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Monat: September 2019

TopazLabs Gigapixel AI

Posted in etc.

Ich habe immer behauptet, es würde niemals möglich sein gering aufgelöste Bilder drastisch zu vergrößern und dabei brauchbare Resultate zu erzielen. Dieser Überzeugung bin ich noch immer, doch Gigapixel AI von TopazLabs erzielt bessere Resultate, als ich es bislang für jemals erreichbar gehalten hätte.

Ich habe Tests mit einigen Hundert Bildern durchgeführt und bin beeindruckt, was Topaz da möglich macht. Zwar darf man nicht erwarten, dass beim kräftigen Aufblasen von Bildern plötzlich Details sichtbar werden, die vorher einfach nicht da waren – was uns die forensischen Kriminologen in CSI vorführen hat etwa den Realitätsgehalt von Harry Potters Zaubereien –, doch was es mit den vorhandenen Strukturen macht, ist beachtlich. Das Programm erkennt sehr clever, wo Strukturen durch Kantenbetonung verstärkt werden sollen, und wo es besser ist die Flächen glatt zu halten. AI scheint hier kein ganz leeres Versprechen zu sein. Vor allem für Bildern mit Personen funktioniert das ausgesprochen gut.

Zum Testen habe ich meine Originalbilder in einer Größe von 800px exportiert. Diese habe ich dann mit Gigapixel AI bearbeitet und vierfach vergrößern lassen. Das entspricht nicht ganz der Auflösung der meisten Originalbilder. Feine Details, beispielsweise an Flügeln und Körpern meiner Schmetterlingsaufnahmen, die im Original sichtbar jedoch in der geringen Exportauflösung verloren gegangen sind, werden durch die Vergrößerung natürlich nicht wieder sichtbar. Eine brauchbare Qualitätsverbesserung die der 100%-Ansicht am Bildschirm und aufmerksamem Pixelpeepen stand hält, ist nicht erreichbar. Bei einer Videoshow auf einem 4K-Fernseher hingegen ist ein Unterschied zwischen im Original hoch aufgelösten Bildern und mit Gigapixel AI von 800px auf 3200px aufgeblasenen Bildern meist kaum auszumachen.

Anders gesagt: Die Resultate eigenen sich nicht für ein Vergrößern zu gering aufgelöster Bilder, wenn sie auch aus nächster Nähe betrachtet werden – ich würde keines der aufgeblasenen Bilder einrahmen und zuhause an die Wand hängen. Ab einem gewissen Betrachtungsabstand jedoch – ich würde sagen bei 1m und mehr – gewinnen die vergrößerten Bilder absolut durch den intelligenten Algorithmus dahinter.

Bei einem Preis von knapp 100$ wird Gigapixel AI auch nichts für Jedermann sein. Da das Bild vor allem den Stapelmodus in den Mittelpunkt rückt, vermute ich aber, dass der Anwender der gelegentlich ein Bild aufblasen will gar nicht die Zielgruppe ist, die TopazLabs im Auge hat. Vielmehr dürfte das Programm für Leute interessant sein, die häufig größere Bestände an Aufnahmen deutlich vergrößern müssen. Ich wäre nicht überrascht, wenn auch die eine oder andere Bildagentur die Aufnahmen die sie verbreiten auflösungsmäßig etwas pimpen würden.

Exportbild mit 800px Breite
Mit Gigapixel AI auf 3200px Breite interpoliertes Bild
Exportbild mit 800px Breite
Mit Gigapixel AI auf 3200px Breite interpoliertes Bild
Exportbild mit 800px Höhe
Mit Gigapixel AI auf 3200px Höhe interpoliertes Bild
Exportbild mit 800px Breite
Mit Gigapixel AI auf 3200px Breite interpoliertes Bild
Exportbild mit 800px Breite
Mit Gigapixel AI auf 3200px Breite interpoliertes Bild
Exportbild mit 800px Breite
Mit Gigapixel AI auf 3200px Breite interpoliertes Bild
Exportbild mit 800px Breite
Mit Gigapixel AI auf 3200px Breite interpoliertes Bild

The Gold Bug

Posted in Bilder & Gedanken

The Gold Bug
Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 300mm (600mm KB) | ƒ5.6 | 1/250s | ISO250 | Capture One Pro

»The Gold Bug« ist ein Stück von Alan Parsons Project auf dem Album »The Turn of a Friendly Card« von 1990. Daran muss ich bei der Aufnahme dieses Käfers denken. Der Goldglänzende Rosenkäfer trägt seinen Namen nicht von ungefähr – er glänzt tatsächlich als bestünde er aus Gold. Leider habe ich ihn nur von hinten erwischt. Bevor ich mich versah klappte er seine Flügel auf und flog von dannen, was mich etwas überrascht, hatte ich doch nicht erwartet, dass der große goldglänzende Käfer – laut Wikipedia immerhin 20–30mm groß – auch noch fliegen kann. Auf Wikipedia ist außerdem zu lesen, dass er in Deutschland geschützt ist und 2000 Käfer des Jahres war.

Mehr Schärfentiefe durch eine geringere Blendenöffnung – so dass der Käfer wirklich von vorne bis hinten scharf zu sehen ist – hätte der Aufnahme gut getan. Leider entfloh das Insekt zu schnell. Oder aber ich war einfach zu fasziniert von diesem wunderbaren Wesen, so dass ich nicht schnell genug reagiert habe.

Perlmuttfalter und Mohrenfalter auf Disteln

Posted in Bilder & Gedanken

Perlmuttfalter und Mohrenfalter auf Disteln
Olympus E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 300mm (600mm KB) | ƒ5.6 | 1/800 | ISO200 | Capture One Pro

Wenn ich das Bild jetzt so betrachte, bin ich etwas unglücklich mit der zentralen Komposition. Eine asymmetrische Komposition mit dem Mohrenfalter näher am linken Rand würde sicher besser aussehen. Ein nachträglicher Beschnitt ist leider nicht mehr möglich ohne die Disteln zu eng zuzuschneiden. Das Motiv lebt vor allem auch von der kräftig weichgezeichneten grünen Fläche vor der sich der Perlmutt- zum Mohrenfalter gesellt und sich dabei mit schön geöffneten Flügeln zeigt.

Beiden – Perlmutt- wie Mohrenfalter – sind wir in diesem Sommer recht häufig und meist in großer Zahl begegnet. In solchen Momenten hat man den Eindruck die Natur wäre noch intakt, die Welt noch in Ordnung. Die Realität sieht leider anders aus. Viele Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht. Jede Tierart die verschwindet ist ein Verlust, doch bei wunderschönen, zarten und friedlichen Tieren wie den Tagfaltern empfinde ich es besonders schmerzlich.

Exposure-X-Porträt

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Miriam
Miriam | Olympus E-M1 | Voigtländer 42,5mm ƒ0,95 Nokton |42,5mm (85mm KB) | 1/250s | ISO 200 | entfesselte Systemblitze | Photoshop, TopazLabs Clean und Alien Skin Exposure X

Wie heute schon beschrieben hat Exposure Software Exposure X in der Version 5 veröffentlicht. Das Porträt oben habe ich in Photoshop retuschiert, die Haut wurde mit TopazLabs Clean geglättet, die SW-Entwicklung erfolgte in Exposure X. Ich komme damit wesentlich schneller zu mir zusagenden Resultaten als beispielsweise mit den DxO Nik-Filtern oder DxO FilmPack.

Fotografie, Wahrnehmung, HDR

Posted in Theorie & Technik

Alphütte auf der Seraalpe
Seraalpe | Olympus E-M1 MarkII | M.Zuiko 12-100mm ƒ4.0 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | HDR-Bild aus 7 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint

Auf meine letzten Blogartikel habe ich einen Kommentar bekommen, dass meine HDRs nicht aussehen, wie ein reguläres Foto. Während des Schreibens einer Antwort kam mir der Gedanke, dass diese eigentlich für einen ganzen Artikel taugt, finde ich doch, dass sie wohl für viele einschlägig interessierte Leser interessant sein könnte – schließlich wird ja nicht jeder die Kommentare zu den Artikeln lesen.

Natürlich fallen Aufnahmen im prallen Sonnenlicht nicht so aus, wie die Aufnahmen die ich im genannten Artikel gepostet habe. An sonnigen Tagen kann der Motivkontrast bis zu 20LW betragen, das ist ein Kontrastverhältnis von 1:1 Million. Unsere Wahrnehmung schafft davon mit Hilfe der Tricksereien unseres Gehirns etwa 14LW (1:10.000) – die Augen selbst erreichen nur ein Kontrastverhältnis von 1:100. Ein JPEG oder ein Monitor erreicht gerade einmal 8LW (1:1000) – Angaben die bei Fernsehern das Kontrastverhältnis im mehrfachen Millionenbereich angeben, haben mehr mit Tricksereien – bei Bildschirmen technischer Natur – zu tun und mit Marketing, als mit einem Kontrastumfang der tatsächliche in den sechsstelligen Bereich geht.

In der Fotografie führt ein Motivkontrast der den Dynamikumfang eines 8-Bit-JPEGs überschreitet zu Unter- und/oder Überbelichtung. Beides – sowohl Unter- als auch Überbelichtung – kommt in unserer Wahrnehmung nicht vor. Als Äquivalent zu fotografischer Überbelichtung (strukturloses Weiß), lässt sich in der Wahrnehmung höchstens die Blendung betrachten, beispielsweise wenn man auf ein sonnenbeschienenes Schneefeld blickt. Sie brauchen aber nur einmal den Blick auf eine blendend weiße Fläche mit dem Blick auf einen überbelichteten Bereich in einer Fotografie zu vergleichen um herauszufinden, dass das zwei nicht miteinander vergleichbare Dinge sind.

Auch wenn wir in RAW fotografieren, müssen wir die 10LW bis 14LW des Sensors komprimieren, um die dunkelsten und hellsten Bereiche im 1:1000-Kontrastumfang eines Monitors sichtbar zu machen – in Lightroom heißt das Schatten und Schwarz aufhellen, Lichter und Weiß abdunkeln. Bei kräftiger Komprimierung des Dynamikumfangs der Aufnahme sieht das Resultat dann einem HDR aus mehreren Belichtungen nicht unähnlich. Anders geht es aber nicht, möchten wir in einem Foto Zeichnung in Lichtern und Schatten sichtbar machen, die unsere Augen vor Ort mühelos erkennen konnten.

Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 9mm (18mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Einzelbelichtung der HDR-Aufnahme oben. Im Himmel enthalten einige Bereiche kaum oder gar keine Bildinformation mehr und sind überbelichtet, in den Bäumen sind viel Bereiche unterbelichtet und Schwarz.

Die Gegenlichtaufnahme mit dem Kreuz beispielsweise zeigt bei 8 Bit einen ausgefressenen, in vielen Bereichen zeichnungsfreien weißen Himmel. Andere Bereich wiederum, z.B. in den Schatten der Bäume, fallen unterbelichtet schwarz aus. Tatsächlich jedoch war der Himmel für die menschliche Wahrnehmung blau wahrzunehmen, so wie es im HDR-Bild zu sehen ist. Natürlich sah der Himmel in meinen Augen nicht exakt so aus, wie in der abgebildeten HDR-Aufnahme. Allerdings noch viel weniger so, wie in der Einzelbelichtung.

Selbstverständlich ist das HDR auch nur eine Interpretation der Realität im Rahmen der technischen und physikalischen Möglichkeiten der digitalen Fotograftechnik, nicht anders als eine normale 8-Bit-Aufnahme der Szene eine Interpretation ist. Das trifft allerdings auf unsere Wahrnehmung nicht minder zu.

Ich würde auf jeden Fall behaupten, dass das HDR bei so einer Szene meiner Wahrnehmung näher kommt, als es eine reguläre 8-Bit-Einzelbelichtung tun kann. Schließlich konnte ich vor Ort das Blau des Himmels und die Struktur der Wolken ebenso erkennen, wie die Details im Schatten der Bäume, was eben bei einer regulären Aufnahme nicht der Fall ist.

Mir geht es in der Fotografie heute darum Aufnahmen zu erstellen die Szenen so gut als möglich so zeigen, wie ich sie erlebt habe, und nicht so, wie es den technisch-physikalischen Beschränkungen einer 8-Bit-Einzelbelichtung entspricht.

Bin ich mit den Resultaten vollauf zufrieden? Nein. Auch mit dieser Technik bekomme ich oft noch ausgefressene Überbelichtung und rein schwarze Unterbelichtung. Aber es entwickelt sich und ich kann in den Aufnahmen Details und Strukturen sichtbar machen, die vor Ort problemlos zu sehen waren, und nicht von Unter- und Überbelichtung verschluckt sind.

Valiseraalpe

Posted in Bilder & Gedanken

Wer es gerne ruhig mag, dem darf eine Wanderung zur Valiseraalpe empfohlen werden. Als wir zunächst in Gargellen an der Talstation der Schafbergbahn eintrafen, traf uns nahezu der Schlag, ob der Massen die sich hier tummelten. Zum Glück für uns fuhren die meisten Wanderer mit der Bahn zum Schafberg hoch. Auf der Wanderung zur Valiseraalpe trafen wir dann nur mehr auf ein einziges Pärchen.

Die Wanderung habe ich auf meinem Bergfex-Account freigegeben. Die lange Dauer von knapp 5 Stunden rührt daher, dass wir sehr gemütlich wandern und immer wieder stehen bleiben, um Fotos zu machen. Außerdem beinhaltet der Zeitraum eine Rast auf der Alpe von etwa einer halben Stunde.

Der überwiegende Teil der Strecke befindet sich im Wald, weshalb sie auch bei heißem Wetter gegangen werden kann. Man kann den Weg nicht unbedingt als Panoramastrecke bezeichnen, allerdings hat man immer wieder schöne Ausblicke auf die Umgebung. Highlight ist aber vor allem die Alpe selbst. Vor der Hütte befindet sich ein kleiner Teich, indem wir zu unserer Überraschung Karpfen schwimmen sahen. Ein Tisch mit zwei Bänken lädt zur gemütlichen Rast ein.

Die Fotos sind allesamt HDR-Aufnahmen aus fünf Belichtungen, die mit Aurora HDR vereint wurden. Die Korrekturen mit DxO ViewPoint sind notwendig, da die Resultate von Aurora HDR weder eine Korrektur der Verzeichnung noch der Vignettierung enthalten. Außerdem korrigiere ich in ViewPoint auch oft die Perspektive.

Alphütte und Gipfel über Gargellen
Ausblick unterwegs | Olympus OM-D E-M1X | M.zuiko 12-100mm ƒ4.0 | 66mm (132mm KB) | ƒ8 | 1/640 | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Fischteich auf der Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 12mm (24mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 9mm (18mm KB) | ƒ8 | 1/640s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 10mm (20mm KB) | ƒ8 | 1/400s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Bildstock auf der Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 9mm (18mm KB) | ƒ8 | 1/500s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Bildstock auf der Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 18mm (36mm KB) | ƒ8 | 1/400s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1X | M.Zuiko 9-18mm ƒ4.0-5.6 | 18mm (36mm KB) | ƒ8 | 1/100s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint
Valiseraalpe
Valiseraalpe | Olympus OM-D E-M1 MarkII | M.Zuiko 40-150mm ƒ2.8 + MC-20 | 80mm (160mm KB) | ƒ8 | 1/125s | ISO200 | Belichtungsreihe aus 5 Belichtungen, vereint mit Aurora HDR, korrigiert mit DxO ViewPoint