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Adelle und das Schriften-Eichhörnchen

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Diesmal beglückt uns typetogether mit zwei kostenlosen Schnitten einer Schriftfamilien. Erreichen könnt ihr das Giveaway über fontsquirrel.com.

Neu in InDesign CS5: Document Fonts

Ein unscheinbare, und doch interessante Neuerung, bringt InDesign CS5 im Umgang mit Fonts mit sich. Wird eine InDesign-Datei in CS5 über Verpacken gesammelt, dann heißt der Folder für die Fonts jetzt nicht mehr »Fonts«, sondern »Document Fonts«. Der neue Name für den Ordner ist natürlich nicht die Neuerung, sondern die Funktion, die sich dahinter verbirgt: Wird das verpackte InDesign-Dokument auf einem anderen Rechner geöffnet, dann sieht CS5 im Ordner, in dem sich das Dokument befindet nach, ob sich da möglicherweise ein »Document Fonts«-Ordner mit Schriften befindet und, wenn ja, dann werden die Schriften temporär installiert. Schließt man das InDesign Dokument wieder, werden auch die Schriften wieder aus dem System genommen.

Natürlich geht das nicht problemlos auf unterschiedlichen Plattformen, speziell Windows wird mit vielen Mac-Fonts keine Freude haben. Dennoch ist der Ansatz interessant und dürfte für viele Anwender eine Erleichterung Arbeit darstellen. Zum Einen natürlich Dienstleister, die InDesign-Dateien aus vielen verschiedenen Quelle verarbeiten müssen. Zum Anderen aber auch für Leute, die mit Betriebssystemen und dem Installieren von Fonts wenig am Hut haben.

FreeFont: Twelve Bricks

 

Ein zweiter, mit FontStruct erstellter FreeFont. Bei diesem Experiment wollte ich herausfinden ob es mit der stark begrenzen Anzahl an Grundformen und einem Raster von drei mal vier Feldern möglich ist einen ganzen Font samt Sonderzeichen aufzubauen. Hat fast funktioniert, wenn man davon absieht, dass Akzente und Umlaute bei Versalien drei weitere Felder nutzen und ich manche nicht deutsche Sonderzeichen beim besten Willen nicht mehr umsetzen konnte.

Download TrueType Twelve Bricks

 

Schriften verzerren? Wozu?

Jedes mal wenn ich eine verzerrte Schrift sehe frage ich mich: Warum macht der das?

Ist es schöner? Nein! Glaubt wirklich jemand er könne mit einem Mauswisch in Illustrator oder InDesign die Formen einer Schrift verschönern, an der ein ausgebildeter und erfahrener Schriftdesigner Monate oder Jahre lang gefeilt hat? Wenn ja, dann ist es Arroganz. Wenn nicht, dann hat er sich das Resultat nicht wirklich angeschaut. Dann ist das Ignoranz.

Wenn mir eine Schrift nicht gefällt, dann nehme ich einfach eine andere, anstatt sie durch Verzerrung noch unansehnlicher zu machen.

Aber ich muss doch eine bestimmte Schrift nehmen, weil es die Hausschrift eines Unternehmens ist? In dem Fall darf sie aber auch nicht verzerrt werden, denn nach dem Verzerren ist die Schrift nicht mehr dieselbe Schrift. Und eine unverzerrte Helvetica ist einer Univers näher, als eine verzerrte Helvetica.

Dabei möchte ich nicht den Gelegenheitsgestalter kritisieren, den Laien, der es nicht besser weiß. Ich bin selbst in einer einzigen Sache Fachmann, visueller Kommunikation. In allen anderen Dingen bin ich Laie. Und in all diesen Bereichen mache ich sicher immer wieder Dinge, bei denen es dem Experten die Zehennägel aufrollt und er sich fragt, »wie kann man nur?«

Doch wer sich professioneller Gestalter nennt, der sollte in der Lage sein und sich die Zeit nehmen die Frucht seiner Arbeit ordentlich anzusehen und auf ästhetische Mängel hin zu überprüfen. Und wer das macht, kann unmöglich zum Schluss gelangen, das eine auf 75% verzerrte Futura ästhetisch vertretbar ist. Wenn er dennoch meint, ihm gefalle das, dann kann ihm das niemand nehmen. Aber er sollte vielleicht doch einen anderen Job suchen, als einen, in dem es darum geht ästhetische Layouts zu entwerfen.

Würde ein vernünftiger Mensch ein Portrait wachen Auges auf 75% quetschen? Wohl kaum. Seht euch an, was aus dem Design eines Mercedes, BMW, Aston Marin oder Lamborghini werden würde, wenn man ihn einfach auf 75% zusammenstaucht. Sehen diese Fahrzeuge dann besser aus? Wohl kaum. Kann man die Architektur eines Reichstags, einer Notre Dame, eines Eifelturms, einer Tower Bridge oder eines Gebäudes eines Mies van der Rohes einfach zusammenquetschen ohne die Formen zu zerstören? Wohl kaum. Kann man Leonardos Mona Lisa das antun? Nein!

Weshalb soll das bei einer Schrift anders sein?

Die oberste Regel der Gestaltung lautet »schauen«!

FreeFont-Lindau

Bin ich diese Woche über einen alten Schriftentwurf von mir gestolpert, habe in den letzten Wochen drei Schriften in FontLab umgesetzt und zugerichtet, da ist mir auch wieder bewusst geworden, dass es da einmal eine Schrift mit mir gab, die von einem Schriftmuster aus den 1920er oder 30er Jahren inspiriert und nach der Stadt am Bodensee benannt wurde.

Die Zurichtung ist lausig. Aber vielleicht habe ich in nächster Zeit einmal Zeit den Font neu durchzuspationieren und ordentlich zuzurichten.

Download OpenType-Font

Ein Jammer!

Als ich eben eine Datei aus meinen Datenarchiven raus gesucht habe, wollte es der Zufall, dass ich über ein Schriftmuster einer Schrift stolperte, an der ich vor zehn Jahren gearbeitet habe. Es müssen hunderte Stunden gewesen sein, die ich in die Schrift investiert habe. Der Light Schnitt der Schrift war fertig und fünf weitere Schnitte bis ExtraFett waren in Arbeit. Die Turbulenzen der damaligen Zeit haben dazu geführt, dass ich (fast) alle Daten der Schriftentwicklung verloren haben. Ein einziges Blatt, das ich im Vorübergehen als Schriftmuster rasch gesetzt habe, ist von der vielen Arbeit übrig geblieben.

Nun ja, ganz stimmt das eigentlich nicht. Viel mehr ist übrig geblieben, denn die vielen Stunden in denen ich die Buchstaben erst skizziert, dann mit Bleistift und Lineal auf Millimeterpapier gezeichnet und später in Illustrator optimiert habe, haben deutliche Spuren in meinem Formalen Empfinden hinterlassen. Die Arbeit an der Schrift war die beste Gestaltungsschule, die ich je besucht habe.

Ich habe die Schrift, längst — ich möchte nicht sagen vergessen — als Episode meines Lebens zu den Akten gelegt. Aber als ich heute auf das Muster gestoßen bin und die Resultate wieder einmal sah, da wurde mir schon etwas weh ums Herz, dass die Daten die dazu geführt haben für alle Zeit verloren sind.

Ja, das gemeine k ist hässlich, und das S hat reichlich Potenzial optimiert zu werden. Aber das a hat absolut seinen Reiz, das e ist mir gut gelungen und das g ist ein Traum — ich liebe dieses g. :’)

Nun ja. Die Skizzen liegen allesamt noch hier in einem Karton und das PDF lässt sich bis zum Abwinken hochaufgelöst in Pixel umrechnen. Vielleicht werde ich das Projekt ja eines Tages wieder aufnehmen und die Schrift noch in diesem Leben fertig stellen.

 

Schrifttipp: Museo Sans

Ich lese im Moment gerade »Hot Shoe Diarys« von Joe McNally. Bin mir noch nicht sicher wie mir das Buch gefällt, denn es ist ziemlich viel lustig gemeintes Geplapper mit drin, das das Lesen einerseits locker macht, aber das Verstehen nicht immer erleichtert. Außerdem finde ich den Tipp die Kamera auf Adobe RGB zu stellen etwas seltsam, wenn darauf der Tipp folgt man solle in RAW fotografieren – letzteres macht erstere Einstellung obsolet. Aber zumindest ist es unterhaltsam.

Natürlich sind auch tolle Fotos drin. Was es mir aber besonders angetan hat ist die Schrift, in der das Buch gesetzt ist. Super tolle Leseschrift, angenehm unauffällig und doch eigenständig. Sehr schönes Satzbild. Verdammt! Und ich kenn’ die gar nicht! Darf nicht sein. Also Recherchieren. Also zu Identifont gesurft und die Identifizierungsmaschine angeworfen. Am Ende spuckt die doch glatt die Museo Sans aus. Im ersten Moment hielt ich das für einen Fehler, denn ich kenne die Museo, finde sie zwar absolut geil, aber hätte ihr nie, niemals, so eine ausgezeichnete Leserlichkeit zugetraut. He, Jos, echt super Job!

Die Museo Sans gibt es bei Jos Buivenga zu bestaunen und bei myFonts zu kaufen. Allerdings kann man nur acht der zehn Schnitte kaufen, denn – und das ist das Beste – zwei Schnitte können kostenlos heruntergeladen und frei genutzt werden. Und das ist noch nicht das Ende der guten Nachrichten: Die beste Nachricht ist, dass der ganze Satz mit den zehn Schnitten dieser wunderbaren Schrift nur 89$ Kosten. 89$! He, das sind gerade mal 60€! Wer da noch Schriften klauen muss der soll sich schämen und eingraben. Danke, Jos, für diese tollen Deals. 🙂

Adrian Frutiger wird 80

Einer der größten Schriftschaffenden des 20. Jahrunderts feiert heute seinen 80. Geburtstag: Alles Gute, Adrian Frutiger!

Hat ma’ jemand die passenden Aufträge parat?

In dieser Woche bin ich über zwei neue Schriften gestolpert (über die Graublau schon zum zweiten mal), von denen ich derzeit kaum die Finger lassen kann.

Heroic

Die Heroic, zu beziehen über TypeTrust, ist eine, mit acht Stärken sehr fein ausgebaute Displayschrift, mit einem sehr amerikanischen Charakter und sicher bestens geeignet für Plakate. Für alle acht Stärken gibt es jeweils eine Oblique (für alle, die den Begriff nicht kennen: Oblique ist eine Kursive, die allerdings keine typischen Kursivmerkmale aufweist, sondern lediglich eine schräg gestellte Variante der Aufrechtstehenden darstellt). Aus den Angaben, die ich gefunden habe, steht zwar nichts über echte Kapitälchen im Font, aber wie oben zu sehen ist, scheinen sie vorhanden zu sein.

Was die Type im Moment besonders attraktiv macht, ist, dass TypeTrust den Font derzeit zum Preis von 160$ anbietet (das sind knapp über 100€) – statt 240$.

Graublau Sans Pro

Die neue, sehr schöne und weiche Sans-Schrift Graublau Sans, von Georg Seifert, hat einen wunderschönen, organischen Charakter, und es ist zu erwarten, dass die Type erstklassige Leseeigenschaften mitbringen dürfte. Weniger eine klassische Schrift für die Werbung, sondern vielmehr auch eine Schrift, die sich besonders gut für Werke mit viel Text eignen dürfte, z.B. Bücher oder Zeitschriften. Neben Kapitälchen, Tabellenziffern und Mediävalziffern – wie man es von gut ausgebauten OpenType-Schriften in der Zwischenzeit erwartet – sind auch Kapitälchenziffern vorhanden. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Alternativzeichen und Ligaturen. Alles, was des typografen Herz, für exklusive Satzwerke verlangt.

Die Graublau Sans Pro ist bei fonts.info zu erwerben. Ein Satz mit sechs Schnitten kostet 199€, alle vierzehn Schnitte schlagen mit 350€ zu Buche. Einzelschnitte werden, soweit ich sehen konnte, nicht angeboten. Sollte jemand dennoch einen Einzelschnitt wünschen, würde ich’s einfach mit Kontaktieren versuchen. Leute die Schriften machen und vertreiben sind meist nette Idealisten und lassen gut mit sich reden.

Sollte jemand von euch jetzt also grad ein Projekt in der Schublade habe, das zu einer der Schriften passt, würde ich den Auftrag gerne annehmen. Aber ich weiss eh, dass meine Leser keine Grafikaufträge geben, sondern nehmen. 😉

Lust auf eine selbstkreierte Schrift?

Das Wochenende steht vor der Tür, und es ist nicht alleine gekommen, sondern hat uns eimerweise Regen mitgebracht. Das ist allerdings kein Grund trübselig zu werden, denn der [FontShop] hat uns ein Spielzeug beschert, das es uns ermöglicht, noch Weit über den Frühling hinaus, der Triestesse regnerischer Tage zu entfliehen. Alle die schon immer einmal einen eigenen Font gestalten wollten, brauchen dazu jetzt nicht mehr mehr, als einen Browser mit Flash-Plugin, ein bisschen Zeit und im Idealfall eine Idee für sein Aussehen. [FontStruct] bietet euch die Möglichkeit ganz einfach einen Font zu gestalten. Auf der angeschlossenen Plattform lässt sich das Werk dann gleicht als Freefont veröffentlichen – und natürlich könnt ihr auch Schriften anderer Schriftgestalter kostenlos laden und verwenden.

Lasst doch was sehen und schreibt mir einen Kommentar, wenn ihr bei Fontstruct eine Schrift entworfen habt.