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Das Eichhörnchen und die Wirtschaft

Posted in Fotografie & Gedanken

Eichhörnchen | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 300mm ƒ4 + MC-14 | 420mm (840mm KB) | ƒ5.6 | 1/160s | ISO 1600 | Capture One Pro, Topaz DeNoise AI

Vor ein paar Jahren konnten wir am Bach vor unserer Wohnanlage ein Eichhörnchen beobachten. Seit Längerem haben wir aber leider keines mehr gesehen. Die paar Bäume neben dem Gewässer sind allerdings auch nicht der typische Lebensraum der Nager. Sollte aber wieder eines auftauchen, darf es alsbald mit einem Futterautomaten mit Leckereien rechnen. Der Nabu schreibt, dass man ihnen damit gut unter die Arme greifen kann. Derzeit stehen sie glücklicherweise nicht auf der Liste der bedrohten Arten. Also schauen wir, dass das so bleibt!

Gestern bin ich über ein weiteres Video über die Situation von Olympus gestolpert. Hat mir gut gefallen, bis zu dem Punkt, an dem wieder einmal angekreidet wurde, dass Olympus nicht ins Vollformat eingestiegen ist. Ich habe meine eigenen Gedanken dazu ja bereits in Artikeln gepostet. Allerdings habe ich mit den Fotografen die sich außer mir zum Thema äußern eines gemein: Wir haben keinen Tau von Ökonomie und den Gesetzen die in börsennotierten Konzernen herrschen.

Viele Fotografen halten Vollformat für die Antwort auf alle Fragen und glauben, dass es auch alle wirtschaftlichen Sorgen heilen kann. Aber kennt irgendjemand die wirtschaftlichen Zahlen hinter den Systemen? Bleibt bei Panasonics Vollformat-System nach Abzug von Forschung und Entwicklung noch irgendein Gewinn übrig? Mir fehlt die Phantasie mir das vorstellen zu können. Pentax hat 2016 eine Vollformatkamera vorgestellt, dafür viel Lob bekommen und 2018 die zweite Generation auf den Markt gebracht. Neue Objektive gab es allerdings so weit ich gesehen habe seit 2016 zwei an der Zahl. Brummen kann der Markt für Pentax also nicht.

Auch bei den Großen der Branche, Canon, Nikon und Sony, gibt es so weit ich weiß, keine konkreten Zahlen, die etwas darüber verraten, ob sie mit Vollformat wirklich Geld verdienen. Mich würde hier einmal die Meinung eines Branchen-Insiders interessieren, als immer nur das Gerate von mehr oder weniger professionellen Fotografen. Jeder Würfel würde die wirtschaftliche Zukunft der Marken wahrscheinlich präziser prognostizieren, als wir, da Würfel, anders als wir, nicht von subjektiven Meinungen, Vorlieben und Vorurteilen beeinflusst werden.

8 Comments

  1. O.G.

    Naja, ein bischen Werbung Pro Olympus oder Pro MFT ist ja auch dabei und wenn Ihnen Olympus da was bezahlen würde für Werbung, also das hervorheben positiver und auch nachvollziehbarer Eigenschaften, ist auch nichts negatives daran zu finden. Ein Hersteller hat ja auch das Recht Produkte zu bewerben, wie sonst sollte er seine Produkte verkaufen. Wenn Sie Vorzüge wie kompaktes- und gut ausgebautes System mit geringem Gewicht anführen dann ist das für mich als vielleicht kaufinteressierter Kunde auch nachvollziehbar und mit Ihren Bildberichten zeigen Sie auch was damit geht.
    Blöd wäre es halt nur, wenn Sie mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten/Vorteilen für bessere Fotos, die ich nur unter einem Elektronenrastermikroskop sehen würde kommen würden und ich das Gefühl bekäm „der will, dass ich meine jetzige Ausrüstung beim Wertstoffhof entsorge“.
    Nichts für ungut, Ihre Seite ist schon ok.

    Bzgl. Influencer, schauen Sie doch mal, außerhalb der Foto Influencer, auf Youtube nach mit was heute die Jugend beinflusst wird und welcher Typus dort dahintersteht.
    Da lässt sich nur noch mit Max Liebermann antworten: „Ick kann janich so viel fressen, wie ick kotzen möchte!“

    Zu denen wollen Sie nicht gehören. So viel kann Ihnen Olympus gar nicht zahlen als daß Sie sich auf diesen Niveau begeben würden.

    26. Juli 2020
    |Reply
    • Danke. 🙂
      Ich sehe YouTube so wie alles: Es hat zwei Seiten. Die Schattenseiten sind leider nicht zu übersehen und das, was ich davon mitbekomme genügt mir.
      Wäre ein interessantes Thema für einen Artikel. Vielleicht schreibe ich da ja (heute) noch was.

      26. Juli 2020
      |Reply
  2. Wolfgang

    Wir Schäflein, die wir beträchtlich viel Geld in die Kameras, Objektive und Zubehör stecken, bekommen von den Unternehmen nur absolut notwendige Informationen darüber, was wirklich abgeht. Verkauft werden Emotionen. Es werden nur Nebelkerzen gezündet und wir bekommen Influencer vorgesetzt, die im Sinne der Unternehmen alles nachplappern, was die Marketingexperten selbiger vorgeben und die eigene wirtschaftliche Ziele verfolgen. Influencer = Beeinflusser.

    Es ist unfassbar schwer geworden, aus diesem Informations- und Beeinflussungs-Overkill herauszuziehen, welches System für Hobby-Fotografen das sinnvollste ist. Wem und welchen Aussagen kann man trauen?

    Es hilft nur eigene Erfahrung und fotografieren gehen. Was juckt es denn wirklich, ob es ein bisschen mehr rauscht oder das letzte Quäntchen Auflösung fehlt, wenn ich nicht meinen Lebensunterhalt damit verdiene?

    Ich habe den Vorteil, 1980 mit der Fotografie begonnen zu haben, ab 2004 digital. Ich hatte APSC- und Kleinbild- (Vollformat genannt) Systeme. 2014 habe ich rein aus Interesse meine erste PEN gekauft und ab diesem Moment war die Fotografiererei eine ganz andere.

    Heute besitze ich nur noch eine PEN F und eine EM1.2, Brennweite zwischen 12 und 300mm. Das Stativ ist leichter, der Rucksack kleiner, schlechtes Wetter kein Problem, die Makros sind total easy zu stacken und ich falle nicht auf, weil ich kein Kanonenrohr vor mir her trage.

    Ansonsten empfehle ich, den Ausführungen von Markus Wäger zu folgen, der offensichtlich den Sinn des (Fotografen)Lebens verstanden hat 😉

    25. Juli 2020
    |Reply
    • O.G.

      Wirklich gut geschrieben und trifft den Nagel auf den Kopf. Insbesondere zum Thema Influencer, eine für mich ganz üble Sorte Demagogen, die in bezahlter Anstellung für Firmen durch gezielte Desinformation und Manipulation versuchen uns zu beeinflussen.
      Dazu fallen immer mehr Menschen auf diese Rattenfänger herein. Es wird, gerade in unserem Bereich der Fotografie, für eine ständige unzufriedenheit mit dem verwendeteten Fotomaterial gesorgt was dazu führt, dass viele kaufen und vor allem neuwertiges verkaufen um so den Laden am laufen zu halten.
      Insbesondere wenn man durch die Forenwelt der Fotografie zieht oder mal mitliest sieht man schnell wie viele vom Technikwahn schon betroffen sind und in Diskussionen sich alles nur noch darum dreht aber nicht mehr ums Bild.

      Nur mal als Beispiel zum Schluss: Da verkauft einer sein Fuji Fotoequipment weil ein wohl recht bekannter Influencer der Scene ein Youtube Video herausgebracht hat in dem die Produkte nach Meinung des Influencer nicht gut wegkommen. Der Nutzer selbst schien bis zu diesem Zeitpunkt aber recht zufrieden zu sein.
      Da sag ich nur noch, wie krank ist das denn?

      26. Juli 2020
      |Reply
      • Interessanter Aspekt, den ich so noch gar nicht bedacht habe.
        Bin ich nicht auch so ein bisschen Influencer? Ich würd mich schon von Olympus bezahlen lassen, wenn ich nichts schreiben müsste, wozu ich nicht stehen kann. 🙂

        26. Juli 2020
      • Ich verstehe auch nicht, wo dieses ständige “Ich verkaufe alles, was ich habe, und kaufe was Anderes” herkommt. Vielleicht ist das ja noch halbwegs nachvollziehbar, wenn man wegen des Gewichts (der Ausrüstung) das “Vollformat” zugunsten von mFT hinter sich lässt oder mFT wegen der unterirdischen Bildqualität (?) zugunsten von “Vollformat” – aber warum ich jetzt z.B. meinen ganzen spiegellosen “Vollformat”-Nikon-Kram verscherbeln sollte (hätte ich welchen), nur weil Canon ein paar neue Kameragehäuse auf den Markt gebracht hat, die irgendwelchen Influencern zufolge angeblich die Fotografie neu definieren, ist mir ein Rätsel. Schließlich bringt Nikon demnächst neue Kameras auf den Markt, und dann sagen mir vermutlich andere Influencer, dass ich alles verkaufen soll, was ich habe, und ganz dringend wieder zu Nikon wechseln muss.

        Modulo Lücken im Objektivangebot und punktuelle Features im Randbereich des Nötigen (8K-Video) darf man in erster Näherung davon ausgehen, dass alle aktuellen “Vollformat”-Systeme im Wesentlichen dasselbe können und die Bilder im Großen und Ganzen gleich gut aussehen (wenn man nicht mit dem Elektronenmikroskop nachschaut, sowieso). Warum also ständig von Marke X zu Marke Y springen und von da zur Marke Z? Das, was heute Marke X kann und sonst niemand, ist bei den nächsten Modellen von Y und Z höchstwahrscheinich auch drin, und vielleicht kann man sogar – zumindest für eine Weile – ohne das Feature leben.

        26. Juli 2020

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