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Monat: Februar 2019

Verkaufe: TTL-Funkfernsteuerung für Olympus und Panasonic

Posted in Zu verkaufen

Olympus’ und Panasonics RC-Blitzsystem erlaubt es, mehrere Blitze von der Kamera aus fernzusteuern. Leider funktionierte es bislang nur über Lichtsignale, was nicht besonders zuverlässig ist. Ein TTL-Funksystem suchte man bislang vergebens – erst 2019 hat Olympus entsprechende Geräte vorgestellt.

Das chinesische Unternehmen Aokatech hat sich dafür eine clevere Lösung einfallen lassen: Ein Sender nimmt an der Kamera die TTL-Lichtsignale auf, wandelt sie in Funksignale um, sendet sie an einen Funkempfänger, der wandelt sie in Lichtsignale zurück und übergibt sie an das Infrarot-Auge des Blitzes. Klingt abenteuerlich, funktioniert aber perfekt. 2015 habe ich einen Bericht darüber verfasst.

Ich habe mehrere Dutzend Foto-Sessions damit bestritten und hatte nie die geringsten Probleme mit der Zuverlässigkeit. Das Gros der Aufnahmen in dieser 500px-Galerie entstand mit diesem System. Da ich allerdings schon länger keine Fotosessions mehr gemacht habe, macht es wenig Sinn, das System weiter zu bunkern. Falls jemand Interesse hat, bitte gerne eine Mail an blog19@markuswaeger.com. Ich verkaufe einen Sender und sechs Empfänger, drei der Empfänger noch Originalverpackt.

Adobe CS2 kostenlos? Ein Mythos!

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Auch wenn selbst große Nachrichtenportale (Chip, Computerbild, Focus) die Legende verbreiten, Adobe verschenke CS2: Es stimmt nicht. Adobe bietet die Version lediglich deshalb auf einem offenen Server zum Download an, weil es sich technisch wohl nicht anders machen ließ diese Version den ehemaligen Käufern nach wie vor online zur Verfügung zu stellen. Legal nutzen kann sie nur, wer diese Version lizensiert – sprich: gekaut – hatte. Wer sie dennoch herunterlädt und nutzt, kann gleich eine Raubkopie installieren. Als eines der wenigen Medien hat heise.de die Bedingungen zur Nutzung korrekt wiedergegeben.

Ich bin gespannt, wie lange sich der Mythos von der Gratis-Creative-Cloud noch halten wird, dürfte die Software doch auf aktuellen Betriebssystemen kaum mehr zum Laufen zu bringen sein.

Das ABC der Farbe

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Bücher über Farbe gibt es viele und viele davon sind lesenswert. Keines orientiert sich allerdings konkret an Fotografen und Grafikdesigner. Nachdem ich in »Grafik und Gestaltung« ein recht umfangreiches Kapitel über Farbe geschrieben hatte, bot es sich an das Thema in einem eigenen Buch zu vertiefen.

»Das ABC der Farbe« geht allerdings nicht einfach nur weiter in die Tiefe und die Breite als das entsprechende Kapitel in »Grafik und Gestaltung«, sondern es geht das Thema ganz anders an. Während »Grafik und Gestaltung« ein klassisches Fachbuch ist, bei dem der Text im Mittelpunkt stehen und Bilder begleiten und illustrieren, stehen bei »ABC der Farbe« Bilder und Illustrationen im Mittelpunkt und der Text erklärt sie.

Jede Doppelseite befasst sich mit einem konkreten Aspekt der Farbe, beginnend bei Licht, Schatten, Schwarz, Weiß und Grau, Endend mit Farbräumen und Proof-Möglichkeiten. In der Regel werden die Doppelseiten von einem Bild oder einer Hand voller Abbildungen dominiert, der beschreibende Text nimmt meist in gutes Viertel der Seite ein.

Die Inhalte sind so strukturiert, dass sie von vorne nach hinten aufeinander aufbauen und sich das Buch linear lesen lässt. Doch da auf jeder Doppelseite ein ganz konkreter Begriff erklärt wird, eignet sich »Das ABC der Farbe« auch als Farb-Lexikon« – dazu gibt es zu Beginn auch ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis. Ein Umfangreicher Index am Ende hilft auch Begriffe unterhalb der Hauptebene zu finden.

Kapitel 1: Licht

Farbe beginnt beim Licht. Ohne Licht keine Farbe. Dem Licht gegenüber steht der Schatten, sein Gegensatz ist das Schwarz. Wer Gestaltung verstehen will, muss Kontraste verstehen. Das gilt für den Fotografen natürlich noch viel mehr als für den Grafikdesigner.

Kapitel 2: Farbe

Geht es im 1. Kapitel um Kontraste und Helligkeit, beleuchtet das 2. die bunten Aspekte des Themas. Das beginnt bei der Physik der Farbe, führt über den Unterschied zwischen Licht- und Körperfarben, die Einteilung in Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben, die Frage was Komplementärfarben genau sind und Endet mit den Eigenschaften von Farbe: Buntton, Sättigung Helligkeit sowie der Farbtemperatur.

Kapitel 3: Farbwahrnehmung

Auf das Kapitel mit den eher physikalischen Aspekten der Farbe, folgt eines darüber, wie wir Farbe wahrnehmen. Ich erkläre die Grundlagen wie unsere Augen Farben wahrnehmen und wie sie nach aktuellem Stand des Wissens wahrscheinlich im Gehirn verarbeitet wird.

Kapitel 4: Farben und Wirkung

Das 4. Kapitel befasst sich Farbe für Farbe mit Wirkungen und Assoziationen. Zu jeder Farbe gibt es einige Farbtafeln verschiedener Nuancen und gängiger Namen für sie inklusive der Farbwerte in CMYK, RGB und HSB.

Kapitel 5: Farbsysteme

Als junger Gestalter dachte ich Farbsysteme wären eine exakte und allgemeingültige Wissenschaft, die quasi auf Naturgesetzen basiert. Tatsächlich handelt es sich dabei um Hilfsmittel für verschiedene Aufgaben. Und da es die verschiedensten Aufgaben gibt, existieren auch sehr viele unterschiedliche Ansätze für Farbsysteme. Ein System für alle Aufgaben gibt es nicht und ist auch nicht in Sicht – ich bin mir heute auch sicher, dass es so etwas niemals geben wird.

In diesem Kapitel stelle ich die für Grafiker und Fotografen wichtigsten Systeme vor, wozu RGB, CMYK, HSB/HSL und L*a*b* gehören.

Kapitel 6: Farbgestaltung

Das 6. Kapitel dreht sich um Farbgestaltung. Es beginnt mit drei jeweils 24-teiligen Farbkreisen inklusive der Achsen Weiß, Schwarz und Grau. Darauf aufbauend werden Farbkontraste und Farbharmonien beschrieben.

Kapitel 7: Farbe in der Praxis

Das letzte Kapitel führt die physikalischen Grundlagen in die technische Praxis des Grafikers und Fotografen. Themen wie Graustufen, Farbkanäle, Duplex und Volltonfarben und Farbtiefe werden beschrieben. Ich erkläre die wichtigsten Aspekte der digitalen Dunkelkammer des Fotografen. Es werden die Grundlagen der Farbkorrektur beschrieben und wie man Histogramme als Hilfsmittel nutzt. Ausführlich wird auch das Farbmanagement beleuchtet.

Angaben zum Buch

  • 400 Seiten, gebunden, komplett in Farbe,  großes 21-×-24-Format;
  • Rheinwerk-Verlag, 2017
  • ISBN 978-3-8362-4501-2
  • Buch: 39,90; E-Book: 35,90; Buch/E-Book-Bundle: 44,90
  • Amazon-Affilate-Link

Durch die vielen Bilder ist es einfach ein Augenschmauß für Künstler – es macht Lust, das Gelesene gleich auszuprobieren. Empfehlung für jeden, der sich in irgendeiner Form mit Farben beschäftigt

M. Latteier via Amazon

Ein Buch zum Nachschlagen für alle, die sich mit Farbe näher beschäftigen möchten. Meines Erachtens ein „must have“ für alle Fotografen, die nicht nur Bildgestaltung, sondern auch Bildbearbeitung machen. Schade, dass dieses Buch nicht schon vor 20 Jahren erschienen ist.

Elke E. via Amazon

Das Thema Farbe wird viel zu oft gar nicht oder zu gering beachtet. Das Buch hätte ich mal viel eher in die Finger kriegen müssen.

Tandoor via Amazon

Ein wunderschönes Buch.

FamilyCMF via Amazon

Mein persönliches Fazit: alles was man zum Thema Farbe wissen muss – und noch ein bisschen mehr. Toll!

Bernhard Rauscher via Amazon

Grafik und Gestaltung

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Grafik und Gestaltung könnte man vielleicht als mein Hauptwerk bezeichnen. Auf jeden Fall ist es das dickste und schwerste Buch das ich bislang schriebe. Ich gehe davon aus, dass es das auch bleiben wird.

Seit dem Erscheinen der Erstauflage 2010 ist es so etwas wie das Standardwerk für grafische Gestaltung in deutscher Sprache geworden.

Kapitel 1: Grafikdesign

Das 1. Kapitel gefasst sich mit der Frage was Design und Grafikdesign überhaupt bedeutet und was beispielsweise der Unterschied zur Kunst ist. Alles was Menschen an an visuell sichtbarem schaffen wird gestaltet aber nicht alles wird designt. Design ist zielgerichtet und stellt im Idealfall eine optimale Synthese aus Funktion und Ästhetik dar.

Kapitel 2: Wahrnehmung

Grafikdesign folgt Regeln. Viele davon basieren auf der Art wie wir Menschen die Welt wahrnehmen. Die sogenannten »Gestaltgesetze der Wahrnehmung« bilden eine wichtige Grundlage für die Gestaltung. Es gehr vor allem darum Layouts so anzulegen, dass die einzelnen Elemente zu einer Einzeit verschmelzen. In diesem Kapitel beschreibe ich die wichtigsten Grundlagen.

Kapitel 3: Form

Das 3. Kapitel widmet sich der Formenlehre, erklärt die Funktionen von Punkt, Linie und Fläche, beschreibt die wichtigsten Proportionen und Seitenverhältnisse, wie beispielsweise den Goldenen Schnitt, und widmet sich Fragen der Gewichtung.

Kapitel 4: Farbe

Auf die Formenlehre folgt die Farbenlehre. Es werden die wichtigsten Grundlagen des Farbensehens und -empfindens beschrieben, die Farbräume mit denen der Grafikdesigner zu tun hat, es wird erklärt was Farbmanagement ist, welche Bedeutung Farbsysteme haben, wie man bewusst mit Farben gestaltet und welche Wirkungen mit den wichtigsten Farben verbunden werden.

Kapitel 5: Bild

Texte transportieren Informationen, Bilder Emotionen. Das 4. Kapitel beleuchtet welche Wirkungen und Aussagen sich mit Bildern erzielen lassen. Unter anderem werden verschiedene Techniken beschrieben, mittels derer sich unterhaltsame Printwerbung gestalten lässt.

Kapitel 6: Schrift

Bilder können sehr offensiv und offensichtlich wirken. Schrift wirkt eher unterschwellig. Deshalb wird sie von vielen Gestaltern stiefmütterlich behandelt – nicht nur von Laien und Einsteigern! Dabei kann man damit den Charakter eines Designs maßgeblich prägen. Ich weiß gerade aus Projektbesprechungen des Werbelehrgangs in dem ich unterrichte, wie Schrift wirken kann. Gelingt es einem talentierten Einsteiger für einen Entwurf eine interessante, passende und wirkungsvolle Schrift zu verwenden, entlockt das den anderen Teilnehmern meist ein »Wow!« und schnell folgt die Frage, welche Schrift denn zum Einsatz kam. In diesem Kapitel möchte ich die wichtigen Grundlagen zum Verständnis von Schrift vermitteln.

Kapitel 7: Lesetypografie

Es genügt nicht, eine gleichermaßen funktionale wie coole Schriftart für ein Layout zu wählen, man muss sie auch richtig einstellen können. Die Grundeinstellungen für Texte in den Programmen sind in der Regel nicht wirklich ideal für gut lesbare Texte – egal ob es sich um Word, Illustrator oder InDesign handelt. Die Schriftgrößen sind zu groß, die Zeilenabstände zu gering – jedenfalls für Lesetexte; für Überschriften ist der Zeilenabstand zu weit. Im 7. Kapitel erkläre ich welche Einstellungen für gut lesbare Texte notwendig sind.

Kapitel 8: Gestaltungsraster

Design lebt von Ordnung, Achsen und klaren Proportionen. Gestaltungsraster helfen rasch zu Layouts zu kommen, die Gestaltung designt wirken lassen. In diesem Kapitel erkläre ich, wie Gestaltungsraster entwickelt werden.

Kapitel 9: Corporate Design

Corporate Design ist das Kleid eines Unternehmens. Mittels eines starken Logos, einer festen Hausfarben und klar definierten Farbräumen, sowie einer individuellen Typografie, kann man sich visuell vom Mitbewerber ab- und aus dem allgemeinen visuellen Rauschen herausheben.

Kapitel 10: Druck und Druckvorstufe

Das letzte Kapitel beleuchtet die wichtigsten technischen Aspekte, die für die Gestaltung druckreifer Daten wissenswert sind.

Grafik und Gestaltung – das umfassende Handbuch

Ein Exemplar des Buches in chinesischer Sprache

Mittlerweile hat das Buch mit »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« ein Schwesterchen bekommen, in dem ich beschreibe, wie kompetente Gestaltung im wichtigsten Programm für Grafikdesigner umgesetzt werden kann.

Leserstimmen

»Ein Standardwerk! Für Mediengestalter und solche, die es mal werden wollen, ist dieses Buch ein absolutes Must have, wie ich finde! Die 10 ausführlichen und sorgfältig gestalteten Kapitel dieses farbigen Buches sind toll geschrieben und mit gut ausgewählten und passenden sowie hilfreichen Bildern versehen.«

Ina via Amazon

»Ich bin von diesem umfangreichen Handbuch sehr begeistert, vieles was ich mir mühsam in den letzten 2 Jahren zusammengetragen habe, ist hier verständlich und kompakt zusammengeschrieben.«

Juliana Fabula via Amazon

»Es ist alles andere als ein staubtrockener Schinken, sondern ein Nachschlagewerk für jeden kreativen Kopf, der vom Logo bis zum kompletten Corporate Design Inspiration und Tipps möchte.«

La-Na via Amazon

»Dieses Buch sollte in keinem Bücherschrank eines Gestalters fehlen.«

Benno Selin via Amazon

»Ein solides, anwenderfreundliches Praxishandbuch mit klaren Strukturen.«

Tati Heer via Amazon

»Prädikat: Vorbehaltlos zu empfehlen!«

Heike May via Amazon

»Einfach ein gutes Buch.«

H. Heigel via Amazon

Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout

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2010 erschien mein großes Werk, »Grafik und Gestaltung«. Darin geht es um die allgemeinen Grundlagen der grafischen Gestaltung. In der Praxis entstehen die meisten Layouts die in den Druck gehen in Adobe InDesign. Deshalb nahm ich in dem Buch mehrmals Bezug auf das Programm. Allerdings ließ sich das Thema in einem Grundlagenwerk nur streifen.

Mit »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« wollte ich »Grafik und Gestaltung« ein Praxisbuch für die Anwendung der Gestaltungsgrundlagen in Adobe InDesign zur Seite stellen. Ich wollte nicht einfach nur ein Buch über eine Software schreiben, und darin ihre Funktionen und Werkzeuge beschreiben, sondern vielmehr schwebte mir vor das vor dem Hintergrund einer grafisch kompetenten Umsetzung zu tun.

Kapitel 1: Oberfläche und Grundlagen

Im 1. Kapitel beschreibe ich die Programmoberfläche, zeige welche Voreinstellungen ich zu ändern empfehle, wie sich InDesign über die Voreinstellungen hinaus individualisieren lässt, wie man die Oberfläche für eine effiziente Arbeit einrichten und als Arbeitsbereich speichern kann, erkläre alles Wissenswerte zum Thema Ansicht und führe vor, wie sich Tastaturbefehle anpassen lassen.

Kapitel 2: Dokumente erstellen und verwalten

Zu Adobe InDesigns Stärken gehören das Erstellen und Gestalten umfangreicher Dokumente. In Kapitel 2 erkläre ich alles Wissenswerte zur Verwaltung von Dokumentseiten.

Kapitel 3: Grafische Aufgaben

InDesign ist kein Grafikprogramm im herkömmlichen Sinn. Dennoch starte ich den Einstieg in die kreative Arbeit mit dem Layoutprogramm mit der Erstellung grafischer Arbeiten, denn anhand dieser lässt sich das Grundkonzept der Software – die Arbeit mit sogenannten Layoutrahmen – am besten Erlernen. Dabei beschreibe ich nicht nur die technischen Aspekte, sondern zeige, wie man Werkzeuge und Funktionen so einsetzt, dass eine Gestaltung entsteht, die den Prinzipien des Designs entsprechend auf Achsen und Proportionen aufbaut.

Kapitel 4: Grundlagen der Textbearbeitung

Es folgt ein Kapitel über die wesentlichsten Grundlagen zur Arbeit mit Text.

Kapitel 5: Farbe

Technisch betrachtet geht es bei der Gestaltung druckreifer Daten um die Einstellung von Farben, das Erstellen von Farbfeldern, die Arbeit mit Volltonfarben, das Farbmanagement sowie die Kontrolle korrekter Farbeinstellungen mit Hilfe des Separationen-Bedienfelds. Doch Farbe ist auch ein wesentlicher Aspekt der Gestaltung. Deshalb gehe ich auch auf Farbharmonien, Farbkontraste sowie darauf ein, wo bei der Anwendung von Farbe Gestaltungsfallen lauern.

Kapitel 6: Bilder und Grafiken

Wer in InDesign anderes setzen will, als Romane, wird es auch mit Bildern zu tun hat. In diesem Kapitel erkläre ich alles Wissenswerte über das Platzieren von Bildern, das Anpassen und Bearbeiten, worauf man bei Pixelbildern achten muss, welche Möglichkeiten Graufstufenbilder bieten und wie man platzierte Bilder an ein anderes Programm zur Bearbeitung übergibt, wie man mit verschiedenen Arten freigestellter Bilder arbeitet, zeige Beispiele mit Bitmap- und Duplex-Bildern, demonstriere wie man ein Bild in mehrere Rahmen oder auch in Buchstaben platzieren kann. Außerdem zeige ich auch, wie man einen Freisteller in InDesign erstellt.

Kapitel 7: Lesetypografie

Die wichtigste Aufgabe in InDesign ist bei vielen Gestaltungsaufgaben die Formatierung von Text. Lesetypografie entsteht aber nicht, indem man eine schicke Schrift aussucht, und das Gros der Einstellungen den Werksvorgaben des Programms überlässt. Im Gegenteil! Für die meisten Aufgaben ist die voreingestellte Schriftgröße zu groß und der Zeilenabstand zu gering. In diesem Kapitel erkläre ich wie sich InDesigns Möglichkeiten zur Textformatierung so einsetzen lassen, dass exzellente Typografie entsteht. Dabei kommt aber auch nicht zu kurz, wie man nicht nur sauber, sondern auch Effizient gestaltet, indem man Absatz- und Zeichenformate nutzt, sowie die Möglichkeiten der Automatisierung.

Kapitel 8: Detailtypografie

Während sich das 7. Kapitel der Gestaltung großer Textmengen widmet, geht das 8. in die Details. Auch hier versuche ich so gut als möglich die praktischen Werkzeuge mit einer gestalterisch gekonnten Anwendung zu verbinden.

Kapitel 9: Musterseiten und Gestaltungsraster

Vater der Idee dieses Buches über InDesign, war, ein Buch über Gestaltungsraster zu schreiben. Ich habe mich bereits in »Grafik und Gestaltung« ausgiebig mit diesem Thema befasst. Mir wäre bislang kein wirklich gutes Praxisbuch zur Planung und Anlage von Gestaltungsrastern bekannt. Als Standardwerke werden noch immer Publikationen aus einer Zeit, lange bevor Computer zur Gestaltung zum Einsatz kamen, genannt. Dabei bieten Programme wie InDesign heute Möglichkeiten, die die Konzepte von damals wirklich alt aussehen lassen.

Als ich über ein Konzept über ein modernes Praxisbuch über Rastertypografie nachdachte, wurde mir bewusst, dass man das kaum machen kann, ohne dabei stark auf InDesign Bezug zu nehmen. Weshalb also nicht gleich ein ganzes Praxisbuch über InDesign schreiben. Und so ist dieses Buch entstanden. Im 9. Kapitel beschreibe ich, wie man die Möglichkeiten von InDesign nutzt, mit Effizienz zu aufgeräumten und designt wirkenden Layouts zu gelangen.

Kapitel 10: Effekte

»Weniger ist mehr« ist ein wichtiger Leitspruch im Design. Speziell für Effekte sollte das gelten. Doch wie sagte einst ein schöner Werbespruch über Beton: »Es kommt drauf an, wes man draus macht.« In diesem Sinn zeige ich in diesem Kapitel, welche Möglichkeiten zu Effekten InDesign bietet.

Bild in Text

Kapitel 11: Listen und Tabellen

Zu den Eselsarbeiten in InDesign gehört das Formatieren von Tabellen. In diesem Kapitel zeige ich, wie man mit InDesigns – zugegebenermaßen sehr komplexen – Tabellenfunktionen selbst umfangreiche Tabellen effizient formatieren kann.

Außerdem demonstriere ich, wie sich Listen effizient formatieren lassen. In meinen InDesign-Kursen überrascht mich oft, wie wenig teils recht erfahrene Anwender darüber wissen, und wie umständlich sie manchmal vorgehen, Listen zu formatieren, die sich mit den richtigen Einstellungen sehr viel effizienter gestalten ließen.

Kapitel 12: Buch-Funktionen

Kapitel 12 dreht sich um einen wesentlichen Kern meiner Arbeit als Buchgestalter: Um die Funktionen rund um Bücher. Dazu gehört, wie sich mittels einer speziellen Palette mehrere InDesign-Dokumente zusammen als Buch verwalten lassen, wie man diese Dokumente abgleichen kann, wie man Inhaltsverzeichnisse und Indizes erstellt, sowie das Setzen von Querverweisen.

Kapitel 13: Datenaufbereitung und Ausgabe

Wer mit InDesign Dokumente gestalten, will Sie in der Regel auch ausgeben, in der Regel für den Druck. In diesem Dokument zeige ich, wie man Dokumente überprüft, allfällige Reparaturen ausführt, Adobe-Stock-Fotos übernimmt, Daten für den Druck verpackt und PDFs erstellt.

Kapitel 14: Interaktive Dokumente

Oberflächlich betrachtet scheint InDesign perfekt für die Erstellung interaktiver Dokument gerüstet zu sein und wahrscheinlich wollte Adobe das Programm auch in diese Richtung entwickeln. Ich hatte immer Zweifel, dass sich Print und Interaktiv effizient in einem Programm verbinden lässt – die beiden Dinge sind zu verschieden. Es ist wie mit diesen Amphibienfahrzeugen, mit denen man sowohl im Wasser, als auch auf Land vorwärts kommt: Sie können beides nicht einmal mittelprächtig.

InDesign ist ein hervorragendes Programm für die Druckvorstufen, aber kaum für die Aufbereitung interaktiver Daten geeignet. Adobe hat das längst selbst erkannt und setzt auf andere Produkte – die Profis der interaktiven Produktion tun das ebenfalls. Vieles von dem, was InDesign an interaktiven Fähigkeiten bietet, lässt sich nur im Flash-Format ausgeben, und dabei handelt es sich um ein totes Dateiformat. Dennoch sind nicht alle Interaktiv-Funktionen von InDesign für die Katz. Mit etwas Know-how, lassen sich beispielsweise PDF-Formulare mit ausfüllbaren Feldern erstellen, die darüber hinaus auch noch barrierefrei sind. Im letzten Kapitel zeige ich, wie das geht.


Markus Wäger: Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout

Leser-Rezensionen

Mein persönliches Lieblingskapitel ist natürlich »Bilder und Grafiken«, »Musterseiten und Gestaltungsraster« (letzteres hilft mir bei meinen Fotobüchern richtig gut) und »Lesetypographie«. Bei diesen Kapiteln fällt mir besonders auf, dass der Autor nicht nur InDesign erklärt sondern das Ganze mit seinem Wissen über Layout und Design kombiniert.

Tandoor (Amazon)

Ich arbeite nun schon länger mit InDesign, konnte aber auch durch dieses Buch wieder neue Funktionen kennen lernen.

Christian K. (Amazon)

Mehr als 150 Workshop-Einheiten bietet das Buch und alle Dateien stehen als Download zur Verfügung. Das nenne ich zeitgemäß und praktisch!

Wombatine (Amazon)

Auflösung und Druckformat

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Wiederkehrend stößt man in der Fotografie auf die Frage, wie viel Auflösung eine Kamera denn eigentlich haben muss. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, es kann niemals genug sein. Aber stimmt das? Wie viel Auflösung benötigt der Fotograf?

Die Antwort lautet wie immer: Es kommt drauf an! Es gibt tatsächlich Anwendungen in der Fotografie, für die die Auflösung kaum einmal zu viel sein kann. Das ist allerdings eher die seltene Ausnahme von der Regel! Tatsächlich haben Kameras heute in der Regel für das Gros der Anwender und die meisten Aufgaben mehr als genug Auflösung. Ich würde behaupten für 99,9% der Aufgaben von 99,9% der Aufgaben. Mindestens!

Und was ist mit den restlichen <99,9%? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Ebenso wie die Frage, ob es Sinn macht, einen LWK statt eines PKWs anzuschaffen, weil man möglicherweise irgendwann einmal etwas transportieren muss, mit dem der Kombi überfordert ist. Für mich persönlich ist weniger mehr. Deshalb fotografiere ich mit MFT und fahre eine Zweisitzer. Beides möchte ich nicht gegen Schwereres tauschen. Keinesfalls!

Heißt das, dass ich deshalb Abstriche bei der Qualität machen muss?

Nein! Denn mein Zweisitzer hat ein Dach aus Stoff, und mehr Lebensqualität als offen über ruhige Land- und Passstraßen zu fahren, kann mich mir nur schwer vorstellen.

Ja, ich weiß: Es geht hier um Fotografie. Aber die Antwort ist weitgehend dieselbe: Weniger ist mehr. Ich behaupte seit Jahren, dass 18 Megapixel (MP) genug für mich sind. Das war auch so, als ich mit Vollformat fotografiert und mit der Nikon D7100 und D600 24MP erreicht habe. Eigentlich zu viel des Guten.

4K Video kommt mit knapp 9MP aus (Wikipedia über UHD). Das heißt, mit 18MP erfüllt man den Bedarf doppelt.

Für Drucke und Fotoabzüge wird üblicherweise eine Ausgabeauflösung von 300ppi empfohlen. Bei der Ausgabe eines Digital­bildes mit 300ppi entspricht ein Pixel etwa 0,08 mm. Das ist so klein, dass die Augen die Pixel bei einem für Fotoabzüge, Foto­alben, Bücher, Folder, Broschüren oder Magazine üblichen Be­trachtungs­abstand von 30cm nicht mehr einzeln erfassen ­können.

Für Abzüge im Format von 9cm × 13cm sind bei 300 ppi etwa 1,6 MP erforderlich, das sind 1053px × 1535px (px = Pixel). Für A4 sind 8,7MP notwendig, für A2 34,8MP und für A1 müsste eine Kamera 140MP auflösen. Mittelformat­kameras er­reichen heute 150 MP, wofür das Budget eines Mittel­klassewagens zu kalku­lieren ist. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viel Megapixel bei verschiedenen Standardgrößen erforderlich sind um mit 300ppi drucken zu können.

Format Maße Megapixel Bildgröße in Pixel
Fotoabzug 90 mm × 130 mm 1,6 MP 1053 × 1535
Fotoabzug 130 mm × 180 mm 3,3 MP 1535 × 2126
A4 210 mm × 297 mm 8,7 MP 2480 × 3508
A3 297 mm × 420 mm 17,4 MP 3508 × 4961
A2 420 mm × 594 mm 34,8 MP 4961 × 7016
A1 594 mm × 841 mm 70,0 MP 7016 × 9933
A0 841 mm × 1189 mm 140,0 MP 9933 × 14043

Wie gesagt: Da ich in der Praxis nicht über A3 drucke, sind 18MP genug für mich. Das heißt allerdings nicht, dass ich damit nicht größer drucken könnte. Tatsächlich ließen sich mit den Auflösungen meiner Kameras auch Großflächenplakate ohne den geringsten Qualitätsunterschied zu Aufnahmen die mit Pixelmonstern erstellt wurden drucken.

Aufnahme einer Seite eines Grundlagenexkurses über Auflösung aus meinem Buch »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout«.

Die Abbildung oben zeigt eine Seite aus meinem Buch »Adobe InDesign – Schritt für Schritt zum perfekten Layout« – ähnliche Seiten gibt es auch in meinen Photoshop- und Affinity-Photo-Workshop-Büchern, sowie in meiner kreativen Fotoschule. Die Abbildungen geben dasselbe Bild in unterschiedlichen Auflösungen wieder. Sie veranschaulichen den Zusammenhang zwischen Auflösung und Detailschärfe im Druck. Die Wiedergaben zeigen, dass kein sichtbarer Qualitätsunterschied zwischen 300ppi und 250ppi besteht. Selbst bei der Hälfte der empfohlenen Druckauflösung von 300ppi – bei 150ppi – sticht ein Qualitätsmangel nicht unmittelbar ins Auge. Man muss das Bild schon genau betrachten und näher als die beim Leben üblichen 30cm an das Bild herangehen um den Unterschied in der Detailschärfe zur 300ppi-Abbildung zu erkennen.

Eindeutig sichtbar ist der Qualitätsmangel erst bei einer weiteren Halbierung der Auflösung. Bei 72ppi ist die pixelige Struktur der Bildauflösung deutlich zu sehen. Allerdings auch nur aus dem üblichen Betrachtungsabstand von 30cm. Schon aus einer Distanz von 1m muss man wohl im wahrsten Sinne des Wortes über ein Adlerauge verfügen, um die Pixel noch immer ausmachen zu können.

Ich habe diese Beispiele schon vielfach mit Teilnehmern meiner Kurse betrachtet und besprochen. Ab einer Entfernung von 2m kann selbst bei einer Auflösung von 30ppi kaum mehr jemand einen Qualitätsmangel feststellen.

1m gilt als üblicher Betrachtungsabstand für A2-Poster, ­weshalb dafür 90ppi ausreichen. Bei Großflächen­plakaten mit 252cm × 356cm und größer nimmt man Betrachtungsabstände von 5m und mehr an. Sie werden meist mit etwa 30ppi gedruckt. Dafür genügen 12,5MP. Mehr Auflösung würde bei solchen Plakaten auch gar nichts bringen, da die Druckraster so grob sind, dass feinere Auf­lösungen verloren gehen. Bei ­Postern, die meist ebenso fein gerastert gedruckt werden wie ­Bücher und Broschüren, ­haben ­Reserven allerdings den Vorteil, dass auch ein Betrachter, der den angenommenen Abstand unter­schreitet, feine Details zu ­sehen bekommt. Ich persönlich würde allerdings kein Vermögen ausgeben, nur um für ­solche Ausnahmefälle mit Details glänzen zu können.

Die folgende Tabelle zeigt, was für Betrachtungsabstände für verschieden große Poster und Plakate angenommen werden, und was für Auflösungen dafür erforderlich sind.

Format Abstand Auflösung Megapixel
A2 1m 90ppi ≈ 2,2MP
A1 2m 60ppi ≈ 2,8MP
A0 3m 45ppi ≈ 3,2MP
Plakat 252cm × 356cm 5m 30ppi ≈ 12,5MP

Wer beim Ausdruck 300ppi keines­falls unterschreiten möchte, erreicht mit 18MP knapp A3, mit 36MP etwa A2 und mit 50MP 50cm × 75cm. Bei einer Auflösung von 250ppi geht es jeweils auch etwas größer, ohne dass irgendjemand selbst aus nächster Nähe einen relevanten Unterschied wird erkennen können.

MP ≈ Format bei 300ppi
18MP 297mm × 420mm
24MP 340mm × 500mm
36MP 400mm × 600mm
50MP 500mm × 750mm

Das Beitragsbild oben über dem Artikel, zeigt zwei Bilder die bei mir Zuhause in Wechselrahmen an der Wand hängen. Ich tausche die Aufnahmen in den Rahmen seit Jahren regelmäßig aus. Es befanden sich bereits Bilder von 12MP-, 16MP-, 20MP- und 24MP-Kameras darin. Ich glaube nicht, dass jemals jemand einen Qualitätsunterschied ausmachen konnte – mir jedenfalls ist niemals ein relevanter Unterschied aufgefallen.

Der Inhalt dieses Artikels basiert auf einem Grundlagenexkurs aus meinem Buch »Die kreative Fotoschule«, das am 22.2.2019 erscheint.

Blog in Arbeit

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Nach mehreren Jahren im selben Gewand, ist es Zeit geworden meinem Blog neue Kleider anzulegen. Keine leichte Aufgabe, für einen über 15 Jahre alten Blog ein neues Theme zu finden, es einzurichten und an die eigenen Wünsche, sowie die über Jahre gewachsenen Anforderungen anzupassen. Das geht nicht von heute auf morgen. Da ich die Operation am wachen Patienten durchführe, kann es für Besucher heute und in den kommenden Tagen etwas holprig werden. Auch ist noch nicht beschlossene Sache, dass ich beim Theme für das ich mich zunächst entschieden habe, bleibe. Ich bitte deshalb um Verständnis und Geduld, bis die Renovierung abgeschlossen ist.

APS-C oder MFT?

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Als ich dieser Tage den Gedanken von Tony Northrop und anderen Bloggern und Vloggern folgte, die über eine Ende von MFT schwadronieren, stand ich plötzlich vor der Frage nach der Zukunft von APS-C.

Sofern die einseitige Betrachtung einiger Vollformat-Fans nicht soweit zu einem Mainstream anschwillt, dass Einsteiger das Format meiden und ihm dadurch eine wichtige Basis wegbricht, glaube ich, dass es auch langfristig einen Markt für ein kleines, kompaktes, leistungsfähiges und innovatives Alternativsystem geben wird.

Weshalb die Propheten der MFT-Apokalypse einen Ausstieg von Panasonic zwangsläufig als Ende des Systems sehen, ist mir nicht ganz schlüssig. Einmal abgesehen davon, dass mir Panasonic auf Grund meiner Erfahrungen ohnehin nicht als Anbieter von MFT-Produkten abgehen würde, sehe ich nicht, weshalb Olympus nicht auch alleine mit dem System überleben sollte. Nikon pflegt ein eigenes System, Canon tut es, Sony ebenso, Fujifilm, Leica und Pentax. Meines Eindrucks nach, würde ich mir am ehesten um Pentax sorgen. Für Olympus sähe ich sogar eher eine Chance, wenn sie am Markt des kompaktesten Kamerasystems keinen Mitbewerber mehr hätten. Ich glaube viel mehr, dass Panasonic mit dem neuen S-System zu viel riskiert, und dass es floppen wird.

Aber was ist mit APS-C? Ich gehe davon aus, dass Fujifilm bei diesem System bleiben und kein Vollformatsystem vorstellen wird, bietet man doch jenen, denen das Format zu klein ist, Mittelformat – ohnehin die ultimative Wahl für alle, die meinen, gute Fotografie hänge ausschließlich vom Format des Sensors ab.

Aber was wird aus den APS-C- und DX-Systemen von Canon und Nikon? Die beiden großen Marken sind jetzt mit Vollformat in den Markt der Spiegellosen eingestiegen. Ich gehe einmal davon aus, dass die Kosten zur Herstellung von Bildsensoren weiter sinken werden, und es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich Vollformat auch in Einsteigermodellen rechnet. Welchen Sinn sollte es da beispielsweise für Nikon machen, neben Vollformat eine zweite Linie aufzubauen die kompatibel zum derzeitigen DX-Format ist?

Canon hat zwar derzeit ein spiegelloses System mit APS-C-Sensoren. Allerdings scheint das nicht so der Renner, als dass ich viel darauf wetten würde, dass es langfristig neben einem Vollformatsystem überleben wird. Auch bei Sony stellt sich die Frage, ob es langfristig Kameras mit APS-C-Sensoren für dafür gerechnete Linsen geben wird. Es macht irgendwie keinen Sinn, wenn der Anschluss Vollformat erlaubt, und die Herstellungskosten keine kleineren Sensoren mehr für preiswerte Kameras notwendig machen.

Vor diesen Überlegungen stellt sich mir eher die Frage, ob es in fünf oder zehn Jahren noch neue Kameras und Objektive in APS-C und DX für Canon, Nikon und Sony geben wird, als ob MFT dann noch lebt. Sollte man Einsteiger, die kein Geld in ein System ohne Zukunft investieren möchten, deshalb nicht vielleicht vielmehr davor warnen?

Vollformat vs. Micro FourThirds

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Die Vorstellung der Olympus OM-D E-M1X hat die Diskussionen über die Bildqualität von Micro FourThirds, und ob sie professionellen Ansprüchen gerecht wird, wieder einmal kräftig hochkochen lassen. Als leidenschaftlicher Tierfotograf der auch bei Regen hinaus möchte, finde ich das neue Modell durchaus attraktiv. Das Preisschild von 3000 Euro schreckt mich wenig, hatten doch meine Vollformatkameras stets deutlich über 2000 Euro gekostet, ohne dabei die Möglichkeiten von Olympus’ neuem Flaggschiff zu bieten.

Ich finde es ja interessant, dass manche Foto-Blogger und YouTuber Systeme, die nicht ihren eigenen Vorlieben entsprechen, madig zu machen. Selbstverständlich ist es legitim State-of-the-Art-Rauschverhalten und geringste Schärfentiefe für sich zur höchsten Priorität zu erklären. Aber deshalb sind Fotografen die andere Prioritäten wählen weder unprofessionell noch Idioten. Offener und toleranter schienen MFT-Fotografen allerdings zu sein, zumindest könnte ich mich nicht erinnern schon einmal von einem MFT-Fan gehört zu haben, dass er Vollformat schlecht redet. Wir MFT-Freunde kennen die Limits unseres Systems, aber wir kennen auch seine Vorzüge und wir erlauben uns andere Prioritäten zu haben als der Mainstream.

Dabei ist es nicht einmal so, wie mancher Vollformat-Fan es darstellt, dass MFT ein etwas kompakteres System mit viel schlechtere Abbildungsqualität ist. Nein, ist es ein viel kompakteres System – jedenfalls wenn wir davon ausgehen, dass zur Kamera Objektive gehören –, das etwas früher an die Grenzen der Abbildungsqualität stößt. Grenzen, die nur unter bestimmten Situationen relevant und die für die meisten Fotografen irrelevant sind.

Ich habe 2015 einen Vergleichstest mit einer OM-D E-M1 (16MP) und einer Nikon D810 (36MP) mit einer der angeblich schärfsten Vollformatlinsen gemacht. Ja, die Vergleichsaufnahmen zeigten Unterschiede. Unterschiede, die man auch erkennt, wenn man die Bilder sehr groß wiedergibt und genau in Augenschein nimmt.

Das unten eingebettete Video zeigt einen ähnlichen, noch etwas eindrücklicheren Vergleichstest. Ein Fotograf macht Aufnahmen mit einer Vollformat-DSLR und einer E-M1 II, lässt je zwei Aufnahmen einen Meter groß printen und fragt den erfahrenen Drucker, welche der Aufnahmen mit welcher Kamera entstand. Trefferquote: 50:50. Also so gut wie gewürfelt.

Nachdem gestern mein neues Buch – meine komplett überarbeitete »kreative Fotoschule« (Verlag | Amazon-Affiliate-Link) – in Druck gegangen ist, war endlich wieder Platz für etwas Anderes als Schreiben. Ich nutzte die Zeit mich über die E-M1X und in Folge über die Diskussionen zu Leben und Sterben von MFT zu informieren.

Was mir immer wieder auffällt, ist, dass MFT-Gegner Qualitätsfetischisten sind – Pixelpeeper möchte ich behaupten. MFT-Fotografen haben offensichtlich andere Prioritäten. Immer wieder höre ich Sätze, wie »MFT hat mir die Freude am Fotografieren zurückgebracht« oder »noch nie hat mir Fotografieren so viel Spaß gemacht«. Letzterer Satz war auch von mir zu hören, als ich begann mit der Olympus OM-D E-M5 zu fotografieren.

Ich hatte mir die E-M5 2013 als kompakte Zweitkamera neben der Nikon D600 zugelegt. Nichts lag mir damals ferner, als der Gedanke, mit ihr meine Vollformatkamera zu ersetzen. Allerdings machte ich nicht nur die Erfahrung, dass Fotografieren mit der E-M5 mehr Spaß macht – und ich liebe Spaß! –, sondern auch, dass ihre Aufnahmen für meinen Bedarf – Ausgabe bis maximal A3+ – nicht weniger gut aussehen, als die Ergebnisse der D600. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich ein Bild aufgenommen hatte, es mir am Display der Kamera ansah und mir dachte, weshalb schleppe ich eigentlich diese Vollformatmonster durch die Gegend, wenn dieser Zwerg solche Ergebnisse liefert.

Damals fotografierte ich noch deutlich mehr Porträts als heute, zuletzt bevorzugt mit der D600 und einem Nikkor 85mm ƒ1.8 (LP 629 Euro). Die E-M5 wäre mir zu kompakt gewesen um Foto-Sessions damit zu fotografieren. Doch als die E-M1 erschien versuchte es mit ihr und einem M.Zuiko 45mm ƒ1.8 (LP 329 Euro | Amazon-Affiliate-Link). Ich kann nicht im Geringsten erkennen, in welcher Beziehung die Resultate der D600 besser gewesen sein sollten, wie die der MFT-Kamera.

Ja, Vollformat liefert geringere Schärfentiefe. Aber wer sich wirklich mit Bokeh befasst, sollte wissen, dass seine Qualität nicht allein an der Schärfentiefe hängt. Es hängt – in meinen Augen noch viel mehr – daran, ob es weich oder harsch ausfällt. Und nach den Erfahrungen die ich mit verschiedensten Linsen von Nikon, Sigma, Olympus und Panasonic machte, habe ich den Eindruck gewonnen, dass MFT-Objektive samtigere Bokehs liefern, jedenfalls so lange man Objektive verleiht, die preislich nicht völlig unterschiedlichen Welten entstammen.

Die meisten MFT-Fotografen, die auf YouTube oder in Blogs berichten, sind denselben Weg gegangen wie ich: Sie haben mit Vollformat fotografiert und irgendwann den Wechsel zu MFT gemacht. Ich denke, die meisten von uns haben gemein, dass wir keine Idioten sind, die keine Ahnung von Bildqualität haben, sondern wir haben uns genau überlegt, was wir tun, und weshalb. Ich für meinen Teil, habe wohl schon Pixel analysiert, da waren viele, die meinen MFT würde ihren Qualitätsansprüchen nicht gerecht, noch nicht einmal geboren.

Wer glaubt, in der Fotografie drehe sich alles um rauschfreie Aufnahmen mit geringster Schärfentiefe, soll seine Finger von MFT lassen und sich eine Vollformatkamera zulegen, oder besser gleich Mittelformat.

Alle anderen, für die in der Fotografie Freude und Spaß daran im Vordergrund steht: Schaut euch die verschiedenen MFT-Modelle an!

Micro FourThirds ist tot!

Posted in Theorie & Technik

In einem heute Vormittag veröffentlichten Artikel, schrieb ich, dass mir manche Debatten zu MFT Sorgen bereiten. Das oben eingebettete Video, in dem Tony Northrup den baldigen Tod von Micro FourThirds ankündigt, gehört in diese Kategorie an Beiträgen. Das Problem ist, dass, wenn solche Prophezeiungen greifen – gerade, wenn sie von populären Bloggern oder YouTubern wie Northrup kommen –, die Gefahr besteht, dass sie zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden.

Als Neueinsteiger in eine Fotografie, die über das Knipsen mit Smartphones hinaus geht, oder als Aufsteiger von von der Basiskamera zum komplexen System, plagt einen wohl vor allem die Frage nach der Wahl des richtigen Systems. Niemand möchte in eines investieren, das in zwei oder drei Jahren sein End of Life erreicht. Singen aber viele Stimmen das Lied vom Tod, werden sich wahrscheinlich einige potenzielle Käufer von MFT abschrecken lassen.

Tony Northrup ist ein absolut kompetenter Fotograf, und ich kann ihm nicht unterstellen, völlig einseitig über MFT zu berichten. Dennoch ist seine Argumentation teilweise etwas paradox, behauptet er doch einerseits, dass sein Handy annähernd die Qualität von MFT erreicht, beklagt aber gleichzeitig, dass MFT nicht mit der Qualität einer Kamera mit größerem Sensor mithalten kann. Handys erreichen heute zwar tatsächlich herausragende Qualität, und wer unkompliziert fotografieren will, keine extrem langen Brennweiten braucht und bei der Ausgabe nicht wesentlich über normale Fotoabzüge hinaus geht, ist damit perfekt bedient. Doch der Vergleich mit der Qualität die ein MFT-Sensor mit einer guten Linse bringen kann, ist doch etwas weit her geholt. Auch wenn MFT qualitativ zwischen Telefon und Kleinbild liegt, ist es deutlich näher am Vollformat als das Smartphone an ihm.

Northrup führt auch ins Feld, dass spiegellose Vollformatkameras heute auch nicht mehr größer sind als viele MFT-Modelle. Das ist zwar korrekt, wenn sich eine kurze Festbrennweite oder ein Standardzoom an der Kamera befindet. Es verliert aber zunehmend an Gewicht, wenn die Brennweiten länger oder die Objektive mehr werden.

Es gibt nicht den geringsten Zweifel, dass er mit seinem 600mm Nikkor ƒ4 qualitativ bessere Aufnahmen mit feinerem Bokeh erzielt, als mit einem Olympus 300mm ƒ4. Es wäre auch absurd wenn dem nicht so wäre, kostet es doch laut Liste 14.000 Euro, während das Olympus bei 2600 liegt!

Dabei ist die Frage kann und/oder will ich mir eine Linse zum Preis eines Kleinwagens leisten gar nicht die einzige die sich stellt. Die Frage ist doch auch, wie ich fotografieren will. Das 600-mm-Nikkor ist kaum ohne Stativ einzusetzen. Wer damit arbeitet, muss sinnvollerweise ansitzen. Das muss man mögen, oder gut dafür bezahlt werden. Ich bin lieber flexibel und mobil unterwegs. Das Olympus 300er ermöglicht eine Arbeitsweise, die mit dem Nikkor-Äquivalent undenkbar wäre. Mit einem 1,3-kg-Objektiv lassen sich Motive einfangen, für die Nikons knapp-4-kg-Monster einfach zu flüchtig sind.

Ich für meinen Teil liebe es mit zwei oder drei Kamera vergleichsweise unbeschwert stundenlang durch die Landschaft streifen zu können und unkompliziert sowie flexibel alles mögliche Fotografieren zu können. Ich möchte keine inklusive Stativ drei- bis viermal so schwere Ausrüstung durch die Gegend schleppen und vor jede Aufnahme einen Aufbau der Ausrüstung stellen. Dass das bedeutet, dass ich in Sachen Bokeh und Abbildungsqualität nicht am höchsten Limit des derzeit machbaren aufnehme, nehme ich dafür gerne in Kauf. Für allem, weil der Unterschied bei 90% der Aufnahmen bei den für mich relevanten Ausgabebedingungen schlicht völlig irrelevant ist.

Gerade für Leute, für die der Spaß am Fotografieren, und nicht bedingungslose Abbildungsqualität im Mittelpunkt steht, und die Ihre Ausrüstung nicht als Investition in ihre Business verbuchen und von der Steuer abziehen können, bieten Olympus und Panasonic mit MFT eine hervorragende Option.

Umgekehrt heißt das aber auch nicht, dass mit MFT keine professionellen Resultate zu erzielen wären. Es gibt durchaus auch Profis, gerade im Bereich der Naturfotografie, die mit dem System arbeiten und deren Aufnahmen in anspruchsvollen Magazinen abgedruckt werden. Ich möchte jenen sehen, der sich traut, anhand dieser Prints zu beurteilen, ob dabei jeweils eine Vollformat- oder eine MFT-Kamera zum Einsatz kam.

Eine Diskussion die sich in Sachen MFT vs. Vollformat rein auf Bildrauschen, Bokeh, Gewicht und Volumen konzentriert, unterschlägt im Übrigen auch zu viele andere Aspekte. Olympus gehört zu den innovativsten Unternehmen der Kamerabranche. Man hatte als erstes LiveView an einer Systemkamera, war führend bei Sensorreinigung, hat zusammen mit Panasonic spiegellose Systemkameras erfunden, liegt seit jeher bei Bildstabilisierung an der Spitze, lediglich gelegentlich von Panasonic in Bedrängnis gebracht, man hatte als erster Pixel-Shift und dann wieder als erster Pixel-Shift-handheld am Start, man hat mit Live-Bulb and Live-Composite einzigartige Funktionen an Bord und legt jetzt mit Live-ND eine weitere Innovation nach. Auch mit der Neuen AI-Objekterkennung geht Olympus als Erster neue Wege.

Ja, die Olympus OM-D E-M1X kostet mit 3000 Euro einen ordentlichen Batzen Geld. Doch auch hier greift der simple Schluss, dass man bei anderen Herstellern für dasselbe Geld bessere Bildqualität bekommt etwas zu kurz. Denn die Abbildungsqualität allein ist nicht das einzige Kriterium das eine Kamera ausmacht. Soweit ich weiß, nutzen alle Hersteller oft dieselben Sensoren in preislich sehr unterschiedliche positionierten Modellen. Was die teureren von den preiswerteren abhebt, sind meist vor allem schnellere Prozessoren, manchmal bessere AF-System, fast immer ein hochwertigeres Gehäuse. Die E-M1X dürfte in Sachen Abdichtung locker mit Nikons D5 – Listenpreis knapp 7000 Euro – mithalten können, ich hoffe sogar auf Niveau der Canon 1D liegen – mit 6000 Euro auch nicht schlecht dotiert. Auch bei den garantierten Auslösungen dürfte die E-M1X den genannten Modellen wohl kaum nachstehen – zur Hälfte des Preises!

Northrup führt aus, dass Panasonics Einstieg ins Vollformat den Tod von MFT herbeiführen könnte – dass Panasonic MFT mit der Zeit auslaufen lassen könnte. Ich stelle mir die umgekehrte Frage, nämlich, ob Panasonic mit dem Einstieg ins Vollformat nicht ein Abenteuer mit fragwürdigem Ausgang startet.

Der Markt für Digitalkameras wird auf allen Seiten enger. Die Marktführer Canon, Nikon und Sony bieten ihren bisherigen Kunden jetzt allesamt spiegellose Vollformatkameras. Per Adapter sind diese kompatibel zu einem System mit dutzenden hervorragenden Linsen. Viele Fotografen besitzen welche und weitere Linsen gibt es nicht nur neu, sondern auch auf dem Gebrauchtmarkt. Wie viel Raum ist da für einen Neueinsteiger? Ob es da genügt Leica an der Seite zu haben?

Wäre es nicht möglich, dass Panasonic mit dem neuen Vollformat flopt und am Ende bei MFT bleibt? Wäre es wirklich der Tod des Systems, wenn Panasonic aus MFT ausstiege? Wieso sollte Olympus sich nicht auch alleine mit MFT behaupten? Canon, Nikon, Sony und Pentax pflegen ebenfalls jeweils alleine ihr System. Ich würde nicht ausschließen, dass Olympus Umsatz profitieren könnte, wenn Panasonic das Bündnis verließe.

Was die Zukunft bringt, wissen wir alle nicht. Canon hatte vor einiger Zeit Umsatzprobleme und Nikon steckte (steckt?) in der Krise. Auch Sonys Aktien wurden schon einmal als Ramsch gehandelt. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Auch MFT. Auch Vollformat. Seien wir froh, dass es die unterschiedlichsten Systeme gibt.