – leichte Geräte bevorzugen. Ich persönlich kann mit Plastikbombern überhaupt nicht. Besonders ekelhaft finde ich Oberflächen aus Plastik in Chrom- oder Metall-Look. Natürlich findet sich auch an der Oberfläche der RX100 Kunststoff. Dennoch findet genug Heavy Metal Einsatz um das Gefühl zu vermitteln, dass es sich hier um ein echtes Stück Hardware handelt.

Wichtiger ist natürlich was im Gehäuse steckt. Bei der RX100 ist vor allem der für eine Kompaktkamera relativ große Bildsensor hervorzuheben. Trotzdem, dass er mit 20MP in meinen Augen mit Auflösung völlig überladen ist (mir wären so etwa 12MP deutlich lieber), ist die Bildqualität tadellos und das Rauschverhalten beeindruckend gut. Deshalb habe ich einen Artikel über sie auch mit »Best Compact in the World« überschrieben.

Auch nach mehreren Monaten freue ich mich noch immer die Kleine in die Hand zu nehmen und mit ihr zu fotografieren. Ich glaube es ist für eine Kamera gar nicht so leicht mich auf Dauer zufrieden zu stellen. Doch die RX100 gibt mir keinerlei Anlass über eine mögliche Alternative auch nur nachzudenken.

Wenn ihr mich fragt, ob es auch etwas zu bekriteln gibt: Ja. Die Chromatische Aberration kann in extremen Kontrasten gelegentlich einmal etwas abenteuerlich ausfallen. Und die Brennweite beginnt am kurzen Ende bei 28mm Kleinbild – das kann die S110 mit 24mm heute besser. Was ich in einem früheren Artikel noch kritisch angemerkt habe, dass sich die Verriegelung des Batteriefachdeckels sehr leicht öffnen lässt, hat sich in der Praxis als unproblematisch herausgestellt.

Ist die RX100 nun die Kompakte, die ich jedem empfehle? Nein! Die meisten Leute, die eine Kompakte suchen, werden wohl keine 600 Euro ausgeben wollen – um dieses Geld (oder weniger) kaufen sich viele eine Einsteiger-DSLR mit Kit-Objektiv. Deshalb hört man von mir meist »Canon S110« wenn ich nach »Kompaktkamera?« gefragt werde.

Natürlich kann die RX100 nicht mit der Qualität meiner D600 mithalten – schließlich kostet die DSLR auch ohne Objektive mehr als das Dreifache. Für Schnappschüsse im Alltag ist das Belanglos. Geht es aber auf Urlaubsreise, sind mir die Möglichkeiten einer Kompakten zu eingeschränkt und es ist mir die Lücke in Sachen Detailqualität zu groß, wenn die fotografischen Bedingungen eines Motivs zu sehr vom optimalen Standard abweichen. Aus diesem Grund will ich nicht auf ein Zwischending, zwischen Nikon-KB-DSLR und Sony-Kompaktkamera verzichten. Als solches Zwischending habe ich mir 2011 die Lumix G3 gekauft – das war noch vor der RX100.

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Die Lumix G3 ist eine solide kleine Kamera und eine gute Option für alle, die mehr wollen, als eine Kompakte bieten kann, denen aber eine Spiegelreflex zu groß ist. Ich habe gemeinsam mit ihr und der ausgezeichneten Panasonic-20mm-ƒ1.7-Festbrennweite im Herbst 2012 eine zweiwöchige Rundfahrt durch Österreich bestritten und war mit den Ergebnissen durchaus zufrieden, habe allerdings oft auch gemerkt, dass ich nicht das erreiche, was mit meiner Nikon DSLR möglich gewesen wäre.

Der Einzug der Sony RX100 in meinen Kamerapark hat dann die G3 endgültig in Frage gestellt. Zwar hat die G3 durchaus einige Vorteile gegenüber der RX100 – zum Beispiel eben eine lichtstarke Festbrennweite und ein Klappdisplay – in Sachen Abbildungsqualität schneidet der Bildsensor der RX100 allerdings besser ab, als jener der G3 (das darf nicht wundern: die RX100 kostet aktuell mehr als die G3 mit Kit-Objektiv). Die Vorzüge der Lumix waren mir nicht mehr groß genug, um sie, statt der RX100, einzupacken. Also musste sie ersetzt werden.

Die Recherche nach einem neuen Zwischending haben mir dann gezeigt, wie wenig ausgereift der Markt an Systemkameras noch immer ist.

Nikons Systemkameras schieden gleich einmal aus. Zwar ist die J-Serie durchaus schick (was ich von der S nur eingeschränkt und der V gar nicht sagen würde) und die Kameras fühlen sich wirklich gut und wertig an. Aber sie sind doch eher für den unbedarften Fotografen konzipiert, dem Kompaktkamera nicht mehr reicht und der Objektive wechseln möchte. Für diese Zielgruppe finde ich die Nikon 1 eine absolut zu beachtende Option. Wenn man allerdings, wie ich, direkten Zugriff auf Belichtungsmodi, ISO, Schärfe etc. haben möchte, dann ist das System uninteressant.

Bei den Lumix-Modellen, auf die ich von der G3 her aufsteigen hätte können, habe ich Probleme mit der Optik – ich finde sie schlicht hässlich. Mein Zwischending sollte auch ein bisschen Schick aussehen, und nicht wie eine verkleinerte DSLR, die aufgeblasen wurde.

Olympus OM-D E-M1

Die Olympus OM-D spukte mir im Kopf herum, seit das erste Bild von ihr an die Öffentlichkeit sickerte. Dass sie einen klaren Aufstieg gegenüber der G3 darstellt steht außer Zweifel. Nur machte ich bereits mehrfach negative Erfahrungen mit Olympus. Meine erste DSLR hätte eine Olympus werden sollen. Doch aufgrund von Mängeln in der Benutzerführung bin ich bei Nikon gelandet. Später habe ich mir eine Olympus-Kompakte gekauft, weil es eines der ersten Kompaktmodelle mit 24mm Weitwinkel war. Doch die Bildqualität war dermaßen grottenschlecht, dass ich sie nach einem Wochenende eingetauscht habe – auch hier machte dann Nikon das Rennen. Und dann war da natürlich auch noch die RZ-1, die mich ebenfalls enttäuschte. Wären da nicht meine positiven Eindrücke aus analoger Zeit und meine Erfahrung mit der Olympus-SP-350-Kompaktkamera von 2006 gewesen, hätte die Marke bei mir wohl schon jegliche Sympathie verspielt. Das verbleibende bisschen Sympathie und die Begeisterung, mit der viele über die OM-D berichteten reichten aus, die OM-D als Kandidatin im Auge zu behalten.

Die einzige ernsthafte zweite Alternative sah ich in einer Sony NEX. Zunächst einmal die NEX-7 und NEX-6. Der Vergleich beim Fachhändler und die Berichte, die ich über die Kameras recherchiert hatte, ließen am Ende die NEX-6 zur Kandidatin werden.

Meine Eindrücke der Geräte im Vergleich: Zunächst einmal ist die OM-D viel kleiner, als sie auf Bildern aussieht. Kein Foto vermittelt einen brauchbaren Eindruck davon, wie klein das Gerät ist. Dass Fotos diesbezüglich ganz schrecklich trügen, hatte ich schon öfters bemerkt. Die Olympus Pen E-PL3 ist in Natura größer, als sie auf Bildern aussieht. Dasselbe gilt für die Fuji X-PRO1. Umgekehrt ist die G3 in Natura kleiner, als sie auf Bildern rüber kommt. Und wie klein Pentax’ Q-Modelle sind kann man sich unmöglich vorstellen, bevor man nicht eine physikalisch vor Augen hatte.

Auch das 12–50mm-Kit-Objektiv der OM-D entpuppt sich in Real als überraschend kleiner, als man es nach Fotos erwartet hätte. Diese Überraschung wiederholt sich mit jedem Zubehörteil. So musste ich zum Beispiel lachen, als ich ein 45mm-ƒ1.8-Objektiv aus seiner Verpackung schälte, weil es so klein und niedlich aussieht.

So sehr man über das Volumen überrascht ist, wenn man die Geräte vor Augen hat, so sehr ist man als nächstes vom Gewicht überrascht, wenn man die OM-D in die Hand nimmt. Sie ist außerordentlich schwer und vermittelt einen robusten und wertigen Eindruck. Wie gesagt: Ich mag das!

Die OM-D wirkt dabei nicht nur wertig, sie sieht auch unheimlich schick aus, hebt sich optisch von allem anderen ab, was auf dem Markt ist, und vermag zu begeistern. Kaum jemand der nicht von ihr angetan ist wenn er sie live sieht.

Doch das schicke Gehäuse zeigt auch gleich einmal etliche Schwächen. So liegt es zum Beispiel alles andere als gut in der Hand. Ein Griff für die Finger ist mehr angedeutet, als physikalisch vorhanden. Hier punkten die Sony NEX-Modelle mit ihren ausgeprägten Girffen. Allerdings sei gleich einmal angemerkt, dass die Sony-Modelle in Sachen Haptik der OM-D das Wasser nicht reichen können. Im Vergleich wirken sie wie aus billigem Plastik gefertigt.

Zwei Einstellräder an der Oberseite sind das, was man sich wünscht. Die NEX-6 bietet das so nicht. Die Position des hinteren Rades ist allerdings etwas fragwürdig ausgefallen. Zwar lassen sich beide Räder exzellent bedienen, wenn man mit Live-View arbeitet, nimmt man jedoch den Sucher ans Auge, wird es kritischer. Ich kann nur mit dem linken Auge am Sucher arbeiten. Doch mit dem Sucher am linken Auge muss man den Daumen schon ziemlich verrenken um das hintere Einstellrad zu erreichen.

Bei den Tasten für Bildwiedergabe und FN1 fragt man sich ob diese nicht größer hätten ausfallen dürfen. An die schwammige Bedienung der Tasten gewöhnt man sich rasch – das dürfte wohl der wetterfesten Abdichtung geschuldet sein. Doch das Volumen der Tasten hätte sich sicher auch anders realisieren lassen.

Etwas schwammig finde ich auch das Bedienkonzept der OM-D. Natürlich ist man als Nikon-User das Bedienkonzept von Nikon gewöhnt. Doch Canon-Kompaktkameras, Sony-Kameras und auch meine Lumix erschlossen sich mir immer recht intuitiv. Von der OM-D kann ich das nicht behaupten. Ich scheiterte bereits daran Live-View zu aktivieren, ohne, dass der Händler Google bemühte. Es stellte sich heraus, dass der Knopf zum Umschalten seitlich am Sucher versteckt ist – so, dass er unsichtbar ist, wenn man die Kamera im rechten Winkel von hinten anschaut. Gut: Etwas ähnliches kenne ich auch vom Knopf um die AF-Modi bei manchen Nikon-DSLRs zu wechseln – dieser ist im Kippschalter für den AF/MF-Wechsel versteckt.

Die OM-D scheint eine Kamera, die polarisiert. Sie hat sogar mich polarisiert. Sie zeigt so viel Licht und Schatten, dass ich mich beim ersten Besuch beim Fachhändler nicht zu ihr durchringen konnte. Beim Vergleich OM-D mit NEX-6 hätte die Sony das Rennen gemacht.

Das NEX-System hat in meinen Augen aber ein großes Problem: Die Kameras wären toll, wenn man keine Objektiv bräuchte. Natürlich gibt es Standard-Zooms mit denen der Hobby-Fotograf zufrieden ist. Ich zweifle aber daran, dass man damit aus den Sensoren herausholt, was in ihnen steckt. Dazu braucht es Premium-Linsen. Und damit wird es dann schwierig.

Sony baut extrem kleine Bodys für das NEX-System. Aber die Objektive sind kaum kleiner als jene, für eine DSLR. Ich habe eine (teure) DSLR (mit teuren Objektiven). Wenn ich maximale Qualität erreichen will, dann gehe ich mit ihr auf den Weg. Meine Systemkamera soll in Sachen Abbildungsqualität möglichst nahe an die DSLR-Ausrüstung heran kommen, aber viel kompakter sein. Und da ist bei NEX der Ofen aus. Die Objektive sind entweder nicht hochwertig, nicht lichtstark, nicht kompakt, nicht billig oder haben eine Brennweite, mit der ich nichts anfangen kann. Oder es ist ein Mix aus allen diesen Eigenschaften.

Ich konnte kein einziges Objektiv entdecken, das mich für das NEX-System wirklich gereizt hätte. Das kompakt, lichtstark und leistbar in einem ist. Deshalb kam eine NEX am Ende dann doch nicht in Frage. Olympus ist in Sachen Objektive deutlich besser aufgestellt, da auch Objektive von Panasonic kompatibel sind.

Samsung hat im Grunde dasselbe Problem, wie Sony: Ich sehe kein interessantes Objektiv-Angebot. Pentax baut seltsame Systemkameras. Zu klein oder zu groß. Und Fuji X-Pro? Die X-Pro1 ist mir zu groß und hat ein Problem mit der RAW-Entwicklung. Sie gibt zwar wunderbare JPEGs aus, soweit ich gesehen habe. Aber wenn man RAW entwickeln will, ist man mit einem Modell mit klassischem Bayer-Matrix-Sensor besser bedient (trotzdem habe ich die X-E1 kurz in die Hände genommen und war bitter enttäuscht: sie ist relativ groß, aber leicht und vermittelt den Eindruck eines billigen Plastik-Produkts).

Ich habe meinen Fachhändler zweimal wieder verlassen, ohne dass ich mich für ein Modell entscheiden konnte. Ich konnte mich für kein Modell richtig begeistern. Rationell betrachtet musste es die OM-D werden, wenn ich tatsächlich ein Modell zwischen D600 und RX100 wollte. Eine Alternative sah ich nicht. Doch aufgrund der fehlenden Begeisterung fürchtete ich, dass ich mich nicht mit ihr anfreunden könnte.

Nach einer Nacht darüberschlafen habe ich die OM-D dann doch gekauft und zwar den Body alleine mit einem 45mm-ƒ1.8-Objektiv. Dieses ist wie beschrieben schön kompakt, lichtstark, hat vorzügliche Abbildungsleistungen, ein schönes Bokeh und ist mit etwa 300 Euro recht preiswert. Außerdem werde ich mein 20mm-Panasonic-ƒ1.7 weiter verwenden – ein Objektiv, das ich sehr schätze. Anschließend fehlt dann nur noch eine 12mm Festbrennweite.

Die Begeisterung für die OM-D ist in der praktischen Anwendung dann doch recht schnell gekommen. Hat man sich an das Bedienkonzept gewöhnt lässt es sich schnell und effizient mir ihr arbeiten. Das Klapp-Display erleichtert ungewöhnliche Perspektiven. Es ist ein Touch-Display. Allerdings ist es nicht das System des G3-Displays, das auf Druck reagiert und zuweilen etwas zäh auslöst, sondern eines, wie beim iPhone. Das fühlt sich spontaner an.

Ich glaube es war dprevie.com, die es etwas ironisch fanden, dass sich das OM-D-Display mit Handschuhen nicht bedienen lasse, wo sie doch durch ihre Spritzwasserabdichtung für die Arbeit bei frostigen Wetterbedingungen prädestiniert sei. Es ist eben wie beim iPhone: Es braucht die Berührung der Haut, oder aber eines Handschuhs, der an den spitzen mit einer speziellen Oberfläche versehen ist. Die G3 reagiert auf Druck und ist somit auch mit Handschuhen auslösbar. Theoretisch! Praktisch kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das G3-Display mit Handschuhen wirklich effizient bedienen lässt. Schon mit den Fingern führt das Auslösen über das Display immer zu einer merklichen Verzögerung, weil du erst den Druck ausüben musst. Bei der OM-D ist das eine Berührung und – »Zack!« – ausg’löst is! Mit Handschuhen wird die Schwammige Bedienung der G3 sicher noch schwammiger.

Die OM-D über das Display auszulösen ist eine echte Freude. Du hast wirklich die Aufnahme in dem Augenblick an dem Punkt scharf auf den du gerade mit dem Finger getippt hast. Die OM-D ist nämlich wirklich schnell. Bei allem Schatten ist das der Punkt, der begeistern kann. Mit guten Objektiven erzielt sie sehr spontan Aufnahmen in beachtlicher Abbildungsqualität. Nach den ersten beiden Tagen der Anwendung ist es zwar noch etwas früh ein Resume zu ziehen, aber ich habe den Eindruck, dass sie wirklich eine kompakte Systemkamera ist, die in Sachen Qualität der D600 das Wasser reichen kann. Eine Kamera, mit der ich auf Reisen die DSLR nicht vermissen werde.

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24mm

Posted in Theorie & Technik

»Wie viel Zoom braucht der Mensch?« habe ich in einem Artikel, unter dem Titel »40mm«, vor sechs Wochen gefragt und behauptet »gar keines!«

Nicht, dass ich Zooms schlecht finde. Ganz im Gegenteil: Wer mit einer Festbrennweite auf Weg geht, hat keine Möglichkeit die perspektivische Wirkung seiner Bilder zu gestalten. Zwar kann man den Blickwinkel verändern, aber unterschiedliche Brennweiten haben ganz verschiedene Auswirkungen auf Perspektive, Fluchten und Tiefenwirkung. Dennoch hat das Fotografieren mit einer festen Brennweite absolut seinen Reiz. So ist viel Lichtstärke bei Festbrennweiten bedeutend günstiger zu bekommen, als bei Zooms. Und viel Lichtstärke bedeutet nicht nur einen Vorteil bei ungünstigen Lichtverhältnissen, sondern auch mehr Gestaltungsspielraum mit Schärfentiefe und Bokeh.

Bei meiner Urlaubsreise nach La Palma im Frühjahr 2011 fehlte mir noch der Mut ausschließlich mit einer einzigen Festbrennweite zu fliegen. Doch die meiste Zeit blieben meine 24–70mm und 70–300mm Nikkore in der Finka und lediglich eine 24mm ƒ1.8 Festbrennweite von Sigma, mit Makro-Fähigkeit, begleitete mich.

Muss jedes Motiv jederzeit erreichbar sein? | Natürlich gibt es Motive, die sich damit nicht einfangen lassen. Vor allem all jene, die sich in der Ferne befinden und weg laufen oder fliegen, wenn man näher ran will. Manchmal gibt es auch Barrieren zwischen Fotograf und Motiv, die sich nicht so einfach überwinden lassen. Einen Fluss zum Beispiel, oder eine schlichte Absperrung. Aber ist es wirklich wichtig sie alle zu erreichen, so lange man nicht als Berufsfotograf darauf angewiesen ist genau dieses Motiv einzufangen?

Ich meine, was versäume ich schon, wenn ich auf einige Motive verzichte, weil ich nicht auf die passende Brennweite zoomen kann? Natürlich ist es toll ein eigenes tolles Foto eines Löwen, Bären oder von George Clooney zu schießen. Tatsächlich aber versäumen wir in jeder Minute unseres Lebens Millionen und Milliarden toller Motive, weil sie irgendwo auf der Welt statt finden und wir sie mit unseren Zooms nicht erreichen können. Doch mir persönlich geht es beim Fotografieren ums Fotografieren. Wenn ich Kimba, Meister Petz oder George begegne und keine passende Brennweite an der Kamera habe, sie gut abzulichten, ist das schade (jedenfalls bei Kimba und Meister Petz), aber keine Katastrophe. Schließlich sind großartige Bilder von Ihnen dank Internet immer nur einen Klick entfernt.

Oft der bessere Kompromiss | Ich ziehe es vor beim Fotografieren ein Maximum an Komfort bei bestmöglicher Abbildungsqualität zu haben. Und da sind auf Reisen und auf Tour Festbrennweiten einfach der bessere Kompromiss, als schwere Zooms mit guter Abbildungsqualität oder leichte und kompakte Zooms, die aber bei der Abbildungsleistung schwächeln. Und in Sachen Lichtstärke kommen auch die teuersten Zooms mit Festbrennweite nicht mit.

Die nachfolgenden Bilder sind alle mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden. Ich glaube sie zeigen sehr schön, dass man auch mit einer einzigen Brennweite Facettenreich fotografieren kann.

La Palma 11 03 17 11
Gut: Das ist noch nicht mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden, sondern zeigt mich beim Fotografieren mit selbigem.
La Palma 11 03 16 22
La Palma 11 03 16 37
La Palma 11 03 17 31
La Palma 11 03 17 35
La Palma 11 03 17 45
La Palma 11 03 19 27
La Palma 11 03 19 62
La Palma 11 03 19 70
La Palma 11 03 19 87
La Palma 11 03 20 34
La Palma 11 03 20 75
La Palma 11 03 20 89
La Palma 11 03 20 107
La Palma 11 03 20 112
La Palma 11 03 24 61
La Palma 11 03 25 57
La Palma 11 03 25 73
La Palma 11 03 25 93
La Palma 11 03 27 109
Eine Insel, eine Brennweite, viele Gesichter.