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Kategorie: Bilder & Gedanken

Die Wahrheit darüber, was in der Fotografie wichtig ist

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Ein Kastenwagen hat viel Raum um sperrige Dinge zu transportieren. Ein Kompaktwagen ist ein vergleichsweise kleines Auto, in dem zwei Personen komfortabel und vier meist noch immer relativ gut fahren und reisen können. Kein Autotester oder -journalist würde auf die Idee kommen an einem Kompaktwagen zu kritisieren, dass sich damit keine Schränke transportieren lassen und dass ein Kastenwagen deshalb besser ist. In der Welt der Fotografie hingegen ist genau das gang und gäbe.

Leute die sich als Experten ausgeben, vermitteln, dass sie objektiv berichten, und erzählen, was die Wahrheit ist, was falsch und was gelogen ist, kritisieren an einer Olympus E-M1X, dass die 3000 Euro für sie ein völlig überzogener Preis ist. Schließlich bekommt man für deutlich weniger Geld schon eine Vollformatkamera. Sie reduzieren einen Fotoapparat ausschließlich auf die Größe des Sensors. Dass die E-M1X abgesehen vom Sensor in vielerlei Hinsicht auf Augenhöhe mit doppelt so teuren Vollformat-Topmodellen steht und ihnen in mancherlei Hinsicht überlegen, zählt nichts. Eine Kamera ist laut ihrer Interpretation ein Sensor und sonst gar nichts.

Der Bewertung einer Kamera rein an der Sensorgröße festzumachen ist völlig undifferenziert, denn das klammert jeglichen Kontext aus. Der Wert und der Nutzen einer Kamera für einen Fotografen ergibt sich allerdings erst aus dem Kontext. Ist der Kontext low light – fotografiert also ein Fotograf oft unter schlechten Lichtbedingungen – ist ein größerer Sensor selbstverständlich besser. Spielt Transport keine Rolle, spricht wenig dafür auf die unbestreitbaren qualitativen Vorzüge einer Kamera mit großem Sensor zu verzichten.

Anders sieht es jedoch aus, wenn der Fotograf mobil sein will. Ist man, wie ich, oft Stunden lang, mit einer Kamera mit Supertele und einer zweiten mit Standardzoom zu Fuß auf Achse, ist Vollformat einfach untragbar. Selbst wenn ich auf die Zweitkamera mit Standardzoom verzichten würde, könnte ich keine Vollformatkamera mit 600mm Brennweite einen Tag lang im Gebirge um die Schulter tragen. Auf die Zweitkamera müsste ich schon deshalb verzichten, weil das Stativ das ich für die Tierfotografie mittragen müsste, mehr wiegen würde und deutlich sperriger wäre, als die E-M5 mit 12–100mm Zoom. Die flexible Freihandfotografie, die mit einer MFT-Kamera und Superzoom möglich ist, ist mit vergleichbarer Brennweite und Vollformat undenkbar. Ganz abgesehen, dass ich mir ein Supertele im Vollformat das etwa meinem 300mm ƒ4 MFT entspricht kaum leisten könnte. Natürlich wäre es im Detail etwas besser, was aber beim vierfachen Preis auch zu erwarten sein sollte. Viele Aufnahmen würden mir damit aber entgehen, da es unmöglich so flexibel einzusetzen ist.

Ich würde nie behaupten MFT wäre generell besser als Vollformat – das wäre absurd. Ich habe noch nie versucht jemandem von MFT zu überzeugen. Wenn mich Leute um Rat zum Kamerakauf fragen, frage ich, was sie zu fotografieren gedenken, dann erläutere ich die Vorzüge der verschiedenen Systeme und Marken und dann gebe ich den Tipp selbst zu einem Fotohändler zu gehen und sich anzusehen, was sich für sie am besten anfühlt. Man kann nur objektiv über Fotoausrüstung berichten, wenn man die subjektiven Anforderungen berücksichtigt. Immer rate ich auch jedem die Ohren einzuklappen und weg zu hören, wenn jemand davon zu predigen beginnt, was in der Fotografie das einzig richtige und wahre ist.

Für mich wäre eine Vollformatkamera eine absolut schlechte Lösung. Zu groß, zu schwer, zu unflexibel. Das ist Fakt, das ist die Wahrheit! Ich kann mit Vollformat unmöglich so arbeiten, wie mit MFT, und schon gar nicht so, wie mit meinen Olympus Kameras.

Natürlich bedeutet das leicht zu transportierende MFT-System Kompromisse bei der Auflösung, bei High-ISO und ich kann nicht ganz die geringe Schärfentiefe von Vollformat erzielen. Aber 20 MP sind mehr als ausreichend für Ausdrucke im A3-Überformat, Nachtfotografie hat für mich keinen besonderen Stellenwert und ich kann Motive auch in Szene setzen, ohne, dass der Hintergrund in strukturlosem Bokeh zerfließt.

Hänge ich eine Auswahl von Aufnahmen der letzten Jahre an die Wände, die teilweise mit einer 24MP Nikon D600 mit Vollformat, teilweise von 16MP und 20MP MFT-Kameras kommen, wird niemand sagen können, welche Aufnahme mit welcher Kamera gemacht wurde. Natürlich hat die 24MP Vollformatkamera das Potenzial für noch größere Prints. Aber ich mache keine größeren Prints! Ich fände es völlig bescheuert, das ganze Jahr über mit einem Kastenwagen herumzufahren, nur für den Fall, dass ich eines Tages doch einmal irgendwo einen Schrank abholen muss.

Würde ich mit Vollformat fotografieren, könnte ich das nicht mehr so machen, wie ich das mit MFT kann. Wieso sollte ich meine Art, wie ich es zu fotografieren liebe aufgeben, für die theoretischen Reserven von Vollformat die ich in der Praxis nicht brauche. Ich hätte nicht den geringsten Vorteil durch Vollformat, nur Nachteile.

Damit schreibe ich nicht gegen das Vollformat! Um es noch einmal zu sagen: Es gibt Aufgaben, bei denen die Vorteile des größeren Formats unverzichtbar sind. Aber es gibt ebenso Aufgaben, für die MFT besser geeignet ist, als jedes größere Format.

Leider scheinen viele die über Fotografie berichten nicht in der Lage die Dinge so differenziert zu sehen. Viele betrachten das Thema in erster Linie aus dem Blickwinkel der Theorie und an Messergebnissen im Labor. Wie viel davon dem fertigen Bild anzusehen ist, ist kaum ein Thema. Darüber hinaus verfallen auch noch viele der allzu menschlichen Neigung für einzig wahr zu halten, was für einen selbst richtig ist. Was für einen selbst nichts ist, muss auch für alle anderen nichts sein. Sie verkünden die WAHRHEIT. Und leider haben viel zu viele dieser Leute viel zu viel Einfluss, vor allem auf Amateure und Einsteiger, die noch keine eigenen Antworten haben, noch keine Erfahrung, und die dankbar sind für Experten, die ihnen sagen was falsch nur was richtig ist. Das klingt besonders verlockend, wenn man es mir viel Theorie und Labortests belegen kann.

An und für sich ist es mir egal, was diese Leute sagen. Ich weiß, dass Olympus exzellente Kameras baut und MFT ein großartiges System ist. Ebenso wie Vollformat toll ist, und wie Canon, Nikon, Sony, Fuji, Panasonic und Pentax tolle Kameras bauen. Bedauerlich ist jedoch, dass die subjektiven, undifferenzierten und einseitigen Betrachtungen die den praktischen Kontext der Fotografie vollständig außer Acht lassen, dazu führt, dass ein System, das eine wirkliche Alternative zum Vollformat ist, ums Überleben kämpft.

Würde MFT wirklich verloren gehen, wäre das – wie ich bereits vor ein paar Tagen schrieb – ein schwerer Verlust für die Fotografie. Wer von Canon Vollformat zu Nikon Vollformat wechselt, wechselt ein Details in der Bedienung. Aber Vollformat ist Vollformat, und das ist es auch bei Pentax, Sony oder Panasonic. MFT hingegen ist ein System mit völlig anderen Eigenschaften – APS-C ist zu Vollformat nur halb so unterschiedlich. Ein Verlust von MFT wäre ein Verlust einer bestimmten Art des Fotografierens.

Olympus lebt

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Leser Frank hat gestern in einem Kommentar darauf verwiesen, dass Olympus ein Statement heraus gegeben hat, das alle Freunde der Marke bis auf Weiteres zuversichtlich in die Zukunft des Systems blicken lassen sollte. Heute Früh auf Twitter habe ich dann selbst einen Artikel von 43rumours.com darüber gesehen.

Ich habe dieser Tage auch zwei Nachrichten erhalten, dass offensichtlich immer wieder Kommentare verloren gehen. Ich schalte generell alle Kommentare frei, auch wenn sie Kritik enthalten oder von meiner Meinung abweichen. Ich glaube ich habe einmal einen gelöscht, weil er nichts mit der Thematik zu tun hatte und mir als Spam erschienen ist. Ebenso würde ich einen Kommentar löschen, der beleidigend oder auf ähnliche Art inakzeptabel wäre. Aber das ist zum Glück noch nie vorgekommen.

Als einfacher WordPress-Anwender weiß ich noch nicht, ob ich das Problem selbst herausfinden kann, aber ich werde die Sache im Auge behalten. Im Auge behalten werde ich auch den Spam-Ordner der Kommentare, allerdings habe ich darin für die vergangen Tage keinen Kommentar entdeckt, der etwas anderes ist, als Spam. Informationen über Kommentare die nicht freigegeben werden würden mir helfen das Problem zu verfolgen – gerne auch via Mail.

Macht Olympus 2020 dicht?

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Nein, Olympus wird nächstes Jahr nicht dicht machen. Olympus ist ein großer Konzern in der Medizintechnik, die Kamerasparte soll davon etwa 20% ausmachen. Aber um diese kreisen seit einigen Tagen Gerüchte, dass sie in den kommenden acht Wochen geschlossen werden soll – gestern berichtete dpreview.com darüber. Nun sind Gerüchte Gerüchte und ich möchte mich nicht an Kaffeesudlesen beteiligen. Aber ich mache mir Sorgen.

Dass es der ganzen Kamerabranche nicht gut geht, ist bekannt. Nicht nur um Olympus kreisen düstere Gerüchte. Jahrzehnte lang mussten die Leute eine Kamera haben, wenn sie ein Foto machen wollten. Das ist nicht mehr so. Heute genügt ein Telefon um Bilder aufzunehmen. Eine Kamera braucht nur mehr, wer ernsthaft fotografieren möchte. Das sind Berufsfotografen und Fotoenthusiasten. Das ist noch immer ein Markt, aber nur mehr ein Stückchen vom Kuchen der es einmal war.

Als Indiz für das Ende der Olympus-Kamerasparte wird unter anderem herangezogen, dass die Firma nur mehr recht sporadisch neuen Produkte ankündigt und dabei teilweise auf bewehrte Technik einsetzt, statt sich ein lichter leuchtendes Feuerwerk zu verpulvern. Ich habe den Innovationswahn der Branche unlängst kritisiert und fand es eine vernünftige Strategie sich auf ein überschaubares Angebot an Produkten zu konzentrieren. Das Line-up von Olympus ist kurz, aber schlüssig: Drei OM-D-Linien (+OM-D 1X), zwei Pen-Linien und die kompakte Tough-Serie. Allerdings ist Vernunft nicht das, was ich dem Markt unterstelle. An den Homo Oeconomicus glaub ich nicht. Das zeigt sich in der ganzen Diskussion um MFT permanent: MFT ist wegen der kleinen Sensoren unbrauchbar und außerdem sind Handys mittlerweile genauso gut wie Systemkameras. Ja, was nun? Sind die kleinen Sensoren von MFT ein Problem oder die noch kleineren von Handys besser? Eine absurde Diskussion. Wie vieles in der Kameratechnik. Und so geführt von Leuten die sich selbst als Experten verkaufen und als solche gelten.

Für mich wäre das Ende von Olympus eine Katastrophe. Nicht nur, weil ich mich der Marke verbunden fühle, sondern weil es kein System gibt, das dasselbe für mich leistet. Es ist nicht wie beim Vollformat, wo mir mindestens vier Alternativen zur Verfügung stehen. Wer mit Nikon nicht mehr will, kann auf Canon, Sony, Pentax oder nun auch Panasonic umsteigen – und vice versa. Mir bliebe zwar derzeit der Umstieg zu Panasonic offen. Aber erstens ist das Bedienungskonzept von Lumix anders und macht ein Ein-Klick-Umschalten wie ich es an meinen OM-Ds schätze nicht möglich, und zweitens sind meine Erfahrungen mit Panasonic einfach schleicht. Ich weiß nicht, ob das eine Option wäre.

Dass Handys für ambitionierte Fotografen in absehbarer Zeit Kameras ersetzen könnten, ist natürlich Unsinn. In ein paar Bereichen natürlich schon. Aber die Art der Naturfotografie, wie ich sie betreibe unmöglich. Schon meine Naturaufnahmen durch Smartphones zu ersetzen ist ein weit hergeholter Gedanke, für Tierfotografie ist das unmöglich. Nicht viel besser wäre ein Umstieg auf Vollformat. 800mm KB umhängen und aus freier Hand einsetzen und dann auch noch ein Weitwinkel am Körper zu tragen – über Stunden hinweg einfach nicht machbar. Auch APS-C-Kameras wären diesbezüglich nur eine halbe Alternative.

Und wenn ein Wechsel unvermeidbar wäre, wohin gehen? Nikon geht es auch nicht blenden. Bereits letztes Jahr forderte die japanische Regierung Fujifilm auf, sie sollten die Traditionsmarke vor dem Untergang bewahren. Außerdem endet dort gerade die DSLR-Ära. Ich glaube nicht, dass eine Investition in eine Nikon-DSLR eine Investition in eine sichere Zukunft wäre. Also doch gleicht Nikon Z? Für das neue System gibt es noch kaum Objektive und in eine Z mit F-Mount-Objektiven investieren scheint mir auch ein etwas fauler Kompromiss.

Nicht anders sieht es bei Canon aus. Nur, dass ich mich mit der Marke und ihren Kameras ohnehin nie anfreunden konnte. Das ist nicht vernünftig oder rational. Das ist rein subjektiv, emotional und irrational. Aber es ist so. Pentax? Bei denen wundere ich mich schon lange, dass sie noch existieren.

Bleiben Sony und FujiFilm. Für Fuji habe ich viel Sympathie und deren APS-C-Kameras dürften nicht ganz so auf die Schultern drücken, wie Vollformat. Leider ist deren Konzept voll auf fest beschriftete Bedienelemente ausgerichtet. Meine von Olympus gewohnte Bedienung ist mit Fuji noch viel weniger möglich, wie mit Lumix.

Bliebe eventuell noch Sony. Oder die Hoffnung, dass das Gerücht über Olympus ein Gerücht bleibt. Olympus ist ein großer Konzern, der gut von Medizintechnik lebt. Ich hoffe gut genug, um es sich leisten zu können, eine defizitäre Kamerasparte am Leben zu erhalten. Und wenn nicht, kann ich mit meiner derzeitigen Ausrüstung ja noch ein paar Jahre fotografieren. Ich brauche nicht jedes Jahr eine neue Kamera. Derzeit habe ich genau das, was ich brauche. Und vielleicht erholt und stabilisiert sich der Kameramarkt ja auch bis dahin.

Wohin geht die Fotografie?

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Olympus E-M5 II | Panasonic Lumix G 20mm ƒ1.7 | 20mm (40mm KB) | ƒ8| 3,2s | ISO200 | Variabler ND-Filter | Capture One

Der Emmebach bildet sich etwa auf Höhe der Götzner Millrütte, wo er von mehreren kleineren Bächen die im Gebiet um die Hohe Kugel entspringen gespeist wird. Dieses Foto entstand dort, wo er in die Örflaschlucht einfließt.

Ich habe auch ältere Aufnahmen von dieser Stelle. Früher war für für solche Langzeitbelichtungen ein Stativ notwendig. Dieses Bild entstand hingegen mit einem variablen ND-Filter und der Olympus OM-D E-M5 II bei einer Verschlusszeit von 3,2 Sekunden aus freier Hand. Auch beim hochaufgelösten Originalbild (16MP) kann man auf 100% einzoomen und findet an der Detailschärfe nichts zu bemängeln. Ich zweifle, dass ein Stativ zu einem nennenswert schärferen Ergebnis geführt hätte. Dabei markiert die E-M5 noch nicht einmal die Spitze dessen, was mit einer MFT-Kamera heute stabilisierbar ist – von Dualstabilisierung mit einem entsprechenden Objektiv ganz zu schweigen.

MFT wird ja regelmäßig tot gesagt, zuletzt von Tony Northrup, einem der einflussreichsten Vlogger zum Thema Fotografie. Der Tod MFTs wäre aber schade. Und das sage ich nicht nur deshalb, weil ich Olympus liebe, sondern weil dem Kameramarkt damit eine echte Alternative verloren ginge.

Natürlich hat jeder Kamerahersteller seine Stärken und Schwächen. Dem einen Fotografen kommt Nikon eher entgegen, der andere findet sich besser mit Canon zurecht und wieder andere werden von Sony am besten bedient. Doch am Ende ist Vollformat Vollformat. Die Unterschiede der Vollformatmodelle verschiedener Hersteller liegen im Detail.

MFT hingegen ist ganz anders. Das System kann zwar nicht in der Top-Liga mitspielen, wenn es um Low-Light-Fotografie geht, Auflösungen wie sie bei Vollformat Usus sind, werden nicht erreicht und Hintergründe werden generell um 2 Blenden schärfer abgebildet, weshalb in manchen Situationen das Bokeh einer Kleinbildkamera nicht zu erreichen ist. Dafür hat man allerdings ein System dessen Volumen und Gewicht man durchschnittlich bei etwa der Hälfe von Vollformat ansetzen kann. Das ermöglicht eine völlig andere Mobilität und Art des Fotografierens. Außerdem ist die Bildstabilisierung eine Klasse für sich.

MFT ist weder besser noch schlechter als Vollformat. Es ist anders.

Ich weiß schon, dass es menschlich ist, wenn Leute glauben das was für sie richtig und wichtig ist, sei das generelle Maß der Dinge, und alles Andere unnütz. Das macht es aber auch nicht richtiger.

Ein Markt, in dem ich nur mehr zwischen Vollformatkameras von Sony, Nikon, Canon, Pentax und Panasonic wählen kann, ist nicht besser – er ist ärmer.

Nun halte ich zwar viel von Vielfalt, dennoch hat es mich überrascht, dass Nikon vor kurzem mit der Z50 eine neue Modellschiene spiegelloser Kameras mit DX-Sensor vorgestellt hat. Tony Northrup hat recht, wenn er argumentiert, dass jedes Kamerasystem vom Hersteller hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung fordert. Ein System besteht ja nicht nur aus einer Kamera – die Objektive sind beinahe wichtiger bedeutender.

Als ich vor einigen Jahren nach einem kompakten, spiegellosen Zweitsystem neben meiner DSLR-Ausrüstung suchte, habe ich mich für MFT und gegen Sony entschieden, weil das Angebot an MFT-Linsen schon recht gut war, während für das Sony-System noch kaum eine nennenswerte Objektiv-Auswahl bestand.

Ich schätze, dass sich der Trend fortsetzt, dass Vollformatsensoren weiter billiger werden. Preiswerte Vollformatkameras eines Herstellers betrachte ich aber als ganz schlechtes Argument für dessen APS-C-Kameras. Das betrifft nicht Hersteller wie Fujifilm. Fujifilm hat kein Vollformat neben der APS-Schiene und die Mittelformatmodelle spielen in jeder Hinsicht in einer anderen Liga.

Sony hat zwar spiegellose Kameras mit APS-C und Vollformat, braucht aber nicht zusätzlich auch noch ein DSLR-System pflegen.

Bei Canon und Nikon sieht es anders aus. Die beiden Hersteller sind noch immer vor Spiegelreflexsystemen abhängig. Canon hat zwar seit einiger Zeit das spiegellose M-System neben DSLR mit Vollformat und APS-C im Programm, aber einen besonders ambitionierten Eindruck hat das bislang wohl nicht vermittelt. Ich wäre nicht überrascht, wenn es eines Tages den Weg gehen würde, den schon Nikons One-System gegangen ist.

Weshalb Nikon mit der Z-DX neben Z-FX, DSLR-DX und DSLR-FX eine vierte Baustelle aufgerissen hat ist mir ehrlich gesagt rätselhaft. Das sind vier Produktschienen die zu pflegen sind. Nehmen wir einmal an, Nikon hätte nicht bereits die Entscheidung getroffen, dass DSLR ein Auslaufmodell ist, wären für diese vier Schienen vier Mal Forschung und Entwicklung notwendig. Das stelle ich mir schwierig vor. Weniger wegen der Kameramodelle, als vielmehr wegen der Objektive. Die optischen Anforderungen dieser Systeme sind dermaßen unterschiedlich, dass sich die Optiken immer nur für eines optimieren lassen. Ob das vor dem Hintergrund schrumpfender Kameramärkte der Weisheit letzter Schluss ist?

Aber das wirft nicht nur Fragen für die Hersteller auf. Auch für den Einsteiger ins Nikon-Universum ist die Frage, zu welcher Kamera greifen, keine leichte. Das wurde mir unlängst klar, als ich zum Thema um Rat gefragt wurde. Wer preiswert einsteigen möchte, wird am ehesten zur DSLR-FX greifen, zur 3000er oder 5000er Reihe. Aber haben DSLR-Kameras mit DX-Sensor bei Nikon überhaupt noch Zukunft? Ich würde nicht darauf wetten!

Wie gesagt: Die Märkte schrumpfen. Nicht, dass ich mir Sorgen mache, dass Fotografie in absehbarer Zeit aussterben wird. Berufsfotografen brauchen professionelles Werkzeug. Und auch ambitionierte Amateure können ihre Digitalkameras noch lange nicht durch Smart Phones ersetzen. Zwar sind die Resultate der kleinen Alleskönner bei vielen Motiven und unter normalen Ausgabebedingungen kaum mehr von Aufnahmen mit echten Kameras zu unterscheiden. Sogar Bokeh wird schon verblüffend realistisch simuliert. Dass man aber in absehbarer Zeit mit dem Telefon scheue Vögelchen einfangen kann, kann ich noch nicht erkennen, von Vögeln im Flug ganz abgesehen.

Und nicht nur mit bestimmten Motiven haben Handys ihre Probleme. Auch die Ergonomie der Geräte ist mit jener einer Kamera nicht vergleichbar. Man kann mit einem Smartphone Bilder machen, aber man kann damit nicht fotografieren.

Bilder machen ist allerdings der Grund, weshalb Menschen in den vergangenen Jahrzehnten Kameras gekauft haben. Ich nehme an, Otto Normalverbraucher hat für die Hersteller in der Vergangenheit eine deutlich größere Rolle gespielt, als der anspruchsvolle Hobby- oder Berufsfotografie. Doch Otto Normalverbraucher braucht heute keine Kamera mehr. In den Händen eines Laien erzielt auch eine Systemkamera nur noch selten automatisch bessere Ergebnisse als das Handy. Oft sogar im Gegenteil, denn in den kleinen Alleskönnern arbeiten Algorithmen, die sowohl die Einschränkungen der winzigen Kameratechnik, als auch die Unbedarftheit des Anwenders ausbügeln.

Der Markt wird also weiter schrumpfen. Für die Hersteller wird es zunehmend enger werden. Ob es vor diesem Hintergrund klug ist sein Produktsortiment immer weiter auszudehnen und immer noch schneller mit neuen Produkten auf den Markt zu kommen? Früher oder später muss den Kunden doch bewusst werden, dass sie auch mit dem 2020er Modell keine besseren Fotos machen, wie mit dem von 2019. Ich glaube, dass auch ambitionierte Fotografen nicht auf Dauer jedes Jahr das Modell des Vorjahrs durch das neueste ersetzen werden.

Aus diesen Gründen gehe ich davon aus, dass sich der Markt in den nächsten Jahren weiter bereinigen wird. Nicht unwahrscheinlich, dass wir weitere Marken verschwinden sehen werden. Noch wahrscheinlicher allerdings, dass ein paar Hersteller einzelne Systeme fallen lassen werden. Ein zu breites Produktsortiment ist selten gut für eine positive Bilanz.

Alles Neu. Aber warum eigentlich?

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Freunde | Olympus E-M1 II | M.Zuiko 12-40mm ƒ2.8 | 27mm (54mm KB) | ƒ8 | 1/400 | ISO200 | Belichtungsreihe mit 5 Belichtungen | Aurora HDR

Das ungleiche Baumpaar im Rheindelta, nahe des Rohrspitzes, fasziniert mich jedes Mal, wenn ich daran vorbei fahre. Unter besonderem Licht entfaltet die Szene einen besonderen Charme. Diese Aufnahme ist eine Belichtungsreihe aus fünf Belichtungen, die ich mit Aurora HDR vereint habe.

Es ist schon beachtlich, was Kameratechnik und Software heute leistet. Dank Bildstabilisierung kann ich die Belichtungsreihe aus freier Hand halten. Was die einzelnen Bildausschnitte dennoch verschoben sind, korrigiert die Software.

Im Sommer habe ich ein vorbeifahrendes Motorboot als Belichtungsreihe aufgenommen. Nicht, dass ich erwartet hätte, dass daraus ein korrektes HDR-Bild wird – ich wollte es nur versuchen. Zu meiner Überraschung hat Aurora das Bild aber doch zu einem tadellosen HDR vereint. Das Programm meistert auch Szenen in denen sich einzelne Elemente deutlich bewegen, ohne dass Geisterbilder zu sehen sind. Fast wie Magie!

Leider lässt sich nicht erkennen, ob in Aurora HDR noch Leben steckt. Die Version 2019 ist zwar 2018 erschienen, steht aber noch immer auf Version 1.0.0. Das macht mir Sorgen, habe ich doch erlebt wie mein primärer RAW-Konverter Aperture über die Jahre hinweg selig entschlafen ist. Andererseits mache ich mir aber vielleicht auch zu früh Sorgen. Schließlich läuft das Programm problemlos. Und brauchen wir wirklich jedes Jahr ein Upgrade?

Von Capture One bin ich es gewohnt, dass die Versionsnummer jedes Jahr eine Nummer höher steigt. Der Preis für die Upgrades ist dabei auch nicht geringer, wie er wäre, wenn ich statt dessen Lightroom mieten würde (nicht, dass ich das wollte). DxO PhotoLab – gerade einmal etwa zwei Jahre alt – ist dieser Tage in der Version 3 erschienen. Ebenfalls in der Pipeline: Luminar 4. Soll im November erscheinen und die dann ein Jahr alte 3er Version ersetzen.

Allerdings ist das sich rasch drehende Rad der Upgrades der Software ein überschaubares Problem. Der Preis von 50 Euro für ein Luminar oder PhotoLab Upgrade dürfte die wenigsten Fotografen in eine existenzielle Krise stürzen. Bedenklicher finde ich die kurzen Produktzyklen bei manchen Kameras. Olympus hat beispielsweise gerade die E-M5 III vorgestellt.

Ja, es stimmt natürlich: Die E-M5 II ist bereits vier Jahre alt. Von atemberaubend kurzen Produktzyklen kann man da nicht sprechen. Ich finde es sogar lobenswert, dass sich Olympus aus der hektischen Neuvorstellungsschlacht etwas heraushält. Markt und Presse scheinen das aber anders zu sehen. So hat beispielsweise dpreview ein Video veröffentlicht, in der das neue Modell zwar nicht schlecht bewertet wird, aber dass es keine wirklich revolutionären Neuerungen mitbringt wurde doch bemängelt.

Ist das wirklich so? Erwarten wir jedes Jahr ein neues Modell das unser aktuelles so richtig alt aussehen lässt? Brauchen wir jedes Jahr eine neue Kamera um endlich wirklich gut fotografieren zu können? Wer von euch hat zuletzt eine Kamera gekauft, die die Qualität seiner Aufnahmen auf eine andere Sphäre gebeamt hat?

Bei mir war das vielleicht die Nikon D700. Diese war allerdings generell ein Meilenstein in der Entwicklung der Digitalfotografie, war sie doch zusammen mit der Nikon D3 die erste Digitalkamera die auch nach Anheben der ISO-Empfindlichkeit noch brauchbare Fotos erzielte. Für mich ersetzte die Vollformat-D700 darüber hinaus die D80 – eine Einsteigerkamera mit kleinerem Sensor.

Die zweite Kamera die maßgeblichen Einfluss auf meine Art zu Fotografieren hatte, war die Olympus OM-D E-M5. Die kompakte Spiegellose hat mir eine ganz neue Leichtigkeit des Fotografierens eröffnet und eine Freude wieder entdecken lassen, die ich nicht mehr kannte (vielleicht auch noch nicht gekannt hatte).

Bleibt noch die E-M1 II zu erwähnen. Waren spiegellose Kameras vor ihr nicht in der Lage sich schnell bewegende Objekte, wie Vögel im Flug, einzufangen, führte sie mich zu diesem Motiv zurück.

Alle anderen Neuen im Laufe der Jahre, haben bestenfalls kleine Verbesserungen gebracht. Noch heute fotografiere ich gelegentlich mit der E-M1 I, inzwischen sechs Jahre alt. Abgesehen davon, dass ich sie nicht für fliegende Vögel einsetzen kann, sind die Ergebnisse ansonsten kaum von meiner neuesten Kamera, der E-M1X, zu unterscheiden.

Aber ist die E-M1X nicht um Einiges besser? Schließlich hat sie doch 20MP statt 16MP.

Das ist schon richtig. Auch das Rauschverhalten hat sich verbessert. Doch für die meisten Aufnahmen sind die Unterschiede kaum relevant. Niemand wird meinen Fotos ansehen, ob sie mit der E-M1 von 2013 oder der E-M1X von 2019 gemacht wurden. Auch nicht ob statt dessen eine Nikon D71000 (APS-C-Sensor) oder D600 (Vollformat) zum Einsatz kam. Die qualitativen Unterschiede sind nur in Ausnahmefällen relevant und diese sind für meine Fotografie wiederum kaum relevant (was nicht heißt, dass es nicht für andere Fotografen mit anderen Anforderungen relevant sein kann).

Höre ich manche Fotografen von der Notwendigkeit neuester Kameratechniken und -entwicklungen sprechen, beschleicht mich stets die Frage, wie es vor Jahren möglich war professionell zu fotografieren. Natürlich wurden damals mit Kameras wie meiner Nikon D700 professionelle Aufnahmen gemacht, deren Technik heute selbst von einfachen MFT-Kameras übertroffen wird. Doch ohne die entsprechenden Details vergleichen zu können, wird niemand erkennen, ob eine Aufnahme auf Basis des letzten Standes der Fototechnik, oder vor einem Jahrzehnt entstanden ist.

Wir sollten etwas durchatmen und entschleunigen. Es gibt manchmal durchaus Gründe ein Modell durch ein neueres zu ersetzen. Oft ist ein neueres Modell aber vor allem eines: Neu. Das gilt bei mir auch für die E-M1X. Sie hat zwar ein paar Gimmicks, die die E-M1 nicht hat. Aber nennenswerten Einfluss auf meine fotografische Praxis haben diese nicht. Auch nicht der nette kleine Joystick. Praktisch macht es kaum einen Unterschied, ob ich mit der einen oder anderen auf den Weg gehe.

Und was passiert mit dem alten Modell wenn das neue ankommt? Darf es verstauben oder verkauft man es für die paar Kröten die man für eine gebrauchte Digitalkamera bekommt? Früher oder später, wahrscheinlich lange bevor sie nicht mehr funktionstüchtig ist, wird sie auf den Müll landen.

Damit bin ich bei einem anderen Thema, das mich seit bewegt: Umwelt. Auch wenn wir die wachsenden Müllberge vor unserer Haustür nicht sehen – in anderen Teilen der Welt machen sie die Menschen krank.

Immer öfter überlege ich mir bei Dingen die mir unter die Augen kommen und mir ein verführerisches »Kauf mich« zu hauchen, ob ich sie wirklich brauche. Ob sie mich wirklich bereichern, ob sie mir einen Mehrwert bringen, einen Nutzen, der mir bislang fehlt. Und so sehe ich auch die E-M5 III und denke mir: 20MP – nett; und besser gegen Umwelteinflüsse abgedichtet – super! Und dann aber auch: Die E-M5 II ist bei mir Handtaschenkamera, die ich viel zu selten einsetze, die kaum einmal Regen ausgesetzt ist, und deren Qualität für die Fotos die ich damit mache, absolut ausreichend ist.

Das ist kein Urteil über die E-M5 III. Ich bin mir sicher, dass sie eine tolle Kamera ist, so wie alle Olympus-Kameras. Wer eine kompakte Kamera mit einem kompakten System sucht, sollte sie sich ansehen. Aber ich glaube ich brauche sie nicht. Vielleicht spende ich ja statt dessen demnächst wieder einmal ein paar Euro für den NABU.

Der Turmfalke

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Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/1600 | ISO200 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ6.3 | 1/1600 | ISO250 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ6.3 | 1/1600 | ISO250 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/1600 | ISO250 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/1600 | ISO250 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/1600 | ISO250 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ6.3 | 1/1600 | ISO320 | Capture One

Wenn man im Vorarlberger Rheintal einen Greifvogel sieht, ist es mit größter Wahrscheinlichkeit ein Rotmilan, ein Bussard oder ein Turmfalke. Der Turmfalke ist die verbreitetste Falkenart in Mitteleuropa. Oft steht er im Rüttelflug über einem Feld wie ein Hubschrauber in der Luft, bis er sich plötzlich pfeilschnell zu Boden stürzt.

Während ich vom Rotmilan schon ein paar ganz passable Aufnahmen einfangen konnte, ist mir das vom Turmfalke bisher noch nicht so recht gelungen. Während der Rotmilan schon einmal unmittelbar über einem kreist und einen argwöhnisch beäugt, hält der Falke mehr Distanz zum Menschen. Er ist außerdem auch deutlich kleiner. Steht er über einem Feld in der Luft ist er an sich ein leichtes Motiv, sofern er nahe genug ist. Allerdings eröffnet sich dann meist ein anderes Problem: Entweder hat man ihn im Gegenlicht, oder er dreht einem den Rücken zu. Ich unterstellte ihm schon er mache das absichtlich einfach aus Gehässigkeit dein Fotografinnen gegenüber, bis meine Frau die Vermutung äußerte, dass er bevorzugt mit dem Licht im Rücken jagt – kling logisch!

Auch diese Bilder entstanden auf einer Tour die ich zusammen mit meiner Frau mit dem Fahrrad unternahm. Das Design meiner Olympus-Kameras hat sich für mich für diese Art der Vogeljagd als optimal erwiesen. Nicht nur deshalb, weil das MFT-System so schon kompakt ist, sondern auch, weil Einstellungen nicht mittels fix definierter Umschalter vorgenommen werden, sondern via Softwareumschaltung funktionieren. Das hat den Vorteil, dass sich Einstellungen beliebig User-Sets zuweisen lassen.

Die erste Aufnahme der Abbildungen ob beispielsweise entstand mit meinem User-Set für still stehenden Motive. Dafür habe ich ein AF-Messfeld voreingestellt, Einzelautofokus, Blendenvorwahl, Einzelaufnahme und mittenbetonte Messung. Die anderen Aufnahmen entstanden in meinem Set für bewegte Motive, mit mehreren AF-Messfeldern, Motiv-Verfolgung, Zeitvorwahl, Serienbildaufnahme und Spotmessung. Es bedarf nur einem kleinen Dreh am Moduswahlrad von C1 auf C2 um all die genannten Einstellungen zu wechseln – das dauert keine Sekunde. Wie praktisch das ist, lernte ich, nachdem ich mir im Frühjahr letzten Jahres eine Lumix G9 gekauft hatte. Dort erfordert die eben beschriebene Einstellungsänderung mehrere Schalter umzulegen und einen kurzen Step in ein Menü. Alles zusammen dauert auch mit Routine wertvolle Sekunden, in denen Vögel gerne auf und davon bzw. vorbei fliegen.

Damit will ich nicht sagen, dass das Konzept meiner OM-Ds mit der Möglichkeit all die Einstellungen über die Software zu steuern besser ist, als eines, bei dem dafür fest beschriftete Schalter umzulegen. Es ist einfach nur für mich besser. Für Fotografen die anders fotografieren als ich mag es irrelevant sein, oder eben sogar am Gehäuse angeschriebene Umschalter die bessere Lösung darstellen. Das ist ja auch noch immer das schöne am Kameramarkt: Es gibt für jeden Fotografen und jede Aufgabe die passende Kamera. Wollen wir hoffen, dass das so bleibt und nicht eines Tages ein Konzept alle anderen verdrängt.

Eichelhäherherbst

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Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 | 300mm (600mm KB) | ƒ4.5 | 1/1600s | ISO500 | Capture One
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 | 300mm (600mm KB) | ƒ4.5 | 1/1600s | ISO400 | Capture One

Auf Wikipedia ist zu lesen, »der Eichelhäher ist ein Sinngvogel aus der Familie der Rabenvögel«. Ich persönlich habe noch nie einen singen gehört. Was man von ihm meist hört ist sein heiserer Schrei. Meist vernimmt man ihn schon aus der Ferne und was man von ihm in der Regel zu sehen bekommt, ist sein Abflug. Weil sein Ruf auch andere Tiere darauf aufmerksam macht, dass etwas möglicherweise Bedrohliches im Anmarsch ist, nennt man Eichelhäher auch die »Polizei des Waldes«.

Während man seiner Stimme seine Zugehörigkeit zu den Krähenvögeln durchaus anhört, lässt sein wunderschön gezeichnetes Gefieder kaum darauf schließen.

Im Herbst vor zwei Jahren wimmelte es hier in Vorarlberg von Eichelhähern. Auf sämtlichen Ried- und Forstwegen sah man sie Eicheln und Nüsse aufpicken – der Name Eichelhäher kommt nicht von ungefähr –, auf Schritt und Tritt schossen sie mit Eicheln im Schnabel vorbei. Letzten Herbst hingegeben ist uns – ebenso wie vor drei Jahren – kaum einer begegnet. Dieses Jahr scheint eher wieder ein »Eichelhäherjahr« zu sein.

In den vergangenen Jahren hat sich mein Interesse in der Fotografie von People immer mehr zu Natur, Tier und Landschaft verlagert. Ich liebe es mit der Kamera durch die Natur zu streifen und die Impressionen um mich herum einzufangen. Dabei ist für mich vor allem der Weg das Ziel – im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinn.

Seit meiner Kindheit verbringe ich gerne Zeit in den Bergen und in der Natur, bevorzugt abseits ausgetretener Touristenpfade – die schönsten Touren sind für mich immer die, auf denen mir wenige Menschen begegnen. Glücklicherweise kann ich diese Leidenschaft mit meiner Frau teilen. Sie wiederum hat bei mir das Interesse an Vögeln und Schmetterlingen geweckt – ihre Fotos veröffentlicht sie unter anderem bei 500px.

Wer schon öfter hier gelesen hat, weiß wahrscheinlich, dass es meine Anforderung Fotografie mit Mobilität zu verbinden war, die mich zu MFT geführt hat. In der Regel sind Andrea und ich mit jeweils zwei Kameras unterwegs. Einmal mit Supertele um Vögel, Insekten und Wildtiere ablichten zu können. Die andere Kamera trägt üblicherweise ein Weitwinkelzoom, meist ein M.Zuiko 12–40 oder ein M.Zuiko 12–100, um Landschaftsimpressionen abzulichten.

Nun kommt man leider zu Fuß allein nicht besonders weit und auf jedem Ausflug dieselbe Landschaft abzubilden ist auf die Dauer dann doch etwas eintönig. Nicht zuletzt erschöpft sich dabei auch der Artenreichtum an Tieren, denen man dabei begegnet. Öffentliche Verkehrsmittel sind nur bedingt eine Alternative, sind die Ziele die sich damit erreichen lassen ja auch beschränkt und den Ausgangspunkt einer Wanderung schon früh zu erreichen ist meist schwierig. Außerdem macht es auch keinen Spaß die trotz MFT nicht gerade federleichte Ausrüstung auch noch lange durch Züge und Busse zu schleppen, zumal wenn diese überfüllt sind.

Der PKW wiederum ist in Zeiten der nahenden Klimakatastrophe allerdings auch ein zunehmend fragwürdigeres Beförderungsmittel. Ich kann mir zwar weder beruflich noch privat vorstellen in absehbarer Zeit darauf verzichten, dennoch ist es mir wichtig seinen Einsatz so weit als möglich zu reduzieren (und wenn, dann verbrauchsoptimiert zu fahren). Eine gute Alternative haben wir uns in diesem Frühjahr mit zwei E-Bikes angeschafft. Damit erzielen wir einen Aktionsradius von 20–30km. Ursprünglich war angedacht, dass wir damit die zuvor per Auto erforderlichen Fahrten in die Riedlandschaften, zu den Baggersehen der Umgebung und an den Bodensee ersetzen, sie abstellen und zu Fuß weiter ausschweifen. Schnell hat sich aber herausgestellt, dass sich mit dem Rad komplette Fototouren machen lassen.

Die Kamera mit Weitwinkel habe ich dabei in der Regel mittels eines Peak-Design-Capture-Clips am Rucksack oder Gürtel befestigt, die E-M1X mit Supertele befindet sich in einem Case auf dem Gepäckträger des Fahrrads. Daraus lässt sich die Kamera ausreichend schnell befreien, um rasch einen Vogel, einen Schmetterling oder ein Reh in der Umgebung zu erwischen.

KTM-Case auf meinem E-Bike
KTM-Case offen mit Olympus E-M1X mit M.Zuiko 300mm ƒ4 Pro

The Gold Bug

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The Gold Bug
Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 300mm (600mm KB) | ƒ5.6 | 1/250s | ISO250 | Capture One Pro

»The Gold Bug« ist ein Stück von Alan Parsons Project auf dem Album »The Turn of a Friendly Card« von 1990. Daran muss ich bei der Aufnahme dieses Käfers denken. Der Goldglänzende Rosenkäfer trägt seinen Namen nicht von ungefähr – er glänzt tatsächlich als bestünde er aus Gold. Leider habe ich ihn nur von hinten erwischt. Bevor ich mich versah klappte er seine Flügel auf und flog von dannen, was mich etwas überrascht, hatte ich doch nicht erwartet, dass der große goldglänzende Käfer – laut Wikipedia immerhin 20–30mm groß – auch noch fliegen kann. Auf Wikipedia ist außerdem zu lesen, dass er in Deutschland geschützt ist und 2000 Käfer des Jahres war.

Mehr Schärfentiefe durch eine geringere Blendenöffnung – so dass der Käfer wirklich von vorne bis hinten scharf zu sehen ist – hätte der Aufnahme gut getan. Leider entfloh das Insekt zu schnell. Oder aber ich war einfach zu fasziniert von diesem wunderbaren Wesen, so dass ich nicht schnell genug reagiert habe.

Perlmuttfalter und Mohrenfalter auf Disteln

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Perlmuttfalter und Mohrenfalter auf Disteln
Olympus E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 300mm (600mm KB) | ƒ5.6 | 1/800 | ISO200 | Capture One Pro

Wenn ich das Bild jetzt so betrachte, bin ich etwas unglücklich mit der zentralen Komposition. Eine asymmetrische Komposition mit dem Mohrenfalter näher am linken Rand würde sicher besser aussehen. Ein nachträglicher Beschnitt ist leider nicht mehr möglich ohne die Disteln zu eng zuzuschneiden. Das Motiv lebt vor allem auch von der kräftig weichgezeichneten grünen Fläche vor der sich der Perlmutt- zum Mohrenfalter gesellt und sich dabei mit schön geöffneten Flügeln zeigt.

Beiden – Perlmutt- wie Mohrenfalter – sind wir in diesem Sommer recht häufig und meist in großer Zahl begegnet. In solchen Momenten hat man den Eindruck die Natur wäre noch intakt, die Welt noch in Ordnung. Die Realität sieht leider anders aus. Viele Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht. Jede Tierart die verschwindet ist ein Verlust, doch bei wunderschönen, zarten und friedlichen Tieren wie den Tagfaltern empfinde ich es besonders schmerzlich.

Exposure-X-Porträt

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Miriam
Miriam | Olympus E-M1 | Voigtländer 42,5mm ƒ0,95 Nokton |42,5mm (85mm KB) | 1/250s | ISO 200 | entfesselte Systemblitze | Photoshop, TopazLabs Clean und Alien Skin Exposure X

Wie heute schon beschrieben hat Exposure Software Exposure X in der Version 5 veröffentlicht. Das Porträt oben habe ich in Photoshop retuschiert, die Haut wurde mit TopazLabs Clean geglättet, die SW-Entwicklung erfolgte in Exposure X. Ich komme damit wesentlich schneller zu mir zusagenden Resultaten als beispielsweise mit den DxO Nik-Filtern oder DxO FilmPack.

Valiseraalpe

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Wer es gerne ruhig mag, dem darf eine Wanderung zur Valiseraalpe empfohlen werden. Als wir zunächst in Gargellen an der Talstation der Schafbergbahn eintrafen, traf uns nahezu der Schlag, ob der Massen die sich hier tummelten. Zum Glück für uns fuhren die meisten Wanderer mit der Bahn zum Schafberg hoch. Auf der Wanderung zur Valiseraalpe trafen wir dann nur mehr auf ein einziges Pärchen.

Die Wanderung habe ich auf meinem Bergfex-Account freigegeben. Die lange Dauer von knapp 5 Stunden rührt daher, dass wir sehr gemütlich wandern und immer wieder stehen bleiben, um Fotos zu machen. Außerdem beinhaltet der Zeitraum eine Rast auf der Alpe von etwa einer halben Stunde.

Der überwiegende Teil der Strecke befindet sich im Wald, weshalb sie auch bei heißem Wetter gegangen werden kann. Man kann den Weg nicht unbedingt als Panoramastrecke bezeichnen, allerdings hat man immer wieder schöne Ausblicke auf die Umgebung. Highlight ist aber vor allem die Alpe selbst. Vor der Hütte befindet sich ein kleiner Teich, indem wir zu unserer Überraschung Karpfen schwimmen sahen. Ein Tisch mit zwei Bänken lädt zur gemütlichen Rast ein.

Die Fotos sind allesamt HDR-Aufnahmen aus fünf Belichtungen, die mit Aurora HDR vereint wurden. Die Korrekturen mit DxO ViewPoint sind notwendig, da die Resultate von Aurora HDR weder eine Korrektur der Verzeichnung noch der Vignettierung enthalten. Außerdem korrigiere ich in ViewPoint auch oft die Perspektive.

Alphütte und Gipfel über Gargellen
Ausblick unterwegs | Olympus OM-D E-M1X | M.zuiko 12-100mm ƒ4.0 | 66mm (132mm KB) | ƒ8 | 1/640 | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Fischteich auf der Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 9mm (18mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 10mm (20mm KB) | ƒ8 | 1/400s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Bildstock auf der Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 9mm (18mm KB) | ƒ8 | 1/500s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Bildstock auf der Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 18mm (36mm KB) | ƒ8 | 1/400s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 18mm (36mm KB) | ƒ8 | 1/100s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 80mm (160mm KB) | ƒ8 | 1/125s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint