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Kategorie: Kreativ fotografieren

Kreativ fotografieren 5: Grundlagen | Detailschärfe und Bokeh

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In der fünften Episode meiner kreativen Fotoschule geht es um Detailschärfe und Bokeh. Die Schärfe eines Fotos ist Resultat verschiedener Faktoren: Optische Qualität des Objektivs, Blendeneinstellung und Brennweite bei einem Zoomobjektiv, Sensorauflösung, Sensorformat und Pixeldichte, ISO-Empfindlichkeit und Bildrauschen, sowie Verarbeitung der Sensordaten in der Kamera – letzteres gilt auch für RAW-Dateien! Anhand von Aufnahmen eines Testcharts erkläre ich, was unter Linienpaare pro Millimeter (LP/mm) zu verstehen ist und demonstriere, wie sich Auflösung, Blende (Offenblende, Beugungsunschärfe bei geschlossener Blende) und Rauschen auf die Detailschärfe auswirkt. Abschließend gehe ich auch auf das Thema Bokeh ein und zeige, weshalb geringe Schärfentiefe und weiches Bokeh nicht dasselbe ist. Weiterlesen

Kreativ fotografieren 4: Grundlagen | Auflösung: Auge, Bild, Druck

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Im 4. Teil meiner kreativen Fotoschule beschreibe ich das Thema Auflösung. Ich beginne dabei da, wo Auflösung in der Praxis tatsächlich relevant wird: Bei unseren Augen. Auch das menschliche Auge hat keine unbegrenzte Auflösung und Druck- oder Bildauflösungen, die das Auflösungsvermögen der Augen überschreiten sind sinnlos. Ich erkläre, wie man sich Pixel per Inch (ppi) oder Zentimeter (ppcm) vorstellen muss, und wie viel Auflösung man tatsächlich für welche Ausgabebedingung benötigt. Weiterlesen

Kreativ fotografieren 2: Grundlagen | Dynamik- und Kontrastumfang

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In diesem Video erkläre ich, was Kontrast, Kontrastverhälntis, Kontrast- bzw. Dynamikumfang und Motivkontrast ist, wie viel Kontrast ein Motiv haben kann, wir viel davon sehen können, wie viel eine Kamera sehen kann und wie viel davon am Monitor, im JPEG und im Druck überleben kann.

Wer findet, dass meine Videos einen Wert haben, der kann mir hierüber eine Unterstützung zukommen lassen.

Kreativ fotografieren 1: Vorgeschichte; Grundlagen | Visuelle Wahrnehmung

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Die Krise der Fotoindustrie führt auch zu einem einbrechen der Verkäufe von Büchern über Fotografie. Dieser Krise fällt leider auch meine »kreative Fotoschule« (Verlag | Amazon) zum Opfer – das Buch wird zukünftig nicht weiter aufgelegt (trotz 5,0 Bewertung bei 22 Rezensionen auf Amazon 🙁 ). Ich habe mich deshalb entschlossen es zu verfilmen und auf YouTube zu veröffentlichen. Dies erkläre ich zu Beginn des Videos.

Danach beschreibe ich, wie unsere visuelle Wahrnehmung funktioniert. Wir glauben die Umwelt so zu sehen, wie sie ist. Doch das ist nicht richtig. Tatsächlich ist das Bild das wir wahrnehmen mehr Interpretation und Konstruktion des Gehirns als tatsächlich von den Augen Gesehenes. Wer die Unterschiede zwischen Realität, menschlicher Wahrnehmung und fotografischer Aufnahme versteht, versteht auch, weshalb Fotos oft nicht so aussehen können, wie wir die Szene erleben. Weiterlesen

Kreativ fotografieren: Inhalt und Einleitung

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3.13. Bildstabilisierung

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Normaler Weise lässt aus freier Hand eine Belichtungszeit ­halten, die etwa dem Kehrwert der Brennweite entspricht. Durch Bildstabilisierung lässt sich dieser Wert ausdehnen.

Die Bildstabilisierung findet je nach Hersteller und Modell ­entweder im Objektiv statt oder in der Kamera.

Da die Belichtungszeit umso kürzer sein muss, je länger die Brennweite ist, ist eine solche Unterstützung natürlich umso willkommener, je ­länger die Brennweite ist. Anders gesagt, bei kurzen Brennweiten im Weitwinkelbereich bis hinein in den Bereich der Normalobjektive ist eine Bildstabilisierung nicht unbedingt notwendig, da man ohnehin nicht so oft unter Belichtungszeiten von 1/50 Sekunde kommt. Deshalb bieten auch die meisten Objektive dieser Brennweiten keine Bildstabilisierung an (sofern der Hersteller die Bildstabilisierung nicht ohnehin in die Kamera verlagert hat).

Laut Herstellern und Medien sollen sich mit Bildstabilisierungssystemen bis zu vier Lichtwerte gewinnen lassen. Das heißt, man kann länger aus freier Hand belichten, ohne dass das Bild verwackelt.

Es gibt kritische Stimmen zur Bildstabilisierung. Meine eigenen Erfahrungen damit sind positiv, vor allem bei meinem ­Nikon 70–300 mm 4.5–5.6 Objektiv, bei dem ich Stabilisierung in erster Linie nutze. Die folgenden Abbildung zeigen eine Reihe von Testaufnahmen, die ich mit diesem Objektiv ohne und mit Stabilisierung aufgenommen habe. Die Ergebnisse sprechen für sich. ­Allerdings darf man aus den Ergebnissen ebenso wenig ableiten, dass die Bildstabilisierung aller Nikon Objektive ebenso effektiv arbeitet, noch, dass andere Hersteller weniger effektive Systeme haben. Am besten findet ihr heraus, wie leistungsfähig euer System ist, indem ihr eine ähnliche Testserie aufnehmen.

Motiv Der Originalausschnitt, aus dem die Ausschnitte unten stammen. Alle Ausschnitte sind nicht in tatsächlicher Pixelgröße dargestellt und sind durch die JPEG-Komprimierung unschärfer, als im Original. Trotzdem verdeutlichen die Abbildungen klar, dass Bildstabilisierung extrem effektiv arbeiten kann. Alle Bilder wurden mit einer Nikon DX-Kamera bei 300mm Brennweite aufgenommen, was einer Kleinbild-Brennweite von 450mm entspricht (siehe dazu »Formatfaktor«).
640 Sec ohne Stabilisierung 1/640 Sekunde ohne Bildstabilisierung
640 Sec mit Stabilisierung 1/640 Sekunde mit Bildstabilisierung
320 Sec ohne Stabilisierung 1/320 Sekunde ohne Bildstabilisierung
320 Sec mit Stabilisierung 1/320 Sekunde mit Bildstabilisierung
160 Sec ohne Stabilisierung 1/160 Sekunde ohne Bildstabilisierung
160 Sec mit Stabilisierung 1/160 Sekunde mit Bildstabilisierung
60 Sec mit Stabilisierung 1/60 Sekunde mit Bildstabilisierung

Als Kaufargument für oder gegen ein Objektiv hat Bildstabilisierung für mich eher wenig Gewicht. Wichtiger sind mir Lichtstärke und generelle Abbildungsleistung. Doch wenn eine ­Stabilisierung auch noch mit drin ist – warum nicht!

Ebenso wenig wäre für mich das Argument, dass ein Hersteller die Bildstabilisierung in der Kamera vornimmt, ein Grund, mich für eine Marke zu entscheiden. Zwar hat es den Vorteil, dass mit der ­Stabilisierung in der Kamera mit jedem Objektiv stabilisiert foto­grafiert werden kann. Doch auch hier fallen mir viele Argumente ein, die mir wichtiger sind als dieses.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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3.12. Belichtungsmesswert speichern

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Mehrfeld- und mittenbetonte Messung berechnen die Belichtung, indem sie einen großen Teil des Bildfeldes mit einbeziehen. Das funktioniert in den meisten Situationen gut, kann aber kritisch ­werden, wenn das Verhältnis zwischen ganz hellen und ganz dunklen Be­reichen massiv ungleich ist. Helfen kann hier eine Kombination aus Spotmessung und Belichtungsmessert-Speicherung. Diese liegt bei ­Canon auf der *-Taste, bei den meisten anderen ­Herstellern auf AE-L/AF-L beziehungsweise AEL/AFL.

Canon Stern Taste Stern-Taste einer Canon PowerShot G12.
Nikon AE L AF L Taste AE-L/AF-L-Taste einer Nikon D700.

Nehmen wir als Beispiel eine Kupfer-Katze und eine Buddha-Figur und nehmen wir an, wir wollen auf die Katze scharf stellen und die ­Figur nur angeschnitten am Rand im Bild haben. Fokussieren wir bei einem Bildausschnitt, wie in der Abbildung unten, auf die Katze, dann wird bei Mehrfeld- und mittenbetonter Messung die Belichtung anhand der Helligkeit eines großen Teils des Bildausschnitts berechnet. Das führt zu einer Überbelichtung des hellen Buddha.

Bild mit ungleich hellen Bereichen Motiv mit ungleich hellen Bildbereichen.

Eine Möglichkeit wäre nun über eine Belichtungskorrektur einzugreifen. Statt dessen kann ich aber auch mit dem Messfeld auf den zu messenden Bereich zielen und durch Drücken der *- beziehungsweise AE-L/AF-L-Taste die Belichtung speichern.

Belichtung messen und speichern Belichtung auf einen Bildbereich messen, …

Dann schwenke ich zur Katze, auf die ich scharf stellen möchte, und löse aus.

Bild komponieren und ausloesen … das Bild dann neu komponieren und auslösen.
Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
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3.11. Bildkontrolle und Belichtungskorrektur

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Sehen wir uns nun an, wie man mit Hilfe des Histogramms eine Fehlbelichtung identifiziert und mittels Belichtungskorrektur in die Belichtung eingreift. Wichtig ist, dass man die Kamera so einstellt, dass das Histogramm in der Rückschau nach jeder Aufnahme angezeigt wird.

Histogramm optimal Luminanz-Histogramm (Helligkeitsverteilung) links unten und die Histogramm für die Grundfarben Rot, Grün und Blau.

Das mag am Anfang gewöhnungsbedürftig sein, da man es vielleicht gewohnt ist, das zuletzt aufgenommene Bild ­Display-füllend zur Kontrolle angezeigt zu bekommen. Mit dem Histogramm nimmt die Aufnahme selbst nur mehr einen Teil des Displays ein, wird also deutlich kleiner dargestellt. Doch während wir selbst in der Display-füllenden Anzeige die Schärfe ohne Einzoomen keinesfalls adäquat beurteilen können, und man auch die Belichtung oder Weißabgleich anhand der Display-Anzeige unmöglich verlässlich beurteilen kann, verrät einem der Blick auf das Histogramm zuverlässig, ob eine Unter-, Über- oder korrekte Belichtung vorliegt.

Schaut das Histogramm in der Bildkontrolle aus wie in Abbildung oben ist eigentlich alles in Butter – jedenfalls, was die Belichtung angeht. Das Tonwertgebirge läuft links und rechts zu Schwarz und Weiß bis auf die Nulllinie aus und bildet an keinem Ende eine Anhäufung. Wie die Landschaft dazwischen beschaffen ist, ist nicht von Belang. Was zählt, ist, dass dieses Bild mit Sicherheit optimal belichtet worden ist.

Die nächste Abbildung zeigt ein etwas überbelichtetes Bild.

Histogramm ueberbelichtung Das Histogramm zeigt eine leichte Überbelichtung an.

Auf der weißen Seite des Histogramms läuft das Tonwertgebirge ins Ende und wird abgeschnittend – das bedeutet Überbelichtung. Die Kamera muss also so eingestellt werden, dass sie geringfügig unterbelichtet. Zwar dürften bei diesem Bild durch so eine Korrektur tatsächlich Bildbereiche unterbelichtet und schwarz ausfallen – auf der linken Seite ist kaum Platz für eine Negativkorrektur – aber unterbelichtete Bereiche sind meist weniger auffällig und störend als überbelichtete und können deshalb eher akzeptiert werden.

Die folgende Abbildung zeigt eine Aufnahme, die im dunklen Bereich einen Anschnitt des Tonwertgebirges anzeigt und damit Unterbelichtung signalisiert.

Histogramm unterbelichtet Das Histogramm zeigt eine leichte Unterbelichtung an.

Hier muss der Fotograf so eingreifen, dass etwas heller belichtet wird – schließlich bietet das helle Ende noch etwas Luft.

Spitzlichter kennzeichnen | Ein zusätzliches Hilfsmittel – neben dem Histogramm – mit dem man Überbelichtung in einem Bild sofort erkennt und sogar noch sieht, wo sich die überbelichteten Bereiche befinden (das kann das Histogramm nicht), bietet eine Funktion, mit der sich die so genannten Spitzlichter markieren lassen.

Spitzlichterkennzeichnung Die schwarzen Bereiche in den Wolken kennzeichnen Bereiche die überbelichtet ausgefallen sind.

Ist diese Funktion aktiv, werden überbelichtete Bereiche schwarz oder farbig blinkend dargestellt. Unter ­›Spitzlichter ­markieren‹, ›Überbelichtung anzeigen‹ oder einem ähnlichen Namen sollte sich diese Funktion bei praktisch jeder ­Kamera finden lassen, auch wenn sie über ein Histogramm nicht verfügt.

Belichtungskorrektur in automatischen Belichtungsmodi

Eine Belichtungskorrektur sollten so gut wie alle Digitalkameras bieten – vom preiswertesten Kompaktmodell bis zur Profi-DSLR. Bei Einsteiger- und Kompaktkameras muss die Belichtungskorrektur in der Regel über ein Einstellungsmenü vorgenommen werden. Bei SLRs ist es üblich, dass die Belichtungskorrektur durch Drücken ­einer Taste und Drehen ­eines Einstell­rades vorgenommen wird. Andere Kameras erlauben es die Belichtungskorrektur ohne Drücken einer Zusatztaste über ein Einstellrad zu verändern, und wieder andere haben ein komplett ­eigenes Einstellrad dafür.

Unterschied Belichtungskorrektur und –einstellung |  Unter ›Ziel der Belichtungsautomatik: Zone 5‹ habe ich beschrieben, dass die Belichtungsautomatik einer Kamera versucht die ­Belichtung einer Aufnahme so einzustellen, dass sich für das Resultat eine mittlere Helligkeit ergibt.

Wenn man in einem automatischen Belichtungsmodus eine Veränderung der Vorgaben einstellt, wird die Kameraelektronik in der Zeitvorwahl die Blende öffnen, wenn man die Zeit verkürzt, in der Blendenvorwahl die Zeit verringern, wenn man die Blende öffnet, oder in der Programmautomatik Zeit und Blende im Verhältnis verschieben, wenn man im Programm (P) eine Programmver­schiebung durchführen. Durch eine Änderung der Vorgaben für die Automatik wird sich durch die Änderung der Blendenöffnung zwar die Schärfentiefe der Aufnahme ändern, nicht aber die Helligkeit! Ohne Belichtungskorrektur bleibt das Ziel der Belichtungsautomatik Zone 5.

Mit der Belichtungskorrektur hingegen verändert man die Zielvorgabe. Das Resultat soll nicht mehr Zone 5, mittlerer Helligkeit, entsprechen, sondern bei einer negativen Korrektur dunkler aus­fallen und bei einer positiven heller.

Ein Praxisbeispiel | Ziehen wir einmal einen Kamm für ein praktisches Beispiel heran und legen ihn auf einen weißen Karton. Wenn ich damit mit einer Belichtungsautomatik ein Foto mache, sieht das Ergebnis so aus.

Unterbelichtet Belichtungsautomatiken führen bei hellen Motiven zu Unterbelichtung.

Das Histogramm zeigt das auch an.

Histogramm mittlere Belichtung Ein Histogramm, das eine mittlere Belichtung anzeigt. In diesem Fall ist das aber deutlich zu dunkel.

Das Tonwertgebirge steht ziemlich genau in der Mitte des Histogrammfeldes. Da die Vorlage lediglich vom strukturierten Weiß des Kartons (≈ Zone 9) bis bestenfalls zu leichtem Grau in den Schatten des Kamms (≈ Zone 6) reicht (siehe ›Das Zonensystem‹), also lediglich etwa vier der elf Zonen umfasst, ist der Tonwertberg relativ schmal. Das Histogramm verrät uns, dass die Aufnahme einen geringen Kontrastumfang hat. Was es uns nicht verrät, ist, dass das Bild zu dunkel belichtet ist. Das verrät uns aber das Bild selbst.

Im Grunde müsste man hier nicht unbedingt eingreifen. So ­lange das gesamte Tonwertgebirge innerhalb des Histogrammfeldes Platz hat und auf keiner Seite abgeschnitten wird, lässt sich das Digitalbild in der Nachbearbeitung beliebig aufhellen oder abdunkeln. Doch schneller als Nachbearbeiten geht es, wenn ich die Vorgaben der Belichtungsautomatik über einen Eingriff in die Belichtungskorrektur verändere.

In diesem Fall ist die Aufnahme deutlich zu dunkel. Deshalb habe ich für die Belichtungskorrekur einen positiven Wert von +2LW (Lichtwerte) eingestellt – im Modus Blendenvorwahl vervierfacht sich die Belichtungszeit von 1/500 auf 1/125 Sekunde, und die Lichtwert-Skala schlägt zwei ƒ-Stops in Richtung ›Überbelichtung‹ aus. Die neuerliche Aufnahme fällt entsprechend um das Vierfache heller aus, was sich auch im Histogramm spiegelt.

Korrekt belichtet Eine Belichtungskorrektur um +2LW hat zu einer korrekten Wiedergabe des High-key-Motivs geführt.
Histogramm korrekt belichtet eines hellen Motivs Das Histogramm für das korrigierte Bild.

Belichtungskorrektur im Modus Manuell (M)

Wenn man statt mit einem automatischen Belichtungsmodus im manuellen Modus arbeitet, dann nimmt man die Korrektur nicht über die Funktion Belichtungskorrektur vor, sondern korrigieren manuell, indem man Blende oder Zeit verändern. Bezogen auf das voran gegangene Beispiel würde das bedeuten, entweder die Blende manuell um zwei ganze Schritte zu öffnen oder die Zeit manuell zu vervierfachen. Oder einen Mix aus beidem.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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3.10. Belichtungsmodi

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Kameras für ambitionierte Fotografen stellen in der Regel drei verschiedene Programme für die Belichtungsautomatik und einen ­Modus zur manuellen Belichtungseinstellung zur Verfügung. Die Bezeichnungen und Abkürzungen der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich wieder einmal etwas.

  • Programmautomatik | Wird bei allen mir bekannten Kameras mit ›P‹ abgekürzt.
  • Blendenvorwahl | Die Blende wird vorgewählt, die Kamera regelt die Zeit automatisch. Deshalb wird dieser Modus manchmal auch als Zeitautomatik bezeichnet. Die Abkürzungen lauten ›A‹ für ‘Aperture’ (englisch für ›Blende‹) oder ›Av‹ für ‘Aperture Value’ (›Blendenwert‹).
  • Zeitvorwahl | Die Zeit wird vorgewählt und die Kamera regelt die Blende automatisch. Hier spricht man deshalb manchmal von Blendenautomatik. Die üblichen Abkürzungen sind ›T‹ oder ›Tv‹ für ‘Time Value’ (›Zeitwert‹) oder ›S‹ für ‘Shutter’ (›Verschluss‹, also auf die Verschlusszeit bezogen).
  • Manuell | ›M‹ steht bei allen mir bekannten Modellen für manuelle Einstellung.
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    3.9. Belichtungsmessung und Messmethoden

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    Bevor die Elektronik Einzug in Kameragehäuse hielt, waren Fotoapparate nicht in der Lage die Belichtung automatisch zu messen. Der Fotograf war darauf angewiesen die Lichtsituation selbst nach Gefühl zu schätzen und die Zeit/Blenden-Kombination entsprechend dieser Einschätzung einzustellen. Oder er hatte einen Belichtungsmesser.

    Belichtungsmesser Belichtungsmesser

    Heute befindet sich die ganze Elektronik zur Messung der Lichtsituation und der Belichtung in der Kamera, obwohl Profis nach wie vor auf die punktgenaue Messung mittels spezieller Geräte vertrauen. Das Resultat der Messung wird je nach Kamera im Sucher, auf einem LCD-Display oder am Kamera-Display angezeigt.

    Lichtwert-Skala

    Die Belichtungsmessung wird meist in Form einer Skala dargestellt.

    Optimale Belichtung Lichtwert-Skala, ›mittlere‹ Belichtung und ƒ-Stops

    Der Nullpunkt ➀ zeigt eine neutrale Belichtung an (Zone 5). Schlägt die Skala in keine Richtung aus, erachtet die Kamera die Belichtungseinstellung für optimal. Die kleinen ­Punkte der Skala markieren die so genannten ƒ-Stops ➁. Diese markieren eine Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Belichtung (also je einen ganzen Lichtwert).

    Entspricht die Lichtsituation, die vom Belichtungsmesser gemessen wird, nicht mittlerer Helligkeit, schlägt die Waage in die eine oder andere Richtung aus. Überbelichtung wird durch ›+‹ gekennzeichnet, Unterbelichtung durch ›–‹. Ob positive Werte links oder rechts stehen, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und lässt sich zum Teil auch konfigurieren.

    Unterbelichtet –2LW unterbelichtet

    In der Abbildung oben schlägt der Balken um sechs Punkte zum zweiten ƒ-Stop in den negativen Bereich aus ➂. Jeder Punkt unten in der Skala ➃ steht für 1/3 Lichtwert. Ein Ausschlag um zwei ƒ-Stops in den Minus-Bereich zeigt eine Unterbelichtung um –2 Lichtwerte an.

    Ueberbelichtet +1/3LW überbelichtet

    Die Abbildung zeigt eine leichte Überbelichtung um +1/3Lichtwert an ➃.

    Wenn man in einem der automatischen Belichtungsmodi arbeitet, wird die Kamera dafür sorgen, dass die Waage der Skala am Nullpunkt auf mittlere Helligkeit ausbalanciert ist. Wenn man die Belichtung mit Manuell (M) eigenhändig steuert, dann muss man die Einstellungen für Blende und Zeit selbst vornehmen. In der Regel stellt man dann Belichtungszeit und Blende so ein, dass die Waage annähernd ausgeglichen wird.

    Beispiel: Um eine Unter­belichtung um –2 Lichtwerte zu korrigieren, wird a) entweder die Blende um +2 (ganze) ­Blendenschritte geöffnet, oder b) die Belichtungszeit vervierfacht, oder c) die Empfindlichkeit vervierfacht. Oder ein Mix aus diesen Möglichkeiten.

    Noch ein Beispiel: Um eine Überbelichtung um +1/3LW auszugleichen, muss entweder die Blende um –1/3 Blendenschritt geschlossen, die Zeit um –1/3 verkürzt oder der ISO-Wert um –1/3 ­verringert werden.

    Um die Belichtung mit Hilfe der Elektronik der Digitalkamera zu messen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

    Mittenbetonte Messung

    Mittenbetonte messung
    Icons mittenbetonte Messung: Canon, Nikon, Olympus, Pentax, Sony

    Bei der mittenbetonten Messung wird in der Regel ein Bereich im Zentrum des Bildfeldes zur Berechnung der Helligkeit heran ­gezogen, der meist etwa 75 % des gesamten Bildausschnitts einnimmt. Zwar werden auch Randbereiche mit in die Berechnung aufgenommen, aber die Priorität liegt im Zentrum.

    Wie groß der Bereich tatsächlich ist, auf dem die Priorität liegt, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller und eventuell auch von ­Kamera zu Kamera. Auch in welchem Verhältnis die Gewichtung zwischen Zentrum und Rand verteilt ist, entscheiden die Hersteller nach ­ihren eigenen Vorstellungen.

    Während bei anderen Messmethoden das Zentrum der Messung auf dem ausgewählten AF-Messfeld liegen kann, sollte es bei dieser Messmethode immer in der Mitte des Bildfeldes liegen.

    Obwohl das Prinzip sehr simpel ist, funktioniert es in der ­Praxis recht gut und ist für die meisten Szenen und Situationen gut ­geeignet.

    Spotmessung

    Spotmessung Icon
    Icons Spotmessung: Canon, Nikon, Olympus, Pentax, Sony

    Während bei der mittenbetonten Messung etwa zwei Drittel des Bildausschnitts zur Messung der Helligkeit heran gezogen werden, ist es bei der Spot-Messung lediglich ein mehr oder weniger kleiner Punkt um das ausgewählte AF-Messfeld.

    Mittenbetonte messung im Sucher Bei der mittenbetonten Messung wird der Bereich in der Mitte mit höherer Gewichtung in die Berechnung der Belichtung einbezogen, egal welches Messfeld gerade aktiv ist.
    Spotmessung im Sucher Bei der Spotmessung wird innerhalb eines kleinen Bereiches um das ausgewählte AF-Messfeld gemessen.

    Messmethoden, die wie mittenbetonte oder Mehrfeldmessung den größten Teil des Bildfeldes zur Berechnung der Helligkeit heran ziehen, erreichen eine relativ hohe Trefferquote bei der Ermittlung der optimalen Belichtungseinstellung. Der kleine Punkt, anhand dessen die Spotmessung die Helligkeit ermittelt, führt hingegen überwiegend zu Fehlbelichtungen, wenn man mit dem Spot nicht sehr bewusst und gekonnt arbeitet.

    Ich nutze die Spotmessung manchmal im manuellen Belichtungsmodus – vor allem, wenn ich im Freien unterwegs bin. Dann messe ich einmal auf den Himmel . Bei der Messung auf den Himmel darf der Belichtungsmesser ohne Weiteres zwei Drittelschritte in Richtung Überbelichtung aus­schlagen, ohne dass es ­tatsächlich zu einer Überbelichtung in der Aufnahme kommt. Überbelichtung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass ­dadurch Bildbereiche tatsächlich überbelichtet ausfallen – also in reinem Weiß von Zone 10 landen und ausbrechen – sondern, dass ein Bildbereich heller (über)belichtet ist als mittlere Helligkeit.

    Spotmessung auf hellen Bereich Spotmessung auf den Himmel

    Nach der Messung der Lichter messe ich auch auf die Schatten des Motivs. Diese fallen allerdings während des Tages auch bei bedecktem Himmel oft mehr als zwei Lichtwerte unter­belichtet aus.

    Spotmessung auf dunklen Bereich Spotmessung

    Hilfreich kann die Spotmessung auch in Situationen mit extremen Kontrasten (zum Beispiel) zwischen Vordergrund und Hintergrund sein.

    Meine Kamera erlaubt es die Spotmessung auf eine Sondertaste zu legen. Das hat den Vorteil, dass ich permanent mit der von mir bevorzugten, mittenbetonten Messung arbeiten kann, bei Bedarf aber nur die Funktionstaste drücken brauche, um für einen ­Moment die Spotmessung für einen kleinen Messbereich zu aktivieren. Lasse ich die Funktionstaste wieder los, schaltet die Kamera zurück auf mittenbetonte Messung. Das ist bequemer, als tatsächlich zwischen Spot- und mittenbetonter Messung umschalten zu müssen.

    Mehrfeldmessung

    Mehrfeldmessung Icon
    Icons Mehrfeldmessung: Canon, Nikon, Olympus, Pentax, Sony

    Für Einsteiger und Gelegenheitsfotografen ist die Mehrfeldmessung (bei Nikon ›Matrixmessung‹ und bei Olympus ›Digitale ESP-­Messung‹ genannt) die komfortabelste Methode die optimale ­Belichtung ermitteln zu lassen. Bei dieser Messmethode kommt eine ganze Reihe an Messfeldern, verteilt über den ganzen Bildbereich, zum Einsatz. In der Regel ist diese Messung mit einer Datenbank im Speicher der Kamera verknüpft, womit ermittelt werden soll, um welche Art Motiv es sich handelt. Somit kann die Kamera ­natürlich individueller und intelligenter auf Szenen unterschiedlicher Lichtsituationen eingehen.

    Dass die Mehrfeldmessung für Einsteiger und Amateure interessant ist, bedeutet nicht unbedingt, dass sie nicht auch von Profis und Semi­profis genutzt wird. Auch wenn ich schätze, dass der über­wiegende Teil der professionellen Fotowelt mit mittenbetonter Messung arbeitet, so weiß ich doch von einigen erfahrenen Fotografen, dass sie die Mehrfeldmessung bevorzugen.

    Ich habe einmal den Rat gehört, dass man sich im Großen und Ganzen auf eine Methode konzentrieren soll. Nutzt man immer die gleiche, arbeitet die Kamera immer nach demselben Prinzip, und man entwickelt ein besseres Gefühl für die Resultate. Mir würde kein Grund einfallen, weshalb man ein Mal mittenbetont und ein anderes Mal mit Matrixmessung messen sollte. Also würde ich mich dem Rat anschließen.

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    3.8. Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit

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    Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

    Ziehen wir zum Einstieg in die praktischen Einstellungen zur Belichtung einmal ein Zwischenfazit. Wir haben bereits Eingangs ­definiert, dass die wesentlichen Faktoren der Belichtung das vorhandene Umgebungslicht, die Blendenöffnung, die Empfindlichkeit des Bildsensors und die Belichtungszeit sind.

    Das Umgebungslicht ist ein Faktor, der sich oft nicht aus­reichend kontrollieren lässt, so lange man die Lichtsituation nicht mit Blitzen beeinflussen oder zu einem anderen Zeitpunkt an den Ort zurück­kehren möchte.

    Nutzen wir die Blende um nach dem System der ›Vier Schritte‹ die Schärfentiefe kreativ zu beeinflussen, können wir die Blendenöffnung nicht mehr nutzen, um auf die Intensität des Umgebungslichts zu reagieren. Es bleiben dem Fotografen also zwei Stellschrauben, um eine optimale Belichtung zu erzielen: Die ISO-Empfindlichkeit und die Dauer der Belichtung. Beides unterliegt Einschränkungen. So lässt sich die Belichtungszeit nicht beliebig ausdehnen, so lange man aus freier Hand, und nicht mit einem ­Stativ fotografieren möchte. Sie sollte kürzer sein als der Kehrwert der Blende. Bleibt im Moment die ISO-Empfindlichkeit.

    ISO-Empfindlichkeit des Bildsensors

    Als wir uns zuerst über die Blende unterhalten haben, habe ich Ihnen die bekannte ›Wasserglas-Metapher‹ vorgestellt und anschließend meine Variation davon, die ›Regen und Trichter‹-Metapher, erklärt. Die Wasserglas-Metapher erklärt den Zusammenhang zwischen Blendenöffnung und Belichtungszeit. Die Regen und Trichter Metapher bringt Zeit und Blendenöffnung in Verbindung mit dem Umgebungslicht. Was uns nun als vierte ­Dimension zu Licht, Blende und Zeit als Stellschraube noch fehlt, ist die ISO-Empfindlichkeit.

    Als flexible Variable ist die ISO-Empfindlichkeit noch relativ jung. In der analogen Fotografie lässt sich die ISO-Empfindlichkeit ­lediglich ändern, indem man den Film wechselt. Erst die Einführung von Bildsensoren als Aufnahmemedium macht es möglich, den ISO-Wert durch eine Einstellung der Kamera zu ändern.

    Zu Beginn der Digitalfotografie war der erreichbare Spielraum noch gering. Ausgehend von einem Basiswert von ISO100, bei dem die meisten Digitalkameras eine optimale Abbildungsleistung er­reichen, stieg das so genannte Bildrauschen durch Anheben der Empfindlichkeit sprunghaft an. Werte ab und jenseits von ISO800 führten auch bei hochwertigen Kameras zu absolut inakzeptablen Störungen in den Aufnahmen. Deshalb musste es heißen: Die ISO-Empfindlichkeit sollte so gering wie möglich eingestellt werden.

    Mittlerweile geben sich Kameras mit mittleren und großen Bildsensoren bereits bis in den Bereich von ISO800 und darüber hinaus kaum mehr Schwächen im Rauschverhalten, und sogar Kompaktkameras liefern bei ISO 800 durchaus akzeptable Resultate.

    Um zu illustrieren, was die ISO-Empfindlichkeit ist, habe ich noch einmal eine Metapher mit Wasserglas und Regen heran gezogen. Allerdings lasse ich den Trichter als Stellvertreter für die Blendenöffnung weg.

    Viel Umgebungslicht | Bei dichtem Regen kann ich auch mit ­einem Glas mit schmalem Durchmesser in kurzer Zeit genug Wasser ­sammeln, um es rasch zu füllen. Genau so kann ich bei ausreichendem Umgebungslicht mein Sammelbecken (der Bildsensor) rasch bis zur optimalen Belichtung füllen.

    Viel Licht Viel Regen. Das Glas füllt sich trotz geringer Aufnahmefähigkeit (schmaler Form) rasch.

    Ist die Niederschlagsmenge hingegen gering, dauert es viel länger, bis das Glas mit einem kleinen Durchmesser ausreichend voll ist.

    Wenig Licht Bei geringem Regen dauert es natürlich länger das Glas voll zu bekommen.

    Genau so dauert es bei geringem Umgebungslicht ­länger, bis der Sensor mit genug Licht für eine ausreichende Belichtung ­gefüllt ist.
    Nun kann man aber durch Erhöhung der Empfindlichkeit die Fähigkeit des Sensors erhöhen Licht auszubeuten. Das ist etwa so, als würde man den Durchmesser des Wasserglases erhöhen und gleichzeitig die Höhe reduzieren. Das Volumen bleibt identisch, aber der Regen sammelt sich schneller, und das Glas ist schneller voll.

    Wenig Licht mehr ISO Erweitert man die Aufnahmefähigkeit des Glases – in der Metapher, indem man den Durchmesser bei gleichbleibendem Volumen erweitert – kommt man ebenfalls wieder rasch zur gewünschten Füllmenge.

    Sensorformat, Lichtausbeute und Rauschverhalten | Das Problem dabei: Je mehr man die Lichtausbeute des Bildsensors unter Strom stellt, um auch bei schwachem Umgebungslicht kurze Belichtungszeiten zu erreichen, desto mehr entstehen ­Störungen, die sich im Bild als Rauschen bemerkbar machen – man spricht vom Bildrauschen.

    Größere Bildsensoren, wie Sie in System- und Spiegelreflexkameras in der Regel verbaut werden, haben bei gleich viel lichtempfindlichen Punkten (Sensorpixel) eine größere Fläche pro Pixel zur Verfügung. Sie können Licht effizienter einsammeln und liegen nicht so dicht neben ihren Nachbarn. Sie stören sich dadurch von Grund auf weniger gegenseitig was zu weniger Rauschen führt. Vereinfacht ausgedrückt.

    Ein Pixel auf einem Bildsensor mit 12 Millionen Pixeln (12 Megapixel) auf einem Kleinbild-Sensor, im ­Format 36×24 mm, ist um ein vielfaches größer als ein Pixel auf einem Minisensor, im Format 7,3×5,7 mm, in einer Kompaktkamera mit 12 Megapixel. Das heißt auch, je größer der Sensor, desto größer die Sensorpixel, desto besser die Lichtausbeute und desto geringer das Bildrauschen.

    Bildrauschen

    Als Rauschen bezeichnet man eine körnige Struktur aus helleren und dunkleren Pixeln in Digitalbildern. Minimales Rauschen wird jedes Digitalbild aufweisen. Man kann es unter guten Bedingungen für die Belichtung allerdings so gering halten, dass es nicht zu erkennen ist. Wie stark eine Kamera dazu neigt unter bestimmten Bedingungen Rauschen zu produzieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Sensorformat | Zum Ersten, wie eben erwähnt, von der Größe des Sensors. Je kleiner der Bildsensor, desto anfälliger ist er für Bild­rauschen.

    Belichtungszeit | Zum Zweiten von der Belichtungszeit: Je länger belichtet wird, desto mehr Rauschen entsteht. Das liegt vor allem daran, dass sich die Sensoren bei der Belichtung erhitzen und mehr Wärmet mehr Störungen produzier.

    Helligkeit | Drittens zeigt sich das Rauschen vor allem in dunklen Bildbereichen und Schatten. Das heißt, bei Motiven mit großen und sehr dunklen Bereichen wird das Rauschen eher zum Problem als bei so genannten High-key-Bildern.

    Qualität des Bildsensors | Last but not least: Die Qualität des ­Sensors. Hochwertigere (und leider auch teurere) Kameras be­inhalten bessere Sensoren und sollten weniger zum Rauschen neigen.

    Rauschen im Bild |Die letzten Abbildungen unten zeigen eine Aufnahme, die mit einer Kompaktkamera bei ISO800 aufgenommen worden ist und einen vergrößerten Ausschnitt daraus. Ich persönlich finde, dass Rauschen manchen Bildern durchaus ­einen intimen Charme verleihen kann. Umso mehr, wenn die Bilder schwarzweiß entwickelt werden.

    Bild
    Diese Aufnahme zeigt, dass moderne Kompaktkameras heute in der Lage sind auch bei ISO800 noch gute Fotos zu produzieren.
    Bildrauschen In der Vergrößerung ist das Rauschen allerdings deutlich zu erkennen. Neben der körnigen Struktur als die Rauschen zu sehen ist, hat es auch die negative Auswirkung Schärfe zu reduzieren.
    Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
    »Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
    Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
    ISBN 978-3-8362-3465-8
    Buch: 29,90; E-Book: 24,90
    Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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