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Kategorie: Erfahrungsberichte

Weitwinkelvergleich für MFT

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Als ich letzte Woche eine Olympus OM-D E-M5 Mark II im Hochauflösenden Modus (40 Megapixel) testete, kam mir der Gedanke, dass das doch eine gute Gelegenheit ist einmal meine Olympus Weitwinkelobjektive zu vergleichen. Zum Vergleich traten an: M.Zuiko 12mm ƒ2.0 (Olympus | Amazon), M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 (Olympus | Amazon) und M.Zuiko 9–18mm ƒ4.0–5.6 (Olympus | Amazon) – alle mit Stativ bei Blende ƒ8.0 und ISO200.

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Oben das Motiv, darunter ein 100-%-Ausschnitt je einer Aufnahme des M.Zuiko 12mm ƒ2.0, M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 und M.Zuiko 9–18mm ƒ4.0–5.6.

Bei diesem Test ging es mir vor allem um den Vergleich der Detailschärfe, nicht um Dinge wie Verzeichnung oder chromatische Aberration. Vergleiche ich die drei Aufnahmen entdecke ich zwar Unterschiede die mir jedoch praktisch kaum relevant erscheinen, was mich selbst auch etwas überraschte – immerhin kostest das 9–18mm nicht viel mehr als die Hälfte des 12–40mm und auch deutlich weniger als die 12-mm-Festbrennweite.

Wer es genau wissen will findet bei dxomark.com die Labormessungen für die drei Linsen. Bei deren Gesamtwertung fällt der Vergleich andres aus. An der OM-D E-M1 erreicht das 12mm 22 Punkte, das 12–24mm 20 Punkte und das 9–18mm 14 Punkte.

Nachtrag | Andreas hat mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass die Detailschärfe eines Objektivs im mittleren Bereich nicht allein aussagekräftig für die Qualität einer Optik ist und das ist natürlich korrekt. Ich versuche zwar nicht hier amtlichen Fototestern wie dxomark.com und dpreview.com Konkurrenz zu machen, dennoch möchte ich drei Ausschnitte aus dem Randbereich nachreichen (in den Ecken enthält mein Motiv keine Elemente die für einen Vergleich aussagekräftig wären). Hier sieht man, dass das M.Zuiko 12–40mm am meisten Schärfe und Kontrast liefert, während die 12mm Festbrennweite etwas abfällt und das 9–18mm das Schlusslicht bildet.

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In der obersten Abbildung habe ich einen Ausschnitt im Randbereich markiert. Die Abbildungen darunter zeigen eine 100-%-Ansicht der Aufnahmen von M.Zuiko 12mm ƒ2.0, M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 und M.Zuiko 9–18mm ƒ4.0–5.6.

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Olympus E-M5 Mark II – mein Eindruck

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Regelmäßig unterstützt mich mein freundlicher Fotofachhändler Foto Hebenstreit in Feldkirch bei meinen Projekten. So besorgte er mir frühestmöglich Kameras für meine Kamerabücher und lieh mir Objektive um darüber zu schreiben. Nun bekam ich für einige Tage die neue Olympus OM-D E-M5 Mark II zum Testen zur Verfügung gestellt.

Ein zukünftiger Klassiker

In das OM-D-Design verliebte ich mich bereits als ein erstes Bild das ein Detail einer neuen Olympus zeigte in der Gerüchteküche auftauchte. Die dann vorgestellte OM-Neuauflage bestätigte was die Gerüchte versprachen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass es dem Retro-Pionier – immerhin hatte Olympus mit seinen Pen-Modellen den Trend angestoßen – besser als jeder anderen Kameramanufaktur gelungen ist klassisches Design neu zu interpretieren (Leica ist ein anderes Thema – dort war man immer klassisch und nie retro).

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Eines der ersten Bilder das ich von der neuen Olympus OM-D zu Gesicht bekam.

Es mag zu früh sein die E-M5 als Klassiker zu bezeichnen, doch das Potenzial dazu kann man ihr kaum absprechen. Deshalb scheint es nicht übertrieben wenn Olympus behauptet man sei die Weiterentwicklung des Designs angegangen als wenn die Mark I bereits ein Klassiker wäre.

Dass die E-M5 ein maßgeblicher Impuls für das Kameradesign der 2010er Jahre geworden ist lässt sich nicht bestreiten. Selbst wenn die Designs einer Fuji X-T1, Sony α7 oder Nikon Dƒ nicht direkt vom Erfolg der E-M5 beeinflusst sein sollten, muss man Olympus zumindest zugestehen als erstes mit einer Neuinterpretation klassischen SLR-Designs am Platz gewesen zu sein.

Das Gute wird besser

Das Kunststück der Weiterentwicklung des Gamechangers in Sachen Kameradesign haben die Olympus-Designer jedenfalls bravurös gemeistert – ich glaube ich bin nicht der einzige der findet, dass die Mark II noch schöner geworden ist als die Mark I.

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Olympus hat das Design der E-M5 Mark I mit viel Fingerspitzengefühl weiterentwickelt und das Gute mit der Mark II noch besser gemacht.

Schon bevor ich die Mark II in Händen hielt nahm ich wohlwollend zur Kenntnis, dass Olympus die Position des hinteren Einstellrades geändert hat. Bei der Mark I ist es näher am Sucher positioniert, was bei mir als notorischen Linksaugen-durch-den-Sucher-Schauers permanent dazu führt, dass ich bei der Bedienung des Rades mit dem Daumen die Brille verschmiere.

Auslader-Display

Weniger Freude bereitete mir hingegen, dass Olympus das lediglich hochklappbare Display durch ein nach außen zu schwenkendes ersetzt hat. Zum Einen vermittelt mir die Konstruktion nicht denselben Eindruck der Robustheit wie beim Vorgängermodell, zum Anderen lässt es sich mit dem seitlich ausklappenden Display auch nicht ganz so unauffällig aus der Hüfte schießen wie mit den bisher von Olympus verwendeten Lösungen.

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Ich bin kein Fan der seitlich ausklappenden Displays.

Zwar kann man das Klappdisplay so auch im Hochformat nutzen, doch in vielen Situationen fällt mir die Anwendung schwer und ich habe das Gefühl spiegelverkehrt arbeiten zu müssen. Ich hatte schon mehrere Kameras mit dieser Lösung und eine Gewöhnungsphase hat sich dabei nie eingestellt. Ich muss allerdings anmerken, dass mir auch das Zurücksetzen mit dem Auto via Spiegel Probleme bereitet – mein Gehirn scheint sich der Verarbeitung spiegelverkehrter Eindrücke gegenüber etwas zu sperren.

Zuletzt sei zum seitlich ausklappenden Display noch gesagt, dass ich die Bedienung via Touch damit als weniger komfortabel empfinde als bei einem Hochklappdisplay.

Erster Eindruck

Ein Produkt anhand von Abbildungen zu beurteilen oder es mit eigenen Händen anschauen zu können sind zwei Paar Stiefel. Mein erster Eindruck als ich die E-M5 Mark II live sah: Sie sieht noch besser aus als auf Bildern.

Haptisch fühlt sie sich so professionell, solide und gut an wie die Mark I – ich kenne keine Kamera die mir einen besseren Materialeindruck vermittelt als die E-M5 (die Klasse Leica lasse ich einmal außen vor). Auch die OM-D E-M5 Mark II vermittelt den Eindruck aus einem soliden Stück Metall geschnitten worden zu sein und die Einstellräder sind ebenfalls aus Metall. Liebevolles Detail am Rande: Der Haken der die Batterie im Fach hält ist nun nicht mehr aus Plastik sondern ebenfalls aus Metall.

Leichtgängige Einstellräder | Was mir allerdings negativ auffiel als ich die Kamera in die Hand nahm: Die Einstellräder sind zu leichtgängig. Einstellungen versehentlich zu verändern ist vorprogrammiert – das hat sich bei mir in der Praxis bestätigt.

Vordere Funktionstaste | Ungünstig positioniert und zu leichtgängig schien mir auf den ersten Blick auch eine Funktionstaste auf der Vorderseite. Allerdings hat sich dieser Eindruck in der Praxis nicht bestätigt. Dennoch würde ich keine Funktion darauf legen durch die sich eine Kameraeinstellung ändert, sondern eher eine mit deren Hilfe sich etwas temporär aufrufen lässt so lange man die Taste gedrückt hält.

Die E-M5 Mark II in der Praxis

In der Praxis liegt die Mark II etwa gleich in Händen wie die Mark I, das heißt bei Weitem nicht so gut wie eine DSLR oder eine E-M1 mit Hochformatgriff. Zwar lässt sich auch die E-M5 mit Hochformatgriff ausstatten was auch einen ausgeprägten Griff fürs Querformat beinhaltet, doch in meinen Augen ist das eher eine Notlösung für Ausnahmesituationen. Die E-M5 ist eine Kamera für unterwegs, wer häufig ausgedehnte Fotosessions plant ist mit der E-M1 besser beraten.

Die E-M1 verfügt auch über eine gut mit dem Daumen erreichbare FN-Taste die sich mit der Funktion AF-On belegen lässt. Die Oberseite der E-M5 Mark II ist zwar übersät mit Tasten, doch Tasten an der Oberseite sind im Vergleich zu solchen auf der Rückseite für mich eher der zweite Preis.

Als E-M1-Besitzer gefällt mir, dass bei der E-M5 II der Hebel zum Einschalten nun an dieselbe Stelle wie dort gewandert ist. Bei der Mark I befand er sich noch hinten unten was bei der Arbeit mit beiden Kameras dazu führt, dass die Intuition den Einschalter dauernd an der falschen Stelle sucht. Vielleicht sollte ich dazu aber noch anmerken, dass mir die Lösung wie ich sie von Nikon kenne, wo der Einschalter den Auslöser umschließt, insgesamt am Besten gefällt.

Großes Kino

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Arbeit mit der E-M5 Mark II nicht großartig von der Mark I. Mein generelles Fazit zum OM-D-System und zu Micro FourThirds habe ich bereits im letzten Artikel zusammengefasst. Was dort zu lesen ist trifft auch auf die E-M5 Mark II zu. Wo die Mark I im Vergleich mit der Mark II wirklich alt aussieht zeigt ein Blickt durch den elektronischen Sucher.

Nicht nur, dass nun 81 statt 35 Messfelder den Sucher bevölkern – es ist vor allem die Größe und Brillanz die bei der Mark II einen ganz neuen Durchblick ermöglichen.

Auf leisen Sohlen

So sehr ich den Donnerhall meiner ersten Kleinbildkamera, der D700, mochte, so sehr gefällt mir das dezente Auslösegeräusch der E-M5 Mark II. Für mich ist Fotografie kein rein rationales Handwerk sondern auch eine emotionale Kunst – Aussehen, Haptik und Klang des Werkzeugs spielen dabei durchaus eine Rolle. Die OM-Ds punkten in jeder Hinsicht.

Ist das dezente »Klack« des Verschlusses noch immer zu laut kann auf gänzlich lautloses Auslösen umgeschaltet werden. Bei Nikon mag es »Quiet« geben aber die neue OM-D kann geräuschlos – und das ohne schwammigen Druckpunkt am Auslöser.

Megapixelwahnsinn

Ich habe immer betont, dass 18 Megapixel genug für mich sind. Wieso gerade 18 Megapixel? Weil ich damit A3-Prints bei 300ppi machen kann.

Zugegen: Es hat schon etwas Geiles wenn man in ein 24- oder 36-Megapixelbild hinein zoomt und die feinsten Details knackscharf abgebildet sieht. Allerdings hat es auch etwas frustrierendes in der 100-%-Ansicht bei viel zu vielen Bildern in der Vergrößerung in erster Linie unscharfe Details zu sehen weil man halt wieder einmal nicht mit der Präzision gearbeitet hat die von der großen Auflösung verlangt wird.

Da mich Detailschärfe in der Vergrößerung nicht wirklich dauerhaft befriedigt wenn ich sie für die praktische Ausgabe nicht brauche kann ich auf den 20-MP-+-Wahnsinn recht gut verzichten.

Dennoch ließ es mich aufhorchen als verlautete MFT könne mit der E-M5 Mark II plötzlich 40 Megapixel. Zum Einen erweckte es die Gier des kleinen Urmenschen in mir der noch immer glaubt viel helfe viel, auch wenn der rationale Verstand weiß, dass das Unsinn ist. Zum Anderen versprach es auch eine gewisse Genugtuung gegenüber jenen Kleinbildfans die immer über die geringe Auflösung der MFTs lästern.

Pixel Shift | Zwar verlangt das Pixel Shift genannte Prinzip, dass die Kamera auf Stativ steht und sich das Motiv nicht bewegt, doch wie man hört arbeitet Olympus bereits fleißig daran die Technik so weiter zu entwickeln, dass sie zukünftig auch aus freier Hand und dann wohl auch für lebendige Motive einsetzbar ist.

Haben wenn man braucht | Das reizende an der Technik finde ich vor allem weiterhin mit einem für mich ausreichenden Maß an Auflösung fotografieren zu können (eben aktuell 16MP), bei Bedarf aber eine hohe Auflösung zuschalten können.

Als ich das erste Mal von der Technik las löste es Kopfschütteln aus und das Vorurteil der Spielerei bzw. des Marketinggags war schnell zur Hand. Allerdings nur für einen Moment, denn wie dpreview berichtete funktionierte es tatsächlich und konnte Nikons 36-Megapixel-Monster D810 durchaus Paroli bieten. Ich sollte Olympus mittlerweile gut genug kennen um zu wissen, dass reine Marketinggags nicht deren Masche sind.

Kann MFT wirklich 40 MP?

Aber leisten die kleinen MFT-Objektive wirklich genug um 40-Megapixel-Aufnahmen ausreichend Schärfe zu liefern? Immerhin hat Christoph Künne in einem Artikel bei Docma behauptet 24 Megapixel wären das höchste der Gefühle bei Kleinbild, 9 Megapixel bei APS-C und 5 bei MFT.

Auch wenn ich selbst erklärter Skeptiker gigantischer Auflösungen bin, so habe ich doch auch Zweifel an der Stichhaltigkeit der in dem genannten Artikel geäußerten Theorien. Wenn ich die Behauptungen (gefühlsmäßig) weiterspinne, müsste ich für Kompaktkameras und Handys bei weniger als 1 MP  ankommen – dass aber eine 10-MP-Kompakte nicht mehr Details leisten soll als eine 1-MP-Kompakte deckt sich absolut nicht mit meinen Erfahrungen.

Auch die 24-MP-APS-C-Kameras mit denen ich arbeitete erzielten bei angemessener Arbeitsweise durchaus mehr Detailschärfe als APS-C- oder Kleinbildmodelle mit weniger Auflösung.

Doch wie sieht es nun aus, wenn ich die Auflösung einer MFT-Kamera auf 40 MP hochschraube? Um das selbst zu testen habe ich mich mit der E-M5 in unsere Dorfkirche gestellt und unter opulenten Orgelklängen Testaufnahmen geschossen.

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Original 40-MP-Aufnahme einer Olympus OM-D Mark II mit M.Zuiko-12mm-ƒ2.0-Objektiv oben und 100-%-Ausschnitt darunter.

Die Abbildung zeigt den Detailreichtum der Aufnahme, aber auch, dass man den 100-%-Ausschnitt nicht unbedingt als knackscharf bezeichnen kann. Überraschend scheint mir das nicht. Vielmehr hätte mich überrascht, wenn die kleinen und im Vergleich zu Pro-Nikkoren relativ günstigen Olympus-Objektive mehr geleistet hätten.

Besser als Interpolation?

Nun kann man unscharfe Bilder mit hoher Auflösung ja bekanntermaßen auch via Interpolation errechnen lassen. Vor diesem Hintergrund stellte sich mir die Frage wodurch wohl ein besseres Resultat zu erzielen ist: Durch die Pixel-Shift-Technik oder Interpolation.

Für den Vergleich rechnete ich das 40-Megapixel-Pixel-Shift-Original in Photoshop auf 16 MP hinunter und anschließend wieder auf 40 MP hoch. Die Methode mag nicht ganz wissenschaftlich sein, aber um mir einen Eindruck vom Unterschied zu vermitteln ist sie wohl ausreichend.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Resultate und belegen, dass – wie ich erwartet hatte – das Pixel-Shift-Original etwas sauberer ist, aber der Unterschied – wie ebenfalls erwartet – keine Welt ausmacht.

Zwar zeigt die interpolierte Variante etwas mehr Kontrast und dass Photoshop beim Neuberechnen die Kanten geschärft hat, was den oberflächlichen Eindruck vermittelt das interpolierte Ergebnis könnte sogar etwas besser sein – in der Praxis jedoch sollte sich aus der Pixel-Shift-Version via Kontrastanhebung und Nachschärfung noch etwas mehr rausholen.

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Oben: Ausschnitt aus dem 40-MP-Original; unten: Ausschnitt aus einer aus 16 MP hoch interpolierten Kopie.

Leider konnte ich den Test nur mit JPEGs machen. Hochauflösende Aufnahmen kann die E-M5 Mark II zwar auch in RAW speichern, allerdings genügt es dazu nicht generell auf RAW einzustellen, sondern es muss, wenn »Hochauflösend« aktiviert ist, für diese Option zusätzlich noch einmal RAW eingestellt werden. Als mir mein Fehler auffiel war es leider schon zu spät.

Lohnt sich Pixel Shift also?

Laut dpreview schlägt sich Olympus’ Pixel-Shift-Auflösung wie gesagt wacker im Vergleich mit Nikons 36-Megapixel-Kleinbildmonster. Auch der Vergleich einer E-M5-Pixel-Shift-Aufnahme und eines vergrößerten E-M5-16-Megapixelbildes legen nahe, dass die Technik mehr bringt als meine Tests nahelegen. Interessant wäre allerdings gewesen zu erfahren welche Objektive dpreview sowohl für die Nikon als auch an der Olympus eingesetzt hat (ich habe Testaufnahmen mit 12mm ƒ2.0, 12–40mm ƒ2.8 und 9–18mm ƒ4–5.6 gemacht).

Zu einem ähnlichen Fazit wie dpreview kommt auch heise Foto beim Test der E-M5 Mark II (der vollständige Test ist nur für Mitglieder des heise Foto-Clubs zu lesen). Wollen wir einmal annehmen, dass deren Labortests professioneller durchgeführt werden als meine Real-Live-Versuche und sich die E-M5 in Sachen Auflösung also tatsächlich mit Kleinbild-Pixelmonstern messen kann. So betrachtet liefert die Pixel-Shift-Funktion also tatsächlich einen Mehrwert.

Weniger angetan zeigen sich hingegen die Tester bei dxomark.com, deren Fazit man wohl grob als »alter Wein in neuen Schläuchen« übersetzen kann.

Qualität die den Preis Wert ist

Anders als DxO sieht heise Foto sehr wohl eine nützliche Weiterentwicklung der E-M5 mit der Mark II. Bei heise geht man sogar soweit die OM-D in Sachen Abbildungsqualität inklusive des Rauschverhaltens auf Augenhöhe mit aktuellen APS-C-Kameras zu positionieren.

Olympus bietet mit der OM-D Mark II einmal mehr eine Kamera die nach meiner Ansicht ihren Preis Wert ist. Manche Kommentatoren scheinen zwar den Preis einer Kamera nach demselben Prinzip wie den Preis von Wurst zu beurteilen: Weniger Wurst darf weniger kosten, kleinerer Sensor muss auch billiger sein (für den Laien kommt meist noch hinzu, dass etwas ohne Spiegel nicht mehr kosten darf als etwas mit).

Sieht man sich aber an, was Olympus mit seinen OM-Ds liefert scheinen mir die Preise absolut gerechtfertigt. Immerhin bietet man die beste Bildstabilisierung, die wohl effektivste Sensorreinigung am Markt, eine hervorragende Materialqualität und Verarbeitung und eine Abdichtung gegen Staub und Wasser die bei den Mitbewerbern absolut nicht selbstverständlich ist.

Überhaupt finde ich lobenswert, dass Olympus die Unterschiede zwischen seinen Modelllinien E-M10, E-M5 und E-M1 nicht künstlich durch funktionale Kastration herstellt. Qualitativ und funktional leisten die drei Linien praktisch dasselbe – die Software der drei Kameras ist nahezu identisch und liefert beinahe identische Möglichkeiten. Auch der Bildsensor dürfte identisch sein und somit identische Resultate liefern. Lediglich auf die 5-Achsen-Bildstabilisierung muss man bei der E-M10 verzichten und die Nehmerqualitäten des Gehäuses sind beim Einsteigermodell geringer als bei den teureren. Das sind aber Unterschiede die gerechtfertigt sind, was auf das Herausstreichen von Software-Funktionen aus preiswerteren Modellen ja nicht zutreffen kann.

Lohnt sich ein Umstieg?

Zugegen: Die E-M5 Mark II weckt Begehrlichkeiten. Praktisch gesehen liefert der größere Sucher einen deutlichen Mehrwert. Emotional getrachtet giert mein innerer Urmensch nach den 40 Megapixeln, ob ich sie nun brauche oder nicht.

Dennoch kommt es für mich nicht in Frage die Mark I durch die Mark II zu ersetzen – dazu ist der Mehrwert nicht groß genug. Allerdings soll das nicht als Kritik verstanden werden, immerhin ist es gerade einmal zwei Jahre her, dass ich die Mark I kaufte und das Austauschen meiner Geräte nur weil der Hersteller das Nachfolgemodell vorstellt ist nicht so mein Ding (mein iPhone ist noch immer ein 4 ohne s).

Man mag abwarten was die Ingenieure bei Olympus in den nächsten Jahren noch so an Innovationen für uns bereit haben – ob sie uns Dinge liefern werden von denen wir heute noch nicht wissen, dass wir sie brauchen. Aus heutiger Sicht jedoch könnte mich vor allem Eines zu einem Austausch meiner E-M5 Mark I bewegen: Ein schnellerer AF.

Zwar arbeitet der Autofokus meiner OM-Ds im Alltag absolut zuverlässig und so schnell, dass kein Unterschied zu meinen früheren Nikons zu spüren ist, doch wie ich schon mehrfach in Artikeln erwähnte ziehen sie den kürzeren, wenn es darum geht wirklich rasend schnelle Motive, wie fliegende Vögel, einzufangen.

Sollte es diesbezüglich einen Fortschritt geben, der die Spiegellosen unter allen Bedingungen mit Spiegelreflexkameras gleichziehen lässt wäre das ein Argument für eine neue Kamera. Bis dahin bleibe ich wohl bei der E-M1 und E-M5 Mark I.

Jenen allerdings, die noch keine E-M5 haben, kann die Neue von Olympus absolut empfehlen – auch abgesehen von 40 Megapixeln.

Zwei Jahre OM-D und MFT

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Im vorangegangenen Artikel habe ich beschrieben wie ich von Nikon zu Olympus gekommen bin. Nun möchte ich meine Eindrücke und Ansichten über MFT und die OM-Ds zusammenfassen.

Die beste Kamera gibt es nicht

Fragt man mich wer die besten Kamerasysteme baut müsste ich wohl antworten »Nikon«. Sollte die Nikon D7100 und in ihrer Nachfolge die D7200 nicht die im Verhältnis Preis zu Funktion/Qualität beste Kamera am Markt sein, so spielt sie doch sicherlich ganz vorne mit. Nummer 1 des Kameramarktes ist aber Canon und die Profis die sich für diese Marke entschieden haben sind sicher keine Deppen – sie hatten sicher gute Gründe Canon zu wählen.

Alle Kamerahersteller kochen mit demselben Wasser. Jede Marke hat Stärken und Schwächen, jedes System Vor- und Nachteile. Die beste Kamera die für alle Fotografen ideal passt gibt es nicht. Vielmehr wird der Einsatzbereich und die subjektiven Sympathien jedes einzelnen Anwenders darüber entscheiden was er für sich selbst als ideale Kamera erachtet.

Für mich baut Olympus mit den OM-Ds die besten Kameras. Fragt mich jemand was für eine Kamera ich kaufen würde: »eine OM-D«. Logisch. Ich habe zwei davon! Fragt mich jemand was für eine Kamera er kaufen soll sage ich: »Es kommt drauf an!«

Es kommt vor allem darauf an wie man was fotografieren und wie man es darstellen beziehungsweise ausgeben möchte. Die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Kamera wird es niemals geben. Statt dessen finde ich wir sollten die Vielfalt loben und uns darüber freuen, dass die unterschiedlichen Systeme praktisch für jeden das passende Angebot liefern dürften.

Kleinliches Geplänkel im Sinne von »mein’s ist besser als dein’s«, halte ich für verzichtbar – ebenso wie die Grabenkämpfe Mac versus Windows, Android versus iOS oder eben auch Canon versus Nikon.

Trotzdem wird dieser Artikel Vergleiche zwischen Nikon und Olympus enthalten, schließlich bin ich von Nikon auf Olympus umgestiegen und der Leser soll erfahren welche Vor- und Nachteile der System ich sehe.

Gewicht und Volumen

Jedes System hat Stärken und Schwächen schrieb ich. Die größte Stärke des MFT-Systems ist zweifellos das geringe Volumen. Zwar bauen heute auch andere Hersteller Systeme mit kleinen Kameragehäusen doch wer Objektive nicht mit in seine Kalkulation einbezieht macht die Rechnung ohne den Wirt.

Das heißt im Umkehrschluss natürlich, dass bei Fotografen für die Mobilität keine große Bedeutung hat das stärkste Argument pro MFT wegfällt. Gesellen sich zu geringem Bedarf die Ausrüstung weit zu schleppen noch riesige Hände dürften zumindest Olympus’ Kameras nicht mehr in die engere Wahl kommen.

Die neue Leichtigkeit

Für mich bedeutet das geringe Volumen und relativ geringe Gewicht die Erfahrung einer ganz neuen Leichtigkeit des Fotografierens. Dabei ist geringes Gewicht wirklich relativ zu betrachten. Nimmt man eine E-M1 mit 12–40mm ƒ2.8 in die Hand fühlt sie sich überraschend schwer an. Sie liegt satt in der Hand und vermittelt den Eindruck erstklassiger Materialqualität. Kaum eine Kamera die sich mehr wie ein Block soliden Metalls anfühlt als die E-M1- und E-M5-Modelle – eine Ausnahme mögen die in einer ganz anderen Preisklasse spielenden Leicas sein.

Erst wenn man das tatsächliche Gewicht der OM-D (inklusive 12–40mm 879g) mit einer D610 samt 24–79mm Objektiv vergleicht (1750g – die D610 alleine wiegt 850g) wird einem bewusst, dass man an ein Leichtgewicht in Händen hält. Selbst eine Sony α7S bringt mit 24–70mm 1463g auf die Waage.

Es ist die ausgewogene Balance aus hochwertiger Haptik, solidem Gewicht bei sich perfekt in die Hände schiegendem Volumen das die OM-D E-M1 die Fotografieren für mich mehr den je zu einem Flow werden lässt. Es fällt schwer diese emotionale Qualität in Worte zu fassen – im Deutschen scheint mir das Wort Leichtigkeit am passendsten, doch näher kommen für mich die englischen Begriffe smooth und easy.

Abstriche bei der Ergonomie

Kompakte Gehäuse haben allerdings nicht nur Vorteile. Die E-M5 – die Mark II ebenso wie die Mark I – sind als kompakte Begleiter konzipiert. Für stundenlange Fotosessions scheinen sie mir kaum geeignet.

Die E-M1 liegt mit ihrem wulstigen Griff schon deutlich besser in der Hand, doch der Body allein ist mir noch immer zu klein – da die Kamera verhältnismäßig niedrig ist greift mein kleiner Finger ins leere und das vermittelt das Gefühl den Apparat nicht sicher in Händen zu haben. Montiere ich hingegen den optionalen Hochformatgriff liegt sie mir besser in Händen als jede andere Kamera mit der ich bislang gearbeitet habe – Spiegelreflexkameras empfinde ich seither als klobig.

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 Mit dem optionalen Hochformatgriff liegt die E-M1 perfekt in der Hand.

Allerdings löst ein Hochformatgriff nicht das Problem, dass auf einem kompakten Gehäuse schlicht und einfach weniger Platz ist als auf einem voluminösen. Auf einer D7100 oder D600 fallen die Bedienelemente größer aus, sind besser zu ertasten und haben meist einen deutlicheren Druckpunkt. Darüber hinaus liegen die Tasten an den OM-Ds auch noch dichter beieinander was es schwerer macht die gerade benötigte Taste sofort zu finden und immer wieder dazu führt, dass man die falsche drückt.

Schulter-, Rücken und Konditionsschonend

Nun, konditionsschonend muss man vielleicht nicht nur als Vorteil betrachten, doch der Rücken und die Schultern danken einem ein MFT-System. Wer MFT packt, packt nicht selten zwei Drittel oder drei Viertel weniger Gewicht und Volumen ein als das was bei einer Kleinbild-DSLR zu erwarten wäre.

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Kaum zu glauben, aber der Fotograf trägt eine E-M1, eine E-M5, eine Lumix G1, ein 12–40mm Objektiv, ein 9–18mm Objektiv, ein 100–300mm Objektiv, eine 45mm Festbrennweite, eine 12mm Festbrennweite und eine 20mm Festbrennweite – nebst anderen Dingen die sich in der Fototasche befinden.

Elektronischer Sucher

Nicht jeder mag elektronische Sucher – ich liebe sie. Bereits vor der Aufnahme kann ich mir Histogramm und Belichtungswarnung anzeigen lassen, Änderungen von Zeit oder Blende wirken sich auf die Helligkeit des Sucherbildes aus und nach der Aufnahme wird die Bildrückschau im Sucher angezeigt – das Nehmen der Kamera von den Augen um auf das Display zu schielen entfällt. Sogar Menüs lassen sich über das Sucherbild einstellen.

Natürlich hat es seinen Preis, wenn sich eine Kamera nur via elektronischer Anzeigen bedienen lässt. Der Akku ist schneller geleert als bei einer DSLR mit der man sehr sparsam arbeiten kann wenn man die automatische Bildrückschau auch deaktiviert.

Klappbares Touch-Display

Klappbare Displays habe ich immer geschätzt und bei meinen Nikons immer vermisst – wie oft bin ich auf dem dreckigen Boden herumgerobbt um bei einer interessanten Perspektive noch durch den Sucher schauen zu können. Vor allem das rein nach oben klappbare Display der E-M1 und E-M5 Mark I hat es mir angetan – für das nach außen klappende Display der E-M5 Mark II kann ich mich hingegen noch nicht so begeistern.

Gefallen finde ich auch am Touch-Display. Wer es noch nie versucht hat mag es für Spielerei halten. Doch es hat durchaus seinen Vorteil in manchen Situationen den Fokuspunkt per Fingertip bestimmen zu können und gleichzeitig auszulösen. In den meisten Fällen schappt der AF auch augenblicklich und perfekt sitzend zu.

Schärfentiefe

Das größte Thema in Sachen pro und contra MFT stellt in der Regel die größere Schärfentiefe der kleineren Sensoren dar. ƒ1.4 bei MFT entspricht in Sachen Schärfentiefe ƒ2.8 bei Kleinbild. 1.4 versus 2.8 – das ist natürlich ein deutlicher Unterschied und er ist nicht von der Hand zu weisen.

Freisteller die sich bei einer APS-C-Kamera auch mit Standardobjektiven geringer Lichtstärke gut realisieren lassen sind nicht unbedingt die Stärke von MFT. Wer stark weichgezeichnete Hintergründe wünscht muss bei Zoomobjektiven tiefer in die Tasche greifen oder eine Festbrennweite einsetzen – ein vergleichbares zerfließen der Hintergrundfarben wie es mit lichtstarken Objektiven an Kleinbild möglich ist bleibt einem im selben Ausmaß verschlossen. Selbst das 42,5mm ƒ1.2 Objektiv von Panasonic entspricht nur etwa 2.5 bei 85mm KB und ist damit weit entfernt von dem was ein 85mm ƒ1.4 Kleinbildobjektiv an geringer Schärfentiefe zu Stande bringt.

Geringe Schärfentiefe ist nicht immer besser

Unter den Tisch fällt meist, dass größere Schärfentiefe auch Vorteile haben kann wie zum Beispiel in der Makrofotografie. Ebenfalls profitiert von der größeren Schärfentiefe wer bei Events unter gedämpftem Licht ohne Blitz fotografiert. Das Problem ist bekannt: Fotografiert man mit Offenblende ist die Schärfentiefe so gering, dass bei mehreren Personen die nicht exakt auf einer Ebene von der Linse entfernt stehen oft nur eine scharf auf der Aufnahme landet. Der Spielraum mit MFT ist hier doch größer.

Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass der größere Spielraum einer Kleinbildkamera bei der ISO-Empfindlichkeit den Nachteil wahrscheinlich wieder auszugleichen vermag.

Volle Detailschärfe ab Offenblende

Ein bekanntes Problem ist auch, dass die meisten Objektive bei Offenblende noch nicht die volle Detailschärfe und den maximalen Kontrast erreichen. Selbst bei guten Kleinbildobjektiven ist es oft notwendig um ein oder zwei Blenden abzublenden. Bei meinen Tests von MFT-Objektiven konnte ich dieses Problem nicht feststellen – ein nennenswerter Unterschied zwischen maximaler und verkleinerter Blendenöffnung war mit freiem Auge nicht zu erkennen.

Bokeh

Während Detailschärfe objektiv messbar ist kann die Beurteilung von Bokeh nur subjektiv ausfallen. Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Bokehs meiner MFT-Linsen in der Regel sanfter und attraktiver ausfallen als ich das von den meisten Nikon-Objektiven gewohnt bin.

Zugegeben: Ich besaß nur wenige der edlen ƒ1.4 Objektive. Mag sein, dass meine MFT-Linsen im Vergleich dazu alt aussehen würden. Doch neben dem 85mm ƒ1.8 – mein bevorzugtes Porträtobjektiv unter meinen ehemaligen Nikon-Linsen – kann sich das Olympus 45mm ƒ1.8 durchaus sehen lassen und staubt am Ende noch die Auszeichnung für den Preisknüaller ab.

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Mit dem M.Zuiko 75mm ƒ1.8 lässt sich ein wunderbar cremiges Bokeh erzielen.

Auflösung

Wer nach hoher Auflösung sucht, sucht bei Olympus und Panasonic an der falschen Stelle. Für leidenschaftliche Landschafts- und Architekturfotografen sowie alle die häufig große Poster drucken wollen bieten andere Hersteller bessere Apparate an. Bei MFT ist derzeit bei 16 Megapixel Schluss. Bei Nikon sind 24 Megapixel längst Standard, 36 Megapixel auch für Amateure erreichbar und von Canon wurde gerade 50 Megapixel angekündigt.

Wer allerdings megaviel Megapixel will sollte auch megapräzise fotografieren. Andauernd locker aus der Hand nach der Kehrwert-der-Brennweite-Regel zu belichten produziert damit keine detailreicheren Bilder, sondern nur größere Daten die die Festplatten verstopfen und nach Investitionen in neuere Computer schreien. Feinstes Glas ist ebenso angesagt wie öfter mit Stativ und Blitz arbeiten.

Für mich lautet die Frage nicht wie viel Megapixel kann ich bekommen, sondern wie viel Megapixel brauche ich. Schon in Zeiten als ich noch mit der 12-MP-D700 fotografierte behauptete ich immer 18MP sind genug (für mich). Damit lassen sich A3-Ausdrucke bei 300ppi erzielen. Mehr ist für meine üblichen Anforderungen nicht notwendig.

Pixelshift

Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich auch, dass Olympus mit der neuen Pixelshift-Funktion der E-M5 Mark II die Karten neu gemischt hat. Dabei wird der Sensor während der Aufnahme mehrmals so verschoben, dass sich eine Auflösung von 40 Megapixel ergibt. Laut Vergleichen mit einer D800 bei dpreview ist das wieder erwarten keine reine Spielerei sondern erzielt Ergebnisse, die sich mit Nikons-Vollformat-Megapixelmonster durchaus messen können.

16 Megapixel für den Alltag zu nutzen aber 40 zur Verfügung zu haben wenn man sie wirklich einmal braucht ist eine interessante Option, auch wenn das im Moment nur bei unbewegten Motiven und mit Stativ funktioniert. Laut Olympus arbeite man aber schon fleißig daran die Technik so weit zu bringen, dass man sie auch ohne Stativ aus freier Hand einsetzen kann.

Rauschen

Keine Frage ist, dass Rauschen bei MFT schneller Thema wird als bei APS-C oder Kleinbild und ich verstehe, dass es Motive gibt bei denen das kleinste Rauschen stört. Solche Motive kommen auch mir manchmal unter doch in der Regel kann ich mit ein Bisschen Rauschen leben.

Tatsächlich finde ich eine feine Struktur bei vielen Aufnahmen sogar charmant weshalb ich häufig in der Nachbearbeitung digitales Korn hinzufüge. Natürlich ist es umso besser weniger eine Kamera zum Rauschen neigt. Doch bei der Qualität die moderne Kameras heute sogar bei Werten von ISO6400 und darüber noch erreichen kann ich damit leben, dass meine kompakten Begleiter nicht in der vordersten Liga mitspielen.

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Wer hätte in analogen Zeiten geglaubt, dass so eine Aufnahme ohne Stativ aus freier Hand gemacht wurde?

Kontrastumfang

Nikon-Fotografen schätzen Ihre Apparate vor allem auch wegen des hervorragenden Kontrastumfangs der Sensoren. Olympus kann da bei Weitem nicht mithalten. Vergleicht man die OM-Ds jedoch mit dem was bei dxomark.com im Durchschnitt für Canons Kameras an Dynamikumfang angegeben wird stehen die OM-Ds allerdings gar nicht so schlecht da.

Fokussierung

Als Olympus die E-M5 vorstellte hieß es, die Zeiten in denen spiegellose Kameras langsamer fokussierten als DSLRs seien Geschichte. Im normalen fotografischen Alltag möchte ich dem gerne zustimmen und bei den allermeisten Motiven kann ich keinen Unterschied zwischen meinen MFT-Kameras und meinen früheren Nikons feststellen.

Anders sieht es aber aus wenn sich die Motive so schnell bewegen wie Vögel im Flug. Gelang es mir mit meinen Nikons mühelos Dutzende Treffer zu landen wenn ich am Bodensee Möwen bei der Flugshow folgte, produziere ich mit meinen MFTs praktisch nur Fehlschüsse.

Lesern die beabsichtigen häufig Motive zu fotografieren die so schnell unterwegs sind, dass man ihnen mit der Kamera kaum folgen kann würde ich eher zu einer DSLR raten.

Funkstille

Was mich am längsten überlegen ließ ob ich wirklich von Nikon auf Olympus umsteigen soll war der Umstand, dass nur für Canon und Nikon Funk-TTL-Systeme für kabelloses Blitzen zur Verfügung stehen.

Zwar bieten auch Olympus und Panasonic ein System für kabelloses Blitzen das ebenso komfortabel zu benutzen ist wie jenes von Nikon, doch nach meiner Erfahrung reagiert es etwas weniger zuverlässig und Outdoors ist es generell schwierig damit zu arbeiten, im Sonnenlicht geht in der Regel gar nichts mehr.

Bei meinem Nikon-System stand ich wegen der Schwierigkeiten kurz davor mir ein Funksystem von Pocket Wizzard oder Pixelking zuzulegen. Beim Umstieg auf Olympus setzte ich auf die Hoffnung, dass diese mit zunehmendem Erfolg von MFT auch dessen Blitzsystem unterstützen würden – bislang eine vergebliche Hoffnung.

Glücklicherweise fand ich mittlerweile eine Lösung von Aokatec die ich bereits in einem kurzen Bericht beschrieb. Nach mehreren Fotosessions kann ich bestätigen, dass es absolut zuverlässig funktioniert.

Beispiellose Bildstabilisierung

Branchenprimus ist Olympus wenn es um Bildstabilisierung geht. Schon häufiger habe ich Aufnahmen von bis zu einer Sekunde aus freier Hand gemacht und brauchbare Ergebnisse erzielt. Die Aufnahme unten wurde versehentlich mit einer Belichtungszeit von 4 Sekunden aufgenommen – das kleine Versehen demonstriert eindrucksvoll was Olympus’ 5-Achsen-Bildstabilisierung zu leisten in der Lage ist.

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Bei einer Belichtungszeit von 4 (vier!) Sekunden aus freier Hand aufgenommen. Verrauscht aufgrund von ISO1600 und starker Dunkelheit, doch die Verwackelung ist fast schon zu vernachlässigen.

Die OM-D ist meine ideale Kamera

Olympus’ OM-Ds sind für mich die idealen Kameras und ich kann sie jedem nur wärmstens empfehlen. Am Ende hängt die Zufriedenheit mit einem System aber immer mit der Art zu Fotografieren ab und was für mich perfekt sitzt muss bei anderen noch lange nicht passen. Ich habe versucht sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Systems herauszustreichen. Dass das Fazit am Ende positiv ist war klar, denn sonst wäre ich ja kein zufriedener OM-D-Fotograf. Tatsächlich kann man mich sogar durchaus als OM-D-Fan bezeichnen.

Kabelloses Funk-TTL-Blitzen für Olympus und Panasonic

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Wer wie ich mit entfesselten Systemblitzen arbeitet und nicht Canon oder Nikon nutzt kennt vielleicht das Problem: Für Marken wie Olympus und Panasonic gibt es aktuell kein Funksystem das TTL unterstützt (wobei, wie ich hier berichten kann, kein System nicht ganz richtig ist).

Zwar arbeite ich ausschließlich mit manuellen Blitzeinstellungen wenn ich kabellos blitze, doch die TTL-Systeme bieten den Vorteil, dass sich die Blitzleistung von der Kamera aus einstellen lässt. Die reinen Funkauslösesysteme, die sich bei jeder Marke nutzen lassen, erfordern, dass die Blitzleistung am Blitz eingestellt wird. Das bedeutet, dass für eine Änderung der Lichtstimmung ein Spaziergang zu allen Blitzen notwendig wird. Bei mir sind das in der Regel drei. Ein Blitz nach dem anderen muss dann auf Augenhöhe heruntergelassen oder hochgehoben und manuell justiert werden. Entspricht das Resultat nicht den Vorstellungen wiederholt sich der Rundgang. Ich will so nicht arbeiten.

Zwar erlauben die Systeme für das kabellose Blitzen der Hersteller auch entfernte Blitze von der Kamera aus zu steuern, nur kommunizieren diese nicht über Funk sondern über Lichtsignale. An sich funktioniert das relativ gut, allerdings nur wenn die entfesselten Blitze die Steuersignale des Masterblitzes sehen.

Leider kommt es viel zu oft vor, dass der Sichtkontakt zwischen Master und Slave blockiert ist. Das kann sein, weil sich ein Objekt dazwischen schiebt – das kann auch einmal das Modell sein. Den Blitz bewusst hinter einem Objekt zu verstecken oder ihn in einen Schirm blitzen lassen und sich hinter den Schirm stellen geht also nicht. Sonnenschein kann die Lichtsignale überstrahlen und verhindern, dass das System funktioniert. Und wenn man nicht gerade in engen Räumen mit weißen Wänden arbeitet ist es kaum möglich Blitze aus zwei verschiedenen Richtungen auf das Modell zu richten – nach meiner Erfahrung geht das mit dem Olympus-System noch weniger als mit Nikons CLS.

Wegen der beschriebenen Probleme liebäugelte ich schon lange mit einem Funk-TTL-System und als ich noch mit Nikon arbeitete stand ich schon kurz vor der Bestellung. Doch dann haben es mir Olympus’ OM-Ds angetan und ich habe das System gewechselt, nicht zuletzt auch in der Hoffnung, dass die Hersteller von Funk-TTL-Systemen früher oder später auch MFT-Blitze unterstützen. Bislang habe ich allerdings noch kein Gerücht vernommen, dass eine solche Unterstützung irgendwo geplant ist.

Umso aufmerksamer wurde ich, als ich von der Aokatec-Lösung gehört habe. Deren Lösung klingt abenteuerlich: Die Lichtsignale des Masterblitzes werden von einem Sender aufgenommen, in Funksignale umgewandelt, an die Empfänger geschickt und dort wieder als Lichtsignale an die Augen der Slaveblitze übertragen. Das folgende Video demonstriert das System in der Praxis:

Ganz geheuer war mir die Idee nicht, doch da es die bislang einzige Lösung ist mit meinen MFT-Kameras die Probleme der Lichtsteuerung zu umgehen habe ich mich vor einiger Zeit dann doch entschieden einen Satz aus Sendern und Empfängern zu ordern. Zunächst versuchte ich es direkt beim Hersteller in China, wo allerdings zur Zeitpunkt meines Bestellversuchs gar nicht ausreichend Empfänger zu ordern waren. Außerdem blieben Anfragen via Mail schlicht unbeantwortet – nicht gerade vertrauenserweckend.

Dennoch wollte ich es unbedingt probieren und habe deshalb bei Amazon nach Aokatec gesucht. Bei Amazon Deutschland blieb die Suche ohne Erfolg, doch bei der Suche über amazon.com landete ich Treffer. Also habe ich einen Sender/Empfänger und zwei weitere Empfänger aus der USA bestellt. Keine Schnäppchen scheint mir, denn zu Amazons Preisen gesellten sich noch Versand und Zoll. Aber in der Not frisst der Teufel das Brot.

Zunächst einmal wird für die Produkte zwar eine Unterstützung für Canon, Nikon und Sony angegeben, nicht aber für Olympus oder Panasonic. Laut meinen Recherchen sollte es dennoch funktionieren (was ich mittlerweile bestätigen kann).

Die Sets werden mit allem geliefert, was für den Einsatz erforderlich ist, inklusive eines Klebe-Klett-Systems mit dem sich der Sender am Masterblitz anbringen lässt. Die Materialqualität macht einen lausigen Eindruck und ich habe das System bei mir schon einmal unter Verbrauchsmaterial verbucht – Langlebigkeit würde mich überraschen. Bei einem Kopf eines Kabels für die Signalübermittlung an den Slaveblitz war bereits nach der Entnahme der Deckel abgefallen, was ich fachmännisch mit Superkleber reparierte – eine Rücksendung in die USA kam in meinen Augen nicht in Betracht.

Trotzdem habe ich den Kauf (noch) nicht bereut, denn das System arbeitet einwandfrei. Zwar konnte ich es nicht dazu bringen meinen Metzblitz zu steuern, was aber wohl eher am Auge des Blitzes liegt als am Aokatec-System. Sollte es – bei entsprechend sorgfältiger und vorsichtiger Behandlung – einige Zeit halten ist es eine absolute Bereicherung für meine Arbeit mit entfesselten Blitzen. Endlich keine endlosen Tricksereien mehr um Sichtkontakt zwischen Master und Slave herzustellen und auch keine engen Einschränkungen bei der Platzierung der Blitze.

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Der liegende Blitz ist mein Metz als Master. Darauf ist via Klettverschluss der Aokatec-Sender montiert. Wie der die Lichtsignale aufnimmt ist mir ein Rätsel aber im Studio funktioniert es einwandfrei und laut dem Filmchen oben sollte es auch im prallen Sonnenlicht kein Problem sein.
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Die drei Empfänger. Billigstes Material aber funktional einwandfrei.
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Der Sender sieht exakt aus wie die Empfänger, trägt aber die Aufschrift TX statt RX.
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Das Auge des Blitzes und der Kopf des Aokatec-Systems der dem Blitz die Lichtsignale übermittelt.
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Und so sieht es aus wenn das Kabel am Blitz montiert ist. Simpel aber effektiv.

Fototasche Vanguard The Heralder 28

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Nachdem ich vor einiger Zeit von Vollformat auf MFT wechselte brauchte ich neue Taschen – die alten waren mir zu groß für das kompakte Kamerasystem. Bislang habe ich Taschen von Lowe Pro, Kalahari, Tamrac und Think Tank und war mit deren Produkten im Großen und Ganzen zufrieden, wenn auch bei den wenigsten Produkten rundherum. Vanguard war mir lange Zeit unbekannt.

Seit einigen Wochen habe ich nun die Heralder 28 im Einsatz und das Gefühl mit Vanguard meine Taschenmarke gefunden zu haben. Die Tasche macht den Eindruck erstklassiger Verarbeitungsqualität, trägt sich sehr angenehm und auch der Look mag mich überzeugen.

Sie ist deutlich größer und fasst mehr, als ich anhand von Produktabbildungen und -beschreibungen gedacht hätte. Zuletzt war ich mit ihr auch schon mehrere Kilometer (12–15km am Stück) zu Fuß auf Fotosafari und empfinde den Tragekomfort als tadellos.

Sie nimmt für mich praktisch mein ganzes MFT-Equipment auf: OM-D E-M1, OM-D E-M5, Olympus-FL-600R-Blitz, Olympus 12mm, Panasonic 20mm, Olympus 45mm, Olympus 12–40mm, Voigtländer 42,5mm, Olympus 75mm, Olympus 60mm Macro und Olympus 9–18mm. Am Ende bleibt noch immer etwas Platz frei. Auf den Fotosafaris packe ich natürlich nicht alles mit ein, sondern begnüge mich aktuell mit den beiden OM-Ds, 9–18mm, 60mm Macro und FL-600R Blitz, dafür muss die Tasche aber etwa drei 0,5–0,75Lt. Flaschen und ein bisschen Verpflegung aufnehmen.

Mit entscheidend bei praktisch jeder Kameratasche ist für mich, dass sie zumindest eine Seitentasche hat in der man Getränke unterbringen kann – bei dieser Tasche passen zwei 0,5Lt. Flaschen in eine Seitentasche.

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Unterwegs mit der OM-D

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Eigentlich müsste es heißen unterwegs mit den OM-Ds, denn es begleiten mich im Moment die OM-D E-M1 und die OM-D E-M5. Aber »unterwegs mit den OM-Ds« klingt ein bisschen doof, finde ich.

Nachdem die komplett überarbeitete Neuauflage von »Grafik und Gestaltung« praktisch abgeschlossen ist genieße ich ein paar ruhige Urlaubstage mit meiner Frau, zur Abwechslung im Ländle, wie wir Vorarlberger unser Bundesland nennen. Fernreisen sind schön, doch wir entdecken immer wieder die schönsten Wege und Plätze vor der eigenen Haustür die uns bislang verborgen geblieben sind. Und das Essen ist bei uns ja auch nicht zu verachten. Zu empfehlen ist beispielsweise das Frühstück im Dogana in Feldkirch und das Essen im Fischerheim am Schleienloch in Hard sowie im Schützenhaus in Feldkirch, wo wir gerade gestern nach einer Wanderung ein leckeres Abendessen im Garten genossen. Urlaub wie im Urlaub ohne in Urlaub zu fahren.

Ich habe ja bereits beschrieben wie sehr ich Fototouren mit der OM-D (den OM-Ds) genieße, da alles viel leichter geworden ist. Seit letztem Sonntag habe ich etwa 50km durch Wälder und über Berge zurückgelegt. Mit dabei: Die OM-D E-M5 mit M.Zuiko 60mm Macro und die OM-D E-M1 mit M.Zuiko 9–18mm – über letzteres verfasste ich vor einigen Tagen bereits einen Artikel.

Die beiden Objektive bilden ein kongeniales Paar für die Tour durch die Natur. Das 9–18mm ist ein grandioses Weitwinkelobjektiv im kompakten Format zum kleinen Preis. Es zeichnet sich durch gute Detailschärfe, geringe Vignettierung und geringste Verzerrung aus – chromatische Aberration konnte ich bislang keine entdecken. Einmal mehr muss ich aber dazu sagen, dass ich nicht zu den Fotografen gehöre, die nach Fehlern in der Abbildungsqualität ihrer Objektive suchen. Für mich zählt in erster Linie der subjektive Eindruck den die Aufnahmen vermitteln. Und was ich hier einmal mehr unterstreichen muss, ist, dass mich das exquisite Bokeh all meiner MFT-Objektive regelmäßig umhaut. Ich spreche hier nicht von kurzer Schärfentiefe: Diesbezüglich kann MFT Vollformat keinesfalls das Wasser reichen. Ich spreche von der Qualität der Unschärfe und darin hat mich MFT absolut überzeugt, egal ob ich von meinen Olympus- oder Panasonic-Objektiven spreche. Sogar das 9–18mm-Weitwinkel entwickelt ein unglaublich feines Bokeh, wenn man einmal etwas aus kürzester Distanz fotografiert.

Während das 9–18mm derzeit mein kleiner Landschaftsliebling ist, hat mir das 60mm-Macro die Freude am Fotografieren der Welt im Kleinsten näher gebracht. Das liegt einfach am angenehmen Handling der kompakten und leichten MFT-Systeme. Während meine Vollformatkamera samt Makro-Objektiv 1570g wog, wiegt die E-M5 mit Makro 610g. Hinzu kommt, dass bei Systemkameras das Fokussieren mit Live-View bislang besser und schneller funktioniert, als bei Spiegelreflexkameras.

Das geringe Gewicht des Systems macht es ein Leichtes mit der Rechten die Kamera zu halten und zu bedienen und mit der Linken einen entfesselten Systemblitz zu nutzen um winzige Motive auch bei geschlossener Blende ausreichend auszuleuchten oder im gleißenden Sonnenlicht die Schatten aufzuhellen. Gesteuert wird der entfesselte Blitz mit dem Blitzchen der OM-D und via des RC-Modus, mit dem sich bei Olympus entfesselte Blitze ansteuern lassen. Während ich bei der People-Fotografie den Blitz manuell steuere nutze ich für Makro TTL, was auch durchwegs sehr gut funktioniert – durch die geringe Distanz in der Makrofotografie hat man auch nicht die Probleme, die in der People- und Porträtfotografie mit Lichtsignalen auftreten, sobald das Sonnenlicht die Steurblitze überstrahlt oder der UV-Empfänger das Steuersignal nicht sieht.

Die kurze Schärfentiefe von MFT entpuppt sich in der Makrofotografie zudem als Vorteil. Während Vollformat mit 120mm KB bei Blende ƒ16 auf eine Distanz von 20cm eine Schärfentiefe von gerade einmal 1,1mm produziert, bekomme ich bei MFT 4mm, was für das Abbilden von Käferchen doch deutlich von Vorteil ist.

So begleiten mich auf meinen Touren durch die Natur eine OM-D mit Weitwinkelzoom, eine OM-D mit Makroobjektiv und ein Olympus FL-600R Blitz – alles zusammen 1417g (ohne Akkus für den Blitz). Diese Leichtigkeit des Systems und der Umstand, dass ich ein Fotograf bin, der in erster Linie unterwegs ist, war ausschlaggebend für meinen Wechsel zu MFT. Natürlich ließe sich streng genommen mit Vollformat ein Hauch mehr Qualität heraus kitzeln, was allerdings den wenigsten Aufnahmen subjektiv anzusehen wäre. Das dann aber für den Preis einer um das Mehrfache schwereren Ausrüstung, eines deutlich umständlicheren Handlings (unterwegs!), höheren Kosten und der Erfordernis einer viel präziseren und weniger spontanen Arbeitsweise.

Für mich und meine Arbeitsweise als mobiler Fotograf hat sich MFT als ideal erwiesen.

Anmerkung: Die Links zu den Produkten sind wie üblich Amazon-Affiliate-Links – ich bekomme also eine kleine Provision wenn ihr über so einen Link einkauft (ohne, dass ihr mehr bezahlt), selbst wenn es nicht ein von mir verlinktes Produkt ist. Ich mache aber auch keinen Hehl daraus, dass ich persönlich den Einkauf beim Fachhändler vorziehe.

Ein paar Beispiele des 60mm ƒ2.8 Macro

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Beispiele des 9–18mm ƒ4–5.6

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Nikon D7100

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Ich bin ein emotionaler Mensch und kann mich überschwänglich für Dinge begeistern wenn sie mir gefallen. Ich kann sie aber auch in Grund und Boden zerreissen wenn sie mir missfallen. Die D7100 ist eine Kamera die mich begeistert. Überschwänglich! Ich halte sie in Sachen Preis/Leistung für das Beste das sich aktuell am DSLR-Markt befindet. Wer nicht glaubt er müsse unbedingt eine Vollformatkamera haben findet mit ihr ein Modell das absolut auf Augenhöhe mit Nikons FX-Kamera D600 liegt und dabei nur etwa die Hälfte kostet. Ist natürlich auch deshalb eine absolut subjektive Aussage, weil mit der Vergleich mit Canon, Pentax und Sony fehlt.

Die D7100 hat ebenso wie die D600 24 Megapixel. Schärfe und Rauschverhalten sind vergleichbar (wobei das mein subjektiver Praxiseindruck ist und ich keine Labortests angestellt habe, schließlich fotografiere ich in der Praxis und nicht im Labor).

So wie zuvor schon bei der der D800E hat Nikon bei der D7100 den Tiefpassfilter weggelassen. Solche Filter fanden sich bislang vor praktisch allen Digitalkamerabildsensoren um sogenannte Moirés zu verhindern. Moirés entstehen wenn sich extrem feine Muster überlagern, bei einer Digitalkamera die feine Pixelstruktur des Bildsensors mit beispielsweise der Struktur eines textilen Stoffes. Unangenehmer Nebeneffekt der Filter: Die Resultate werden einen Hauch unschärfer.

Nun: Die D7100 liefert beeindruckend scharfe Resultate. dpreviev behauptet zwar, dass die Resultate durch das Weglassen des Tiefpassfilters auch nicht schärfer sind als wenn sie einen hätte, allerdings frage ich mich woher sie eine D7100 mit Tiefpassfilter bekommen haben um diesen Vergleich anstellen zu können!? Mein Eindruck ist jedenfalls, dass die Aufnahmen der D7100 eine Schärfe zeigen wie ich sie bislang nicht gewohnt bin. Schon gar nicht von einer APS-C-Kamera. Mir drängt sich schon der Verdacht auf, dass das Weglassen des Tiefpassfilters dafür die Verantwortung trägt.

Nun da ich »Kreativ fotografieren mit Nikon D7100« fertig geschrieben habe muss ich die Kamera an der Verlag zurückgeben. Es blutet mir schon ein bisschen das Herz, denn sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich muss gestehen, dass ich sie lieber mag als die D600. Es ist einfach das Gesamtpaket das an der D7100 stimmig ist und begeistert. Allerdings sind die Brennweiten meiner Objektive absolut auf Vollformat abgestimmt. Außerdem wäre auch das etwas magere Angebot an sehr Brennweiten unterhalb von 35mm KB bei DX-Kameras ein Wermutstropfen für mich. Wer aber nicht so ein eingefleischter Weitwinkel-Fan ist wie ich für den gibt es spätestens seit der D7100 kaum mehr einen rationalen Grund unbedingt in eine Kleinbildkamera investieren zu müssen.

Nun muss man als hoffnungsloser Optimist natürlich immer ein Auge auf das Positive an jeder Sache werfen. Das positive daran, dass die Arbeit an »Kreativ fotografieren mit Nikon D7100« so gut wie abgeschlossen ist, ist, dass ich wieder mehr Zeit habe mit meiner noch recht neuen Olympus OM-D zu fotografieren, denn auch sie ist in ihrer Kategorie eine perfekte Kamera. Sehr kompakt und unglaublich schnell im fokussieren und auslösen. Obwohl eine spiegellose Systemkamera wohl eines der ersten Modelle das es in Sachen Geschwindigkeit beim Scharfstellen mit DSLRs aufnehmen kann. Ich hoffe ich finde in absehbarer Zeit einmal Zeit auch einen Artikel über sie zu posten.

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Objektiv betrachtet: Nikon AF-S DX 35mm 1.8

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In meiner Serie über meine Objektivausrüstung möchte ich heute das Nikon AF-S DX 35mm ƒ1.8 vorstellen.

Einmal eine kurze Erklärung das die Buchstabenkürzel zu bedeuten haben: AF steht für Autofocus. Das S heißt, dass ich nach dem automatischen Einstellen die Fokussierung von Hand verstellen kann, ohne, dass das AF-Getriebe Gefahr läuft Schaden zu nehmen. Bei älteren Objektiven ohne diesen S-Zusatz ist das nicht zu empfehlen. Dort sollte man es tunlichst unterlassen am Fokusring zu drehen, nachdem die Kamera fokussiert hat – also so lange man den Auslöser halb durchgedrückt hat.

DX bedeutet, dass das Objektiv für Kameras mit kleinem APS-Sensor ausgelegt ist und auf Kameras mit Kleinbildsensor (der Volksmund spricht vom Vollformatsensor – Nikon nennt es FX)nur einen recht kleinen Bildbereich abdeckt.

Meine Arbeitskamera ist die D700, ihres Zeichens eine FX-Kamera mit Kleinbildsensor, weshalb ich dieses Objektiv daran auch nicht verwende.

Meine immer-dabei-Kamera jedoch ist eine D80 und die hat den kleineren DX-Sensor und auf dieser Kamera ist das 35mm 1.8 mein liebster Begleiter. Zur immer-dabei-D80 also das immer-dabei-35mm. Grandkoses Gespann!

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Das obere Bild entstand in dunkelster Nacht aus freier Hand mit der D80. Bei einer Lichtstärke von 1.8, 35mm und ISO800 lässt sich das machen.

Vor dem AF-S 35mm 1.8 war das AF 50mm 1.8 mein ständiger Begleiter. Ein etwas betagtes Objektiv, das aber noch immer einen sehr guten Ruf genießt, vor allem da es schon ab etwa 100 Euro zu haben ist. Allerdings entsprechen die 50mm dieses Objektivs an der D80 einer Brennweite von 75mm und das ist praktisch ein Tele. Immer mit Tele fotografieren ist schon eine arge Einschränkung. Also habe ich mich entschieden es mit dem neuen 35mm-Objektiv zu versuchen und ich habe es nicht bereut.

Neben der Brennweite war das alte AF 50mm mein einziges Objektiv, das mir nicht erlaubt manuell nachzufokussieren. Das ist lästig, wenn man die Nachfokussiererei erst einmal gewöhnt ist.

Das AF-S 35mm 1.8 bildet schön scharf ab, bei der großen maximalen Blendenöffnung kann man aber auch sehr schöne Unschärfen erzielen und die Schärfentiefe kurz halten, auf was ich halt stehe. Die 35mm Brennweite entsprechen auf Kleinbild umgerechnet knapp der Normalbrennweite von 50mm und das soll so ungefähr der menschlichen Wahrnehmung am nächsten kommen.

Ich kann das Objektiv nur jedem empfehlen, der eine Nikon mit kleinerem Sonsor hat und nach einem guten, Lichtstarken Objektiv mit Festbrennweite Ausschau hält. Und eine Festbrennweite kann ich ohnehin jedem Fotografen empfehlen.

Ein paar Alltagsschnappschüsse, die mit dem AF-S 35mm entstanden sind, habe ich in einer mobileMe-Galerie zusammengestellt.

Richtigstellung: Ein Besucher hat mich in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass nicht bei jedem S-Nikkor (also nicht jedes AF-S) manuell nachfokussiert werden kann.

Objektiv betrachtet: Nikon AF-S 70–300mm ƒ4.5–5.6

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Sagte ich nicht einmal das Objektiv müsse besser als die Kamera sein? Was macht denn eine 500-Euro-Scheben an meiner D700? Antwort: Die Ausnahme der Regel bestätigen.

Das Nikon AF-S 70–300mm ƒ4.5–5.6 ist zwar kein Killerobjektiv in Sachen Lichtstärke, aber es liefert eine für seinen Preis absolut beeindruckende Abbildungsleistung. Neben dem 70–300 besitze ich auch das 70–200mm ƒ2.8 – ein lichtstarkes, überall gepriesenes Ungetüm, mit dem man Passanten unheimlich beeindrucken kann und das in der Tat eine geniale Abbildungsleistung schafft. Es liegt preislich in einer Region von etwa 2000 Euro und kostet damit praktisch das vierfache des 70–300.

Trotz des immensen Preisunterschieds ertappe ich mich immer wieder, dass ich beim Stöbern in meiner Bilddatenbank auf Aufnahmen stoße, bei denen ich mir denke »Wow! Mein teures 70–200 ist einfach ein Hammerobjektiv« und wenn ich dann einen Blick auf die Metadaten zum Bild werfe, dann steht da ganz unverschämt AF-S 70–300!

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Nicht umsonst habe ich letzten Urlaub das schwere 70–200mm ƒ2.8 zuhause gelassen und statt dessen das 70–300 eingepackt. Es ist (viel) leichter und handlicher, bietet 100mm mehr Brennweite und ein bisschen der geringeren Lichtstärke kann man durch die ausgezeichnete Verwackelungsreduzierung wieder wett machen. Darüber hinaus ist das 70–300 eines der preiswertesten FX-Objektive von Nikon, ist also mit Kleinbildsensor kompatibel.

Selbst der Autofokus lässt nichts zu wünschen übrig und arbeitet leise und außerordentlich schnell. Damit habe ich auch schon flotte Flieger auf der Adlerwarte in Bregenz gut ablichten können.

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Lange Rede, kurzer Sinn: Das Nikon AF-S 70–300mm ƒ4.5–5.6 ist für mich einer der heißesten Tipps für alle Nikon-Fotografen, nicht nur für die Preisbewussten und nicht nur für die Besitzer einer Kamera mit Kleinbildsensor.

Mehr Aufnahmen mit dem 70–300mm habe ich in einer mobileMe-Gallerie zusammengestellt und veröffentlicht.

Objektiv betrachtet: Nikon AF-S 14–24mm ƒ2.8

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Vierzehn Monate sind ins Land gezogen, seit mein Buch über die Nikon D700 veröffentlicht wurde. Schon während ich am Buch schrieb habe ich mir vorgenommen anschließend Artikel über Objektive im Blog zu posten. Dazu gekommen ist es bisher nicht. Zu sehr haben andere Projekte meine Zeit in Beschlag genommen. Aber was lange währt wird endlich gut: Mein erster (völlig subjektiver Blick) auf ein Objektiv.

Subjektiv ist mein Blick allemal, da ich seit jeher mit Nikon fotografiere und mir so der direkte Vergleich zu den Produkten anderer Hersteller fehlt. Da ich kein Händler oder Tester bin ist meine einzige Möglichkeit Objektive zu testen ohnehin meist sie zu kaufen. Subjektiv auch deshalb, weil ich nicht zu den Anwendern gehöre, der seine Objektive anspruchsvollen Labortests unterzieht. Mich interessieren die Resultate in Form von Fotos.

Mit den Resultaten des Nikon AF-S 14—24mm ƒ2.8 (Abbildung oben mit freundlicher Genehmigung durch Nikon Deutschland) bin ich vollauf zufrieden. Ein hervorragendes Objektiv, wie das ganze Nikon-Lineup vom 14—24mm über das 24—70mm bis zum 70—200mmm. Dabei ist der extreme Weitwinkelbereich eines 14—24mm extrem schwer zu beherrschen.

Erstens hat man in meiner direkten Umgebung kaum einmal die Möglichkeit Landschaft zu fotografieren, ohne dass irgendwo störende Objekte wie eine Hochspannungsleitung oder ein hässliches Gebäude das Bild verschandelt. Zweitens sind die meisten Verzerrungen, die durch den extrem weiten Winkel entstehen alles andere als schön und man muss schon sehr bewusst komponieren, damit ein Bild nicht schlicht und einfach hässlich verzerrt wirkt. Wenn man aber die Komposition gemeistert und die Linienführung eines Motivs bewusst und gekonnt in Szene gesetzt hat, dann entwickeln Weitwinkelfotos eine Spannung und Dynamik, die mit anderen Brennweitenbereichen nicht zu erreichen ist.

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Das Nikon 14–24mm ist ein schweres Teil dessen Glas am weitwinkligen Ende (also bei 14mm) schon fast aus der fix verbauten Streulichtblende herausragt. Mehr Blende geht aber aufgrund des weiten Bildwinkels nicht. Der bei manchen Fotografen beliebte UV-Filter um die Frontlinse zu schützen geht auch nicht — ein Gewinde gibt es nicht.

Das somit recht schutzlose Glas des teuren Objektivs, das mit einem Listenpreis von über 2.000 Euro notiert und bei Amazon im Moment ab etwa 1.600 Euro zu haben ist, und das Gewicht von einem Kilo, machen es zu einem etwas umständlichen Begleiter — ich behelfe mir zum Schutz der Frontlinse damit, dass ich das Objektiv wieder auf den 24mm-Anschlag zurückschraube, sobald ich eine Aufnahme gemacht habe, um dadurch das Glas der Frontlinse soweit als möglich hinter der Streulichtblende zu versenken.

Vor ein paar Wochen konnte ich zehn Tage Urlaub auf Madeira verbringen. Bei Reisen gehöre ich zu den Fotografen, die immer fettes Equipment mit schleppen. Diesmal habe ich mich zusammengerissen und beschränkt: D700, 24—70mm ƒ2.8 (wohl meine Lieblingsobjektiv), 70—300mm ƒ4.5—5.6 (nicht besonders Lichtstark, aber bomben Abbildungsqualität — in meinen Augen ein absoluter Preis/Leistungs-Hammer — und deutlich weitere Brennweite als das schwere 70—200mm ƒ2.8) und eben 14—24mm, über das ich heute hier schreiben.

Weil ich ja weiß, wie schwer der Weitwinkelbereich zu beherrschen ist, war ich etwas zerrissen, ob es sinnvoll sei, das schwere Objektiv in die Reisetasche zu packen. Klar: Für ein paar tolle Landschaftsaufnahmen wäre es sicher gut — da macht bei entsprechender Landschaft dem Weitwinkel kein anderer Brennweitenbereich etwas vor. Aber stünde es dafür, das Ding ständig mit sich rum zu schleppen nur um ein paar klassische Postkartenkitsch-Landschaftsaufnahmen einzufangen?

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Ich habe es nicht bereut das Objektiv mit zu schleppen. Ich war sogar äußerst überrascht wie viel Spaß es macht damit zu arbeiten und wie toll, ungewohnt und andersartig die Resultate ausfallen — keineswegs nur bei Landschaft oder besser gesagt, gerade Abseits der Landschaftsfotografie. Man braucht halt den Willen zum Experimentieren und muss sich etwas anstrengen — dann wird ein 14—24mm zu einem phantastischen Arbeitsgerät.

Ein Objektiv mit einem Brennweitenbereich das etwa dem 14—24mm entspricht ist nicht die erste Wahl die man jemandem empfiehlt, der in die Fotografie einsteigt. Zu schwierig im Einsatz und bei der Bildkomposition. Zu extrem und eingeschränkt in der Anwendung. Ab 24mm wird es bedeutend einfacher zu handhaben. Darüber hinaus ist ein Preis von weit über 1.000 Euro ohnehin für die meisten Einsteiger kein Thema.

Ambitionierte Fotografen sollten aber auf die Möglichkeiten des weiten Winkels nicht verzichten und für das AF-S 14—24mm ƒ2.8 dürfte es für Nikons kaum eine Alternative geben. Damit und mit den beiden Geschwistern 24—70mm ƒ2.8 und 70—200mm ƒ2.8 erhält der ambitionierte und investitionsfreudige Fotograf einen Brennweitenbereich von 14—200mm mit erstklassiger Abbildungsqualität und durchgehender Lichtstärke 2.8.

Das ist mein Dreamteam der rundum glücklich und ultimative Qualität Zooms für Nikon-Kameras. Mehr braucht eigentlich nur noch, wer spezielle Anforderungen hat (Makro, Architektur, Tierfotografie, Available Light bei sehr wenig Licht oder Fisheye) oder einfach nicht weiß wohin mit der Kohle.