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Sirui T025X – das ideale Reise- und Wanderstativ

Seit ich vor knapp 20 Jahren meine erste eigenen Spiegelreflexkamera kaufte haben sich bei mir vier Stative angesammelt. Vier richtige Stative! Die billigen Alukonstruktionen, Tischstative und Gorillapods nicht mitgezählt.

Das erste Stativ steht noch immer in meinem Büro und ich habe es bis zuletzt für kleinere Studioarbeiten eingesetzt. Doch für unterwegs war dieses Stativ von Anfang an zu schwer, jedenfalls mit man auf Schusters Rappen die Gegend durchstreift. Deshalb habe ich mir 2006 zu meiner ersten DSLR ein etwas leichteres Stativ beschafft. Einerseits habe ich mich dabei für die Qualitätsmarke Manfrotto entschieden, andererseits sollte es aber eines der etwas leichteren sein. Am Ende war es doch zu schwer. Was ich bei diesem Stativ vor allem lernte: Drei-Wege-Neiger sind nicht besonders komfortabel wenn es um den Transport geht. Deshalb sollte das nächste Stativ eines mit Kugelkopf sein und es sollte weniger Gewicht auf die Waage werfen wie meine bisherigen.

In einem Foto-Videotutorial stellt dann ein Fotograf ein Fotopro-Stativ von Rollei vor. Was mich dabei überraschte war, wie schnell man die Drehverschlüsse an den Standbeinen öffnen und verschließen kann. Daraufhin habe ich nach einigen Vergleichen der verschiednen Rollei-Produkte ein CT-5A gekauft. Dieses verspricht sehr flexibel zu sein, da sich die Beine abnehmen lassen und man durch ein Erweiterungsstück ein Einbeinstativ erhält. Leider geht das nicht mit wenigen Handgriffen sondern erfordert so viel Schrauberei, dass das ein fauler Kerl wie ich nicht gerne macht.

Neben der Umbaumöglichkeit zum Einbein gehören zum CT-5A auch drei Dackelbeine mit denen man ein Tischstativ erhält das sicher auch zum Makrostativ taugt.

Obschon leichter als meine bisherigen Stative fand ich schnell heraus, dass auch 1740g noch ziemlich auf die Schultern drücken wenn man zur Fotosafari ausreist, wobei nicht nur das Gewicht mehr als Grenzwertig ist sondern auch die Sperrigkeit den Transport nicht zu Freude macht.

Hinzu kommt, dass das Stativ bei Feuchtigkeit problematisch ist. Ist Nässe erst einmal in die Beine eingedrungen – wozu es nicht viel braucht – ist es schwer sie da wieder raus zu bekommen. Noch Tage nach dem Einsatz im Regen oder in einem Bach spucken die Verschlüsse Wasser beim Aus- und Einziehen der Beine. Zu guter Letzt sind die Kappen der Beine nicht besonders gut befestigt und machen sich deshalb gerne selbständig – verlieren vorprogrammiert.

Zu Rollei mein Fazit: Wer billig kauf, kauft doppelt.

So kam ich zu meinem vierten Stativ: Dem Sirui T-025X (Sirui-Produktseite; Amazon-Affiliate-Link). Während ich Fotopro mittlerweile als Billigmarke betrachte steht Sirui im Ruf exzellente Qualität preiswert (aber eben nicht billig) anzubieten und es durchaus mit italienischen Marktführern aufnehmen zu können. Dabei liegt der Listenpreis des T-025X unter dem des Fotopro CT-5A liegt – es kommt halt ohne Firlefanz daher!

sirui

Zu haben ist die T05X-Serie ab etwa 130 Euro, allerdings habe ich mich diesmal doch nicht für die billigste sondern für die leichteste, die Carbon-Variante entschieden. Und was für ein Unterschied das ist: 800g (mit Kopf) gegenüber 1700g! Darüber hinaus lässt sich das Stativ so klein zusammenlegen, dass es kaum mehr Platz benötigt als eine 750ml-Getränkeflasche.

Kalihari

Zum ersten Mal macht es Spaß mit Stativ auf Fotosafari zu gehen, denn das T-025X ist kaum zu spüren. Trotzdem vermittelt es einen rundum soliden Eindruck bis hin zum preis-/leistungsmäßig exzellenten Kugelkopf. Probleme mit sich selbst lösenden Teilen oder Feuchtigkeit konnte ich bislang keine feststellen.

Zwar fällt die Maximalhöhe mit 130cm sehr gering aus, doch da ich ohnehin gerne aus niedrigen Perspektiven fotografiere ist das kein Problem, besonders seit ich LiveView und ein Klappdisplay habe.

ambach

Die Konstruktion des Stativs mag etwas ungewöhnlich sein – der vertikale Holm lässt sich nicht wie bei den meisten Stativen einziehen – doch gerade dadurch dürfte es so extrem leicht und kompakt geworden sein. Dankbar bin ich auch für die Arca-Swiss-Kompatible Wechselplatte. Während einige Hersteller Schnellwechselsysteme nach eigener Norm anbieten, ist Arca-Swiss eine Art Quasi-Standard, was heißt, dass es kompatible Produkte von allen möglichen Herstellern gibt. So sind beispielsweise Rollei- und Sirui-Stative bzw. deren Köpfe und Wechselplatten kompatibel. Darüber hinaus verwendet Sirui sehr kleine Wechselplatten die ich auch an meiner Pen E-PL7 dauerhaft dran lassen kann, ohne, dass sie im Alltag stört.

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