Direkt zum Inhalt

Kategorie: Erfahrungsberichte

Worum es bei meiner Kritik an Panasonic geht

Posted in Erfahrungsberichte

Meine Serie über meine Erfahrungen mit dem Panasonic-Kundenservice (hier in Österreich) umfasst ja mittlerweile schon mehrere Kapitel und es werden wohl noch mehr. Gestern hat sich Panasonic Deutschland bei mir gemeldet und vielleicht kommt ja doch endlich Bewegung in die Sache.

Meine Kritik richtet sich an sich nicht gegen das Lumix-G-System. Auf Seiten der Kamera kommt mir eine OM-D zwar mehr entgegen als die Modelle von Panasonic aber ich liebte die GM1, habe mir viele Modelle genauer angesehen und würde auch zwei G81 besitzen, wenn nicht eine davon schon von Beginn an Staub am Sensor gehabt hätte und Panasonic Wochen benötigte die Sache zu bearbeiten und zur Art der Bearbeitung geschwiegen hat. Ich erwarte bei einem Produkt das von Beginn an schadhaft ist einen Austausch, keine Sensorreinigung.

Probleme mit Produkten kommen immer wieder vor. Ich hatte die Nikon D600 das ein massives Problem mit Staub auf dem Sensor hatte, weshalb die Kunden sie dann auch gegen eine D610 tauschen konnten. Mir fallen Schrauben aus deinem Olympus-Telekonverter und das gepriesene M.Zuiko 17mm ƒ1.8 ist bekannt dafür, dass zahlreiche Montagsmodelle unterwegs sind. Meines zeichnete nur Matsch auf. Ich hatte mit Nikon niemals Probleme in einer Service-Angelegenheit und bei Olympus bin ich nicht über jede Handhabung glücklich, aber unterm Strich will ich mich auch darüber nicht beschweren.

Dass sich Sand unter den Zoomring des Panaleica 100–400mm schlich ist eine Sache. Ich hätte mich nie beschwert, wenn die Reinigung einen niedrigen dreistelligen Betrag gekostet hätte. Aber der Voranschlag in der Höhe des neuen Produkts legt nahe, dass man es schlicht ausgetauscht hätte. Produkte zu entsorgen anstatt zu reparieren ist in meinen Augen keine Lösung in einer Zeit, in der man an sich Ressourcen sparen und sie möglichst lange nutzen sollte. Und dass man ein Produkt als abgedichtet gegen Staub bewirbt aber in einem Reparaturfeedback anmerkt es sei nicht dagegen abgedichtet ist auch inakzeptabel, auch wenn der Konsumentenschutz offensichtlich nichts dagegen hat.

Panasonic Lumix G – nie wieder!

Posted in Erfahrungsberichte

Panasonic baut interessante Produkte. Auf YouTube habe ich bereits etliche Berichte von Fotografen gesehen, die begeistert über verschiedene Lumix-Modelle berichten. Besonders die GH-Reihe und die G9 scheinen bei den Anwendern recht beliebt. Ich hatte selbst eine Lumix G9. An sich eine tolle Kamera. Allerdings kommt das Bedienkonzept einer Olympus OM-D meiner Art zu fotografieren viel besser entgegen. Einst hatte ich eine Lumix GM1 – die einzige Kamera von der ich es jemals bereute sie wieder verkauft zu haben.

Leider scheint bei Panasonic nicht alles zum Besten zu stehen, was die Qualität angeht, und Staubprobleme schienen keine Seltenheit – ich berichtete darüber in meinem Artikel »Eine Lanze für den Fachhandel«. Kurz zusammengefasst: Vor ein paar Jahren kaufte ich zwei Lumix G81 und entdeckte nach einigen Tagen, dass sich Staub auf einem der Sensoren befand. Panasonics Umgang mit dem Problem war damals dermaßen haarsträubend, dass ich meinen Händler bat die beiden Kameras gegen zwei Olympus E-M5 II umzutauschen, was er dankenswerterweise auch gemacht hat.

Staub ist auch ein Problem bei meinem Panasonic LumixG Leica Vario-Elmar 100–400mm. Dieses Objektiv sticht nicht gerade durch Glanzleistungen am langen Ende der Brennweite aus Panasonics Leica-Sortiment heraus. Die 1700 Euro war es mir allerdings wert, weil Panasonic verspracht, das Objektiv sei gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Als Fotograf der häufig bei Wind und Wetter unterwegs ist, ein entscheidendes Kaufargument für mich. Leider bedeutet abgedichtet gegen Staub bei Panasonic nicht, dass etwas gegen Staub abgedichtet ist. Vor einem Jahr kam ich mit Sand im Getriebe des Zoomrings des Superteles aus dem Urlaub heim. Im Glauben es könne kein Problem sein den Ring wieder von Sand zu befreien sandte ich das Objektiv zur Reparatur ein. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur entsprach dann etwa dem Preis eines Neuobjektivs. Ich berichtete zunächst einmal hier.

Der Sand scheint sich in der Zwischenzeit etwas zerrieben zu haben – das Kratzen beim Drehen des Zoomrings ist einem dezenten Schleifgeräusch gewichen. Vor einigen Wochen entdeckte ich allerdings, dass jetzt ein Staubkorn im Objektiv haftet. Ohne große Hoffnung, aber in Neugier auf die Reaktion des Konzerns, sandte ich das Objektiv neuerlich ein. Neuerlich ein Kostenvoranschlag, der der Höhe des Neupreises entspricht und der Vermerk, dass das Objektiv nicht gegen Staub abgedichtet sei. Ich berichtete hier.

Panasonic schert sich nicht im Geringsten um seine Kunden. Problem mit einem Panasonic Produkt? Dein Problem! Ich habe den Händler gebeten eine Stellungnahme von Panasonic einzuholen. Keine Antwort. Ich habe den Händler wegen eines Ansprechpartners gefragt, um selbst mit Panasonic in Kontakt zu treten. Problem: Der Reparatur-Service ist ein Partner, nicht Panasonic. Die sind keine Rechenschaft für Panasonic-Produkte schuldig. Und Panasonic ist nicht der Reparatur-Service, weshalb das Thema Reparatur bei Panasonic niemanden etwas angeht.

Die letzten beiden Artikel habe ich (wie immer) über Twitter verbreitet und @PanasonicDE in den Tweet mit aufgenommen. Ich bekam auch schnell eine Rückmeldung vom Multimedia-Team. Man entschuldigte sich für die Umstände und versprach die Angelegenheit an den Kundensupport weiter zu leiten. Gehört habe ich seither nichts mehr.

Nun bin ich hier in Österreich und nicht in Deutschland und man könnte darauf verweisen, dass die Probleme österreichischer Kunden dort kein Thema sind. Soweit ich weiß, sollen meine Probleme dort allerdings bekannt sein und man würde davon sprechen, dass es sich wahrscheinlich um Anwenderfehler handelt. Das mag ja sein (auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie), aber genau deshalb hätte ich gerne eine Stellungnahme.

Bereits nach meinem zweiten Artikel habe ich den Rat erhalten, ich solle mich damit an den Konsumentenschutz wenden. Damals habe ich geantwortet, dass es mir um die Lebenszeit zu schade ist, mich mit einem ignoranten Konzern herumzuschlagen. Aber mittlerweile beweist die Sache so viel Chuzpe, dass ich mich doch interessierte, was ich dagegen unternehmen kann und so habe ich mit dem Konsumentenschutz in Verbindung gesetzt.

Fazit der Beratung durch eine ausgesprochen freundliche Mitarbeiterin (eine Lanze für die AK!): Der Konsumentenschutz greift bei mir nicht, weil ich in diesem Fall kein Konsument, sondern Unternehmer bin. Panasonic (und jedes andere Unternehmen) kann in der Werbung versprechen, was sie wollen. Wenn eine Eigenschaft nicht ausdrücklich zugesichert ist, dann hat man auch keinen Anspruch auf Einhaltung einer Zusicherung. Als Zusicherung gälte, wenn die Staubdichtheit ausdrücklich in der dem Produkt beigelegten Beschreibung garantiert stünde, oder der Händler mir Staubdichtheit zugesichert hat. Panasonic ist mir gegenüber ohnehin nicht für seine Produkte verantwortlich. Mein Vertragspartner ist der Händler, also müsste ich meine Ansprüche gegen ihn geltend machen. Das wiederum widerstrebt mir, denn er ärgert sich selbst über die Ignoranz von Panasonic. Außerdem hat er mich nicht über das Produkt informiert. Das habe ich selbst über das Internet getan und dann bei ihm bestellt.

Fazit nach jahrelanger Erfahrung mit Lumix: Nie wieder Panasonic. Nicht nur, dass ihre Produkte nicht halten, was sie versprechen, nach meiner Erfahrung häufig Staubprobleme haben und nicht reparierbar sind. Das schlimmste an allem ist der Konzern, der sich nicht im geringsten um seine Kunden kümmert und jeden Dialog verweigert. Das einzige was ich noch tun kann, ist vor Panasonic-Produkten zu warnen.

Links zu verwandten Artikeln:

Nachtrag: Es ist nicht meine Anliegen das Lumix-System zu dissen oder bashen. Wie Eingangs geschrieben, finde ich, Panasonic macht interessante Produkte und ist an sich wertvoller Teil des MFT-Systems. Ich glaube zwar nicht, dass ein Ausstieg von Panasonic den Tod von MFT bedeuten würde. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Olympus davon profitieren könnte, schließlich ist es ja die Ausnahme, dass zwei Anbieter ein System betreuen – die Regel ist, dass ein Hersteller sein System alleine pflegt; das ist bei Nikon so, bei Canon, bei Sony, bei Fuji und bei Pentax. Mir wäre aber dennoch ein Panasonic lieber, das nicht nur weiterhin interessante MFT-Produkte anbietet, sondern auch allfällige Qualitätsmängel behebt, für sie gerade steht und mit seinen Kunden spricht. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es, dass Panasonic diesen Artikel liest, darüber nachzudenken beginnt und seine Kunden als ernstzunehmende Partner begreift – nicht als dumme Anwender, die generell selbst Schuld sind, wenn sie Probleme mit Produkten haben. Träumen wird man ja wohl dürfen!

Eine Lanze für den Fachhandel

Posted in Erfahrungsberichte

Olympus E-M1MarkII | M.ZUIKO12–100mm ƒ4 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1,3s | ISO64 | Variabler ND-Filter | Capture One Pro

Ich habe kein Problem ein Stativ mitzuschleppen, wenn ich weiß, dass ich es brauche. Doch wenn ich auf eine Fototour aufbreche, weiß ich nie, ob mir ein Motiv begegnet, für das sein Einsatz erforderlich ist. Schon öfter habe ich es mitgeschleppt, ohne es ein einziges Mal eingesetzt zu haben. Die Bildstabilisierung meiner MFT-Ausrüstung ist da ein Segen, ermöglicht sie mir doch im Weitwinkelbereich Verschlusszeiten von ein paar Sekunden aus freier Hand zu halten. Für die Aufnahme oben setzte ich einen variablen NF-Filter ein. Ich habe auch längere Belichtungen gemacht – über 3s – die tadellos scharf geworden sind, aber diese hier gefiel mir am besten.

Bildstabilisierung ist generell eine Stärke kompakter Systeme mit kleineren Bildsensoren. Das gilt nicht nur für Olympus, sondern auch für MFT-Partner Panasonic. Schade nur, dass die Qualität und erst recht der Service bei Lumix nicht mit den an sich tollen Produkten mithalten kann. Gerade dieser Tage bin ich auf YouTube auf ein Video gestoßen, das nahelegt, dass Staub nicht nur ein Problem als Staubdicht beworbener Pro-Objektive sein soll, sondern auch bei kompakten Lumix-Kameras.

Als ich vor einigen Tagen meinen letzten Erfahrungsbericht über meine Erfahrungen mit Panasonic postete und Panasonic als Adressat in einem Tweet mit einbezog, meldet sich die Multimedia-Abteilung und kündigte an, die Sache an den Kundenservice weiter zu leiten. Es keimte Hoffnung auf, dass man sich der Sache doch endlich annimmt und für Probleme gerade steht, die die eigenen Produkte verursachen. Seither ist aber die Funkstille zurückgekehrt.

Gut wenn man in solchen Situationen einen verlässlichen Fachhändler als Partner hat, der für das was er verkauft auch dann noch die Verantwortung übernimmt, wenn der Hersteller das nicht tut. Das war schon so, als ich vor zwei Jahren zwei Lumix G81 gekauft. Auf einer davon entdeckte ich bereits nach wenigen Tagen Staubflecken. Dass diese durch unsachgemäßes Handling von mir verursacht wurden kann ich ausschließen. Schon auf dem ältesten Foto das ich von der Kamera besaß waren diese Flecken zu sehen – ich glaube es war die Nummer 9. An sich hätte ich erwartet, dass ein Produzent in so einer Situation die Kamera austauscht. Nicht so Panasonic. Nachdem das Gerät eingesandt wurde, dauerte es mehrere Wochen bis ich überhaupt ein Feedback bekam. Zu allem Überfluss wurde es nicht wie angekündigt umgehend zurück gesandt, sondern als mein Händler nach einer Woche noch einmal anrief, hießt es, »ach ja, die liegt hier noch; wir bringen sie gleich auf die Post«.

Da das nicht meine erste zweifelhafte Erfahrung mit Panasonic war, hatte ich die Nase voll von Lumix und bat meinen Händler die zwei G81 gegen zwei Olympus OM-D E-M5 II einzutauschen (was ich bislang auch noch keinen Moment bereut habe). Den Umtausch hat der Händler auf seine Kappe genommen.

Das ist aber nicht das einzige Mal, dass ich froh war bei ihm (Foto Hebenstreit, Feldkirch, A) gekauft zu haben. Letztes Jahr drang während meines Urlaubs an der Nordsee Feuchtigkeit in meine E-M1 II ein. Als ich den Händler diesbezüglich anrief, fragte er sofort, wo ich sei und ob er eine OM-D nach Deutschland schicken solle. Da zwar ein paar Funktionen an der Kamera ausgefallen, sie aber ansonsten einsatzbereit war, lehnte ich dankend ab. Hätte ich jedoch nur diese Kamera dabei gehabt und sie wäre komplett ausgefallen, hätte mir das den Urlaub retten können.

Dass mich die Reparatur der E-M1 damals nichts kostete, habe ich auch dem Händler zu verdanken. Und gerade dieser Tage habe ich ein Problem mit einem Olympus MC-14 Telekonverter und ich musste ihn zusammen mit meinem M.Zuiko 300mm ƒ4 einschicken. Für die Zeit ohne mein Tele wurde mir eines vom Händler geliehen.

Den Konverter schickte der Olympus-Service mit der Anmerkung zurück, er sei nicht reparabel, weil er zu alt sei. Dabei ist es kaum viel mehr als zwei Jahre her, dass ich den Konverter kaufte und das ganze Produkt dürfte seit etwa drei Jahren am Markt sein. Und dabei scheint es sich dabei um ein keinerlei unbekanntes Problem zu handeln, dass bei diesem Konverter die Schrauben herausfallen. Es dürfte sich um einen arten Produktionsfehler handeln. Als bei mir eine herausfiel habe ich alle überprüft und festgezogen. Anschließend ließ sich der Konverter nicht mehr mit der Kamera verbinden.

Auch hier genieße ich die Unterstützung des Händlers. Er sagt, er verstehe sich nicht zuletzt auch als Anwalt seiner Kunden und zumindest mit Olympus könne er immer auch gut reden und zu Lösungen kommen, die ein einzelner Kunde im Direktkontakt vielleicht nicht bekommt.

Das sind nur ein paar etwas größere Geschichten, bei denen ich den Service des Händlers schätze. Daneben gibt es viele kleine, wozu auch gehört, dass ich Produkte bei Bedarf immer erst testen kann, bevor ich mich für oder gegen sie entscheide. Natürlich gehe ich davon aus, dass der besondere Service auch damit zusammenhängt, dass ich seit Jahren treuer Kunde bin, ihn häufig weiter empfehle und ich bereits eine fünfstellige Summe bei ihm ausgegeben habe. Natürlich habe ich nicht immer denselben Preis, den ich bei Geizhals oder -kragen irgendwo im Internet finden könnte. Aber das ist mir der Service wert. Und bei allem, was für mich da schon an Kulanz herausgekommen ist, kann ich mir sogar vorstellen, dass mich mein Einkauf bei ihm unterm Strich billiger gekommen ist.

Links zu verwandten Artikeln:

Leichter tragen: Cotton Carrier Harness G3 für zwei Kameras

Posted in Erfahrungsberichte

Blaumeise | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (440mm KB) | ƒ5.6 | 1/250 | ISO1000 | Capture One Pro

Wenn ich auf Fotosafari bin, begleiten mich in der Regel eine Olympus E-M1X mit 300mm ƒ4 Teleobjektiv und eine E-M1 II mit 12–100 ƒ4 Universalzoom. Ersteres wiegt etwa 2,3kg, Letzteres knapp 1,1kg. Beides möchte ich nach Möglichkeit so schnell ziehen können, wie ein Westernheld seinen Revolver. Da ist die Wahl des richtigen Tragesystems keine leichte.

Nachdem ich 2008 von meiner ersten DSLR, der Nikon D80, auf die Vollformatkamera D700 umgestiegen bin, war ich mit dem der Kamera beigelegten Gurt nicht mehr glücklich. Schon damals begleiteten mich oft beide Apparate, um ohne Objektivwechsel für weite Winkel und entfernte Subjekte gerüstet zu sein. Als Lösung fand ich das System von OP/Tech USA, dem ich mehrere Jahre treu blieb, und über das ich noch 2016 diesen Artikel verfasste.

Das System umfasst zahlreiche Produkte, ist vielseitig kombinierbar und grundsätzlich angenehm zu tragen, da das Hauptmaterial – Neopren – weich und elastisch ist. Allerdings trage ich Kameras nicht um den Hals, sondern mit dem Riemen quer über die Schultern an der Seite. Daraus ergibt sich zum Einen das Problem, dass etwas schwerere Kameras auf Dauer recht unangenehm an der Hüfte baumeln. Außerdem sind reguläre Riemen generell unpraktisch, wenn man die Kamera zum Auge zieht, erfordern sie doch, dass der Gurt an der Schulter nach hinten rutschen muss.

Lange Zeit sah ich mich nach einer Alternative um. Die Systeme von Sun Sniper und Black Rapid schienen mir interessant, allerdings fand ich zu viele Berichte, dass die Befestigung nicht immer ganz sicher sitzt. Darüber hinaus vermute ich, dass die Kamera dadurch, dass sie über einen einzigen Punkt mit dem Gurt verbunden ist, noch deutlich heftiger an der Hüfte baumelt als mit einer Befestigung über zwei Punkte, so dass ich mich nie dazu entschließen konnte die Systeme zu testen.

Irgendwann habe ich es mit Peak Design und einen ihrer Riemen getestet. Anschließend sagte ich OP/Tech Goodbye und nutze heute Gurten und Handschlaufen dieser Marke. Das glatte Sicherheitsgurt-Material der Peak-Design-Gurte gleitet mit wenig Widerstand über die Schultern, wenn die Kamera von der Hüfte zum Auge hoch gehoben wird. Sie sind relativ breit und das Material ist ausreichend elastisch für einen guten Tragekomfort. Lediglich wenn man nur ein T-Shirt trägt liegt der Gurt auf der Haut statt auf Stoff und trotz der Glätte des Materials wird es mit der Zeit unangenehm, wenn er beim Heben der Kamera dauernd über die Haut rutscht.

Hinzu kommt, dass zwei Kameras an zwei über den Schultern getragenen Gurten auch eine eher suboptimale Lösung sind. Aus diesem Grund habe ich meine Peak-Design-Ausstattung um Capture Clips erweitert. So kann ich eine Kamera am Gürtel oder dem Schulterriemen eines Rucksacks tragen und nur eine am Schulterriemen.

Leider ist das Clip-System nicht ganz tadellos. Es beginnt damit, dass die Bodenplatten der Versionen 2 und 3 nicht vollständig kompatibel sind. Wird der Clip v3 an einem dünnen Gurt befestigt, stehen des Weiteren hinten die Schrauben über und bohren sich in den Körper – ich beichtete darüber. Letzten Sommer kam hinzu, dass die Clips auf längeren Touren beim Gehen zu quietschen begannen. Nicht nur einer, sondern sowohl die alte als auch die neue Version. Die Idee mit Waffenöl für Abhilfe zu sorgen entpuppte sich als Flop.

Positiv erwähnen möchte ich allerdings, dass ich diesbezüglich mit Peak Design Kontakt aufnahm und mir das Unternehmen anbot, die Clips zurück zu nehmen und mir den Preis zurückzuerstatten, ohne überhaupt danach zu fragen, wie alt sie sind. Sehr lobenswert und das Gegenteil, was ich in letzter Zeit mit einigen anderen Unternehmen erlebt habe und noch immer erlebe.

Auf der Suche nach Videos zum Thema Vogelfotografie stolperte ich dann unlängst auf eines von Tim Boyer, in dem er über seine Erfahrungen mit dem Cotton Carrier berichtet.

Nun finde ich, dass das Teil recht peinlich aussieht. Andererseits, wenn es hilft zwei Kameras auf stundenlangen Ausflügen komfortabel zu tragen und die Apparate jederzeit blitzschnell griffbereit zu haben, ist mir eigentlich nichts zu peinlich. Also habe ich ein Cotton Carrier Harness (Cotton Carrier Website | Amazon-Affiliate-Link) für zwei Kamera geordert.

Die Produkte von Cotton Carrier lassen sich leider nicht als Schnäppchen titulieren. Allerdings habe ich gerade unlängst wieder erfahren, dass doppelt kauft, wer billig kauf. Und das lief so: Da meine Frau gelegentlich Schmerzen in der Hüfte hat, suchte ich für sie nach einer Befestigungsmöglichkeit für den Gürtel, allerdings mit größerer Auflagefläche, als das Pro Pad von Peak Design. Das Tragesystem von B-Grip (Amazon-Link) versprach so ein System zu sein, und schien darüber hinaus auch noch preiswert zu sein. Leider sind die B-Grip-Produkte nicht nur billig, sie fühlen sich auch so an. Zwar funktioniert das System teilweise nicht schlecht, die Kunststoffe wirken stabil, aber die Clips sind ausgesprochen klobig und ein Teil der Materialien wirkt so billig, dass man sie nicht gerne anfasst.

An den Materialien des Cotton Carriers finde ich nichts auszusetzen, an der Verarbeitung habe ich bislang keine Mängel entdeckt. Der Clip über den die Kamera am Gurt befestigt wird, ist das Effizienteste, was ich bislang getestet habe. Während sich Peak Design Clip gelegentlich verhakt, so dass einem manchmal ein Motiv entgeht, und das Einsetzen nicht zu selten zum Geduldspiel wird, geht das beim Cotton Carrier absolut reibungslos. Der Trick ist, dass die Kamera horizontal gehalten werden muss, um in den Befestigungsclip eingefügt werden zu können, danach schenkt sie in die Vertikale und kann nicht wieder heraus.

Der Tragekomfort ist besser als alles, was ich sonst bislang getestet habe. Das Gewicht verteilt sich auf die beiden Schultern und auf die Auflage unterhalb der Rippen. Die knapp 3,5kg meiner beiden Kameras tragen sich überwiegend so, als befänden sie sich im Rucksack. 3,5kg im Rucksack zwingen niemanden in die Knie. Einen echten Rucksack mit dem Geschirr zu tragen geht völlig problemlos – die beiden kommen sich nicht in die Quere. Lediglich auf dem Brustkorb entsteht ein Druck, der etwas beengend wirkt, und den Einzelne vielleicht als etwas unangenehm empfinden könnten, was allerdings jeder für sich selbst herausfinden muss. Ich für meinen Teil bind fürs Erste einmal sehr zufrieden mit dieser Entdeckung, und gehe davon aus, dass es Cotton Carrier bei mir Peak Design verdrängen wird. Von daher: Klare Empfehlung für alle die ordentlich Kamera längere Zeit griffbereit schleppen wollen.

Zur Abwechslung einmal Model statt Fotograf: Der Cotton Carrier Harness G3 für zwei Kameras (Bild: Andrea Wäger).
Und so sieht ein glücklicher Wäger von der anderen Seite aus (Bild: Andrea Wäger).
Und dann noch das Harness ohne dicke Kamera. Sieht peinlich aus, ja, trägt sich aber gut (Bild: Andrea Wäger).

Olympus 8×42 Pro – gut zum Fernsehen

Posted in Erfahrungsberichte

Dies ist streng genommen kein Erfahrungsbericht. Es ist eigentlich eher ein Unerfahrener Bericht. Aber ich bin begeistert und möchte deshalb meine Erfahrung teilen.

Um Vögel und andere Wildtiere besser beobachten zu können, habe ich meine Ausrüstung für die Fotosafari durch ein Fernglas aufgerüstet. Ich bin kein Kenner von Ferngläsern, deshalb basiert mein Urteil auf recht wenig Vergleichsmöglichkeiten. Genau genommen kann ich nur mit einem einzigen Fernglas einen Vergleich anstellen, das wir vor Jahren für denselben Zweck gekauft haben. Damals habe ich mich auf den Rat meines Optikers verlassen. Es handelt sich dabei um ein Fernglas von Zeiss und es kostete, soweit ich mich erinner schon vor Jahren mehr, als das neue Stück von Olympus. Allerdings erfüllte es nie seinen Zweck. Zu dunkel, zu viel Vergrößerung. Das ist keine Kritik am Produkt – es scheint nur einfach nicht das richtige für unser Einsatzgebiet gewesen zu sein.

Diesmal habe ich vor der Bestellung selbst ein paar Stunden in Recherche investiert. Klar, wer ein Top-Fernglas fürs Leben sucht, kauft Gläser von Zeiss, Leica oder Swarovski. Aber 2000 Euro und mehr liegt einfach weit oberhalb meines Budgets für einen Begleiter für die Fotosafari. Meine Preisvorstellung lag eher im Bereich zwischen 200 und 500 Euro. Am Ende meiner Recherche blieben je ein Glas von Eschenbach, von Steiner, von Nikon und von Olympus übrig. Entschieden habe ich mich für das 8×42 Pro von Olympus (Amazon-Affiliate-Link). Natürlich nicht nur, weil ich mich der Marke verbunden fühle, aber ein bisschen hat es natürlich mitgespielt.

Bereut habe ich die Entscheidung nicht. Ich bin wirklich begeistert wie hell, klar und scharf dieses Fernglas abbildet. Es lässt sich butterweich, spielend und exakt fokussieren. Der fokussierte Bereich trennt sich mit einer bemerkenswert geringen Schärfentiefe von Hintergrund. Tiere beobachten ist einfach eine Freude damit. Es übertrifft meine Erwartungen bei weitem.

Kleine Kritikpunkte gibt es aber dennoch. Die mitgelieferte Tasche ist ein Witz. Bereits als ich das erste Mal versuchte einen Gürtel in die Schlaufe an der Rückseite einzufädeln, riss die naht ein. Ebenso lächerlich ist der mitgelieferte Gurt. Er fühlt sich nicht nur extrem billig an, sondern vermittelt auch den Eindruck, dass die Schnallen die Schlaufen nicht wirklich zuverlässig halten können. Auf diesem Müll in der Produktverpackung hätte ich verzichten können. Solche Beigaben schmälern eher den Glanz des an sich und in meinen Augen exzellenten Fernglases.

Exzellentes Glas – das Olympus 8×45 Pro

Panasonic LumixG Leica Vario-Elmar 100–400mm Zoom – staubdicht ist nicht staubdicht!

Posted in Erfahrungsberichte

Vor einem Jahr habe ich berichtet, dass mein LumixG Leica 100–400mm Zoom von Panasonic nach einem Besuch am Strand Sand im Zoomgetriebe hatte. Überraschend, denn ich investiere gutes Geld in eine Ausrüstung, von denen der Hersteller verspricht, dass sie staub- und spritzwasserfest sind. In widrige Bedingungen begebe ich mich nur mit Equipment von dem ich ausgehe, dass es dazu geeignet ist. Ich liebe das Fotografieren bei Wind und Wetter. Einige meiner liebsten Fotoserien sind unter solchen Bedingungen entstanden.

Panasonic verspricht auf seiner Website, dass das LumixG Leica Vario-Elmar 100–400mm gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet ist.

Als ich das Objektiv dem Händler zum Einsenden an den Panasonic-Service übergab, war ich gespannt, wie der Hersteller mit dem Fall umgehen würde. Dass Panasonic für die Reinigung des Zoom-Mechanismus den Preis des neuen Objektivs veranschlagen würde, haute mich dann doch aus den Socken. Ich vermute, die Ingenieure des Objektivs haben sich für eine Konstruktion entschieden, die sich nach dem Zusammenfügen nicht wieder öffnen lässt. Eine Konstruktion, bei der Reparatur nicht vorgesehen ist. Andernfalls wäre doch der Zoomring einfach abzunehmen und der Mechanismus vom Sand befreien gewesen. Dass der Preis der Reparatur dem Neupreis des Produkts entspricht, deutet wohl daraufhin, dass Panasonic das Objektiv ausgetauscht hätte. Es wäre schließlich absurd vom Kunden eine Reparaturpauschale zu verlangen, für die er ein neues Objektiv kaufen kann.

Ich hätte schon damals den Konsumentenschutz einschalten sollen. Man darf den Konzernen nicht alles durchgehen lassen. Aber ich bin niemand, der den Konflikt sucht. Deshalb habe ich die Kröte des kratzenden Zoomrings geschluckt. Mittlerweile ist das Kratzen einem sanften Schleifen gewichen – die Sandkörner werden sich abgeschliffen haben. Nicht schön, aber eher eine Art ästhetisches Problem, als ein funktionales.

Vor ein paar Wochen die nächste Überraschung: Ein Stäubchen innen an der Frontlinse. Wieder habe ich das Objektiv zur Einsendung an Panasonic übergeben – auch darüber habe ich berichtet. Antwort des Service-Centers:

Laut Panasonic-Service-Partner ist das als gegen Staub abgedichtet beworbene Objektiv nicht staubdicht.

Für diese Auskunft hat die Servicestelle meinem Händler dann auch noch 80 Euro in Rechnung gesellt die ich jetzt bezahlen müsste. Ich habe vom Händler gefordert eine Stellungnahme von Panasonic zur Diskrepanz zwischen Bewerbung und tatsächlicher Qualität einzufordern und habe klargestellt, dass ich die Sache an den Konsumentenschutz übergeben werde, wenn sie den Betrag tatsächlich einfordern. Laut Händler hat Panasonic auf die Anfrage nicht mehr reagiert.

Um die Sache mit Panasonic selbst zu klären, bat ich den Händler um die Nennung eines Kontakts. Nun wird die Sache richtig kompliziert: Panasonic führt den Service an seinen Produkten nicht selbst aus, sondern delegiert diese Aufgabe an einen Service-Partner. Daraus ergibt sich die Situation, dass Panasonic die Reparaturen nichts angehen, weil diese ja vom Service-Partner vorgenommen werden. Den Service-Partner wiederum geht die Qualität der Produkte nichts an, weil diese ja von Panasonic hergestellt werden.

Das ist der Stand der Dinge. Ich werde weiter berichten, wenn sich in der Sache weiteres tut.

Links zu verwandten Artikeln:

Das kurze Leben der Dinge

Posted in Erfahrungsberichte

Einige Jahre gab es im Ort in dem ich wohne eine kleine Schneiderei. Beschädigte Kleidung die wir selbst nicht hätte flicken können und hätten entsorgen müssen, konnte der Schneider tadellos richten und gekostet hat das nie viel. Schade, dass er in Ruhestand gegangen ist.

Ein paar Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt gibt es einen Kaffeemaschinen-Service, der Kaffeemaschinen repariert. Diesem verdankt unsere aktuelle Kaffeemaschine nun schon ein jahrelanges Leben. Ein Problem hier in Schwarzach ist das harte Wasser, das jede Maschine schnell verkalken lässt. Meine Erfahrung mit dem Service des Diskounters: Ware wird eingeschickt, der Hersteller meint, dass das Produkt nicht mehr reparierbar ist, oder macht einen Kostenvoranschlag, für den sich auch ein neues Gerät ausgeht, und diese Nachricht kostet dann auch noch etwas zwischen 40 und 80 Euro.

Ich halte zwar die Erzählungen über geplante Obsoleszenz eher für einen Mythos bzw. für eine Verschwörungstheorie, zumindest, wenn sie soweit gehen, dass Geräte so konstruiert werden, dass sie ein paar Tage nach Ablauf der Garantie ihren Geist aufgeben. Ich habe zwei Gründe für diese Theorie: 1. deckt sie sich nicht mit meiner Erfahrung; und 2. frage ich mich, wer so blöd wäre, wenn er bei einem Produkt das erlebt, gleich wieder zur selben Marke zu greifen – die Hersteller würden sich damit ins eigene Fleisch schneiden.

Keine Zweifel habe ich allerdings daran, dass sich die Hersteller nicht immer für die langlebigsten Komponenten entscheiden. Ein Kunde mit einem Produkt das lebenslang hält, ist zumindest für diesen Produktbereich ein verlorener Kunde. Von daher sehe ich natürlich schon einen Kern Wahrheit in den Theorien über geplante Obsoleszenz.

Spinnen werden nicht alt

Geplanter Obsoleszenz nahe kommt der Umgang mancher Elektronikhersteller mit ihrer Hardware. So habe ich unlängst zum zweiten Mal einen an sich noch funktionsfähigen Datacolor Spyder entsorgt, weil er nicht mehr mit dem neuen Betriebssystem kompatibel ist. Nun, die Datacolor Mutter X-Rite muss sich ja nicht großartig Sorgen machen, dass der Anwender zu einem Mitbewerber wechselt, schließlich gehört einem der Markt ja praktisch alleine.

Nie wieder Samsung!

Der Datacolor-Spinne muss man zumindest eingestehen, dass sie sieben Jahre alt geworden ist. Das entschuldigt war nicht, dass Datacolor den Treiber nicht auf 64 Bit kompiliert, aber es ist ein biblisches Alter, im Vergleich zu meinem Samsung-Drucker. Den habe ich vor etwa zwei Jahren gekauft, war bis gestern auch zufrieden mit ihm, bis ich entdeckte, dass sein Treiber auch nicht mehr mit macOS 10.15 kompatibel ist.

Aktualisierte Treiber sind Fehlanzeige. Samsung hat, wenn ich das richtig verstanden habe, die Betreuung seiner Druckersparte an HP übergeben, und bei HP scheint es wenig Interesse zu geben die Produkte zu pflegen. Wieso auch? Die Geräte wurden ja einst von einem anderen Konzern verkauft. Naja, zumindest weiß ich, dass ich um HP besser auch einen Bogen mache.

Der Farblaserdrucker ist aber nicht das einzige Samsung-Gerät das mir Sorgen bereitet. Mein drei Jahre alter Samsung-Fernsteher schaltet sich seit ein paar Tagen immer wieder spontan ab. Da diese beiden Produkte die einzigen sind, die ich bislang von Samsung habe, wird es wohl keine weiteren mehr vom Koreaner geben. 100% schlechte Erfahrung ist keine gute Basis für lange Freundschaft.

Nächstes Mal doch lieber Epson

Doch auch mit anderen Druckern habe ich so meine Erfahrung gemacht. So musste ich einen funktionierenden Dell SW-Drucker verschenken, weil ebenfalls kein Treiber mehr für ein neues macOS veröffentlicht wurde. Ein Farblaserdrucker von Konica Minolta gab nach zwei Jahren den Geist auf. Zwar fand ich eine Werkstatt die ihn für etwa 200 Euro repariert hat – kaum weniger als das neue Gerät, aber besser als damit Müll zu produzieren –, kurze Zeit später war er jedoch schon wieder kaputt.

Für den nächsten Farblaserdrucker hat mir mittlerweile Epson die besten Karten. Meinen ersten Epson A3-Überformat-Fotodrucker kaufte ich etwa 2000. Der dürfte etwa 10 Jahre gehalten haben – ich sollte hier vielleicht anmerken, dass ich kein Vieldrucker bin. Neben mir steht mein zweiter Epson Stylus der auch schon auf seinen 10. zugehen dürfte und nach wie vor tadellos druckt.

Sorgen mit Olympus

Über Ärger mit Panasonic habe ich ja schon mehrfach berichtet, zuletzt hier. Für den Kommentar, dass ihr als staub- und spritzwasserfest beworbenes 100–400mm Telezoom nur gegen Spritzwasser, nicht aber gegen Staub abgedichtet ist, hat Panasonic 80 Euro in Rechnung gestellt. Ich habe dem Händler gesagt, dass ich die Angelegenheit an den Konsumentenschutz übergebe, wenn der Betrag tatsächlich eingefordert wird.

Doch auch mit Olympus läuft es derzeit nicht ganz sorglos. Letztes Jahr habe ich darüber berichtet, dass Feuchtigkeit in eine E-M1 II eingedrungen ist. Sowohl Händler, als auch Olympus selbst, haben mir mitgeteilt, dass nur ganz wenige der als Spritzwasserfest verkauften Kameras mit absoluter Zuverlässigkeit sintflutartige Regenfälle überstehen. Lediglich bei einer Pentax würde er sich trauen, sie unter fließendem Wasser zu reinigen, und das habe er auch schon gemacht. Auch die Canon 1D soll das aushalten, doch auch als widerstandsfähig verkaufte Nikon-Profimodelle habe er – so der Händler – bei extremem Regen bereits geschrottet. Wie auch immer, mich hat die Reparatur damals nichts gekostet, weil der Händler die Kosten auf sich genommen hat – ein guter Fachhändler ist sein Geld wert!

Grundsätzlich bin ich mit der Qualität und dem Service bei Olympus zufrieden. Kameras sind Gebrauchsprodukte, Verschleiß ist bei häufigem Gebrauch logisch. Auch meine Nikon-Profi-DSLRs wandert allen ein bis zwei Jahre zum Service zur Reinigung und Erneuerung abgenutzter Teile. Bin ich im Sommer unterwegs, mischen sich bei mir Sonnencreme mit relativ stark schwitzenden Händen. Eine toxische Mischung für jedes Material. Um regelmäßigen Service kommt man da nicht herum. Sowohl Nikon als auch Olympus haben den immer tadellos ausgeführt, Olympus ist dabei ein Stück preiswerter als Nikon.

Enttäuschend war aber diesmal der Kommentar des Olympus Service zu meinem MC-14 Telekonverter. Im Frühjahr dieses Jahres ist beim Wechseln des Konverters eine Schraube aus ihm heraus gefallen. Glücklicherweise fand ich sie trotz dem, dass sie in Kies gelandet ist, rasch wieder. Zuhause habe ich sie und alle anderen Schrauben dann ordentlich angezogen. Danach ließ sich der Konverter aber nicht mehr an der Kamera befestigen. Kamera- und Objektivbajonett lassen sich nur verbinden, wenn die Schrauben etwas locker sind. Nach diesem Video und den Kommentaren darunter bin ich wohl nicht der Einzige, der das Problem hat.

Mittlerweile haben sich die Probleme mit dem Konverter verdichtet und so sandte ich es an Olympus. Kommentar: Der Konverter kann nicht mehr repariert werden, er ist zu alt. Auf den Markt gekommen dürfte der Konverter 2014 oder 15 sein. Meiner stammt von 2017. Und das ist zu alt zum Reparieren? Ich habe meinen Händler um eine Stellungnahme von Olympus gebeten, und bin gespannt, was sich tut.

Leider ist das noch nicht alles. Seit dem Frühjahr besitze ich auch den MC-20 Konverter. Vergangene Woche verweigerte dieser komplett die Zusammenarbeit mit einem nagelneuen M.Zuiko 300mm ƒ4. Interessanterweise funktioniert er mit meinem, etwa zwei Jahre alten 300er, nicht jedoch mit dem neuen. Auch diesbezüglich bin ich gespannt auf die Rückmeldung von Olympus. Und natürlich werde ich darüber berichten.

Wie gesagt: Fotoausrüstung ist Gebrauchsmaterial. Werkzeuge nützen sich durch Gebrauch ab. Dass aber funktionsfähige Hardware ausgemustert werden muss, weil der Hersteller die Treiber nicht mehr aktualisiert, ist inakzeptabel. Weder im Sinne des Kundenservice, noch der Nachhaltigkeit. Abdichtung versprechen, aber keine Verantwortung übernehmen, wenn das Versprechen nicht eingehalten wird, ist Betrug am Kunden. Bajonette, die sich nur verbinden lassen, wenn die Schrauben lose sind, wodurch sie mit der Zeit herausfallen ist ein Qualitätsmanko. Fehler macht jeder. Aber man sollte dafür geradestehen und nicht den Kunden zur Kasse bitten.

E-Bike-Erfahrungen

Posted in Erfahrungsberichte

Am Bodensee | Olympus E-M1X | Olympus M.Zuiko 9–18mm ƒ4–5.6 | 10mm (20mm KB) | ƒ5.6 | 1s | ISO64 | Live-ND-Filter | Capture One

Die Abbildung oben entstand mit dem Live-ND-Filter der E-M1X. In diesem Modus simuliert die Kamera die Wirkung eines Graufilters. Wenn ich die Methode richtig verstanden habe, nimmt sie in diesem Modus mehrere Belichtungen auf und verrechnet sie zu einer Aufnahme, die dem Effekt einer langen Belichtungszeit ähnelt. Aufnahmen mit einem physischen ND-Filter sehen zwar etwas anders aus, dennoch betrachte ich es als willkommene Erweiterung der Möglichkeiten einer Kamera.

Langzeitbelichtung aus freier Hand

Beachtlich ist, dass man heute Aufnahmen wie diese ohne Stativ machen kann. 1 Sekunde Belichtungszeit wäre vor ein paar Jahren aus freier Hand undenkbar gewesen. Hier profitiert das MFT-System vom kleinen Bildsensor, der sich besser stabilisieren lässt, als größere. 1 Sekunde ist dabei noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange – ich habe schon brauchbare Belichtungen mit 3 Sekunden gehalten und Aufnahmen von Nachthimmeln mit 5 Sekunden gesehen, von denen der Fotograf behauptete, sie Freihand gehalten zu haben.

Der Live-ND-Filter und die phantastische Bildstabilisierung haben mir jedenfalls Lust darauf gemacht, mehr mit Langzeitbelichtungen zu arbeiten. Lust darauf hatte ich ohne immer schon, nur keine ein Stativ mitzuschleppen. Auf jeden Fall habe ich mir einen variablen ND-Filter gekauft um in nächster Zeit einmal damit zu experimentieren.

Klimafreundlich fahren

Nun zum Thema des Titels dieses Artikels: Wie schon in anderen Artikeln berichtet, bin ich seit dem Frühjahr (eigentlich fast schon Sommer) mit dem E-Bike unterwegs. Als Mensch der sich gerne in der Natur aufhält liegt mir diese natürlich besonders am Herzen. Deshalb ist es mir wichtig meinen Verbrauch an Ressourcen gering zu halten, was z.B. bedeutet, dass ich mich bewusst für einen Kleinwagen entschieden habe und versuche diesen so sparsam als möglich zu fahren, u.a. durch Tempo 100 auf der Autobahn. Man hört zwar oft das bringe nichts, aber das ist falsch! Tatsächlich lasse ich an der Tankstelle ein gutes Drittel weniger Geld für Benzin liegen. Die Minute die ich dadurch auf ein paar Dutzend Kilometern liegen lasse, ist mir die mindere Belastung der Natur wert. Und es reduziert sich durch Tempo 100 ja nicht nur der CO2-Ausstoß, sondern auch die Feinstaubbelastung; –11% las ich zuletzt, seien es bei Tempo 100 statt 130 (der erlaubten Höchstgeschwindigkeit in Österreich).

Besser Zwei- als Vierrad

Noch besser ist es natürlich, das Auto gleich ganz stehen zu lassen, und da kommt eben das E-Bike ins Spiel. Seit ich es habe, nutze ich es deutlich öfters, als ich ursprünglich werwartet hatte. Kurze Strecken mache ich kaum mehr mit dem Auto – der Mini steht oft Tage lang. Erledigungen in einem Radius von 10km gehen ganz locker. Dadurch, dass man 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen kann – Besorgungen und Bewegung an der frischen Luft – hat man irgendwie am Ende sogar noch Zeit gespart. Satteltaschen helfen beim Einkauf, der Anhänger bringt Müll zur Sammelstelle und Sperriges vom Baumarkt nachhause.

Und dann ist das E-Bike eben auch ein tolles Gefährt um fotografische Ausflüge zu unternehmen. Der Radius ist deutlich größer als beim rein mit Muskelkraft betriebenen Drahtesel. Immerhin begleiten mich auf Fotosafari in der Regel zwei Kameras, eine davon die für eine MFT-Kamera relativ große E-M1X mit Supertele. Zwar fahre ich wohl etwa 80% der Strecken im Eco-Modus, manchmal auch ganz ohne elektrische Unterstützung, aber in Steigungen, bei Gegenwind und auf den letzten Kilometern nachhause, bin ich sehr dankbar über den Motor.

Unerwartete Schattenseiten

Leider ist die Freude am E-Bike nicht ungetrübt. Dauernd klappert eine Kette oder streift und quietscht irgendetwas an den Pedelecs. Dabei haben wir uns für eine Marke entschieden, von der der Händler behauptete, sie sei der Mercedes unter den E-Bikes.

Meine Frau Andrea musste ihr Bike nach einem halben Jahr und 1600km schon zum zweiten Mal zum Service bringen. Das ist vom Hersteller so vorgegeben. Das hat mich etwas überrascht, hatte ich doch schon einige Fahrräder, bin tausende Kilometer und tausende Höhenmeter damit gefahren, und habe mich niemals großartig um Services gekümmert. Die Räder kamen zur Werkstatt, wenn irgendetwas zu reparieren war. Dabei kostete keines der Räder mehr als ein Viertel unserer neuen E-Modelle.

Ich habe recherchiert. E-Bikes sind schwerer, man fährt mehr Kilometer, durch den Motor wird kräftiger beschleunigt, man bremst häufiger und intensiver, und der Verschleiß ist deshalb höher. Die Empfehlungen für die Services schwanken zwischen 1000km und 5000km. Die meisten empfehlen einen Service pro Jahr. So weit so gut.

Leider laufen unsere E-Bikes trotz aller Inspektionen alles andere als rund. Schon lange bevor die erste Inspektion (nach 600km) anstand, begann die Kette kräftig zu klappern. Ich weiß nicht, ob das bei E-Bikes einfach so ist, ich fand es allerdings für ein Premium-Bike zum Premium-Preis doch recht irritierend. Nach dem Service war das Klappern glücklicherweise weg, doch schon am nächsten Tag gab das Bike beim Fahren dauernd ein Streifgeräusch von sich. Dasselbe beim Bike meiner Frau – dauernd streift, quietscht oder klappert irgendwo irgendetwas.

Bislang habe ich im Verdacht, dass die Probleme von suboptimalen Einstellungen beim Vertragshändler herrühren. Unter dem, was man heute gemeinhin als Customer-Experience bezeichnet, kann ich bei ihm kein positives Fazit ziehen. Das Highlight unter den Negativerfahrungen ist ein Case, das mir ein freundlicher Verkäufer freundlicherweise für das Bike zusammengeschraubt hat, und das mir meine nagelneue E-M1X verkratzt hat. Die Kratzer sind ein optisches Problem, und stören die Funktion der Kamera mit. Sie sind aber auch eine bleibende Erinnerung daran, dass ein Verkäufer aus Schlamperei Schrauben nicht ausreichend angezogen hat, so dass die Köpfe überstanden, was mir den Apparat zerkratzt hat.

Sowas kann natürlich passieren. Jeder macht Fehler. Und die Kratzer sind hässlich, aber ich kann damit leben. Das Problem ist leider, dass das nur eine negative Erfahrung unter vielen anderen ist. Das meiste sind Kleinigkeiten, die für sich nicht der Erwähnung wert wären. In Summe und wegen des Fehlens von Erfahrungen die als positiv hervorzuheben wären, fehlt mir das Vertrauen weiter bei diesem Händler zu bleiben. Und hier beginnt das eigentliche Problem.

An und für sich hege ich große Sympathie für kleine Händler und Unternehmen. Deshalb habe ich mich auch gerne für einen Marke entschieden, die eher nur Eingeweihten bekannt ist – zumindest mir sagte sie zuvor nichts. Damit habe ich mir aber nun leider selbst ins Knie geschossen, denn der kleine Hersteller hat in Vorarlberg nur einen einzigen Vertragspartner. Anders als bei einer großen Marke, die jeder Händler führt, kann ich nicht einfach den Händler wechseln. Ich weiß nicht, ob der den Service mit denselben Möglichkeiten durchführen kann, die der Vertragspartner hat, und ich vermute auch, dass es sich auf Garantie und Gewährleistung negativ auswirkt, wenn Inspektionen von keinem offiziellen Partner durchgeführt werden.

Da ein Hersteller ja wahrscheinlich kaum jeden Vertragspartner gut genug kennen kann, um über dessen Serviceleistungen im Bilde zu sein, habe ich mich entschlossen, ihm zu schreiben und von meiner Erfahrung zu berichten. Das war Vorgestern. Jetzt, mehr als 48 Stunden später, ist noch immer keine Antwort da. Das hinterlässt, vor allem bei einem kleinen Familienunternehmen, einen besonders seltsamen Eindruck, finde ich.

Mein Fazit aus dieser Erfahrung: Es war ein Fehler ein E-Bike von einem kleinen Hersteller zu kaufen, der in meiner Umgebung von nur einem einzigen Händler vertreten wird. Jedenfalls nicht, wenn ich den Händler nicht kenne und noch nicht weiß, ob ich mich auf ihn verlassen kann. Hätte ich mich für eine Marke entschieden, deren Bikes bei jedem Händler an jeder Ecke vertrieben werden, könnte ich das Rad morgen einfach zu einem anderen bringen.

Das ist der Rat, den ich jedem, der mit dem Gedanken spielen ein E-Bike zu kaufen, zu bedenken geben möchte. Es muss ja niemand denselben Fehler, wie ich machen, wenn es nicht sein muss!

Und dann war da noch … Panasonic

Und wenn wir gerade bei schlechtem Service sind: Vor zwei Wochen habe ich darüber berichtet, dass die Reparatur meines Panasonic 100–400mm Zooms, mehr kosten würde, als ein neues Objektiv (in der Linse befindet sich Staub – obwohl Panasonic damit wirbt, dass sie gegen Staub und Wasser abgedichtet ist, ist sie laut Rückmeldung nicht staubdicht).

Gestern habe ich beim Fachhändler nachgehakt, ob das Objektiv schon zurück gekommen ist. Er hat bei Panasonic angerufen und dort hat es geheißen, es sei an diesem Tag auf die Post gegangen – nach zwei Wochen! Amüsanter Weise hatte ich dasselbe Erlebnis mit Panasonic schon einmal.

Superzoom M.Zuiko 12–200mm ƒ3.5–6.3

Posted in Erfahrungsberichte

Es hat schon etwas reihendes: 12–200mm MFT. 24–400mm Kleinbild. Vom Landschaftsweitwinkel zum Tiere-Supertele. Und das ganze auch noch in einem Regenfesten Gehäuse! Was kann man sich mehr wünschen, wenn man gerne draußen unterwegs ist. Vor allem, wenn es einen auch oft ins Gebirge zieht. Das Olympus M.Zuiko 12–200mm ƒ3.5–6.3 ist die eierlegende Wollmilchsau. Kein Zweifel!

Natürlich sind Abstriche in der Qualität zu erwarten, wenn ein so extremer Brennweitenbereich auch noch einem recht kompakten leichten Gehäuse untergebracht wird. Das war mir schon klar. Was das tatsächlich bedeutet war aber dann noch etwas ernüchternd.

Zwar ist die Qualität am kurzen Ende der Brennweite durchaus beachtlich. Schwieriger wird es aber, wenn man an das Tele-Ende geht. Zwar werden bei 400mm KB auch relativ scheue Tiere erreichbar. Die Details in Pelzen, Gefiedern oder Schmetterlingsflügeln geraten ziemlich verwaschen. Wer die Ergebnisse eines Panaleica 100–400mm und des M.Zuiko 300mm ƒ4 gewohnt ist, wird damit wohl wenig Freude haben. Deshalb ist mein 12–400mm nach einem Ausflug wieder zum Händler zurück gegangen.

Heißt das, dass ich generell vom Kauf abrate? Ich würde es anders formulieren: Wer ein echtes Universalzoom sucht, das für nahezu alle Motive die passende Brennweite mitbringt, um damit Wandern zu gehen oder eine Reise zu machen, kann durchaus einen Blick auf das Objektiv machen. Wie gesagt: Am kurzen Ende der Brennweite ist die Detailschärfe im Zentrum durchaus in Ordnung. Landschaftsaufnahmen sind somit schon einmal kein Problem. Und am langen Ende macht es Motive zugänglich, die ansonsten einfach unerreichbar sind, allerdings eben bei überschaubarer Abbildungsqualität.

Nutzt man das Objektiv (Olympus | Amazon-Affiliate-Link) an einer OM-D E-M5 (Olympus | Amazon-Affiliate-Link), hält man eine Kombination in Händen, die sowohl unerreichbar flexibel als auch unerreichbar leicht ist, und das auch noch in einer Ausführung, der ein Regenschauer wohl wenig anhaben kann. Zwar gibt es Bridgekameras, die Vergleichbares mit noch mehr Brennweite bieten, allerdings mit kleineren Bildsensoren.

Die Sache hat neben der Abbildungsqualität allerdings leider noch einen Haken: Der Preis. 900 Euro scheint mir in Anbetracht des qualitativen Kompromisses dann doch etwas ambitioniert. Immerhin kostet das M.Zuiko 12–100 ƒ4 (Olympus | Amazon-Affiliate-Link) aktuell gerade einmal 250 Euro mehr, spielt aber in jeder Beziehung in einer ganz anderen Liga. Ich persönlich würde da lieber gelegentlich auf ein Motiv verzichten, dafür aber das, was ich ablichte, in tadelloser Qualität mit nachhause nehmen.

Olympus OM-D E-M1X

Posted in Erfahrungsberichte

Die E-M1X (Olympus) ist ein Monster von einer MFT-Kamera. Für MFT entscheidet man sich primär, weil man mit einem kompakten und handlichen System fotografieren will. Deshalb habe ich mich für MFT entschieden. Die E-M1X liegt zwar ausgesprochen gut in Händen und ist somit handlich, aber sie ist weder kompakt noch leicht. Sie wirkt nur unwesentlich weniger als eine Nikon D850, wobei sie bei diesem Gewicht den Hochformatgriff integriert hat, die D850 hat das nicht.

Was also spricht dafür, so eine riesige und schwere Kamera mit vergleichsweise winzigem Sensor zu kaufen?

Zunächst einmal sind voluminöse Bodys von Vorteil, wenn man mit langen und schweren Teleobjektiven arbeitet. So führt die E-M1X in Kombination mit dem M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro zu einer durchaus noch ausgewogeneren Ergonomie, als die an E-M1 II. Noch deutlicher wird das beim für nächstes Jahr angekündigten 150–400mm ƒ4.5 Superzoom. Mit dem darin integrierten 1,25-Telekonverter wird damit auf Kleinbild hochgerechnet ein 375–1000mm Zoom. Kombiniert man dazu noch den 2-fach-Telekonverter, landen wir bei 750–2000mm. Damit macht nicht nur das voluminöse Gehäuse Sinn, sondern auch die darin enthaltene Rechenpower zweier Prozessoren. Diese wird die Kamera dann sicher brachen können, soll bei 2000mm und ƒ11 noch annehmbar scharf gestellt werden können. Wie das funktionieren soll – darauf bin ich bereits gespannt.

Wenn es gut funktioniert, erhält man natürlich ein einzigartiges System: 2000mm Brennweite in noch immer handlicher Form mit der marktführenden Bildstabilisierung von Olympus! Ich gestehe, das bringt mich zum Sabbern.

Was auch reizend ist, an der E-M1X: Der Joystick zur Messfeldauswahl – gleich zwei Mal; einmal in Querformat-, einmal in Hochformatposition. Der Joystick war einer der Gründer, der mich zur Lumix G9 verleitet hat – ich bin froh ihn jetzt auch bei Olympus zu sehen.

Auch schön: Die Möglichkeit die Akkus in der Kamera via USB zu laden. Zum Laden nutze ich Solar Powerbanks (Diese beiden: Amazon-Affiliate-Link | Amazon-Affiliate-Link), die ich mit einem zusätzlichen Solarpanel (Amazon-Affiliate-Link) lade – also zumindest vom Frühjahr bis Herbst mit Sonnenenergie.

Es sind allerdings andere Dinge, die die E-M1X zu einer besonderen Kamera machen. Eines davon ist der Handheld-High-Res-Modus.

50MP-High-Res-Aufnahme: ƒ8 | 1/400s | ISO100 | 12mm MFT

Die Abbildung oben zeigt eine Aufnahme, die aus freier Hand im High-Res-Modus entstand, unten ein 1:1-Ausschnitt. Nicht gestochen scharf, wobei die Frage offen bleibt, ob eine Kamera mit einem Sensor mit 50MP echter Auflösung aus freier Hand ein deutlich besseres Resultat erzielt hätte.

1:1-Ausschnitt aus der Aufnahme oben

Zu den Vorzügen von MFT-Kameras gehört die exzellente Bildstabilisierung. Auch schon mit einer E-M1 II (und ich vermute mit allen aktuellen Olympus-Modellen) lässt sich der Mond des Nachts mit einer entsprechend langen Brennweite gut und scharf abbilden. Doch als der erste Vollmond nach dem ich die E-M1X erhalten hatte aufging, interessierte mich, ob das auch im High-Res-Modus aus freier Hand klappt.

Unbeschnittenes Bild des Mondes im High-Res-Modus aufgenommen

Die Abbildung oben zeigt das unbeschnittene Resultat mit 50MP, aufgenommen mit M.Zuiko 300mm und 1,4-fach-Telekonverter, 840mm KB, ƒ5.6, 1/1600s, ISO200. Die Abbildung unten zeigt den Zuschnitt auf den Mond. Die Aufnahme hat noch immer 8MP, was etwa einen praktisch hochauflösenden Ausdruck auf A4 erlaubt.

Zuschnitt der Aufnahme oben: ≈ 8MP
1:1-Ausschnitt

Nun ist im 1:1-Ausschnitt nicht zu übersehen, dass das Resultat nicht absolut scharf ist. Tatsächlich ist sie nicht besser, als bei einer Aufnahme, die im normalen Modus erstellt und dann auf die Auflösung des High-Res-Bildes hoch interpoliert wird. Das ist allerdings generell ein Problem hochauflösender Kameras: Je höher die Auflösung, desto eher macht sich die unvermeidliche Verwackelung des Freihandfotografierens im Resultat bemerkbar. Dennoch zeigt das Beispiel sehr schön, was bei Olympus mittlerweile technisch möglich ist – es spricht Bände über die Qualität von Olympus’ Sensorstabilisierung.

Um herauszufinden wie groß das praktische Potenzial des High-Res-Modus der kleinen MFT-Sensoren tatsächlich ist, werde ich noch einige Tests machen und Erfahrungen sammeln müssen, wobei es am Ende eher die Neugier ist, zu erfahren, was mein System theoretisch leisten könnte, ohne dass ich es praktisch tatsächlich bräuchte – in der Regel finde ich mit den 20MP der Kameras mein Auslangen.

Eine andere Eigenschaft, die die E-M1X neben dem Handheld-High-Res-Modus einzigartig macht, ist der Live-ND-Modus. Damit wird elektronisch die Wirkung eines ND-Filters simuliert, was auch unter Tags Langzeitbelichtungen möglich macht. Ich konnte bislang erst einmal kurz mit der Funktion experimentieren und habe dabei versehentlich nur ND3 statt des Maximalwerts ND5 eingestellt. Als Resultat bin ich bei ƒ11 und 1/8 Sekunde gelandet – ND5 hätte dementsprechend 1/2s ermöglicht und durch Abblenden auf ƒ22 wären 2s möglich geworden. Und wie immer gilt: Alles aus freier Hand!

Verwischtes Wasser durch verzögerte Belichtung mit Live-ND-Filter

Natürlich lässt sich mit einer wirklich hochauflösenden Kamera mit Stativ und präziser Arbeit mehr aus den Motiven herausholen. Allerdings wird der Unterschied erst wirklich relevant, wenn man bei der Ausgabe an die Grenzen geht. Demgegenüber erlaubt das System ein unkompliziertes Handling, eine Flexibilität und eine Leichtigkeit in der Fotografie, die man anderswo nicht findet. Nicht umsonst hört man dauernd Fotografen die von anderen Systemen auf MFT wechselten, sagen, dass sie eine Freude an der Fotografie wiederentdeckt haben, die sie davor so nicht mehr hatten.

Einmal mehr leistet Olympus auch Pionierarbeit durch die Integration künstlicher Intelligenz in eine Kamera, wobei die darauf basierende AI-Motivverfolgung von Flugzeugen, Zügen und Autos derzeit für mich nicht relevant sind, da diese Objekte nicht zu den für mich relevanten Motiven gehören. Ich hoffe aber, dass mit der Zeit auch Tiere zu den erkannten Objekten kommen.

Gut ist die Fokussierung schon jetzt. Die Abbildung unten zeigt eine Aufnahme eines hektischen Starenschwarms vor unruhigem Hintergrund. Keine leichte Aufgabe für ein AF-System. In wie fern allerdings die E-M1X der E-M1 II überlegen ist, vermag ich derzeit nicht zu sagen.

Fazit? Kurz und bündig: Die E-M1X mag eine spezielle Kamera sein, aber gerade das macht sie so attraktiv für mich, sie macht Spaß und ist für mich jeden Euro wert.

M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/1600s | ISO320
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/1600s | ISO250
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ5.6 | 1/400s | ISO3200
M.Zuiko 300mm ƒ4 + 1,4-×-Telekonverter | ƒ6.3 | 1/1600s | ISO200

Regen, Sand, Olympus und Panasonic

Posted in Erfahrungsberichte

Regelmäßige wie gelegentliche Leser meines Blogs werden wissen, weshalb ich mit MFT fotografiere: Ich bin viel draußen unterwegs und möchte nicht unter der Last voller Formate leiden.

Olympus

Aus demselben Grund – dem Fotografieren in der Natur – entscheide ich mich überwiegend für Ausrüstung die den Elementen Stand halten. Zahlreiche Videos, Berichte sowie das Marketing von Olympus und Panasonic haben mir das Gefühl gegeben, mit entsprechendem Material dieser Hersteller auf der sicheren Seite zu sein. Umso erstaunter stellte ich vor einiger Zeit fest, dass nach einem Tag an dem ich von heftigem Regen überfallen worden war, der Sucher meiner E-M1 innen angelaufen war. Die Kamera selbst ließ sich zwar in den Betriebsmodus versetzen aber nicht mehr bedienen.

Nach einigen Stunden kam die Bedienbarkeit weitgehend zurück, nur von den Funktionstasten reagierte keine einzige mehr. Frustriert, weil mitten auf einer dreiwöchigen Rundfahrt durch den Norden und Osten Deutschlands, rief ich Olympus Deutschland an – ich bin zwar Kunde in Österreich, befand mich aber eben gerade in Schleswig Holstein –, und erkundigte mich, wie das bei einer Kamera die behauptet gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet zu sein möglich ist.

Die ausgesprochen freundliche Dame am Telefon versicherte mir ihr Bedauern, erklärte mir aber, dass es unter Intensivregen bei jeder Kamera zum Eindringen von Feuchtigkeit in den Body kommen könne. Obwohl sie mir ebenfalls zusicherte, man werde bei Olympus einen kulanten Weg finden mit der Sache umzugehen – woran ich nicht zweifle, da Olympus sich bisher in jeder Sache immer kulant gezeigt hatte –, war ich doch sehr enttäuscht, hatte ich doch bisher erwartet mich bei jedem Wetter auf mein Equipment verlassen zu können.

Ich rief als nächstes bei meinem Händler an, um seine Meinung einzuholen. Er bestätigte mir, dass es tatsächlich auch bei abgedichteten Kameras kaum Modelle gebe, die unter Sturzregen der schon beinahe einem Bad nahe kommt vollständig gegen das Eindringen von Feuchtigkeit gesichert seien. Die einzigen bei denen er beschwören würde, dass sie auch unter dem Wasserschlauch auf jeden Fall halten, seien die Spitzenmodelle von Canon und einzelne von Pentax, wie die K-1.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, was es bringt bei einem guten Fachhändler eingekauft zu haben: Er bot mir umgehend an mir eine Kamera nach Deutschland zu schicken, was ich allerdings doch ablehnte, da ich noch zwei weitere Kameras dabei hatte und die E-M1 in allen wesentlichen Funktionen bedienen konnte.

Nach meiner Rückkehr nach Vorarlberg brachte ich die Kamera zum Händler, der bereits mit Olympus über das Problem gesprochen hatte und sie für mich einsandte. Kaum zwei Wochen später – auch das wie gewohnt – war die Kamera wieder da. Durch Garantie gedeckt ist die Sache nicht, aber mein Händler fand mit dem Vertrieb einen Modus durch den nicht ich die Kosten zu tragen hatte.

Auch wenn ich wie gesagt enttäuscht darüber bin, dass ich in Zukunft nicht mehr ohne Bedenken weiter fotografieren kann, wenn der Regen heftig wird, möchte ich noch einmal betonen, dass Olympus’ Service hier in Österreich absolut mustergültig arbeitet. Niemals musste ich länger als zwei Wochen auf eine eingesandte Kamera warten, die Preise waren immer deutlich unter dem was ich von Nikon her kannte, und vieles wurde ohne Berechnung übernommen, auch wenn es an sich nicht durch Garantie gedeckt war. So geht Service!

Viewfinder-Sunburn-Problem

Ein gutes Beispiel dafür ist Olympus Umgang als die Kamera meiner Frau vom sogenannten Sunburn-Problem betroffen war. Die Geschichte geht so:

Eines Tages, meine Frau und ich waren gerade an einem beinahe sommerlichen Frühlingstag unterwegs, und wie auch ich trug sie eine E-M5 II in einem PeakDesign Clip am Gurt ihres Rucksacks – Sucher nach oben. Mitten während des Ausflugs zeigte sie mir, dass sich in ihrem Sucher Schleier gebildeten hatten die wie Blendenflecken aussahen. Nur im Sucher, nicht am Display, nicht auf den Fotos.

Wir schickten ihre Kamera an Olympus, sie bekam meine E-M1 (Mk I) und siehe da: Während des folgenden Ausflugs zeigte sich bei dieser dasselbe Problem. Auch diese Kamera wanderte via Händler zum Olympus-Support. Ich drückte ihr meine E-M5 II in die Hand.

Mir war ein Verdacht gekommen, dass es sich dabei wohl um keinen Zufall handeln konnte, und ich begann zu recherchieren. Dabei stieß ich auch rasch auf ein Problem das als EVF-Sunburn bekannt ist. Leider fand ich das erst heraus, als mit der zweiten E-M5 II unsere dritte Kamera davon betroffen war.

Das Problem entsteht, wenn jemand den Dioptrinausgleich des Suchers auf Anschlag stellt, und kräftige Sonnenstrahlen in einem ungünstigen Winkel auf das Display des elektronischen Suchers gebündelt werden. Durch die Kombination aus Dioptrineinstellung, Tragen der Kamera im Clip am Rucksackgurt bei sonnigem Wetter, waren wir offensichtlich in der Lage EVFs reihenweise zu killen.

Laut Olympus könne dieses Problem jede Kamera mit elektronischem Sucher und Dioptrinausgleich betreffen und man stünde auch immer für eine kostenlose Reparatur gerade, auch Jahre nach Ablauf der Garantie.

Auf meiner Suche hatte ich allerdings nur Berichte über Olympus-Kameras gefunden, die von dem Problem betroffen waren. Eine Ursache könnte sein, dass andere Hersteller einen so extremen Ausgleich der Diotrineinstellung der das Problem auslösen könnte, erst gar nicht erlauben. Eine andere Erklärung wäre aber auch, dass die Mitbewerber durch Anbringen eines Infrarot-Filters Schäden verhindern. Ich fand nämlich für das Problem bei Olympus eine Beschreibung zu einer Lösung, bei der ein Stück Infrarot-Filterfolie vor dem Eingang des EVF das Problem behebt. Wie ich erfahren habe, hat Olympus auch bei meinen Kameras einen solchen Filter angebracht – ein wöchentlich ausgefallener Viewfinder hätte uns am Ende wohl beiden keine Freude bereitet.

Panasonic

Das war jetzt der für mich angenehmere Teil des Berichts. Kommen wir zum Unangenehmen:

Auf der Rundreise durch Deutschland hatte der Zoomring meines Panasonic Lumix G Leica Vario-Elmar 100–400mm ƒ4.0–6.3 Sand eingesammelt. Wir waren ein paar Stunden am Meer unterwegs, es war windig, Sand war unterwegs. Sand ist schrecklich! Wer fotografiert weiß das. In solchen Situationen habe ich immer einen UV-Filter vor der Linse um sie nicht sandstrahlen zu lassen.

Während sich bei meinen Olympus Linsen lediglich Sand unter den Streulichtblenden vergrub, wurde er unter dem Zoomring des Telezooms zum Problem. Zoomen ohne zu hören und zu spüren wie unter dem Ring die Sandkörner schleifen und sperren ist nicht mehr möglich. Kein Problem, dachte ich. Das kann ja für den Service nicht schwer zu reinigen sein. Dachte ich!

Ich gestehe, ich hatte wegen der Sache bereits einen Albtraum. Ich träumte, dass die Reparatur viele Hundert Euro kostete, und dass ich meinen Händler bat, meine eben erst gekauften Panasonic G9 zurück zu nehmen.

Der Albtraum hat eine Ursache: Seit ich von Panasonic Objektive bestelle, bin ich es gewohnt Monate darauf warten zu müssen. Immer. Bei jedem, das mein Händler nicht vorrätig hat. Ich vermute die Produkte werden auf Kamelen von Japan nach Österreich getragen. Bei Kameras nicht viel anders.

Vor einem Jahr etwa habe ich zwei Panasonic G81 gekauft. Nach einigen Dutzend Bildern stellte ich bei einer fest, dass es Staub auf dem Sensor gab. Da dieser bereits auf Bild 9 sichtbar war (ein älteres Bild existierte nicht mehr), war relativ naheliegend, dass der Fleck wahrscheinlich aus der Produktion stammte. Die Kamera wurde eingeschickt, ich wartete Wochen auf eine Nachricht, dann hieß es die Kamera komme in der Folgewoche, als ich Ende dieser beim Händler erschien war sich aber noch immer nicht da. Als er bei Panasonic anrief, hieß es, ja die liege da irgendwo rum und man würde sie umgehend verschicken.

Leute, kauft bei einem guten Händler ein! Es lohnt sich! Er nahm die beiden G81 zurück und ich statt dessen eine Olympus E-M1 II und eine E-M5 II.

Diese Erfahrung, und ein paar andere Details, ließen in mir nicht viel zurück, das ich als Vertrauen bezeichnen würde. Deshalb ging ich auch mit etwas Spannung zum Händler, nachdem es hieß, ich könne das 100–400mm wieder abholen. Überraschung: Es war ohne Service zurück gekommen. Der Preis hätte nämlich praktisch dem Neupreis entsprochen: 1400 Euro!

Die Realität hatte meine Albträume übertroffen – ich glaube darin war von 700 Euro die Rede. Und das um Sand aus einem Zoomring zu reinigen! Was sind das für Konstruktionen, Panasonic? Wo es 1400 Euro kostet um Sand unter einem Zoomring herauszubringen!

Dabei hatte es Panasonic auch noch geschafft doppelt so lang für nichts zu brauchen, wie Olympus um meine wasserbeschädigte E-M1 II zu reparieren. Und noch etwas sei angemerkt: Es ist noch nicht lange her, dass ich auf der Frontlinse meines geliebten M.Zuiko 300mm ƒ4 einen Kratzer fand. Das Objektiv wurde an Olympus geschickt und kam gewohnt umgehend repariert zurück. Preis: Etwa 200 Euro!

Will jemand eine Panasonic G9 kaufen?

Links zu verwandten Artikeln:

Fotorucksack Lowepro Flipside Treck BP 250 AW

Posted in Erfahrungsberichte

Im Frühjahr dieses Jahres habe ich meine »Suche nach der idealen Fototasche« in einem Artikel zusammengefasst und ein gutes Dutzend Lösungen – manche empfehlenswerte, andere enttäuschend – vorgestellt. In der Zwischenzeit hat sich eine weitere Tasche hinzugesellt. Bis zu derzeit habe ich für ausgedehntere Fotosafaris einen Lowepro Slingshot Edge genutzt (lowepro.com | Amazon). Bis zu zwei Stunden lässt sich dieser durchaus angenehm tragen. Darüber hinaus drückt das System aber dann doch etwas zu einseitig auf die Schultern.

Auf der Suche nach einer Lösung für Halbtags- und Tagesausflüge habe ich deshalb neuerlich Amazon durchforstet und mich zunächst für einen Cullmann 99441 Ultralight Rucksack Sports Daypack 300 (was für ein Name! | Amazon-Affiliate-Link) entschieden. Allerdings konnte mich dieser im Trockentest zuhause überhaupt nicht überzeugen und so ging er zurück an den Sender. Statt dessen orderte ich nun doch meine Nummer 2 in der ersten Auswahl, den Lowepro Flipside Trek BP 250 AW (Lowepro | Amazon-Affiliate-Link) – ein absoluter Glücksgriff diesmal.

Mein Anforderungsprofil an den Rucksack war, dass ich im unteren Bereich ein bis zwei MFT-Kameras unterbringen wollte, sowie ein zweiter Bereich vorhanden ist um etwas Verpflegung und Krimskrams für die kleine Wanderung unterzubringen. Mindestens eine Außentasche für eine Getränkeflasche (ich nutze Flaschen von Klean Kanteen: Affiliate-Link) war ein weiteres Muss. Außerdem sollte er leicht sein – meine leichte MFT-Ausrüstung in 2kg Taschen oder Rucksäcken zu transportieren kommt nicht in die Tüte! Der Flipside Trek 250 gehört mit knapp über 1kg absolut zu den Leichtgewichten. Dafür ist der Daypack aber auch wirklich klein – ich war schon etwas überrascht, als ich ihn auspackte.

Das Kamerafach im unteren Teil – über den Rücken zugänglich – nimmt gerade noch eine OM-D mit angesetztem 40–150mm ƒ2.8 Pro auf, allerdings wird es ausgesprochen eng wenn es sich um die E-M1 Mk2 handelt. In der Abbildung oben befindet die Mk1 am Telezoom, daneben eine E-M5 Mk2 mit 12–40mm ƒ2.8 Pro. Ein Beutel mit Ersatzakkus, Speicherkarten, Objektiv- und Kameradeckeln, Reinigungstuch und -stift sowie Blasebalg findet daneben gerade noch Platz.

Ist der Hüftgurt geschlossen kann man recht gut aus den Schulterriemen schlüpfen, den Daypack nach vorne ziehen und auf den Inhalt des Kamerafachs zugreifen. Hier dankt es sich, dass er wirklich kompakt ist

Im von oben zugänglichen Bereich ist ausreichend Verpflegung für einen Tagesausflug unterzubringen, für ein Herrenportemonnaie, Autoschlüssel und ein Shirt zum Wechseln ist bei Bedarf auch noch Platz. In der aufgesetzten Tasche am Rücken verstaue ich eine Tasche mit Filtern (Kalahari, Amazon-Affiliate-Link) und Visitenkarten. Auch das Handy würde hier Platz finden, doch wegen der Nutzung von Karten- und anderen Apps verstaue ich dieses in Jacke oder Hose.

Am Flipside Trek befinden sich beidseitig Außentaschen für Getränkeflaschen (alternativ natürlich auch für ein kleines Stativ) die durchaus auch Literflaschen aufnehmen können. Besonders gut gefällt mir das Gurtesystem. Problemlos lassen sich beispielsweise links, rechts und hinten je eine Jacke befestigen. Hinten lässt sich der Gurt zusätzlich noch einmal teilen, man könnte also auch hier links und rechts ein Kleidungsstück unterbringen – wer seine Kleidung nach dem Zwiebelprinzip zusammenstellt wird das zu schätzen wissen. In der Praxis wird man aber unter Umständen seitlich neben den Flaschen Kleidung unterbringen und hinten ein Stativ. Auf jeden Fall ist das System vielseitig wie ich es das bislang noch nicht gesehen habe – und das bei so einem Winzling!

Den Tragekomfort des Flipside Trek würde ich als exzellent bezeichnen. Ausrüstung inklusive Getränken, Bekleidung, Verpflegung und Krimskrams dürften bei mir trotz MFT an die 6kg betragen. Trotzdem habe ich damit in den letzten drei Wochen knapp 100km zu Fuß zurück gelegt und hatte niemals das Gefühl, dass der Rucksack mich belastet. Beachtlich die von Lowepro ActiveZone genannte Rückenpolsterung: Erst jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, wird mir bewusst, dass ich in dieser Zeit – immerhin noch während des diesjährigen Jahrhundertsommers – nicht ein einziges Mal das Gefühl hatte am Rücken zu schwitzen!

Unterwegs war ich in der Regel mit einer E-M1 Mk2 und M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro an einem Peak Design Slide Back (Amazon-Affiliate-Link) um die Schultern, einer E-M1 Mk2 und M.Zuiko 40–150mm ƒ2.8 Pro meist links am Rucksack-Schultergurt in einem Peak Design CP2 (Affiliate Link) Clip befestigt und einer Pen-F mit 12–40mm ƒ2.8 Pro rechts im Peak Design Capture Clip v3 (Blog-Artikel | Affiliate-Link) untergebracht. Im Rucksack selbst bringe ich die Kameras in der Regel nur für den Transport zu und von der Fotosafari unter.

Drei Dinge bereiteten mir nach längeren Ausflügen und mit jedem Tag zunehmend etwas mehr Beschwerden: Die an der rechten Hüfte schlenkernde E-M1, das stete Drücken der Peak Design Clips gegen die Brust und außerdem die Füße. Den rechten Clip und die E-M5 mit 40–150mm M.Zuiko habe ich deshalb gelegentlich am Gürtel befestigt, wie im Bild oben zu sehen. Den Flipside Trek hingegen habe ich kein einziges Mal in irgendeiner Weise als unangenehm oder unpraktisch empfunden. Daumen rauf für den Tragekomfort und die Ergonomie!

Man sieht mir an, dass ich glücklich mit meiner jüngsten Kameratasche bin. Nach all den vielen Taschen die ich über die Jahre getestet, gekauft und verworfen habe kann man mich sicher nicht als unkritischen Käufer bezeichnen. Am Flipside Trek 250 AW habe ich jedoch nicht die geringste Kleinigkeit auszusetzen. Er hilft alles was man für die Halb- und Tagesfotosafari braucht gut, sicher und komfortabel zu transportieren. Besser geht nicht!