Archiv der Kategorie: Themen

Neu in Affinity Photo 1.5: Farbsäume entfernen

Chromatische Aberration ist ein optisches Phänomen bzw. ein Abbildungsfehler von Linsen der dadurch entsteht, dass unterschiedliche Wellenlängen in optischen Gläsern unterschiedlich stark abgelenkt werden. Zwar versuchen die Objektivhersteller die Entstehung weitgehend zu unterbinden, doch selbst bei exzellenten Linsen lässt es sich vollständig vermeiden. Sichtbar wird sie an drastischen Kontrastkanten, beispielsweise wenn eine schwarze dunkle Fläche direkt eine eine weiße Lichtfläche stößt – entlang der Kanten treten dadurch rote und cyanfarbene bzw. gelbe und blaue Säume zu Tage. Durch extreme Bearbeitungseinstellung, wie sie beispielsweise häufig mit HDR vorgenommen werden, wird das Phänomen betont bzw. überhaupt erst sichtbar. In diesem Video zeige ich wie man es in Affinity Photo eliminieren kann.

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Neu in Affinity Photo 1.5: Geisterbilder entfernen

Bei Aufnahmen die aus mehreren Belichtungen zusammengesetzt werden kann es immer wieder zu sogenannten Geisterbildern kommen, wenn sich von einer Belichtung zur nächsten etwas im Bildausschnitt bewegt. In diesem Workshop zeige ich wie sich Geisterbilder in Affinity Photo aus einer HDR-Aufnahme entfernen lassen.

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Illustrator WS23: Mit Pfaden freistellen

Freigestellt wird üblicherweise in Photoshop. In diesem Workshop zeige ich, dass das auch in Illustrator geht. Im Wesentlichen geht es dabei darum zu zeigen wie mit dem Zeichenstift runde, nicht geometrische Formen gezeichnet werden. Das Freistellen selbst geht über die Funktion Schnittmaske erstellen.

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Neu in Affinity Photo 1.5: HDR und Tonemapping Persona


Im zweiten Teil meiner Serie über Neuerungen in Affinity Photo 1.5 zeige ich wie man mehrere Belichtungen zu einem kontrastreichen HDR-Bild (High Dynamic Range) zusammenfügen, mit der Tone Mapping Persona optimieren und zum Schluss Blendenflecken heraus retuschieren kann.

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Olympus 25mm 1.2 oder Panaleica 25mm 1.4?

Eine lichtstarke Normalbrennweite gehört an sich zur fixen Ausrüstung eines jeden Fotografen. Dem MFT-Fotograf geben die Systemhersteller Olympus und Panasonic die Auswahl zwischen vier verschiedenen Linsen mit Lichtstärken zwischen ƒ1.2 und ƒ1.5, wozu sich noch die manuell zu fokussierenden Hyperprimes von SLR Magic und Voightländer gesellen (nebst anderem Glas von Drittherstellern).

Bereits 2014 habe ich das Panaleica ƒ1.4 (genau genommen Panasonic Leica Summilux G) gekauft, habe es aber aus mir gar nicht so recht erklärbaren Gründen nicht besonders gerne eingesetzt.

Seit ein paar Wochen nun konnte ich Olympus’ 25mm ƒ1.2 Pro-Objektiv testen und möchte hiermit meinen Eindruck vermitteln. Wie immer sind meine Ausrüstungsberichte nicht als Tests zu verstehen, sondern spiegeln einfach meinen subjektiven Eindruck.

Während schon das Panaleica 1.4 keine besonders kompakte MFT-Linse ist (jedenfalls nicht für ein Normalobjektiv), ist das neue Oly ein richtiger fetter und schwerer Bomber und dürfte wohl die meisten Kleinbild-Normalbrennweiten überwiegen. Eigentlich läuft das ja der Idee von MFT als transportables Kompaktsystem zuwider.  Wer sich trotzdem darauf einlässt kriegt dafür ein sehr stabildes Objektiv zur Hand das gut in derselben liegt und mit absolut glaubwürdigem Schutz gegen Staub, Spritzwasser und Frost glänzt, also unter Bedingungen einsetzbar ist in denen man das Panaleica lieber sicher verstaut. Generell liegt das Objektiv glänzend in der Hand, nur in der Fototasche macht es sich unangenehm bemerkbar – als tägliches Immer-dabei-Objektiv hat es keine guten Karten.

Laut Messungen von dxomark.com erreicht das Panaleica eine etwas bessere Wertung, wobei man sich wie so oft bei DXO die Frage stellt wie die Gesamtwertung zusammenkommt, immerhin wird die Schärfe beim Oly etwas höher angegeben, Transmission und Vignettierung sind gleich und der Verzeichnung scheint das Oly deutlich die Nase vorne zu haben, lediglich bei der chromatischen Aberration hat das Panaleica mit dem etwas geringeren Wert die Nase vorne.

Bei meinen eigenen (höchst unprofessionellen) Aufnahmen meines Testcharts konnte ich weder bei Kontrast noch in der Schärfe einen Unterschied feststellen. Beide zeichnen praktisch ab Offenblende tadellos scharf und kontrastreich. Beide spielen laut DXO in der Top-Liga der MFT-Linsen und werden lediglich von Panasonics 42,5mm ƒ1.2 und Olympus’ 75mm ƒ1.8 übertroffen.

Klar besser gefällt mir Olympus’ Pro-Objektiv beim Bokeh, wo es deutlich ruhiger und cremiger zeichnet als die von Leica entworfene Linse. Diesen Mehrwert im Bokeh muss der Fotograf jedoch teuer bezahlen: Das 25mm ƒ1.2 von Olympus kostet etwa das Doppelte des 25mm ƒ1.4 von Panasonic.

Unterm Strich würde ich meinen, dass das Panaleica bei diesem Vergleich der Preis/Leistungs-Sieger ist. Wer MFT wegen Kompaktheit nutzt und auf die Wetterfestigkeit von Olympus’ Pro-Objektiv verzichten kann erhält mit ihm ein exzellentes Objektiv. Allerdings wird die deutliche Mehrausgabe für das 25mm ƒ1.2 mit einem sichtbar weicheren Bokeh belohnt, dessen Anblick eine wahre Freude ist (auch wenn man selbstverständlich nicht die kurze Schärfentiefe einer KB-Normalbrennweite erreicht).

Tatsächlicher Preis/Leistungs-Sieger wäre übrigens das 25mm ƒ1.7 von Panasonic. Nicht viel weniger Lichtstark, dafür kompakt, leicht und für unter 200 Euro zu haben, dabei in der Wertung den teureren hier erwähnten Modellen laut DXO nur gering nachstehend.

Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
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Das ABC der Farbe

Aus dem Kapitel »Farbe« in meinem Buch »Grafik und Gestaltung« heraus ist die Idee entstanden das Thema zu einem eigenen Buch auszubauen. Nun interessiert es mich immer am meisten Bücher zu schreiben die es so noch nicht gibt. Tatsächlich gibt es zwar viele Bücher die sich mit Farbe befassen, doch Vieles davon richtet sich an Künstler, bereitet das Thema von der psychologischen oder spirituellen Seite her auf oder ist generell sehr breit und wenig spezifisch für Grafikdesigner und Fotografen aufbereitet. Zwar gibt es Werke die in speziellen Themen in die Tiefe reichen, zum Beispiel über Farbmanagement, doch ein wirkliches Grundlagenwerk für die genannten Professionen sucht man am Markt vergeben. Eine gefundene Herausforderung für mich  der ich mich gerne und mit voller Leidenschaft angenommen habe.

Bereits früh in der Vorbereitungsphase hat sich die Vision eines Buches entwickelt, das nicht typisch Fachbuch ist.

Zum einen schwebte mir bereits früh vor das Buch als Bilderbuch zu gestalten und den Text möglichst kurz und knapp auf den Punkt zu bringen. Es ist interessant, dass die meisten Bücher über Farbe überwiegend aus Text bestehen. Doch wie könnte man Farbe besser transportieren als sie wirken zu lassen? Deshalb entschied ich mich auch nicht für ein klassisches Buch-Layout, sondern orientierte mich eher an der Gestaltung hochwertiger Magazine wie z.B. Geo.

Nicht nur über Farbe lesen, sondern sie erleben

Jedes Thema sollte mit einem oder möglichst wenigen Bildern auf einer Doppelsteite dargestellt werden und so weit als Möglich im Mittelpunkt stehen. Den Text habe ich zwingend der Farb- und Bildwirkung untergeordnet, weshalb er häufig negativ auf schwarzem oder grauem Hintergrund bzw. direkt auf der Abbildung steht. Die Gefahr, dass Puristen unter den Fachbuchlesern diese Gestaltung wahrscheinlich nicht durchgehend wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wollte ich eingehen. 1. sind die Texte wie gesagt so weit als möglich auf das Wesentliche komprimiert, 2. ist es eine Gestaltungspraxis die in Magazinen – und zwar auch in den angesehensten – Gang und Gäbe ist, und 3. war es mir auch ein Anliegen dem Leser im Sinne erlebter Erfahrung einen Eindruck davon vermitteln wie sich Text auf farbigen Hintergründen verhält – er soll sich aus Erfahrung ein Urteil bilden, was er bei eigenen Gestaltungsaufgaben für tragbar hält oder nicht, und nicht sturen Lehrmeinungen, wie »negativer Text ist nicht gut lesbar« folgen.

Lesebuch und Lexikon

Während die Idee das Werk als Bilderbuch zu gestalten schon sehr früh bestand, entwickelte sich die zweite eher ungewöhnliche Lösung erst im Laufe der ersten Kapitel: Es stellte sich heraus, dass sich jede Seite, jedes Thema, statt als Titel als Stichwort gestalten ließ. Was hier entstand war eine Art Lexikon in der der Reihe nach weitgehend alle für Grafiker und Fotografen relevanten Begriffe beschrieben wurden.

Natürlich werden die Begriffe in einem richtigen Lexikon in alphabetischer Reihenfolge erklärt. Als Lesebuch, das dem Leser eine Gesamtthematik didaktisch nachvollziehbar näher bringt, kann natürlich nicht dem Alphabet folgen. Vielmehr habe ich einen Stein auf den anderen gelegt um ausgehend von Licht, der Physik und den Eigenschaften von Farbe, der Wahrnehmung, der Wirkung, Farbgestaltung und für Grafiker und Fotografen relevanten Farbsysteme bis hin zu den Grundlagen für die Praxis ein anschauliches Gesamtbild aufzubauen.

Dem lexikalischen Charakter wird dadurch Rechnung getragen, dass zu Beginn auf das herkömmliche Inhaltsverzeichnis ein Alphabetisches folgt.

Weitere Informationen über das Buch finden sich hier.

Getreu dem Motto Farbe für den Leser möglichst erfahrbar zu machen, finden sich zu beginn drei Doppelseiten zu den Themen Schwarz, Weiß und Grau die neben einem kurzen Text nichts anderes zeigen.
Davon lebt die Schwarzweißfotografie: Vom Kontrast
Das zweite Kapitel widmet sich der Physik der Farbe.
Primärfarben in RGB und CMYK
Bunte und unbunte Farben
Farbtemperatur
Im dritten Kapitel geht es um Farbwahrnehmung.
Im vierten Kapitel werden die Farben der Reihe nach im Einzelnen beschrieben.
Das fünfte Kapitel handelt von Farbsystemen.
CMY, RGB, Lab und HSL
Der Unterschied zwischen HSB und HSL.
Die Bedeutung von Lab.
Das sechste Kapitel handelt von Farbkontrasten und -harmonien.​
Harmonien auf einen Blick
Harmonische Dreiklänge
Im letzten Kapitel geht es um Grundlagen für die Praxis. Diese Seite beispielsweise erklärt was RAW-Converter machen.
Wie man mittels Farbkanälen Farbstiche korrigiert.
Farbkorrektur mittels neutralen Graus.
RAW-Workflow

Mehr über das Buch

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Photoshop CC 2015.5 und 2017: Änderungen seit Erscheinen meines Buches

Es ist noch keine 12 Monate her, dass mein Buch über Photoshop CC in der dritten Auflage aus der Druckerei kam. Geschrieben habe ich es anhand der Version CC 2015. Bereits während das Buch im Druck war, veröffentlichte Adobe ein Update zur Version 2015.5. Fünf Monate später wurde CC 2017 veröffentlicht.

Vor kurzem schrieb ein offensichtlich enttäuschter Käufer, dass CC 2017 ja nun schon lange auf dem Markt und das Buch somit veraltet sei. Aber ist dem wirklich so?

Adobe Photoshop ist seit Jahren ein ausgereiftes Bildbearbeitungsprogramm. Verbesserungen und Veränderungen werden eher am Rand und unter der Haube vorgenommen als an zentralen Funktionen. Es wäre auch ein Unding, wenn man als Fotograf oder Gestalter sein Programm mit jedem Update neu lernen müsste. Photoshop-Updates bringen längst keine Revolutionen mehr, sondern sind eher als sanfte Evolution zu betrachten.

Abgesehen von einem geänderten Interface und neuen Arbeitsmöglichkeiten beim Freistellen und Bearbeiten von Maskenkanten hat sich nichts am Programm geändert, das eine Änderung meines Workshop-Buches verlangen würde. 99% der Inhalte lassen sich in Photoshop CC 2017 identisch anwenden wie in Photoshop CC 2015 (und umgekehrt übrigens auch auf ältere Versionen, Großteils bis zurück zu Photoshop CS6 und älter).

Wer heute ein Photoshop-Buch kauft – egal ob meines oder irgendein anderes – kann damit rechnen, es über Jahre hinweg als Nachschlagewerk nutzen zu können. Deshalb verneine ich auch immer die Frage, ob es für Käufer einer früheren Auflage meines Workshop-Buchs sinnvoll ist die neuere Auflage nachzukaufen. Mein Buch vermittelt die Grundlagen von Photoshop und wer es durchgearbeitet und die Methoden verstanden hat, sollte reif für den praktischen Alltag beziehungsweise den Einstieg in weiter führende Werke sein.

Spätestens seit Adobe Photoshop nicht mehr im 12- oder 18-Monate-Rhythmus in großen Upgrades aktualisiert sondern kontinuierlich Änderungen veröffentlicht, ist es nicht mehr sinnvoll und notwendig auf jede neue Versionsnummer mit einem neuen Buch zu reagieren. Und es wäre auch gar nicht möglich. Niemand weiß wann Adobe das Programm auf eine neue Versionsnummer bzw. Jahreszahl haben wird und wie viel Neues es dann geben wird. Man würde bei einem Rhythmus der von CC 2015 über CC 2015.5 und CC 2017 jeweils etwa ein halbes Jahr betragen hat auch gar nicht mehr sinnvoll produzieren, denn mit dem hohen Qualitätsanspruch mit dem ich und mein Verlag arbeiten dauert es etwa drei Monate vom ersten Wort das ich schreibe bis das Buch gebunden aus der Druckerei kommt.

In den nächsten werden die Lagerbestände der 3. Auflage wohl so langsam zur Neige gehen und für den Herbst ist die 4. Auflage geplant. Mit was für einer Version ich dieses Buch gestalten werde steht für uns alle die wir nicht in den geheiligten Hallen von Adobe arbeiten in den Sternen. Und niemand weiß ob am Tag an dem das Werk in die Druckerei geht, Photoshop nicht den Versionssprung von 2017 auf 2018 macht.

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Neu in Affinity Photo 1.5: Fokuskombination

In der Version 1.5 hat Affinity Photo eine Funktion zum Focusstacking erhalten. In meiner Serie über die Neuerungen in 1.5 zeige ich wie man damit mehrere Belichtungen zu einem Bild mit großer Schärfentiefe zusammen setzt.

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Neu in Affinity Photo 1.5: Tone Mapping Persona

In einer Serie aus 9 Episoden möchte ich den Lesern meines Affinity-Photo-1.4-Buches die neuen Funktionen von Affinity Photo 1.5 näher bringen. In der ersten Episode der kleinen Reihe stelle ich die Tone Mapping Persona vor.

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Alles wird schneller: Olympus OM-D E-M1 Mark II

Olympus hat 2013 mit der OM-D E-M1 die perfekte Kamera für mich vorgestellt. Zwei Jahre später wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob ich sie durch eine Mark II ersetzen würde – lange bevor eine solche offiziell angekündigt wurde. Bis die Mark II tatsächlich vorgestellt wurde war das kein relevantes Thema für mich.

Die E-M1 verschafft mir beim Fotografieren die Leichtigkeit die MFT generell zu Grunde liegt. Sie ist aber groß und griffig genug um sie auch bei ausgedehnten Foto-Sessions effizient einsetzen zu können. Mit der E-M5 – der ersten Olympus die mir MFT und spiegelloses Fotografieren schmackhaft machte – wäre das kein Thema gewesen. Die E-M5 punktet unterwegs mit Kompaktheit, wäre für mich aber keine Alternative zu meiner damaligen D600 gewesen. Erst die E-M1 von 2013 veranlasste mich auf den Gedanken, von Nikon auf Micro FourThirds umzusteigen, was ich nach einigen Wochen mit ihr auch in die Tag umsetzte.

Für einen Fotografen wie mich, der etwa 95% auf Achse fotografiert, kann es in meinen Augen kein besseres System als MFT geben. Mehr als alles andere bestätigte mir das eine 15-tägige Rundfahrt um Island: In meiner Vanguard The Heralder begleiteten mich damals, ein Weitwinkel-, ein Standard- und ein Telezoom (M.Zuiko 9–18mm und M.Zuiko 12–40mm, Lumix 100–300mm) und drei Kameras (E-M5, E-M1 und Lumix GM1). Trotz dreier Apparate samt Linsen, hatte ich wohl weniger Ballast zu tragen, als eine Vielzahl anderer Touristen mit Vollformat und zwei oder drei Wechselobjektiven. Ein bis zwei Stunden Fußmarsch mit der Fototasche um die Schultern waren kein Problem.

Jeden Brennweitenbereich an einer eigenen Kamera zu haben, hat doppelten Vorteil: Man muss nicht ständig Objektive wechseln, läuft also nicht Gefahr, dass Staub und Schmutz in die Kamera gelangen, und man ist in Sekunden schussbereit.

Klar bringt MFT gegenüber APS-C und Kleinbild auch Nachteile mit sich, die man nicht ernsthaft von der Hand weisen kann:

  1. Da wäre einmal die enger gesetzten Grenzen in der Auflösung. Allerdings fand ich mit den 16 Megapixel von E-M5 und E-M1 immer mein Auslangen. Damit erreiche ich bei 300ppi knapp A3, bei 250ppi sogar deutlich darüber (genau genommen gibt es kaum Situationen in denen 300ppi gegenüber 250ppi eine sichtbare Qualitätssteigerung bringt). Mit den 20MP der Pen F und der E-M1 Mark II ist sogar dieses Limit gesprengt und wer unbewegte Motive fotografiert kommt mit Stativ sogar auf 50MP bzw. 80MP.
  2. Während mehr als 16 Megapixel kaum ein Thema ist, das mich berührt, stellt für mich die bessere ISO-Performance schon eher einen bemerkenswerten Nachteil von MFT gegenüber Vollformat dar. Allerdings hat die ISO-Performance heute generell ein so gutes Niveau erreicht, dass ich deswegen nicht das doppelte oder dreifache Gewicht durch die Gegend schleppen möchte.
  3. Noch ein Thema bei dem ich mir mehr wünschen würde, wäre Dynamikumfang. Von den etwa 15 Lichtwerten die Nikons Spitzenmodelle erreichen, kann ich mit MFT nur träumen. Olympus’ und Panasonics Modelle schaffen heute knapp 13LW. Allerdings ist das noch immer ein Wert der manche Canon-Profikameras in den Schatten stellt – Kameras mit denen Fotografen die viel besser sind als ich Aufnahmen machen, die mich wegblasen. Also, was soll’s!
  4. Noch ein Nachteil: Die geringe Schärfentiefe exzellenter Festbrennweite bleibt mit MFT unerreichbar. Selbst mit manuellen ƒ0.95 Objektiven wird man von einem preiswerten (und automatischen) Vollformatlinsen mit Lichtstärke 1.8 ausgestochen. MFT zeichnet bei adäquater Brennweite einfach um 2 Lichtwerte mehr Schärfentiefe auf als Vollformat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass MFT-Objektive bereits bei Offenblende schärfer zeichnen als andere Linsen mit denen ich schon arbeitete, und das Bokeh scheint mir tendenziell etwas weicher zu sein, was den Nachteil der geringeren Schärfentiefe zwar nicht aufwiegen kann, aber zumindest auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.
  5. Spiegellose Systeme litten bislang generell an im Vergleich zu DSLRs langsameren AF-Systemen. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern schlicht damit, dass DSLRs für das Scharfstellen einen eigenen Sensor nutzen, der den sogenannten Phasenvergleich erlaubt und eben der Kontrasterkennung spiegelloser Kameras überlegen ist.

Diese Nachteile gilt es zu berücksichtigen und gegen den unbestreitbaren Vorteil von MFT in die Waage zu legen: Das System ist bei weitem das kompakteste und leichteste auf dem Markt. In Verhältnis von Abbildungsqualität zu Gewicht ist es unschlagbar. Zwar baut auch Sony mittlerweile extrem kompakte Kleinbildkameras, doch bei den Objektiven wird Vollformat nicht einmal in die Nähe der Kompaktheit und Leichtigkeit von MFT kommen können.

Der Nachteil der mich bei MFT bislang am meisten schmerzte, war definitiv das behäbigere AF-System: Rasch bewegende Objekte lassen sich kaum einfangen. Vögel im Flug sind selbst für die als schnell geltende E-M1 unerreichbar. Das wurde mir regelmäßig beim Einsatz der Panasonic Telezooms 100–300mm und100–400mm bewusst, mit denen ich meine Liebe für die Vogeljagd entdeckte. Damit lassen sich Vögel praktisch nur ablichten, wenn sie einigermaßen still sitzen.

Zur Fragen ob ich es in Betracht ziehen würde meine E-M1 durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen: Nur, wenn das AF-System so gut war, dass es mit meinen früheren Nikons gleichziehen und Vogelflug wieder in Reichweite bringen kann.

Die E-M1 Mark II wurde zwar als Power-House mit sehr schnellem AF angekündigt, doch, dass eine Spiegellose beim Fokussieren mit DSLR gleichgezogen habe, hatte ich in den letzten Jahren zu oft gehört und doch anders erfahren, weshalb ich das nicht ganz ernst nahm. Schnelle Serienbildaufnahmen, zweite Speicherkarte und +4MP alleine jedoch, wären für mich kein Argument gewesen, die mit 2000 Euro nicht ganz billige Mark II in Betracht zu ziehen.

Panasonic G80/G81/G85

Während 2000 Euro für die E-M1II vielen Kommentatoren als zu gilt, kündigte Panasonic im Herbst ein interessantes Modell zum Schnäppchenpreis an, die je nach Markt G80, G81 oder G85 heißt. Sie hat ein griffiges Gehäuse, ist gegen Umwelteinflüsse abgedichtet und in vielen Berichten hatte ich gehört und gelesen, dass ihr AF unglaublich schnell sein soll.  Eine wetterfeste Systemkamera inklusive abgedichtetem Objektiv unter 1000 Euro wäre mir sonst von keinem Hersteller bekannt.

Reizend an der G81: Sie hat je einen dezidierten Hardware-Schalter, um von Einzel- zu Serienbildaufnahme umzuschalten, und einen, um von AF-S zu AF-C oder MF zu wechseln – etwas, das ich bei Olympus vermisse. Was mich nun aber vor allem interessierte: War der Panasonic AF wirklich so gut wie viele behaupteten, und wie gut würde er verglichen mit dem neuen System der E-M1II abschneiden? Wäre die Olympus den doppelten Preis wert?

Der Vergleich dauerte keine fünf Minuten. Beim ultimativen Hardcore-Test, weiße Möwen fliegend am grauen Himmel, konnte ich bei der G81 keinen nennenswerten Gewinn gegenüber meinen bisherigen MFTs feststellen. Der AF der E-M1II hingegen schnappt dermaßen schnell und präzise zu, wie ich es nur von den Nikons die ich früher im Einsatz hatte, kenne. Um faire Bedingungen zu schaffen, habe ich  an beiden Kameras sowohl das 40–150mm von Olympus, als auch das 100–400mm von Panasonic getestet.

Zuletzt auf Facebook einen Rüffel bekommen, weil ich die preislich so unterschiedlichen Kameras verglichen habe. Doch die Frage durchaus gerechtfertigt: Ist der doppelte Preis der E-M1II gegenüber der G81 gerechtfertigt? Für alle die rasante Motive einfangen wollen: Definitiv!

Dass die E-M1 für mich in Frage kommt, die G81 jedoch nicht, soll nicht heißen, dass ich generell von ihr abraten würde. Im Gegenteil: Wer eine handliche aber doch kompakte und leichte Kamera sucht, die ihn bei Wind und Wetter sicher begleitet, sollte einen Blick darauf werfen. Das schöne an MFT ist ja gerade, dass ein System so unterschiedliche Kameras anbietet, wie sie von Olympus und Panasonic stammen.

Der Mehrwert der E-M1II

Mit dem Panasonic Leica Vario-Elmar 100–400mm wird die E-M1II zum Dream-Team für alle die gerne unterwegs sind und scheues Getier ablichten wollen. Ebenso beeindruckend wie die Geschwindigkeit und Präzision mit der der AF zuschnappt, ist die Hartnäckigkeit mit der er sich beim Tracking an Objekte haftet. Ich hatte nicht erwartet, dass die Mark II mit meinen früheren DSLRs von Nikon (D700, D7100 und D600/D610) gleichziehen könnte, doch ich würde mindestens von Gleichwertigkeit ausgehen, wenn sie die genannten Modelle nicht sogar überflügelt.

Im Grunde ist die E-M1II eine waschechte OM-D und verlangt nach einer E-M1 keinerlei Umgewöhnung. Das Gehäuse ist eine Spur höher, was mir den kleinen Finger nicht mehr ins Leere laufen lässt, und wahrscheinlich heißt, dass ich bei ihr wieder auf den Hochformatgriff verzichten kann, was ich bei der E-M1 aus Ergonomiegründen nur selten machte.

Viele wird freuen, dass das Display nun seitlich ausklappbar ist und sich somit auch im Hochformat besser nutzen lässt. Ich war ja bislang immer eher Freund des reinen Hochklappmechanismus, habe mich aber mit der Pen F an das seitlich ausklappende Display gewöhnt, und kann dem mittlerweile durchaus auch einiges abgewinnen, auch wenn es sich nach wie vor fragiler anfühlt.

Ein Detail, das mich zunächst irritiert hat, ist, dass die Öse zum Anbringen eines Gurts oder einer Handschlaufe wegen des zweiten Speicherkartenfachs von der Seite nach oben gewandert ist. Ich erwartete, dass sich das Nachteilig auf das Handling auswirkt, musste das Gegenteil feststellen: Meine Handschlaufe legt sich jetzt wie selbstverständlich von oben her um das Armgelenk und, dass sich der Verschluss störend zwischen Hand und Kamera drängelt scheint jetzt deutlich weniger oft der Fall.

Preiswert?

Stellt sich die Frage ob die Mark II ihren Preis wert ist. Definitiv: Ja!

Die Diskussionen über die Preisgestaltung von MFT-Modellen scheint mir ja immer ein bisschen sonderbar. Kritiker reduzieren eine Kamera auf die Größe des Sensors und stellen fest, dass ein Modell mit halb so großem Bildwandler doch unmöglich gleich viel kosten könne, wie eine Vollformatkamera. Das ist als würde ich den Preis von Wurst anhand der gewogenen Menge beurteilen oder jenen eines Autos anhand der Sitzplätze. Ich habe einen Roadster. Der hat zwei Sitze. Das heißt er bietet 2/5 weniger Plätze als ein PKW. Muss er deshalb günstiger sein als ein Golf?

Mit meinem Roadster hat die E-M1II gemein, dass sie einfach Spaß macht. Mit einer MFT-Kamera und 800mm KB-äquivalenter Brennweite auf die Pirsch nach scheuen Motiven zu gehen, ist eine bedeutend unbeschwertere Angelegenheit als mit vergleichbarem im Vollformat. Der E-M1II Body wiegt 574g, das Panaleica 100–400mm 985g. Das sind zusammen 1559g. Ein Gewicht, das man bei Vollformat schon mit einem Standardzoom kaum halten kann. Ein Nikon D750 Body beispielsweise wiegt 840g. Mit dem Nikkor 24–70mm ƒ2.8 und seinen 1070g kommt man da auf1910g. Von Telezoom ist dabei noch keine Spur. Wer echte 800mm am Vollformat auf den Weg nehmen will, der muss zur Kamera zusätzlich 4000g und mehr schultern.

Man kann eine Kamera nicht auf die Größe des Sensors reduzieren!

Natürlich bietet die Nikon D500, mit der die E-M1II derzeit so häufig verglichen wird, um einen geringfügig höheren Listenpreis einen APS-C-Sensor und erreicht damit bessere Leistungen im High-ISO-Bereich, beim Dynamikumfang und ist etwas höher aufgelöst. Aber sie hat auch eine Serienbildrate von 10 Bildern pro Sekunde (E-M1II bis zu 60 Bilder) und garantiert eine Betriebsbereitschaft bis 0° (E-M1II bis –10°). Eine Kamera ist nicht automatisch mehr Wert, nur weil der Sensor größer ist.

Für MFT entscheidet man sich nicht, wenn man die bestmögliche Bildqualität erreichen will, sondern weil man den idealen Kompromiss zwischen Abbildungsqualität und Transportabilität sucht. Diesbezüglich ist das System bis auf Weiteres definitiv unschlagbar. Nicht selten erfordert Miniaturisierung einen erhöhten Aufwand und führt zu teureren Produkten. Ich weiß nicht, ob das auf Kameras zu übertragen ist, ich halte nur den Schluss, eine kleinere Kamera muss automatisch billiger sein, für Unfug.

Es gibt an der ganzen Debatte noch etwas anderes was ich schräg finde: In einem Artikel über die E-M1II las ich die generelle Kritik daran, dass die Kamerahersteller den sinkenden Absätzen mit teureren Modellen begegnen. Ja, was sollen sie denn tun? Soweit ich mitbekommen habe, schreiben die meisten Marken in der Kamerasparte rote Zahlen. Ist der Versuch Modelle so zu kalkulieren, dass ein Gewinn für sie hängen bleibt den verwerflich?

Ich weiß schon: Viele finden, dass alle zu teuer sind und nur sie selber zu wenig verdienen. Ich persönlich gönne einem Unternehmen allerdings einen Profit, wenn er mir ein gutes Produkt verkauft. Und für ein gutes Produkt bin ich auch bereit einen guten Preis zu bezahlen.

Die E-M1II ist definitiv ein gutes Produkt und ihren Preis absolut wert. Besser als sich von anderen erzählen zu lassen, wie gut sie ist, ist allerdings es selber auszuprobieren – ein Gefühl dafür bekommt man nur, wenn man es selber erfährt.

Der Blick in meine Kameratasche zeigt, was ich an MFT liebe. Eine Pen F mit 7–14mm ƒ2.8, eine E-M1 mit 12–40mm ƒ2.8 und eine E-M1II mit 40–150mm ƒ2.8. Trotz des immensen Brennweitenbereichs bei durchgehender Lichtstärke von ƒ2.8 leicht zu schultern.

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