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Autor: Markus Waeger

Fotografen und Techniker

Posted in Bilder & Gedanken

Zaunkönig | Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | 5.6 | 1/40s | ISO1600 | Capture One Pro

Ursprünglich waren Blogs Internet-Tagebücher. Mein Internet-Tagebuch befasst sich mit Fotografie und Gestaltung. Der Schwerpunkt hat sich über die Jahre hinweg vom Grafikdesign zur Fotografie verlagert hat. Das heißt nicht, dass Design eines Tages wieder mehr zurückkehren kann. Grafikdesign, Typografie Fotografie sind gehören zu meinen größten Leidenschaften. Für was ich daneben brenne, ist, Dinge zu erforschen, zu verstehen und Anderen zu vermitteln. Deshalb bin ich Fachbuchautor und Referent. Wenig ist für mich befriedigenden, als wenn es mir gelingt eine komplexe Sache so zu erklären, dass sie auch für Nicht-Experten greifbar wird. Schön, dass ich meine Begeisterung für das Erklären mit meiner Leidenschaft für Fotografie und Gestaltung verbinden konnte um davon zu leben.

Wie in einem Tagebuch üblich, befasse ich mich im Blog mit Dingen die mich bewegen (zumindest wenn es die Zeit zulässt – derzeit allerdings eigentlich gar nicht der Fall, aber ich fühle mich halt gerade ziemlich bewegt). Als MFT-Enthusiast beschäftigt mich – besser gesagt, nervt mich –, was permanent von vielen Seiten über das System verbreitet wird. Regelmäßige Leser wissen das und haben es zuletzt wohl auch mehr als oft genug gelesen. Doch ich gehe davon aus, dass das Gros der Besucher nur einmal auf einer themenbezogenen Suche vorbei kommt und lediglich einen Artikel liest. Deshalb kann ich hier – anders als ein einem Buch – nicht so recht auf Wiederholungen verzichten. Ich hoffe, dass die Abonnenten des Blogs dennoch immer wieder interessante Gedanken in und zwischen den Zeilen finden.

Leider fehlt mir die Hoffnung, dass das MFT-Bashing sobald aufhören wird. Deshalb finde ich es wichtig, dass wir Freunde des Systems nicht locker lassen eine Gegendarstellung zu liefern. Wenn man zulässt, dass nur mehr Unsinn verbreitet wird, wird der Unsinn früher oder später als Tatsache wahrgenommen. Selbstverständlich haben viele Argumente gegen MFT Hand und Fuß und sind kein Unsinn. Unsinn ist allerdings subjektive Anforderungen und Vorlieben als objektive generelle Wahrheit zu präsentieren und die Dinge einseitig zu betrachten.

Das Internet bietet großartige Möglichkeiten sich mit einer Sache zu befassen. Ich nutze es nahezu täglich für irgendeine Recherche, mittlerweile schätze ich dafür auch YouTube sehr und habe ja auch selbst einen derzeit etwas ungepflegten Kanal. Wer nach »Fotografie« sucht, findet Videos ohne Ende. Portale, wie dpreview.com und große Fachhändler wie Adorama veröffentlichen Videos, selbständige Vlogger haben eigene Kanäle und manche enorme Gefolgschaften. Allerdings dominieren in vielen dieser Kanäle die Techniker und Tester. Sie interessieren sich für die Features einer Kamera, suchen nach der großen Innovation jedes neuen Produkts, testen ob die Kamera schneller als das Vorgängermodell sowie die Modelle der Mitbewerber ist und manche können die Vorgänge beim Fotografieren bis ins kleinste physikalische Detail beschreiben. Der Praxisbezug fehlt da zu oft. Sie bekommen ein Produkt in die Hand, verwenden es ein paar Tage und geben ihr Urteil ab. Langzeittests sind eher die Ausnahme. Es ist aber nicht nur in der Fotografie so, dass sich die Qualität und der praktische Nutzen eines Produkts für einen persönlich erst nach einiger Zeit herausstellt.

Ich habe auch einmal versucht Produkte (kurz) zu testen und hier im Blog meine Eindrücke zu beschreiben. Mein Schlüsselerlebnis und das Ende dieses Vorhabens war ein Test einer Lumix – ich glaube es war eine Vorgängerin der GX9. Mein Erfahrungsbericht kam einem Verriss gleich. Ich wurde mit der Kamera einfach nicht warm. Doch parallel zu meinem Video stolperte ich über Erfahrungsberichte anderer Fotografen die sich begeistert zeigten und auch der eine oder andere Kommentar wies in diese Richtung. Das machte mir bewusst, wie subjektiv meine Bewertung war und ich nahm das Video vom Netz.

Was mir an tecknik-, theorie- und testlastigen Blogs auffällt, ist, dass die Bilder der Tester und Vlogger nur selten umwerfend sind. Zwar sieht man manchmal, dass die Leute ihr Handwerk verstehen, aber umwerfende Bilder sehe ich da selten. Ich überprüfe natürlich nicht, was diese Leute außerhalb ihrer Blogs ausstellen, aber wenn sie dort bemerkenswerte Fine-Art zeigen sollten sie ein bisschen was davon auch im Vlog sehen lassen – mir würde es helfen sie ernster zu nehmen. Oft sieht man sogar – das ist in Print-Magazinen nicht anders –, wenn über ein Objektiv oder eine Kamera berichtet wird, Beispielfotos die nichts anderes sind als schnelle Schnappschüsse. Ich denke mir dann oft, dass es mir persönlich peinlich wäre solche Aufnahmen von mir zu veröffentlichen.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte mich nicht für einen großartigen Fotografen. Ich glaube mein Talent liegt eher darin Dinge zu erforschen und didaktische Konzepte zu entwickeln, die das Verstehen erleichtern und das in einer verständlichen Sprache rüber zu bringen – zumindest entnehme ich das vielen Feedbacks zu meinen Büchern und Seminaren.

Für jemanden, dessen Augenmerk vor allem auf der Technik, der fotografischen Theorie, optimalen Testergebnissen im Labor und den Kennzahlen von Datenblättern liegt, kann MFT natürlich nicht lieben. Fotografen denen es jedoch mehr um Fotografie als um Technik geht sehen das – das ist zumindest mein Eindruck – etwas anders. In der Vloggosphäre der MFT-Freunde auf YouTube kommen umwerfende Fotos viel häufiger vor, als in der Community der Tech-Freaks. Das ist zumindest mein Eindruck. Ich behaupte nicht, dass dieser Eindruck objektiv ist. Ich möchte allerdings ein paar Videos und Vlogger vorstellen, die mir diesen Eindruck vermittelt haben.

Gavin Hoey

Gavin Hoey lernte ich auf dem Kanal von Adorama kennen, als ich mich vor einigen Jahren intensiver mit entfesselten Blitzen befasste. Damals fotografierte er mit einer Canon Vollformatkamera.

Seit einigen Jahren sehe ich Hoey nur mehr mit einer OM-D E-M5. Was mir an ihm gefällt, ist, dass er mit wenig Aufwand tolle Aufnahmen inszeniert und, dass er es zu beschreiben versteht, so dass es jeder nachmachen kann. Irgendwann sah ich auch einmal ein Video von ihm indem gleich mehrere beeindruckende Bilder von ihm in Serie zu sehen waren, aber das habe ich auf die Schnelle leider nicht mehr gefunden. Deshalb habe ich dieses ausgesucht.

Steve Huff

Steve Huff liebt alle Kameras und Marken – Olympus ebenso wie Leica. Er betreibt auch einen beliebten Blog unter stevehuffphoto.com. Ich habe den Eindruck als reise er Jahr ein Jahr aus in Sachen Fotografie die Welt. Steve Huff ist Tester aber er scheint dabei Fotograf geblieben zu sein. Man sieht seinen Aufnahmen den fotografischen Blick an. Ich habe Bilder anderer Vlogger gesehen, die auf derselben Produktvorstellungsveranstaltung für die E-M5 III waren, aber Huffs Aufnahmen sind um Welten besser. Seine Erfahrungsberichte sind sehr viel praxisbezogener, als die vieler anderer Foto-Blogger. Bei aller Liebe zu Kameras und ihren Hersteller ist er immer auch kritisch. Vor einigen Jahren hörte ihn erzählen, dass im Fuji keine Testmodelle mehr zur Verfügung stellte, weil er sie immer sehr kritisch kommentierte. Er hat sich die Modelle dann selbst gekauft um sie testen zu können (man muss gut verdienen als erfolgreicher Foto-Blogger – wenn ich das nur auch von mir sagen könnte!) Irgendwann sah ich dann ein Video über eine neuere Fuji von ihm, indem er sich sehr angetan vom Modell zeige und erklärte, dass viele der Punkte die er an früheren Modellen kritisierte, jetzt behoben seien.

Steve Goslin

Das folgende Video von Steve Goslin habe ich bereits einmal geteilt, weil er zwei Systeme nutzt: Eine Phase One Mittelformatkamera und eine OM-D E-M5. Seine Aufnahmen zeigen, dass er ein exzellenter Fotograf ist. Als Anwender einer Phase One sollte er in Sachen Bildqualität und Auflösung verwöhnt sein. Dass er daneben mit MFT fotografiert darf man ruhig als Beleg nehmen, dass das System für Profis nicht unbrauchbar ist. Hobby- und Amateurfotografen die das so sehen, sollten vielleicht einen Moment darüber nachdenken – hauptberufliche Tester dürfen das natürlich auch.

James Popsys

Auf den britischen Inseln scheinen aus irgendeinem Grund sehr sympathische Vlogger zu wachsen. Einer der sympathischten jungen Leute die ich auf YouTube bislang überhaupt gesehen habe, ist Matt Gould – er schießt Vögel mit Vollformat und soll deshalb nur beiläufig erwähnt werden (wer Vogelfotografie mag, sollte in seinem Kanal vorbei schauen). Nicht weniger gerne schaue ich Jamges Popsys zu. Ein Besuch auf seiner Site zeigt, dass er Fotograf ist und fotografieren kann. Er kam von einem größeren System (ich glaube APS-C) zu MFT. In diesem Video erklärt er, weshalb Vollformat nicht das richtige Werkzeug für ihn ist und er bei Lumix G bleiben wird.

Joe Edelman

Joe Edelman kann nicht nur wahnsinnig schnell sprechen – er kann auch herausragend fotografieren. In diesem Video erklärt er die Produktion eines Fotos für ein 14,6m langes Großflächenplakat, das mit einer OM_D E-M1 II entstand.

Chris Eyre-Walker

Noch einer der Fotografieren kann und es mit MFT tut. Auch hier kann man sich auf seiner Site davon überzeugen. Dieses Video, indem er in 24 Stunden 24 Fotos in ganz Belgien macht, stammt aus seine YouTube-Kanal. Es hat mich selbst daran erinnert, dass ich in letzter Zeit nur mehr mit auch für MFT-Verhältnisse schwerem Gerät unterwegs bin, und dabei aussehe wie ein dicht bepackter Esel. Die Leichtigkeit, die ich entdeckt habe, als ich zum ersten Mal mit einer OM-D E-M5 auf den Weg ging, habe ich über die Jahre hinweg wieder verloren. Ich habe mir vorgenommen, sie nach Möglichkeit wiederzuentdecken.

Das sind nur einige Videos und Kanäle exzellenter Fotografen die mit MFT arbeiten die ich über die Jahre hinweg gesehen habe und die ich für diesen Artikel wieder fand, weil ich sie in einer Liste gespeichert habe oder den Vloggern folge. Natürlich schaue ich ebenso Videos von exzellenten Fotografen an, die mit anderen Systemen arbeiten und deren Bilder nicht minder beeindruckend sind. Was echte Fotografen verbindet – egal ob sie mit kleinen oder großen Sensoren arbeiten – ist, dass es ihnen um die Fotografie geht. Viele davon zeigen sich auch begeistert von ihrem Werkzeug und erklären warum. Aber von kaum einem dieser teilweise über lange Jahre erfahrenen Anwender vernimmt man, dass sie sich abfällig über andere Systeme äußern. Sie erwähnen vielleicht, weshalb ihr System ideal für sie ist. Es gilt die Devise, get the right tool for the right job! Systeme für rubbish oder dead zu erklären tun in erster Linie Leute, denen es mehr um die Technik als um die Fotografie geht.

Ben Aqua

Dieses Video füge ich am 10.12.19 nachträglich diesem Artikel hinzu, da es ihn ergänzt und hier besser aufgehoben ist, als in einem eigenen Post. Ich gehe davon aus, dass das Gros der Leute die behauptet man könne mit MFT nicht vernünftig fotografieren, das aus Hörensagen tun und sich niemals selbst ausreichend mit dem System befasst haben, um das aus eigener Erfahrung bestätigen zu können. In meinen Augen sind solche Meinungsbekundungen irrelevant, da sie eben nichts anderes als nachgeplapperte Vorurteile sind.

Wirklich interessant finde ich an Urteilen über ein System vor allem jene, die von Leuten getroffen werden, die die Systeme wirklich aus längerer Praxis kennen. Ich selbst lehne mich bei dem Thema nur deshalb aus dem Fenster, weil ich mehrere Jahre mit Vollformat fotografiert habe, Bücher über Vollformatkameras geschrieben habe und, nachdem ich mir eine MFT ohne Absicht Vollformat zu ersetzen zugelegt hatte, entdeckte, dass ich damit meine Art der Fotografie genau so gut betreiben kann, bei weniger Gewicht und mehr Spaß.

Alle Fotografen, die ich weiter oben vorgestellt habe, und noch viele mehr, über die ich auf YouTube stolperte, wissen worüber sie reden, wenn sie MFT mit Vollformat oder APS-C vergleichen, weil sie mit den größeren Sensoren arbeiteten bevor sie auf das kompaktere System umgestiegen sind. Natürlich finden sich ebenso Videos von Leuten die erklären, weshalb sie den umgekehrten Weg gegangen sind. Dabei werten die Wenigsten die einen Wechsel vorgenommen haben das System das sie verließen ab. Die meisten sagen einfach, es war nicht mehr das richtige Werkzeug für mich, das neue passt mir besser. Ben Aqua nennt das Video unten zwar »Why I ditched full frame«, aber er relativiert das auch, dass es etwas hart formuliert sein und, dass er viel Spaß mit seiner Canon hatte. Im weiteren führt der dann Gründe an, weshalb das Lumix-G-System für ihn das bessere Werkzeug ist.

Oddbjørn Austevik

Nachtrag 10.12.19: Man könne mit Aufnahmen einer MFT-Kamera keine großen Print machen, heißt es. Eine sehr relative Aussage, schließlich ist alles relativ – ich jedenfalls behaupte das, unter anderem in diesem Artikel. Dass man sehr wohl großformatige Bilder aus MFT-Aufnahmen erstellen kann, habe ich auch schon mit früheren Videos geteilt, unter anderem in meinem Artikel »Zeit für Olympus«. In meinem Artikel »Auflösung und Druckformat« finden sich ein paar Tabellen mit Richtwerten wie groß sich Bilder bei welchen Auflösungen und welchen Betrachtungsabständen drucken lassen.

Es gibt Motive bei denen tatsächlich davon auszugehen ist, dass der Betrachter bis auf die Lesedistanz von etwa 45cm – der Betrachtungsabstand, bei dem eine Auflösung von 300ppi relevant ist – an ein Bild herangehen um Details in Augenschein zu nehmen. Das sind aber seltene Ausnahmen. Der überwältigende Anteil der Motive wird aus umso größerer Entfernung betrachtet, je größer das Format ist. Anders lassen sich Bilder gar nicht erfassen. Wer würde sich schon im Kino freiwillig in die erste Reihe setzen?

Bei Prints im Format A1 kann man von einem Betrachtungsabstand von 2m ausgehen, wofür 60ppi ausreichend sind, bei A0 geht man von 3m aus, wofür 45ppi ausreichen sind. Wer nicht glaubt, dass bei größeren Abständen geringe Auflösungen keinen Unterschied mehr machen, soll sich einfach fragen ob ihm oder ihr schon einmal aufgefallen ist, dass Großflächenplakate üblicherweise mit einer Auflösung von 30ppi gedruckt werden. Mehr würde dabei gar nichts bringen, denn die Auflösung des Druckrasters ist zu gering mehr Auflösung des Digitalbildes zu transportieren. Betrachtet man diese Poster aus 45cm Distanz, sieht man vor allem riesige Rasterpunkte. Diese Rasterpunkte sind aber schon ab wenigen Metern Abstand nicht mehr zu erkennen, da das Auflösungsvermögen der Augen dafür nicht ausreichend ist.

Das Video unten zeigt eindrücklich, wie große Prints mit 16MP- und 20MP-Kameras und mit MFT möglich sind. Zwar zeigt der Fotograf auch ein paar Detailaufnahmen in denen Störungen und Pixel zu identifizieren sind. Aber wer sich daran stößt, setzt sich im Kino wahrscheinlich auch in die erste Reihe um möglichst feine Details erkennen zu können. Er wird dann halt von der Handlung an sich nichts mitbekommen. Ich habe das notgedrungen ein einziges mal gemacht und am Ende kam ich mir vor wie ein Krebs, der seine Augen in zwei verschiedene Richtungen zur gleichen Zeit drehen kann.

Worum es bei meiner Kritik an Panasonic geht

Posted in Erfahrungsberichte

Meine Serie über meine Erfahrungen mit dem Panasonic-Kundenservice (hier in Österreich) umfasst ja mittlerweile schon mehrere Kapitel und es werden wohl noch mehr. Gestern hat sich Panasonic Deutschland bei mir gemeldet und vielleicht kommt ja doch endlich Bewegung in die Sache.

Meine Kritik richtet sich an sich nicht gegen das Lumix-G-System. Auf Seiten der Kamera kommt mir eine OM-D zwar mehr entgegen als die Modelle von Panasonic aber ich liebte die GM1, habe mir viele Modelle genauer angesehen und würde auch zwei G81 besitzen, wenn nicht eine davon schon von Beginn an Staub am Sensor gehabt hätte und Panasonic Wochen benötigte die Sache zu bearbeiten und zur Art der Bearbeitung geschwiegen hat. Ich erwarte bei einem Produkt das von Beginn an schadhaft ist einen Austausch, keine Sensorreinigung.

Probleme mit Produkten kommen immer wieder vor. Ich hatte die Nikon D600 das ein massives Problem mit Staub auf dem Sensor hatte, weshalb die Kunden sie dann auch gegen eine D610 tauschen konnten. Mir fallen Schrauben aus deinem Olympus-Telekonverter und das gepriesene M.Zuiko 17mm ƒ1.8 ist bekannt dafür, dass zahlreiche Montagsmodelle unterwegs sind. Meines zeichnete nur Matsch auf. Ich hatte mit Nikon niemals Probleme in einer Service-Angelegenheit und bei Olympus bin ich nicht über jede Handhabung glücklich, aber unterm Strich will ich mich auch darüber nicht beschweren.

Dass sich Sand unter den Zoomring des Panaleica 100–400mm schlich ist eine Sache. Ich hätte mich nie beschwert, wenn die Reinigung einen niedrigen dreistelligen Betrag gekostet hätte. Aber der Voranschlag in der Höhe des neuen Produkts legt nahe, dass man es schlicht ausgetauscht hätte. Produkte zu entsorgen anstatt zu reparieren ist in meinen Augen keine Lösung in einer Zeit, in der man an sich Ressourcen sparen und sie möglichst lange nutzen sollte. Und dass man ein Produkt als abgedichtet gegen Staub bewirbt aber in einem Reparaturfeedback anmerkt es sei nicht dagegen abgedichtet ist auch inakzeptabel, auch wenn der Konsumentenschutz offensichtlich nichts dagegen hat.

Links zu verwandten Artikeln:

Experte für Vortrag zu Affinity Photo in München gesucht

Posted in etc.

Vor ein paar Wochen meldete sich die Typografische Gesellschaft München (TGM) bei mir, wegen eines Vortrags um Thema »Affinity Photo vs. Adobe Photoshop«. Zwar bin ich im Herzen immer auch Typograf, weshalb ich zunächst zögerlich zugesagt habe, aber die weite Fahrt wegen eines Abendvortrags lag mir dann doch etwas im Magen. Falls jemand von euch, liebe Leser, näher an München lebt, wie ich selbst, Experte für Bildbearbeitung, Photoshop und Affinity Photo ist, und so einen Vortrag im Februar übernehmen kann und möchte, kann sich gerne bei mir per Mail melden – ich stelle dann gerne den Kontakt her.

Sensorgröße? Alles sehr relativ!

Posted in Bilder & Gedanken

Kohlmeise | Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/160s | ISO1600 | Capture One Pro

Ein freundlicher Leser schrieb dieser Tage, dass auch er wegen des Gewichts einige Zeit mit MFT fotografierte, aber bei schlechten Lichtbedingungen mit den Resultaten nicht zufrieden war. Inzwischen nutzt er eine Nikon D7500 (die 7000er Serie von Nikon ist großartig) und ein passendes Superzoom von 100mm bis 400mm. Beides zusammen hat ein Gewicht von 2kg (1880g), was gegenüber den 1,5kg einer E-M1 II mit Panaleica 100–400mm (1554g) auch kein so großer Gewichtsunterschied ist.

Es rauscht im MFT

Dem kann ich nicht widersprechen. Ich ging gerade dieser Tage an einem trüben Morgen auf Vogeljagd, kam mit knapp 1000 Bilder nachhause und habe nach Aussortieren etwa 20 behalten. Neben den ungünstigen Lichtbedingungen (Gegenlicht) und dem Umstand, dass die Vögel großen Abstand zum Ufer hielten, war es auch das Rauschen bei Empfindlichkeiten von ISO4000 und mehr, das zu unbrauchbaren Aufnahmen führte. Es würde mich durchaus interessieren, um wie vieles besser die Bilder mit einem größeren Sensor geworden wären. Es gibt keinen Zweifel daran, dass damit besseres Rauschverhalten zu erzielen ist. Andererseits hätte in dieser Situation wohl auch weniger Rauschen keine guten Bilder ergeben, da eben auch Gegenlicht und die Entfernung ungünstig waren. Letztere wäre mit den 600mm KB (400mm APS-C) sogar noch größer gewesen, als mit meinen 1200mm KB (600mm MFT). Allerdings ist das mit der Brennweitenverlängerung auch etwas relativ, worauf ich weiter unten zu sprechen kommen werde.

Relativ ist auch der erwähnte Gewichtsunterschied von etwa 400g zwischen den genannten Systemen. Einerseits sind 400g tatsächlich nicht viel, andererseits reden wir von einem Unterschied von etwa einem Viertel. Stellt sich die Frage, ob dieses Viertel mehr Gewicht ein Viertel bessere Bilder garantiert? In dieser speziellen Situation mag das sein. In den meisten Fällen jedoch sind die Unterschiede höchstens am Bildschirm in Vergrößerung sichtbar.

Ist mehr wirklich sichtbar mehr?

Dazu finde ich das folgende Video interessant, in dem ein Fotograf verschiedene Szenen mit einer APS-C- und einer Vollformatkamera fotografiert und dann einen Kollegen fragt, ob er sagen kann, welche Aufnahme mit welchem Sensorformat entstand. Am Ende des Videos bekommt der Zuschauer dann eine Reihe von Aufnahmen zu sehen, bei denen er selbst raten darf, ob mit APS-C oder Vollformat fotografiert wurde.

Interessant an dem Video finde ich auch, dass die Aufnahmen des eingesetzten 1800$ Vollformatobjektivs zwar ein etwas weiteres Bokeh, aber einen geringeren Detailkontrast liefern, als die manuelle 100$ Vergleichslinse. Das erinnert mich an einen Aspekt der stets vergessen wird, wenn das geringere Freistellungspotenzial von MFT kritisiert wird.

Mehr Bokeh aber weniger Detailschärfe mit Offenblende

Anspruchsvolle Fotografen wissen, dass die meisten Objektive bei Offenblende weniger scharf und kontrastreich abbilden, als wenn etwas abgeblendet wird. Bei den Vollformat und APS-C-Objektiven die ich diesbezüglich getestet habe hat sich das bestätigt, auch bei den vergleichsweise teuren 1.4 Festbrennweiten. Es gibt deshalb den Rat generell etwas abzublenden um optimale Detailzeichnung zu erhalten.

Wer sich mit der Thematik schon einmal befasst hat, weiß vielleicht, dass das bei MFT-Objektiven nicht der Fall ist. Weshalb auch immer – ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, dass ich das bei den meisten meiner MFT-Linsen getestet habe und bestätigen kann, dass ein Unterschied zwischen Offenblende und dezentem Abblenden stets kaum erkennbar ist.

Für mich ist der globale Eindruck eines Bildes wichtiger, als maximale Detailschärfe und sterile Rauschfreiheit. Ich rate deshalb auch immer schon (also auch schon, als ich noch mit Vollformat fotografierte), dass man die Regel wegen der Unschärfe bei Offenblende stets etwas abzublenden, nicht zu streng sehen darf. Ist kürzest mögliche Schärfentiefe erwünscht, sollte man die Blende ohne Skrupel aufreißen, auch wenn die Details dadurch einen Hauch weniger Schärfeeindruck vermitteln – am fertigen Bild wird es niemand als Kritikpunkt bemerken.

Was der Aspekt des Verlusts an Detailschäre bei einer Blendeneinstellung für möglichst geringe Schärfentiefe deutlich zeigt, ist, dass nahezu jede Sache zwei Seiten hat und eben alles ein bisschen relativ ist. Was er außerdem zeigt, ist, dass die Leute Fakten ganz gerne ausblenden und verschweigen, wenn sie für oder gegen etwas argumentieren.

Nun kann man zum Video oben einwenden, dass APS-C nicht MFT ist, sondern größer. Doch auch beim Vergleich zwischen MFT und Vollformat-Aufnahmen ist es oft kaum möglich zu bestimmen welches System für welches Bild verantwortlich war, wie dieses (von mir früher schon einmal geteilte) Video zeigt.

Natürlich ist für Fotografen die häufig unter Low-light-Bedingungen arbeiten nicht nur relativ wichtig, wie sich die Kamera dabei in Sachen Rauschen verhält. Daraus, dass ein Modell oder ein System für die eigenen Anforderungen und Vorlieben ungeeignet ist, zu schließen, dass es deshalb generell unbrauchbar ist, ist aber nicht nur relativ subjektiv sondern vielmehr absolut!

Kein System für alle Fälle

Kameraausrüstung ist relativ! Sie steht immer in Relation zu dem, was man damit machen möchte. Nichts ist immer richtig, nichts ist immer falsch. Falsch ist jedoch die Behauptung, dass ein einziges Modell, ein System oder eine Marke das einzig Richtig und Wahre ist. Eine Kamera ist mehr als ein Sensor. Sie ist ebenso Elektronik, Funktion, Haptik, Bedienung und wohl noch einiges mehr. Fotografie ist kreativer Ausdruck und Leidenschaft. Es ist legitim zur Erfüllung seiner Leidenschaft nach maximaler Rauschfreiheit und der geringsten Schärfentiefe zu verlangen. Ich kritisiere auch niemanden der über seine Bilder nur dann glücklich ist, wenn sie bei 100% und mehr am Monitor noch absolut makellos sind. Mein Ding ist das aber nicht.

So zu fotografieren, wie es mich am glücklichsten macht, ist aktuell nur mit der OM-D-Serie von Olympus möglich. Auf Gerüchte über ein mögliches Aus der Marke reagiere ich deshalb derzeit einigermaßen hysterisch – ich hätte schlicht keine Ahnung wohn ich wechseln könnte.

Die beste Kamera ist subjektiv

Ich weiß, dass sich in letzter Zeit in diesem Blog sehr viel um das Thema MFT und Sensorgröße dreht. Doch in keinem der Artikel geht es wirklich um Technik. Die Botschaft dahinter lautet immer: Die Kamera ist ein Werkzeug. Sie ist Mittel zum Zweck (zum Bild). Es gibt keine guten oder schlechten Kameras. Es gibt nur die optimale Aufgabe für eine bestimmte Aufgabe in den Händen eines bestimmten Fotografen.

Wenn ihr euch mit Vollformat am wohlsten fühlt und mit dessen Ergebnissen am glücklichsten seid, fotografiert mit Vollformat. Wenn ihr das klassische Bedienkonzept von Fuji gefällt, fotografiert mit Fuji. Wenn ihr elektronische Sucher mögt, nutzt eine spiegellose Kamera. Vielleicht ist euch in optischer Sucher lieber, dann fotografiert mit DSLR. Lasst euch von niemanden einreden, dass er oder – was seltener vorkommt – sie weiß, was richtig und für euch falsch ist. Der Mensch redet Unsinn!

Stempelt vor allem nicht alle Profis und Semi-Pros zu Idioten, die auf MFT schwören, indem ihr ihnen erklärt, dass ihr System unbrauchbar ist. Das gälte natürlich auch umgekehrt, aber ich kann mich nicht erinnern einmal einen MFT-Fotografen gehört zu haben, der Systeme mit größeren Sensoren schlechtgeredet hätte.

Selbstverständlich habe ich schon Fotografen gehört, die von MFT auf andere Systeme gewechselt bzw. zurück gewechselt haben und begründeten weshalb – und ebenso umgekehrt. Besonders gut hat mir dieses Video dazu gefallen, weil hier jemand beschreibt, weshalb er von Vollformat zu einer Lumix G9 gewechselt hat, dann auf eine Vollformat Sony umgestiegen ist, und nach einem Jahr zur G9 zurückgekehrt ist. Und wenn ihr zweifelt, dass der Mensch weiß, wovon er redet, schaut euch bitte seine Bilder an!

Kurz gefasst sagt Aaron J Anderson in dem Video, dass er von der Qualität, der Auflösung und dem AF-System der Sony begeistert war. Aber nach einem Jahr hat er erkannt, dass die Aufnahmen die er mit der G9 machte für seine Motive und Ausgabebedingungen nicht schlechter waren als die des Vollformats, und, dass er die Charakteristik sogar bevorzugte. Was für ihn jedoch vor allem ausschlaggebend war zur G9 zurück zu kehren, war das Handling der Kamera. Für ihn ist es besser, als bei jeder andren Kamera die er je in Händen hatte.

Für IHN! Ich würde widersprechen, denn ich hatte die G9 und für mich hat die OM-D das bessere Bedienkonzept. Aber das gilt eben für MICH. Eine Kamera ist mehr als ein Sensor – das Ganze mehr als die Summe der Teile. Die ideale Kamera für mich ist eine Kamera deren Ganzes meinen Anforderungen am besten entgegen kommt.

MFT ist nicht halb so groß wie Vollformat!

Kommen wir zurück zu einem eher technischen Aspekt. Meist wird behauptet, ein MFT-Sensor sei halb so groß, wie Vollformat. Das ist falsch! Die Seitenlängen entsprechen etwa der Hälfte von Vollformat, der Sensor ist deshalb etwa ein Viertel so groß. Ein Vollformatsensor hat eine Fläche von etwa 864mm2, ein MFT-Sensor 225mm2. Ein APS-C/DX-Sensor hat etwa 370mm2 und kommt annähernd auf die halbe Fläche des Vollformats.

Die Erkenntnis, dass MFT nur ein Viertel der Fläche von Vollformat hat, muss jetzt allerdings nicht gleich Panik hervorrufen, schließlich ist alles relativ. Meine E-M5 II sowie meine E-M1 I haben eine Auflösung von 16MP. Bei 16 Millionen Pixel steht auf einem MFT-Sensor jedem Pixel eine Fläche von knapp 15,6µm2 zur Verfügung. Zum Vergleich: Bei einem Vollformatsensor mit 16MP wären es 54µm2.

Nun gibt es heute aber nicht mehr viele Vollformatkameras mit weniger als 20MP haben (und auch für MFT ist inzwischen 20MP üblich). Bei größerer Auflösung reduziert sich natürlich auch auf Vollformat die Fläche dem einzelnen Pixel zur Verfügung steht. Bei den inzwischen verfügbaren 50MP Kameras bleiben für einen auch nur mehr 17,3µm2 übrig. Wer also glaub er könne eine so hoch auflösende Kamera kaufen und habe dann den Vorteil (z.B. gegenüber MFT), dass er bei Bedarf Ausschnitte daraus heraus-croppen kann, landet am Ende bei einem ähnlichen Rauschverhalten, wie beim kleinen Sensorformat. Alles ist relativ!

Brennweitenverlängerung ist eine Illusion

Umgekehrt gibt sich auch der MFT-Fotograf einer Illusion hin, wenn er glaubt, er käme durch die sogenannte Brennweitenverlängerung näher an seine Motiv heran, als Fotografen mit größeren Sensoren und kleinbildäquivalent gleichen Brennweioten. Wer den größeren Sensor hat, hat meist mehr Auflösung bei wahrscheinlich besserem Rauchverhalten. Das gleicht den vermeintlichen Vorteil der Verlängerung weitgehend aus. Auch das ist eben relativ.

Auch Gewicht ist relativ

Objektiv betrachtet bleibt das geringere Gewicht von Ausrüstung mit kleinerem Sensor. Aber auch das ist relativ, denn wie aus dem Eingangs zitierten Kommentar hervorgeht, sind 400g halt doch relativ wenig Unterschied. Eine Aussage, die ich allerdings selbst gleich wieder relativieren möchte, denn üblicherweise nehme ich nicht nur eine Kamera und ein Objektiv mit. Mit jedem weiteren Teil das mit soll wird aus relativ wenig Unterschied dann doch relativ viel Gewicht.

Panasonic Lumix G – nie wieder!

Posted in Erfahrungsberichte

Panasonic baut interessante Produkte. Auf YouTube habe ich bereits etliche Berichte von Fotografen gesehen, die begeistert über verschiedene Lumix-Modelle berichten. Besonders die GH-Reihe und die G9 scheinen bei den Anwendern recht beliebt. Ich hatte selbst eine Lumix G9. An sich eine tolle Kamera. Allerdings kommt das Bedienkonzept einer Olympus OM-D meiner Art zu fotografieren viel besser entgegen. Einst hatte ich eine Lumix GM1 – die einzige Kamera von der ich es jemals bereute sie wieder verkauft zu haben.

Leider scheint bei Panasonic nicht alles zum Besten zu stehen, was die Qualität angeht, und Staubprobleme schienen keine Seltenheit – ich berichtete darüber in meinem Artikel »Eine Lanze für den Fachhandel«. Kurz zusammengefasst: Vor ein paar Jahren kaufte ich zwei Lumix G81 und entdeckte nach einigen Tagen, dass sich Staub auf einem der Sensoren befand. Panasonics Umgang mit dem Problem war damals dermaßen haarsträubend, dass ich meinen Händler bat die beiden Kameras gegen zwei Olympus E-M5 II umzutauschen, was er dankenswerterweise auch gemacht hat.

Staub ist auch ein Problem bei meinem Panasonic LumixG Leica Vario-Elmar 100–400mm. Dieses Objektiv sticht nicht gerade durch Glanzleistungen am langen Ende der Brennweite aus Panasonics Leica-Sortiment heraus. Die 1700 Euro war es mir allerdings wert, weil Panasonic verspracht, das Objektiv sei gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Als Fotograf der häufig bei Wind und Wetter unterwegs ist, ein entscheidendes Kaufargument für mich. Leider bedeutet abgedichtet gegen Staub bei Panasonic nicht, dass etwas gegen Staub abgedichtet ist. Vor einem Jahr kam ich mit Sand im Getriebe des Zoomrings des Superteles aus dem Urlaub heim. Im Glauben es könne kein Problem sein den Ring wieder von Sand zu befreien sandte ich das Objektiv zur Reparatur ein. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur entsprach dann etwa dem Preis eines Neuobjektivs. Ich berichtete zunächst einmal hier.

Der Sand scheint sich in der Zwischenzeit etwas zerrieben zu haben – das Kratzen beim Drehen des Zoomrings ist einem dezenten Schleifgeräusch gewichen. Vor einigen Wochen entdeckte ich allerdings, dass jetzt ein Staubkorn im Objektiv haftet. Ohne große Hoffnung, aber in Neugier auf die Reaktion des Konzerns, sandte ich das Objektiv neuerlich ein. Neuerlich ein Kostenvoranschlag, der der Höhe des Neupreises entspricht und der Vermerk, dass das Objektiv nicht gegen Staub abgedichtet sei. Ich berichtete hier.

Panasonic schert sich nicht im Geringsten um seine Kunden. Problem mit einem Panasonic Produkt? Dein Problem! Ich habe den Händler gebeten eine Stellungnahme von Panasonic einzuholen. Keine Antwort. Ich habe den Händler wegen eines Ansprechpartners gefragt, um selbst mit Panasonic in Kontakt zu treten. Problem: Der Reparatur-Service ist ein Partner, nicht Panasonic. Die sind keine Rechenschaft für Panasonic-Produkte schuldig. Und Panasonic ist nicht der Reparatur-Service, weshalb das Thema Reparatur bei Panasonic niemanden etwas angeht.

Die letzten beiden Artikel habe ich (wie immer) über Twitter verbreitet und @PanasonicDE in den Tweet mit aufgenommen. Ich bekam auch schnell eine Rückmeldung vom Multimedia-Team. Man entschuldigte sich für die Umstände und versprach die Angelegenheit an den Kundensupport weiter zu leiten. Gehört habe ich seither nichts mehr.

Nun bin ich hier in Österreich und nicht in Deutschland und man könnte darauf verweisen, dass die Probleme österreichischer Kunden dort kein Thema sind. Soweit ich weiß, sollen meine Probleme dort allerdings bekannt sein und man würde davon sprechen, dass es sich wahrscheinlich um Anwenderfehler handelt. Das mag ja sein (auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie), aber genau deshalb hätte ich gerne eine Stellungnahme.

Bereits nach meinem zweiten Artikel habe ich den Rat erhalten, ich solle mich damit an den Konsumentenschutz wenden. Damals habe ich geantwortet, dass es mir um die Lebenszeit zu schade ist, mich mit einem ignoranten Konzern herumzuschlagen. Aber mittlerweile beweist die Sache so viel Chuzpe, dass ich mich doch interessierte, was ich dagegen unternehmen kann und so habe ich mit dem Konsumentenschutz in Verbindung gesetzt.

Fazit der Beratung durch eine ausgesprochen freundliche Mitarbeiterin (eine Lanze für die AK!): Der Konsumentenschutz greift bei mir nicht, weil ich in diesem Fall kein Konsument, sondern Unternehmer bin. Panasonic (und jedes andere Unternehmen) kann in der Werbung versprechen, was sie wollen. Wenn eine Eigenschaft nicht ausdrücklich zugesichert ist, dann hat man auch keinen Anspruch auf Einhaltung einer Zusicherung. Als Zusicherung gälte, wenn die Staubdichtheit ausdrücklich in der dem Produkt beigelegten Beschreibung garantiert stünde, oder der Händler mir Staubdichtheit zugesichert hat. Panasonic ist mir gegenüber ohnehin nicht für seine Produkte verantwortlich. Mein Vertragspartner ist der Händler, also müsste ich meine Ansprüche gegen ihn geltend machen. Das wiederum widerstrebt mir, denn er ärgert sich selbst über die Ignoranz von Panasonic. Außerdem hat er mich nicht über das Produkt informiert. Das habe ich selbst über das Internet getan und dann bei ihm bestellt.

Fazit nach jahrelanger Erfahrung mit Lumix: Nie wieder Panasonic. Nicht nur, dass ihre Produkte nicht halten, was sie versprechen, nach meiner Erfahrung häufig Staubprobleme haben und nicht reparierbar sind. Das schlimmste an allem ist der Konzern, der sich nicht im geringsten um seine Kunden kümmert und jeden Dialog verweigert. Das einzige was ich noch tun kann, ist vor Panasonic-Produkten zu warnen.

Links zu verwandten Artikeln:

Nachtrag: Es ist nicht meine Anliegen das Lumix-System zu dissen oder bashen. Wie Eingangs geschrieben, finde ich, Panasonic macht interessante Produkte und ist an sich wertvoller Teil des MFT-Systems. Ich glaube zwar nicht, dass ein Ausstieg von Panasonic den Tod von MFT bedeuten würde. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Olympus davon profitieren könnte, schließlich ist es ja die Ausnahme, dass zwei Anbieter ein System betreuen – die Regel ist, dass ein Hersteller sein System alleine pflegt; das ist bei Nikon so, bei Canon, bei Sony, bei Fuji und bei Pentax. Mir wäre aber dennoch ein Panasonic lieber, das nicht nur weiterhin interessante MFT-Produkte anbietet, sondern auch allfällige Qualitätsmängel behebt, für sie gerade steht und mit seinen Kunden spricht. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es, dass Panasonic diesen Artikel liest, darüber nachzudenken beginnt und seine Kunden als ernstzunehmende Partner begreift – nicht als dumme Anwender, die generell selbst Schuld sind, wenn sie Probleme mit Produkten haben. Träumen wird man ja wohl dürfen!

Frauen sehen besser

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Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 |420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/500s | ISO1600

Vorurteile können schädlich und gefährlich sein. Wir können aber nicht ohne sie leben. Es wäre völlig unmöglich jede einzelne Situation, Begegnung und Entscheidung jeder Sekunde des Tages immer völlig neu, neutral und objektiv zu bewerten. Wir müssen, wollen wir uns nicht überlasten – man könnte auch sagen: wollen wir überleben – auf frühere Erfahrungen, Eindrücke und Urteile zurückzugreifen. Wenn wir beispielsweise einkaufen, verlassen wir uns – zumindest die Meisten – auf das Vorurteil, das billig ist, was billig aussieht. Wer versuchen würde, jedem Produkt das er in den Einkaufswagen legt, eine gründliche Recherche voran zu setzen, müsste den Einkauf zur Lebensaufgabe machen. An Vorurteilen ist nichts Schlechtes, so lange wir uns im klaren sind, dass sie Vorurteile sind, und kein allgemein gültiges Naturgesetz.

Viele Vorurteile basieren auf einem Kern Tatsache. Stereotypen entstehen selten ohne Auslöser. Gefährlich wird es, wenn wir Eigenschaften, die in einer Gesellschaftsgruppe etwas gehäuft vorkommen, pauschalisieren und über die ganze Gruppe hinweg bürsten wollen. Es sind nie alle gleich! Das möchte ich vorausschicken, bevor ich über ein Vorurteil schreibe, das Männern und Frauen gegenüber habe.

Komme ich mit einer Frau über Fotografie ins Gespräche, was bei den Themen die ich unterrichte häufig der Fall sit, interessiert mich auch, womit sie fotografiert. Nicht, weil es wichtig wäre, ob jemand mit Nikon oder Canon fotografiert, sondern weil es für die Themen meiner Kurse einen Unterschied machen kann, ob jemand mit einer System- oder Kompaktkamera oder einem Handy fotografiert. Oft höre ich dann Sätze, wie, »mit einer Spiegelreflex … glaube ich … mit so einer Canon … oder Nikon? Ich weiß nicht – ich muss meinen Freund fragen«. Megapixel oder Sensorgröße? Fehlanzeige. Keine Ahnung.

Fragst du einen Mann nach seiner Kamera, kann er dir in der Regel das gesamte Datenblatt herunterbeten. Interessanterweise hat sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass Frauen oft besser fotografieren – ein besseres Auge für Motive zu haben scheinen – als Männer. Das scheint mir irgendwie auch logisch schlüssig zu sein. Das Interesse von uns Männern dreht sich oft viel zu sehr um Theorie, Technik und Daten. Wir sind so auf technische Details fixiert, dass wir das aus dem Auge verlieren, was zählt: Das Motiv. Das sage nicht nur ich. Das sagte heute auch mein Fotohändler zu mir, weshalb ich auch auf die Idee zu diesem Artikel gekommen bin.

Ich habe noch nicht viele Frauen getroffen (ich glaube noch keine), die sich mit der Euphorie (eigentlich würde ich lieber schreiben »Verbohrtheit«) für Technik begeistern können, wie viele männliche Fotografen das tun. Viele interessieren sich eben so wenig für Technik, dass sie weder wissen, was für eine Art Kamera sie haben, wie der Hersteller heißt, geschweige denn, dass sie spontan irgendwelche technischen Kenndaten nennen könnten. Oft haben sie auch wenig Ahnung von all den Knöpfen, Schaltern und Funktionen des Geräts. Dennoch gelingen ihnen häufiger bemerkenswerte Aufnahmen. Sie machen sich eben viel mehr Gedanken darüber, was sie wie fotografieren, anstatt womit.

Joe Edelmann spricht im Video unten unter anderem darüber, wie viel Energie die Foto-Communitys da hinein verschleißen, sich gegenseitig ihre Marken schlecht zu reden und jedes technische und theoretische Detail viermal zu spalten. Und er sagt auch, dass der überwältigende Teil der User die in Foren und Kommentaren diese Themen bis zur Beflegelung diskutieren männlich sind. Ich glaube nicht, dass man dem widersprechen könnte.

Natürlich ist das eine Pauschalisierung die nicht verallgemeinert werden darf. Je professioneller eine Person mit Fotografie arbeitet, desto eher wird sie den fotografischen Blick mit technischer Kompetenz verbinden. Natürlich wissen viele Frauen, was für ein System von welchem Hersteller sie nutzen und manche sind besser mit sämtlichen Funktionen vertraut, als die meisten männlichen Fotografen. Natürlich kennen wir männliche Fotografen oder sehen wir Bilder von ihnen, die keinen Zweifel aufkommen lassen, dass sie ein Auge für besondere Motive haben und sie in Szene zu setzen verstehen. Aber im Durchschnitt tendieren Frauen eher dazu sich mehr dem Motiv und der Gestaltung zu widmen, während sich Männer gerne in Themen verlieren, die nicht im Geringsten dabei helfen bessere Fotos zu machen.

Die Technik hat sich in der digitalen Fotografie in den letzten Jahren soweit entwickelt, dass man heute mit jeder am Markt befindlichen Systemkamera auf professionellem Niveau arbeiten kann. Es gibt Profis die mit Smartphones und Kompaktkameras exzellente Ergebnisse erzielen, die dem Gros der Anwender auch mit der teuersten Ausrüstung im Leben nie gelingen werden.

Wir sollten aufhören uns wegen persönlicher Vorlieben und Befindlichkeiten in den Foren zu zerfleischen. Wir werden zu keinen besseren Fotografen, indem wir uns gegenseitig die Ausrüstung schlecht reden. Wir Männer, die sich zu oft zu sehr in den technischen Spielereien verlieren, sollten uns ein Beispiel an den Frauen nehmen, für die das Bild wichtiger ist als die Kamera.

Solche Beispiele sind natürlich nicht nur Frauen. Ich folge auf YouTube einigen Kanälen männlicher Fotografen die viel über Fotografie zu erzählen haben. Ich finde es viel spannender und interessanter ihnen zuzuhören, als Leuten die mehr Tester und Theoretiker sind als Fotografen. Wir sollten vor allem Kanäle abdrehen, die ihre Reichweiten gerne mit reißerischen Titeln erzielen, ständig auf Drama-Queen machen, Dieses und Jenes für tot erklären und die WAHRHEIT darüber verkünden, wer in der Industrie alles lügt und betrügt. Die helfen kaum besser zu fotografieren, sie schaden nur der Fotografie. Man kann Fotografie nicht theoretisch erlernen, sondern nur in der Praxis. Dazu inspirieren mich aber vor allem Leute, die praktisch vom Fotografieren erzählen.

Ich kann nicht abstreiten ein Mann zu sein. Ich kann nicht abstreiten, mich für Technik zu begeistern. Ich kann nicht abstreiten, so etwas wie ein Olympus-Fan zu sein. Ich kann das auch sein, ohne, dass irgendjemandem vermitteln zu müssen, dass mein System dem seinen überlegen ist. Das ist Unsinn. Und gerade weil es so ein Unsinn ist, ärgere ich mich oft darüber, dass ich mich über die ärgere, die das tun. Und dann beneide ich die Frauen, die das alles nicht im mindestens berührt, noch nicht einmal mitbekommen, weil sie sich nicht in den Foren und auf den Seiten herumtreiben, auf denen all der Unsinn breit getreten wird. Die nicht da sind, weil sie das tun, worum es in Fotografie wirklich geht: Um das Fotografieren.

Eine Lanze für den Fachhandel

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Olympus E-M1MarkII | M.ZUIKO12–100mm ƒ4 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1,3s | ISO64 | Variabler ND-Filter | Capture One Pro

Ich habe kein Problem ein Stativ mitzuschleppen, wenn ich weiß, dass ich es brauche. Doch wenn ich auf eine Fototour aufbreche, weiß ich nie, ob mir ein Motiv begegnet, für das sein Einsatz erforderlich ist. Schon öfter habe ich es mitgeschleppt, ohne es ein einziges Mal eingesetzt zu haben. Die Bildstabilisierung meiner MFT-Ausrüstung ist da ein Segen, ermöglicht sie mir doch im Weitwinkelbereich Verschlusszeiten von ein paar Sekunden aus freier Hand zu halten. Für die Aufnahme oben setzte ich einen variablen NF-Filter ein. Ich habe auch längere Belichtungen gemacht – über 3s – die tadellos scharf geworden sind, aber diese hier gefiel mir am besten.

Bildstabilisierung ist generell eine Stärke kompakter Systeme mit kleineren Bildsensoren. Das gilt nicht nur für Olympus, sondern auch für MFT-Partner Panasonic. Schade nur, dass die Qualität und erst recht der Service bei Lumix nicht mit den an sich tollen Produkten mithalten kann. Gerade dieser Tage bin ich auf YouTube auf ein Video gestoßen, das nahelegt, dass Staub nicht nur ein Problem als Staubdicht beworbener Pro-Objektive sein soll, sondern auch bei kompakten Lumix-Kameras.

Als ich vor einigen Tagen meinen letzten Erfahrungsbericht über meine Erfahrungen mit Panasonic postete und Panasonic als Adressat in einem Tweet mit einbezog, meldet sich die Multimedia-Abteilung und kündigte an, die Sache an den Kundenservice weiter zu leiten. Es keimte Hoffnung auf, dass man sich der Sache doch endlich annimmt und für Probleme gerade steht, die die eigenen Produkte verursachen. Seither ist aber die Funkstille zurückgekehrt.

Gut wenn man in solchen Situationen einen verlässlichen Fachhändler als Partner hat, der für das was er verkauft auch dann noch die Verantwortung übernimmt, wenn der Hersteller das nicht tut. Das war schon so, als ich vor zwei Jahren zwei Lumix G81 gekauft. Auf einer davon entdeckte ich bereits nach wenigen Tagen Staubflecken. Dass diese durch unsachgemäßes Handling von mir verursacht wurden kann ich ausschließen. Schon auf dem ältesten Foto das ich von der Kamera besaß waren diese Flecken zu sehen – ich glaube es war die Nummer 9. An sich hätte ich erwartet, dass ein Produzent in so einer Situation die Kamera austauscht. Nicht so Panasonic. Nachdem das Gerät eingesandt wurde, dauerte es mehrere Wochen bis ich überhaupt ein Feedback bekam. Zu allem Überfluss wurde es nicht wie angekündigt umgehend zurück gesandt, sondern als mein Händler nach einer Woche noch einmal anrief, hießt es, »ach ja, die liegt hier noch; wir bringen sie gleich auf die Post«.

Da das nicht meine erste zweifelhafte Erfahrung mit Panasonic war, hatte ich die Nase voll von Lumix und bat meinen Händler die zwei G81 gegen zwei Olympus OM-D E-M5 II einzutauschen (was ich bislang auch noch keinen Moment bereut habe). Den Umtausch hat der Händler auf seine Kappe genommen.

Das ist aber nicht das einzige Mal, dass ich froh war bei ihm (Foto Hebenstreit, Feldkirch, A) gekauft zu haben. Letztes Jahr drang während meines Urlaubs an der Nordsee Feuchtigkeit in meine E-M1 II ein. Als ich den Händler diesbezüglich anrief, fragte er sofort, wo ich sei und ob er eine OM-D nach Deutschland schicken solle. Da zwar ein paar Funktionen an der Kamera ausgefallen, sie aber ansonsten einsatzbereit war, lehnte ich dankend ab. Hätte ich jedoch nur diese Kamera dabei gehabt und sie wäre komplett ausgefallen, hätte mir das den Urlaub retten können.

Dass mich die Reparatur der E-M1 damals nichts kostete, habe ich auch dem Händler zu verdanken. Und gerade dieser Tage habe ich ein Problem mit einem Olympus MC-14 Telekonverter und ich musste ihn zusammen mit meinem M.Zuiko 300mm ƒ4 einschicken. Für die Zeit ohne mein Tele wurde mir eines vom Händler geliehen.

Den Konverter schickte der Olympus-Service mit der Anmerkung zurück, er sei nicht reparabel, weil er zu alt sei. Dabei ist es kaum viel mehr als zwei Jahre her, dass ich den Konverter kaufte und das ganze Produkt dürfte seit etwa drei Jahren am Markt sein. Und dabei scheint es sich dabei um ein keinerlei unbekanntes Problem zu handeln, dass bei diesem Konverter die Schrauben herausfallen. Es dürfte sich um einen arten Produktionsfehler handeln. Als bei mir eine herausfiel habe ich alle überprüft und festgezogen. Anschließend ließ sich der Konverter nicht mehr mit der Kamera verbinden.

Auch hier genieße ich die Unterstützung des Händlers. Er sagt, er verstehe sich nicht zuletzt auch als Anwalt seiner Kunden und zumindest mit Olympus könne er immer auch gut reden und zu Lösungen kommen, die ein einzelner Kunde im Direktkontakt vielleicht nicht bekommt.

Das sind nur ein paar etwas größere Geschichten, bei denen ich den Service des Händlers schätze. Daneben gibt es viele kleine, wozu auch gehört, dass ich Produkte bei Bedarf immer erst testen kann, bevor ich mich für oder gegen sie entscheide. Natürlich gehe ich davon aus, dass der besondere Service auch damit zusammenhängt, dass ich seit Jahren treuer Kunde bin, ihn häufig weiter empfehle und ich bereits eine fünfstellige Summe bei ihm ausgegeben habe. Natürlich habe ich nicht immer denselben Preis, den ich bei Geizhals oder -kragen irgendwo im Internet finden könnte. Aber das ist mir der Service wert. Und bei allem, was für mich da schon an Kulanz herausgekommen ist, kann ich mir sogar vorstellen, dass mich mein Einkauf bei ihm unterm Strich billiger gekommen ist.

Links zu verwandten Artikeln:

Die kreative Fotoschule: Optimal für Einsteiger aber auch Fortgeschrittene …

Posted in Rezension

Die kreative Fotoschule von Markus Wäger erklärt anschaulich die Grundlagen der Fotografie. Mit tollen Bildern und verständlichen Beschreibungen werden die Grundlagen der Fotografie vermittelt. Die Theorie wird mit praktischen Skitzen und Bildern dargestellt. Dabei wird auch immer wieder auf Kameraeinstellungen und ihre Wirkung eingegangen. …

Für mich ist dieses Buch ein wunderbarer und spannender Rumdumschlag durch das Thema der Fotografie. …

Amazon-Rezension von Christian

★★★★★ 5 von 5 Sternen

Rezensionen helfen mir, von meinen Büchern leben zu können, und sichern, dass es auch in Zukunft aktualisierte und überarbeitete Neuauflagen geben kann. Vielen Dank!

Die Blaumeise

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Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420.0 mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/320s | ISO1600 | Capture One Pro
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420.0 mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/320s | ISO1600 | Capture One Pro
Olympus E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420.0 mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/320s | ISO1600 | Capture One Pro

Ich finde es immer wieder faszinierend, was die Vogelwelt für eine Vielfalt an unterschiedlichen Federkleidern hervorgebracht hat. Vor allem Exoten bezaubern, wenn man sie in Dokumentationen über oder im Internet von Fotografen aus fernen Ländern sieht. Dabei muss man gar nicht weit reisen um Vögel in wunderbaren Kleidern zu beobachten. Kohl- und Blaumeisen besuchen uns täglich auf der Terrasse, wo stets Futter für die hungrigen Freunde bereit steht.

Zwar fotografieren wir auch regelmäßig die Tiere die uns zuhause besuchen kommen. Ansprechender geraten Bilder jedoch, wenn sie keine urbanen Elemente enthalten, wenn es einem gelingt, sie in ihrem natürlichen Habitat einzufangen. Die kalte Jahreszeit hat dabei den Vorteil, dass die Bäume kahl und die Vögel besser auszumachen sind. Ich mag außerdem die Stimmungen die abseits sommerlichen Schönwetters entstehen. Tiere lassen sich an trüben Tagen sogar besonders gut fotografieren, ist das Licht doch nicht so hart, wie wenn die Sonne scheint. Auch Regen- und Schneeschauer halten mich ab meine Kamera einzupacken und mich auf den Weg zu machen – jedenfalls nicht immer. Wie sagt man doch so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Das gilt nicht nur für Kleidung, sondern auch für die Fotoausrüstung.

Am Tag als die drei Bilder oben entstanden war es weder nass noch kalt. Einige Zeit hatten wir auf einem Bänkchen vor einem Tümpel verbracht und auf Beute gewartet. Ein Gimpel ließ sich kurz blicken, ein Specht turnte an Ästen herum, ein Rotkehlchen sang für uns und ein Feldsperling beobachtete uns vom Schilf aus. An den Bäumen spielten Eichhörnchen fangen.

Die Bilder der Meise entstanden etwas später. Freundliche Menschen versorgen das Federvieh auch abseits von Privathäusern mit Futter. Futterstellen sind immer ein guter Platz um sich zu platzieren. Meist landen Vögel nicht sofort am Häuschen, sondern zuerst auf einem Ast in der Nähe und hüpfen erst über zwei oder drei Stationen zum Futter. Gute Möglichkeiten die Tiere ohne die Futterkrippe auf Sensor zu bannen.

YouTube-Video: Robin Wong über die neue Olympus Lens-Roadmap

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Vor etwas mehr als einer Woche bin ich über das Gerücht gestolpert, dass Olympus in einigen Monaten den Laden dicht machen soll. Da das Thema diesmal nicht nur von einschlägigen Gerüchteseiten und in Kommentaren verbreitet, sondern auch von den eher seriösen Portalen aufgenommen wurde, bin ich in Sorge geraten das Gerücht könnte Substanz haben und habe daraufhin diesen Artikel geschrieben, sowie ein paar weitere, die sich um das Thema drehen. Inzwischen hat Olympus die Gerüchte dementiert und eine vermeintliche Relativierung des CEO scheint sich inzwischen auch als falsch zitiert herausgestellt zu haben. Vorgestern hat Olympus dann eine aktualisierte Roadmap für neue Objektive veröffentlicht, worin für 2020 vier neue Produkte angekündigt sind.

Robin Wong, dessen Kommentare ich mittlerweile sehr schätze, hat vor ein paar Stunden ein Video hochgeladen, in dem er über die Gerüchte, Kameramarken-Bashing, die neue Roadmap sowie das angekündigte 12–45mm ƒ4 im speziellen spricht. Da ich das Thema der Gerüchte vor einigen Themen hier im Blog aufgenommen habe, ist es mir wichtig, es mit diesem Video nun auch wieder abzuschließen. Wie schon im am 23.11. geteilten Video, kann ich mich Robin Wong auch diesmal nur voll und ganz anschließen.

Leichter tragen: Cotton Carrier Harness G3 für zwei Kameras

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Blaumeise | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4.0 + MC-14 | 420mm (440mm KB) | ƒ5.6 | 1/250 | ISO1000 | Capture One Pro

Wenn ich auf Fotosafari bin, begleiten mich in der Regel eine Olympus E-M1X mit 300mm ƒ4 Teleobjektiv und eine E-M1 II mit 12–100 ƒ4 Universalzoom. Ersteres wiegt etwa 2,3kg, Letzteres knapp 1,1kg. Beides möchte ich nach Möglichkeit so schnell ziehen können, wie ein Westernheld seinen Revolver. Da ist die Wahl des richtigen Tragesystems keine leichte.

Nachdem ich 2008 von meiner ersten DSLR, der Nikon D80, auf die Vollformatkamera D700 umgestiegen bin, war ich mit dem der Kamera beigelegten Gurt nicht mehr glücklich. Schon damals begleiteten mich oft beide Apparate, um ohne Objektivwechsel für weite Winkel und entfernte Subjekte gerüstet zu sein. Als Lösung fand ich das System von OP/Tech USA, dem ich mehrere Jahre treu blieb, und über das ich noch 2016 diesen Artikel verfasste.

Das System umfasst zahlreiche Produkte, ist vielseitig kombinierbar und grundsätzlich angenehm zu tragen, da das Hauptmaterial – Neopren – weich und elastisch ist. Allerdings trage ich Kameras nicht um den Hals, sondern mit dem Riemen quer über die Schultern an der Seite. Daraus ergibt sich zum Einen das Problem, dass etwas schwerere Kameras auf Dauer recht unangenehm an der Hüfte baumeln. Außerdem sind reguläre Riemen generell unpraktisch, wenn man die Kamera zum Auge zieht, erfordern sie doch, dass der Gurt an der Schulter nach hinten rutschen muss.

Lange Zeit sah ich mich nach einer Alternative um. Die Systeme von Sun Sniper und Black Rapid schienen mir interessant, allerdings fand ich zu viele Berichte, dass die Befestigung nicht immer ganz sicher sitzt. Darüber hinaus vermute ich, dass die Kamera dadurch, dass sie über einen einzigen Punkt mit dem Gurt verbunden ist, noch deutlich heftiger an der Hüfte baumelt als mit einer Befestigung über zwei Punkte, so dass ich mich nie dazu entschließen konnte die Systeme zu testen.

Irgendwann habe ich es mit Peak Design und einen ihrer Riemen getestet. Anschließend sagte ich OP/Tech Goodbye und nutze heute Gurten und Handschlaufen dieser Marke. Das glatte Sicherheitsgurt-Material der Peak-Design-Gurte gleitet mit wenig Widerstand über die Schultern, wenn die Kamera von der Hüfte zum Auge hoch gehoben wird. Sie sind relativ breit und das Material ist ausreichend elastisch für einen guten Tragekomfort. Lediglich wenn man nur ein T-Shirt trägt liegt der Gurt auf der Haut statt auf Stoff und trotz der Glätte des Materials wird es mit der Zeit unangenehm, wenn er beim Heben der Kamera dauernd über die Haut rutscht.

Hinzu kommt, dass zwei Kameras an zwei über den Schultern getragenen Gurten auch eine eher suboptimale Lösung sind. Aus diesem Grund habe ich meine Peak-Design-Ausstattung um Capture Clips erweitert. So kann ich eine Kamera am Gürtel oder dem Schulterriemen eines Rucksacks tragen und nur eine am Schulterriemen.

Leider ist das Clip-System nicht ganz tadellos. Es beginnt damit, dass die Bodenplatten der Versionen 2 und 3 nicht vollständig kompatibel sind. Wird der Clip v3 an einem dünnen Gurt befestigt, stehen des Weiteren hinten die Schrauben über und bohren sich in den Körper – ich beichtete darüber. Letzten Sommer kam hinzu, dass die Clips auf längeren Touren beim Gehen zu quietschen begannen. Nicht nur einer, sondern sowohl die alte als auch die neue Version. Die Idee mit Waffenöl für Abhilfe zu sorgen entpuppte sich als Flop.

Positiv erwähnen möchte ich allerdings, dass ich diesbezüglich mit Peak Design Kontakt aufnahm und mir das Unternehmen anbot, die Clips zurück zu nehmen und mir den Preis zurückzuerstatten, ohne überhaupt danach zu fragen, wie alt sie sind. Sehr lobenswert und das Gegenteil, was ich in letzter Zeit mit einigen anderen Unternehmen erlebt habe und noch immer erlebe.

Auf der Suche nach Videos zum Thema Vogelfotografie stolperte ich dann unlängst auf eines von Tim Boyer, in dem er über seine Erfahrungen mit dem Cotton Carrier berichtet.

Nun finde ich, dass das Teil recht peinlich aussieht. Andererseits, wenn es hilft zwei Kameras auf stundenlangen Ausflügen komfortabel zu tragen und die Apparate jederzeit blitzschnell griffbereit zu haben, ist mir eigentlich nichts zu peinlich. Also habe ich ein Cotton Carrier Harness (Cotton Carrier Website | Amazon-Affiliate-Link) für zwei Kamera geordert.

Die Produkte von Cotton Carrier lassen sich leider nicht als Schnäppchen titulieren. Allerdings habe ich gerade unlängst wieder erfahren, dass doppelt kauft, wer billig kauf. Und das lief so: Da meine Frau gelegentlich Schmerzen in der Hüfte hat, suchte ich für sie nach einer Befestigungsmöglichkeit für den Gürtel, allerdings mit größerer Auflagefläche, als das Pro Pad von Peak Design. Das Tragesystem von B-Grip (Amazon-Link) versprach so ein System zu sein, und schien darüber hinaus auch noch preiswert zu sein. Leider sind die B-Grip-Produkte nicht nur billig, sie fühlen sich auch so an. Zwar funktioniert das System teilweise nicht schlecht, die Kunststoffe wirken stabil, aber die Clips sind ausgesprochen klobig und ein Teil der Materialien wirkt so billig, dass man sie nicht gerne anfasst.

An den Materialien des Cotton Carriers finde ich nichts auszusetzen, an der Verarbeitung habe ich bislang keine Mängel entdeckt. Der Clip über den die Kamera am Gurt befestigt wird, ist das Effizienteste, was ich bislang getestet habe. Während sich Peak Design Clip gelegentlich verhakt, so dass einem manchmal ein Motiv entgeht, und das Einsetzen nicht zu selten zum Geduldspiel wird, geht das beim Cotton Carrier absolut reibungslos. Der Trick ist, dass die Kamera horizontal gehalten werden muss, um in den Befestigungsclip eingefügt werden zu können, danach schenkt sie in die Vertikale und kann nicht wieder heraus.

Der Tragekomfort ist besser als alles, was ich sonst bislang getestet habe. Das Gewicht verteilt sich auf die beiden Schultern und auf die Auflage unterhalb der Rippen. Die knapp 3,5kg meiner beiden Kameras tragen sich überwiegend so, als befänden sie sich im Rucksack. 3,5kg im Rucksack zwingen niemanden in die Knie. Einen echten Rucksack mit dem Geschirr zu tragen geht völlig problemlos – die beiden kommen sich nicht in die Quere. Lediglich auf dem Brustkorb entsteht ein Druck, der etwas beengend wirkt, und den Einzelne vielleicht als etwas unangenehm empfinden könnten, was allerdings jeder für sich selbst herausfinden muss. Ich für meinen Teil bind fürs Erste einmal sehr zufrieden mit dieser Entdeckung, und gehe davon aus, dass es Cotton Carrier bei mir Peak Design verdrängen wird. Von daher: Klare Empfehlung für alle die ordentlich Kamera längere Zeit griffbereit schleppen wollen.

Zur Abwechslung einmal Model statt Fotograf: Der Cotton Carrier Harness G3 für zwei Kameras (Bild: Andrea Wäger).
Und so sieht ein glücklicher Wäger von der anderen Seite aus (Bild: Andrea Wäger).
Und dann noch das Harness ohne dicke Kamera. Sieht peinlich aus, ja, trägt sich aber gut (Bild: Andrea Wäger).