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Kategorie: Fotografie

Capture One 20 – König des Weißabgleichs

Posted in Digitale Dunkelkammer

Zufällig stolperte ich dieser Tage darüber, dass Capture One 20 deutlich größeres Potenzial zum Weißabgleich bietet, als ich es bisher gekannt habe. In diesem Video vergleiche ich es mit mehreren anderen RAW-Konvertern.

Nachtrag: Ich bin in einem Kommentar darauf hingewiesen worden, dass sich der Weißabgleich inklusive Weißabgleichswerkzeug in Luminar unter Helligkeit befindet – Danke für den Hinweis! Wäre ich nie darauf gekommen und die Luminar-Hilfe schweigt sich dazu leider aus. Das Resultat war am Ende mit etwa mit Adobe Camera RAW vergleichbar – die Lichter hat DxO besser korrigiert, der Weißabgleichsspielraum ist mit 2000K nicht so groß wie in Capture One.

Turmfalke

Posted in Bilder & Gedanken

Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-20 | 600mm (1200mm KB) | ƒ8 | 1/1600s | ISO500 | Capture One Pro 20
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-20 | 600mm (1200mm KB) | ƒ9 | 1/1600s | ISO500 | Capture One Pro 20

Turmfalken begegnet man in den Vorarlberger Riedlandschaften und im Rheindelta regelmäßig. Das Revier von diesem hier ist das Schweizer Ried bei Lustenau. Ich freue mich immer wieder, wenn mir ein gutes Foto des schönen Tieres gelingt.

MFT oder Vollformat? Lightroom oder Alternative?

Posted in Theorie & Technik

Vor ein paar Tagen erreichte mich eine Mail mit zwei Fragen, die mir interessant genug scheinen, als Blog-Artikel beantwortet zu werden.

Ich habe eine OM-D EM 10 mit einigen Objektive. Ich bin Hobbyfotograf, habe mehrerer VHS-Kurse besucht und bin mit manchen Bildern auch echt zufrieden. Aber eben mit vielen auch nicht. Wenn die Bilder nicht gut sind, überlege ich, ob es doch eine Vollformat-Kamera sein muss, v.a. unter Low-Light-Bedingungen. Oder lohnt sich ein Upgrade auf die neue OM D EM 5 Mark III? Oder kann ich bei meiner EM 10 bleiben und muss einfach mehr Geduld beweisen und viel mehr ausprobieren?
Ein anderer Punkt ist die Bearbeitung. Ich verwende Lightroom 6, das Programm stürzt aber oft ab bzw. importiert nicht sämtliche Bilder von der Speicherkarte. Hast du denn einen Tipp für ein gutes Bildbearbeitungsprogramm? Luminar soll auch gut sein oder muss ich auf die teure Creative Cloud-Version von Lightroom wechseln (immerhin 12€/Monat)?

Ich bin zwar kein Fan von Lightroom und nutzte selbst primär Capture One Pro, aber preislich ist das Lightroom-Abo durchaus interessant. Um man 12 Euro im Monat bekommt man nicht nur einen RAW-Konverter, sondern zusätzlich Photoshop. Capture One dürfte eher teurer, wenn man die jährlichen kostenpflichtigen Upgrades mitmacht. Benötigt man zusätzlich ein Bildbearbeitungsprogramm, muss zusätzlich investiert werden (sofern man sein Glück nicht bei den kostenlosen Angeboten findet). Affinity Photo ist zwar durchaus ein preiswertes und potentes Programm, doch der Preisvorteil dürfte beim Adobe Foto-Abo liegen.

Luminar oder DxO PhotoLab sind durchaus preiswertere Alternativen zu Capture One – und es gibt noch einige andere. Luminar plus Affinity Photo kostet in Erstanschaffung ca. 144 Euro – lustigerweise ziemlich exakt, was das Adobe Foto-Abo im Jahr kostet. Danach dürfte die Kombi zwar auch mit kommenden Upgrades günstiger sein, wie Adobes Abo. Aber ob es den Braten wirklich fett macht?

Mir persönlich ist die Art, wie ich mit einem Programmen zurecht komme und damit arbeiten kann, wichtiger als eine Preisdifferenz in dieser Größenordnung. Da wird aber jeder selbst ausprobieren und eine Entscheidung treffen müssen. Natürlich gilt es dabei auch abzuwägen, ob man mit einem Abo leben kann, oder ob einem der Kauf einer Lizenz lieber ist. Überlegt sein will die Entscheidung beim RAW-Konverter allerdings gut. Ein Umstieg ist meist zeitaufwändig und schmerzhaft.

Zur Kamera: Dass Vollformat Vorteile gegenüber kleineren Sensoren hat ist nicht zu bestreiten. Allerdings hat gerade auch MFT Vorteile gegenüber Vollformat wie auch APS-C. Das Qualitätspotenzial des Vollformats ist definitiv größer. Wenn das Volumen und Gewicht eher belanglos sind, dann sehe ich keinen Grund ein System mit einem kleineren Sensor zu wählen.

Andererseits sind die Qualitätsunterschiede doch überschaubar, vor allem, wenn man es versteht die Kamera richtig einzusetzen. Bei 99% aller Aufnahmen wird kaum ein Betrachter sagen können, ob eine Vollformat-, MFT- oder APS-C-Kamera zum Einsatz gekommen ist. Dem gegenüber finde ich den Gewichtsvorteil deutlich relevanter. Das Volumen, um das man bei größeren Sensoren einfach nicht herum kommt, fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Gewicht.

Wichtig ist aber vor allem, dass man sich mit seiner Kamera wohl fühlt. Wenn du am MFT-System zweifelst, steig auf ein System mit einem größeren Sensor um. Und sei es nur um am Ende herauszufinden, dass MFT doch das Richtige für dich ist und du nach dem Vergleich die Sicherheit hast. Möglicherweise ist aber eine Kamera mit größeren Sensoren tatsächlich besser für dich und die Ergebnisse machen dich glücklicher. So oder so: Wenn du es dir irgendwie leisten kannst, wird sich die Erfahrung lohnen. Fotografie soll Spaß und nicht unglücklich machen. Man kommt oft einfach nicht ein selber Ausprobieren herum, auch wenn es seinen Preis hat.

Natürlich wird die E-M5 III Vorzüge gegenüber der E-M10 II haben. Es ist das anspruchsvollere Modell und die neuere Generation. Ob die Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser für dich relevant ist, kannst du nur selbst beantworten. Für mich ist es das. Ich habe schon mehrfach im Regen fotografiert. Es verlangt allerdings auch nach abgedichteten Linsen, und das trifft fast nur auf die Pro-Modelle zu. Ob so ein Upgrade tatsächlich sinnvoll ist, scheint mir aber etwas fraglich, wenn du insgesamt am System zweifelst.

Vielleicht einfach einmal eine Kamera mit APS-C oder Vollformat leihen oder mieten. Dann kannst du Testen, um wie viel besser die Resultate ausfallen. Vor allem, wenn du mit dem Leihgerät und deiner OM-D parallel fotografierst.

MacBook 2019 – zum ersten Mal unzufrieden mit Apple

Posted in Erfahrungsberichte

Schaut man auf YouTube einmal ein Video zu einem Thema an, ist die Startseite daraufhin voll davon. Deshalb spült es in letzter Zeit laufend kritische Videos über Apple auf meine YouTube-Homepage. Und ich muss zugeben: Es spiegelt etwas mein Befinden gegenüber Apple.

Es war einmal, in den 1990ern, als Microsoft den Markt uneingeschränkt beherrschte, alles aufkaufte oder zerquetschte, was ihm Konkurrenz zu machen drohte oder einen Markt besetzte, den man wieder einmal verschlafen hatte, da konnte man mich mit gutem Recht als Apple-Fan bezeichnen.

Nach der Jahrtausendwende änderten sich die Dinge. Apple überholte Microsoft als erfolgreichster IT-Konzern. Apples Erfolg begann zwar mit innovativen Computer-Designs aber ging erst durch die Decke, als man neue tragbare Mobile Devices für den Consumer-Markt erfand. Zuerst den iPod, dann das iPhone und schließlich das iPad. Andere Sparten des Unternehmens scheinen neben diesen Erfolgen wohl etwas in die Nische geraten zu sein.

2015 stellte Apple mit Aperture ein neue Art Programm vor ohne das heute wohl kein Fotograf mehr arbeiten möchte: Eine Synthese aus RAW-Konverter und Digital Asset Manager. Obwohl das Programm nach Adobe Lightroom wohl der am zweit häufigsten genutzte RAW-Konverter gewesen sein dürfte, schlief die Entwicklung nach 2010 ein und wurde 2015 eingestellt. Wer schon einmal den RAW-Konverter gewechselt hat, weiß, was das für den Nutzer so eines Programms bedeutet: Hunderte Stunden Arbeit gehen verloren!

2009 stellte Apple mit iWork ein innovatives Office-Programm vor. Mit Keynote erstellte Präsentationen hauten jeden, der nur PowerPoint kannte, aus den Socken. Pages mochte nicht so mächtig, wie Word sein, aber es war um Welten Nerven schonender, konnte alles, was die meisten Anwender brauchten, und bot Möglichkeiten die man bei Microsoft vergeblich suchte. Für Numbers gilt im Prinzip dasselbe. Ich war gespannt, was dieses innovative Produkt in Zukunft erst bringen mochte. Aber iWorks war ein Start ohne Zukunft. Aktuelle Versionen können kaum nennenswert mehr, als die Urversion, manche Funktionen sind im Laufe der Jahre verloren gegangen, wie beispielsweise die Serienbrieffunktion in Pages.

Aperture und iWorks vermitteln den Eindruck, dass Nischenprogramme im Apple-Konzern wenig Chance auf ausreichende Pflege haben. Traurig und frustrierend aber hinzunehmen, solange Apple Computer und Betriebssysteme verkauft, mit denen man effizient und weitgehend problemlos arbeiten kann.

2019 hat das für mich leider ein Ende gefunden. Mein MacBook Pro ist die erste Apple Hardware mit der ich nicht glücklich bin. Dass ich demnächst die Tastatur austauschen muss ist zu verschmerzen – der Austausch kostet mich nichts. Dass ich das neue MacBook kaufte, weil beim Vorgänger schon Display und Tastatur auszutauschen waren, wirft kein gutes Licht auf das Qualitätsmanagement bei Apple, aber so lange der Hersteller für von ihm geschaffene Probleme gerade steht, sehe ich wenig Anlass zur Kritik.

Was mich am MacBook 2019 frustriert ist das Design an sich. Da ist einmal die Touch-Bar. Ich hatte schon als ich ihn das erste Mal sah den Eindruck, dass es sich eher um einen technischen Gag, als um ein nützliches Feature handelt. Die Praxis hat das für mich bestätigt: Ich nutze die speziellen Möglichkeiten kaum. Sie stellt für mich zwar keinen Nachteil dar, aber ich könnte mit den alten F-Tasten mindestens so gut leben.

Weniger Freude habe ich – anders als die Anwender im oben eingefügten Video – mit dem riesigen Trackpad. Hatte ich bevor ich es selbst besaß etwas neidisch auf Leute die es schon nutzten geblickt, konnte ich in der Praxis keinen Vorteil in seiner Größe entdecken. Im Gegenteil: Ich schreibe viel auf dem Laptop, komme dabei dauernd mit dem Daumen auf das Trackpad, wodurch Aktionen ausgelöst werden, die mich aus dem Schreibfluss werfen.

Wirklich ärgerlich und unverständlich sind aber die Anschlüsse. Vier Thunderbolt 3 Anschlüsse aber keinen klassischen USB-Anschluss. Nahezu sämtliche elektronischen Geräte die man nutzt, inklusive aller iPhones und iPads besitzen den alten Anschluss. Diese lassen sich nur mehr Mittels Hub an das MacBook anschließen. Ich verstehe ja, wenn man keinen SC-Card-Slot mehr verbaut. Für Fotografen traurig, zumindest für die, die nicht wegen CF-Karten ohnehin auf ein separates Lesegerät angewiesen sind, aber für das Gros der Anwender in Zeiten, in denen das Smart Phone den Fotoapparat verdrängt hat, kaum relevant. Aber der vollständige Wechsel zu USB-C ist unverständlich. Man kann nicht einerseits damit werben ein grünes und verantwortungsbewusstes Unternehmen zu sein, und gleichzeitig mit jeder neuen Gerätegeneration Unmengen an elektronischer Peripherie zu Elektronikschritt machen.

Die Schnittstelle meines Eizo-Monitors passte nicht mehr zu Thunderbolt 3 und ich musste erst recherchieren, womit ich ihn wieder einsatzfähig bekam. Dabei kam schon die Befürchtung auf, dass ich den gar nicht so alten Bildschirm schon wieder ausmustern muss. Nach mehreren Bestellungen und Retournierungen an Kabeln und Hubs habe ich am Ende eine Lösung gefunden, das Gespann zu vereinen. Leicht war es aber nicht. Denn ohne Test lässt sich kaum herausfinden, ob ein bestimmter USB-C-Port das MacBook mit Strom versorgt, ob das Bildschirmsignal von ihm übertragen wird, oder ob eines davon oder beides nicht zutrifft. Dass der geniale MagSave-Anschluss dem neuen Standard zum Opfer gefallen ist, ist außerdem ausgesprochen bedauerlich.

Seit einigen Jahren beobachte ich durchaus wohlwollend, wie sich Microsoft entwickelt. Ohne Erfahrung mit dessen Bedienung zu haben, mag ich das Kacheln-Design der Oberfläche. Ich finde es auch ausgesprochen bedauerlich, dass die mobile Version von Windows eingestellt wurde. Mir fehlt damit die Alternative zu iOS, denn bevor ich wirklich ein Betriebssystem von Google in Betracht ziehe, muss sich Apple schon noch enorme Fehler leisten.

Dass ich, und viele andere kreative Anwender nach Jahrzehnten der Arbeit mit dem Mac, überhaupt über einen Wechsel zu Windows nachdenken, zeigt, wie viel Apple in den letzten Jahren falsch gemacht hat. Bislang ist es nur ein Gedanke. Es gibt nach wie vor zu viel, was ich an Apples Computern mag, einiges, was mich an Windows abschreckt – die Position der STRG-Taste beispielsweise würde meine intensive Nutzung von Tastaturkürzeln deutlich erschweren und viele typografisch korrekte Sonderzeichen sind unter Windows nur über ANSI-Code einzugeben. Ganz abgesehen davon, dass ein Umstieg einen Wechsel mancher Programme erfordern würde und das mit viel Zeitaufwand verbunden wäre. Aber die Sympathie für Apple wird nicht unendlich und unzerstörbar sein.

Am Ende kann ich mir aber auch einen Seitenhieb auf Samsung nicht verkneifen. Da ist einmal der Punkt, dass die Kritik an den Arbeits- und Produktionsbedingungen bei Apple-Produkten zwar gut und gerechtfertigt sein mag. Dem steht aber gegenüber, dass das bei Samsung nach meinem Wissen dramatisch schlechter ist (und was man so aus China vernimmt, sind die Chancen groß, dass die dortigen Hersteller noch schlimmer sind). Hinzu kommt, dass ich vor etwa zwei Jahren einen Samsung Laserdrucker gekauft habe und diesen nun entsorgen kann, weil Samsung keinen Treiber mehr für das aktuelle Mac-Betriebssystem mehr zur verfügung stellt. Meine Lehre daraus: Nie wieder Samsung!

Ich hoffe, dass Apple seinen Blick für die Kunden zurück gewinnt und ich nicht irgendwann konkret über einen Wechsel zu Windows nachdenken muss. Aber sollte dieser Tag wirklich einmal kommen, dann werde ich mir gut überlegen, bei welchem Hersteller ich mich mit Hardware eindecke. Es ist nicht alles besser als Apple, auch wenn Apple derzeit nicht besonders gut für seine Laptop-Kundschaft sein mag.

Hat DSLR noch Zukunft?

Posted in Bilder & Gedanken

Bei Fragen, wie dieser, fürchte ich immer, dass ich damit mehr Leser verärgere und verprelle, als, dass ich meinem Blog etwas Gutes tue. Niemand lässt sich gerne sein System für tot erklären. Ich weiß das. Ich kann mich gut erinnern, wie kurz vor Jahreswechsel das Gerücht, Olympus könnte 2020 seine Kamerasparte einstellen, dezente Panik in mir auslöste. Ich kann mich gut an den Ärger erinnern, als Tony Northrup prophezeite MFT würde bald einmal sterben.

Wenn ich hier die Frage nach der Zukunft von DSLR stellen, dann ist das keine Rache an der Spiegelreflexkamera. Die Frage richtet sich nicht gegen Canon, Nikon oder Pentax und schon gar nicht gegen deren Nutzer und Fans. Sie ist höchstens meine Rache an Tony Northrup und richtet sich gegen ihn. Northrup hat, als er MFT für tot erklärte, seinen 1,5 Millionen Abonnenten den Rat gegeben, kein Geld mehr in MFT zu investieren. Er hat behauptet, wer in Fotoausrüstung investiert, möchte, dass sein System Zukunft hat. Dass man hinter die Zukunft von DSLR und die neuen spiegellosen APS-C-Systeme von Nikon und Canon ebenso Fragezeichen setzen muss, scheint für ihn kein Thema zu sein.

Ich bekam eben den dpreview-Newsletter und dem Verweis auf einen Artikel, »The Nikon D750 vs D780: Should you upgrade?« Und ich fragte mich: Sollte man? Ist eine Investition in eine neue DSLR und in Objektive für das System wirklich eine Investition in die Zukunft? Deutet nicht alles daraufhin, dass spiegellose Systeme endgültig drauf und dran sind DSLR abzulösen?

Natürlich kann man DSLR-Objektive Mittels Konverter in Zukunft an spiegellosen Kameras nutzen. Bei MFT ist das nicht so einfach. Stirbt MFT sind die Objektive nutzlos, denn kein Konverter wird sie sinnvoll an einer APS-C- oder Vollformatkamera nutzbar machen. Dennoch würde mich als DSLR-Nutzer – z.B. der D750 – die Frage, ob ein Upgrade auf eine neue DSLR clever ist, oder, ob nicht ein Crossgrade auf MSC klüger wäre, ziemlich beschäftigen. Nicht minder, wie mich als MFT-Nutzer die Frage beschäftigt, ob das System in einigen Jahren noch lebt.

Und nicht nur die Frage nach Spiegel oder Spiegellos steht im Raum. Ich frage mich auch – und habe die Frage auch schon gebloggt –, wie viel Zukunft ein spiegelloses APS-C-System bei Canon und Nikon haben kann, wenn die Preise für Vollformat, wie vorhergesagt, weiter verfallen.

Ich prophezeie keinem System den Tod. Ich stelle nur Fragen. Und ich versuche bei allen Systemen die gleichen kritischen Fragen zu stellen und überall dasselbe Maß anzusetzen.

Kann man Skylum vertrauen?

Posted in Digitale Dunkelkammer

Kann man Skylum vertrauen? Ich tue mir schwer.

Seit letztem Jahr habe ich zahlreiche Belichtungsreihen mit Aurora HDR zu HDR-Bildern vereint. Das Programm ist mit Abstand das Beste, was ich an HDR-Programmen getestet habe. Es hat aber auch Schwächen. Leider scheint es keine Produktpflege zu geben. Aurora HDR 2019 wurde 2018 veröffentlicht und steht seither bei Version 1.0.0. Eine Nachfrage beim Support, ob es jemals ein Upgrade geben würde, brachte die vage Antwort, dass man derzeit alle Energie in Luminar stecke.

Skylum, ehemals MacPhun, hat schon eine ganze Hand voller Programme still und heimlich in der Versenkung verschwinden lassen. Erstmals sorgte das Unternehmen mit Intensify für Aufsehen. Dann folgten Noiseless, Tonality und ein paar andere. Ich hatte mir diese Programme verkauft. Upgrades hatte es dafür nie gegeben. Es kamen Aurora HDR und dann Luminar, die anderen Programme verschwanden von der Website.

Skylum hätte den Kunden dieser kleinen Programme zumindest die Möglichkeit zu einer Ermäßigung beim Kauf von Luninar (oder Aurora) geben können. Statt dessen sind die Apps für den Kunden zum Wegwerfprodukt geworden. Ich glaube nicht, dass Luminar-Käufer fürchten müssen, dass ihre Software denselben Weg geht. Luminar scheint doch ziemlich erfolgreich zu sein. Für die Zukunft von Aurora HDR hingegen sehe ich schwarz. Verkauft wird das Programm trotzdem weiterhin. Ich würde das Betrug am Kunden nennen, sofern meine Vermutung zutrifft und eine Fortführung des Programms in den Büros der Software-Schmiede in den Sternen stehen.

Sowas habe ich bei Adobe schon einmal erlebt: Adobe hat nach der Übernahme von Macromedia Adobe GoLive auch noch einige Zeit zum Verkauf angeboten, obwohl eigentlich offensichtlich war, dass das Programm keine Zukunft hat.

Nie zufrieden

Posted in Bilder & Gedanken

Rheinholz | Olympus E-M1 II | M.Zuiko 12-100mm ƒ4 | 18mm (36mm KB) | ƒ8 | 1/50 | ISO800 | Exposure X5

Viele Fotografen sagen, man dürfe nie zufrieden mit seinen Fotos sein. Ich habe früher einmal Bass gespielt. Ich war nie zufrieden damit, wie ich spielte. Vor etwa 20 Jahren habe ich aufgehört.

Fotografen, Gründe und Argumente pro Micro FourThirds (MFT)

Posted in Theorie & Technik

Am 7. Dezember 2019 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »Fotografen und Techniker«. Darin habe ich einige YouTube-Kanäle von Fotografen vorgestellt die mit MFT auf professionellem Niveau fotografieren. Seither habe ich diesem Artikel zwei weitere Videos hinzugefügt. Dabei ist mir in den Sinn gekommen, dass der Post insgesamt eine gute Sammlung ist, um Interessierten zu zeigen, dass man mit MFT professionell fotografieren kann und welche Gründe dafür sprechen – wobei nicht ausgespart wird, dass MFT natürlich auch Nachteile und Schwächen hat. Alles hat zwei Seiten, alles ist relativ!

»Fotografen und Techniker« dürfte leider keine ideale Überschrift sein, damit der Artikel von Interessierten gefunden wird. Ich überlegte dann kurz den Titel zu ändern, finde es aber besser, wenn ich die dort bereits geteilten Videos samt meiner Anmerkungen in einen neuen Artikel übernehme. Die seit Veröffentlichung neu hinzugekommenen Videos habe ich hier an den Beginn gestellt, dasselbe werde ich mit allen machen, die zukünftig hinzukommen.

BTW: Alles was ich hier schreibe und an Videos zusammentrage, richtet sich nicht gegen Vollformat. Die meisten Argumente lassen sich übrigens auch problemlos auf Kameras mit APS-C-Sensoren übertragen – ich denke dabei vor allem an Fujifilm, die voll darauf setzen und kein Vollformat anbieten. APS-C ist quasi der goldene Mittelweg zwischen Vollformat und MFT, was aber natürlich auch heißt, dass man die besonderen Vorteile von Vollformat auf der einen und MFT auf der anderen Seite immer nur halb erreicht.

Mike Kuna

Nachtrag 2.1.2020: Bei der Auswahl der Videos für diesen Artikel achte ich an und für sich darauf, dass sie von Fotografen stammen deren Arbeiten zeigen, dass sie fotografieren können und nicht nur über technische Aspekte sprechen. In den meisten Videos sind solche Arbeiten zu sehen, bei einigen habe ich mir anhand der Homepage einen Eindruck verschafft. Auf YouTube führe ich eine umfangreichere Liste mit MFT-Videos. Von Mike Kuna habe ich keine Fotos gesehen. Allerdings bringt der die Vor- und Nachteile von MFT, Vollformat wie auch APS-C dermaßen sachlich auf den Punkt, dass ich finde, dass es in diese Sammlung gehört.

Derek Forss

Nachtrag 31.12.19: Derek Forss fotografiert offensichtlich gerne in alten Gemäuern unter schwierigen Lichtbedingungen mit tiefen Schatten. Die im Video gezeigten Aufnahmen zeigen, dass das kein Problem für MFT ist.

Mark Lindström

Nachtrag 30.12.2019: Mark Lindström ist Fotograf. Die Aufnahmen die im Video zu sehen sind belegen, dass er fotografieren kann und nicht nur über Technik redet. Sein Handwerk analog erlernt, fotografiert er seit 2006 Digital – mit Vollformatkameras von Canon. Seit zwei Jahren nutzt er parallel zum Vollformat das MFT-System als transportablere Alternative. Seine Vergleiche beziehen sich nicht nur auf EOS-Spiegelreflexkameras, sondern ebenso auf das neue spiegellose R-System von Canon. Was er sagt ist im Wesentlichen genau das, was ich gerade versuche in einem schriftlichen Artikel zusammenzufassen: Keine Kamera ist perfekt für jede Aufgabe, jeden Fotografen, Jederzeit. Er beschreibt die Vorteile von MFT, nicht ohne außer Acht zu lassen, was Vollformat besser kann. Er nutzt noch immer Vollformat für die Aufgaben, für die es die besseren Eigenschaften mit sich bringt. Aber er sagt auch, dass mittlerweile etwa 80% seiner Aufnahmen mit MFT entstehen, und dass er viele davon wahrscheinlich nicht machen hätte können, wenn er auf ein Vollforamtsystem angewiesen gewesen wäre.

Andy Rouse

Nachtrag 22.12.2019: In diesem Interview für Professional Photo Magazin spricht der Tierfotograf Andy Rouse über Tierfotografie und weshalb er mit MFT fotografiert. Die gezeigten Bilder dürften außer Frage stellen, dass er weiß, wovon er spricht, wenn er über Fotografie spricht.

Joseph Ellis

Nachtrag 13.12.2019: Joseph Ellist ist Hochzeitsfotograf in Dallas und begeisterter Olympus-Fotograf. In seinem Kanal finden sich viele nützliche Tipps, gerade zur praktischen Arbeit mit einer OM-D. Neben OM-D-Modellen arbeitet er parallel auch mit einer Phase One Mittelformatkamera mit 100MP Auflösung. Wenn er über Sensorgröße, Auflösung und Details spricht, weiß er, worüber er redet, da er beide Systeme für seine professionelle Arbeit einsetzt. In diesem Video spricht er darüber wie relativ der Qualitätsunterschied zwischen einer 16MP MFT-Kamera und 100MP Mittelformat ist, wenn davon ein großformatiger Print erstellt wird.

Robin Wong

Nachtrag 12.12.2019: Robin Wong lebt und fotografiert auf Malaysia. Er hat sehr gute An- und Einsichten zu Fotografie und ihm zuzuhören finde ich immer inspirierend. Zu Beginn dieses Videos stellt er klar, dass in seinem Kanal keine Kamera und keine Marke ge-bashed wird – dass er für MFT aber nie gegen ein anderes System spricht. Das deckt sich mit dem, was ich in meinem Blog versuche. Dass ich MFT liebe, heißt nicht im geringsten, dass ich irgendein anderes System oder eine andere Marke ablehne. Robin Wong sagt, er liebt alle Kameras und alle Marken.

Wong erklärt in diesem Video, warum er davon ausgeht, dass Olympus niemals ein Vollformatsystem herausbringen wird: Olympus versteht sich als Alternative für Fotografen, die viel unterwegs sind und deshalb ein kompaktes und leichtes System bevorzugen.

Er rät, wenn man primär Landschaft und Architektur fotografiert und für großformatige Prints maximale Auflösung benötigt: Go full-frameI Wenn man überwiegend unter sehr schwachem Licht fotografiert, vielleicht weil Astrofotografie ein Kernthema darstellt: Go full-frame! Wenn der Lebensunterhalt davon abhängt, dass man für seine Klienten Motive mit geringster Schärfentiefe von Hintergründen freistellen kann: Go full-frame!

Für den überwältigenden Teil der Fotografen stellen diese Bedingungen jedoch eher kein ausschlaggebendes Argument dar (in Bokeh sind, wie das Video in diesem Artikel nahelegt, vor allem Fotografen vernarrt, während für normale Betrachter dabei sogar eher weniger mehr zu sein scheint). Für all diese ist MFT eine Option. Sie wird umso interessanter, je mehr Transportabilität und leichtes Handling von Bedeutung sind.

Es stimmt zwar, dass es mittlerweile spiegellose Vollformatkameras gibt die auch nicht nennenswert größer sind als die meisten MFT-Kameras sind (wobei die kleinsten MFT-Modelle selbstverständlich kleiner sind, als die kleinsten APS-C- oder Vollformatkameras). Doch Physik und Optik haben am Ende doch ein Wörtchen mitzureden, so dass die Linsen für einen größeren Sensor immer größer (und schwerer) ausfallen müssen, als für einen kleineren. Natürlich gibt es zu spiegellosen Vollformatkameras auch relativ kompakte und leichte Linsen. Doch wäre etwas undiffernziert die leichtesten Vollformat- mit den schwersten MFT-Linsen zu vergleichen – es gibt meist eine MFT-Alternative die bedeutend kleiner und leichter ist. Der Gewichtsvorteil von MFT ist ein Fakt, ebenso wie die Stärken von Vollformat bei Auflösung, High-ISO und Schärfentiefe Fakt sind.

MFT ist natürlich nicht für Jedermann und jede Frau das Richtige. Aber wie Aki Murata von Olympus in einem Interview so schön sagt: »Full-frame isn’t for everybody.« Olympus legte wie gesagt immer schon – bereits in analoger Zeit – viel Wert darauf, die kompaktesten und leichtesten Kameras anzubieten. Eine OM-D E-M5 hat etwa das Volumen einer analogen OM Kleinbildkamera der 70er Jahre. Damit zu fotografieren macht einfach Spaß.

Auf den MFT-kritischen Kanälen höre ich viel über High-ISO-Performance, Auflösung, Bokeh, bis hin zur Anzahl der Photonen die auf einen Mikrometer Sensor fallen (kein Scherz!). Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass auf diesen Kanälen häufig das Wort »Spaß« fallen würde, wenn über eine Kamera oder ein System berichtet wird. Sicher weiß ich hingegen, dass dieser Begriff bei Leuten die sich für MFT entschieden haben auffallend oft fällt.

Natürlich hatte ich mit meiner Vollformatkamera auch Freude am Fotografieren. Aber als ich zum ersten Mal mit einer Olympus E-M5 fotografierte, hat der Spaß noch einmal eine ganz andere Qualität erhalten. Das ist natürlich subjektiv! Ich habe keinen Zweifel daran, dass (hoffentlich) alle die mit APS-C- oder Vollformat (oder auch Mittelformat) fotografieren Freude an der Arbeit mit ihrer Ausrüstung haben. Mir fällt nur auf, dass der Faktor »Spaß« bei MFT auffallend häufig genannt wird, während das bei Vollformat kaum ein Faktor von Bedeutung zu sein scheint, und vielmehr High-ISO, Auflösung, Dynamikumfang, Bokeh und Photonen im Vordergrund stehen. Dabei beweisen viele der unten folgenden Videos, dass man mit MFT sehr wohl große Prints anfertigen, beeindruckende Landschaftsaufnahmen erstellen und bei wenig Licht professionelle Ergebnisse erzielen kann.

Wenn jemand sagt er oder sie könne (oder wolle) aus diesem und jenem Grund nicht mit MFT fotografieren, dann gibt es daran nicht das geringste auszusetzen. Wenn jemand sagt, man könne nicht mit MFT fotografieren, dann gibt es daran zwar auch nichts auszusetzen, ich würde aber raten er oder sie solle einfach fotografieren lernen. Viele der Videos unten zeigen, dass man kann und das Internet ist voller Bilder die es ebenso beweisen. Und jene die eine große Kamera benötigen um von ihren Kunden ernst genommen zu werden … ihr könnt euch den Rest denken. Das dürfte allerdings wohl in erster Linie ein Männerproblem sein.

Oddbjørn Austevik

Nachtrag 10.12.19: Man könne mit Aufnahmen einer MFT-Kamera keine großen Print machen, heißt es. Eine sehr relative Aussage, schließlich ist alles relativ – ich jedenfalls behaupte das, unter anderem in diesem Artikel. Dass man sehr wohl großformatige Bilder aus MFT-Aufnahmen erstellen kann, habe ich auch schon mit früheren Videos geteilt, unter anderem in meinem Artikel »Zeit für Olympus«. In meinem Artikel »Auflösung und Druckformat« finden sich ein paar Tabellen mit Richtwerten wie groß sich Bilder bei welchen Auflösungen und welchen Betrachtungsabständen drucken lassen.

Es gibt Motive bei denen tatsächlich davon auszugehen ist, dass der Betrachter bis auf die Lesedistanz von etwa 45cm – der Betrachtungsabstand, bei dem eine Auflösung von 300ppi relevant ist – an ein Bild herangehen um Details in Augenschein zu nehmen. Das sind aber seltene Ausnahmen. Der überwältigende Anteil der Motive wird aus umso größerer Entfernung betrachtet, je größer das Format ist. Anders lassen sich Bilder gar nicht erfassen. Wer würde sich schon im Kino freiwillig in die erste Reihe setzen?

Bei Prints im Format A1 kann man von einem Betrachtungsabstand von 2m ausgehen, wofür 60ppi ausreichend sind, bei A0 geht man von 3m aus, wofür 45ppi ausreichen sind. Wer nicht glaubt, dass bei größeren Abständen geringe Auflösungen keinen Unterschied mehr machen, soll sich einfach fragen ob ihm oder ihr schon einmal aufgefallen ist, dass Großflächenplakate üblicherweise mit einer Auflösung von 30ppi gedruckt werden. Mehr würde dabei gar nichts bringen, denn die Auflösung des Druckrasters ist zu gering mehr Auflösung des Digitalbildes zu transportieren. Betrachtet man diese Poster aus 45cm Distanz, sieht man vor allem riesige Rasterpunkte. Diese Rasterpunkte sind aber schon ab wenigen Metern Abstand nicht mehr zu erkennen, da das Auflösungsvermögen der Augen dafür nicht ausreichend ist.

Das Video unten zeigt eindrücklich, wie große Prints mit 16MP- und 20MP-Kameras und mit MFT möglich sind. Zwar zeigt der Fotograf auch ein paar Detailaufnahmen in denen Störungen und Pixel zu identifizieren sind. Aber wer sich daran stößt, setzt sich im Kino wahrscheinlich auch in die erste Reihe um möglichst feine Details erkennen zu können. Er wird dann halt von der Handlung an sich nichts mitbekommen. Ich habe das notgedrungen ein einziges mal gemacht und am Ende kam ich mir vor wie ein Krebs, der seine Augen in zwei verschiedene Richtungen zur gleichen Zeit drehen kann.

Ben Aqua

Nachtrag 10.12.19: Ich gehe davon aus, dass das Gros der Leute die behauptet man könne mit MFT nicht vernünftig fotografieren, das aus Hörensagen tun und sich niemals selbst ausreichend mit dem System befasst haben, um das aus eigener Erfahrung bestätigen zu können. In meinen Augen sind solche Meinungsbekundungen irrelevant, da sie eben nichts anderes als nachgeplapperte Vorurteile sind.

Wirklich interessant finde ich an Urteilen über ein System vor allem jene, die von Leuten getroffen werden, die die Systeme wirklich aus längerer Praxis kennen. Ich selbst lehne mich bei dem Thema nur deshalb aus dem Fenster, weil ich mehrere Jahre mit Vollformat fotografiert habe, Bücher über Vollformatkameras geschrieben habe und, nachdem ich mir eine MFT ohne Absicht Vollformat zu ersetzen zugelegt hatte, entdeckte, dass ich damit meine Art der Fotografie genau so gut betreiben kann, bei weniger Gewicht und mehr Spaß.

Alle Fotografen, die ich weiter oben vorgestellt habe, und noch viele mehr, über die ich auf YouTube stolperte, wissen worüber sie reden, wenn sie MFT mit Vollformat oder APS-C vergleichen, weil sie mit den größeren Sensoren arbeiteten bevor sie auf das kompaktere System umgestiegen sind. Natürlich finden sich ebenso Videos von Leuten die erklären, weshalb sie den umgekehrten Weg gegangen sind. Dabei werten die Wenigsten die einen Wechsel vorgenommen haben das System das sie verließen ab. Die meisten sagen einfach, es war nicht mehr das richtige Werkzeug für mich, das neue passt mir besser. Ben Aqua nennt das Video unten zwar »Why I ditched full frame«, aber er relativiert das auch, dass es etwas hart formuliert sein und, dass er viel Spaß mit seiner Canon hatte. Im weiteren führt der dann Gründe an, weshalb das Lumix-G-System für ihn das bessere Werkzeug ist.

Gavin Hoey

Gavin Hoey lernte ich auf dem Kanal von Adorama kennen, als ich mich vor einigen Jahren intensiver mit entfesselten Blitzen befasste. Damals fotografierte er mit einer Canon Vollformatkamera.

Seit einigen Jahren sehe ich Hoey nur mehr mit einer OM-D E-M5. Was mir an ihm gefällt, ist, dass er mit wenig Aufwand tolle Aufnahmen inszeniert und, dass er es zu beschreiben versteht, so dass es jeder nachmachen kann. Irgendwann sah ich auch einmal ein Video von ihm indem gleich mehrere beeindruckende Bilder von ihm in Serie zu sehen waren, aber das habe ich auf die Schnelle leider nicht mehr gefunden. Deshalb habe ich dieses ausgesucht.

Steve Huff

Steve Huff liebt alle Kameras und Marken – Olympus ebenso wie Leica. Er betreibt auch einen beliebten Blog unter stevehuffphoto.com. Ich habe den Eindruck als reise er Jahr ein Jahr aus in Sachen Fotografie die Welt. Steve Huff ist Tester aber er scheint dabei Fotograf geblieben zu sein. Man sieht seinen Aufnahmen den fotografischen Blick an. Ich habe Bilder anderer Vlogger gesehen, die auf derselben Produktvorstellungsveranstaltung für die E-M5 III waren, aber Huffs Aufnahmen sind um Welten besser. Seine Erfahrungsberichte sind sehr viel praxisbezogener, als die vieler anderer Foto-Blogger. Bei aller Liebe zu Kameras und ihren Hersteller ist er immer auch kritisch. Vor einigen Jahren hörte ihn erzählen, dass im Fuji keine Testmodelle mehr zur Verfügung stellte, weil er sie immer sehr kritisch kommentierte. Er hat sich die Modelle dann selbst gekauft um sie testen zu können (man muss gut verdienen als erfolgreicher Foto-Blogger – wenn ich das nur auch von mir sagen könnte!) Irgendwann sah ich dann ein Video über eine neuere Fuji von ihm, indem er sich sehr angetan vom Modell zeige und erklärte, dass viele der Punkte die er an früheren Modellen kritisierte, jetzt behoben seien.

Steve Goslin

Das folgende Video von Steve Goslin habe ich bereits einmal geteilt, weil er zwei Systeme nutzt: Eine Phase One Mittelformatkamera und eine OM-D E-M5. Seine Aufnahmen zeigen, dass er ein exzellenter Fotograf ist. Als Anwender einer Phase One sollte er in Sachen Bildqualität und Auflösung verwöhnt sein. Dass er daneben mit MFT fotografiert darf man ruhig als Beleg nehmen, dass das System für Profis nicht unbrauchbar ist. Hobby- und Amateurfotografen die das so sehen, sollten vielleicht einen Moment darüber nachdenken – hauptberufliche Tester dürfen das natürlich auch.

James Popsys

Auf den britischen Inseln scheinen aus irgendeinem Grund sehr sympathische Vlogger zu wachsen. Einer der sympathischten jungen Leute die ich auf YouTube bislang überhaupt gesehen habe, ist Matt Gould – er schießt Vögel mit Vollformat und soll deshalb nur beiläufig erwähnt werden (wer Vogelfotografie mag, sollte in seinem Kanal vorbei schauen). Nicht weniger gerne schaue ich Jamges Popsys zu. Ein Besuch auf seiner Site zeigt, dass er Fotograf ist und fotografieren kann. Er kam von einem größeren System (ich glaube APS-C) zu MFT. In diesem Video erklärt er, weshalb Vollformat nicht das richtige Werkzeug für ihn ist und er bei Lumix G bleiben wird.

Joe Edelman

Joe Edelman kann nicht nur wahnsinnig schnell sprechen – er kann auch herausragend fotografieren. In diesem Video erklärt er die Produktion eines Fotos für ein 14,6m langes Großflächenplakat, das mit einer OM_D E-M1 II entstand.

Chris Eyre-Walker

Noch einer der Fotografieren kann und es mit MFT tut. Auch hier kann man sich auf seiner Site davon überzeugen. Dieses Video, indem er in 24 Stunden 24 Fotos in ganz Belgien macht, stammt aus seine YouTube-Kanal. Es hat mich selbst daran erinnert, dass ich in letzter Zeit nur mehr mit auch für MFT-Verhältnisse schwerem Gerät unterwegs bin, und dabei aussehe wie ein dicht bepackter Esel. Die Leichtigkeit, die ich entdeckt habe, als ich zum ersten Mal mit einer OM-D E-M5 auf den Weg ging, habe ich über die Jahre hinweg wieder verloren. Ich habe mir vorgenommen, sie nach Möglichkeit wiederzuentdecken.

Das sind nur einige Videos und Kanäle exzellenter Fotografen die mit MFT arbeiten die ich über die Jahre hinweg gesehen habe und die ich für diesen Artikel wieder fand, weil ich sie in einer Liste gespeichert habe oder den Vloggern folge. Natürlich schaue ich ebenso Videos von exzellenten Fotografen an, die mit anderen Systemen arbeiten und deren Bilder nicht minder beeindruckend sind. Was echte Fotografen verbindet – egal ob sie mit kleinen oder großen Sensoren arbeiten – ist, dass es ihnen um die Fotografie geht. Viele davon zeigen sich auch begeistert von ihrem Werkzeug und erklären warum. Aber von kaum einem dieser teilweise über lange Jahre erfahrenen Anwender vernimmt man, dass sie sich abfällig über andere Systeme äußern. Sie erwähnen vielleicht, weshalb ihr System ideal für sie ist. Es gilt die Devise, get the right tool for the right job! Systeme für rubbish oder dead zu erklären tun in erster Linie Leute, denen es mehr um die Technik als um die Fotografie geht.

MFT, APS-C, Vollformat oder gleich Mittelformat? Wie viel Sensor braucht der Mensch?

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Liegt das fotografische Glück in erster Linie darin möglichst feine Details möglichst rauscharm aufnehmen und am Bildschirm in der Vergrößerung zu bewundern, ist größer definitiv besser. Zieht man auch andere Aspekte in Betracht wird das Bild differenzierter.

Mit diesem Artikel versuche ich ein differenziertes Bild zu zeichnen. Natürlich spiegelt er meine subjektive Sichtweise. Jede Sichtweise ist subjektiv! Wo jemand behauptet seine Sichtweise sei die objektive sollte man schleunigst abschalten.

Meine Meinung ist geprägt von meiner Erfahrung mit Micro FourThirds, vor dem Hintergrund jahrelanger Arbeit mit APS-C und Vollformat. Es geht nicht darum irgendjemandem MFT zu verkaufen oder Vollformat auszureden. Es geht darum, dass ein Kamerasystem mehr ist, als Auflösung, Rauschverhalten und Dynamikumfang. Das sind drei von vielen Aspekten die eine Kamera zu dem machen, was sie ist. Praktisch haben diese drei Faktoren – das ist zumindest meine Überzeugung – für die überwältigende Mehrheit der Fotografen, Motive und Ausgabebedingungen bei weitem nicht die Bedeutung, zu der sie von Technik-Freaks aufgeblasen werden.

Ich beziehe mich hier in erster Linie auf Vollformat und MFT, weil sie in Sachen Sensorgröße die relevanten Pole bilden. Doch was es dazu zu sagen gibt, gilt natürlich ebenso für APS-C. APS-C ist quasi der goldene Mittelweg zwischen Vollformat und MFT, was selbstverständlich auch bedeutet, dass man die besonderen Stärken und Schwächen der anderen Sensorformate immer nur halb teilt.

Auflösung

Theoretisch kann man nicht genug Auflösung haben. Praktisch jedoch ist alles, was über das hinausgeht, was man braucht, überflüssig. Und bringt Nachteilen mit sich. Für mich sind 18MP (Megapixel) genug. Damit erreiche ich A3 bei 300ppi. Größere Formate drucke ich nicht. Mehr Pixel pro Inch würden nicht mehr bringen – das Auge kann feinere Details nicht unterscheiden. Wie viel Megapixel man für welche Ausgabebedingung braucht habe ich in »Auflösung und Druckformat« beschrieben.

Viele sehen den Vorteil einer großen Sensorauflösung darin, dass beim Zuschneiden von Aufnahmen auf kleine Ausschnitte mehr Auflösung übrig bleibt. Übersehen wird dabei, dass sich höhere Auflösung wie eine Lupe auf jede Art der Unschärfe auswirkt. Mir fiel das praktisch so richtig auf, als ich vor Jahren von einer 12MP (Vollformat)-Kamera auf eine mit 24MP umstieg. Verschlusszeiten die ich zuvor problemlos vollständig scharf aus freier Hand halten konnte, zeigten plötzlich Unschärfen in den Details. Winzige Fehlfokussierungen – beispielsweise wenn bei Offenblende auf eine Wimper statt auf Pupille und Iris fokussiert wurde – ließen Aufnahmen misslungen wirken. Croppen von Bildern vergrößert diese Schwächen.

Je höher die Auflösung, desto präziser muss fotografiert werden. Stative und Blitze sind häufiger notwendig. Bildstabilisierung wird zwar immer effektiver und man erzielt damit bei Verschlusszeiten die vor Jahren unmöglich aus freier Hand zu halten gewesen werden relativ scharfe Aufnahmen. Ich zweifle aber daran, dass sie einen Sensor genauso ruhig halten kann wie ein Stativ, um absolut scharfe Bilder zu garantieren.

Detailschärfe

Doch nicht nur die Unruhe der Kamera wird mit mehr Auflösung feiner festgehalten. Auch optische Schwächen der Optiken. Das heißt, man braucht exzellente Schärfeleistung, um hoher Auflösung ausreichend feine Details zu liefern. Nach meiner Erfahrung leisten heute zwar auch preiswerte Optiken überraschend scharfe Erbebnisse, allerdings meist mit deutlichem Schärfeabfall zu den Rändern und Ecken hin. Wer kompromisslose Qualität erwartet kommt nicht um die Investition in adäquate und teure Optiken herum. Ein hochaufgelöster Sensor ohne angemessene Objektive ist wie ein Porsche mit Wurstreifen.

Hinzu kommt, dass Vollformatobjektive selten ab Offenblende mit maximalem Kontrast und Detailschärfe abbilden, schon gar nicht in den konsumentenfreundlichen Preisklassen. Bestleistungen werden erst durch Abblenden erreicht. Kleinere Sensoren sind diesbezüglich offensichtlich im Vorteil. Zumindest bei meinen MFT-Linsen haben meine Tests ergeben, dass sie durchwegs bereits ab Offenblende praktisch dieselbe Schärfe und denselben Kontrast liefern, wie unter Abblendung.

Auf der anderen Seite verliert man durch die sogenannte Beugungsunschärfe auch mit kleinen Blendenöffnungen Schärfe. Nach Faustregel wird bei Vollformat der Verlust ab Blende ƒ22 sichtbar, bei APS-C etwa ab Blende ƒ16 und bei MFT ab Blende ƒ11. Abhängig ist das natürlich von der Auflösung! Je höher die Auflösung, desto früher tritt Beugungsunschärfe zutage. Olympus wird schon gewusst haben, weshalb man die Blendeneinstellung für hochauflösende Aufnahmen mit 50MP und 80MP auf ƒ8 limitiert.

Brennweitenverlängerung

Kleinere Sensoren croppen von Natur aus Ausschnitte aus Motiven heraus – man spricht nicht umsonst vom »Crop-Faktor«. Diese sogenannte Brennweitenverlängerung bringt den Fotografen näher ans Motiv. Sie wird deshalb oft als Vorteil kleinerer Sensoren genannt. Vergessen wird dabei meist, dass der Vollformatfotograf seine Brennweitenverlängerung durch Zuschnitt am Computer erreichen kann – er hat ja meist mehr Auflösung zur Verfügung. Die kleineren Sensoren haben zwar den Vorteil der effizienteren Bildstabilisierung für den Ausschnitt den sie aufnehmen, doch Vollformat kann das durch das bessere Rauschverhalten wieder etwas ausgleichen.

Rechenleistung und Speicherplatz

Wer, wie ich, nicht über A3 druckt hat mit mehr als 18MP kaum einen nennenswerten Vorteil. Natürlich gibt es die Ausnahmen, in denen mehr tatsächlich mehr ist. Man muss aber auch abwägen, zwischen der Häufigkeit in der dieser Fall tatsächlich eintritt auf der einen Seite, und dem, was man dafür bereit ist in Computerleistung und Speicherplatz zu investieren auf der anderen.

Mit 20MP bis 25MP sollten die allermeisten Fotografen – Profis ebenso wie Amateure – ausreichend Auflösung für nahezu alle Aufnahmesituationen und Ausgabebedingungen finden. Ich hänge Ausdrucke in A3+ an die Wand und in meinen Büchern setze ich meine Aufnahmen manchmal Doppelseitig ein (also auch etwa A3). Die Auflösungen der gedruckten Bilder liegen zwischen 16MP (MFT-Sensor) und 24MP (Vollformat). Ich würde die Bilder nicht drucken, wenn ich die Qualität für unzureichend erachten würde. Gerade die Aufnahmen in meiner Fotoschule wurden häufig gelobt. Niemals hat sie jemand aufgrund mangelnder Qualität kritisiert.

Dynamikumfang

Der »Dynamikumfang« ist entscheidend dafür, wie groß die Differenz zwischen hellstem Weiß und tiefstem Schwarz ist, den ein Bildsensor aufzunehmen in der Lage ist. Für natürliche Szenen nimmt man einen maximalen »Motivkontrast« von 1.000.000:1 an. Der hellste Bereich – beispielsweise ein sonnenbeschienenes Schneefeld – ist eine Million Mal heller als der dunkelste – der lichtlose Abgrund in den Löchern eines Gullydeckels. Zum Vergleich: Im Vierfarbendruck auf Papier steht zur Wiedergabe eines Motivs (also auch einer Szene mit Schneefeld und Löchern im Gullydeckel) lediglich ein »Kontrastumfang« von 100:1 zur Verfügung.

Die menschliche Wahrnehmung verarbeitet einen Kontrast von etwa 10.000:1 (etwa 13,5LW; LW = Lichtwert = Blendenwert). MFT-Sensoren erreichen derzeit knapp 13LW Dynamikumfang, das entspricht einem Kontrast von 8.000:1. APS-C-Sensoren liegen zwischen 13LW und 14LW – 8.000:1 bis 16.000:1. Sensoren von Voll- und Mittelformatkameras erreichen nahezu 15LW, das entspricht 32.000:1.

Theoretisch klingt 32.000:1 immens besser als 8.000:1. Die praktische Auswirkung spiegelt sich allerdings eher in der Differenz zwischen 13 und 15 Lichtwerten (etwa 15%), als in den Zahlen des Kontrastverhältnisses (300%). Der Vorteil des höheren Kontrastumfangs: Wenn man in RAW fotografiert, lassen sich mit 15LW ±2LW mehr an Unter- oder Überbelichtung sichtbar machen, als wenn der Sensor nur 13LW verarbeitet.

In der Praxis ist allerdings zu bedenken, dass sich weder 13LW noch 15LW an Bildschirmen ausgeben lassen. Gute Bildschirme erreichen einen Kontrastumfang von etwa 1000:1. Apple verspricht zwar gerade 1.000.000:1 – Hersteller von Fernsehern geben schon länger Millionen an –, aber man darf davon ausgehen, dass das eher marketingtechnisch geschickt interpretierte Zahlen sind, als dass wir auf diesen Bildschirmen tatsächlich gleichzeitig das blendende Weiß eines sonnenbeschienenen Schneefelds, sowie das lichtlose Schwarz eines Lochs im Deckel eines Gullys sehen werden. Ich denke auch nicht, dass wir jemals Bildschirme haben werden die das leisten. Wozu auch? Wer will am Bildschirm schon geblendet werden?

Gehen wir also davon aus, dass 1000:1 noch lange Zeit ein üblicher Kontrast von Monitoren bleibt. Das entspricht 8LW. 8LW ist das, was man mit jeder Kamera erhält, wenn man im JPEG-Format fotografiert. Alles, was über diesen Kontrastumfang hinausgeht, verliert man an Unter- und/oder Überbelichtung. Bei 13LW gehen 5LW verloren, bei 15LW sind es 7LW. Im RAW-Konverter kann man diese Lichtwerte außerhalb des JPEG-/Monitor-Kontrastumfangs quasi in ihn hinein verschieben, so dass in Unter- und Überbelichtung Zeichnung sichtbar wird. Das heißt aber nicht, dass wir am Monitor plötzlich einen Kontrast von 8000:1 oder 32.000:1 vor uns haben. Wir haben lediglich den großen Kontrastumfang in den kleinen hineingequetscht.

Das Resultat der Komprimierung des Kontrastumfangs fällt üblicherweise umso surrealer aus, je stärker komprimiert wird – ich verweise dazu auf den Artikel »Fotografie, Wahrnehmung, HDR«. Die Bilder dort sind zwar HDR-Bilder aus mehreren Belichtungen. Doch die Restaurierung von Tiefen und Lichtern einer RAW-Aufnahme im RAW-Konverter macht im Prinzip dasselbe mit denselben nicht wie richtige Fotos aussehenden Resultaten.

Als Beispiel zwei Aufnahmen mit hohem Motivkontrast und stark komprimierten Kontrastumfang. Das erste Bild zeigt eine Aufnahme die mit der E-M5 II entstand. dxomark.com gibt für ihren Sensor einen Kontrastumfang von 12,4 Lichtwerten an, bei der für die Aufnahme eingestellten ISO-Empfindlichkeit dürfte er merklich geringer gewesen sein. Trotz Lichter- und Schattenkorrektur im RAW-Konverter sind die Fenster völlig überbelichtet. Wenn man an so einem Tag an dieser Stelle steht, sieht man die Gläser farbig, nicht weiß.

Schwarzacher Pfarrkirche | Olympus E-M5 II | Panasonic LUMIX G Leica Summilux 15mm ƒ1.7 | 15mm (30mm KB) | ƒ11 | 1/20s | ISO1600 | Capture One Pro 20

Die folgende Aufnahme entstand beim selben Besuch, besteht allerdings aus fünf Belichtungen und wurde mit Aurora HDR zu einem Bild vereint. Durch die Belichtungsreihe konnte ich den Kontrastumfang von 12,4LW um 2LW erweitern und habe so vor allem in den Fenstern mehr Zeichnungen und die Farbe sichtbar gemacht. Das Resultat wirkt aber nicht mehr so, wie Fotos gewöhnlich aussehen. Hätte ich dasselbe mit einem RAW einer Kamera mit einem Dynamikumfang von 14,4LW erstellt und den Kontrast ebenso stark komprimiert, sollte das Resultat nicht viel anders aussehen.

Schwarzacher Pfarrkirche, HDR aus fünf Belichtungen | Olympus E-M5 II | Panasonic LUMIX G Leica Summilux 15mm ƒ1.7 | 15mm (30mm KB) | ƒ5.6 | 1/20s | ISO200 | Aurora HDR

Ich persönlich mag den HDR-Look, sofern er einigermaßen moderat angewendet wird (was mir selbst nicht immer zufriedenstellend gelingt). Ich bin auch der Ansicht, dass er dem, wie wir Motive wahrnehmen, näher kommt, als ein Foto mit Unter- und/oder Überbelichtung. Es gibt in unserer Wahrnehmung kein Äquivalent zu fotografischer Unter- oder Überbelichtung. Eine 1:1 Abbildung einer Szene mit einem Kontrast von 1.000.000:1 ist weder in unserer Wahrnehmung mit 10.000:1 möglich, noch mittels eines Monitors mit einem Kontrast von 1000:1.

Ja, ein höherer Kontrastumfang hat Vorteile und – anders als viel Auflösung – keine Nachteile. Wer Wert darauf legt, ist mit größeren Sensoren besser bedient (allerdings glänzt in dieser Beziehung bislang nicht jeder Vollformatsensor). Ob der Unterschied für die eigene Fotografie tatsächlich dermaßen Relevant ist, dass man dem Dynamikumfang bei der Entscheidung für ein Kamerasystem entscheidende Bedeutung beimisst, muss jeder für sich entscheiden. Für das Gros der Fotografen wird es keinen relevanten Unterschied machen, ob der Sensor 13LW oder 15LW leistet.

Bildrauschen

Beim Bildrauschen scheiden sich die Geister besonders. Ja, größere Sensoren haben ein besseres Rauschverhalten. Aber wieder stellt sich mir die Frage der praktischen Relevanz. Ich folgte lange Zeit auch der landläufigen Überzeugung MFT-Sensoren seien für Low-light-Aufnahmen oder gar Astro-Fotografie ungeeignet. Mittlerweile habe ich aber so viele Videos gesehen und Berichte gelesen, von Fotografen die genau das mit MFT machen und großartige Resultate erzielen, dass ich mich auch hier frage, ob der Unterschied praktisch tatsächlich von großer Relevanz ist. Noch einmal: Dass größere Sensoren diesbezüglich unter die Lupe genommen bessere Resultate liefern ist keine Frage. Die Frage ist, wie relevant ist es für Fotos als Ganzes?

Vor einigen Jahren habe ich beinahe parallel Bücher über die Nikon D7100 (APS-C) und die D600 (Vollformat) geschrieben und die beiden Kameras parallel nebeneinander auch in denselben Sessions eingesetzt. Die Unterschiede waren mehr als überschaubar.

Allerdings habe ich Rauschverhalten – anders wie andere Dinge – niemals mit eigenen Tests untersucht. Das Fazit des vorangegangen Absatzes ist subjektiv. Ich berufe mich dabei nicht auf eine möglichst objektive Untersuchung der Details – dabei hätten sich sicher Unterschiede gezeigt. Es war einfach der globale Eindruck der Aufnahmen als Ganzes kaum zu unterscheiden. Und zählt das nicht vielmehr, als Details unter der Lupe?

Ich vermute, es trifft auf nahezu alle zu, die beim Thema fotografische Qualität mit diskutieren, dass sie sich mehr auf ihre subjektive Erfahrungen berufen, als auf selbständig erarbeitete Vergleichstests. Eine objektive Meinung kann man sich nur bilden, wenn man unter den identischen Bedingungen das gleiche Motiv mit verschiedenen Kameras ablichtet. Das kann ein spezialisiertes Labor besser, als man selbst.

dpreview.com bietet für die von ihnen getesteten Kameras eine gute Möglichkeit ein und dasselbe Motiv unter strengen Laborbedingungen mit ISO-Empfindlichkeiten von tief bis hoch aufgenommen in der Vergrößerung genau unter die Lupe zu nehmen und mit den identischen Einstellungen aller anderen getesteten Kameras zu vergleichen (beispielsweise auf dieser Seite über die Bildqualität der E-M5 III). Natürlich sind Unterschiede zwischen Vollformat und MFT umso sichtbarer, je höher ISO eingestellt ist. Um das jedoch deutlich sichtbar zu machen, muss man eine Vergrößerung wählen, in der Fotos in der Praxis einfach nicht betrachtet werden, was wieder die tatsächliche praktische Relevanz aufwirft. Vergleicht man statt MFT und Vollformat, MFT mit APS-C oder APS-C mit Vollformat, relativieren sich die Unterschiede noch deutlicher und man muss oft schon sehr genau hinschauen.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass alle Testaufnahmen mit Blende ƒ5.6 durchgeführt werden. In der Praxis dient die Blende meist zur Gestaltung der Schärfentiefe. MFT hat diesbezüglich einen Vorteil um 2 Blendenstufen. Das heißt, dass man für die Schärfentiefe von ƒ5.6 mit MFT ƒ11 beim Vollformat einstellen muss. Um die kleinere Blendenöffnung auszugleichen ist ein um zwei Schritte höherer ISO-Wert erforderlich. Wie sich das auf das Rauschen im Bild auswirkt, wird sichtbar, wenn man beispielsweise MFT bei ISO6400 mit Vollformat bei ISO25.000 vergleicht – plötzlich sind die MFT-Beispiele rauschärmer.

Natürlich lässt sich das nicht auf jede fotografische Situation umlegen. Bei Motiven, bei denen die Schärfentiefe gering sein darf oder soll, ist das Rauschverhalten größerer Sensoren unter Low-light-Bedingungen im Vorteil. Aber das deswegen unerwähnt zu lassen, heißt nur die halbe Wahrheit zu erzählen.

Der Unterschied relativiert sich in der Praxis wenn, wenn man den Schwächen der kleineren Sensoren entsprechend einstellt und fotografiert. Wer bei der Aufnahme eher hell belichtet und es vermeidet am Computer kräftig aufzuhellen, wird auch mit kleineren Sensoren wenig wirkliche Probleme mit Rauschen haben.

Bokeh

Größere Sensoren liefern ein schöneres Bokeh, heißt es. In »Bokeh und Schärfentiefe sind nicht dasselbe« habe ich erklärt, weshalb das nicht richtig ist. Größere Sensoren ergeben bei vergleichbaren Einstellungen geringere Schärfentiefe, aber das muss nicht heißen, dass das Bokeh deshalb auch ruhig und weich ist. Manche Objektive erzeugen ein harsches Bokeh. Dass die Möglichkeit Motive mittels Schärfentiefe vom Hintergrund freizustellen mit meiner MFT-Ausrüstung begrenzter ist, weiß ich aus der Praxis. Manches lässt sich mit MFT einfach nicht machen. Allerdings ist das Bokeh bei MFT zwar weniger unscharf, doch ich habe den Eindruck, dass es dafür oft sanfter und cremiger ausfällt. Mehr Schärfentiefe zwar, aber ein schöneres Bokeh. Das ist eine absolut subjektive Ansicht. Aber jede Wertung von Bokeh ist subjektiv. Es gibt keine Objektive Messung für die Qualität von Bokeh. Natürlich gibt es Vollformatlinsen die ein Bokeh erzeugen, das den Enthusiasten wegbeamt. Doch wegbeamen dürften die meisten auch die Preiszettel die daran hängen.

Hinzukommt, dass von Bokeh vor allem Fotografen gefesselt zu sein scheinen. Unter »Bokeh wird überbewertet« habe ich ein Video eines Fotografen geteilt, der untersuchte, wie Bokeh auf Betrachter wirkt, die selbst keine Fotografen sind. Das überraschende Ergebnis: Sie bevorzugen meist detailliertere Hintergründe. Bokeh scheint ein Fetisch von Fotografen zu sein.

Geringere Schärfentiefe hat übrigens nicht nur Vorteile. Die größere Schärfentiefe kleinerer Sensoren ist bei der Makrofotografie ein Vorteil. Oder, wenn unter Low-light-Situationen möglichst viel Schärfentiefe erwünscht ist. Wenn man mehrere Personen fotografiert, die in unterschiedlichen Entfernungen stehen, muss man die Blende schließen, um alle Personen im Bereich der Schärfentiefe zu erfassen. Unter Low-light-Bedingungen ein Problem, denn an sich sollte man des schwachen Lichts wegen die Blende weit öffnen. Ein Vorteil für den kleineren Sensor, der bei gleicher Blendeneinstellung mehr Schärfentiefe abbildet. Allerdings soll auch hier nicht unter den Tisch fallen, dass Vollformat das durch das bessere Rauschverhalten wieder etwas ausgleichen kann.

Transportabilität

Fotografiert man häufig unterwegs ist Gewicht ein wichtiger Aspekte bei der Wahl des Systems. Kleinere Sensoren ermöglichen kompaktere Systeme. Die aktuellen spiegellosen Vollformatkameras sind zwar auch kaum größer als professionelle MFT-Kameras, was allerdings daran liegt, dass diese MFT-Modelle ausreichend Volumen haben müssen, um für ausgedehnte Arbeiten gut in der Hand zu liegen und ausreichend Platz für gut zu bedienende Einstellungselemente zu bieten. MFT ermöglicht aber gleichzeitig Kameras in der Größe einer Zigarettenschachtel – mit Vollformat undenkbar, da schon der Durchmesser des Bajonetts größer ist. Es gibt MFT-Modelle die man samt Objektiv locker in eine Jackentasche stecken kann – für Vollformat müsste die Jacke dazu schon erstaunlich große Taschen mitbringen.

Entscheidend für Volumen und Gewicht eines Systems sind allerdings die Objektive, nicht die Gehäuse. Und zu kompakte Gehäuse sind bei etwas schweren Objektiven kontraproduktiv, da die Balance nicht mehr stimmt. Ein Vollformatsensor ist viermal so groß wie ein MFT-Sensor. Logisch, dass MFT deutlich kleinere Objektive erlaubt. Diejenigen, die meinen sie müssten das widerlegen, vergleichen meist die kompaktesten Vollformatobjektive mit den größten MFT-Linsen. Tatsächlich gibt es MFT-Objektive deren Filterdurchmesser deutlich geringer ist, als die Diagonale des Vollformats.

Das Gewicht ist allerdings nicht nur beim Transport ein gewichtiger Faktor, sondern auch in der praktischen Arbeit. Ich kenne keine MFT-Kamera-Objektiv-Kombination mit der es nicht möglich wäre auch längere Zeit weitgehend ermüdungsfrei zu arbeiten. Bei Vollformat hingegen wird die Arbeit umso muskelzehrender, je länger die Brennweite ist. Nicht umsonst sieht man Vollformatfotografen mit sehr langen Brennweiten meist an ein Stativ gefesselt. Das schränkt natürlich auch die Schnelligkeit und Flexibilität mit der man fotografieren kann ein.

Das geringere Volumen schlägt sich häufig auch im Preis der Objektive nieder – optisches Glas ist teuer! Auch ein Aspekt!

Bildstabilisierung

Kleinere Sensoren lassen sich besser stabilisieren. Da ein Vollformatsensor die doppelten Seitenlängen eines MFT-Sensors hat, gehe ich davon aus, dass er mindestens doppelt so viel Platz bräuchte um vergleichbar stabilisiert zu werden. Olympus und Panasonic verfügen derzeit über die mit Abstand beste Bildstabilisierung. Sie lässt Verschlusszeiten aus freier Hand zu, an die mit Vollformat nicht zu denken ist. Natürlich kann sie nur die Unruhe des Haltens der Kamera ausgleichen. Bewegt sich das Motiv, ist die bessere ISO-Performance des größeren Sensors von Vorteil, die natürlich auch einen Teil der minderen Stabilisierung auszugleichen in der Lage ist.

Bedienung

Ein zentraler Aspekt bei der Wahl einer Kamera sollte die Bedienung sein. Ich besaß kurzzeitig eine Lumix G9. Ich finde sie eine tolle Kamera. Ich stellte aber rasch fest, dass ich mit ihr wegen der Bedienung mittels beschrifteter Knöpfe und Schalter nicht so arbeiten konnte, wie ich es von meinen OM-Ds gewohnt bin und sie sich für meine Art die Kamera einzusetzen nicht so gut eignet. In diesem Artikel gehe ich näher darauf ein. Auch mit der Pen-F konnte ich mich wegen des fest definierten Reglers für die Belichtungskorrektur nie voll anfreunden. Und aus demselben Grund könnte ich mir nicht vorstellen zu Fujifilm zu wechseln, so sehr mir gefällt, was die machen. Damit will ich jedoch nicht sagen, dass fix definierte und beschriftete Bedienelemente per se die schlechtere Lösung sind. Viele Fotografen schätzen genau das.

Handling und Haptik

Kaum weniger wichtig als die Bedienung ist, wie sich eine Kamera anfühlt. Sie muss gut in der Hand liegen und ich muss die Haptik mögen. Ich hatte immer ein Problem mit Kameras mit Plastik-Haptik. Kunststoff ist als Gehäusematerial für Kameras nicht schlecht. Es gibt ausgesprochen robuste Kunststoffe, sie sind leicht und nicht so anfällig für Kratzer wie beschichtete Metalle. Es fühlt sich für mich aber einfach nicht gut an.

Noch wichtiger ist, wie die Kamera in der Hand liegt. Besonders, wenn man ausgiebig und mit etwas größeren Objektiven damit arbeitet. Ich hatte noch nie eine Kamera die mir besser in Händen lag, als die E-M1 II. Auch das ist subjektiv. Ich kritisierte einst an einer Lumix, dass ihr mehr breit als tiefer Handgriff nicht gut in Händen liege. Ein Leser kommentierte, dass er finde, sie liege perfekt in Händen. Dasselbe wiederholte sich bei meinem Vergleich zwischen Lumix G9 und E-M1 II. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Hände, unterschiedliche Meinungen. Man muss eine Kamera in die Hand nehmen und schauen, wie sie sich anfühlt.

Autofokus, Serienbildgeschwindigkeit etc.

Je nach Motiv spielen auch Präzision und Geschwindigkeit des Autofokus und die Serienbildgeschwindigkeit eine Rolle. Diese ist allerdings nicht abhängig von der Sensorgröße. Die maximale Geschwindigkeit mit der sich Bilder in Serie aufnehmen lassen, ist für die meisten Fotografen irrelevant. Von einem schnellen und präzisen Fokus hingegen profitiert sicher jeder Fotograf, vor allem, wenn der AF nicht nur unter guten Lichtbedingungen rasch zuschnappt.

Meine 2015 auf den Markt gekommene E-M5 II ist noch nicht in der Lage für Vögel im Flug ausreichend schnell zu fokussieren. Dieses Motiv wurde mir erst mit der E-M1 II zugänglich. Es mag sein, dass es schon wieder Modelle gibt, die noch präziser scharfstellen – von Sonys neuem AF-System hört man Sagenhaftes. Aber ob das ausschlaggebend für die Entscheidung für ein System oder gar einen Systemwechsel sein sollte? Nächstes Jahr hat vielleicht schon wieder ein Anderer die Nase vorn. Wirkliche Schwächen scheint sich diesbezüglich jedenfalls kein Hersteller mehr zu erlauben.

Funktionen

Alle Hersteller kochen mit Wasser, die Grundfunktionen sind bei allen Kameras weitgehend dieselben. Die Modelle haben jedoch einen unterschiedlichen Funktionsumfang. Was ich bei Nikon kritisiert habe, war, dass sie den Funktionsumfang von Einsteigerkameras beschränkt haben, indem sie die Software zurück kastrierten – wohl um den Unterschied zu den teureren Modellen künstlich groß zu halten.

Bei Olympus ist das nicht der Fall: Die preiswerteste Modellreihe hat softwareseitig dieselben Funktionen, wie die teuren Modelle. Der Unterschied liegt in der Hardware (Elektronik, Robustheit, Abdichtung, etc.). Auch Panasonic liefert schon bei preiswerten Modellen einen großen Funktionsumfang. Wie das bei anderen Herstellern und bei den neuen spiegellosen Nikon-Modellen aussieht, kann ich nicht beurteilen.

Von Olympus weiß ich, dass sie einzigartige Funktionen bieten, wie beispielsweise Live-Bulb, Live-Composite und Live-ND zur Langzeitbelichtung, Pro Capture um Aufnahmen einzufangen, bevor man den Auslöser drückt, Perspektivenkorrektur in der Kamera oder Fokus-Bracketing (nicht alles das gibt es nur bei Olympus). Solche Spezialitäten können für manche Fotografen durchaus interessant sein und stellen ein Kriterium bei der Wahl einer Kamera dar, das unter Umständen die Bedeutung von Auflösung, Rauschverhalten oder Dynamikumfang überwiegen können.

Video

Dazu kann ich als Fotograf der nicht filmt nicht viel sagen. Soweit ich es verfolge sind Canon und Panasonic sehr gut darin, Olympus und Nikon scheinen eher hinterher zu hinken. Panasonics MFT-Kameras scheinen bei Vloggern äußerst beliebt. Wer an Video denkt, muss natürlich auch diesen Aspekt bedenken.

DSLR oder Spiegellos?

Dieses Thema scheint mir in den aktuellen Debatten über Kamerasysteme bemerkenswert unterbelichtet. Dabei halte ich es für eine der wichtigsten Fragen, der man sich stellen sollte, wenn man in die Fotografie mit Systemkamera einsteigen möchte. Natürlich stellt sie sich nur mehr bei Nikon und Canon – kein anderer Hersteller hat noch beides. Aber das sind neben Sony die größten Player. Hat DSLR überhaupt noch eine Zukunft? Wenn ich mir die Entwicklung so ansehe habe ich Zweifel.

Nikon und Canon: APS-C oder Vollformat?

Auch das ist eine Frage, die ich mir stelle. Nikon und Canon haben aktuell jeweils vier Systeme: APS-C und Vollformat DSLR und APS-C und Vollformat spiegellos. Ich stelle es mir schwierig vor in Zeiten der Krise rasch ein vollständiges Objektivangebot für die beiden spiegellosen Systeme aus dem Boden zu stampfen und das an Interesse verlierende DSLR-System weiter zu pflegen. Ein Argument gegen MFT lautet häufig, dass Vollformat laufend billiger wird und der kleine Sensor (preislich) bald keine Berechtigung mehr hat. Aber was bedeutet das für die APS-C-Modelle dieser Hersteller? Ich frage mich, ob diese nicht rascher obsolet werden, als das MFT-System dessen Eigenschaften sich viel deutlicher von Vollformat unterscheiden.

Ich stelle damit nicht Fujifilms APS-C-System in Frage. Fuji hat kein Vollformat, sondern konzentriert sich auf APS-C und Mittelformat. In meinen Augen eine sinnvolle Strategie. Aber APS-C und Vollformat vom selben Hersteller leuchtet mir nicht ein, wenn die Preise für Kleinbildkameras tatsächlich weiter fallen.

Wohlgemerkt: Ich sage weder, dass die DSLR-Systeme von Canon und Nikon bald eingestellt werden, noch dass die APS-C-Spiegellosen dieser Marken ein kurzes Dasein fristen werden. Ich habe keine Kristallkugel! Ich stelle nur Fragen, von denen ich glaube, dass sie bedenkenswert sind.

Preisfrage

In der Bewertung der Preise einer Kamera scheinen Manche sehr simpel zu rechnen: Eine MFT-Kamera mit einem Viertel so großen Sensor wie Vollformat darf nur ein Viertel kosten. Das ist Unsinn! Eine Kamera ist keine Wurst, deren Qualität und Preis sich an der Menge Dekagramm bemessen lässt – das ist auch bei Wurst Blödsinn. Ein kleinerer Sensor ist billiger in der Herstellung – das ist richtig. Aber der Sensor ist nur ein Bauteil von vielen. Sowohl Qualität und Verarbeitung des Gehäuses, als auch die ganze Elektronik die sich darin befindet, tragen zum Preis bei. 3000 Euro für eine MFT-Kamera deren Elektronik und Gehäuse mit einem 6000-Euro-Vollformatmodell vergleichbar sind, scheinen mir auch dann angemessen, wenn der Sensor nur ein Viertel misst.

Und jetzt? MFT, APS-C oder Vollformat?

Kompliziert? Jedenfalls zu komplex, als dass man die Frage einfach auf größer ist besser reduzieren könnte. Meine Erläuterungen sollen zeigen, dass eine Kamera mehr ist, als Sensorgröße. Dass die Themen Auflösung, Rauschverhalten, Dynamikumfang und Bokeh viel zu aufgeblasen sind, und in der Praxis für die meisten Fotografen, in den meisten Situationen und für die meisten Ausgabebedingungen schlicht irrelevant sind. Alle Hersteller kochen mit Wasser, bei keinem wird man eine schlechte Kamera finden. Kameras im selben Preissegment deren Einführung nicht allzu weit auseinander liegt, werden unterm Stich vergleichbares leisten. Jede Einsteigerkamera liefert heute bessere Resultate als vor zehn Jahren professionelle Topmodelle – und möchte ernsthaft jemand behaupten, dass man vor zehn Jahren nicht professionell fotografieren konnte? Wer nicht in der Lage ist mit jeder derzeit auf dem Markt befindlichen Kamera professionelle Resultate zu erzielen, kann nicht fotografieren!

Wofür also soll man sich entscheiden? Wer nicht plant seine Kamera durch die Gegend zu schleppen und es sich leisten kann und will, hat wenig Grund auf die unbestreitbaren Vorteile des Vollformats zu verzichten. Wer sich hingegen gerne von seiner Kamera begleiten lässt und keinen Blick auf die MFT-Modelle wirkt, ist selbst schuld. APS-C liegt wie gesagt dazwischen.

Tatsächlich zählt, wie sich eine Kamera für einen anfühlt, ob sie gut in Händen liegt, ob man die Haptik mag und ob man sich bei der Bedienung gleich irgendwie zuhause fühlt. Wenn man eine Kamera in die Hand nimmt und das Gefühl hat, die will ich haben, dann ist das auch meist die richtige. Egal ob da ein MFT-, APS-C- oder Vollformatsensor drin steckt. Wer das Bauchgefühl beim Kauf eines Systems übergeht, wird es wahrscheinlich bereuen. Das gilt natürlich auch dann, wenn der Bauch einem sagt, dass man möglichst viel Auflösung mit möglichst guter High-ISO-Performance und dem bestmöglichen Dynamikumfang haben muss. Wenn sich jemand an maximaler Qualität in der Vergrößerung freut, dann ist daran nichts auszusetzen. Kritisch betrachte ich es nur, wenn Leute ihren persönlichen Glauben zur Religion für alle erklären wollen.

Natürlich ist auch das eine Vereinfachung. Auch Liebe auf den ersten Blick ist keine Garantie dafür, dass man mit einer Kamera oder einem System dauerhaft glücklich wird. Datenblätter, Testberichte und Ratschläge von Freunden sind es aber noch viel weniger, auch nicht lange und ausschweifende Blog-Artikel. Man muss es ausprobieren und riskieren sich falsch zu entscheiden. Nur die Zeit, die Praxis und die Erfahrung werden zeigen, ob man sich richtig entschieden hat. Vielleicht wechselt man dann das Sensorformat. In welcher Richtung auch immer.

Ich bin nicht allein mit meiner Ansicht, dass man auch mit kleinen Sensoren großartige Fotos machen kann. Wer auch andere Stimmen zu diesem Thema hören möchte, findet unter »Fotografen, Gründe und Argumente pro Micro FourThirds (MFT)« eine Sammlung an Videos von Fotografen die dasselbe behaupten.

Catalina mag Tethered Shooting nicht

Posted in Digitale Dunkelkammer

Nicht nur der Olympus Camera Updater ist unter Mac OS 10.15 schwer dazu zu bringen mit Olympus’ Server zu kommunizieren, auch Olympus Capture versteht unter dem aktuellen Betriebssystem nicht mehr so recht mit den angeschlossenen Kameras. Funktionierte Tethered Shooting bei mir mit dieser Software bislang immer reibungslos, geht im Moment gar nichts.

Zunächst habe ich Olympus Schlamperei bei der Aktualisierung ihrer Software unterstellt. Aber der MFT-Hersteller scheint mit dem Problem nicht allein dazustehen. Bereits vor zwei Wochen erhielt ich eine Nachricht von Phase One, dass Tethered Shooting mit Capture One Pro unter 10.15.2 nicht funktionieren würde. Eine kurze Recherche ergab, dass anscheinend auch Anwender von Canons Tethered-Shooting-Lösung über Probleme klagen.

Es ist sicher nicht einfach die Weiterentwicklung der Leistung und Sicherheit eines Betriebssystems mit der reibungslosen Kompatibilität mit den Anwendungsprogrammen unter einen Hut zu bringen. Manchmal fragt man sich aber schon, ob sich die Anwendungsprogrammierer ausreichend auf bevorstehende Upgrades vorbereiten und, wie viel Rücksicht die Betriebssystemhersteller auf die Entwickler der Anwendungsprogramme nehmen. Vom Anwender zu verlangen, dass er die Probleme behebt, scheint mir keine ganz optimale Lösung zu sein.

Lumix G Leica Vario Elmar 100–400mm – Panasonic reagiert

Posted in Erfahrungsberichte

Seit letztem Herbst habe ich mich in mehreren Artikeln dem Umgang von Panasonic mit Problemen mit einem als staub- und spritzwasserfest beworbenen Objektiv gewidmet (leider nicht die einzige zweifelhafte Erfahrung mit Panasonics Kundenservice). Vor einigen Tagen hat sich dann Panasonic Deutschland (wovon Panasonic Österreich ein Ableger ist) endlich bei mir gemeldet. Ob das Dank der Intervention eines befreundeten Fotografen mit Kontakt nach Hamburg gesehen ist, oder ob es durch das Multimedia-Team von Panasonic, die ich via Twitter auf meine Artikel aufmerksam gemacht habe, geschehen ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls hat sich ein Mitarbeiter telefonisch gemeldet. In einem freundlichen Gespräch hat er mir mitgeteilt, dass man meine Angelegenheit zum Anlass nehme die Abläufe im Kundenservice zu überprüfen und womöglich zu verbessern, und dass mein Objektiv von Panasonic durch ein neues ersetzt wird.

Somit hat die Angelegenheit für mich für den Moment ein Happy End. In Zukunft werde ich wohl darauf achten, dass das Objektiv trotz der versprochenen Abdichtung gegen Staub, irgendwie verpackt ist, wenn ich mich damit in Sand und Wind begebe. Ich hoffe jedoch, dass die Sache etwas mehr bewegt, als nur den Austausch meines Objektivs. Gute Produkte sollten auch mit einem guten Service einhergehen. Und wenn meine Probleme – wie z.B. in einem Kommentar – Einzelfälle darstellen, dann sollte ein Unternehmen doch in der Lage sein kulant damit umzugehen.

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