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Kategorie: Erfahrungsberichte

Telezoom M.Zuiko 40–150mm ƒ2.8

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Das Olympus M.Zuiko 40–150mm ƒ2.8 Pro (Olympus | Amazon-Affiliate-Link) gehört hinter dem M.Zuiko 300mm ƒ4 und mit dem M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 zu den Objektiven die ich derzeit am häufigsten einsetze.

Einerseits ist das 40–150mm ƒ2.8 ein exzellentes Zoom für Porträts, vergleichbar mit klassischen 70–200mm Vollformatlinsen, allerdings mit der Hälfte des Gewichts, deutlich kompakteren Maßen, bezogen auf Kleinbild 100mm längerer Brennweite und etwa zur Hälfte des Preises.

Gerade das recht moderate Gewicht und Volumen macht dieses Objektiv aber auch zu einem hervorragenden Begleiter auf Fotosafari. Mit 300mm KB fängt man mit etwas Glück schon einmal das eine oder andere scheue Tier ein, gleichzeitig kann man aber auch beeindruckend verdichtete Landschaftsaufnahmen mit nach Hause nehmen.

Es ist noch nicht lange her, da war ich noch Anhänger der klassischen Schule, dass das Weitwinkel das ideale Objektiv für Landschaftsaufnahmen sei, und dass Brennweiten jenseits von 50mm KB kaum mehr dafür geeignet sei. Mittlerweile ist Bewegung in diese Ansicht gekommen und ich sehe das längst nicht mehr so puristisch.

Zwar lassen sich Weite und Tiefe weitreichender Landstriche vor allem mit Weitwinkeln eindrücklich ablichten, doch gerade dann wenn man immer wieder durch dieselben Landstriche streift, gewinnen längere Brennweiten zunehmend an Wert. Aufgrund der weiten Blickwinkel und des großen Feldes das Weitwinkel einfangen, muss man oft viele Hundert Meter zurücklegen bevor sich die Ansicht deutlich verändert. Zwar hat man unterwegs oft den Eindruck, eine Landschaft eröffne hinter jeden Kurve einen neuen Blickwinkel. Doch sichtet man die Aufnahmen dann am Computer ähneln sich die Motive am Ende dann fast wie ein Ei dem anderen – zumindest reichen die wechselnden Details im Vordergrund meist nicht um mehrere Bilder mit demselben landschaftlichen Hintergrund herzuzeigen.

Gerade auf der Pirsch in der Umgebung nutzt sich das Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen mit jedem Mal den man einen Weg geht mehr ab. Längere Brennweite die engere Bildausschnitte aufnehmen gewinnen dann zunehmend an Wert, denn man kann mit ihnen Ausschnitte aus der Landschaft herauslösen und die Elemente darin verdichten. Deshalb begleitet mich neben dem 300mm ƒ4 auch zunehmend häufiger das 40–150mm anstatt des 12–40mm.

Das relativ geringe Gewicht der Linse an der ebenfalls leichten E-M5 erlaubt es darüber hinaus das Duo komfortabel an einem Peak Design Capture Clip am Tragegurt einer Kameratasche oder eines Rucksacks zu tragen – auch Stunden lang und Kilometer weit.

Auch bei Familientreffen, Feiern und für die Fotografie von Kindern ist das 40–150mm mein absolut bevorzugtes Objektiv. Es ist schnell, flexibel und lichtstark.

Da das 40-150mm mit 72mm denselben Filterdurchmesser nutzt wie das 12–100mm ƒ4 kann ich auch dieselben Filter nutzen. Für Langzeitbelichtungen einen ND1000 Filter von Haida (Amazon), sowie einen Polfilter ebenfalls von Hoya (Amazon). Die Frontlinse schütze ich wie bei allen meinen Objektiven einem UV-Filter von Hoya (Amazon) – weshalb habe ich hier geschrieben, und hier habe ich getestet was dabei an Schärfe verloren geht (nichts).

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Im Ernst, Peak Design?

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Zwei Dinge sind mir etwas unverständlich: Erstens, was sich Peak Design beim Design der 3. Version des Capture Clips gedacht hat, und zweitens, wie die überwiegend positiven Rezensionen dafür auf Amazon zustande gekommen sind.

Nun, Letzteres kann ich mir zumindest so erklären, dass all die Rezensenten deutlich dickere Gurten an Ihren Taschen haben als ich. An meinem Lowepro Flipside 250 AW (Amazon-Affiliate-Link) beispielsweise ist es kein Problem, da ich den Clip dort am gepolsterten Teil des Tragegurts befestige. Anders jedoch sieht es am Lowepro Slingshot Edge 250 AW (Amazon-Affiliate-Link) aus, denn dort fixiere ich den Clip am nicht gepolsterten Teil des Gurts und dann stehen, wie im Bild oben zu sehen, die Schrauben deutlich über. Das ist im wahrsten Sinn des Wortes untragbar. Dasselbe gilt, wenn ich den Clip am Lowepro Passport Sling (Amazon-Affiliate-Link) befestige.

Was die 3. Version des Capture Clips eindeutig besser kann als seine Vorgänger, ist, dass die Beschichtung ein widerstandsfreieres Herausnehmen und Einhängen der Bodenplatte erlaubt. Dem steht aber gegenüber, dass die Bodenplatte schmaler ist, wodurch sie auch bei der Gurtbreite schneller an ihre Grenzen stößt – am gepolsterten Gurt des Flipside 250 geht es gerade noch – und die geringere Auflagefläche nicht ganz so angenehm zu tragen ist, und vor allem, dass sich eben die Schrauben im Falle des Überstehens untragbar in den Körper bohren.

Nun mag man ja argumentieren können, dass so eine Schraube rasch abgefeilt ist, aber das Produkt so zu gestalten, dass ein Überstehen erst gar nicht vorkommen kann, ist in meinen Augen Aufgabe des Herstellers. Umso mehr als das Unternehmen Design im Namen trägt und dazu auch noch behaupten an der Spitze dessen zu gestalten. Ich jedenfalls kann den Capture Clip v3 so nicht empfehlen – schade, dass die Vorgänger offensichtlich nicht mehr produziert werden.

M.Zuiko 12–100mm ƒ4 – das Universalzoom

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Das Olympus M.Zuiko 12–40 ƒ2.8 ist Olympus’ exzellentes Standardzoom für anspruchsvolle MFT-Fotografen. Allerdings weiß jeder auch nur etwas erfahrene Fotograf, dass man mit 40mm MFT (80mm KB) rasch an die Grenzen des Erreichbaren kommt. Tiere die auch nur die geringste Scheu haben Menschen an sich heran zu lassen, sind kaum einzufangen. Auch beim Sport wird es abseits von Poolbillard und Schach schwer die Distanz zum Sportler zu überbrücken.

Universalzooms sind diesbezüglich deutlich flexibler einsetzbar, reichen sie doch weit in den Tele-Bereich, ohne das beispielsweise für Landschaft oft unverzichtbare Weitwinkel zu vernachlässigen.

Für MFT-Fotografen stellt derzeit das Olympus M.Zuiko 12–100 ƒ4 (Olympus | Amazon) die beste Wahl für ein Universal- bzw. Telezoom dar. Anders als bei anderen Zooms und Festbrennweiten gibt es im Moment noch keine wirkliche Alternative dazu von Panasonic. Auch außerhalb von MFT findet sich Vergleichbares. Weder Canon noch Nikon noch einer der Drittanhersteller bietet ein Zoom mit einem äquivalenten Brennweitenbereich bei vergleichbarer Lichtstärke und mit Abdichtung gegen Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser an. Einzig und allein Sony hat mit dem  FE 24–240mm ƒ3.5–6.3 einen heißen Mitbewerber im Sack – etwas preiswerter, etwas schwerer, ebenso abgedichtet, etwas mehr Zoom, deutlich weniger Lichtstärke.

Wer gerne durch die Natur pirscht, Landschaften ebenso wie Tiere ablichten möchte, nicht aber wie ich zwei Kameras umgehängt haben will, der ist mit dem 12–100 optimal bedient. Zwar bietet das 12–40mm ƒ2.8 etwas mehr Lichtstärke, doch in Sachen universeller Einsetzbarkeit hat das 12–100 in vielen Situationen die Nase vorne. Der Abbildungsmaßstab – 0,3× MFT = 0,6× KB-üquivalent –  ist bei beiden identisch und führt somit auch dieses nahe an den Bereich der Makrofotografie heran. Echtes Makro ist das zwar genau genommen nicht, das hindert Sigma aber nicht daran Objektive mit einem geringeren Abbildungsmaßstab mit dem Label Macro zu versehen.

Abbildungsqualität, Detailschärfe, Bokeh und Haptik des Objektivs sind auf gewohnt tadellos hohem Olympus-Pro-Niveau. Anders als das 12–40mm enthält es eine zusätzliche Bildstabilisierung und unterstützt Sync-IS, will heißen, dass sowohl Objektiv als auch Sensor gemeinsam stabilisiert werden, wodurch laut Olympus 6,5 Blendenstufen kompensiert werden können, und ich hege keinen Zweifel daran, dass das stimmt, habe ich selbst doch bereirs aus freier Hand zwei und drei Sekunden lange Belichtungen mit nur moderater Unschärfe gehalten.

Leider komme ich selbst viel zu selten in den Genuss damit zu Fotografieren. Seit meine Frau einmal damit auf der Pirsch war, kann ich es nur mehr heimlich oder gegen den Protest in ihren Augen an mich nehmen.

Auch für dieses Objektiv nutze ich für Langzeitbelichtungen einen ND1000 Filter von Haida (Amazon) und einen Polfilter von Hoya (Amazon). Die Frontlinse schütze ich mit einem UV-Filter von Hoya (Amazon).

Anmerkung: Sämtliche Produkte die ich vorstelle habe ich selbst erworben und in Verwendung. Es gibt keine von den Herstellern zur Verfügung gestellte oder gesponserte Produkte oder Berichte. Links zu Amazon sind in der Regel Affiliate-Links. Bei Einkäufen die auf die Verlinkung folgen fallen ein paar Prozent für mich ab. Das hilft den Blog und seine Inhalte zu finanzieren. Andere Links sind frei von Provisionen oder Umsatzbeteiligungen, ausgenommen natürlich bei der eingeblendeten Google-Werbung.

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12–40mm ƒ2.8 – Brot und Butter

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Das Brot-und-Butter-Zoom für anspruchsvolle Vollformat-Fotografen ist üblicherweise das 24–70mm ƒ2.8. Bei Nikon ist das etwa 15cm lang und wiegt ein Kilo, bei Canon etwa 11cm und 805g und bei Sony knapp 14cm bei knapp 900g. Das Olympus M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 (Olympus | Amazon) entspricht 24–80mm KB, ist 8,4cm lang und wieg 382g. Natürlich hinkt der Vergleich zwischen MFT und Vollformat immer ein bisschen. Doch das Olympus-Objektiv ist nicht nur viel kleiner und leichter als die Vollformate, es kostet auch nicht einmal die Hälfte (als ich den Artikel schreibe liegt der Preis bei Amazon deutlich höher als in Olympus’ Webshop).

Das M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 gehört zu den besten MFT-Linsen, wird bei DxO als bestes MFT-Zoom gelistet. Es hat eine großartige Haptik, Zoom und Fokussierung laufen perfekt, das Umschalten von AF auf MF funktioniert indem der Fokusring etwas nach hinten gezogen wird, was dann auch eine Fokussierungsskala zum Vorschein bringt (bei den kompakten MFT-Objektiven allerdings etwas mir Vorsicht zu genießen). Wie alle Pro-Objektive von Olympus ist es hervorragend gegen Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser abgedeckt. Allerdings muss auch erwähnt sein, dass die edle Metalloberfläche und vor allem die gerippten metallenen Fokus- und Zoomringe deutlich empfindlicher gegenüber Kratzern sind als schnöder Hartplastik.

Sein Abbildungsmaßstab von 0,3× (= 0,6× umgerechnet auf KB) rückt das Objektiv schon nahe an den Makro-Bereich heran und macht es damit besonders vielseitig einsetzbar. Nicht nur die Detailschärfe befindet sich auf exzellentem Niveau, auch das Bokeh ist bezaubernd. Neben dem Olympus 300mm ƒ4 ist es das Objektiv das ich in der Praxis am häufigsten im Einsatz habe – deutlich dahinter folgt dann das 40–150mm ƒ2.8.

Eine Schwäche stellt wie so oft bei Olympus der Objektivdeckel dar. Bei mir ist er schon nach kurzer Zeit in seine Einzelteile zerfallen. Die Reparatur habe ich kurzer Hand mit Superkleber ausgeführt, was sein Leben um knapp 4 Jahre verlängert hat. Mittlerweile hat er aber endgültig das Zeitliche gesegnet und ich habe ihn, wie bei vielen anderen durch eine Abdeckung von Panasonic (Amazon) ersetzt. Dieser funktioniert nicht nur einwandfrei, sondern kostet nicht einmal die Hälfte des Olympus-Originals.

Für Langzeitbelichtungen setze ich einen ND1000 Filter von Haida ein (Amazon), gelegentlich kommt ein Polfilter von Hoya (Amazon) zum Einsatz. Die Frontlinse schütze ich seit einiger Zeit mit einem UV-Filter von Hoya (Amazon).

Vor ein- oder zwei Jahren fiel mir das Objektiv einmal zu Boden und nahm Schaden. Danach lag die Schärfeebene schief. Glücklicherweise konnte es durch Olympus einwandfrei repariert werden, ebenso wie Olympus erst jüngst einen Kratzer im 300mm ƒ4 repariert hat. Ein Hoch auf den Olympus-Service!

Anmerkung: Sämtliche Produkte die ich vorstelle habe ich selbst erworben und in Verwendung. Es gibt keine von den Herstellern zur Verfügung gestellte oder gesponserte Produkte oder Berichte. Links zu Amazon sind in der Regel Affiliate-Links. Bei Einkäufen die auf die Verlinkung folgen fallen ein paar Prozent für mich ab. Das hilft den Blog und seine Inhalte zu finanzieren. Andere Links sind frei von Provisionen oder Umsatzbeteiligungen, ausgenommen natürlich bei der eingeblendeten Google-Werbung.

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Lumix 20mm ƒ1.7 – starkes Pancake

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Meinen ersten realen Kontakt mit einer MFT-Linse hatte ich mit dem Panasonic Lumix G 20mm ƒ1.7 (Panasonic | Amazon). Ich fotografierte damals noch mit Vollformat. Freunde hatten mich gebeten einen Foto-Workshop mit ihnen zu machen und eine Fotografin hatte eine Pen mit diesem Objektiv dabei. Ich wusste natürlich, dass der kleine Sensor der MFT-Kamera für vergleichsweise große Schärfentiefe sorgt, und war von der Qualität des Bokehs ihrer Aufnahmen umso mehr überrascht, selbst bei einer Ablichtung einiger Kinder von Kopf bis Fuß.

2011 habe ich dann mit der Lumix G3 eine erste MFT-Kamera gekauft, als kompakten dritten Apparat neben einer Nikon D700 und Nikon D80, und mit ihm die erste Generation des Lumix 20mm G 20mm ƒ1.7.

Seither habe ich meine MFT-Ausrüstung auf über ein Dutzend Objektive aufgerüstet und das 20mm ƒ1.7 kommt nicht mehr so häufig zum Einsatz. Hergeben würde ich es trotzdem auf keinen Fall, denn die Detailschärfe des Objektivs ist exzellente (siehe auch dxomark.com-Lens-Database – die DXO-Bewertung fällt für das 20er an einer E-M1 ii nur geringfügig niedriger aus als für Nikons DX-35mm-1.8 an einer D500).

Das Bokeh ist schön weich und die Lichtstärke gut. Darüber hinaus stammt es aus einer Zeit als sich Olympus und Panasonic noch mühten das kompakte MFT-System mit flachen Pancake-Objektiven besonders kompakt auszustatten. Der Preis von etwa 300 Euro scheint mir deshalb durchaus angemessen.

Zugegeben ist 40mm eine für Fotografen etwas seltsame Brennweite. Traditionell erwarten wir von Festbrennweiten, dass sie 24mm, 28mm, 35mm und 50mm KB haben. Olympus kommt dem mit 12mm (≈24mm KB), 17mm (≈35mm KB) und 25mm (≈50mm KB) entgegen. Panasonic geht da mit einem 15mm und dem 20mm etwas eigene Wege.

Auch bei der Lichtstärke wirken 1.7 heute etwas eigenartig, sind wir doch gewohnt, dass die Schritte 1.4, 1.8, 2.0 verlaufen.

Die 40mm KB sind der klassischen Reportage-Brennweite von 35mm noch relativ nahe – man befindet sich irgendwo zwischen diesem moderaten Weitwinkel und der flexiblen Normalbrennweite von 50mm KB. Wer damit nicht fotografieren kann, kann nicht fotografieren. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es kaum eine andere Möglichkeit als mit Festbrennweite zu arbeiten und 35mm gehörte zu den Standards.

2011 fuhr ich zwei Wochen mit dem Roadster durch Österreich und hatte nichts anderes als die Lumix G3 und das 20mm ƒ1.7 dabei (ich berichtete hier).

Aufgerüstet habe ich das Objektiv mit einer aufschraubbaren Aluminium-Streulichtblende von JCC (Amazon), die ihm bei einem Sturz wahrscheinlich einmal das Leben gerettet hat. Heute schütze ich die Frontlinse zusätzlich durch einen Hoya Pro1 UV-Filter (Amazon). Als Polfilter nutze ich einen Hoya Pro1 PL-C (Amazon), für  Lanzeitbelichtungen einen Haida Pro II Variabler Graufilter (Amazon – zur Zeit als ich den Artikel schreibe leider nirgends verfügbar).

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MFT-Super-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 7–14mm ƒ2.8 Pro

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Wie bei allen Olympus M.Zuiko-Pro-Objektiven (Olympus | Amazon) gibt es auch am 7–14mm ƒ2.8 wenig zu tadeln, mit einer Ausnahme vielleicht: In Sachen Volumen und Gewicht führt es den Gedanken von MFT, ein im Vergleich zu APS-C oder gar Kleinbild ideales System für Unterwegs zu sein, ein bisschen ad Absurdum. Im Vergleich zu Nikons 14–24mm ƒ2.8 und seinen 1000g und 13cm Länge scheinen die 534g und 10,5cm zwar moderat, doch man darf nicht außer Acht lassen, dass dafür der Sensor gerade einmal etwa ein Viertel der Fläche des Vollformats hat.

Mit der Leichtigkeit von MFT-Objektiven wie dem M.Zuiko 9–18mm oder gar der winzigen aber exzellenten 12mm ƒ2.8 Festbrennweite kann das 7–14mm Pro in Sachen Trage- und Transportkomfort jedenfalls nicht mithalten. Eine Alltagstauglichkeit an einer Immer-dabei-Kamera – zum Beispiel der Pen-F, E-M10 oder E-M5 – in einer kompakten Kameratasche ist von diesem Pro-Boliden nicht zu erwarten.

Deshalb begleitet mich bei Ausflügen in meiner Heimat in der Regel auch das preiswertere und kompaktere Weitwinkelzoom, denn wie schon im oben verlinkten Artikel über das 9–18mm angemerkt: Das 7–14 mag beim Ablichten von Testcharts sichtbar bessere Ergebnisse erzielen, doch weder einem digitalen noch einem analogen Abzug wird irgendjemand ohne Studium der Metadaten ansehen, ob das eine oder andere Objektiv zum Einsatz kam.

Hinzu kommt, dass der extremere Weitwinkel von 7mm MFT hierzulande kaum einzusetzen ist, ohne dass irgendwo am Rand eine Hochspannungsleitung oder irgendein anderer nicht besonders attraktiver Zeuge menschlicher Zivilisation ins Bild hinein lugt.

Müsste ich – aus welchem Grund auch immer – einen Teil meiner Objektive abbauen, das 7–14 würde zu jenen gehören von denen ich mich am leichtesten trennen könnte. Das ist keine Aussage über die Qualität der Linse, sondern lediglich über die praktische Bedeutung die sie für mich hat und die Häufigkeit mit der ich sie einsetze.

Glücklicherweise zeichnet sich eine solche Bürde aktuell nicht ab, und so kann ich mich auch weiterhin freuen das 7–14mm mit auf Reisen in Regionen zu nehmen, in denen die menschliche Kultur weniger Störelemente in der Landschaft platziert als hier im dicht besiedelten Vorarlberger Rheintal. In Island beispielsweise hätte ich die zusätzlichen 2mm immer wieder gebrauchen können, da ich mit dem 9–18mm oft an die Grenzen des Blickwinkels stieß (das 7–14mm hatte ich damals noch nicht).

Andererseits darf im Vergleich auch nicht unerwähnt bleiben, dass die zusätzlichen 4mm am langen Ende der Brennweite des kompakteren Objektivs durchaus auch seine Vorzüge haben. Während die 14mm des einen (28mm bei Kleinbild) noch tief im Weitwinkel verwurzelt sind, gehen die 18mm des anderen (36mm Kleinbild) schon in Richtung einer Normalbrennweite und sind auf Augenhöhe mit dem klassischen Standard der Reportagefotografie: 35mm.

Vorzug des 7-14mm Pro Objektivs ist dem gegenüber natürlich die Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Allerdings mag die Frage berechtigt sein, wie häufig speziell ein solches Weitwinkel im strömenden Regen zum Einsatz kommen wird, denn die kaum hinter die fix verbaute Streulichtblende zurücktretende Frontlinse wird rasch von Wassertropfen bedeckt sein, was kaum mehr brauchbare Aufnahmen erlaubt.

Wer seine Ausrüstung in den Tropen einsetzt, weiß, dass Abdichtung nicht nur bei Regen, sondern auch bei hoher Luftfeuchtigkeit schützt, und ist somit mit dem Pro sicher besser ausgestattet. Doch für mich ist das Thema nur in Zusammenhang mit Regen relevant und so hält sich der Vorzug der Abdichtung für mich auch in Grenzen.

Fällt mein Fazit über das 7–14mm somit negativ aus? Keineswegs! Die einzige MFT-Linse die ich bislang besaß und der ich ein negatives Zeugnis ausstellen würde, ist das 17mm ƒ1.8 von Olympus. Davon sollen zahlreichen Montagsproduktionen unterwegs sein, und die Schärfe meines Exemplars war grottenschlecht. Das 7–14mm ƒ2.8 ist zweifelsfrei eine exzellente Linse. Doch für meinen fotografischen Einsatzbereich spielt sie eine eher untergeordnete Rolle. Und genau von diesem persönlichen und subjektiven Eindruck berichte ich hier. Just my 2 Cent.

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MFT-Weitwinkelzoom: M.Zuiko 9–18mm ƒ4–5.6

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Das Olympus M.Zuiko 9–18mm ƒ4.0–5.6 (Olympus | Amazon) habe ich im Frühjahr 2014 gekauft, um den Weitwinkelbereich des 12mm ƒ2.0 (unter Anderem in diesem Artikel beschrieben), das ich bis dahin im Einsatz hatte, zu erweitern. Es zeichnet sich durch geringes Gewicht und kompaktes Volumen aus und bietet mit 9mm MFT (18mm KB) einen für die meisten Situationen ausreichend breiten Sichtwinkel. Ich besitze ebenso das 7–14mm ƒ2.8 Pro, habe es aber bedeutend weniger oft im Einsatz, da ich meist zu Fuß zum Fotografieren ausrücke.

Auf Fotosafari begleitet mich in der Regel eine E-M1 II mit 300mm ƒ4 am Schultergurt und eine E-M5 II mit Festbrennweite oder Standard- bzw. Weitwinkelzoom an einem Peak Design CapturePro Clip am Trageriemen des Rucksacks (über Kamerataschen und -rucksäcke schrieb ich hier).

Das 9–18mm lässt sich am Peak Design Clip komfortabel tragen, wohingegen das 7–14mm schon einen ordentlichen Klotz vor der Brust darstellt. Dabei begegnen mir die Situationen in denen die 9mm Weitwinkel des kompakteren Objektivs nicht ausreichen hierzulande eher selten. Lediglich auf einer Island-Rundreise im Sommer 2014 hatte ich einige Situationen in denen ich mir mehr Weitwinkel gewünscht hätte.

Zum CapturePro von Peak Design sei angemerkt, dass ich sowohl die Version 2 (Amazon) als auch die Version 3 (Amazon) besitze, für die Montage am Schultergurt des Rucksacks jedoch die ältere (2er) Variante bevorzuge, da sie etwas breiter aufliegt und sich für mich angenehmer zu tragen anfühlt. Was die 3 allerdings besser kann: Die Halteplatte wandert mit der neuen Beschichtung deutlich flüssiger aus und in den Clip.

Natürlich zeigt das 7–14 Pro beim Ablichten von Testcharts bessere Ergebnisse (über Tests beider Objektive berichte ich hier, das 9–18mm kommt in diesem Bericht noch einmal vor). In der Praxis ist jedoch nicht zu erwarten, dass irgendjemand anhand einer regulären Aufnahme unterscheiden kann, ob sie mit dem preiswerteren oder dem Pro-Weitwinkelzoom gemacht wurde.

Grundsätzlich vergebe ich für das 9–18mm eine klare Empfehlung für alle, denen die 12mm oder 14mm ihres Standardzooms oft nicht weit genug sind und für nicht allzu viel Geld ein Weitwinkelzoom für ausgedehnte Fotosafaris suchen. Zwei Nachteile wollen jedoch genannt werden: Eine E-M5 oder E-M1 ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, das 9–18mm nicht – unter feuchten Bedingungen heißt es also einpacken! Außerdem ist der Mechanismus den es zu überwinden gilt bevor das Objektiv ausgefahren und wieder komplett eingefahren werden kann – es muss ein Schalter verschoben und in dieser Schalterstellung gehalten werden während das Objektiv zu drehen ist – eine Bremse vor dem Einsatz.

Zubehör

Als Zubehör nutze ich gelegentlich einen Hoya Pro1 Pol-Filter (Amazon). Allerdings nimmt die Bildung von dunklen Schlieren speziell in gleichmäßig blauen Himmelsflächen unterhalb von 12mm MFT deutlich zu (siehe Abbildung unten). Zwar lässt sich der Effekt beseitigen, indem man den Filter in eine andere Stellung dreht, dabei verflüchtigt sich aber leider auch der Effekt den der Filter auf Blau- und Grüntöne haben soll. In der Praxis ist er also am kurzen Ende der Brennweite mit Vorsicht zu genießen.

Nicht verzichten möchte ich auf einen 1000× Graufilter für Langzeitbelichtungen – ich habe mich für ein Produkt von Haida (Amazon) entschieden. Schwächer als ND3.0/1000× hat sich für mich als nicht sinnvoll erwiesen (ich besitze auch diverse 64× und 8× Graufilter, die ich heute jedoch kaum mehr im Einsatz habe).

Da das Objektiv ohne Streulichtblende geliefert wird (diesbezüglich ist Olympus leider geizig) habe ich eines aus dem Zubehörangebot geordert. Allerdings nicht die von Olympus zum Preis von 34 Euro, sondern eine von JJC für 13 Euro (Amazon).

Schlecht finde ich die Objektivdeckel der preiswerteren Olympus-Serien, da sich diese nur seitlich entriegeln lassen, was bei angesetzter Streulichtblende schwierig bis unmöglich ist. Deshalb habe ich alle betroffenen Deckel durch Abdeckungen von Panasonic (Amazon) ausgetauscht. Zwar gibt es noch deutlich preiswertere Alternativen, und bei manchen Filtern werden Abdeckungen mitgeliefert (praktischere als die Originale von Olympus), doch deren Optik wirkt so billig, dass ich sie an meinen Linsen nicht ertrage.

Nach einem Kratzer in der Frontlinse meines geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4 schütze ich meine Objektive nun konsequent mit einem UV-Filter (mehr dazu in diesem Artikel), für dieses habe ich den Hoya Pro1 Digital UV (Amazon) im Einsatz.

Beispiele

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Supertele M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro

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Ich war ja früher nicht gerade der bekennende Tele-Fan. Im Grunde, so sagte ich, brauche ich nicht mehr als 120mm (KB). Viel lieber setzte ich auf Weitwinkel. 24mm war meine liebste Brennweite, gefolgt von 85mm – Letzteres als ideale Porträtbrennweite. Vom Porträt habe ich mich mittlerweile weitgehend abgesetzt. Dafür ist Naturfotografie stärker in meinen Fokus geraten.

Während meiner APS-C- und Vollformatzeit stellte ein Sigma 120–400mm ƒ4.5–5.6 meine längste Brennweite zur Verfügung: An der Nikon D80 mit Formatfaktor 1,5 600mm. Dieses Objektiv war allerdings eine Schlaftablette beim Fokussieren, washalb ich in der Regel meist das deutlich kürzere aber wesentlich schnellere (und leichtere) Nikon 70–300mm ƒ4.5–5.6 einsetzte.

Nach meinem Umstieg auf MFT habe ich mir zunächst das Lumix 100–300mm (Bericht | panasonic.de | Amazon). Dieses eröffnete mir mit 600mm KB, im Vergleich zum Sigma deutlich kleinerer Abmessungen und geringeren Gewichts und dank der exzellenten Bildstabilisierung derer man sich bei MFT erfreuen darf ganz neue fotografische Möglichkeiten. Trotz geringen Gewichts und der Flexibilität die man hat wenn man ohne Stativ fotografieren kann rückten scheue Tiere auf einen Schlag deutlich näher.

Die erwachte Liebe zur fotografischen Vogeljagd ließ mich dann auch zugreifen, als Panasonic das Leica 100–400mm (Bericht | panasonic.de | Amazon) vorstellte. Kombiniert mit der ebenfalls neuen E-M1 II (olympus.de | Amazon) war ich auch zum ersten Mal seit meinem Umstieg auf MFT wieder in der Lage Vögel im Flug einzufangen.

Aber wie heißt es so schön: Der größte Feind des Guten ist das Bessere. Oder so ähnlich. Tatsächlich gibt es Stimmen die das Panaleica 100–400mm kritisch sehen und auch meine eigenen Testaufnahmen von Test-Charts haben gezeigt, dass die Qualität keine Welt über den deutlich günstigeren Lumix 100–300mm oder M.Zuiko 75–300mm Objektiven anzusiedeln ist.

Einen nach allem was ich bislang mitbekommen habe exzellenten Ruf hingegen genießt Olympus’ 300mm ƒ4 Pro Festbrennweite (olympus.de | Amazon). Inklusive eines 1,4-fach Telekonverters (olympus.de | Amazon) sind damit 840mm KB zu erreichen. Ich konnte nicht widerstehen das Objektiv zu testen und habe mich anschließend für eine Kauf entschieden. Zusammen mit der Kamera kommt man damit zwar auch auf 2,2kg, aber das ist kein Vergleich mit einer vergleichbaren Vollformatausrüstung und bereitet auch nach Stunden des aktiven Einsatzes noch keine allzu große Mühe.

Aber ist es nicht eine deutliche Einschränkung mit einer Festbrennweite statt mit einem Telezoom zu arbeiten? Das dachte ich zunächst auch, weshalb ich mich zuerst auch für das Panaleica statt für das M.Zuiko entschieden habe. Im Einsatz habe ich allerdings bemerkt, dass ich das Zoom nahezu ausnahmslos am langen Ende der Brennweite, also bei 400mm nutzte. Da ich ohnehin immer mit zwei Kameras auf Safari gehe und es sehr selten vorkommt, dass mir ein Motiv entgeht weil das 300er eben kein Auszoomer erlaubt, kann ich gut mit der Einschränkung leben. Vögel und anderen Wildtieren kommt man ohnehin kaum einmal nahe genug.

Und lohnt der Qualitätsunterschied die Einschränkung und den deutlich höheren Preis? Für die die mit ihren Budgets haushalten müssen: Nein. Bei Testaufnahmen lässt sich die deutlich bessere Abbildungsleistung der Festbrennweite zwar nicht leugnen, doch in der Praxis erkenne ich kaum eine Relevanz. Häufig ziehe ich zusammen mit meiner Frau zum Fotografieren aus, wobei ich die Olympus Festbrennweite nutze und Andrea (@andreamaria7) das Panasonic Zoomobjektiv, beide mit E-M1 II. Wir fotografieren also häufig dieselben Motive. Die Unterschiede sind wirklich zu vernachlässigen und ich bin mir nicht sicher ob die manchmal vermeintlich sichtbar bessere Detailschärfe des M.Zuiko nicht einfach dem Placebo-Effekt entspringt. Selbst bei Fotodrucken in A3+ wird kein Mensch sagen können welche Aufnahme mit dem einen oder anderen Objektiv gemacht wurde.

Erwartet hätte ich, dass die (inklusive Teleconverter) etwas bessere Lichtstärke der Festbrennweite ein schnelleres und sicheres Fokussieren ermöglicht, doch ich könnte nicht behaupten, dass in der Praxis etwas darauf hindeutet. Selbst bei der Bildstabilisierung zeigt sich kein nennenswerter Unterschied, obwohl das M.Zuiko an der OM-D Dualstabilisierung nutzen kann, während das Panasonic auf die Objektivstabilisierung alleine angewiesen ist.

Etwas Zweifel habe ich an der Notwendigkeit des Teleconverters, denn ohne ihn erreicht man doch einen Lichtwert mehr Lichtstärke, kann also kürzer belichten und auch der AF sollte davon profitieren. Etwas Detailverlust scheint mir durch den Konverter sichtbar und ich frage mich ob man durch digitale Interpolation nicht beinahe dieselbe Auflösung mit identischer Detailschärfe erzielen kann. Wer das allerdings genau wissen möchte müsste es prüfen – ich habe mir die Arbeit bisher (noch) nicht gemacht.

Das Beste noch zum Schluss: Beide Objektive weisen eine für Superteles extrem kurze Naheinstellgrenze auf, dass man sie praktisch als Makro einsetzen kann. Ich besitze auch Olympus’ 60mm Makro, doch dessen Vorsprung beim Abbildungsmaßstab lässt sich in der Natur ohne Stativ oder Blitz kaum in brauchbare Aufnahmen ummünzen. Schmetterlinge und selbst Käfer mit 800mm Brennweite formatfüllend ablichten zu können ist bedeutend erfolgsversprechender als sich mit 120mm an sie anschleichen zu müssen.

Hausspatz zu Besuch auf unserer Terrasse.
Tauben in Nachbars Garten.
Schweizer Alpsteingebirge mit Säntis.
Kohlmeise auf Futterhäuschen.
Reiher über dem Bodensee.
Stare
Möwen
Rotmilan im Schneegestöber
Bauer sucht Frau?
Möwen am Bodensee mit Lindau im Hintergrund.
Kohlmeise macht einen Abflug.
Der kleine Kleiber.
Feldhase gibt Fersengeld.
Es war einmal ein Baum.
Rehbock, Storch und Krähe.
Tüpfelsumpfhuhn
Blüten
Rotkehlchen
Turmfalke
Dohle
Tagpfauenauge
Lachmöwe beim Fischen.
Kormorane
Flussseeschwalbe
Eichelhäher
Löffelente
Graureiher
Der Regisseur macht Pause
Meine frechere Hälfte
Kiebitz
Rehe
Hummel
Blüte
Schau mir in die Augen, Rotmilan!
Rauchschwalbe
Blume
Käfer
Blume
Schmetterlinge
Käfer
Falter
Schmetterling
Krähe am Aussichtspunkt
Hahn
Luftkampf
Star zu Besuch
Hausrotschwanz
Schwalbenschwanz im Flug
Bläuling
Käfer
Blume
Fisch
Libelle im Flug
Schwimmende Ringelnatter
Aurorafalter
Tanz der Schmetterlinge
Käfer

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Die Suche nach der idealen Fototasche

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Wer schon einmal nach der perfekten Fototasche Ausschau gehalten hat, weiß, dass sich diese Suche weitaus schwieriger gestaltet, als sich für das optimale Kamerasystem zu entscheiden. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist natürlich wie, wo und unter welchen Bedingungen man fotografiert. Für viele Fotografen wird demnach eine Tasche auch nicht alle Anforderungen abdecken.

Bei mir haben sich über die Jahre hinweg viele Taschen und mit ihnen noch mehr Erfahrungen angesammelt, die ich gerne einmal teilen möchte. Dabei geht es mir nicht darum bestimmte Produkte im Detail zu beschreiben – die Spezifikationen lassen sich in der Regel über die verlinkten Seiten in Erfahrung zu bringen –, sondern vielmehr von den Features zu berichten, die mir an den Taschen wichtig geworden sind, womit ich negative Erfahrungen gemacht habe und welche Eindrücke bei mir die verschiedenen Hersteller hinterlassen haben.

Die große Fototasche

Nachdem ich 2006 in die Fotografie mit digitaler Spiegelreflexkamera eingestiegen bin,  war eine meiner ersten Fototasche – ich glaube sogar die erste – eine Lowepro Slingshot. Sling-Bags sind ein Zwischending aus Schultertasche und Rucksack. Auch wenn das wie die eierlegende Wollmilchsau oder die Quadratur des Kreises klingen mag und man bei diesem Versprechen immer skeptisch sein darf, funktioniert das Prinzip ziemlich gut. Zwar erreicht er mit nur einem quer angelegten Gurt nicht ganz den Tragekomfort eines richtigen Rucksacks, und die Kamera ist nicht ganz so schnell griffbereit wie bei einer Schultertasche, doch wenn man weitläufig unterwegs ist und währenddessen die Kamera oft einsetzt, ist der Kompromiss durchaus optimal.

In den ersten Generationen war der Slingshot allerdings so hässlich (Amazon), dass ich mich damit fast nur im dunkeln aus dem Haus traute. Mit ein Grund weshalb er mit der Zeit im Büro liegen blieb und durch andere Taschen ersetzt wurde.

Lowepro Fotorucksack

Vor allem wurde meine Ausrüstung größer und verlangten nach mehr Taschenvolumen. Zwischen 2008 und 2017 habe ich gelegentlich Foto-Sessions mit Modellen, oft in der freien Natur und an abgelegenen Orten gemacht, wie in einer Felsklamm und einer Flussschlucht. Dafür brauchte ich einen Rucksack mit viel Platz und guten Tragekomfort, denn neben Kamera und Objektiven mussten auch Blitze und Stative mit an die Location.

Lowepro Flipside 400 AW

Ich entschied mich für den Lowepro Flipside 400 AW (oben | lowepro.com | Amazon). Dieser wird nicht von oben oder vorne bepackt, sondern von seiner Rückseite aus, der Seite also die beim Tragen am Rücken anliegt. Ein Argument für dieses Konzept ist die Diebstahlsicherheit, was allerdings in den Regionen in denen ich unterwegs bin kein Thema ist. Das andere Argument ist, dass man ihn zur Entnahme der Ausrüstung nicht mir der Seite auf der man ihn trägt auf den Boden legen muss und somit kein Schmutz den Weg auf die Kleidung findet.

Der Flipside 400 trägt sich durchaus auch für Stunden gut, ist aber nur für die Aufnahme der Kameraausrüstung konzipiert. Ein dediziertes Fach für ein Wechsel-T-Shirt und Proviant ist nicht vorgesehen – er ist also kein Tourenrucksack.

Eines der wichtigsten Features für mich bei nahezu jeder Fototasche ist zumindest eine außen liegende Tasche zur Aufnahme einer Getränkeflasche. Nie wieder würde ich eine Tasche ohne kaufen! Der Flipside 400 AW hat zwei. AW steht übrigens für All Weather – der Rucksack kommt mit einem überstülpbaren Regenschutz daher.

Ein- und Auspacken gestalten sich beim Flipside nicht absolut komfortabel, da sich die Abdeckung des Rückens nicht vollständig aufklappen lässt und sie ohne Fixierung immer wieder zu fällt. Diesbezüglich sind Schultertaschen komfortabler.

Als Schultertasche für die große Ausrüstung nutzte ich zunächst eine Lowepro Nova 200 AW (lowepro.com | Amazon), eine gute und solide Tasche, allerdings brach nach einiger Zeit der Verschluss – relativ früh, trotz geringer Benutzung der Tasche und ohne, dass es zu einer nennenswerten Gewalteinwirkung kam. Zwar scheint mir Lowepro im Großen und Ganzen gute Qualität zu liefern, doch dieser Schaden hinterließ doch einen etwas zwiespältigen Eindruck. Es sollte nicht die einzige Fragwürdige Erfahrung mit Lowepro bleiben.

Als ich 2013 den Wechsel von Vollformat zu MFT vollzog, waren meine Fototaschen mit einem Schlag überwiegend zu groß. Eine der ersten Schultertaschen die ich damals erwarb, war eine Lowepro Nova Sport (Amazon). Leider knarzte diese Tasche beim gehen auf Schritt und Tritt, was unglaublich nervig war – ich nehmen an es lag an den Kunststoffkarabinern mit denen die Tasche am Tragegurt hing. Glücklicherweise nahm mein Händler die Tasche damals zurück.

Natürlich kann es passieren, dass sich ein Hersteller einmal in einer Komponente vergreift. Aber denselben Fehler mehrfach verbauen? Zumindest traf ich das Knarzen ein paar Jahre später an der Lowepro Inverse 100 AW Hüfttasche wieder. Offensichtlich dieselben Karabiner, weshalb ich den Gurt durch einen anderen ersetzte.

What about Thinktank?

ThinkTank SubUrban Disguise 20

Statt der Nova Sport habe ich drei Thinktank-Taschen zur Ansicht bestellt. Leider hat mich spontan keine davon wirklich überzeugt und zweifelnd und wegen eines schlechten Gewissens dem Fotohändler gegenüber habe ich die SubUrban Disguise 20 (oben | thinktankphoto.de | Amazon) gekauft. Genutzt habe ich sie kaum.

Einerseits weil das Konzept irgendwie seltsam ist. Die Tasche sieht zwar aus als ginge der Zugang zur Kamera durch öffnen der vorderen Lasche, doch dahinter findet man nur eine recht schmale Tasche für eher flaches Zubehör. Tatsächlich ist ein seitlicher Reißverschluss zu öffnen und der Deckel wird dann vom Körper weg geklappt. Diese Art eine Fototasche zu öffnen ist zwar grundsätzlich gar nicht so verkehrt, denn nach außen hat ein Deckel Platz zum Wegklappen und man kann ungehindert auf den Inhalt zugreifen, während nach hinten der Körper das wegklappen der Lasche verhindert und man sie bei den gewohnten Konzepten immer mit einer Hand halten muss, während die andere nach den Inhalten fischt. So richtig durchdacht wirkt das System für mich aber dennoch nicht.

Ihr größeres Problem ist allerdings der Tragekomfort auf ausgedehnten Strecken. Durch den hinten oben verlaufenden Reißverschluss fällt die Oberkante ziemlich eckig aus und man muss nicht Stunden lang auf Achse sein, damit sich so eine Ecke schmerzhaft an den Hüften bemerkbar macht. Wer eine Schultertasche ausgiebig zu Fuß spazieren führen möchte, dem empfehle ich eher nach Taschen mit gerundeten Kanten Ausschau zu halten.

Neben der SubUrban Disguise habe ich natürlich auch die Thinktank Retrospective (thinktankphoto.de | Amazon) in Betracht gezogen. Diese sieht zwar verdammt gut aus, doch ich konnte mich einfach nicht mit ihrem relativ hohen Gewicht anfreunden. Es macht für mich einfach keinen Sinn auf ein leichtes Fotosystem umzusteigen und mich dann für die (gefühlt) schwerste Tasche am Markt zu entscheiden.

Vanguard Schultertaschen

Vanguard The Heralder 28

Fündig geworden bin ich am Ende bei der Vanguard The Heralder 28 (oben | vanguardworld.de | Amazon). Diese vermittelt einen sehr guten Qualitätseindruck, bietet Platz für zwei kompakte Kamerabodys (bei mir Olympus OM-D E-M1) mit etwa vier Standardobjektiven (mit Vollformat eher etwas weniger). Auf Bildern wirkt sie deutlich kleiner als sie tatsächlich ist. Sie hat eine Seitentasche die aus Neopren bestehen dürfte, gleichermaßen strapazierfähig wie flexibel ist und gerne auch einen Doppelliter aufnimmt.

Die Heralder hat mich im Urlaub schon Stunden lang begleitet und war dabei für eine inklusive Reisestativ (bei mir ein  Sirui T025X) relativ dicht beladene Schultertasche immer recht komfortabel zu tragen. Sie ist dafür verantwortlich, dass ich vom Fleck weg zu einer Art Vanguard-Fan geworden bin. Sie hat einen guten und ziemlich ungefährlichen Schnappverschluss und darunter einen Reißverschluss (bei mir meist offen). Darüber hinaus ist in die Verschlusslasche oben ein Reißverschluss eingelassen, der einen raschen Zugriff auf die Kamera erlaubt. Außerdem schätze ich an ihr, dass sie auf Kletfverschlüsse verzichtet, denn diese machen in erster Linie viel Lärm und ruinieren die Kleidung.

Als Seminarleiter bin ich häufig mit dem Laptop unterwegs und benötige deshalb eine Tasche für den sicheren Transport. Mehrere Jahre lang tat mir dafür eine große Tamrac Rally Fototasche gute Dienste und zwar über einen Zeitraum hinweg in dem andere wesentlich weniger strapazierte Taschen den Weg alles Vergänglichen gingen. Leider stellt Tamrac die Rally nicht mehr her und deshalb suchte ich bei Vanguard nach einem Ersatz, den ich in der unten abgebildeten Up-rise II 33 (unten | Amazon) gefunden habe.

Vangard Up-rise 33

Die Up-rise 33 nimmt gut und gerne zwei Vollformatkameras mit drei relativ üppigen Objektiven auf, wird allerdings mit Klett verschlossen und hat keine Seitentaschen für Getränke – letzteres ist mir in diesem Fall aber egal, da die Tasche selten eine Kamera sieht und meist in erster Linie mein 15″ Macbook transportieren muss.

Die Tasche für die Fotosafari

Für die meisten Ausflüge in die Natur ist mir die Heralder überdimensioniert. Eine Tasche mit Platz für eine OM-D mit einem MFT-Standardobjektiv und etwas zusätzlichem Staurum und einer Seitentasche für ein Getränk reicht mir dafür – die zweite Kamera habe ich in der Regel umgehängt.

Die kleine Kalahari K-21

Kalahari K-21 Fototasche

Zu meinen ältesten Favoriten für die Fotosafari gehörte »die K-22« von Kalahari. Bereits als ich noch mit Vollformat fotografierte war sie mir (kalahari.de | Amazon) eine treue Begleiterin. Sie sieht so gar nicht nach typischer Fototasche aus und hebt sich mit ihren geschnürten Seitentaschen so besonders angenehm von dem was sonst so angeboten wird ab. Vergleichbar ist sie vielleicht mit der Thinktank Retrospective, die zwar cooler aussieht, allerdings mehr auf die Waage bringt und weniger Platz für ein Getränk bietet.

Nach meinem Umstieg auf das spiegellose MFT-System war mir die K-22 dann aber zu groß und ich habe sie durch eine K-21 (kalahari.de | Amazon) ersetzt. Diese nutze ich heute für das kleine Besteck – eine E-M5 etwa mit angesetztem 12–40mm ƒ2.8 und eventuell einem Wechselobjektiv. Die beiden Seitentaschen nehmen gut ein kompaktes Stativ (Sirui T025X) und eine 0,5 oder 0,75 Liter Trinkflasche auf und Krimskrams wie Handy, Geldtasche und Brille finden auch noch Platz.

Qualitativ spielt Kalahari zwar nicht in der Top-Liga und bei schwerem Regen ist der Inhalt der Nässe relativ schutzlos ausgesetzt (mit E-M1, E-M5 und Pro-Objektiven ein überschaubares Problem), aber die Tasche ist so praktisch und angenehm zu tragen, dass ich sie mir jederzeit wieder kaufen würde und ich sie auch nicht hergebe, obwohl sie in der Praxis eher selten zum Einsatz kommt, da sie für meinen Bedarf doch etwas zu klein ist.

Lowepro Passport Sling

Lowepro Passport Sling

Meine bevorzugte Schultertasche ist im Moment die Lowepro Passport Sling (lowepro.com | Amazon). Auch wenn der Name es nahe legen mag: Die Passport Sling ist kein Sling-Bag sondern eine astreine, nur etwas eigenwillig gestaltete Schultertasche.

Auch hat nicht den typischen Kamerataschen-Look, bietet Platz für eine deutlich größere Kamera als die Kalahari K-21 (sogar eine Olympus E-M1 mit angesetztem 40–150mm ƒ2.8 geht hinein) mit zwei bis drei Wechselobjektiven, einem Apfel, Riegeln und den üblichen Krimskrams. Das verlängerte Hinterteil das der Kamera ihren eigenwilligen Charakter verleiht kann beispielsweise ein Reisestativ aufnehmen und vorne findet eine Trinkflasche Platz, wobei hinten und vorne davon abhängig ist, auf welcher Seite die Tasche getragen wird. Der oben angesetzte Reißverschluss macht den Zugriff auf die Kamera leicht – oft lasse ich ihn einfach offen.

Die Tasche ist zwar ebenso wie die K-21 nicht wasserfest und kennt auch keinen Regenschutz zum überstülpen, sie punktet aber mit angenehmem Tragekomfort und ist extrem leicht. Wird der Schultergurt verkürzt, entsteht eine Schleife die ich gerne nutze um meine Jacke einzuhängen. Ob das auch für Leute funktioniert die deutlich kleiner sind als 1,85 ist allerdings fraglich – zumindest dürfte die Tasche dann wirklich tief oder die Jacke sehr locker in der Schlaufe hängen.

Leichter Daypack-Fotorucksack

Leider drückt auch die beste Schultertasche konzeptbedingt mit der Zeit zunehmend auf die Schultern. Auch wenn sich eine MFT-Fotoausrüstung im Vergleich zum Vollformat relativ leicht anfühlen mag, zerrt auch ihr Gewicht mit jeder Stunde mehr an den Schultern. Nicht selten sind sie am nächsten Tag verspannt und das Kreuz ist beleidigt.

Vanguard Reno 41

Ein Rucksack verteilt das Gewicht natürlich auf zwei Schultern. Ich habe mich vor ein paar Jahren für einen Vanguard Reno 41 (wird leider nicht mehr hergestellt, ist aber noch über Amazon zu beziehen). Er kombiniert guten Tragekomfort mit extremer Leichtigkeit und nimmt meine erforderliche Ausrüstung inklusive dem, was man zu einer Halb- oder Tageswanderung mitnimmt auf.

Systembedingt ist beim Rucksack der Zugriff auf eine in ihm verstaute Kamera aber natürlich umständlicher als bei der Schultertasche, weshalb er sich auch nicht bewährt wenn man alle paar Minuten ein Foto machen möchte. Wie könnte man also das Gewicht von den Schultern bekommen und dennoch die Kamera rasch zur Hand haben? Klarer Fall: Eine Hüfttasche muss her!

Die Hüfttasche – der große Irrtum

Lowepro Inverse 100 AW

Mir schien die Lösung das Gewicht an die Hüften zu hängen dermaßen zwingend logisch, dass ich gar nicht verstehen konnte, weshalb kaum ein Hersteller eine Hüfttasche im Programm hatte. Als ich dann eines der wenigen Produkte (Lowepro Inverse 100 AW: Amazon) im praktischen Einsatz hatte, wurde mir schnell klar weshalb: Das Konzept geht nicht auf!

Selbst wenn das Fassungsvermögen nur Teilweise genutzt und der Gurt grenzwertig straff gezogen wird, hängt die Tasche ausgesprochen unkomfortabel an den Hüften. Trägt man sie seitlich, ist der Tragekomfort besonders schlecht und der Zugriff auf die Kamera so beengt, dass das Heraus wie das Hinein zur nervigen Fummelei wird. Also nach hinten damit. Leider hat man die Kamera dann auch nicht mehr schneller im Griff als wenn man sie im Rucksack verstauen würde, denn ohne den Hüftgurt zu lösen lässt sich die Tasche nur wiederwillig nach vorne ziehen, und mit gelöstem Gurt hängt sie schnell auf Kniehöhe oder tiefer.

Lowepro wird die Probleme des Konzepts kennen und der Tasche nicht von ungefähr einen Schultergurt beilegen. Erst mit ihm wird sie bei nennenswerter Beladung überhaupt tragbar, dann allerdings mit einem sehr beengten Tragegefühl. Ein paar Ausflüge habe ich mit der Konfiguration gemacht, allerdings mit einem anderen Schultergurt, da der mitgelieferte beim gehen das weiter oben erwähnte Knarzen produzierte. Jetzt verschenke ich die Tasche, da ich mir nicht vorstellen kann jemandem für diesen Mist Geld abzuknüpfen.

Es mag sein, dass Leute mit der Figur einer Gazelle andere Erfahrungen damit gemacht haben, aber mich haben sie veranlasst ausnahmsweise einmal eine Amazon-Bewertung mit einem Stern zu vergeben. Mein Rat an alle die dennoch mit der Anschaffung einer Hüfttasche für die Fotoausrüstung liebäugeln: Erst testen, dann kaufen!

Lowepro Slingshot Edge

Lowepro Slingshot Edge

Lowepros Slingshot ist in der aktuellen »Edge« genannten Version gereift (lowepro.com | Amazon) und nicht mehr die hässliche Ente die er früher war. Ich habe mir deshalb wieder einen besorgt und nehme heute meist ihn mit auf die Fotosafari. Sling-Taschen mit quer getragenen Gurt gibt es auch von anderen Herstellern (Tamrac beispielsweise hat auch ein interessantes Produkt: tamrac.comAmazon), aber nicht jede ist mit einer Seitentasche für eine Trinkflasche ausgestattet (Vanguards Adaptor-Taschen beispielsweise nicht). Für mich ein absolutes KO-Argument: Keine Tasche ohne Trinkflasche!

Der Sling-Bag kommt bei meinen derzeitigen Anforderungen der idealen Kameratasche am nächsten. Bei ihm befestige ich einen Peak Design Capture Clip (peakdesign.com | Amazon) am Schultergurt (Bild unten) und darin die E-M5 was bis hinauf zur Kombination mit einem M.Zuiko 40–150mm 2.8 Pro-Objektiv perfekt funktioniert und ein komfortables Tragegefühl erlaubt.

Peak Design Capture Clip

Ich habe auch versucht den Peak-Design-Clip an einem Regulären Rucksack zu befestigen – also am Vanguard Reno und am Lowepro Flipside – was bei beiden aber zu keiner befriedigen Position der Kamera führt. Ich vermute sogar, dass selbst bei Peak Designs eigenem Rucksack die Kamera nicht so optimal im Clip sitzt, wie bei einem Sling-Bag.

Für mich erlaubt die Kombination Slingshot, Capture-Clip und Peak Design Slide Kameragurt jedenfalls mit zwei MFT-Kameras, einem 300mm Pro und einem Standardobjektiv auf den Weg zu gehen, beide Kameras blitzschnell zur Hand zu haben, und dennoch drei bis vier Stunden auf Achse sein zu können.

Immer-dabei-Fototaschen

Wie viele leidenschaftliche Fotografen gehe auch ich kaum ohne Kamera aus dem Haus, auch wenn ich zugeben muss, sie im Alltag viel zu selten einzusetzen. Die Kamera der Wahl dafür ist die Pen-F (olympus.de | Amazon), meist mit Lumix 15mm ƒ1.7 (panasonic.de | Amazon) oder Lumix 30mm ƒ2.8 Macro (panasonic.de | Amazon).

Tamrac Rally 2

Auf Grund meiner positiven Erfahrung mit der weiter oben erwähnten Tamrac Rally ist es kein Zufall, dass ich es auch mit einer Tasche dieses Herstellers für immer-dabei probiert habe. Die Tamrac Rally 2 (Amazon) ist eine nette und dank der Seitentaschen durchaus flexible kleine Kameratasche, allerdings mit der Betonung auf klein, weshalb Sie mir doch schnell zu klein wurde. Trotzdem: Schade, dass Tamrac die Serie eingestellt hat.

Tamrac Rally 2

Lowepro Event Messenger

Ein weiteres Produkt, das inzwischen Geschichte ist, ist die Event-Messenger von Lowepro (Amazon) – eine angenehm zu tragende kleine Kameratasche. Interessant ist ihr Feature durch einen cleveren Klappmechanismus die Kamera mit und ohne Klettverschluss nutzen zu können. Ich bin ja wie schon erwähnt wegen des schreienden, reissenden Geräusches das sie produzieren und weil sie Stoffe ruinieren kein Fan davon. Dennoch muss ich gestehen, dass Klett einen nicht von der Hand zu weisenden Vorteil hat: Klappt die Lasche so einer Tasche zu beisst sich der Klett sofort fest und der Deckel ist verschlossen. Bei Reiß- oder Schnappverschluss muss Hand angelegt werden um die Lasche zu sichern. Wenn man oft etwas schlampig und schleißig ist wie ich, und häufig zu faul diesen Handgriff zu tun, kann es schon passieren, dass die teure Kamera beim Anheben der Tasche aus dem Inneren kullert und Schaden nimmt – ich weiß wovon ich schreibe!

Domke

Domke F-5XB

Domke gehört zu den Klassikern unter den Kamerataschen – Bags reduced to the max, könnte man sagen. Ich hatte einige Zeit die Domke F-5XB (tiffen.com) im Einsatz, zuerst in der Rugged-Version (Amazon), dann in schwarzer Ausführung (Amazon). Das Wachs der Rugged-Version lässt die Tasche sich schmierig anfühlen und Tasche und Kleidung tauschen sich aus – die Kleidung bekommt etwas Wachs, wofür sich die Tasche etwas Stofffasern nimmt und rasch schäbig aussieht. Die schwarze Ausführung ist diesbezüglich etwas besser, doch auch ihr Stoff wirkt rasch abgenutzt und schäbig und da die Tasche nur gering gepolstert ist, vermittelt sie auch nicht das Gefühl die Kamera großartig zu schützen. Zuletzt schließt sie auch noch mit Klett, was unterm Strich alles in Allem dazu führte, dass unsere Liebe nicht lange währte.

Olympus Messenger Ledertasche

Olympus Messenger Ledertasche

Sehr schick ist die Olympus Messenger Ledertasche (olympus.de | Amazon) deren Preis/Leistungs-Verhältnis für eine solche Tasche zumal aus dem Hause des Systemherstellers absolut in Ordnung geht. Auf Klett wird hier glücklicherweise verzichtet, statt dessen kommt ein klassischer alter Schnappverschluss aus Metall zu Einsatz. Einziger Kritikpunkt: Die Bodenplatte des Verschlusses ist etwas Scharfkantig ausgefallen. Verletzungsgefahr sehe ich zwar keine, doch angenehm anzugreifen ist auch anders.

Crumpler Proper Roady 2.0

Crumpler hat ein cooles Logo und coole Werbung. Die Produkte hingegen hinterlassen bei mir oft gemischte Gefühle und den Eindruck, dass den Australiern cool wichtiger als clever ist. Ich hatte in der letzten Dekade mehr als ein halbes Dutzend Taschen von ihnen – von der kleinen Schultertasche bis zum großen Laptop-Rucksack. Überzeugt haben mich die wenigsten Produkte. Kein Wunder, setzt Crumpler doch besonders häufig auf besonders bissigen Klett.

Crumpler Proper Roady 2.0

Zu den Ausnahmen gehört die Proper Roady 2.0. Diese sieht nicht nur gut aus, sondern sie nutzt auch statt Klett- einen Schnappverschluss. Außerdem soll das Material dem Vernehmen nach kein Wasser durchlassen. Schade, dass sie keine Seitentaschen für die Getränkeflasche hat.

Tenba

Tenba Switch

Erst vor kurzem Entdeckt habe ich den britischen Taschenhersteller Tenba. Diese dürften wenn meine Informationen stimmen in der Produktion von Taschen für Fahrrad-Courriere verwurzelt sein. Ich habe zunächst eine Tenba Switch 8 (tenba.com | Amazon) geordert, da diese ein iPad Pro 10″ in einer hinten angebrachten Tasche aufnehmen kann. Sie vermittelt den besten Qualitätseindruck den ich je bei einer Kameratasche gesehen habe und wirkt ebenso innovativ und durchdacht (allerdings hat mich überrascht, dass kein Stifthalter vorhanden ist).

Ihr Nachteil: Durch die hinten angesetzte Tasche und den Reißverschluss der sie umgibt entsteht eine Kante, die sich bei längerem Tragen wie schon weiter oben zur Thinktank Suburban Disguise angemerkt unangenehm bemerkbar macht. Allerdings habe ich auch schnell bemerkt, dass es für mich nicht sinnvoll ist mein iPad permanent mit mir herum zu tragen.

Denba DNA 8 Messenger Bag

Aufgrund des positiven Eindrucks der Switch habe ich gleich noch einmal bei Tenba eingekauft, diesmal eine DNA 8 (tenba.com | Amazon). Zwar schließt diese Tasche neben den beiden Clips vorne auch mit Klett, doch Tenba setzt eine Klettgeneration ein, die keine großen Anstalten macht sich in Kleidung zu verbeissen und die sich verhältnismäßig leise öffnen lässt, wenn man die Lasche nach unten statt nach vorne weg zieht – das Geräusch ist kaum auffälliger als manche Kunststoffklipps beim Aufschnappen klingen.

Die Tasche nimmt meine Pen-F auf, auch wenn ich statt eines der kleineren Objektive ein M.Zuiko 25mm ƒ1.2 oder das 12–40mm ƒ2.8 ansetze. Viel mehr Platz bleibt dann zwar nicht mehr, aber Sonnenbrille, Geltasche und Handy gehen sich aus und das ist genau das, was ich von einer immer-dabei Tasche erwarte.

Die DNA 8 ist nach einer Dekade und deutlich mehr als einem Dutzend getesteter und gekaufter Schultertaschen für immer-dabei endlich die Taste mit der ich uneingeschränkt zufrieden bin. Zumindest diese Suche scheint für mich endgültig abgeschlossen zu sein.

Nach diesem Artikel hinzugekommen: Lowepro Flipside Treck BP 250 AW, Bericht hier.

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