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Kategorie: Digitale Dunkelkammer

Capture One 20 – König des Weißabgleichs

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Zufällig stolperte ich dieser Tage darüber, dass Capture One 20 deutlich größeres Potenzial zum Weißabgleich bietet, als ich es bisher gekannt habe. In diesem Video vergleiche ich es mit mehreren anderen RAW-Konvertern.

Nachtrag: Ich bin in einem Kommentar darauf hingewiesen worden, dass sich der Weißabgleich inklusive Weißabgleichswerkzeug in Luminar unter Helligkeit befindet – Danke für den Hinweis! Wäre ich nie darauf gekommen und die Luminar-Hilfe schweigt sich dazu leider aus. Das Resultat war am Ende mit etwa mit Adobe Camera RAW vergleichbar – die Lichter hat DxO besser korrigiert, der Weißabgleichsspielraum ist mit 2000K nicht so groß wie in Capture One.

Kann man Skylum vertrauen?

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Kann man Skylum vertrauen? Ich tue mir schwer.

Seit letztem Jahr habe ich zahlreiche Belichtungsreihen mit Aurora HDR zu HDR-Bildern vereint. Das Programm ist mit Abstand das Beste, was ich an HDR-Programmen getestet habe. Es hat aber auch Schwächen. Leider scheint es keine Produktpflege zu geben. Aurora HDR 2019 wurde 2018 veröffentlicht und steht seither bei Version 1.0.0. Eine Nachfrage beim Support, ob es jemals ein Upgrade geben würde, brachte die vage Antwort, dass man derzeit alle Energie in Luminar stecke.

Skylum, ehemals MacPhun, hat schon eine ganze Hand voller Programme still und heimlich in der Versenkung verschwinden lassen. Erstmals sorgte das Unternehmen mit Intensify für Aufsehen. Dann folgten Noiseless, Tonality und ein paar andere. Ich hatte mir diese Programme verkauft. Upgrades hatte es dafür nie gegeben. Es kamen Aurora HDR und dann Luminar, die anderen Programme verschwanden von der Website.

Skylum hätte den Kunden dieser kleinen Programme zumindest die Möglichkeit zu einer Ermäßigung beim Kauf von Luninar (oder Aurora) geben können. Statt dessen sind die Apps für den Kunden zum Wegwerfprodukt geworden. Ich glaube nicht, dass Luminar-Käufer fürchten müssen, dass ihre Software denselben Weg geht. Luminar scheint doch ziemlich erfolgreich zu sein. Für die Zukunft von Aurora HDR hingegen sehe ich schwarz. Verkauft wird das Programm trotzdem weiterhin. Ich würde das Betrug am Kunden nennen, sofern meine Vermutung zutrifft und eine Fortführung des Programms in den Büros der Software-Schmiede in den Sternen stehen.

Sowas habe ich bei Adobe schon einmal erlebt: Adobe hat nach der Übernahme von Macromedia Adobe GoLive auch noch einige Zeit zum Verkauf angeboten, obwohl eigentlich offensichtlich war, dass das Programm keine Zukunft hat.

Catalina mag Tethered Shooting nicht

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Nicht nur der Olympus Camera Updater ist unter Mac OS 10.15 schwer dazu zu bringen mit Olympus’ Server zu kommunizieren, auch Olympus Capture versteht unter dem aktuellen Betriebssystem nicht mehr so recht mit den angeschlossenen Kameras. Funktionierte Tethered Shooting bei mir mit dieser Software bislang immer reibungslos, geht im Moment gar nichts.

Zunächst habe ich Olympus Schlamperei bei der Aktualisierung ihrer Software unterstellt. Aber der MFT-Hersteller scheint mit dem Problem nicht allein dazustehen. Bereits vor zwei Wochen erhielt ich eine Nachricht von Phase One, dass Tethered Shooting mit Capture One Pro unter 10.15.2 nicht funktionieren würde. Eine kurze Recherche ergab, dass anscheinend auch Anwender von Canons Tethered-Shooting-Lösung über Probleme klagen.

Es ist sicher nicht einfach die Weiterentwicklung der Leistung und Sicherheit eines Betriebssystems mit der reibungslosen Kompatibilität mit den Anwendungsprogrammen unter einen Hut zu bringen. Manchmal fragt man sich aber schon, ob sich die Anwendungsprogrammierer ausreichend auf bevorstehende Upgrades vorbereiten und, wie viel Rücksicht die Betriebssystemhersteller auf die Entwickler der Anwendungsprogramme nehmen. Vom Anwender zu verlangen, dass er die Probleme behebt, scheint mir keine ganz optimale Lösung zu sein.

Luminar 4 ist da!

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Skylum hat heute wie angekündigt Luminar 4 freigegeben. Ich habe das Programm vor kurzem heruntergeladen und mir angesehen. Hier mein erstes kurzes Fazit.

Skylum hat im Vorfeld vor allem eine neue Funktion mit der sich Himmel tauschen lassen, groß angekündigt. Und tatsächlich ist Sky Replacement so beeindruckend, wie es in den Ankündigungsvideos zu sehen war. Die beiden Abbildungen unten zeigen erst eine meiner HDR-Aufnahmen und danach dasselbe Bild mit ersetztem Himmel. Das Resultat ist mit einem einzigen Klick entstanden. Zwar zeigen sich im Bereich des Horizonts Schwächen, hinter der Baumkrone jedoch ist die Integration des Himmels beeindruckend gut. Schwächen, wie über dem Horizont zu sehen, lassen sich natürlich durch Bearbeitung der Freistellungsmakse beseitigen.

Mit Aurora HDR erstelltes HDR aus fünf Belichtungen.
Von Luminar mit einem Klick eingesetzter Himmel

Interessanterweise hat das bei einem der RAW-Originale des HDR oben nicht so gut geklappt. Die folgenden Bilder zeigen einen unbearbeiteten Abzug des RAW-Originals, darunter das Resultat nach Anwendung von AI Verbesserung und Sky Replacement.

Unbearbeiteter Abzug eines RAW-Bildes
Das Sky Replacement hat am Horizont nicht gut funktioniert

Ich persönlich kann der Idee meine Aufnahmen auf diese Art zu pimpen ja wenig abgewinnen. Allerdings verstehe ich Fotografie nicht als Handwerk, indem nur erlaubt ist, Szenen möglichst naturgetreu abzubilden. Vielmehr sehe ich sie als kreative Ausdrucksform. So wie die Malerei nach neuen Ausdrucksformen suchte, nachdem sie in der Renaissance Perfektion erreicht hatte, und Stile wie Impressionismus, Expressionismus und verschiedene Formen abstrakter Kunst entwickelte, so muss es auch der Fotografie erlaubt sein neue Wege zu erkunden. Sky Replacement in Luminar 4 ist so ein neuer Weg. Diesen zu beschreiten ist ebenso legitim, wie ihm nichts abgewinnen zu können. Am Ende kommt es immer darauf an, was man daraus macht!

Sky Replacement ist aber nicht nur eine Option, um mit wenig Aufwand Aufnahmen kreativ zu verändern und fade Urlaubsbilder per Klick aufzupeppen. Vielmehr steht gerade der Berufsfotograf oft vor dem Problem, dass er ein Firmengebäude an einem bestimmten Tag abzulichten hat, der Himmel sich dabei aber nicht immer von der freundlichen Seite zeigt. In solchen Fällen ist es seit Jahren üblich einen ansprechenderen Himmel einzufügen. Das war bislang aufwändig und nur mit einem Mindestmaß an Expertenwissen in Programmen wie Photoshop möglich. Luminar 4 wird das in Zukunft sowohl leichter als auch schneller machen.

Neben AI Sky Replacement bringt Luminar 4 auch eine intelligente Funktion zur Gesichtsretusche mit.

Nun sind für mich jedoch weder Sky Replacement noch intelligente Gesichtsretusche Killer-Argumente für einen RAW-Konverter. Für mich sind andere Eigenschaften ausschlaggebend, und diesbezüglich wirkt Luminar 4 wenig sexy auf mich. Die Benutzeroberfläche von Luminar 4 ist nun extrem reduziert und aufgeräumt, was das exakte Gegenteil des komplexen Arbeitsbereichs des von mir primär genutzten Capture One Pro ist. Reduziert und aufgeräumt mag gut klingen. Allerdings scheint mir die Arbeitseffizienz darunter zu leiden. Skylum gibt dem Anwendern auch keine Möglichkeit zur Individualisierung der Benutzeroberfläche. Auch das ist ein Gegensatz zu Capture One, in dem der Anwender nahezu vollständige Freiheit hat die Benutzeroberfläche an seine Bedürfnisse anzupassen.

Dass Individualisierung in Luminar kein Thema ist, zeigt sich auch am winzigen Voreinstellungs-Fensterchen. Besonders schade: Luminar ist nahezu schwarz und der Anwender kann daran nichts ändern. Schwarze Interfaces mögen zwar en vogue sein, sind für die Bildbearbeitung aber problematisch. Ein schwarzes Umfeld lässt Farben besonders kräftig und hell wirken. Das ist schön anzusehen. Doch wenn am Bilder in einem schwarzen Umfeld optimiert, darf man sich nicht wundern, wenn sie in weißem Umfeld, wie in einer Broschüre oder einer Website mit weißen Hintergrund, zu matt und dunkel wirken.

Effizient arbeiten bedeutet für mich auch Shortcuts nutzen zu können. Luminar ist diesbezüglich mit Lightroom und DxO PhotoLab in bester Gesellschaft. Alle diese Programme sind armselig mit Tastaturkürzeln ausgestattet und bieten dem Anwender keine Möglichkeit daran etwas zu ändern. Anders Capture One: Kaum eine Funkton für die man nicht eigene Tastaturkürzel definieren kann.

Ich glaube allerdings, dass der Vergleich mit Capture One etwas hinkt. Skylum düfte für Luminar eine ganz andere Zielgruppe vor Augen haben, als Phase One für Capture One Pro. Ich denke das Programm ist für Anwender gedacht, die sich nicht mit jedem komplizierten Detail der Bildentwicklung befassen willen – mit Funktionen, wie Gradationskurven, die sogar schwierig auszusprechen sind. Anwender die ihre Aufnahmen mit wenig Aufwand verbessern und optimieren wollen. Die virtuelle Intelligenz von Luminar leistet diesbezüglich Enormes. Ein Klick und die meisten Bilder mit denen ich es versucht habe, gewinnen enorm. Vergleichbares kenne ich von keiner anderen Software.

Das heißt nicht, dass nicht alle Werkzeuge da wären, die auch Lightroom, DxO PhotoLab und Capture One zu professionellen Programmen machen. Nur möchte Luminar dem Anwender möglichst viel davon abnehmen. Das ist durchaus ein interessanter Ansatz, denn nicht jeder hat so viel Freude an der Bildbearbeitung, dass er Stunden damit verbringen will. Wer nach einem Programm sucht, das ihm möglichst viel manuelle Einstellung abnimmt, und trotzdem alle Türen zu den Funktionen der High-End-Bildentwicklung offen lässt, der sollte unbedingt einen Blick auf Luminar 4 werfen.

Kreative Bildbearbeitung: Topaz Studio 2

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Anders als die Anwender von Layout- und Vektorprogrammen steht Fotografen und Bildbearbeitern ein enormes Angebot and Programmen zur Bildentwicklung und -bearbeitung zur Auswahl und künstliche Intelligenz führt in diesem Bereich gerade auch zu einem enormen Entwicklungs-Boost. Selbst Photoshop scheint nach Jahren im Dornröschenschlaf wieder erwacht zu sein und glänzt in der Version CC2020 mit neuen Funktionen, die möglicherweise alle kleinen Häppchen die seit CS6 eingeführt wurden zusammen in den Schatten stellen.

Die texanische Software-Schmiede Topaz Labs hat dieser Tage Topaz Studio 2 veröffentlicht. Das Programm ist weder dazu gedacht Bildbestände zu verwalten, noch RAW-Bilder zu entwickeln noch soll es Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder Affinity Photo ersetzen. Vielmehr ist es Ziel des Programms den Anwender rasch zu kreativen Resultaten zu bringen die über die Entwicklung eines fotografisch anmutenden Resultats hinaus gehen. Das ist sicher nicht Jedermanns und -fraus Sache. Mir scheint der Ansatz aber doch interessant genug die Neuigkeit mit euch zu teilen, auch wenn ich selbst noch keine Zeit hatte das Programm herunterzuladen und zu testen.

Luminar 4 und Capture One Pro 20

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Am 18. November will Skylum Luminar 4 veröffentlichen. Die Werbetrommel für die neuen Funktionen werden ja schon länger gerührt. In den Mittelpunkt rückt Skylum seit Luminar 3 die AI-Funktionen. Diese sollen das Bild analysieren und auf Basis künstlicher Intelligenz für optimale Ergebnisse sorgen.

Ich habe seit der ersten Version von Luminar eine Lizenz und experimentiere gelegentlich damit. Aus den Socken hauen mit die Ergebnisse der AI-Funktionen bislang nicht, allerdings macht das Spiel mit Luminar auf meinem Rechner bislang begrenzten Spaß, da das Programm recht zäh arbeitet – dabei nutze ich seit Herbst ein neues MacBook Pro und dessen Vorgänger war auch noch keine Antiquität. Vor diesem Hintergrund bin ich gespannt, ob es Skylum mit Luminar 4 endlich gelingt eine flüssiges Arbeiten zu ermöglichen, ansonsten dürften wohl die versprochenen Effizienzvorteile durch AI in der zähen Arbeitsgeschwindigkeit versumpfen.

Capture One Pro 20

Überrascht worden bin ich heute auch von der Nachricht, dass Phase One eine neue Version von Capture One in der Pipeline hat. Dass eine neue Version kommt ist an sich keine besondere Überraschung. Capture One veröffentlichte die vergangenen Upgrades im Jahresrhythmus und Version 12 ist jetzt knapp ein Jahr alt. Überraschend ist jedoch dass auf Capture One Pro 12 Capture One Pro 20 folgt. Auf Twitter haben heute einige darüber berichtet, ich bin via 43rumours.com darüber gestolpert und habe die Vorbestellung auch gleich aufgegeben, da es einen Rabatt gab und ich derzeit ohnehin nicht plane zu einem anderen Konverter zu wechseln.

Man darf spekulieren, weshalb Capture One von 12 auf 20 springt. Einige hoffen, dass der Grund dafür ein wirklich großer Schritt nach vorne ist und, dass wir uns auf Funkionen wie Panorama-Stiching, echtes HDR oder eine iPad-Version freuen dürfen. Vielleicht steckt aber auch nicht mehr dahinter, als das 20 ganz einfach für 2020 steht, weil statt der Generation die Jahreszahl zur Auszeichnung der Version verwendet wird.

Exposure X5 ist unterwegs

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Exposure X war bis vor kurzem ein RAW-Konverter der Firma Alien Skin. Vor kurzen hat sich das Unternehmen in Exposure Software umbenannt, womit klar sein dürfte, wo in Zukunft die Prioritäten liegen.

Anders als bei den Bildbearbeitungsprogrammen tummeln sich am Markt der RAW-Konverter zahlreiche Anbieter mit ernst zu nehmenden Lösungen. Neben Marktführer Adobe mit Lightroom, sind das Capture One, DxO PhotoLab, Skylum Luminar, OnOne kommt mit demnächst mit OnOne Photo RAW 2020 erstmals in einer deutschsprachigen Version auf den Markt, dann wäre da eben Exposure das im Herbst auf X5 aktualisiert werden soll, nebst weiteren Mitbewerbern.

In der Regel arbeite ich mit Capture One. Ich mag allerdings auch Exposure wegen seiner Simulationen klassischer Analogfilme. In den letzten Jahren hat sich das Programm ordentlich vom reinen Photoshop-PlugIn zum vollständigen RAW-Konverter mit zunehmend ausgefeilteren Digital-Asset-Management-Funktionen entwickelt, was neben einer umfangreichen Entwicklung auch eine effiziente Verwaltung möglich macht. Das Programm arbeitet nicht mit einem Katalog, sondern zeigt Bilder direkt in beliebigen Ordner auf der Festplatte an. Es arbeitet dabei ausgesprochen zügig, was man nicht von jedem RAW-Konverter behaupten kann. Das Video oben zeigt, dass man an interessanten neuen Funktionen arbeitet. Wer also noch nicht weiß, womit er oder sie in Zukunft RAWs verwalten und bearbeiten soll oder eine Alternative sucht – Exposure X ist sicher einen Blick wert.

Farbechte Fotografie mit dem ColorChecker?

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Bei mir ist via Mail eine Frage eingelangt, die ich als Blogpost beantworten möchte, da ich glaube, dass sie für viele Fotografen interessant sein dürfte. Es geht in der Frage darum, wie man mit Hilfe von X-Rites ColorChecker die Farbechtheit seiner Aufnahmen verbessern kann.

Ich habe vor längerer Zeit mit dem X-Rite ColorChecker Passport Photo experimentiert. Leider unterstützt X-Rite nur Adobe-Produkte direkt, so dass man bei der Arbeit mit Programmen anderer Anbieter auf ICC-Profile verwiesen. Ich habe diesen Weg also in Capture One ausprobiert. Die Arbeitsweise hat sich als umständlich erwiesen, zufrieden stellende Ergebnisse habe ich nicht erzielt.

Vielleicht hätte ich durch weiteres Experimentieren bessere Ergebnisse erzielen können, doch dafür wollte ich dann doch keine Zeit mehr aufbringen. Gemacht habe ich den Versuch ohnehin nur aus Neugier und um zu erfahren wie es generell zu machen wäre.

Bereits als ich vor Jahren mit Weißabgleichsmessungen mit Hilfe einer Graukarte gearbeitet habe, sowohl mit Messung der Kamera als auch durch Korrektur des Abgleichs am Computer, ist mir bewusst geworden, dass das in erster Linie sinnvoll ist, wenn man als Auftragsfotograf beispielsweise Produkte oder Farbmuster absolut Farbecht fotografieren muss. Bei meinen eigenen Versuchen, meist im Studio mit Fotomodellen, habe ich erfahren, dass ein neutraler Weißabgleich meinen Aufnahmen überhaupt nicht gut steht. Er wirkt zu kühl. So gut wie immer habe ich ihn von der Neutralkorrektur weg in einen etwas wärmer wirkenden Ton gedreht. Wenn der Weißabgleich am Ende aber ohnehin nach Gefühl korrigiert wird, hat der Einsatz einer Graukarte keinen Sinn.

Nun mag man so lange man sich nie in der Tiefe mit Farbe befasst hat denken, dass das richtigste doch ist Farben richtig zu fotografieren. Doch was sind richtige Farben? Sieht man eine Farbe um 12 Uhr Mittags richtig oder um 6 Uhr Morgens? Bei wolkenlosem Himmel oder unter dichter Bewölkung? Unter Büro-, Wohnzimmer- oder Normlicht?

Ist eine Farbe dann richtig aufgenommen, wenn sie unter einer bestimmten Bedingung (Normlicht) reproduzierbare Farbwerte abgibt, oder wenn die Farbwerte dem entsprechen wie wir sie unter den gegebenen Lichtbedingungen wahrnehmen? Wenn man eine Aufnahme eines Sonnenuntergangs per Graukarte neutralgrau abgleicht – sofern man das überhaupt könnte; unter intensiv gelblichem Licht fehlen die Blauanteile des Spektrums und ein neutralgrauer Abgleich ist gar nicht mehr möglich –, ist die Sonnenuntergangsstimmung dahin. Wenn ihr ein Candle-Light-Dinner oder eine Lagerfeuerszene versucht neutralgrau einzustellen, wirkt das Ergebnis falsch.

Man darf sich also die Frage stellen, wie sinnvoll ist die Suche nach der perfekt neutralgrauen Einstellung überhaupt und welcher Aufwand rechtfertigt sich dafür. Für den ColorChecker gilt das in meinen Augen abseits der Produkt- und Farbmusterfotografie umso mehr.

Pixelmator tritt nun als Pro gegen Photoshop an

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Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den ersten zwei Jahrzehnten der Entwicklung Photoshops ein wirklich ernstzunehmender Herausforderer für Adobes Bildbearbeitungsprogramm aufgetreten ist. Zwar gibt es seit 1998 das OpenSource Projekt Gimp, doch der Blick ins Maul des kostenlosen Gauls löste bei mir wenig Begeisterung aus.

Eher begeistern konnte mich 2007 bei der Einführung von Pixelmator. Allerdings nur oberflächlich – kaum eine Benutzeroberfläche die liebevoller und gelungener gestaltet ist. In der Benutzung selbst entfachte das Programm allerdings auch auf den zweiten Blick keine Liebe.

Keine Frage: Photoshop ist nicht umsonst die unumstrittene Nr. 1. Aber Adobe scheint es sich in der Position bequem gemacht zu haben. Zahlreiche Filter wurden nicht verändert seit ich das erste Mal damit arbeitete und das war immerhin 1994! Der Radiale Weichzeichner beispielsweisse ist ein lebendes Fossil, und Fluchtpunkt wurde seit Menschengedenken nicht mehr renoviert, obwohl eine Überarbeitung von Beginn an dringend notwendig gewesen wäre. Photoshop ist wie ein luxuriöses Grand Hotel in dem in manchen Zimmern seit Jahrzehnten nicht mehr Staub gewischt wurde.

Mit dem Auftreten von Affinity Photo 2015 ist erstmals ein echter Gegenwind entstanden. Endlich gibt es eine Alternative die die Ansprüche professioneller Anwender in Sachen Bedienung, Funktonalität und Qualität erfüllt, Photoshop nur in Details nachsteht, auch wenn diese Details für den einen oder anderen Experten wesentlich sein mögen. Vieles ist innovativ und neu angedacht und die Arbeit fühlt sich deutlich flüssiger an.

OnOne-Software haben ihre Sammlung spezialisierte Photoshop-Plugins zu einem eigenständigen RAW-Konverter mit Bildbearbeitungsfunktionen ausgebaut und Skylum (ehemals Macphun) baut das Bildbearbeitungsprogramm Luminar gerade zum RAW-Konverter mit Digital-Asset-Management-Modul aus.

Nun ist auch ein Herausforderer wieder aufgestanden, von dem ich eigentlich nicht mehr viel erwartet hätte: Pixelmator goes Pro!

Gestern erst vorgestellt konnte ich bislang nur kurz mit dem Neuling spielen, doch das Programm begeistert. In Bedienung und Funktionsumfang ist es irgendwo zwischen Affinity Photo / Photoshop und Luminar angesiedelt. Die Arbeitsweise erinnert so wie Luminar mehr an einen RAW-Konverter als an eine klassische Bildbearbeitung, Pixelmator Pro geht allerdings weiter als das Skylum-Programm inklusive ausgefeilten Text-Editings. Allerdings fehlt Pixelmator Pro das Digital-Asset-Modul, was es eher zur Photoshop- als zur Lighroom-Alternative macht.

Mehr als jeder andere der jungen Herausforderer fühlt sich die Arbeit mit Pixelmator Pro wunderbar flüssig an. Kaum eine Einstellung die nicht absolut direkte Auswirkung auf das Bild selbst sowie Kontrollinstrumente wie Histogramme hat. Zwar schaffen die meisten modernen Programme eine ziemlich direkte Live-Übergragung von der Einstellung zum Bild, beim Histogramm zeigen jedoch viele eine deutliche Verzögerung.

Photoshop mag nach wie vor als Gesamtpaket überragend sein, aber verglichen mit den neuen Konkurrenten wirkt es schwerfällig und träge. In vielen Bereichen, wie dem bereits genannten Radialen Weichzeichner, muss der Anwender auf eine Vorschau verzichten, sogar in wichtigen Dialogen wie »Auswahl erweitern« oder »Fläche füllen«. Auch eine Änderung der Füllmethode einer Ebene zeigt keine Live-Vorschau. Nicht so in Pixelmator Pro. Dadurch macht die Arbeit Spaß wie kaum in einem anderen.

Auch die Bildqualität scheint zu überzeugen. RAWs werden entwickelt und ich komme rasch zu guten Resultaten. Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass man sich durchaus auf Augenhöhe mit State-of-the-Art-RAW-Konvertern wie Lightroom, Capture One Pro und DxO befindet. Luminar ist zwar mittlerweile gut, scheint mir aber nicht ganz dieses Niveau zu erreichen, Affinity Photo hat in den letzten beiden Versionen enorm aufgeholt aber noch nicht gleich gezogen, On1 Photo RAW sehe ich bei der RAW-Entwicklung noch weiter hinten.

Abschließend sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass meine Einschätzung noch auf einem sehr oberflächlichen Eindruck beruht. Eine Empfehlung sich das Programm einmal anzusehen wage ich mich aber dennoch auszusprechen. Eine Demo steht hier zur Verfügung.