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Kategorie: Digitale Dunkelkammer

Video: Thomas Fitzgerald’s First Look on Capture One Pro 20

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Vor einigen Tagen hat Phase One Capture One Pro 20 veröffentlicht und heute früh stolperte ich beim Check meiner News-Seiten auf 43rumours.com über einen Artikel mit ein paar Videos die die Neuerung beschreiben. Dieses hier hat mir darunter am besten gefallen und ich dachte das könnte auch für einige Leser meines Blogs interessant sein, weshalb ich es hiermit teile.

Luminar 4 ist da!

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Skylum hat heute wie angekündigt Luminar 4 freigegeben. Ich habe das Programm vor kurzem heruntergeladen und mir angesehen. Hier mein erstes kurzes Fazit.

Skylum hat im Vorfeld vor allem eine neue Funktion mit der sich Himmel tauschen lassen, groß angekündigt. Und tatsächlich ist Sky Replacement so beeindruckend, wie es in den Ankündigungsvideos zu sehen war. Die beiden Abbildungen unten zeigen erst eine meiner HDR-Aufnahmen und danach dasselbe Bild mit ersetztem Himmel. Das Resultat ist mit einem einzigen Klick entstanden. Zwar zeigen sich im Bereich des Horizonts Schwächen, hinter der Baumkrone jedoch ist die Integration des Himmels beeindruckend gut. Schwächen, wie über dem Horizont zu sehen, lassen sich natürlich durch Bearbeitung der Freistellungsmakse beseitigen.

Mit Aurora HDR erstelltes HDR aus fünf Belichtungen.
Von Luminar mit einem Klick eingesetzter Himmel

Interessanterweise hat das bei einem der RAW-Originale des HDR oben nicht so gut geklappt. Die folgenden Bilder zeigen einen unbearbeiteten Abzug des RAW-Originals, darunter das Resultat nach Anwendung von AI Verbesserung und Sky Replacement.

Unbearbeiteter Abzug eines RAW-Bildes
Das Sky Replacement hat am Horizont nicht gut funktioniert

Ich persönlich kann der Idee meine Aufnahmen auf diese Art zu pimpen ja wenig abgewinnen. Allerdings verstehe ich Fotografie nicht als Handwerk, indem nur erlaubt ist, Szenen möglichst naturgetreu abzubilden. Vielmehr sehe ich sie als kreative Ausdrucksform. So wie die Malerei nach neuen Ausdrucksformen suchte, nachdem sie in der Renaissance Perfektion erreicht hatte, und Stile wie Impressionismus, Expressionismus und verschiedene Formen abstrakter Kunst entwickelte, so muss es auch der Fotografie erlaubt sein neue Wege zu erkunden. Sky Replacement in Luminar 4 ist so ein neuer Weg. Diesen zu beschreiten ist ebenso legitim, wie ihm nichts abgewinnen zu können. Am Ende kommt es immer darauf an, was man daraus macht!

Sky Replacement ist aber nicht nur eine Option, um mit wenig Aufwand Aufnahmen kreativ zu verändern und fade Urlaubsbilder per Klick aufzupeppen. Vielmehr steht gerade der Berufsfotograf oft vor dem Problem, dass er ein Firmengebäude an einem bestimmten Tag abzulichten hat, der Himmel sich dabei aber nicht immer von der freundlichen Seite zeigt. In solchen Fällen ist es seit Jahren üblich einen ansprechenderen Himmel einzufügen. Das war bislang aufwändig und nur mit einem Mindestmaß an Expertenwissen in Programmen wie Photoshop möglich. Luminar 4 wird das in Zukunft sowohl leichter als auch schneller machen.

Neben AI Sky Replacement bringt Luminar 4 auch eine intelligente Funktion zur Gesichtsretusche mit.

Nun sind für mich jedoch weder Sky Replacement noch intelligente Gesichtsretusche Killer-Argumente für einen RAW-Konverter. Für mich sind andere Eigenschaften ausschlaggebend, und diesbezüglich wirkt Luminar 4 wenig sexy auf mich. Die Benutzeroberfläche von Luminar 4 ist nun extrem reduziert und aufgeräumt, was das exakte Gegenteil des komplexen Arbeitsbereichs des von mir primär genutzten Capture One Pro ist. Reduziert und aufgeräumt mag gut klingen. Allerdings scheint mir die Arbeitseffizienz darunter zu leiden. Skylum gibt dem Anwendern auch keine Möglichkeit zur Individualisierung der Benutzeroberfläche. Auch das ist ein Gegensatz zu Capture One, in dem der Anwender nahezu vollständige Freiheit hat die Benutzeroberfläche an seine Bedürfnisse anzupassen.

Dass Individualisierung in Luminar kein Thema ist, zeigt sich auch am winzigen Voreinstellungs-Fensterchen. Besonders schade: Luminar ist nahezu schwarz und der Anwender kann daran nichts ändern. Schwarze Interfaces mögen zwar en vogue sein, sind für die Bildbearbeitung aber problematisch. Ein schwarzes Umfeld lässt Farben besonders kräftig und hell wirken. Das ist schön anzusehen. Doch wenn am Bilder in einem schwarzen Umfeld optimiert, darf man sich nicht wundern, wenn sie in weißem Umfeld, wie in einer Broschüre oder einer Website mit weißen Hintergrund, zu matt und dunkel wirken.

Effizient arbeiten bedeutet für mich auch Shortcuts nutzen zu können. Luminar ist diesbezüglich mit Lightroom und DxO PhotoLab in bester Gesellschaft. Alle diese Programme sind armselig mit Tastaturkürzeln ausgestattet und bieten dem Anwender keine Möglichkeit daran etwas zu ändern. Anders Capture One: Kaum eine Funkton für die man nicht eigene Tastaturkürzel definieren kann.

Ich glaube allerdings, dass der Vergleich mit Capture One etwas hinkt. Skylum düfte für Luminar eine ganz andere Zielgruppe vor Augen haben, als Phase One für Capture One Pro. Ich denke das Programm ist für Anwender gedacht, die sich nicht mit jedem komplizierten Detail der Bildentwicklung befassen willen – mit Funktionen, wie Gradationskurven, die sogar schwierig auszusprechen sind. Anwender die ihre Aufnahmen mit wenig Aufwand verbessern und optimieren wollen. Die virtuelle Intelligenz von Luminar leistet diesbezüglich Enormes. Ein Klick und die meisten Bilder mit denen ich es versucht habe, gewinnen enorm. Vergleichbares kenne ich von keiner anderen Software.

Das heißt nicht, dass nicht alle Werkzeuge da wären, die auch Lightroom, DxO PhotoLab und Capture One zu professionellen Programmen machen. Nur möchte Luminar dem Anwender möglichst viel davon abnehmen. Das ist durchaus ein interessanter Ansatz, denn nicht jeder hat so viel Freude an der Bildbearbeitung, dass er Stunden damit verbringen will. Wer nach einem Programm sucht, das ihm möglichst viel manuelle Einstellung abnimmt, und trotzdem alle Türen zu den Funktionen der High-End-Bildentwicklung offen lässt, der sollte unbedingt einen Blick auf Luminar 4 werfen.

Kreative Bildbearbeitung: Topaz Studio 2

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Anders als die Anwender von Layout- und Vektorprogrammen steht Fotografen und Bildbearbeitern ein enormes Angebot and Programmen zur Bildentwicklung und -bearbeitung zur Auswahl und künstliche Intelligenz führt in diesem Bereich gerade auch zu einem enormen Entwicklungs-Boost. Selbst Photoshop scheint nach Jahren im Dornröschenschlaf wieder erwacht zu sein und glänzt in der Version CC2020 mit neuen Funktionen, die möglicherweise alle kleinen Häppchen die seit CS6 eingeführt wurden zusammen in den Schatten stellen.

Die texanische Software-Schmiede Topaz Labs hat dieser Tage Topaz Studio 2 veröffentlicht. Das Programm ist weder dazu gedacht Bildbestände zu verwalten, noch RAW-Bilder zu entwickeln noch soll es Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder Affinity Photo ersetzen. Vielmehr ist es Ziel des Programms den Anwender rasch zu kreativen Resultaten zu bringen die über die Entwicklung eines fotografisch anmutenden Resultats hinaus gehen. Das ist sicher nicht Jedermanns und -fraus Sache. Mir scheint der Ansatz aber doch interessant genug die Neuigkeit mit euch zu teilen, auch wenn ich selbst noch keine Zeit hatte das Programm herunterzuladen und zu testen.

Luminar 4 und Capture One Pro 20

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Am 18. November will Skylum Luminar 4 veröffentlichen. Die Werbetrommel für die neuen Funktionen werden ja schon länger gerührt. In den Mittelpunkt rückt Skylum seit Luminar 3 die AI-Funktionen. Diese sollen das Bild analysieren und auf Basis künstlicher Intelligenz für optimale Ergebnisse sorgen.

Ich habe seit der ersten Version von Luminar eine Lizenz und experimentiere gelegentlich damit. Aus den Socken hauen mit die Ergebnisse der AI-Funktionen bislang nicht, allerdings macht das Spiel mit Luminar auf meinem Rechner bislang begrenzten Spaß, da das Programm recht zäh arbeitet – dabei nutze ich seit Herbst ein neues MacBook Pro und dessen Vorgänger war auch noch keine Antiquität. Vor diesem Hintergrund bin ich gespannt, ob es Skylum mit Luminar 4 endlich gelingt eine flüssiges Arbeiten zu ermöglichen, ansonsten dürften wohl die versprochenen Effizienzvorteile durch AI in der zähen Arbeitsgeschwindigkeit versumpfen.

Capture One Pro 20

Überrascht worden bin ich heute auch von der Nachricht, dass Phase One eine neue Version von Capture One in der Pipeline hat. Dass eine neue Version kommt ist an sich keine besondere Überraschung. Capture One veröffentlichte die vergangenen Upgrades im Jahresrhythmus und Version 12 ist jetzt knapp ein Jahr alt. Überraschend ist jedoch dass auf Capture One Pro 12 Capture One Pro 20 folgt. Auf Twitter haben heute einige darüber berichtet, ich bin via 43rumours.com darüber gestolpert und habe die Vorbestellung auch gleich aufgegeben, da es einen Rabatt gab und ich derzeit ohnehin nicht plane zu einem anderen Konverter zu wechseln.

Man darf spekulieren, weshalb Capture One von 12 auf 20 springt. Einige hoffen, dass der Grund dafür ein wirklich großer Schritt nach vorne ist und, dass wir uns auf Funkionen wie Panorama-Stiching, echtes HDR oder eine iPad-Version freuen dürfen. Vielleicht steckt aber auch nicht mehr dahinter, als das 20 ganz einfach für 2020 steht, weil statt der Generation die Jahreszahl zur Auszeichnung der Version verwendet wird.

Exposure X5 ist unterwegs

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Exposure X war bis vor kurzem ein RAW-Konverter der Firma Alien Skin. Vor kurzen hat sich das Unternehmen in Exposure Software umbenannt, womit klar sein dürfte, wo in Zukunft die Prioritäten liegen.

Anders als bei den Bildbearbeitungsprogrammen tummeln sich am Markt der RAW-Konverter zahlreiche Anbieter mit ernst zu nehmenden Lösungen. Neben Marktführer Adobe mit Lightroom, sind das Capture One, DxO PhotoLab, Skylum Luminar, OnOne kommt mit demnächst mit OnOne Photo RAW 2020 erstmals in einer deutschsprachigen Version auf den Markt, dann wäre da eben Exposure das im Herbst auf X5 aktualisiert werden soll, nebst weiteren Mitbewerbern.

In der Regel arbeite ich mit Capture One. Ich mag allerdings auch Exposure wegen seiner Simulationen klassischer Analogfilme. In den letzten Jahren hat sich das Programm ordentlich vom reinen Photoshop-PlugIn zum vollständigen RAW-Konverter mit zunehmend ausgefeilteren Digital-Asset-Management-Funktionen entwickelt, was neben einer umfangreichen Entwicklung auch eine effiziente Verwaltung möglich macht. Das Programm arbeitet nicht mit einem Katalog, sondern zeigt Bilder direkt in beliebigen Ordner auf der Festplatte an. Es arbeitet dabei ausgesprochen zügig, was man nicht von jedem RAW-Konverter behaupten kann. Das Video oben zeigt, dass man an interessanten neuen Funktionen arbeitet. Wer also noch nicht weiß, womit er oder sie in Zukunft RAWs verwalten und bearbeiten soll oder eine Alternative sucht – Exposure X ist sicher einen Blick wert.

Farbechte Fotografie mit dem ColorChecker?

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Bei mir ist via Mail eine Frage eingelangt, die ich als Blogpost beantworten möchte, da ich glaube, dass sie für viele Fotografen interessant sein dürfte. Es geht in der Frage darum, wie man mit Hilfe von X-Rites ColorChecker die Farbechtheit seiner Aufnahmen verbessern kann.

Ich habe vor längerer Zeit mit dem X-Rite ColorChecker Passport Photo experimentiert. Leider unterstützt X-Rite nur Adobe-Produkte direkt, so dass man bei der Arbeit mit Programmen anderer Anbieter auf ICC-Profile verwiesen. Ich habe diesen Weg also in Capture One ausprobiert. Die Arbeitsweise hat sich als umständlich erwiesen, zufrieden stellende Ergebnisse habe ich nicht erzielt.

Vielleicht hätte ich durch weiteres Experimentieren bessere Ergebnisse erzielen können, doch dafür wollte ich dann doch keine Zeit mehr aufbringen. Gemacht habe ich den Versuch ohnehin nur aus Neugier und um zu erfahren wie es generell zu machen wäre.

Bereits als ich vor Jahren mit Weißabgleichsmessungen mit Hilfe einer Graukarte gearbeitet habe, sowohl mit Messung der Kamera als auch durch Korrektur des Abgleichs am Computer, ist mir bewusst geworden, dass das in erster Linie sinnvoll ist, wenn man als Auftragsfotograf beispielsweise Produkte oder Farbmuster absolut Farbecht fotografieren muss. Bei meinen eigenen Versuchen, meist im Studio mit Fotomodellen, habe ich erfahren, dass ein neutraler Weißabgleich meinen Aufnahmen überhaupt nicht gut steht. Er wirkt zu kühl. So gut wie immer habe ich ihn von der Neutralkorrektur weg in einen etwas wärmer wirkenden Ton gedreht. Wenn der Weißabgleich am Ende aber ohnehin nach Gefühl korrigiert wird, hat der Einsatz einer Graukarte keinen Sinn.

Nun mag man so lange man sich nie in der Tiefe mit Farbe befasst hat denken, dass das richtigste doch ist Farben richtig zu fotografieren. Doch was sind richtige Farben? Sieht man eine Farbe um 12 Uhr Mittags richtig oder um 6 Uhr Morgens? Bei wolkenlosem Himmel oder unter dichter Bewölkung? Unter Büro-, Wohnzimmer- oder Normlicht?

Ist eine Farbe dann richtig aufgenommen, wenn sie unter einer bestimmten Bedingung (Normlicht) reproduzierbare Farbwerte abgibt, oder wenn die Farbwerte dem entsprechen wie wir sie unter den gegebenen Lichtbedingungen wahrnehmen? Wenn man eine Aufnahme eines Sonnenuntergangs per Graukarte neutralgrau abgleicht – sofern man das überhaupt könnte; unter intensiv gelblichem Licht fehlen die Blauanteile des Spektrums und ein neutralgrauer Abgleich ist gar nicht mehr möglich –, ist die Sonnenuntergangsstimmung dahin. Wenn ihr ein Candle-Light-Dinner oder eine Lagerfeuerszene versucht neutralgrau einzustellen, wirkt das Ergebnis falsch.

Man darf sich also die Frage stellen, wie sinnvoll ist die Suche nach der perfekt neutralgrauen Einstellung überhaupt und welcher Aufwand rechtfertigt sich dafür. Für den ColorChecker gilt das in meinen Augen abseits der Produkt- und Farbmusterfotografie umso mehr.

Pixelmator tritt nun als Pro gegen Photoshop an

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Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den ersten zwei Jahrzehnten der Entwicklung Photoshops ein wirklich ernstzunehmender Herausforderer für Adobes Bildbearbeitungsprogramm aufgetreten ist. Zwar gibt es seit 1998 das OpenSource Projekt Gimp, doch der Blick ins Maul des kostenlosen Gauls löste bei mir wenig Begeisterung aus.

Eher begeistern konnte mich 2007 bei der Einführung von Pixelmator. Allerdings nur oberflächlich – kaum eine Benutzeroberfläche die liebevoller und gelungener gestaltet ist. In der Benutzung selbst entfachte das Programm allerdings auch auf den zweiten Blick keine Liebe.

Keine Frage: Photoshop ist nicht umsonst die unumstrittene Nr. 1. Aber Adobe scheint es sich in der Position bequem gemacht zu haben. Zahlreiche Filter wurden nicht verändert seit ich das erste Mal damit arbeitete und das war immerhin 1994! Der Radiale Weichzeichner beispielsweisse ist ein lebendes Fossil, und Fluchtpunkt wurde seit Menschengedenken nicht mehr renoviert, obwohl eine Überarbeitung von Beginn an dringend notwendig gewesen wäre. Photoshop ist wie ein luxuriöses Grand Hotel in dem in manchen Zimmern seit Jahrzehnten nicht mehr Staub gewischt wurde.

Mit dem Auftreten von Affinity Photo 2015 ist erstmals ein echter Gegenwind entstanden. Endlich gibt es eine Alternative die die Ansprüche professioneller Anwender in Sachen Bedienung, Funktonalität und Qualität erfüllt, Photoshop nur in Details nachsteht, auch wenn diese Details für den einen oder anderen Experten wesentlich sein mögen. Vieles ist innovativ und neu angedacht und die Arbeit fühlt sich deutlich flüssiger an.

OnOne-Software haben ihre Sammlung spezialisierte Photoshop-Plugins zu einem eigenständigen RAW-Konverter mit Bildbearbeitungsfunktionen ausgebaut und Skylum (ehemals Macphun) baut das Bildbearbeitungsprogramm Luminar gerade zum RAW-Konverter mit Digital-Asset-Management-Modul aus.

Nun ist auch ein Herausforderer wieder aufgestanden, von dem ich eigentlich nicht mehr viel erwartet hätte: Pixelmator goes Pro!

Gestern erst vorgestellt konnte ich bislang nur kurz mit dem Neuling spielen, doch das Programm begeistert. In Bedienung und Funktionsumfang ist es irgendwo zwischen Affinity Photo / Photoshop und Luminar angesiedelt. Die Arbeitsweise erinnert so wie Luminar mehr an einen RAW-Konverter als an eine klassische Bildbearbeitung, Pixelmator Pro geht allerdings weiter als das Skylum-Programm inklusive ausgefeilten Text-Editings. Allerdings fehlt Pixelmator Pro das Digital-Asset-Modul, was es eher zur Photoshop- als zur Lighroom-Alternative macht.

Mehr als jeder andere der jungen Herausforderer fühlt sich die Arbeit mit Pixelmator Pro wunderbar flüssig an. Kaum eine Einstellung die nicht absolut direkte Auswirkung auf das Bild selbst sowie Kontrollinstrumente wie Histogramme hat. Zwar schaffen die meisten modernen Programme eine ziemlich direkte Live-Übergragung von der Einstellung zum Bild, beim Histogramm zeigen jedoch viele eine deutliche Verzögerung.

Photoshop mag nach wie vor als Gesamtpaket überragend sein, aber verglichen mit den neuen Konkurrenten wirkt es schwerfällig und träge. In vielen Bereichen, wie dem bereits genannten Radialen Weichzeichner, muss der Anwender auf eine Vorschau verzichten, sogar in wichtigen Dialogen wie »Auswahl erweitern« oder »Fläche füllen«. Auch eine Änderung der Füllmethode einer Ebene zeigt keine Live-Vorschau. Nicht so in Pixelmator Pro. Dadurch macht die Arbeit Spaß wie kaum in einem anderen.

Auch die Bildqualität scheint zu überzeugen. RAWs werden entwickelt und ich komme rasch zu guten Resultaten. Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass man sich durchaus auf Augenhöhe mit State-of-the-Art-RAW-Konvertern wie Lightroom, Capture One Pro und DxO befindet. Luminar ist zwar mittlerweile gut, scheint mir aber nicht ganz dieses Niveau zu erreichen, Affinity Photo hat in den letzten beiden Versionen enorm aufgeholt aber noch nicht gleich gezogen, On1 Photo RAW sehe ich bei der RAW-Entwicklung noch weiter hinten.

Abschließend sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass meine Einschätzung noch auf einem sehr oberflächlichen Eindruck beruht. Eine Empfehlung sich das Programm einmal anzusehen wage ich mich aber dennoch auszusprechen. Eine Demo steht hier zur Verfügung.

Ist DxO PhotoLab die Lightroom-Alternative?

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Gerade erst einige Tage sind seit dem November 2018 Update von Adobes Creative Cloud vergangen und dem Artikel indem ich meine Gedanken dazu zusammengefasst habe. Nun arbeite ich selbst nicht mit Lightroom und verkneife mir üblicherweise Kommentare über Produkte die ich nicht selbst nutze, sondern kehre lieber vor der eigenen Tür. Lightroom bildet dabei ein Bisschen die Ausnahme. Vor allem, weil ich als Seminarleiter und Autor für Fotografie und Bildbearbeitung regelmäßig um Empfehlungen für die digitale Dunkelkammer gefragt werde. Und da ich in den ersten Tagen von Lightroom einige Zeit damit arbeitete und seine Schwester Adobe Camera Raw nach wie vor zu den regelmäßig von mir genutzten Werkzeugen gehört, maße ich mir auch an, ein Bisschen zur Diskussion beitragen zu können.

Bevor ich auf DxO Photo zu sprechen kann etwas Grundsätzliches: Ich glaube nicht, dass es ein Programm gibt das generell besser oder schlechter ist als seine Mitbewerber, jedenfalls nicht bei den Branchenführern, genauso wenig wie ich an ein Kamerasystem oder eine Marke glaubt die den anderen in jeder Beziehung überlegen wäre. Die Antwort lautet wie immer: Es kommt drauf an!

Wenn ich von »Branchenführern« spreche, dann meine ich die Programme nach meiner Erfahrung qualitativ State of the Art sind: Lightroom, Capture One und DxO Photolab (ehemals DxO Optics). Wir wissen alle wer Marktführer ist.

Wie gesagt habe ich Lightroom in den frühen Tagen einige Monate genutzt, konnte mich aber nicht mit dem strikten Interface, eingeteilt in verschiedene Arbeitsumgebungen, anfreunden, fand es immer etwas klobig und vermisste breit angelegte Unterstützung von Shortcuts bzw. die Möglichkeit der Individualisierung.

Nach einer wechselhaften und teilweise mühsamen Entwicklung, bedingt auch durch das verweisen und versterben von Apple Aperture, arbeite ich nun schon seit mehreren Jahren mit Capture One und bin rundum zufrieden damit. Würde ich gefragt, was würdest du für einen RAW-Konverter kaufen, kann die Antwort nur lauten Capture One, denn genau das nutze ich. Die Frage was würdest du empfehlen, muss ich jedoch anders antworten, denn dann muss ich den Fragesteller mit einbeziehen und die Möglichkeit, dass dieser vielleicht anders tickt als ich.

Capture One kann ich nicht ohne Einschränkungen jedem Empfehlen. Zwar liefert es nach meinem Dafürhalten die besten Resultate aller RAW-Konverter, doch die Unterschiede zu Lightroom sind beispielsweise nicht so eklatant, dass sich mein Urteil nicht als subjektiv bewerten und darüber streiten ließe. Wäre Lightroom kein professionelles Werkzeug würden nicht so viele Profis damit arbeiten. Es gibt zu viele Profis die das Produkt nutzen, als dass es mir auch nur im Traum einfallen würde deren professionelles Urteil in Frage zu stellen.

Es gibt zwei Dinge, die mich Capture One nicht ohne Einschränkungen empfehlen lassen: Erstens bietet es nach meinem dafürhalten zwar die professionellste Oberfläche aller RAW-Konverter, aber diese Professionalität geht auch mit einer Komplexität einher, wegen der ich befürchte, dass Laien davon überfordert sein könnten. Das zweite ist der Preis: Capture One kostet 330 Euro und wenn man Kosten für künftige Updates berücksichtigt – zuletzt im Jahresrhythmus erschienen – dann ist es deutlich kostspieliger als die Aboraten für Lightroom. Leute die gerade im Sonderangebot eine DSLR um 300 Euro erstanden haben verspüren vielleicht wenig Lust auf so eine Investition.

Dem gegenüber stehen die Vorteile von Lightroom: Die Qualität ist tadellos, es ist simpel zu bedienen, für 12 Euro im Monat bekommt man das führende Bildbearbeitungsprogramm dazu und für keinen anderen RAW-Konverter gibt es nur annähernd so viel Bücher, Workshops, Videos, Tutorials, Artikel, Berichte und Ressourcen – nicht zuletzt wird man kaum unter ein Rudel Fotografen gehen können, ohne jemanden zu treffen der das Programm ausreichend kennt, auch einmal eine knifflige Frage beantworten zu können.

Fazit: Obwohl ich mit Capture One arbeite gab ich Amateuren stets den Tipp sich aus genannten Gründen Lightroom anzusehen.

Das neu aus DxO Optics erstandene DxO PhotoLab mischt die Karten nun neu, da es preislich auf einem Niveau angekommen ist, auf dem es durchaus als Alternative zu Lightroom gehandelt werden kann. Zwar bietet DxO keine Photoshop-Alternative, doch zusammen mit Affinity Photo gibt man dafür etwa 180 Euro aus, und da Serif sehr lange Produktzyklen plant und ein Upgrade auf ein kommendes DxO PhotoLab voraussichtlich noch etwa die Hälfte kommen wird, ist man durchaus auf Augenhöhe mit Adobes Abogebühren.

Während Programme wie Alien Skin Exposure X3 oder On1 Photo RAW 2018 bei drastischen Weißabgleichskorrekturen sowie Lichter- und Schattenwiederherstellung Lightroom nicht ganz das Wasser reichen können, geben sich DxO und Capture One diesbezüglich keine Blöße. Außer Zweifel stehen auch die Qualitäten von DxO bei Objektivkorrekturen und Rauschunterdrückung. Diese drei Programme sind einander absolut ebenbürtig.

Das neue DxO PhotoLab glänzt dabei mit einem Feature das besonders aufhorchen lässt: DxO hat von Google die legendären Nik-Filter und deren Technologien übernommen und bereits in das neue Programm integriert. Dazu gehört auch Niks innovative U-Point-Technologie zur selektiven Bearbeitung von Bildbereichen. Bei meinen bisherigen Tests fand ich diese Integration extrem gelungen und Lightrooms Pinseln ebenso überlegen, wie Capture Ones Layer-Konzept.

Anders als Lightroom arbeitet PhotoLab nicht auf Basis einer Datenbank in die Bilder zu importieren sind, sondern man arbeitet direkt in den Foldern in denen sich die Bilder befinden (Capture One bietet beide Möglichkeiten). Die Entwicklungseinstellungen werden schlicht als Textdateien zu den Bildern gelegt, etwa so wie Adobe Camera Raw es mit XMP-Dateien tut. Das hat am Ende vor und Nachteile. Vorteil ist eine leichte Austauschbarkeit von Daten von einem Computer zum anderen. Nachteil ist, dass die Bildverwaltung nicht ganz die Möglichkeiten einer datenbankgestützten Bibliothek bieten dürfte.

Die Übersichtlichkeit ist bei PhotoLab nach meinem Dafürhalten nicht minder gewährleistet als bei Lightroom und sollte mit lediglich zwei Bereichen – Bibliothek und Entwicklung – vielleicht sogar etwas durchschaubarer sein. Für meine Anforderungen ein riesiger Vorteil: Die angezeigten Paletten lassen sich beliebig verschieben, neu zusammenstellen, schließen und eine optimierte Umgebung lässt sich als Arbeitsbereich speichern (ich weiß allerdings nicht ob das neue Lightroom CC diese Möglichkeit auch endlich bietet). Wermutstropfen: Individualisierung von Shortcuts sind in PhotoLab ebensowenig möglich wie in Lightroom und die Belegung ist eher noch dürftiger.

Etwas schwer durchschaubar sind in PhotoLab wie schon im Vorgänger in meinen Augen die Funktionen und ihre Benennung. Es ist nicht unmittelbar ersichtlich, was Smart Lighting oder ClearView zu bedeuten haben, und die Möglichkeit den Weißabgleich manuell einzustellen musste ich wegen Vergessens schon mehrfach suchen. Auch eine Aufteilung der Helligkeitsregler in Spitzlichter, Mitteltöne, Schatten und Tiefen ist man so nicht gewohnt. Das ist allerdings nichts, über das man nicht schnell hinweg kommen kann, und jemand der neu ist in der digitalen Dunkelkammer tut sich damit vielleicht sogar etwas leichter, da er noch keine Konditionierung bezüglich Begrifflichkeiten erfahren hat.

Leider verfügt PhotoLab aktuell noch nicht von Haus aus über eine Perspektivenkorrektur. Diese muss erst über das Zusatzprodukt ViewPoint nachgerüstet werden, das mit 41 Euro zu Buche schlägt. Lightroom kennt diese Funktion von Haus aus.

Wer noch weiter aufrüsten möchte, findet in FilmPack eine Möglichkeit. Das Produkt simuliert analoge Filme und ist eine echte Bereicherung, wenn man vom digitalen Look weg möchte, es ist aber mit 83 Euro für die Elite-Version auch kein Schnäppchen.

DxO PhotoLab ist mit seinem wettbewerbstauglichen Preis (in einer etwas abgespeckten Version aktuell ab 83 Euro), seiner einzigartigen Werkzeuge sowie seiner tadellosen Qualität ein absolute Bereicherung für den Markt der RAW-Konverter.

Fotografen sind unterschiedlich! Sie arbeiten unterschiedlich, nutzen unterschiedliches Equipment, fotografieren unterschiedliche Motive, bevorzugen unterschiedliche Bildlooks, haben unterschiedliche Zugangsweisen zur Bildentwicklung – es wäre absurd zu glauben, dass ein Programm es allen Anwendern recht machen könnte.

Es ist gut, aus einer Reihe an Produkten auswählen zu können, mit Lightroom, PhotoLab und Capture One aus drei sehr unterschiedlichen Anwendungen aussuchen zu können und das Angebot wachsen zu sehen. Es mag Vorteile haben seine Daten in einer Cloud speichern zu können (was ich mir bei meinem Bildbestand von 500GB exklusive Archiven allerdings eher schwer vorstellen kann) und man mag auch ein Abomodell begrüßenswert finden. Diese Ansicht muss aber nicht jeder teilen. Ich zum Beispiel kaufe Hardware nicht gerne gebraucht und muss zugeben lieber zu besitzen als zu mieten. Es ist gut, dass es Alternativen für diejenigen gibt, für die Lightroom nicht die passende Ansicht scheint, und es bleibt zu hoffen, dass die Alternativen wachsen und gedeihen. Bei einem Sterben der Mitbewerber und damit einer Monopolisierung eines Produkts würde nur einer gewinnen und alle anderen – die Kunden – würden verlieren. Es ist vor allem der Wettbewerb der die Entwicklung vorantreibt. Oder glaubt wirklich jemand, dass Alternativenlosigkeit die bessere Alternative wäre?